endlich enttäuscht - Marius Schäfer - E-Book

endlich enttäuscht E-Book

Marius Schäfer

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Beschreibung

Es gibt so viele Gründe, unzufrieden und enttäuscht zu sein – vom Partner, der Familie, vom Job, vom Leben. Wir leiden und sehen uns nicht in der Lage, das zu ändern. Dabei könnte es so einfach sein! In diesem Ratgeber zeigt Marius Schäfer, wie wir den Teufelskreis von Erwartung und Enttäuschung durchbrechen. Neben den authentischen Erzählungen sorgen wertvolle Tipps, originelle Übungen und Weisheiten großer Denker dafür, dass der Leser Schritt für Schritt lernt, seine Täuschungen zu überwinden. Ganz persönlich erzählt er von seinem Weg vom Leid hin zu Liebe und Akzeptanz. Er nimmt uns an die Hand und erläutert, wie wir falsche Glaubenssätze aufdecken und negative Emotionen nutzbar machen. Am Ende können wir mit Erleichterung in den Spiegel schauen und sagen: "Endlich enttäuscht!"

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 149

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Für dich. Für mich. Für uns.

Marius Schäfer

endlich enttäuscht

Willkommen im Leben

© 2017 Marius Schäfer

Autor: Marius Schäfer

marius-schaefer.de

Umschlaggestaltung: Anne Gebhardt

bookcover-design.de

Coverfoto: Viktor Gladkov

istockphoto.com

Portraitfoto: Erwin Hartenberg

erwinhartenberg.com

Lektorat: Nadaj Juckel

anandava.de

Korrektorat: Friederike Krickel

autorenservice-krickel.de

Verlag: tredition GmbH, Hamburg

ISBN: 978-3-7439-7080-9 (Paperback)

ISBN: 978-3-7439-7081-6 (Hardcover)

ISBN: 978-3-7439-7082-3 (e-Book)

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Wer wärst du ohne dein Leiden?

Bist du bereit, es herauszufinden?

Erkenne dich selbst.

– Sokrates

Einleitung

Stell dir vor, das Leben erzählt dir die ganze Zeit einen Witz. Aber du verstehst ihn nicht. Es erzählt ihn dir immer und immer wieder. Jeden Tag aufs Neue. Du triffst auf Leute, die den Witz verstanden haben und du siehst, wie sie darüber lachen. Aber du verstehst diesen Witz einfach nicht. Manch andere, die den Witz auch nicht verstanden haben, sagen, dass er nicht witzig sei. Der Witz sei halt einfach nicht witzig. Manch einer will ihn unbedingt verstehen. Um jeden Preis. Also besucht er Witze-Erklär-Seminare oder nimmt Einzelstunden bei Witzerzählern. Und er hat kleine und große Aha-Momente, in denen er merkt: Er ist witzig!

Aber verstanden hat er ihn immer noch nicht so richtig, den großen Lebenswitz. Also geht er von einem Witze-Seminar zum nächsten, lacht viel und redet sich auch gerne mal ein, dass er den Witz nun endlich verstanden hat. Dann sagt er: „Ja, jetzt habe ich ihn wirklich verstanden.“ Bis wieder jemand vor ihm steht und den Witz auf eine andere Weise erzählt. Und er ist auf einmal nicht mehr witzig. Also verflucht er diesen blöden Witz. Man könne ihn gar nicht verstehen. Er wird wütend auf sich und das Leben und überhaupt sei das alles völliger Blödsinn, das sei doch alles nur ein großer Betrug. Die Leute gäben nur vor, den Witz zu verstehen, dabei gäbe es gar nichts zu verstehen. Der Witz sei nicht witzig, basta.

Manche fangen an, ihre eigenen Witze zu erzählen und meinen, das sei jetzt das Witzigste überhaupt. Sie hätten den Ur-Witz verstanden, behaupten sie, aber nicht nur das. Sie hätten einen noch viel besseren Witz entdeckt. Also erzählen sie diesen. Und manche lachen auch darüber. Doch wer den Ur-Witz einmal verstanden hat, durchschaut alle anderen Witze als Ableger des Ur-Witzes und kann auch die falschen Witzeerzähler entlarven – was allerdings alles Teil des großen Ur-Witzes ist.

Es geschah an einem Freitag, es war der 5. Februar 2016. Ich war erst kürzlich nach Wiesbaden gezogen und meine Mutter kam mich besuchen. Wir gingen in ein nahegelegenes Café und hatten eine sehr schöne Unterhaltung. Ich war entspannt, es gab nichts Neues von ihrer Seite. Ich war wieder einmal der Meinung, ich wüsste alles besser, weil ich ja auf den ganzen Witze-Seminaren gelernt und erkannt hätte, was wirklich lustig ist im Leben, wie das Leben funktioniert und so weiter. Und was sie mir immer wieder erzählte, fand ich meistens nicht lustig. Doch dieses Mal sagte ich mir: Marius, komm doch mal runter von deinem hohen Ross. Sie ist auch nur ein Mensch. Hör doch mal auf, ihr innerlich immer wieder zu sagen, dass das nicht witzig sei, was sie da erzähle. Hör doch mal auf, immer der Meinung zu sein, alles besser zu wissen.

Sie erzählte mir, dass sie so gerne schreibe. Sie war schon immer kreativ, hat aber einen Beruf gewählt, der aus Organisation im Technikumfeld bestand. Sie malte in ihrer Freizeit, formte Skulpturen und fotografierte viel. Sie war quasi in Rente und musste nicht mehr arbeiten. Nun wollte sie gerne mehr schreiben. Sie sagte: „Ich würde so gerne viel mehr schreiben. Das macht mir so eine große Freude. Ich verstehe nicht, warum ich es nicht tue.“

Ich lächelte, denn das fand ich schon etwas komisch. Da ist doch niemand, der sie davon abhält. Also fragte ich – aus meiner Sicht rein rhetorisch: „Wer hält dich denn davon ab zu schreiben?“ Natürlich hatte ich die Erwartung, dass sie sofort antworten würde: „Na, ich bin das selbst.“

Zuerst wandte sie den Blick von mir ab, dann schaute sie leicht schräg nach unten auf den Tisch, an dem wir saßen und dabei nahm ihr Gesicht eine Form von leichter Verzweiflung an. Sie dachte angestrengt nach und ihr Blick sagte: „Ich weiß es nicht.“

Ich grinste und beobachtete sie weiter. „Macht sie gerade einen Scherz mit mir?“, fragte ich mich.

Sie holte etwas Luft und seufzte, während sie weiter angestrengt und verzweifelt blickte.

Und dann passierte es.

Ich …. es …. fing in mir an zu kichern. Ganz leicht direkt aus meinem Bauch heraus. Ohne, dass ich etwas tat. Es fing an zu kichern, wurde immer stärker und es hörte nicht mehr auf.

Innerlich sah ich ganz kurz ein Bild von einem Affen, der in den Spiegel schaut und nicht weiß, dass es ein Spiegel ist. Ein Affe, der denkt, dass er einen anderen Affen vor sich hat.

Da kam die Erkenntnis und ich dachte mir: Wenn sie sich selbst gerade nicht sehen kann, wenn sie gerade nicht erkennen kann, dass sie sich selbst im Wege steht, dann kann ich es auch nicht. Es muss bei mir auch so sein, dass ich nicht erkenne, dass ich in einen Spiegel schaute. Und ich kicherte. Plötzlich hatte ich den Witz verstanden. Es folgte eine Flut von Erkenntnissen, sie fielen wie lauter Sternschnuppen vom Himmel, direkt vor meine Füße. Es war, als tauchte ich einmal in das ganze Universum ein und konnte alle Zusammenhänge sehen, ich war drinnen und draußen zugleich. Und es kicherte und kicherte in mir weiter und weiter. Ich wurde gekichert.

Plötzlich spürte ich diese Verbundenheit zu … allem. Plötzlich wurde mir alles klar. Ich wurde klar. ES wurde mir klar.

Ich erkannte: Alles, wonach ich immer gestrebt habe, das bin ich schon. Ich wollte immer Liebe erfahren und habe alles dafür getan, sie zu bekommen. Ich bin Liebe. Es kicherte.

Ich kann mich selbst nicht erkennen. Ich brauche andere Menschen dazu. Es kicherte.

Alles, was ich getan hatte, und sei es vermeintlich noch so unnütz und schlecht gewesen, war nötig, um den Witz zu verstehen. Es kicherte.

Wir sind eins. Was ich dir antue, tue ich mir an. Was ich dir sage, sage ich mir. Es kicherte.

Meine Mutter fragte, was los sei und ich merkte, ich konnte es nicht erklären. Das kann das Selbst nur verstehen, wenn es das erfährt. Und dass ich es nicht erklären konnte, fand ich noch witziger. Ich fing an zu lachen.

Sie wollte es unbedingt wissen und ich konnte nicht aufhören zu lachen.

Alles um mich herum verschwand und war doch so klar. Mein Bauch wurde wohlig warm und wärmer und ich konnte alles ganz klar wahrnehmen. Ich genoss das Lachen und wusste sofort, dass dies für mich ein ganz besonderer Moment in meinem Leben war. Es war DER Moment. Es war dieser eine Moment, der alles verändert. Es war die Erkenntnis, aus der es absolut kein Zurück mehr gibt.

Alles machte Sinn, alles gewann an Schönheit. Es war so, als ob etwas in mir umgepolt wurde. Es war eine Verschmelzung in mir und mit allem, was ist. Es gab nur diesen einen Moment, alles andere verschwand.

Alles ist Liebe und war schon immer reine Liebe. Es gibt nichts, was nicht Liebe ist. Und ich konnte es vorher nicht wirklich sehen, weil ich den Witz noch nicht verstanden hatte. Weil ich an etwas festhielt, was nicht real war.

Gedanken sind eine Illusion. Alles, was ich dachte, basierte auf einer Illusion und diese Illusion ist mit einem Schlag zerplatzt. Das war so urkomisch. Alles, was ich für real hielt, basierte auf meinem Gedankenkonstrukt und entsprach nicht der Wahrheit. Im Gegenteil, ich hielt diese Illusion für Realität. Jetzt konnte ich es so klar sehen und fühlen. Plötzlich sah ich die Welt, wie sie WIRKLICH war. Voller Liebe und Schönheit.

Alles hatte auf einmal Sinn. Alles durfte so sein, wie es war. Es gab keine Notwendigkeit mehr, irgendetwas verändern zu wollen. Wer würde es auch verändern wollen? Da ist ja gar keiner. Mein Ich stellte sich als eine Illusion heraus. Das, was gar nicht existiert, versucht das, was existiert, zu verändern und in seine Nicht-Existenz aufzunehmen. Wie soll das gehen? Es geht nicht. Es steckt nur die Motivation dahinter, die Illusion weiter aufrechtzuerhalten, um nicht als solche erkannt zu werden.

Bist du bereit?

Bist du bereit, ins Leben einzutauchen, auch wenn das bedeutet, nicht mehr zu leiden?

In diesem Buch teile ich Übungen und meine Erfahrungen mit dir, die ich im Zusammenhang mit dem Witz gemacht habe. Doch ich kann dir den Witz nicht „beibringen“. Niemand kann das. Ich kann einen – meinen – Witz erzählen, doch ob du ihn wirklich verstehst, hast nicht einmal du selbst in der Hand.

Entweder du verstehst einen Witz oder eben nicht. Du kannst es nicht erzwingen, ihn zu verstehen. Und irgendwann, vermutlich, wenn du gar nicht über den Witz nachdenkst, macht es auf einmal „Klick“ und du hast ihn verstanden. Und wenn du ihn verstehst, kannst du ihn nicht mehr unverstanden machen. Kannst du dich an einen Witz erinnern, den du mal verstanden und dann auf einmal nicht mehr verstanden hast? Es geht nicht. Und doch kannst du einen Witz vergessen. Aber das macht ihn nicht unverstanden. Einmal verstanden heißt, es erkannt zu haben und aufgewacht zu sein. Nichts wird mehr so sein wie früher. Das Leben in seiner reinen Schönheit beginnt und es gibt keinen Zweifel mehr. Wenn du zweifelst, hast du den Witz noch nicht verstanden. Oder wieder vergessen.

Die Übungen

Für jede Übung in diesem Buch gilt: Du musst die Übung nicht machen!

Bitte sprich es einmal laut aus: Ich muss diese Übungen nicht machen.

Genau. Und auch das laute Aussprechen musstest du nicht machen.

Es ist freiwillig. Mein Grundsatz lautet: Brich die Regeln, aber nicht das Gesetz. Und ich möchte dir diesen Grundsatz gerne mit auf den Weg geben.

Wir haben so viele Regeln, von denen schon gar keiner mehr weiß, wo sie eigentlich herkommen, wofür sie gut sind und welcher Sinn dahintersteckt. Sei ein Pionier, verlasse das Gewöhnliche und entdecke die unendlichen Möglichkeiten des Lebens.

Ich habe bewusst darauf verzichtet, die Übungen mit vielen Beispielen zu versehen, damit dich diese Beispiele nicht zu sehr in eine Richtung lenken. Ist es nicht schöner, wenn du unvoreingenommen deinen Impulsen folgst, ohne von den Beispielen gelenkt zu werden?

Und mache besser die eine oder andere Übung nicht und lies weiter, als dass du ein schlechtes Gewissen bekommst und aufhörst, das Buch zu lesen.

Es ist deine Entscheidung. Alles kann, nichts muss.

Warum ich „Du“ sage

… und nicht „Sie“? Ich erlaube mir hier, dich zu duzen. Das ist bitte nicht als eine Unhöflichkeit zu sehen, sondern im Gegenteil das respektvollste „Du“, welches du dir vorstellen kannst. Wir sind alle eins. Wir kommen aus der gleichen Quelle und wir werden uns spätestens dort wieder treffen, als Energie in ihrer reinsten Form.

Du bist mein Bruder, du bist meine Schwester. Ich möchte auf die Nähe hinweisen und begegne dir dabei auf Augenhöhe. Entscheidend ist für mich dabei nicht die ausgesprochene Anredeform, sondern die Haltung dahinter. Wenn ich „Sie“ verwende, dann klingt das für mich allerdings zu weit weg. Als ob du auf einem anderen Planeten steckst und ich dich dort nicht erreichen kann. Und mein Ziel ist es, dich mit diesem Buch zu erreichen und dir nah zu sein.

Ich verwende hier keine Wörter, die du noch nicht gehört hast. Ich schreibe über nichts, was nicht schon irgendwo, irgendwie aufgeschrieben oder gesagt wurde. Ich habe keine superkrassen, exklusiven Geheimtipps, die garantiert dein Leben zum Dauerorgasmus emporheben. Ich schildere hier meine Erfahrungen und mein Wissen und ich lade dich ein, das für dich herauszupicken, was dich anspricht. Ich erhebe nicht den Anspruch, etwas zu wissen oder zu können, was nicht auch schon ein anderer Mensch weiß oder kann. Vielleicht habe ich eine Sprache, die dich anspricht. Vielleicht habe ich eine Sprache, mit der du nichts anfangen kannst. Beides ist gut so, wie es ist! So ist das Leben. Ich kann und will hier keine wissenschaftlich belegbaren Thesen darstellen, sondern dich zum Neuund Querdenken einladen. Ich möchte dich motivieren und vor allem inspirieren, deine sogenannte Komfortzone zu verlassen, damit du das Leben in voller Bandbreite genießen kannst. Und wir alle sind genauso unterschiedlich, wie wir gleich sind. Daher gibt es nicht „die eine Anleitung zum Glücklichsein“. Hier hast du sozusagen einen Auszug aus meiner Anleitung, die ich über mich geschrieben habe, und möglicherweise findest du ja kompatible Stellen, die du auch für deine Anleitung adaptieren möchtest.

Es ist sicher kein Zufall, dass du das Buch jetzt in deinen Händen hältst. Doch quäle dich bitte nicht durch das Buch. Wenn es dir schwerfällt, weiter zu lesen, lass es. Es wäre doch schade um deine Zeit. Wenn du mit den Schilderungen nichts anfangen kannst, lass es. Zwing dich nicht zu etwas, das du nicht willst oder mit dem du nichts anfangen kannst. Lege dann das Buch einfach zur Seite und stöbere zu einem anderen Zeitpunkt noch einmal drin herum. Höre darauf, was dir dein Gefühl sagt. Es ist auch nicht notwendig, die Texte in der abgedruckten Reihenfolge zu lesen. Schlage einfach eine Seite nach Belieben auf und lass den Text auf dich wirken. Du kannst die einzelnen Kapitel unabhängig voneinander lesen. Wenn das alles nicht stimmig ist, öffne dich dem Gedanken, dass dies jetzt nicht das Buch für dich ist. Es gibt so viele wunderbare Lektüren da draußen und die für dich jetzt richtige ist garantiert dabei. Und doch hat dich etwas hierhergeführt.

Wenn dich das Buch anspricht, dann erlaube dir, es immer wieder zur Hand zu nehmen und erlaube dem Buch, dass es dich immer wieder an das er-innert, was du tief in dir schon weißt. Erlaube dir, das Wissen zu wiederholen. Öffne dich dafür, dass jeder Mensch von uns ein Grundrecht auf ein erfülltes Leben hat und dass es jedem offen liegt und möglich ist, aufzuwachen. Wenn du glaubst, dass du nicht erleuchtet werden kannst, oder dass dies ein ganz besonders schwieriger Weg ist, dann unterliegst du noch einem Irrtum. Du hast alles in dir, um aufzuwachen und deine Illusionen zu erkennen. Das Erkennen kann jeden Moment passieren. Du kannst nur nicht wissen, wann das ist. Sei offen dafür, lass dich überraschen und versuche nicht, es zu erzwingen.

Eines noch: Glaube mir nichts! Es geht doch darum, dass du deine Wahrheit siehst und lebst. Dein Gefühl wird dir immer sagen, ob und was für dich bestimmt ist. Übernehme nichts, nur weil es irgendwo schwarz auf weiß steht oder weil es irgendjemand gesagt hat. Hör auf DEINE innere Stimme.

Es ist wie an einem Buffet. Ich tische nun einige Sachen auf und du entscheidest, was du probieren möchtest. Du kannst dich nach Lust und Laune bedienen. Das eine schmeckt dir, das andere vielleicht nicht. Und wenn nur ein Bissen dabei ist, der den Geschmack deines Gaumens anregt, dann hat doch dein Leben schon etwas mehr an Qualität gewonnen.

Ich wünsche dir einen guten Appetit!

Wenn ein Mensch zu anderen Himmelskörpern fliegt und dort feststellt, wie schön es doch auf unserer Erde ist, hat die Weltraumfahrt einen ihrer wichtigsten Zwecke erfüllt.

– Jules Verne

Deine Erwartungen

Bevor du weiterliest, habe ich eine Bitte an dich. Schreibe hier auf, welche Erwartungen du an dieses Buch stellst. Sei dabei so ehrlich, wie es nur geht. Vielleicht erwartest du, dass du durch dieses Buch erleuchtet wirst, dann scheibe: „Ich erwarte, dass dieses Buch mich erleuchtet.“ Oder dass du den Partner deines Lebens findest, dann schreibe so etwas wie: „Ich erwarte, dass ich durch dieses Buch meinen Traumpartner finde.“

Ich erwarte, dass …

Das Wichtigste ist …

Siehst du nur das, was vor deiner Nase zu sehen ist oder bist du bereit für das Gesamtbild? Stimmst du nur dem zu, was deinen bisherigen Überzeugungen entspricht? Bist du bereit, dich, deine Umgebung und die Menschen, die dir begegnen, aus einer neuen Perspektive zu betrachten? Bist du bereit, in den Schuhen deiner Freunde und deiner Feinde zu laufen? Bist du bereit, zu erkennen, dass es mehr gibt als das, was du bisher weißt? Bist du bereit, zu erkennen, welchen Irrtümern du unterliegst?

Während meiner Ausbildung zum Industriekaufmann in einer weltbekannten Schokoladenfirma habe ich viel lernen dürfen. Das fing gleich am ersten Tag an, denn ich war von sieben neuen Azubis derjenige, der in der Postabteilung startete. Meine Mitlehrlinge hatten mich belächelt, denn sie begannen in so tollen Abteilungen wie Marketing oder Verkauf. Und ich war ja nur in der Postabteilung gelandet. Mir war das egal, ich war neugierig auf die Firma und auf neue Erfahrungen.

Ziemlich schnell hörte ich in der Postabteilung den Spruch „Ohne uns läuft hier gar nichts“ und es leuchtete mir ein. Hier war ja so etwas wie die Kommunikationszentrale. E-Mails gab es damals noch nicht, IT hieß noch EDV und so gingen hier alle wichtigen Dokumente auf Papier rein und raus. Und da jeder Mensch in der Firma auf diesem Wege seine Post bekam, lernte ich so schon alle Namen und Personen im Haus kennen. Ich schätzte die Postabteilung sehr und ich hatte Freude daran, die Post durch das Haus zu tragen.

Als ich in der nächsten Abteilung war, dem Einkauf, dauerte es nicht lange und ich hörte den Satz: „Ohne uns läuft hier gar nichts.“ Und auch das leuchtete mir ein. Wenn kein Nachschub für die Produktion gekauft wird, kann auch nichts produziert werden und es gibt gar kein Produkt. Die Firma würde pleitegehen.

Auch in der Produktion bekam ich zu hören: „Ohne uns läuft hier gar nichts.“ Und es leuchtete mir ein. Ohne das Produkt gäbe es ja gar nichts zu verkaufen.