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Zum Glück braucht es nicht mehr Geld, sondern mehr Zeit. Mehr Besitz heißt nicht mehr Zufriedenheit, sondern mehr Verantwortung. Doch für viele hat sich die Maxime »Weniger ist mehr« gänzlich überlebt. Dabei ist genau das der Schlüssel zum glücklichen Leben: die Konzentration auf seinen persönlichen Lebensinhalt. Das Buch ruft nicht zum kargen Leben in einer ausgeräumten Wohnung auf. Es droht nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern lädt ein, zu überdenken, was die tatsächlichen eigenen Wünsche sind, und sich von Ballast zu trennen. Das können überflüssige Dinge, aber auch Aktivitäten sein, die sich als Zeiträuber herausstellen. Das Glück ist manchmal näher, als man glaubt. Und einfacher zu erlangen, als man sich vorstellen kann. Schon in einer Stunde!
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Veröffentlichungsjahr: 2013
Intro: Ein gutes Maß finden
Wie wäre es mit Qualität?
»Immer mehr« wird »Zuviel«
Nur einer sollte bestimmen: Sie selbst
Die Gegner Ihres »einfacheren Lebens«
Die Befürworter Ihres »einfacheren Lebens«
Zwei Menschen, die inspirieren
Die Glücksschlüssel zum einfacheren Leben
Einfacher leben: Beginnen und durchhalten
Hoffnung
Mehr über unsere Autoren und Bücher:www.piper.de
Für meine Kinder Prüft ob es stimmt!
ISBN 978-3-492-96524-8
© für diese Ausgabe Piper Verlag GmbH, München 2014 © Thiele Verlag in der Thiele & Brandstätter Verlag GmbH, München und Wien 2012 Umschlaggestaltung: Christina Krutz, Biedesheim am Rhein Datenkonvertierung: Datagroup, Timisoara / Rumänien
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Keine Angst. Sie müssen Ihre Schränke nicht ausräumen! Nach der Lektüre dieses Büchleins werden Sie sich auch nicht bemüßigt fühlen, liebgewonnene Dinge zu verkaufen oder zu verschenken. Sie müssen nicht auf Hobbies verzichten, keine Urlaube streichen und dürfen weiterhin auch mal sehr aufwändig im Fünf-Sterne-Restaurant essen gehen. Ein Shoppingbummel ist ebenfalls erlaubt, und wenn ihr Sportwagen Ihnen ans Herz gewachsen ist: Bitte behalten sie ihn!
Weniger ist mehr. Mit solchen philosophischen Floskeln setzt uns eine ganze Industrie von weisen Menschen unter Druck und verlangt – schlauen Blicks – allen Ernstes, dass wir unsere Schubladen aufräumen, unseren Freundeskreis verkleinern (auf die wesentlichen Kontakte!) und schöne Fernreisen gar nicht erst andenken. Diese Forderungen und Vorschläge sind ebenso maßlos wie das Leben eines reinen Materialisten, der ohne wöchentliche Shoppingtour in ein Tal der Tränen stürzt oder eines Hyperkommunizierenden, der unentwegt schaut, ob ihm nicht doch gerade eine brandaktuelle Neuigkeit entgeht.
Weder im einfachen, spartanischen, asketischen Leben noch im aufgeblasenen Konsumismus oder der Nonstop-Kommunikation muss Glück liegen. Wenig kann auch zu wenig sein, um das Gefühl von Zufriedenheit zu leben. Immer noch mehr Eigentum, Ablenkung, Information führt aber ebenfalls mit ziemlicher Sicherheit in Unzufriedenheit, Überforderung und Krankheit.
Reisen Sie also mit mir eine Stunde durch unser Leben in einem vermeintlich modernen Jahrhundert und lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, wo unser Dasein unnötig kompliziert ist und wo mit ein paar gut überlegten Änderungen sowie der Anwendung einfacher Regeln riesige Potenziale für mehr Ausgeglichenheit, Zufriedenheit, Glück und Gesundheit liegen.
Alles was Sie hier lesen, ist erprobt, hat seine Feuertaufen in vielen glücklichen Lebensläufen bestanden und bewährt sich gerade in diesem Moment. Ich möchte Ihnen ganz persönlich eines wünschen: alles Glück!
Kinder, wir sind zu arm, um uns das Billigste zu kaufen.« Mit diesem Satz ist humorvoll umschrieben, was mit Lessness, dem modernen Gegentrend zum »Immer mehr« gemeint ist: mehr haltbare Qualität statt Quantität.
Also: Nicht Verzichtsleistungen sind gefragt, sondern gute Entscheidungen für das Richtige. Das gilt ganz sicher für Konsumentscheidungen: Eigentlich weiß doch jeder, dass billigste Güter meist nicht lange einwandfrei funktionieren, dass allergünstigste Nahrung nicht von glücklichen Tieren oder einem Biobauernhof stammen können und dass nicht jeder Urlaub massive Freude versprüht.
Aber: Unter dem Einfluss aggressiver Werbung, aus Statusgründen und stets in der Hoffnung auf ein gutes Erlebnis treffen wir alle immer wieder die unvernünftige Entscheidung für Menge und gegen echte Qualität.
Es geht im »einfacheren Leben« aber immer um Qualität. Wenn man sein Leben entschlacken, sein Zeitbudget verbessern und die Kasse nicht weiter überlasten will, dann sind bessere Entscheidungen für Qualität unumgänglich. Es geht nicht um »noch mehr«, sondern um »viel besser«!
Stimmt es denn wirklich, dass viel Besitz nicht unbedingt glücklicher macht? Oder ist das nicht ein Lehrsatz für diejenigen, die sich vor sich selber für ihren fehlenden Erfolg entschuldigen wollen? Wer in eines der reichsten Länder der Welt schaut, wird überrascht sein: Die US-Amerikaner haben im Durchschnitt ein deutlich höheres Pro-Kopf-Einkommen als die Westeuropäer. Das Land ist – trotz vieler sozialer Probleme – wirklich reich. Es gibt für einen Großteil der Bevölkerung große Häuser, Autos mit beachtlichem Hubraum und viel PS und preiswerte Nahrung in Hülle und Fülle. Aber: Die Pro-Kopf-Verschuldung jedes einzelnen Bürgers ist dennoch höher als die in Westeuropa. Man will also über seine »Verhältnisse« hinaus weiter konsumieren. Das Erschreckende: Der aufwändig international erhobene Glücksindex besagt, dass die Amerikaner sich als unglücklicher empfinden als die Westeuropäer. Diese wiederum stehen aber auch nicht ganz oben auf der Glücksleiter, trotz recht guter materieller Versorgung. Das macht doch nachdenklich und fordert zum genauen Hinschauen auf!
Glück in immer mehr Besitz zu suchen, scheint keine Lösung zu sein. Wer sich anschaut, wie das TV-Programm zum Beispiel in den USA strukturiert ist, kann auch die These wagen: Mehr Unterhaltung als Zeitvertreib (mit sehr viel werblicher Motivation zu noch mehr Konsum) scheint auch keine gute Lösung zu sein. Manche Autoren schreiben sogar von einer »konsumsüchtigen Gesellschaft«, die auf allen Ebenen mit einem »Zuviel« kämpfen muss: zu viel Ablenkung und Freizeit, zu viel Arbeit und Stress und zu viel Nahrung und Übergewicht. Das Ganze sei noch garniert von einer 24 Stunden-Verpflichtung zur Erreichbarkeit und dem Glauben, immer alles wissen zu müssen, was »so gerade passiert.« Wer heute kundtut, dass er eine Woche mal ohne Handy gelebt hat, lenkt auf der Cocktailparty alle Blicke auf sich, gerade so als würde er ankündigen, in einen Trappistenorden eintreten zu wollen.
Ob Überkonsum oder Hyperkommunikation – eines ist absolut sicher: »Immer mehr« führt zu einem »Zuviel«. Was wie eine Binsenweisheit klingt, ist der Schlüssel zur Lösung. Ein einfacheres Leben, das uns glücklicher machen soll, braucht Strategien der Wahl, des gelegentlichen Verzichts, des gezielten Austauschs von Überflüssigem gegen Sinnstiftendes. Und: Wer sich auf ein einfacheres Leben besinnen möchte, der braucht den Mut, hier und da weniger eitel zu sein, auf oberflächlichen Status zu verzichten und die Kraft, ein paar Dinge schlichtweg von Grund auf neu zu denken.
Vor allem braucht ein einfacheres Leben eine kritische Grundhaltung gegenüber dem, »was man so macht«, »was alle machen«, »was gerade Mode ist« und »was man unbedingt erlebt haben muss.«
»Hallo Marc, warst du eigentlich schon bei den Maoris in Neuseeland?«, fragte mich ein Freund und fügte hinzu: »Das musst du gesehen haben, sonst verpasst du was.« Meine Antwort: »Ich möchte nicht achtundvierzig Stunden lang nach Neuseeland reisen.« Mein Freund: »Du weißt gar nicht, was dir da entgeht.«
Sachlich hat mein Freund recht: Ich weiß nicht exakt, was mir entgeht, wenn ich ein bestimmtes Erlebnis nicht persönlich gehabt habe.
Aber: Das ist unser Schicksal! Wir werden die überwiegende Anzahl von Dingen nicht erleben können und die meisten Produkte nicht besitzen und auch nur einen winzigen Bruchteil der Bevölkerung auf diesem Planeten persönlich kennenlernen. Wir werden nicht mehr als ein paar Sprachen sprechen, nicht mehr als ein oder zwei Instrumente (bestenfalls!) spielen lernen und auch nur einige wenige Sportarten zu einer mäßigen Qualifikation führen können. Wer das nicht einsieht und unentwegt »mehr« will, zeigt nicht Neugierde, sondern Naivität, die per definitionem immer an der Oberfläche eines Themas bleiben muss.
Haben Sie auch Freunde, die bei einem »unglaublich weisen Guru« einen Yoga-Kurs belegen, die sich mit speziellen Vitaminkuren aufzuputschen versuchen, die extrem aufwändige Reisen bis ans Ende der Welt unternehmen und dort Entdecker spielen, indem sie zum Beispiel in extra hergerichteten Landstrichen Afrikas »wilde« Tiere aus der Nähe »ganz natürlich« beobachten und auf dem Weg dahin und zurück soviel CO2 produzieren, wie die Heizaggregate eines riesigen Wohnblocks in Sibirien nicht in kältesten Wintern verbrauchen?
Immer mehr Menschen sind sich selbst nicht genug. Sie fürchten, dass sie in ihrem Leben nicht genug erleben, erreichen und dadurch möglicherweise auch nicht so »wertvoll« und beachtenswert sind. Dabei ist es fast immer so, dass man sich nicht lange mit einer Sache befasst – ein Phänomen, dass zunehmend beobachtet wird –, weil schon die nächste Herausforderung wartet. Die Flucht nach vorn zu immer Neuemdeutet ziemlich sicher auf dieses tragische »Sich-nicht-selbst-genügen« hin und zerstört jedes Streben nach einem unbeschwerten, weil einfacheren Leben.
Ende der Leseprobe
