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Juli 1947 an Elisabeth Selbert (Quelle. Archiv der deutschen Frauenbewegung Kassel) (23)"Genossin" von April 1945, S. 65, Artikel " Kurt Schumacher ruft die "Frauen (24) Brief von Herta Gotthelf Maria Prejawa, undatiert. [Quelle Archiv der deutschen Frauenbewegung Kassel] (25)" 'Zur Geschichte der westlichen Frauenbewegung (in den übrigen Kapiteln) unter dem Aspekt einer langfristigen Entwicklung darzustellen. Dabei werden gezielt verschiedene Strömungen des Linksspektrums angesprochen und in Kontext gestellt. Um zunächst die Tradition der DDR-Frauenorganisation anzusprechen, sei auf die kommunistische Frauenbewegung unter betonte, sozialistische Frauen hätten "im Gegensatz zur sogenannten 'bürgerlichen Frauenbewegung' die Zusammenhänge frühzeitig erkannt, dass "Die Parteien der Linken in der Weimarer Nationalversammlung, im Art. 109 der Verfassung beschlossen hätten, dass Männer und Frauen grundsätzlich dieselben staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten.
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Seitenzahl: 355
Veröffentlichungsjahr: 2016
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„...'Einschluss' und 'Ausschluss': Geschlechterpolitik der linken Parteien. Parteipolitik in Deutschland 1920-1970.“
Beate Eichhorn
F Rep. 290 (02) Nr. 0069235April 1960
Bundesnotaufnahmelager Marienfelde (Tempelhof)
Flüchtlinge
Fotograf:Siegmann, Horst /Rechte:Landesarchiv Berlin / K00515
In der vorliegenden Publikation wird die Geschichte der Weimarer Republik und der zweiten Republik, die Ära Willy Brandts bis zum Moskauer Abkommen und die Jahre davor, also 1945-1970, betrachtet. Zentral wird jedoch die Frauenpolitik in der DDR und der BRD analysiert und diskutiert.
Im Vordergrund steht die Frage, in wie weit Kenntnis von den politischen Inhalten und Bewegungen der Weimarer Republik zu einem besseren Verständnis der Demokratie nach dem zweiten Weltkrieg beiträgt.
Daher werden einzelne Politikerinnen des linken Milieus der Weimarer Republik unter Darlegung der jeweiligen Parteipolitik zum Thema gemacht. Das geschieht folglich in chronologisch geordneten Kapiteln. Ausgehend von Marx' Klassenbegriff und der damit verknüpften Idee der Emanzipation im sozialistischen Sinne wird im nächsten Schritt das tatsächliche Verhältnis zwischen Männern und Frauen der Linken während der Jahre der ersten Demokratie analysiert. Diesbezüglich soll zum einen ausgehend vom dialektischen Materialismus argumentiert werden, den Marx vertrat, der sich in der Frühphase des Sozialismus nach Auseinandersetzung mit Amseln Feuerbach von diesem trennte, der seinerseits orientiert an Hegel eine humanistisch ausgerichtete Dialektik vertrat. (1) Abgrenzend soll der Versuch unternommen werden-zwar orientiert an Marx' Klassenbegriff, dennoch weniger radikal dialektischem Materialismus zu folgen, der hier in Kontext zu Descartes' rationaler Physik gestellt wird, was politisch der als unvermeidlich angenommenen „Theorie vom Umsturz“ entspricht, während die Gegner von Descartes, auch Locke und französische Materialisten des 18. Jahrhunderts die Entwicklung des Sozialismus und Kommunismus im 19. Jahrhundert geebnet hätten.
Somit werden auch für die Anfänge der späteren Kommunistischen Partei, speziell Rosa Luxemburg und Clara Zetkin zwar eindeutig ein Bezug zu Marx' Klassenbegriff herausgearbeitet, ihre Radikalität aber als relativ betrachtet.
Zwar beherrscht jene frühe Ära der proletarische Antifeminismus, das heißt, das männliche Wort dominierte das weibliche Wort im parteipolitischen Diskurs, dennoch wird herauszuarbeiten sein, dass die Sozialistinnen im Rahmen des Parteigeschehens im linken Milieu zielstrebig Öffentlichkeit suchten.
Das linke Milieu war zwar intern dem Zeitgeist gemäß hierarchisch strukturiert, dennoch dynamisch und beweglich, zuweilen auch gemäßigt oder radikal, je nach Lage des Einschlusses (Zugehörigkeit) oder des Ausschlusses der Mehrheit und der Minderheit.
Während speziell die so genannte proletarische Frauenbewegung im Rahmen des linken Milieus Thema ist, wird daher deren Entwicklung gemäß dem Kontext zur deutschen Geschichte prinzipiell auch im Gesamtzusammenhang mit der Geschichte der bürgerlichen Frauenbewegung verstanden und das gemeinsame wissenschaftliche – wie sonst politisch – verfolgte Ziel sozialer, politischer und wirtschaftlicher Gleichstellung erkannt. Dennoch gilt besonderes Interesse am feministischen Emanzipationsbegriff der proletarischen Frauen, der grundsätzlich gemäß Marx' Klassenbegriff das männliche Proletariat berücksichtigte und daran anknüpfte.
In Anlehnung an die diesem Buch vorangegangenen Werke, meine Diplomarbeit(2) und meine Dissertation(3) gilt auch in dieser Publikation Geschlechterdemokratie im Kontext von gesellschaftlicher/politischer Demokratie als primäres Thema, wobei gemäß der Grundproblematik, „Einschluss“, „Ausschluss“ die Tendenz zur Randposition beleuchtet werden soll, zum Linksradikalismus im Kontext zum Parlamentarismus.
So beziehe ich mich auf Karl Jaspers, der im „Spiegel (17/1966) vor dem Hintergrund der Notstandsdebatte hinsichtlich der Gefährdung der Demokratie einen Rückbezug zur Weimarer Demokratie und der diesbezüglichen Entwicklung zur nationalsozialistischen Diktatur beschrieb. Wenngleich sich Jaspers 1966 ausgehend von einer „deutschen“ Position auf Stauffenberg bezog und dessen Umsturzversuch als legitim erachtete, (gegenwärtig aber nicht nur auf Deutsche begrenzt argumentiert werden kann), betonte er für die Jahre der großen Koalition unter Kiesinger gleichermaßen die Gefahr der frühzeitig in Kraft tretenden Notstandsgesetze und bestärkte hierin die Position eines Teiles der Professoren, um andererseits die Gefahr von Anarchie und Chaos hervorzuheben. Somit interessiert mich orientiert an Jaspers die gesellschaftliche und politische Dynamik im Rahmen des Parlamentarismus. Dabei beleuchte ich gleichermaßen Außenseiterpositionen.
Als radikale Tendenz ist anfänglich im Untersuchungszeitraum auf die 1919 gegründete Kommunistische Partei als Gegenbewegung zur Sozialdemokratie zu verweisen. Um wiederum letztere in sämtlichen Facetten besser verstehen zu können, soll nachfolgend untersucht werden, welche Entwicklung die Sozialdemokratie in den zwanziger Jahren vollzog. Die verschiedenen Positionen des sozialdemokratischen Lagers veranschaulichen zeitgenössische politische Theorien, wie die von Paul Levi, im Rahmen gegenwärtiger historischer Debatte gleichermaßen der strukturalistische Ansatz von Richard Evans, während gleichermaßen gemäß heutiger Geschichtswissenschaft erzählerisch vorgegangen werden soll, eine Strategie, die außerdem legitimiert, dass im Zuge der erzählenden Darstellung wechselnde Perspektiven eingenommen werden.(4)
Gespiegelt zur Parteipolitik wird die Position der links organisierten Frauen betrachtet, die politisch wie wirtschaftlich eine Nischenposition in der Öffentlichkeit errangen, begrenzte Wirkungsfelder erlangten, was mit eigens erlernten Fähigkeiten ausgefüllt werden konnte, die ihnen im Patriarchat zugestanden wurden. Dabei wird im diskursanalytischen Ansatz davon ausgegangen, dass sogenannte Führerinnen, (vergl. Auflistung der Politikerinnen in Kapiteln) selbst privilegiert und besser geschult die Basis vertraten.
Die Geschichte der Radikalisierung der Linken der Weimarer Republik ist nicht ohne die Geschichte der späteren Verwässerung der Sozialdemokratie gegen Ende der zwanziger Jahre zu verstehen. Es handelt sich um die Zeit der zweiten großen Koalition unter Reichskanzler Hermann Müller. Im Rahmen meiner Interpretation der Politik der zweiten großen Koalition wird seine Politik als SPD-Kanzler unter Bezug zu den liberalen Parteien als äußerst konservativ beschrieben. Die Politik der zweiten großen Koalition mündete in der Toleranzpolitik Heinrich Brüning mit Absage an den demokratischen Sozialismus. Unter Anlehnung an Sebastian Haffner(5), wird das doppelte Spiel des ersten Präsidialpräsidenten im Rahmen von dessen Innenpolitik aufgezeigt.
Nicht nur die Arbeiterbewegung brach in dieser Zeit auseinander, sondern auch die links organisierte, wie auch die bürgerliche Frauenbewegung. Damit ging eine Abschwächung der Schlagkraft der Linken einher, womit eine Gegenposition zum Faschismus scheiterte.
Auch die Ostpolitik der späteren bundesrepublikanischen Sozialdemokratie, insbesondere Polen betreffend, kann nicht ohne deren Tradition in der Weimarer Republik verstanden werden, meiner Interpretation nach eine reformistische Tradition. Die Tatsache, dass während der ersten großen Koalition der zwanziger Jahre 1921 unter dem derzeitigen SPD-Außenminister Hermann Müller mit dem Zentrumspolitiker Julius Wirth per Volksabstimmung hinsichtlich Schlesiens territorialer Zugehörigkeit geklärt wurde, in wie fern die seit den Friedensverträgen von Versailles (1918) deutsche Bevölkerung in Polen nunmehr zu Deutschland oder zu Polen gehören wolle, kann übereinstimmend mit der Skepsis der bürgerlich parlamentarischen Politiker der späteren Bundesrepublik gesehen werden, auch dem reformistisch orientierten Kurt Schumacher, das nun aktuelle Territorium der DDR als „verloren“ zu verstehen, ein westlich ausgerichteter Ansatz, dem auch dieses Projekt folgt.
Dass sich dieser Standpunkt mit dem sogenannten „Wandel durch Annäherung“ und dem Moskauer Abkommen mehrheitlich auf Grund der bundesdeutschen Außenpolitik von Willy Brandt und dessen späterer Kanzlerschaft erst allmählich änderte, soll konsequent nachvollziehbar dargelegt werden.
Auch im Rahmen der Geschichte der DDR wird ein Personenbeispiel thematisiert, Ilse Thiele, die DDR-Frauenführerin. Mit den Traditionen des Linksradikalismus wurde zu Gunsten des Realsozialismus gebrochen.
Gemäß dem Zeitgeist wird konstatiert, dass die Frauen auf Grund der von ihnen entwickelten Möglichkeiten verschieden agierten und reagierten, d.h. sich Einschluss und Ausschluss betreffend angepasst bis radikal verhielten. In langfristiger Folge der Generationen, die im Rahmen der Kapitel thematisiert werden, wird die allmähliche Aneignung weiblicher Rechte ausgehend vom derzeitigen Patriarchat dargelegt, die Errungenschaften der älteren Generation hinsichtlich Recht auf Arbeit, auf aktive und passive Wahl und auf freie Meinungsäußerung bis zur Generation der Studentinnen, die die Forderungen um das Recht auf Bildung erweiterten, darüber hinaus die freie Selbstbestimmung zur Mutterschaft einforderten, hinsichtlich Abtreibungsrecht im Rahmen des patriarchalen Zeitgeistes rebellierten, „mein Bauch gehört mir“.
Darüber hinaus blieben sie bei dem schon vor 1933von Elisabeth Selbert andiskutiertem Anspruch auf freie Scheidung, was aber einem langen und mühsamen Prozess ausgesetzt war. Für die junge Generation der Studentinnen wird zu berücksichtigen sein, dass sie bereits ausgehend vom „doppelten Widerspruch“ argumentierten, im Rahmen der Linken z.T. gegen die männlichen Linken eintraten; (vergl. Kap. Meinhof und Sander).
Im Rahmen der vorliegenden Publikation wird klargestellt, dass die Lage der Frauen in politischen Kontext stand. Während gleichermaßen gegenwärtig vielfach zunehmend rechtspolitische Gewalt, die unter Übereinstimmung sämtlicher Couleur etablierter Politiker verurteilt und darüber hinaus gesellschaftlich abgestraft wird, ist speziell im Kapitel Meinhof , das konsequent bis Mai 1970, dem Angriff auf den Institutsangestellten Linke beschrieben wird, womit Baader, Meinhof und Ensslin als kriminell gesucht wurden, daher noch im Rahmen der Geschichte des Parlamentarismus, das Thema Linksradikalismus zu analysieren, daher hier ein Grenzverlauf entlang der Legitimität auszumachen.. Damit ist auf die derzeitig Problematik der Abgrenzung des Parlamentarismus zu verweisen, was schon der „Spiegel“ von 1966 (16/1966) tat, mit dem Artikel von Rudolf Augstein, „“Notstand- Das Ende aller Sicherheit?“
Ausgehend von seiner Position, dass die Notstandsgesetze, die im Rahmen der außenpolitischen Konfrontation von UdSSR und USA die zentrale Position der BRD betreffend, dabei das Grundgesetz beeinflusst hätten, was die SPD (s. derzeit Brandt als Außenminister) hätte verhindern können, so ist dennoch die spätere Position Brandts als Kanzler zu verteidigen, der „im Kleinen“ das Moskauer Abkommen (zwischen DDR und BRD) bewirkte.
Somit ist unter Bezug zur historischen Darlegung im Rahmen der Geschichte von Demokratie und Geschlechterdemokratie ein Kontext zur heutigen politischen und gesellschaftlichen Position herauszustellen, womit auf die Brisanz der Publikation verwiesen sei.
Abstoßen und zulassen. Gerade das vielschichtige Milieu der deutschen Linken eignet sich für deren erzählerisches Erfassen mit wissenschaftlichen Mitteln.
(1914-1917) (Diplomarbeit) Uni Wien 1992
Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung
Einleitung
Problemstellung
Fragestellungen und Hypothesen
Aktuelle Relevanz des Themas
Methodisches Vorgehen hinsichtlich der Fragestellung
Schlussfolge
Zitate
Marx' Klassenbegriff als Grundlage für die Darstellung/Analyse der Biographien.
Die Aktualisierung von Marx' Klassenbegriff vor dem Hintergrund der Problemstellung
Methodik
Geschichte der ersten Republik orientiert an Evans
Anmerkungen
Marie Juchacz
Klara Zerkin
III: Frauenzeitung
Anmerkungen
Vergleich Kapitel: Zetkin und Juchacz
Anmerkungen
Mittelgruppe Juchacz, Zetkin: Luise Zietz
Die Auslassung der Geschichte des Dritten Reiches
Herta Gotthelf
Anmerkungen
Elisabeth Selbert,
Anmerkungen
Frieda Nadig
Anmerkungen
Ilse Thiele (Vergleichender „Blick“ auf DDR Verhältnisse)
Innen-und gesellschaftspolitische Gegensätze Ost/West:
Anmerkungen
Ulrike Meinhof
„Hitler in Euch“
Anmerkungen
Staatsverständnis und Familienpolitik. Käte Strobel (SPD)
Anmerkungen
Helke Sander
Anmerkungen
Voraussetzungen
Erkenntnisinteresse
Aktueller Bezug
Methodik im Verhältnis zur Aussage
Quellenkritisch
Zum politischen Ansatz der einzelnen Politikerinnen, rechtliche, politische und soziale Gleichheit als Politikum:
e. Grundfrage nach einer patriarchalen Entwicklung im Untersuchungszeitraum
Anmerkungen
Gemäß dem Vorwort formuliere ich an der Schnittstelle Wissenschaftsjournalismus/Neueste Geschichte/Zeitgeschichte eine wissenschaftlich intendierte Einleitung.
Die Publikation umfasst als Zeitraum die Weimarer Republik und thematisiert unter Auslassung der Geschichte des dritten Reiches (im Rahmen des deutschen Sonderweges) die Geschichte der zweiten Republik bis einschließlich dem ersten Kabinett von Willy Brandt. Für die daher geplante Längsschnittbetrachtung gilt es, an Hand der Darstellung von Frauenportraits spezieller Politikerinnen, die in chronologisch geordneten Kapiteln stehen, der Frage nach einer demokratischen Entwicklung nachzugehen siehe unten. Es wird der Ansatz von Richard Evans („Sozialdemokratie und Frauenemanzipation im deutschen Kaiserreich“) weiterzuführen sein, um für den zu Grunde liegende Untersuchungszeitraum die sozialdemokratische Frauenbewegung, differenziert in Mitte, rechts und links, sowie die KPD-Frauenbewegung zum Thema zu machen. Dabei wird dahin gehend zu differenzieren sein, dass die Geschichte der links organisierten Frauenbewegung z.T. quer zur Geschichte der Parteien verlief und somit die Frauenbiographien gesondert berücksichtigt werden müssen.
Beide Untersuchungsperioden (1919-1933 und 1945-1970) dienen als zeitliches Spektrum zur Hinterfragung der Entwicklung einer Polarisierung in Reformisten und Radikale. Gespiegelt für die Frauenbewegung in der Geschichte der zweiten Republik heißt das, den Konflikt zum Thema zu machen zwischen „Müttern des Grundgesetzes“, die sich auf Traditionen der Weimarer Zeit beriefen und den Studentinnen, wobei gleichermaßen die Bezugslosigkeit der Generationen zueinander benannt werden muss.
Das Ende des Untersuchungszeitraumes, das in dieser Darstellung mit dem Deutschlandvertrag (1970) markiert ist, gilt als erste Etappe der Überwindung des deutschen Sonderweges, was 1989 mit dem Fall der „Mauer“ verwirklicht wurde. Modernisierung, im westlichen Rahmen in der Außenpolitik verwirklicht, wurde während des Untersuchungszeitraumes unter patriarchalischen Vorzeichen von den Politikerinnen nur so weit mit getragen, als dass sie weiblich bestimmte Ressorts bekleideten, wie Bildung oder Erziehung. Dass gleichermaßen die Neue Frauenbewegung, im aktuellen Forschungsprojekt repräsentiert durch Helke Sander für die Jahre 1968-1970, größere inhaltliche Spektren für sich beanspruchte, soll im Kontext zur Geschichte der wachsenden jugendlichen Protestbewegungen gestellt werden, die gleichermaßen mit der reformistischen Position von Willy Brandt konfrontiert war.
Als politischer Raum wird im Rahmen der Geschichte der ersten Republik Preußen unter spezieller Berücksichtigung von Berlin thematisiert. Für die Geschichte der zweiten Republik ist hinsichtlich des politischen Raumes das besondere Augenmerk auf Berlin gerichtet.
In der Publikation werden unter Fokussierung auf die in den linken Parteien involvierten linken Frauenbewegungen die Entwicklung von Demokratie in der ersten (Weimarer) Republik und ausgehend von den beiden deutschen Staaten die zweite Republik (nach 1945) behandelt. Welchen Einfluss nahmen ausgesuchte Politikerinnen (s.u.) auf die demokratische Entwicklung, die ihrerseits die Repräsentanz der links organisierten Frauen beanspruchten. Welches Verhältnis entwickelten sie in der zweiten Republik zur Frauenorganisation der DDR.
Als Parameter gilt die Entwicklung der Gleichberechtigung der Geschlechter, die ausgehend vom beginnenden Sozialstaat (Beginn der Weimarer Republik) und vergleichend für die Nachkriegs-Ära an konkreten Aspekten herausgearbeitet werden soll. Dabei sollen die dekonstruktivistisch, erzählerisch gestalteten Biographien der Frauen, die chronologisch geordnet sind und im historischen Kontext stehen, einen historischen Gesamtprozess nahe legen, der die Entwicklung von Demokratie umreißt.
Am Beispiel der Entwicklung des Scheidungsrechts (das zentral im Kapitel Elisabeth Selbert thematisiert werden soll, aber auch im Kapitel Clara Zetkin), wird im Rahmen der Rechtsgeschichte auf eine langfristig kontinuierliche Entwicklung zu verweisen sein, die allerdings erst jenseits des abgegrenzten Zeitraums der Untersuchung im Rahmen der Forschungsarbeit- in den Antidiskriminierungsgesetzen mündete. Somit werden durch Aspekte, die die Entwicklung von Gleichberechtigung verdeutlichen, auf das politische Wirken der einzelnen Politikerinnen vor dem Hintergrund des aktuellen Anlasses des Forschungsvorhabens geschlossen, nämlich den der Entwicklung von Demokratie/Geschlechterdemokratie im Rahmen der Darstellung der Entwicklung zur „Kulmination der Gründungsphase der ‚alten’ Bundesrepublik“ nachzugehen, die Paul Nolte in den 60er und 70er Jahren annimmt(1), deren Anfänge in diesem Forschungsprojekt bereits mit Brandts Reform-Ära angenommen werden. Diese ihrerseits werden außenpolitisch mit dem Deutschlandvertrag vor dem Hintergrund des Moskauer Abkommens als konkret erachtet, eine Etappe, die zur späteren Entwicklung der Öffnung der beiden deutschen Staaten zueinander führte, mit der Konsequenz der gleichzeitigen politischer Überwindung des deutschen Sonderweges im Rahmen der Politik.
Verschiedene Disziplinen der Geschichtswissenschaft werden in Kontext gestellt, Parteigeschichte, sowie Frauen-und Geschlechtergeschichte, wobei ausgehend von den patriarchalisch angenommenen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen während des Untersuchungszeitraumes der Machtkampf der Geschlechter unter spezieller Berücksichtigung der Eroberung der weiblichen Macht thematisiert wird. Dabei soll „Macht“ als „gegenseitiger Einfluss (zwischen den Geschlechtern) in sozialen Beziehungen verstanden werden.“ (2). Während daher von einem Geschlechterbegriff ausgegangen wird, der abgrenzend zum biologischen Unterschied der Geschlechter ein jeweils geschlechtsspezifisches kulturelles und gesellschaftliches Deutungsmuster betont, steht dieser Geschlechterbegriff im Kontext zu einem Politikbegriff, der die Schnittmenge der weiblichen und männlichen gesellschaftlichen Interessen impliziert.
Ausgehend vom marxistischen Klassenbegriff gilt es unter Berücksichtigung eines konstruktivistischen Geschlechterbegriffes soziale Rahmenbedingungen und subjektive Handlungsspielräume der links organisierten Frauen bei deren Bezugnahme zu den Linksparteien zu berücksichtigen, (vergl. das Geschlechter übergreifende Emanzipationsverständnis der links organisierten Frauen). (3)
Für die Geschichte von BRD und DDR werden gemeinsame Wurzeln angenommen, die in der Parteigeschichte der Linksparteien liegen, die sich in der beginnenden Weimarer Republik manifestierten. Als zum Teil spiegelbildlich wird die Entwicklung der Frauenbewegung verstanden und herausgearbeitet. So soll an Hand zu belegender Geschlechterpolaritäten in SPD und KPD auf die Konstitution der BRD-Frauenbewegung geschlossen werden, um deren Verhältnis zur DDR-Frauenorganisation zu beschreiben und umgekehrt, wobei die Grundfrage bleibt, welches Verhältnis die BRD-und die DDR-Frauen ausgehend von nationaler Entwicklung zur Familie als gesellschaftlichen Mikrokosmos entwickelten.
Somit werden in einzelnen Kapiteln, in denen Politikerinnen thematisiert werden, Strukturen als Bausteine einer langfristigen Entwicklung nahe gelegt, womit methodisch bewusst großzügig hinsichtlich des zu vermittelnden demokratischen Gesamtprozesses verfahren wird, den aber die Frauen mit geprägt haben, der sie ihrerseits prägte. Was die sozialdemokratische und kommunistische Frauenbewegung der Weimarer Zeit betrifft, werden Clara Zetkin, Luise Zietz, und Marie Juchacz thematisiert, was den Übergang zur Geschichte der BRD betrifft Elisabeth Selbert und Frieda Nadig und Käthe Strobel, was die Verhältnisnahme zur DDR angeht Ilse Thiele.
Für die jüngere Generation soll im Rahmen der Geschichte der 2. Republik Ulrike Meinhof als Studentin und Redakteurin zum Thema gemacht werden, die als Sympathisantin mit den Anfängen der späteren Frauenbewegung verstanden wird und Helke Sander, womit der Generationskonflikt der in der linken Bewegung engagierten Frauen zur Sprache kommen soll.
In dieser Darstellung wird das Thema Linksparteien/linke Frauenorganisation gleichermaßen unter dem Aspekt des jeweiligen Bezuges von Führung und Basis thematisiert, dem Diskurs im Rahmen der Geschichte „von oben“ wird die Basis gegenüber gestellt. Da aber die ausgesuchten Vertreterinnen gleichermaßen Zeuginnen der Konstituierung der Frauenbewegung waren, wird ausgehend vom Genderansatz darüber hinaus nach dem Einfluss der Führerinnen auf die männliche Parteipolitik zu fragen sein. Somit gilt es, als zentraler Problemstellung der Frage nachzugehen, welchen Platz die links organisierte Frauenbewegung vor dem Hintergrund der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung (1. parlamentarische Republik/Weimar, 2. parlamentarische Republik BRD)im Rahmen der linken Parteien einnahm. Die Analyse der Problemlösung ergibt sich mit der der Frage, welchen Beitrag die links organisierten Frauen im Rahmen der linken Parteien zur gesellschaftlichen Entwicklung leisteten/ in wie fern begriffen sich die links organisierten Frauen vor dem Hintergrund der demokratischen Entwicklung ausgehend vom spezifischen Emanzipationsbegriff als in die Partei, das Milieu der Partei integriert und in wie fern waren sie das faktisch auf Grund der Durchsetzung von politischer, rechtlicher und sozialer Gleichheit. Als dialektisch aufbauende Problemstellung der Politikerinnen ist schließlich die Frage zu klären: in wie fern verfolgten die Frauen das neuerliche Ziel von politischer, rechtlicher und sozialer Gleichheit als Theorem, dass sich aus praktischen Erfahrungen ableitete und in wie fern ging es um einen konkreten Bezug mit aktueller d.h. sich wandelnder Zielsetzung.
Bezüglich der Darstellung der Dialektik von Problemstellung, Problemlösung und darauf aufbauend neuerlicher Problemstellung wird sowohl historisch-materialistisch als auch programmgeschichtlich (ideengeschichtlich) verfahren. Presse/Ideologie werden im Kontext zur historischen Realität gestellt.
Ausgehend von der Problemstellung (der Durchsetzung von rechtlicher, politischer und sozialer Gleichheit) wird die Strategie verfolgt, an Hand mehrerer Frauenbiographien vor dem Hintergrund der Leitfrage nach Demokratie und Geschlechterdemokratie einen Kontext nahe zulegen (der eine historische Entwicklung impliziert s.u.), worauf die Frauen auf Grund des emanzipatorischen Einflusses Anteil hatten, a. auf die innerparteilichen , b. auf die gesellschaftlichen Zusammenhänge. Unter Rückbezug auf die Weimarer Jahre soll im Rahmen von Demokratiegeschichte die nationalstaatliche Entwicklung ausgehend vom Einfluss der Frauen in den Parteien zentrales Thema sein. Dabei wird orientiert an Paul Nolte „Die letzte Euphorie der Moderne“ der Paradigmenwechsel der Linken im Untersuchungszeitraum unter Berücksichtigung der nationalstaatlichen Entwicklung zum Thema gemacht. (4).
Ich folge Noltes These, dass die bundesrepublikanischen Reformen der sechziger und siebziger Jahre, Ära Brandt und Schmidt, „Abschluss und Kulmination der Gründungsphase der ‚alten Bundesrepublik’ vor dem Fall der Mauer darstellten. Das heißt, die Reformära unter Brandt ist unter dem Aspekt der „Besiegelung“ der „alten Bundesrepublik“ zu verstehen s.o., nach Eric Hobsbawm als ‚Ende der goldenen Jahre’.(5), Anders als Nolte beschreibe ich nur wie Faulenbach(6) und Schönhoven die Reform-Ära erst mit Brandts erster Kanzlerschaft, nicht schon mit der großen Koalition, s. aber Nolte, der bereits „die Entwicklung der westdeutschen Reformzeit in den frühen 60er Jahren beschreibt(7)
Dabei betone ich einschränkend unter Bezug auf Christoph Kleßmann, der bezüglich der östlichen Perspektive den Kontext zwischen „der ‚Dialektik’ von Stabilisierung von Diktaturen, zuzüglich oppositioneller und Dissidentenbewegungen und andererseits der Entspannungs-und Normalisierungspolitik der Regierung Brandt beschreibt(A), dass gleichermaßen die Entwicklung von Brandts Deutschlandpolitik bis zu den Deutschlandverträgen das Ergebnis hatte, dass zwar unter dem Aspekt der Anerkennung der Oststaaten, eine Einigung geschaffen wurde, die wiederum die Konsolidierung des Westens implizierte.
Gleichermaßen orientiert an Nolte und Faulenbach thematisiere ich dabei das ambivalente Verhältnis der Reformer a. zur jugendlichen, z.T. radikaleren Generation, was ich insbesondere an den abweichenden Positionen zur deutschen Teilung fest mache.
Ausgehend von den hypothetisch angenommenen gemeinsamen Wurzeln wird das Linksspektrum in Ost und West während der zweiten Periode des Untersuchungszeitraumes (1945-1970) zum einen als traditionalistisch verhaftet mit den Weimarer Zeiten beschrieben , zum anderen speziell die westliche SPD unter dem Aspekt des bewussten Neuanfangs nach 1945 (8)und einer zunehmend konservativen Entwicklung, die an den bürgerlichen Parteien orientiert war, (vergl. Faulenbachs Ansatz eines späteren Konsensliberalismus, eine zunehmend reformistische Entwicklung, die ich orientiert an Marie-Luise Recker, die diesbezüglich vom Godesberger Programm spricht(9), bereits im Vorfeld des Godesberger Programmes vor dem Hintergrund des Marshallplanes nachzuweisen versuche). Welches Verhältnis bezogen die bundesrepublikanischen Linksparteien (SPD und KPD) zum DDR-System.
Als reformistischer Vertreter der westdeutschen Sozialdemokratie wird Willy Brandt thematisiert. An Brandts Karriere als Außenminister und während seiner ersten Amtszeit als Bundeskanzler sind reformistische Ambitionen zu belegen,(10), die zum einen in Kontext gestellt werden zu Käte Strobel (als spätere Gesundheitsministerin), zum anderen in ein bewusstes Spannungsverhältnis gestellt werden sollen mit Ulrike Meinhof als Studentin und Journalistin.
In wie fern vollzog sich eine kontinuierliche bzw. eine diskontinuierliche Entwicklung des linken Lagers zwischen der ersten und der zweiten Republik. Welchen Einfluss hatten die ausgewählten Politikerinnen auf den Umbruch zwischen erster und zweiter Republik., (s. den 1948/49 von Elisabeth Selbert durchgesetzten Gleichheitsgrundsatz, der einen „Quantensprung“ zur Entwicklung des Gleichheitssatzes der Weimarer Republik bedeutete, vergl. neben Marie Juchacz Toni Pfülfs Einfluss auf die Gleichheits-Diskussion im Verfassungsausschuss der Nationalversammlung).
Der hypothetisch angenommene Konflikt zwischen Kontinuität und Diskontinuität wird daher spiegelbildlich für die linke Frauenbewegung heraus gearbeitet, wobei ergänzend zum marxistischen Klassenbegriff die Kategorie Geschlecht als Klasse verstanden wird.
Während an Hand der Parteigeschichte die Ideologie der Partei überprüft werden soll (demokratischer Sozialismus), gilt es nach Karin Hausen an Hand der Frauengeschichte Normen und institutionelle Vorkehrungen, die die Beziehungen zwischen den Geschlechtern regeln, zu berücksichtigen.(11)Hierbei ist ergänzend zu bemerken, dass zwar unter Bezugnahme der Frauengeschichte, deren Wurzeln in den sechziger/siebziger Jahren liegt, vermittels derer die Frauen anfingen das Patriarchat zu bekämpfen, ausgehend vom gegenwärtigen Ansatz der Entwicklung von Gleichberechtigung von diffizilen Geschlechterverhältnissen ausgegangen werden muss, was eine distanzierte Position rechtfertigt, wenngleich für den Untersuchungszeitraum zweifelsfrei patriarchalische Bedingungen galten. Wie dokumentierten die Frauen in einschlägigen Organen den Kampf gegen das Patriarchat und ihre Stellung in der Partei, wie dokumentierten andererseits die linken Parteien in Parteizeitungen unter der Maxime des demokratischen Sozialismus das Verhältnis zu den Frauen u.a. als weibliches Proletariat. Neben dem historisch-materialistischen Ansatz wird somit der ideengeschichtliche Ansatz verfolgt, (Freudomarxismus als Methode s.u.)
Im Rahmen des Untersuchungszeitraumes wird in Folge eines spezifischen Gleichheitsverständnisses, das die biologische Eigenheit der Frau dem Mann gegenüber betonte, was noch zu keinerlei gesellschaftlichen Konsequenzen führte, die daher die Öffentlichkeit hätten tangieren können (12), auf Grund des Analyseansatzes von einem sich bis in die neunziger Jahre weiter entwickelten Gleichheitsverständnis ausgegangen werden, das nach den Jahren der Nivellierung des Geschlechterunterschiedes in den siebziger und achtziger Jahren neuerlich -nun aber unter dem Aspekt der Berücksichtigung öffentlicher Rechte- die Geschlechterunterschiede betont. (13)
Mit den Entwicklung von Demokratie im Kontext zur nationalstaatlichen Entwicklung seit der deutschen Einheit wurde Gleichheit -nunmehr auch als soziale Gleichheit (neben politischer und rechtlicher)-erst mit den Antidiskriminierungsgesetzen in den neunziger Jahren umgesetzt, daher außerhalb des Untersuchungszeitraumes. Das impliziert zum einen unter politikwissenschaftlichem Aspekt den Siegeszug einer demokratischen Entwicklung (14), zum anderen unter soziologischem Aspekt den Anfang einer jetzt regressiven Entwicklung, die sich für die weiteren Jahre in der links organisierten Frauenorganisation ergab, die nunmehr „gesättigt“ nicht mehr für ihre Rechte kämpfen musste (15)
Die neuerliche Analyse der historischen Voraussetzung und Entwicklung von Demokratie und der damit einher gegangenen Manifestation von politischer, rechtlicher und sozialer Gleichheit verweist auf die Aktualität der Publikation.
Das Linksspektrum wird unter spezieller Berücksichtigung der Geschichte der BRD als zerrissen herausgearbeitet, zerrissen zwischen Reformern und Radikalen, zwischen den Geschlechtern. Es soll zum einen der Traditionalismus der Linksparteien herausgearbeitet werden, der einen Rückbezug zur Weimarer Zeit erlaubt, zum anderen der Modernismus der Nachkriegs-SPD (der der reformistischen Entwicklung entspricht), von der hypothetisch angenommen wird, dass sie sich unter dem Aspekt der Abkehr von der KPD bereits im Frühstadium nach ihrer Gründung (1946) den bürgerlichen Parteien annäherte, die ihrerseits derzeit vergleichsweise fortgeschrittene Programme verfolgten. Mit der Frage nach der Tradition, die den linkspolitischen Emanzipationsbegriff einschließt, soll auf heutige Prägungen des Geschlechterverhältnisses im Linksspektrum geschlossen werden.
Gleichermaßen soll unter wissenschaftlichem Aspekt im Rahmen der Geschlechtergeschichte der traditionsbehaftete sozialistische Emanzipationsbegriff aktualisiert und instrumentalisiert werden, womit die Interessenssphäre der Frau im Rahmen der Öffentlichkeit zum Thema gemacht werden kann.
a) Rekonstruktion der historischen Realität ausgehend von Quellenkritik. Zur quellenkritischen Methode werden ergänzend für das modernste Kapitel (Helke Sander) auf Grund meiner gleichzeitigen Qualifikation als Theaterwissenschaftlerin Tondokumente auszuwerten sein, die den schriftlichen Quellen entsprechend als Quellengrundlage dienen.
b)Die Methode des Vergleiches, ursprünglich angewandt in den Sozialwissenschaften, soll in den parteigeschichtlichen Rahmen übernommen werden.
Um die Entwicklung der Emanzipation unter dem Aspekt der politischen Mitbestimmung zu zeigen , soll auf dikursanalytischer Ebene der Einfluss der Führerinnen (an Hand ausgesuchter Fallbeispiele s.o.) im Kontext zur Parteipolitik unter Berücksichtigung der historischen Hintergründe gezeigt werden, weshalb gleichermaßen biographisch verfahren wird. Dabei wird ausgehend vom konstruktivistischen Geschlechterbegriff, der das politische Handeln der Frauen in sozialen Kontext stellt, an Hand der Fallbeispiele zum einen die Handlung der weiblichen politischen Akteure von der historischen Realität abgeleitet/ in deren Kontext gestellt, zum anderen ausgehend vom Genderansatz orientiert an Eiffert und Rosenhaft zusammenhängend mit dem Handeln der männlichen politischen Akteure verstanden.(16)
Darüber hinaus soll orientiert an Erich Fromm, in der Absicht, den freudomarxistischen Ansatz zu erweitern, Marx' Klassenbegriff zum einen in Kontext zur Kategorie des Geschlechts gestellt werden, darüber hinaus - in der Absicht, Ideengeschichte (Geschichte der Ideologie) in Kontext zum historischen Materialismus zu stellen- zusammenhängend mit Freuds moralischer Instanz vom Über-Ich.
Orientiert an Grebings Aufsatz (17)greife ich im Rahmen der Geschichte von Demokratie und Geschlechterdemokratie ausgehend vom Grundproblem der deutschen Teilung den von ihr als Notwendigkeit beschriebenen Versuch als Vorhaben auf, “Konturen des demokratischen Sozialismus, gedeckt durch die Summe einer geschichtlichen Evolution neu zu ergründen“ und einen theoretischen Entwurf desselben im Kontext zur historischen Realität zu verwirklichen. Dabei gehe ich gleichermaßen programmgeschichtlich (daher ideengeschichtlich) vor als auch historisch-politisch mit der Berücksichtigung einer wirtschaftlichen Komponente, daher gleichermaßen historisch-materialistisch. Beides stelle ich in Kontext. s.o. Darauf aufbauend gilt es der Schlussfolge nach zu gehen, wie sich die Teilhabe der linkspolitischen Vertreterinnen ausgehend vom spezifischen Emanzipationsverständnis politisch und ideologisch vollzog. Welchen Anteil hatten sie am demokratischen Sozialismus, in wie fern prägten sie ihn mit.
Auf Grund der Absicht, Parteiideologie historisch zu überprüfen, soll zum einen die (im Untersuchungszeitraum patriarchalische) Tradition der Geschlechterverhältnisse in Kontext zur Parteigeschichte im Rahmen der historischen Realität gestellt werden, womit die Folgen der weiblichen Unterdrückung zu thematisieren sind. Zum anderen werden die Frauen als aktiv handelnd im Rahmen der Geschichte dargestellt und verstanden, weshalb gleichermaßen ihr Umgang mit der Parteipolitik ein Thema darstellt.
Dabei soll herausgearbeitet werden, dass im Rahmen der Geschichte der zweiten Republik bis 1972, Ende des ersten Kabinetts der Regierung Brandt, für die Geschichte der Linksparteien, die linken Politikerinnen (vergl. Fallbeispiele) zwar die emanzipatorische, daher demokratische Entwicklung ausgehend von den zwanziger Jahre deutlich vorantrieben, aber nach wie vor vom männlichen Leitbild bestimmt waren, eine Feststellung, die zentral an der Position zur Ost-West-Politik und an der Einstellung zur deutschen Verantwortung am Faschismus festgemacht wird.
(1) Paul Nolte. Die letzte Euphorie der Moderne. In: Paul Nolte: Riskante Moderne. Die Deutschen und der neue Kapitalismus (München 2006) S.45
(2)Geschlechterverhältnisse in nichtpatriarchalischen Gesellschaften. Ed. Ilse
Lenz, Ute Luig (Berlin 1990)
(3)) Die neue Frauenbewegung in Deutschland. Abschied vom kleinen Unterschied. Ausgewählte. Ed. Ilse Lenz (Wiesbaden 2008) (s. zum sozialistischen Feminismus, auf den Lenz verweist, Wurzeln, die bereit in Bebels „Die Frau und der Sozialismus“(1879) liegen)
(4) Paul Nolte. Die letzte Euphorie der Moderne… S.46
(5) Paul Nolte. Die letzte Euphorie der Moderne… S.44
(6) Bernd Faulenbach: Das sozialdemokratische Jahrzehnt, Kap. III
(7) Paul Nolte. Die letzte Euphorie der Moderne… S.29
(8) Bernd Faulenbach: Zur Entwicklung des demokratischen Sozialismus seit dem 2. Weltkrieg in Deutschland. In: Demokratischer Sozialismus in Europa seit dem zweiten Weltkrieg. Ed. Dieter Dowe (Bonn 2001)
(9)Marie-Luise Recker: Geschichte der Bundesrepublik Deutschlands (München 2002) S.26
(10) Iring Fetscher: Geschichte als Auftrag. Willy Brandts Reden zur Geschichte der Arbeiterbewegung (Bonn 1981) -s. hier u.a. Rede von Willy Brandt: „Paul Löbe. Rede auf der Trauerfeier für den ehemaligen Reichspräsidenten P. Löbe im Schöneberger Rathaus in Berlin am 9. August 1967“. (S.165)
(11)Karin Hausen: Frauengeschichte. In: Paradigmen deutscher Geschichtswissenschaft. Ed. Ilko-Sascha Kowalczuk (Berlin 1994) S.178
(12)Theresia Degner: Der Streit um Gleichheit und Differenz in der Bundesrepublik Deutschland seit 1945. in: Frauen in Geschichte des Rechts. ed. Ute Gerhard (München 1997) S.882
(13)Degner, Der Streit um Gleichheit und Differenz... S.883
(14) Gabriele Abels: Gender Mainstreaming und Antidiskriminierung. In: Handbuch Europapolitik. Ed. Siegfried Frech, Martin Große Hüttmann, Reinhold Weber (Stuttgart 2009) S.252/253
(15)Die neue Frauenbewegung in Deutschland. Abschied vom kleinen Unterschied. Ausgewählte. Ed. Ilse Lenz (Wiesbaden 2008) S.25
(16) Eva Rosenhaft: Zwei Geschlechter-eine Geschichte? Frauengeschichte, Männergeschichte, Geschlechtergeschichte und ihre Folgen für unsere Geschichtswahrnehmung. In: Was sind Frauen? Was sind Männer? Gender Studies? Ed. Christiane Eifert, Angelika Epple, Martina Kessel u.a. (Frankfurt a, M. 1996)
(17) Helga Grebing: Sozialismus im 21. Jahrhundert. In: Demokratischer Sozialismus in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Ed. Dieter Dowe (Bonn 2001)
(A) Christoph Kleßmann: Das Jahr 1968 in westlicher undöstlicher Perspektive. In: Auf dem Weg zur Zivilgellschaft. Mythos und Realität der 60-iger und 70-iger Jahre in Ost und West. Ed. Bernd Faulenbach, Rainer Eckert (Essen 2003)
Da in der Untersuchung primär die Geschichte des Linksspektrums thematisiert werden soll, bietet es sich an, den Klassenbegriff von Marx als Grundlage zu nehmen, auf den sich zudem die Linke mehrheitlich bezog, wenngleich man mit jeweils unterschiedlicher Auslegung zu verschiedenen Konsequenzen kam. Während die reformistische Strömung der Linken vor dem Hintergrund der Internationale eher am liberalen Nationsverständnis orientiert war und sich unter nationalem Aspekt auf den praktischen Teil des Erfurter Programms der Sozialdemokratie von 1891 nach Eduard Bernstein bezog, betonten die Radikalen ausgehend vom theoretischen Teil des Erfurter Programms (nach Karl Kautsky) hinsichtlich Marx' Klassenbegriff stärker den grenzüberschreitenden Aspekt der kommunistischen Gesellschaft. Damit konnte Marx' Klassenbegriff je nach Auslegung und Zielsetzung der sozialistischen Mission unterschiedlich gedeutet und instrumentalisiert werden. Somit ist festzustellen, dass sich das Linksspektrum, trotz übereinstimmenden Rückbezugs auf Marx' Klassenbegriff notwendig polarisieren musste, ein Faktor der die Hypothese begründet, dass die links organisierte Frauenbewegung die Polarisierung spiegelte, insbesondere im Rahmen der Geschichte von BRD und DDR während des Untersuchungszeitraumes.
Es stellt sich die Frage nach der grundsätzlichen Leistung von Marx' Klassenbegriff für das Proletariat und darüber hinaus gehend nach erforderlichen Zusätzen/Spezifizierungen nachzugehen, um in der Interpretation der historischen gesellschaftlichen und politischen Lage der Arbeiter (die vornehmlich das linke Milieu rekrutierten) gerecht zu werden.
Während der Klassenbegriff von Marx ausgehend vom Basis-Überbau-Modell den Dualismus Proletarier/Unternehmer im Kapitalismus betont und der Akkumulation des Kapitals zu Gunsten des Unternehmers die Entfremdung des Proletariers im Produktionsprozess gegenüberstellt, werden erst durch freudomarxistische Zusätze (Fromm u.a. die in diesem Vorhaben Berücksichtigung finden) neben der Interpretation äußerer gesellschaftlicher Bedingungen (die Marx' Klassenbegriff zu erklären versucht) innere Bedingungen als Entsprechungen thematisiert; (vergl. das Vorhaben den historisch-materialistischen Ansatz in Kontext zur Ideengeschichte/Programmgeschichte zu stellen. Während Fromm in seiner Gesellschaftstheorie Marx die ausschließlich äußere Analyse der menschlichen Unterdrückung im Kapitalismus zuschreibt, sei laut Fromm „im Denken von Marx dem moralischen Faktor nicht genügend Beachtung geschenkt worden.“ (1) Während Marx noch am Schluss des Kommunistischen Manifests behauptet hätte, “dass die Arbeiter nichts zu verlieren haben als ihre Ketten“, betont Fromm, dass dennoch die Arbeiter auch „mit ihren Ketten“ jene irrationalen Bedürfnisse und deren Befriedigung eingebüßt hätten, die sich ausbildeten, während sie noch ihre Ketten trugen“(2) Damit betont Fromm neben dem ökonomischen Kontext, um den es Marx ging, einen inneren moralischen Kontext als zeitweilig unabhängigen, der in diesem Vorhaben gleichermaßen berücksichtigt werden soll.
Während ausgehend vom historischen Materialismus (Marx) vor dem Hintergrund der Parteigeschichte unter spezieller Berücksichtigung des marxistischen Klassenbegriffes historischer Verlauf analysiert werden soll, gilt es gleichermaßen vor dem ideengeschichtlichen Hintergrund auf Grund der Analyse von programmatischen Ansätzen/Positionen nach einer grundlegenden Haltung zu fragen s.o., wobei erst nachzuweisen ist, in wie fern diese durch den historischen Verlauf beeinflusst wurde bzw. diesen beeinflusste (vergl. Fromm.).
Fromm stellt einen distanzierten Bezug zu Freud her und entwickelt den Bogen zu Marx' Befreiungstheorie. „Ebenso wie Freud der Ansicht war, dass man den Menschen nur von seinen unnatürlichen und überstrengen sexuellen Tabus befreien müsse, um ihn seelisch gesund zu machen, so glaubte Marx, dass die Befreiung der Ausbeutung automatische freie und zur Zusammenarbeit bereite Menschen erzeugen werde.“(3) Fromm will darüber hinaus mehr als das Innenleben (Freud) und wiederum mehr als die bloße Außenwelt (Marx), indem er die Notwendigkeit des Kontext von „innen“ und „außen“ betont, was gleichermaßen in diesem Vorhaben umgesetzt werden soll. Vergleiche Fromm: „Meiner scharfen Kritik […] liegt vor allem die Absicht zu Grunde, auf die Notwendigkeit hinzuweisen, dass der demokratische Sozialismus sich wieder den menschlichen Aspekten des sozialen Problems zukehren und sich darauf konzentrieren muss, was er den humanen Eigenschaften des Menschen[...] antut.“(4)
Während an Hand des Klassenbegriffes von Marx zwar die Lage des Proletariats erklärt werden kann, nicht aber die differenzierten Interessen des Proletariats nach Geschlecht, ist hinsichtlich der Unterdrückung der Proletariats, speziell des weiblichen, auf Engels zu verweisen, der zeigen wollte, „dass die Unterdrückung nach Geschlecht und Klasse, ebenso wie der Staat, historische Erscheinungen sind, die in der kommunistischen Gesellschaft aufgehoben werden können. (5)
Dennoch wird orientiert an Engels die sowohl in der historischen Realität des Untersuchungszeitraumes als auch die heutige Realität ausgehend vom Analyseansatz, was jeweils nicht mit der Verwirklichung des Kommunismus einher ging, mit Engels' Familienmodell erklärt, das der Frau zugleich einen Zugang/platz in der Öffentlichkeit sicherte bzw. die Familie zum öffentlichen Faktor machte. Orientiert an Engels in „The Origin Of The Family...“ kann die zwischen Marx und Engels übereinstimmende Schlussfolgerungen mit Morgan betont werden, die soziale Organisation im Rahmen derer sich die Menschen einer historischen Epoche und eines bestimmten Landes im Rahmen des Produktionsprozesses verstehen würden, würde zum einen durch die Entwicklung von Arbeit, zum anderen durch die der Familie beeinflusst sein.(Leacock71/72)(6)
Damit kann aktuell ausgehend vom Analyseansatz unter Berücksichtigung von Engels s.o. argumentiert werden, dass die Familie, in der das Mutterrecht geltend sei die „Keimzelle“ der Gesellschaft/ des öffentlichen Produktionsprozesses sei. Unter Berufung auf Lucacs kann daher davon ausgegangen werden, „dass sich die Frau vor allem durch Teilnahme an der Produktion befreien könne, [Lenz, Macht...S.32](7)
Entsprechend der grundlegenden Intension des Forschungsvorhaben auf Grund der Leitfrage nach einer (Entwicklung der) eigenständigen Emanzipation der öffentlichen Sphäre der Frauen nachzugehen, ist somit auf Marx und Engels zu verweisen, wenngleich Marx' Klassenbegriff nicht unmittelbar den Geschlechtsbegriff impliziert (vergl. Gottschall) [s.u.], worauf aber Bebel und Zetkin aufbauten s.u.
Wie konnten sich die Proletarierinnen der doppelten Unterdrückung erwehren, der Unterdrückung als Frau im proletarischen Milieu, sowie der Unterdrückung dem Proletariat zugehörig im kapitalistischen Produktionsprozess, (wobei erste Werner Thönnessen wiederum abgrenzend von den Eisenachern nur den Lassalleanern anlastet) (8) In seiner Schrift „Die Frau und der Sozialismus“ thematisierte August Bebel aber erstmals 1879 (daher längst nach dem Tod von Lassalle) vor dem Hintergrund des derzeitigen Sozialistenverbots im Schweizer Exil unter Berufung auf Marx Klassenbegriff die speziellen Rechte der Arbeiterin im gesellschaftlichen Produktionsprozess, womit erstmals konkret ergänzend zum Klassenbegriff von Marx geschlechtsspezifische Interessen betont wurden, ein Ansatz den Clara Zetkin als Vertreterin der sozialistischen Frauenbewegung energisch verfocht und weiter führte.
Wie konnten die Interessen der Frauen, des weiblichen Proletariats ausgehend von Marx' Klassenbegriff berücksichtigt werden, ohne zum einen die Frauen als „Sonderklasse“ im Rahmen des Proletariats zu isolieren (was dem Feminismus im Bürgertum gleichkäme, der derzeit die strikte Abgrenzung der Geschlechter voneinander empfahl) bzw. die Interessen der Proletarierinnen unter Geschlechter übergreifendem Aspekt zu verwässern. Während Zetkin unter aggressiver Abgrenzung vom bürgerlichen Feminismus ausgehend von Marx' Klassenbegriff für die gleiche „Marschrichtung“ der männlichen und weiblichen Proletarier im Klassenkampf eintrat, was dem sozialistischen Emanzipationsverständnis entsprach, betonte auch sie zum anderen (selbst in den späteren Jahren als Kommunistin) vor dem Hintergrund ihrer sozialdemokratischen Wurzeln die gleichzeitige spezifische „weibliche Eigenheit“ der Proletarierin, die es zu berücksichtigen gelte; (vergl. Zetkin in „Die Kommunistin“).
Vor dem Hintergrund der Zielsetzung, den geschichtlichen Verlauf in ideologischen Kontext zustellen, d.h. historischen Materialismus durch eine ideengeschichtliche Ebene zu unterfüttern, ist Marx' Klassenbegriff unter freudomarxistischem Aspekt zu erweitern s.o. Gleichermaßen ist auf der Ebene der Parteigeschichte dahingehend nach Konsequenzen hinsichtlich der Auslegung des Klassenbegriffes zu fragen, als dass sich unterschiedliche sozialistische Zielsetzungen ableiteten, die jeweils in unterschiedlichem nationalem Kontext standen. (Hier ist auf die in der sozialistischen Argumentation nach Marx langfristig entwickelte dialektische Argumentation zu verweisen, auf Grund derer etwa Rosa Luxemburg im Gründungsprotokoll der KPD den Klassenkampf, manifestiert durch die Unruhen November 1918 bis Januar 1919, an Hand der dialektisch verstandenen Entwicklung der Arbeiterbewegung erklärte). Ausgehend von der Absicht, wiederum auf Grund der Positionen a) des Proletariats, b) gesondert der Proletarierinnen einen gemeinsamen nationalen Bezug abzuleiten, zu erklären und zu interpretieren, soll auf Grund des Klassenbegriffes von Marx (unter dem gleichzeitigen Aspekt von dessen Erweiterung) der dialektischen Argumentation Rechnung getragen werden.
Die Entwicklung der Arbeiterbewegung zur Arbeiterpartei, die sich auf Marx' Klassenbegriff berief, stellt ausgehend vom Stufentheorem im Rahmen der sozialen Bewegungstheorie einen Vorläufer zur Entwicklung zur Volkspartei dar, die vor dem Hintergrund eines neuen historischen Kontext stand. Welche Optionen hatten vor diesem Hintergrund die links organisierten Frauen, die sich als Frauenbewegung verstanden (was einen weniger etablierten Charakter nahe legt).
Mit der nationalstaatlichen Entwicklung ausgehend vom Fall der Mauer ging vor dem Hintergrund der unmittelbar folgenden Antidiskriminierungsgesetze die Etablierung der Frauenbewegung einher, was im Rahmen des Analyseansatzes die Suche nach einem neuen Impuls der Frauenbewegung einschließt.[Marx' Klassenbegriff mit dem sich zum einen während des Untersuchungszeitraumes die Arbeiterbewegung identifizierte, der zum anderen ausgehend vom gegenwärtigen Analyseansatz auf Grund der Leitfrage nach Demokratie und Geschlechterdemokratie verwandt werden soll, wird somit ausgehend von der Erweiterung des Geschlechterbegriffes verstanden.. Damit soll im Rahmen der Analyse Marx' Klassenbegriff unter dem Aspekt der doppelten Unterdrückung gesondert auf die Lage der weiblichen Proletarier verwendbar sein, womit die „Disparität zwischen Männern und Frauen nicht nur „lediglich als Differenzierung zwischen Klassen erfasst wird“, was Marx angelastet werden könne. (9)
Ausgehend von Marx' Klassenbegriff wird auf Grund von dessen Spezifizierungen der Versuch unternommen den z.T. gegenläufigen Interessen der Geschlechter gerecht zu werden, historischen Verlauf und Ideologie gleichermaßen zu berücksichtigen und Entwicklungsprozesse unter Berücksichtigung dialektischer Deutung zu thematisieren.
(1)Erich Fromm: Der Sozialismus. In: Wege aus einer kranken Gesellschaft. In: Gesellschaftstheorie Bd. IV (Stuttgart 1999) S.184
(2)Erich Fromm: Der Sozialismus... S.184
(3)Erich Fromm: Der Sozialismus... S.185
(4)Erich Fromm: Der Sozialismus... S.187/188
(5)Ilse Lenz: Geschlechtssymetrische Gesellschaften. Neue Ansätze in der Matriarchatsdebatte. In: Frauenmacht ohne Herrschaft. Geschlechterverhältnisse in nichtpatriarchalischen Gesellschaften. Ed. Ilse Lenz, Ute Luig (Berlin 1990) Seite 29
(6)Eleanor BurkeLeacock: TheOrigin Of The Family, Private Property And The State. In the Light of the Researches of Lewis H. Morgan (New York 1972
(7) Ilse Lenz: Geschlechtssymetrische Gesellschaften. Neue Ansätze in der Matriarchatsdebatte. In: Frauenmacht ohne Herrschaft. Geschlechterverhältnisse in nichtpatriarchalischen Gesellschaften. Ed. Ilse Lenz, Ute Luig (Berlin 1990)
(8)Werner Thönnessen: Die Frauenemanzipation in Politik und Literatur der Deutschen Sozialdemokratie 1863-1933 (Frankfurt a. M. 1973)
(9) Karin Gottschall: Soziale Ungleichheit: zur Thematisierung von Geschlecht und Soziologie. In: Handbuch Frauen-und Geschlechterforschung. Theorie, Methoden, Empirie. Ed. Becker, Kortendieck (Wiesbaden 2004)
Im Forschungsvorhaben werden in chronologischer Ordnung Frauenportraits (einschlägiger Politikerinnen) dargestellt, wobei primär biographisch verfahren wird. Die Darstellung der Biographie wird im Weiteren in historischen Kontext gestellt. Dabei soll, trotz analytischem Ansatz, in den einzelnen Kapiteln erzählend verfahren werden und vom dekonstruktivistischen Ansatz ausgegangen werden.
Gleichermaßen legen die Kapitel in der Gesamtfolge die Darlegung eines historischen Prozesses nahe, der seinerseits dekonstruktivistisch vermittelt werden soll. Dabei wird orientiert an Wolfgang Mommsen davon ausgegangen, dass „narrative Darstellung und theoretische Erklärungsmodelle in der historischen Erkenntnis komplementäre Elemente sind.“(1)
Während das theoretische Erklärungsmodell im Rahmen des vergleichenden Verfahrens entwickelt werden soll s.u. ist für die Untersuchung und Darlegung der Geschlechtergeschichte im Kontext zur Parteigeschichte wiederum ein konstruktivistischer Geschlechterbegriff vorgesehen, wobei Geschlechtsidentität zitiert nach Eva Rosenhaft primär als kulturelles Konstrukt verstanden wird, hervorgebracht durch Diskurse. Rosenhaft zitiert ihrerseits Joan Scots und Judith Butlers Position, dass „ 'Sex' als „biologischer Unterschied zwischen männlich und weiblich, in 'gender', den kulturell geformten Handlungs-und Deutungsmustern, die vom biologischen Unterschied abgeleitet sind, aufgehen.“(2) Damit sei in Anlehnung an Scot und Butler die dem Projekt zu Grunde liegende Komponente von „Geschlecht“ als sozial definiert hervor gehoben. Somit kann der Begriff „Geschlecht“ als zusätzlicher Klassenbegriff s.u. in den historisch-politischen Kontext gestellt werden.
Geschlecht sei, so zitiert Rosenhaft Scott, „ein Kategoriensystem der Gestalt, das gleichzeitig bipolar und hierarchisch ist. ‘Männlich und weiblich' ließen sich nicht aus dem Gefüge herausreißen, indem 'aktiv und passiv' 'öffentlich und privat' 'erkennen und empfinden' einander gegenüber ständen.“(3)
Damit kann ausgehend vom konstruktivistischen Geschlechterbegriff (Butler/Scot) die Strategie untermauert werden, Geschlechtergeschichte in Kontext zur Parteigeschichte zu stellen, wobei ausgehend von der Thematisierung des Linksspektrums dies gleichermaßen der (somit erweiterte) sozialistische Klassenbegriff nach Marx (s.o.) begünstigt; (vergl. Karin Gottschall die dezidiert eine entsprechende Erweiterung von sowohl Marx' als auch Webers Klassenbegriff zum Thema macht.(A).Während der Grundfrage nachgegangen wird, in wie fern die Frauen öffentlichen Raum eroberten, gilt es gleichermaßen, sie mit Erfolgen und Rückschlägen, als Objekt und als Subjekt darzustellen, womit sie als politisch verantwortlich verstanden werden.
Dabei wird das Verständnis von Sozialismus von Erich Fromm aufgegriffen, der sich seinerseits auf Marx und Freud berief. „Ebenso wie Freud der Ansicht war, dass man den Menschen nur von seinen unnatürlichen und überstrengen sexuellen Tabus befreien müsse, um ihn seelisch gesund zu machen, so glaubte Marx, dass die Befreiung der Ausbeutung automatische freie und zur Zusammenarbeit bereite Menschen erzeugen werde.“ (4) Aber Fromm betont ergänzend, dass Freud im Weiteren nach den Erfahrungen des ersten Weltkrieges die Macht der Destruktivität erkannt hätte und in seinem gesamten System drastische Veränderungen vorgenommen hätte, indem er nun den Destruktionstrieb ebenso unausrottbar erklärt hätte wie den Eros. Aber Marx sei nie zu einer derartigen Erkenntnis gelangt und hätte in seiner vereinfachten Formel der Sozialisierung der Produktionsmittel den linearen Weg zur Erreichung der sozialistischen Ziele niemals angezweifelt.
Aber Fromm betont über Marx hinausgehend den psychologischen Aspekt:“ Die berühmte Behauptung am Schluss des kommunistischen Manifests, 'dass die Arbeiter nichts zu verlieren [haben] als ihre Ketten, enthält einen tief greifenden psychologischen Irrtum. Mit ihren Ketten haben sie auch alle jene irrationalen Bedürfnisse und deren Befriedigung eingebüßt, die sich ausbildeten, während sie noch ihre Ketten trugen.“ (5) Somit unterstellt Fromm anders als Marx aus psychologischer Sicht dem Ausgebeuteten gleichermaßen ein Bedürfnis zum Ausgebeutet sein. Dem gegenüber sollen unter Berücksichtigung der historischen Bedingungen die politischen/gesellschaftlichen Grenzen der linken Parteien und der links organisierten Frauenbewegung thematisiert und daher anerkannt werden.
Gleichermaßen wird Fromm beigepflichtet, der sich mit der Entfremdungstheorie von Marx auseinander setzt. Fromm führt die Hauptsorge von Marx, den Menschen an. Er betont im Sinne von Marx die „schädigende Wirkung“ der Entfremdung des Menschen durch sich selbst, von seinen eigenen menschlichen Kräften im gesellschaftlichen Produktionsprozess. “Die Konsolidierung unseres eigenen Produkts zu einer objektiven Macht über uns, die unserer Kontrolle entwächst, unsere Erwartungen enttäuscht und unsere Berechnungen zunichtemacht, ist einer der Hauptfaktoren aller bisherigen geschichtlichen Entwicklung. Der Mensch war das Objekt der Umstände. Er muss zum Subjekt werden, so dass der Mensch das höchste Wesen für den Menschen wird. Freiheit bedeutet für Marx nicht nur die Freiheit von politischen Unterdrückern, sondern auch Freiheit von der Beherrschung des Menschen durch Dinge und Umstände.“(6)
