Beschreibung

Freiheit und Befreiung sind zentrale Schwerpunkte der biblischen Glaubensbotschaft. In der Lebenssituation vieler Menschen, die in Abhängigkeiten verstrickt und von ganz unterschiedlichen „Sachzwängen“ bestimmt sind, kann diese Botschaft neue Lebensperspektiven eröffnen. Das Buch wendet sich an Menschen, die sich in der alltäglichen persönlichen, familiären und beruflichen Situation häufig fremdbestimmt sehen und die Sehnsucht nach mehr Selbstbestimmung und Freiraum verspüren. Es ermutigt dazu, das Leben in die Hand zu nehmen und Veränderungen entschlossen herbeizuführen.

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Seitenzahl: 158

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JOSEF EPP

Eingesperrt in meinem Leben?

AUSBRECHEN

AUFBRECHEN

ZEICHEN SETZEN

KÖSEL

Copyright © 2013 Kösel-Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Umschlag: Monika Neuser, München

Umschlagmotiv: [email protected]

ISBN 978-3-641-13529-4

Weitere Informationen zu diesem Buch und unserem gesamten lieferbaren Programm finden Sie unter

www.koesel.de

Inhalt

Vorwort

Eingesperrt in meinem Leben

Freiheit – im biblischen Denken tief verwurzelt

Biblische Botschaften entdecken

Exodus – Aufbruch in die Freiheit als biblische Grundbotschaft

Ein roter Faden in der Bibel

Unterdrückt und versklavt

Der solidarische Gott

Im Widerstand zur Unterdrückung

Auf dem langen Weg in die Freiheit

Verantwortung tragen

Jesus begegnen – Freiheit gewinnen

Die gute Botschaft der Evangelien

Jesus der Befreier

Von fremden Mächten in Besitz genommen

Befreiende Zuwendung

An der Freiheitskraft teilhaben

Zu neuem Leben befreit

Die Todesmacht besiegt

Zur eigenen Orientierung

Den Fesseln auf der Spur

Wahrnehmen – bewusst werden – unterscheiden

Fremden Zwecken dienen und eigenen Lebensprinzipien zuwiderhandeln

Vergiftete Lebensquellen

Unter dem Diktat der Erwartungen

Stranguliert vom eigenen Perfektionismus

Glaubens-Zwänge

Lebens-Lügen

In der Un-Entschiedenheit gefangen – hin- und hergerissen sein

Verstummt und resigniert

Von Schuld gelähmt

Lebensfeindliche Selbstzerstörung

Angst-besetzt

Der verlorene Glaube an sich selbst

Im Angesicht des Todes

Zur eigenen Orientierung

Auf-Brüche in die Freiheit

Auf-brechen als Lebensmotiv

Zu sich kommen

Lebensfeindliche Mächte beim Namen nennen

Ent-Scheidungen treffen

Wüstenzeiten annehmen

Ent-decken, was wichtig ist

Den eigenen Standpunkt finden – Boden unter den Füßen gewinnen

Klärende Worte sprechen

Wertschätzenden Beziehungen trauen – sich von kränkenden Beziehungen abgrenzen

Zeit lebensfreundlich gestalten

Freiräume des Lebens schaffen

Den ersten, kleinen Schritt wagen

Fazit: Auf das vertrauen, was uns frei macht

Untrennbar verbunden

Zur eigenen Orientierung

Quellen- und Abbildungsverzeichnis

Vorwort

In meiner beruflichen Tätigkeit habe ich einen zuweilen spannenden Spagat zu vollziehen: Als Religionslehrer begegnen mir Kinder und Jugendliche, als Klinikseelsorger habe ich mit kranken und älteren Menschen in Lebenskrisen zu tun. Jede Lebensgeschichte ist anders. Das Spektrum der Erfahrungen ist enorm weit. Gleichwohl liegen Vitalität und Gebrechlichkeit, Wachstum und Zerfall, Lebensfreude und Depression, Dynamik und Erschöpfung oft ganz nahe beieinander.

Doch bei aller Vielfalt der Lebenserfahrung und Beweggründe begegne ich im gesamten Spektrum meiner Arbeit immer wieder der bedrückenden Gegenwart von Zwang und Fremdbestimmung. Menschen aller Lebensalter sind mit dem Verlust ihrer Freiheit in zuweilen tragischer Weise konfrontiert. Sie dürfen nicht leben, wie es gut für sie ist und wie sie es wollen.

Kinder unterliegen nicht selten einem zwanghaften Streben nach Lob und Anerkennung, verkrampft tun sie fast alles, um Aufmerksamkeit zu erregen. Andere lassen jedes Kindsein hinter sich, um den Erwartungen der Eltern zu entsprechen und der schulischen Leistung alle anderen Lebensbereiche zu opfern.

Jugendliche liefern sich einem Gruppendruck aus, der sie verändert und oft ihren Bedürfnissen widerspricht. Sie erstarren zuweilen in der Angst, beim anderen nicht anzukommen, abgewiesen oder verletzt zu werden. In ihrer Unsicherheit agieren manche marionettenhaft, seltsam ferngesteuert, wirken wie eine Karikatur.

Erwachsene, die mitten im Leben stehen, fühlen sich von Sachzwängen, zementierten Lebensstrukturen und dem Kampf um die Daseinssicherung restlos in Beschlag genommen. In Krankheiten, Krisen oder Trennungen wird ihnen bewusst, dass sie etwas ändern müssten, doch sie fühlen sich ohnmächtig, sehen keine Chance, den bitteren Kreisläufen zu entkommen.

Alte Menschen leiden unter dem Nachlassen ihrer Kräfte und fürchten den Verlust ihrer Autonomie. Sie spüren, dass sie sich in vielem schwerer tun, und haben Angst vor Entmündigung und Abhängigkeit. Resigniert fügen sie sich oft dem Beschluss eines Familienrates oder einer Behörde, ohne in dieser Entscheidung sich selbst wiederzufinden.

Jung und Alt sehen sich mit Freiheitsverlusten konfrontiert und empfinden manche Bindungen, in denen sie leben, als lähmende Fesseln. Arbeitslose fühlen sich unfrei angesichts von Abhängigkeit und sozialem Druck, Beschäftigte sehen ihre Freiheit in der Betriebsamkeit des Hamsterrades verloren gegangen. Welch paradoxe Gemeinsamkeit!

Immer wieder sehe ich den eigentlichen Schlüssel zur Verbesserung einer Lebenssituation in einem Befreiungsakt. Wenn hier ein Kind sich nicht mehr so unter Druck setzen würde und dort ein Erwachsener sich ein wenig dem Diktat der Termine entzöge, könnte neue Lebensfreude aufblühen. Eine Veränderung in der Lebensführung, eine bewusstere Ernährung, mehr Bewegung, eine Entlastung von täglichen Verpflichtungen – was könnte nicht alles gewonnen werden, wenn verkrustete Strukturen aufgebrochen würden.

Doch oft bleibt es beim Konjunktiv, bei der gedachten Möglichkeit. Der Alltag, die Prägungen, die wirtschaftlichen Notwendigkeiten, die Sachzwänge, die Erwartungen der anderen oder die fest gefügten Strukturen sind nur ein kleiner Auszug aus dem Katalog all der Dinge, die einer befreienden Veränderung entgegenstehen. Sie stehen als zweifelndes »Aber« den gedachten Möglichkeiten entgegen.

Heißt das nicht in vielen Situationen, dass der Weg in eine Sackgasse einfach weitergegangen wird, weil man noch nicht an deren Ende angekommen ist? Soll das Zukunft sein?

Die Grundbotschaft der Bibel spricht eine andere Sprache. Sie spricht vom Auszug aus der Fremdbestimmung, vom mutigen Wagnis der Freiheit, von der Ver-rücktheit eines neuen Lebens. Ist das nur Utopie? Lebensfremde Spinnerei?

Dieses Buch will nach Wegen suchen, die die Hoffnung auf ein freieres Leben realistisch erscheinen lassen. Es will Mut machen, der Verheißung zu trauen, dass ein gelingendes Leben mit mehr Selbstbestimmung und wachsender Freiheit möglich ist. Es will Mut machen, die ersten kleinen Schritte dazu schon heute zu gehen. Es verdankt seine Zuversicht Menschen, die befreiende Schritte gewagt haben und die mich daran teilhaben ließen.

Eingesperrt in meinem Leben

Eine Situation, die vielen vergleichbaren ähnelt:

Ein Ingenieur, in führender Stellung in einem produzierenden Betrieb, Mitte 40, kommt wegen Atemnot und Druckgefühl in die Klinik. Die Herzkatheteruntersuchung ergibt ein verengtes Gefäß, ein Stent wird gesetzt, die Engstelle ist beseitigt. Dann das ernste Nachgespräch: Das Ausmaß der beruflichen Belastung, Hetze und ständige Anforderung werden thematisiert und im Zusammenhang der Erkrankung gesehen. Der momentane Schaden konnte behoben werden, doch die Gefährdung erfordert tiefer gehende Veränderungen in Alltag und Lebensführung. Die Argumente leuchten dem Mann ein. Er beginnt nachzudenken. Er ahnt, dass es nicht genügt, Symptome zu beseitigen.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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