Einfach erben - Ira Kröswang - E-Book

Einfach erben E-Book

Ira Kröswang

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Beschreibung

Wie Sie einen Familienstreit ums Erbe verhindern Jährlich werden in Deutschland hunderttausende Erbschaften geregelt – oft begleitet von Unsicherheit, Missverständnissen oder Konflikten. Dieses Buch zeigt, wie es anders geht: fundiert, praxisnah und lösungsorientiert. Die erfahrene Nachlass-Expertin Ira Kröswang (Württ. Notariatsassessorin) beleuchtet – auch anhand echter Fälle –, wie Erben gelingen kann: fair, rechtssicher und ohne familiären Bruch. Leserinnen und Leser erhalten klare Empfehlungen, um den Erbfall gut vorbereitet und souverän zu meistern. Das bietet das Buch: •Rechtssichere Orientierung zu Fristen, Pflichten und Erbschaftssteuer •Konfliktvermeidung durch transparente Kommunikation und faire Lösungen •Checklisten, Mustervorlagen und praxisnahe Handlungstipps •Hilfreiche Hinweise zur digitalen Nachlassregelung Ein wertvoller Ratgeber für alle, die vorausdenken – und Erben einfacher, klarer und gerechter gestalten möchten.

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Seitenzahl: 239

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Ira Kröswang

Einfach erben

Wie Sie fair und lösungsorientiert mit einer Erbschaft umgehen

Campus Verlag

Frankfurt/New York

Über das Buch

Wie Sie einen Familienstreit ums Erbe verhindernJährlich werden in Deutschland hunderttausende Erbschaften geregelt – oft begleitet von Unsicherheit, Missverständnissen oder Konflikten. Dieses Buch zeigt, wie es anders geht: fundiert, praxisnah und lösungsorientiert.Die erfahrene Nachlass-Expertin Ira Kröswang (Württ. Notariatsassessorin) beleuchtet – auch anhand echter Fälle –, wie Erben gelingen kann: fair, rechtssicher und ohne familiären Bruch. Leserinnen und Leser erhalten klare Empfehlungen, um den Erbfall gut vorbereitet und souverän zu meistern.Das bietet das Buch:• Rechtssichere Orientierung zu Fristen, Pflichten und Erbschaftssteuer• Konfliktvermeidung durch transparente Kommunikation und faire Lösungen• Checklisten, Mustervorlagen und praxisnahe Handlungstipps• Hilfreiche Hinweise zur digitalen NachlassregelungEin wertvoller Ratgeber für alle, die vorausdenken – und Erben einfacher, klarer und gerechter gestalten möchten.

Vita

Nachlass-Expertin, Notarin und Wirtschaftsmediatorin Ira Kröswang ist spezialisiert auf Testamentsvollstreckung und Nachlasspflegschaft. Als Podcast-Host (»Einfach erben«) und gefragte Expertin in Medien wie BR und Handelsblatt macht sie komplexe Erbfälle auch einer größeren Öffentlichkeit verständlich.

Übersicht

Cover

Titel

Über das Buch

Vita

Inhalt

Impressum

Inhalt

Warum mich das Thema Erben bewegt

Statt eines Vorworts: Warum dieses Buch Tränen, Zeit, Nerven und Geld erspart

Kapitel 1 Erben ist schwer

Die Ausgangslage

Bevor wir beginnen: Einatmen – ausatmen

Kapitel 2 Hilfe, ich habe geerbt …

Die ersten Schritte

Wer hilft?

Wer gehört zum Kreis der Erben?

Was tun, wenn kein Testament vorliegt?

Gesetzlich geregelt: Die Erbordnung

Was tun, wenn ein Testament vorliegt?

Die ersten Stolpersteine: Wenn Erben streiten

Exkurs: Was ist ein Konflikt – und wie entsteht er eigentlich?

Vorbeugen ist die beste Maßnahme

Konflikte – clever gelöst

Konfliktlösung: Eine kurze Anleitung in vier Schritten

Wie kann der Streit, der Konflikt beigelegt werden?

Die Erbengemeinschaft − Ein Fall für sich

Von Fakten und Wahrnehmungen, Wünschen und Erwartungen

So machen Sie es sich (organisatorisch) leichter

Microsoft Teams

Slack

Nextcloud (selbst gehostet oder als Service)

Google Workspace (zum Beispiel Google Drive, Google Chat, Google Meet)

Trello (das habe ich jahrelang benutzt) mit Anbindung an Cloud-Speicher (zum Beispiel Dropbox, Google Drive)

Kapitel 3 Der Fünf-Phasen-Plan

Wenn viele Fragen gleichzeitig entstehen

Der Fünf-Phasen-Plan im Überblick

1. 

Phase – Alles auf den Tisch: Was gehört alles zum Nachlass?

Schritt für Schritt durch die 1. Phase

Legitimationsnachweis

Konto & Co.

Wie man mit Banken umgeht

Immobilien & Co.

Der Grundbuchauszug

So können Sie das zuständige Grundbuchamt ermitteln:

Die Eintragungsbewilligung

Das Erbbaurecht

Immobilie geerbt – Segen oder Fluch?

Auto & Co.

Schulden geerbt? Was nun?

Wie findet man heraus, ob jemand Schulden hat?

Risiken minimieren mit dem Aufgebotsverfahren

Organisatorisches & Co.

2. 

Phase – Ordnung schaffen: Was gehört zum Erbe?

Nachlassauseinandersetzung

Das Nachlassverzeichnis

Gesetzliche Grundlagen

Was gehört in ein Nachlassverzeichnis?

Wie wird ein Nachlassverzeichnis angelegt?

Überschuldeter Nachlass

Die letzten Schritte

3. 

Phase – Nachlassverwaltung: Wer kümmert sich um was?

Die gerechte Verteilung einer Nachlassimmobilie

Die steuerliche Seite eines Erbes

4. 

Phase – Rechtliche Sicherheit: Halten Sie Ihre Einigung schriftlich fest

Wenn ein Erbe stirbt

Experten können bei der Umsetzung helfen

Externe Hilfe – Die verschiedenen Akteure

Schlichtung vor Angriff

Manchmal hilft auch etwas Abstand

Was eine gesetzliche Betreuung für die Erben bedeutet

Expertenrat ist Gold wert

5. 

Phase – Auszahlung und Abschluss: Sie erhalten nun Ihr Geld

Kapitel 4 Erbengeschichten

Wenn das Erbe zur Zerreißprobe wird

Plötzlich Millionär – Wie ein Erbe das Leben auf den Kopf stellte

Das verschwundene Testament – und die Folgen für vermeintliche Erben

Erbstreit um jeden Preis – Wie ein Betreuer sich zum Alleinerben erklärte

Kapitel 5 Weil mit dem Tod nicht alles endet – — Warum es klug ist, heute vorzusorgen

Wie man im Fall einer Generalbevollmächtigung agiert

Erbschaftsverfahren: Es geht um mehr als nur Geld

Einfühlungsvermögen hat nichts mit Sentimentalität zu tun

Das Problem mit dem Ego, oder auch: Das Bedürfnis, gesehen zu werden

Kapitel 6 Spezialfälle

Digitales Erbe: Was passiert mit Onlineaccounts?

Internationales: Was gilt bei Auslandsvermögen?

Minderjährige Kinder erben – und nun?

Bonusfamilien: Wer erbt, wer nicht?

Wenn einer pflegt …

Kapitel 7 Einfach vererben … — Das eigene Ende vordenken

Testament & Co.

Eigenhändig oder notariell?

Enterbung

Testierfähigkeit – Was heißt das?

Pflichtteil: Im Zweifel für die engsten Angehörigen

Richtig verschenken

Schenkungen: Strategien zur Nachlassgestaltung

Was sollten Sie bei Schenkungen beachten?

Statt eines Schlusswortes: Die Erde dreht sich weiter und doch ist nichts, wie es mal war

Glossar

Warum mich das Thema Erben bewegt

An dieser Stelle könnte ich Ihnen viel über meinen aussagekräftigen Werdegang und meine Qualifikationen erzählen – doch am Ende zählen für mich wirklich die Beweggründe, die mich dorthin gebracht haben, wo ich heute stehe. Die Gründe, die mich zu dem Menschen gemacht haben, der ich heute bin und als der ich mit diesem Buch zu Ihnen sprechen möchte.

Wie bei vielen wurden auch meine wesentlichen Ideale und Grundüberzeugungen in recht frühen Jahren gesetzt. Als ich etwa elf oder zwölf Jahre alt war, überfiel mich immer öfter ein bestimmtes Gefühl: Ich empfand die Welt zunehmend als ungerecht. Manche Dinge, die da um mich herum abliefen, waren einfach unfair. Ich erkannte bestimmte Aussagen, Ereignisse, Abläufe, die in einer gerechten Welt so nicht stattfinden sollten. Das war die Geburtsstunde meiner Mission: Ich wollte, dass alles im Leben fair war. Allerdings bedeutet Fairness nicht, dass man recht hat, nicht wahr? Denn wenn man recht hat, hat ein anderer zwangsläufig unrecht. Der nächste Schritt war also, mich zu fragen: »Was ist gerecht?«

Wir alle leben in unserer eigenen kleinen Welt mit unseren eigenen Regeln und Standards. Was ich als gerecht empfinde, empfindet ein anderer vielleicht als ungerecht. Und in der großen Welt um uns herum treffen immer dann, wenn sich Menschen begegnen, all diese kleinen individuellen Welten aufeinander. Wenn wir also nach Harmonie streben, dann müssen wir lernen, diese kleinen inneren Welten, unsere Egos, in Schach zu halten. Nur so können wir neben unserer eigenen auch die Stimmen aus den inneren Welten anderer hören; nur so können wir andere Meinungen kennenlernen, andere Perspektiven und Verletzlichkeiten. Nur so kann ich in meiner Welt lernen und einen Grundnenner finden, der mir erlaubt zu beurteilen, was gerecht ist und was nicht.

Als Kind war ich begeistert von der Fernsehserie Matlock. Die Hauptfigur Matlock, obwohl Anwalt, dachte und handelte mehr wie ein Detektiv denn ein Jurist. Diese Mischung aus Anwalts- und Detektivarbeit faszinierte mich und weckte in mir den Wunsch, genauso eine Art Anwältin zu werden und für Gerechtigkeit in der Welt zu kämpfen. Wie das Leben so spielt und durch diverse Erfahrungen und berufliche Praktika auch noch beeinflusst wird, wandelte sich dieser Wunsch bald geringfügig um und ich beschloss, Notarin zu werden.

Das fünfjährige Studium reichte aus, um mir zu zeigen, dass das permanente Vorlesen, eine typische Notartätigkeit, meinem Wesen nicht wirklich entsprach. Doch noch bevor ich mich in einem unliebsamen Beruf gefangen sah, bekam ich meinen ersten Fall einer Nachlassabwicklung. Hier konnte ich endlich detektivisch ermitteln und, fast wie Matlock, am Ende für Gerechtigkeit auf allen Seiten sorgen. Denn dieser Fall setzte voraus, dass ich eine Erbengemeinschaft fair behandelte, also jeden einzelnen Erben in seinen Bedürfnissen und Ansprüchen wirklich sah. Diese Erfahrung musste erst mal sacken. Nach dem Abschluss beschloss ich also zunächst, ein wenig zu reisen, mir die Zeit und die Möglichkeit zu geben, möglichst viele verschiedene kleine Welten und vieles von der großen Welt zu sehen. Diese Pause war notwendig, denn sie führte mich zu den Ursprüngen meines Wesens. Von da an hieß es also: Jetzt wird nicht mehr weggelaufen! Nach meiner Rückkehr stieg ich direkt in die Selbstständigkeit ein und spezialisierte mich auf die Nachlassverwaltung.

Zugegeben: Die ersten Jahre waren schwer. Ich musste mich mit Nebenjobs über Wasser halten und viele Fortbildungen machen, um auf diesem Gebiet einen Expertenstatus zu erlangen. Doch nach etwa drei Jahren harter Arbeit und akribischer Weiterbildung drehte sich das Rad und ich konnte genug Fälle annehmen, um davon leben zu können. Inzwischen betreue ich mit meiner Kanzlei mehrere Hundert Nachlassfälle parallel und bin glücklich, jeden Tag aufs Neue spannende und herausfordernde Aufgaben zu meistern. Dieses Feld ist so abwechslungsreich, dass ich gar keine andere Wahl habe, als mich ständig weiterzuentwickeln, jeden Tag mehr zu lernen und mit jedem neuen Fall als Mensch und als Spezialistin zu wachsen. Und genau das liebe ich an meiner Arbeit.

Dieses Buch wäre ohne einige Mitstreiter nicht zustande gekommen. Deshalb möchte ich Danke sagen:

Campus und hier vor allem Valesca Schober für die Einordnung meiner Inhalte aus Leser- sowie Verlagssicht,

Dirk, der mich zum Schreiben dieses Buchs motivierte,

Susanne Bachmann, die dem Ganzen schließlich den letzten Schliff verpasste, und

natürlich meinen Kindern. Sie haben in dieser Zeit oft auf mich verzichtet und viel Geduld gezeigt. Ich liebe euch über alles.

Zur besseren Lesbarkeit wird in diesem Buch das generische Maskulinum verwendet. Die in diesem Buch verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich – sofern nicht anders kenntlich gemacht – auf alle Geschlechter.

Statt eines Vorworts: Warum dieses Buch Tränen, Zeit, Nerven und Geld erspart

Am Ende eines Lebens trifft es uns alle: Der Tod ist unvermeidlich. Für die meisten von uns heißt das, sich nicht nur zu Lebzeiten mit dem auseinanderzusetzen, was von uns bleiben wird, unserem Erbe also, sondern auch auf der anderen Seite gelassen der Situation entgegenzusehen – als Erbe. Fakt ist: Ohne einen Leitfaden oder vernünftigen Plan kann das Erben ziemlich kompliziert werden. Zum Beispiel dann, wenn man Schulden oder als Teil einer Erbengemeinschaft erbt. Eine Erbschaft und alles, was damit zusammenhängt, erscheint den meisten wie eine Art Blackbox.

Denn es ist ja nicht nur das Ende eines Lebens, mit dem wir – als Hinterbliebene – an diesem Punkt konfrontiert werden. Ist es etwa ein Elternteil, den wir verlieren, stehen wir, wenn die Beziehung gestimmt hat, oftmals einsam da: ohne den elterlichen Anker, den Hafen, den wir ansteuern konnten, wenn es eng wurde. Auch der Tod des geliebten Partners wirft uns emotional aus der Bahn, lässt uns fassungslos und vor allem voller Trauer zurück. Mit diesen Emotionen im Gepäck müssen wir uns dann um die Abwicklung eines Erbes kümmern – mit allen organisatorischen Herausforderungen, die das Sterben so mit sich bringt. Wenn es dann auch noch weitere Erben gibt, etwa Geschwister oder Fremde als Teil der Erbengemeinschaft, geht es ans Eingemachte. Denn: Alle Hinterbliebenen haben ihre individuelle Sicht auf dieses Lebensende und auf alles, was damit zusammenhängt. Seien Sie gewappnet – es fängt bei Kleinigkeiten an und hört beim großen Erbstreit auf.

Beispiel

Ein Beispiel aus der Praxis

Tim und Marie sind verheiratet. Sie sind fleißig und sparsam. Schließlich kaufen sie sich ein gemeinsames Haus, denn sie wollen eine Familie gründen. Plötzlich das Unerwartete: Tim kommt bei einem Autounfall ums Leben. Neben ihrem furchtbaren Verlust muss Marie den nächsten Schock verarbeiten: Post vom Nachlassgericht, sie habe geerbt, aber nicht allein. Marie erfährt auf diese Weise, dass sie das Erbe teilen muss. Auch die Immobilie, die Tim und sie gekauft hatten, gehört nicht ihr allein – im Grundbuch mit eingetragen werden soll auch die »liebe« Schwiegermutter, mit der sie sich nie verstanden hat. Die Schwiegermutter war schnell, beantragte einen Erbschein. Das kann übrigens jeder Erbe eigenständig tun. Heißt: Nicht alle Erben müssen diesen Antrag auf Erteilung eines Erbscheins gemeinsam stellen. Mit diesem Erbschein beantragt sie eine Grundbuchberichtigung, also die Eintragung der Erben im Grundbuch, denn laut Erbfolge ist auch sie erbberechtigt. Was bleibt? Schock, Wut, Trauer. Und: Hilflosigkeit. Nun ist es an Marie, den Nachlass auseinanderzusetzen.

Das Buch, das Sie gerade in den Händen halten, zeigt Ihnen genau, wie Sie in Fällen wie diesem vorgehen müssen. Es basiert auf meiner mehr als 20-jährigen Erfahrung als Expertin in Erbschaftsangelegenheiten. Es richtet sich an Sie, Ihre Familienmitglieder, Freunde und Nachbarn – kurz: an uns alle. Denn: Jeder und jede von uns muss sich früher oder später mit den potenziellen Hürden, Herausforderungen und Emotionen einer Erbschaft auseinandersetzen. Doch genau davor verschließen viele Menschen die Augen. Erfahrungsgemäß unterschätzen die meisten die damit einhergehenden Emotionen. Und: Sie unterschätzen das Erbrecht, seine Komplexität und das sich daraus ergebende Konfliktpotenzial einer Erbsituation. Dann wundern sie sich, warum die Abwicklung eines Nachlasses derart lange dauert und warum sich eine Erbschaft, die − so weit sollten wir an dieser Stelle doch schon denken − auch das Lebenswerk einer Person darstellt, nicht innerhalb weniger Wochen verteilen lässt. Dieser Umstand, meine tägliche Arbeit und die Erfahrung, dass die meisten Erben in einer Erbsituation völlig überfordert sind, waren die Beweggründe für dieses Buch. Ich möchte es all jenen ans Herz legen, die vielleicht selbst in diesem Augenblick in einen Erbstreit verwickelt sind, in einer großen Erbengemeinschaft stecken, die sich auf zukünftige Ereignisse vorbereiten wollen oder sich einfach nur für das Erbrecht und ein konfliktfreies Erben interessieren. Ich möchte Sie aber auch und vor allem darauf vorbereiten, dass das Erben Emotionen hervorrufen kann, und Ihnen zeigen, wie Sie Konflikte entschärfen oder emotionale Fallen umgehen können.

Und so liegt kein juristisches Fachbuch vor Ihnen, sondern eine Anleitung für Menschen wie Sie und mich – mit Checklisten, Musterbriefen und konkreten Beispielen. Wenn Sie dieses Buch zuklappen, werden Sie ein Gespür dafür entwickelt haben, wie Auseinandersetzungen um ein Erbe ablaufen können, an welcher Stelle Sie im Erbprozess stehen und welche Lösungsansätze Ihnen dabei zur Verfügung stehen. Ich möchte Ihnen zeigen, wie Sie von rein emotional gesteuerten Entscheidungen bei einem Erbfall hin zu einer sachlichen und fairen Abwicklung gelangen. Ein Erbschaftsfall sollte nicht als Plattform für alte Konflikte oder ein übersteigertes Ego dienen – auch wenn oder vor allem wenn es Ihnen »nur« ums Prinzip geht.

Fragen Sie sich also: Wollen Sie recht haben oder glücklich sein?

Ich möchte Ihnen mit diesem Buch Mut machen, sich mit dem Thema Nachlass zu beschäftigen und sich Zeit dafür zu nehmen. Denn das Erben und das Vererben sind komplexe Angelegenheiten. Im Idealfall trauen Sie sich nach der Lektüre zu, die Nachlassverwaltung selbst in die Hand zu nehmen und ohne Anwalt oder lange Gerichtsverfahren abzuwickeln. Das Buch wird Ihnen, weil Sie dann die möglichen Konflikte einer Erbengemeinschaft kennen, auch beim Verfassen Ihres eigenen Testaments helfen, worin Sie clevere Regeln für den Nachlass schon zu Lebzeiten festlegen können. Bezüglich des Erbens gilt immer: Es gibt einen klugen Weg für Erbschaftsangelegenheiten – man muss ihn nur kennen (und gehen).

Was dieses Werk nicht leisten kann, ist die rechtliche Prüfung einzelner Ansprüche und Abdeckung aller individuellen Fälle und Situationen. Denn jede Erbschaft ist so einzigartig wie die Menschen und die sie betreffenden Familien. In den letzten Jahren durfte ich bereits etliche Nachlassfälle erfolgreich begleiten. Kein Fall ist wie der andere, und in jeder Erbengemeinschaft gibt es eine besondere Konstellation. Aus diesem Grund muss in der Praxis jeder Fall auch entsprechend individuell betrachtet werden.

Sie halten daher keine Pauschallösung für alle Probleme des Erbrechts und des Erbens mit all seinen emotionalen Fallstricken in den Händen, sondern eine solide Grundlage mit wertvollen Tipps darüber, wie Sie Ihr Erbe friedlich und ohne familiäre Zerwürfnisse antreten oder aufteilen können. Einen Leitfaden, der in Form eines Fünf-Phasen-Plans Licht ins Dunkle bringt, Sie mit Herausforderungen vertraut macht, Ihnen zeigt, wie Sie mit kniffligen Situationen umgehen können. Auch, wenn Sie sich von einem Anwalt oder einem Experten für Nachlassangelegenheiten beraten lassen, behalten Sie so immer das Heft in der Hand, denn Sie bestimmen, welche Informationen Ihnen noch fehlen und welche Hilfestellungen Sie noch benötigen.

Genau das möchte ich mit diesem Buch bewirken: Sie sollen den Überblick und die Kontrolle behalten können. Ich möchte, dass Sie Ihre Nerven schonen und wissen, dass Sie nicht nur materielle Güter erben. Aber vor allem möchte ich, dass Sie die Verbundenheit und den Respekt innerhalb Ihrer Familie erhalten – dass Sie verstehen, dass es bei einer Erbschaft nicht nur um monetäre Aspekte geht, sondern auch um Liebe, Verbundenheit und das Vermächtnis eines leider verstorbenen Menschen.

Kapitel 1 Erben ist schwer

Die Ausgangslage

Das Erbrecht ist komplex − eine unbestreitbare Tatsache, die zahlreiche Anwälte und Gerichte beschäftigt. Es gibt keinen einfachen, allgemein anwendbaren Weg im Umgang damit. Und es hilft leider auch nicht, einfach abzuwarten. Nehmen wir beispielsweise den simplen Wunsch, ein gemeinschaftlich geerbtes Haus zu verkaufen, und die Fragen, die damit einhergehen:

Was muss ich dabei als Teil einer Erbengemeinschaft beachten?

Benötige ich einen Erbschein?

Kann überhaupt ein einzelner Erbe den Verkauf abwickeln?

Muss die gesamte Erbengemeinschaft beteiligt sein?

Aber wie? Wie lauten die genauen Schritte?

Und wie wird der Wert des ererbten Hauses bestimmt?

Genügt eine einfache Absprache oder muss ich zum Notar?

Solche Fragen verdeutlichen nur einen Bruchteil der daraus entstehenden Herausforderungen.

Obwohl es in Deutschland klare gesetzliche Vorgaben bezüglich der Aufteilung eines Nachlasses gibt, kann die praktische Umsetzung recht kompliziert werden, gar manchmal fast ins Absurde abdriften. So kann in einer zwanzigköpfigen Erbengemeinschaft ein Teilerbe mit nur einem Prozent Erbanteil den gesamten Abwicklungsprozess blockieren. Denn wie Sie bereits wissen: Jeder Erbe hat eine andere Sicht auf die Dinge, bringt seine gefühlten Wahrheiten ins Spiel und ist somit nicht selten die Basis für große Konflikte. Aus diesem Grund ist es immer besonders wichtig, die Interessen aller Erben eines Nachlassverfahrens zu kennen und zu berücksichtigen.

Das zeigt auch dieser Fall aus der Praxis, der häufig vorkommt: Zwei Erben eines Hauses müssen sich einigen: Einer der Erben möchte das Haus behalten, der andere braucht dringend das Geld. Ideale Lösung für den Fall: Der eine zahlt den anderen aus. Simpel? Eher nein, denn jetzt müssen sich die beiden auf einen fairen Preis einigen und das birgt ein immenses Konfliktpotenzial. Ohne eine Interessenermittlung der beiden Erben und die eindeutigen Antworten auf offene Fragen kann die Auseinandersetzung zum echten Kriegsschauplatz werden und in der Folge zur Blockade der Abwicklung führen. Genau das macht jeden Fall so einzigartig – und genau dafür soll dieses Buch Sie sensibilisieren und Ihnen helfen, bessere und umsichtigere Entscheidungen für sich und andere zu treffen.

In der heutigen Zeit, in der sich die traditionellen Familienstrukturen zunehmend auflösen, sich der Fokus immer mehr auf die individuelle Freiheit, Selbstverwirklichung und veränderte Rollenbilder richtet, in der Trennungen und Scheidungen zunehmen und der Singlemodus immer mehr zum Standard wird, ist es wichtiger denn je, sich mit den Prozessen rund um das Erben und Vererben auszukennen. Schließlich kann eine Erbengemeinschaft angesichts dieser veränderten Situation auch mal aus zehn oder sogar mehr Personen bestehen.

Doch machen wir uns nichts vor: Die Nachlassverwaltung ist ein alles andere als leichtes Themengebiet: Fachlich, mental und emotional birgt es viele Herausforderungen. Gleichzeitig geht es darum, auf die Bedürfnisse aller Beteiligten einzugehen, Respekt und Rücksichtnahme zu zeigen und damit eine Erbschaft so zu verwalten und aufzuteilen, dass die Familie am Ende noch zusammensteht. Es sind diese menschlichen Aspekte, die ich zum Mittelpunkt meines Ansatzes und damit meines Fünf-Phasen-Plans gemacht habe, denn sie können schnell die Regelung eines Nachlasses zu einem wahren Minenfeld machen. Nachlassverwaltung erfordert Zeit, Geduld und einen sorgsamen, respektvollen Umgang.

Eine solche Herangehensweise, die die Herausforderungen und unterschiedlichen Interessen berücksichtigt, hat einen entscheidenden Vorteil: Sie schafft Fakten – und auf ihnen basiert eine faire Nachlassverteilung. Ein Wertgutachten zum Beispiel verlangt Zeit und Einsatz, aber es liefert auch klare Zahlen, die als nachvollziehbarer Ausgangspunkt für eine Aufteilung dienen können. Spielraum für Interpretationen kann man sich bei bestimmten Aspekten durchaus geben, doch solange die Basis, auf der diese erfolgen, fest und stabil ist, fühlt sich niemand übergangen.

Ich habe in meinem beruflichen Werdegang schon viele Familien kennengelernt, die sich im Streit um ein Erbe vollkommen fremd geworden sind. Ich weiß aber auch, dass es anders geht: Viele meiner Klienten konnten mit meiner Unterstützung trotz zahlreicher Differenzen ihr Erbe so aufteilen, dass am Ende alle zufrieden waren. Als Expertin für Erbangelegenheiten trete ich für gewöhnlich erst dann auf den Plan, wenn die Menschen genau diese Wahrheiten ausgeblendet haben, wenn die Fronten verhärtet sind und jeder nur noch seinen eigenen Standpunkt wahrnimmt. Als Expertin versuche ich dann, solche Situationen aufzulösen, die Perspektiven aller einzubeziehen und eine für alle Beteiligten gerechte Lösung zu finden.

Das geht aber nur, wenn sich der Konflikt noch nicht verselbstständigt hat, wenn die Parteien noch nicht in der letzten Eskalationsstufe »vor dem Abgrund« stehen. Denn dann sind die Fronten derart verhärtet, dass nur ein Gerichtsurteil den Streit beenden kann, aber dann eben nur noch Verlierer das Feld verlassen werden. Das lässt sich mit frühzeitig herbeigeholter Hilfe vermeiden!

Aus diesem Grund sind Vorbeugung und Konfliktmanagement die entscheidenden Stichwörter in diesem Buch. Ich mache Sie vertraut mit den wichtigsten Stolpersteinen auf dem Weg zu einer friedlichen Nachlassauseinandersetzung und damit, was Sie selbst im Vorfeld beachten können. Außerdem liefere ich Ihnen mit dem bereits erwähnten Fünf-Phasen-Plan einen Leitfaden für das Thema Nachlass mit all seinen faktischen Facetten. Sollten Sie sich jedoch bereits im Rechtsstreit befinden, können Sie mithilfe dieses Buches prüfen, ob die Abwicklung in die richtige Richtung geht und das Prozedere zielführend ist.

Mein Leitfaden hilft Ihnen zu erkennen, an welcher Stelle Sie stehen und wie lange der Prozess noch andauern könnte. Fakt ist: Kaum eine Klage auf Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft ist erfolgreich und fast jeder Konflikt führt die Erben in eine Sackgasse. Für solche Fälle ist mein Fünf-Phasen-Plan besonders interessant. Er bildet das Kernstück des ersten Teils und soll Sie Schritt für Schritt durch das vermeintliche Wirrwarr einer Nachlassauseinandersetzung führen. Auch das nicht ganz einfache Thema des Nachlassverzeichnisses finden Sie hier, denn − um es an dieser Stelle schon einmal gesagt zu haben − ohne ein solches sollten Sie keine Entscheidungen treffen.

Ein Mensch baut sich über Jahrzehnte ein Leben auf. Und bewegt sich in dieser Zeit durch die unterschiedlichsten Rechtsgebiete: Versicherungsrecht, Vertragsrecht, Mietrecht, Arbeitsrecht, Steuerrecht … Sie alle greifen auch nach unserem Ableben. Daher möchte ich hier einen Überblick über die wichtigsten rechtlichen Aspekte geben, die Sie bedenken sollten.

Zum Schluss widmen wir uns nicht nur dem »Probesterben«, sondern auch einigen Beispielen aus meiner Praxis, die Sie mit bemerkenswerten Nachlassverfahren vertraut machen sollen. Sie werden zeigen, dass es selbst für die scheinbar ausweglosesten Situationen eine Lösung gibt. Und wer weiß? Vielleicht finden Sie darin auch etwas, das Ihnen aus Ihrer eigenen derzeitigen Lage vertraut vorkommt.

Bevor wir beginnen: Einatmen – ausatmen

Bevor wir jetzt aber nach den einleitenden Worten so richtig einsteigen, möchte ich Ihnen noch eines der wohl wichtigsten Werkzeuge an die Hand geben, um möglichst unbeschadet aus dem ganzen Prozess rund ums Erben herauszukommen:

Atmen Sie! Ein und aus. Ein und aus.

Eines kann ich Ihnen versprechen: Sie werden einen langen Atem brauchen, bis die Nachlassangelegenheit abgeschlossen ist, denn kaum eine Erbschaft wird unter einem Jahr abgewickelt, vielmehr vergehen schnell mal bis zu fünf Jahre. Ich habe sogar Erbengemeinschaften erlebt, die aufgrund ihrer Konflikte über zehn Jahre lang im Streit lebten und sich regelmäßig bei Anwälten und vor Gericht wiederfanden. Eine fürchterliche emotionale Belastung für die Betroffenen. Gehen Sie daher bloß keine Verpflichtungen ein im Vertrauen auf eine schnelle Erledigung! Sie werden davon enttäuscht werden. Je eher Sie also akzeptieren, dass eine Nachlassauseinandersetzung nicht schnell abläuft, sondern Zeit braucht, desto gelassener können Sie alles angehen.

Die Dauer einer Nachlassauseinandersetzung kann stark variieren – je nach Komplexität des Erbes, Zahl der Beteiligten, Streitigkeiten und Verwaltungsaufwand. Dennoch gibt es ein paar Richtwerte, an denen man sich orientieren kann:

Einfacher Erbfall

(zum Beispiel Einzelperson oder sehr kleine Erbengemeinschaft, keine Immobilien, kein Streit): 2–6 Monate

Voraussetzungen: Erbschein liegt schnell vor, keine Schulden oder wenige Vermögenswerte, alle Erben sind sich einig.

Mittelschwerer Erbfall

(zum Beispiel Erbengemeinschaft, Immobilien, offene Rechnungen): 6 Monate–1,5 Jahre

Gründe für Verzögerung: Bewertung und gegebenenfalls Verkauf der Immobilien, Erbschaftsteuerklärung, Abstimmung in der Erbengemeinschaft, Nachlassverbindlichkeiten müssen beglichen werden.

Komplexer oder streitiger Erbfall

(zum Beispiel Testamentsanfechtung, viele Erben, Erben leben im Ausland): 1,5–5 Jahre oder noch länger

Verzögerungsfaktoren: Gerichtliche Verfahren (zum Beispiel Erbscheinsverfahren, Erbauseinandersetzungsklage), Erben schlagen den Nachlass aus oder sind unbekannt, Miterben blockieren Entscheidungen, Testamente sind unklar oder widersprüchlich.

Weitere Verzögerungsgründe sind:

Streit in der Erbengemeinschaft → Mehrere Monate–Jahre

Auslandsvermögen → Zusätzliche Behördenwege

Nachlassverwaltung/Testamentsvollstreckung → formale Fristen, oft über 6 Monate

Finanzamt prüft Erbschaftsteuer → mehrere Wochen–Monate

In der Praxis dauern viele Nachlassauseinandersetzungen zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. Eine Faustregel: Je kleiner die Erbengemeinschaft, je einfacher und konfliktfreier der Fall, desto schneller kann er abgeschlossen werden. Mit dieser Information sind Sie nun auf das Wichtigste vorbereitet: die Verfahrensdauer! Ich habe Ihnen mit diesem kleinen Exkurs hoffentlich die Illusion einer schnellen Abwicklung genommen und Sie somit auf die vor Ihnen liegende Geduldsprobe vorbereitet. Jetzt können Sie – geduldig – mit mir die nächsten Schritte durchgehen. Und denken Sie daran: Einatmen … ausatmen …

Fazit

Gedanken zum Mitnehmen

Erben ist schwer – es gibt etliche Fußangeln und Fallstricke, die kaum jemand auf dem Schirm hat. Umso wichtiger ist es, den Erbprozess zu durchschauen, sich mit den wichtigen Aspekten vertraut zu machen und zu erkennen, dass man an einigen Stellen im Prozess an den Experten nicht vorbeikommt. Lehnen Sie sich also zurück – atmen Sie ein, atmen Sie aus: Sie müssen nicht alles allein regeln.

Kapitel 2 Hilfe, ich habe geerbt …

Die ersten Schritte

Als Simone S. ihre Mutter verliert, ist sie unendlich traurig. Das Verhältnis war nicht immer das beste, aber am Ende eben doch ein richtig gutes. In den ersten Tagen nach dem Tod der Mutter ist Simone wie gelähmt, handelt automatisch, weil sie handeln muss: den Bestatter aufsuchen, Beerdigung mit dem ganzen Drumherum organisieren, Freunde und Verwandte informieren. Erst nach der Bestattung kommt sie ein bisschen zur Ruhe. Und ihr wird klar: Hilfe, ich habe geerbt … Was nun?

Bevor wir in die Tiefen der Nachlassabwicklung mit dem Fünf-Phasen-Plan einsteigen können, gilt es, die ersten wesentlichen Schritte nach dem Eintreten eines Erbfalls zu bedenken:

Testament oder Erbvertrag suchen und prüfen.

Gibt es beides nicht, gilt die gesetzliche Erbfolge.

Erbschein beantragen, falls er für Banken oder Grundbuchamt nötig ist.

Wir wissen, dass unsere Zeit auf Erden endlich ist. Viele Menschen haben schon zu Lebzeiten einen ungefähren Plan darüber, was nach dem Tod mit den im Laufe des Lebens erworbenen Besitztümern passieren soll. Viele aber machen sich gar keine Gedanken, vertrauen auf nichts, verdrängen das Thema vollständig aus ihren Gedanken oder vertrauen auf rechtliche Grundlagen, die es für die Erben schon richten würden. Mit dem Eintritt des Erbfalls sind dann viele überfordert: Welche sind die ersten, welche die folgenden Schritte? Was muss ich tun? Was darf ich tun? Verträge prüfen und kündigen, Beteiligte informieren, wo kann ich Informationen finden, und ist der Nachlass möglicherweise überschuldet? Viele verfallen dann ins Lamentieren und beklagen, dass es keine ausreichenden Informationen gebe, dass sie keine Unterstützung erhielten. Denn Fakt ist: Es gibt keine zentrale Stelle, die Erben umfassend und kostenlos berät. Was ich Ihnen versichern kann: Wenn Sie dieses Buch gelesen haben, werden Sie die wesentlichen Schritte (und Lösungen) im Falle eines Erbes kennen.

Fakt ist: Man muss nicht hilflos bleiben, wenn man erbt. Je nach Situation kann es sinnvoll sein, einen Experten zurate zu ziehen, der auf solche Nachlassangelegenheiten spezialisiert ist und helfen kann, der zum Beispiel Ansprüche von Gläubigern abwehren kann. Verfallen Sie also bitte auch nicht bei dringend notwendig schnellem Handeln in Panik! Es gibt immer Möglichkeiten, um die Situation zu meistern.

Beispiel

Ein Beispiel aus der Praxis

Maria S. erhält einen Anruf und erfährt vom Tod ihres Vaters, zu dem sie seit über 30 Jahren keinen Kontakt hatte. Sie weiß nichts über ihn – natürlich auch nicht, ob der Nachlass überschuldet ist oder ob es Konten oder Immobilien gibt. Maria sucht sich bei meiner Kanzlei Hilfe, berichtet von ihrem Frust und beklagt sich darüber, dass das Amtsgericht ihr nicht geholfen habe. Das ist für uns kein Einzelfall. Immer wieder kommen Menschen zu uns, die in dieser Situation hilflos sind und nicht wissen, welche die richtigen nächsten Schritte wären.

Fakt ist: Der Erbe, also in diesem Fall Maria, muss zunächst selbst aktiv werden. Niemand kann für sie die Nachforschungen anstellen, es sei denn, sie engagiert jemanden gegen Bezahlung. In Marias Fall stellt sich heraus, dass es ein Pfändungskonto gibt und dass sich das Sozialamt wegen Regressansprüchen meldete. Diese Informationen helfen Maria, denn so schlägt sie das Erbe letztlich aus.

Wer hilft?