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Wir alle kennen vielleicht schon Angebote, die über die sog. Gleichstellung homosexueller Paare Auskunft geben, und haben auch zum Thema sexuelle Selbstbestimmung schon irgendwie irgendwann mal Stellung bezogen. Dieser Essay beschreibt hierfür insofern einen ungewöhnlichen Denkansatz, weil gerade die Heterosexualität als dominierende Lebensart ideologisch hinterfragt wird. So bieten Aussagen und Fragen jedem Leser an entscheidender Stelle echtes Potential, Kritik zu üben und sich als auch andere weiterzubilden. Die Pros, die Kontras, die öffentliche Handhabe, vergleichende teils sogar naturwissenschaftliche Kultureinsichten und ein Gedankenexperiment, mit all dem und mehr schafft diese Stellungnahme eine offene Informations-, Diskussions- und auch Forschungsgrundlage anno 2015.
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Seitenzahl: 37
Veröffentlichungsjahr: 2015
Hannes Mie
EINSTEINS VIELFALT UNTER DICHTERN
Ein Essay über die Gleichstellung homosexueller Paare
Engelsdorfer Verlag
Leipzig
2015
Bibliografische Information durch die Deutsche Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie;
detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.
Copyright (2015) Engelsdorfer Verlag Leipzig
Alle Rechte beim Autor
Titelbild © nito - Fotolia.com
1. digitale Auflage: Zeilenwert GmbH 2015
www.engelsdorfer-verlag.de
Cover
Titel
Impressum
Einleitung
Das Experiment
Herangehensweise Sexualhäresie
Liebe – die Physiker haben’s schon immer gewusst
Gleichstellung durch Paragraphen?
Gleichstellung durch Politik?
Was machen die Medien?
Wieso fallen die Veränderungen so schwer?
Fazit
Schluss
Ausblick
Fußnoten
Ich bin hetero, und alles ist gut so.
Ich kann nicht sagen, dass ich die Homosexualität verstehe, denn das wäre nicht wahr. Mit solch einer Ehrlichkeit mag man die erste Oberflächlichkeit überwinden, die zumeist auf einer verständlichen Scheu allem Andersartigen gegenüber begründet ist. Danach kann man dann ziemlich direkt darauf kommen, worum es eigentlich geht. Es geht um Liebe und Vertrauen.
o Was ist Gleichberechtigung?
Der öffentliche Kommentar über Homosexualität als solcher ist meistens nur der einen Selbstbetrachtung dienlich, die der eigenen Fremdenfeindlichkeit Auftrieb geben will. Und in den Debatten z.B. um die Homo-Ehe gewinnen weit häufiger Psychologismen die Oberhand als politische Stellungnahmen oder gar sachliche Argumentationen. Doch taugt gerade dann die Sexualität der Menschen als Thema, wenn diese als anerkannte Individuen über ihre eigenen Zweifel hinweg zueinander gefunden und sich versprochen haben. Genügt man den eigenen Ansprüchen, soll man auch den Ansprüchen des Verwaltungsapparates genügen. So oder so ähnlich muss die bisherige Bilanz einer mäandernden Schauspielerei lauten, die sich Gleichberechtigung nennt. Das kann einem schon zu denken geben. Das Misstrauen kommt gerade dann verstärkt zum Vorschein, wenn Weichen gestellt werden sollen und historische Tatsachen entstehen könnten. Dass sich die Homosexuellen am Kollektiv gleichberechtigt beteiligen wollen, zieht in der Öffentlichkeit eine weitgehend unbestimmte Überprüfung homosex-sozialer Zukunftsszenarien nach sich. Im Zuge dessen an den leitkulturellen Fähigkeiten des bereits tolerierten Updates zu zweifeln, zeugt von, sagen wir, etwas eigensinniger Toleranz. Doch diese Reaktion oder auch Vorgehensweise ist Teil der Kulturmenschlichkeit und – meiner Ansicht nach – auch Teil der Meinungsfreiheit. Fälschlich wird das Ganze nur, wenn – wie im vorliegenden Fall – alte Entscheidungen nicht mehr aufgrund valider Argumentation tragbar sind, sondern sich gewissermaßen nur durch Befürchtungen, Gerüchte und Interessen aus dem haltlosen Reich subjektiver Wirklichkeiten und konsensloser Institutionen legitimieren lassen. Liebe erlaubt, Vertrauen versagt. Dass der juristische Status eines homosexuellen Paares dadurch beeinflusst, in Relativität zum zementierten Kulturbild von Mann und Frau sogar in Mitleidenschaft gezogen wird, also Nachteile mit sich bringt, dürfte auf der Hand liegen und sollte zur Veränderung anreizen. Fortschritt sieht anders aus. Und wenn einem das auch ad hoc einleuchtet, und man die Anerkennung am liebsten gestern schon beschlossen haben will, heißt das Zauberwort noch immer: Überzeugungsarbeit, denn unser Wissen ist dem Können voraus. Es gab bisher schon immer mal Phasen, in bzw. nach denen sich die Gesellschaft verfassungsmäßiger Ungerechtigkeit gewidmet und manchmal sogar entledigt hat. Nun scheint (abermals?) die Zeit einer neuen Annäherung angebrochen, auf einem anfänglich schamhaften Weg hin zu einem offensichtlichen Grundrecht längst überfällige Entwicklungsstufen als Erfolge feiern zu können.
