Endlich selbstbewusst - Michael Leister - E-Book

Endlich selbstbewusst E-Book

Michael Leister

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Beschreibung

Während zahlreiche Selbsthilfe-Ratgeber auf banale Tricks und vermeintliche Anleitungen zurückgreifen, verfolgt dieses Buch einen viel einfacheren und effektiveren Ansatz: Das Verständnis ist der Schlüssel und es gibt kein Universalrezept, das gleichermaßen für jeden funktioniert! Es geht nicht darum, ein bestimmtes Verhalten vorgeschrieben zu bekommen, sondern darum, selbst zu erkennen, was zu tun ist, um selbstbewusster, glücklicher und erfolgreicher zu werden. Bestsellerautor und Selbstbewusstseins-Coach Michael Leister erklärt freundschaftlich und leicht verständlich, was das Selbstbewusstsein wirklich ist, warum es so vielen Menschen fehlt und wie man es selbst erlangen kann. Als Hilfestellung hierfür erläutert er zahlreiche simple und praxisnahe Methoden und führt echte Fallbeispiele aus seinen Coachings an. Wie kann man das Gelesene dann am effizientesten auswerten und anwenden? Und wie erarbeitet man sich schließlich eine funktionierende Strategie für den Alltag? Leisters Versprechen: Dies wird das letzte Buch sein, das man zum Thema "Selbstbewusstsein" lesen wird!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 232

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Inhalt

Vorwort

Selbstbewusstsein – Was ist das überhaupt?

TEIL 1 | Warum wir nicht selbstbewusst sind

1. Geltungsbedürfnis

2. Fremdbestimmung

3. Kritik

4. Prägungen aus der Kindheit

5. Misserfolge

TEIL 2 | 25 Wege zu mehr Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl

1. Das große Kennenlernen

2. Die Angst vor dem Egoismus überwinden

3. Einen Selbstwert definieren

4. Die Schatzsuche

5. Die Befreiung aus der Opferrolle

6. Die Schrecken der Vergangenheit hinter sich lassen

7. Motivation, die wirklich funktioniert

8. Die Perspektive anpassen

9. Die Reise dokumentieren

10. Kritik richtig zuordnen

11. Lernen, wie man „Nein!“ sagt

12. Wenn schon vergleichen, dann richtig

13. Ängste besiegen und hinter sich lassen

14. Das Geltungsbedürfnis selbst befriedigen

15. Einen eigenen Weg einschlagen

16. Wie die Selbstfürsorge zur Selbstliebe führt

17. Den Anker werfen und erneut loslegen

18. Den Werkzeugkasten und seine Anwendung überprüfen

19. Alte Misserfolge in Erfolge umwandeln

20. Den Verstand ins Fitnessstudio schicken

21. Runter mit der Fassade!

22. Auf das Negative scheißen

23. Es mit Humor nehmen

24. Wie innen, so außen – wie außen, so innen

25. Es auch wirklich anpacken

TEIL 3 | Deine eigene Strategie für mehr Selbstbewusstsein

Schritt für Schritt

Abschließende Worte

Die Reise geht weiter

Vorwort

„Das letzte Buch, das du zum Thema Selbstbewusstsein lesen wirst.“ Ein ganz schön ehrgeiziges Versprechen, nicht wahr? Wie kann ich mir da so sicher sein? Glaube ich etwa, alle Geheimnisse der menschlichen Psyche entschlüsselt zu haben? Halte ich mich für einen Guru, der den ultimativen Durchblick hat? Bin ich vielleicht ein Spinner auf einem Höhenflug oder bin ich einfach nur jemand, der dir das Blaue vom Himmel verspricht, um dir mit diesem Buch etwas Geld aus den Taschen zu ziehen? Die simple Antwort auf all diese Fragen lautet: nichts von alldem. Die Wahrheit ist, dass ich einfach nur ehrlich bin. Ein waschechter Pragmatiker. Ich mag es, wenn einfache Dinge einfach dargestellt, erklärt und zusammengefasst werden. Beim Thema „Selbstbewusstsein“ ist das jedoch selten der Fall. Die ganze heutige Welt der Persönlichkeitsentwicklung erinnert mich an die gute alte Diätindustrie. Sein Körpergewicht zu reduzieren, ist nämlich im Grunde eine sehr simple Angelegenheit: Nimm weniger Energie zu dir, als du verbrauchst, und dein Körper wird anfangen, die Fettreserven abzubauen. Das war es schon. Das ist das ganze Geheimnis des Abnehmens. Aber hast du vielleicht jemals eine so simple Erklärung gehört oder gelesen? Vermutlich nicht. Wir lesen von Spezialdiäten, Trainingsplänen und Nahrungsergänzungsmitteln. Jede Information und jedes Hilfsmittelchen müssen wir uns teuer erkaufen. Um die simple Angelegenheit des Abnehmens herum ist eine riesige Industrie entstanden, die uns nicht nur Geld kostet, sondern uns auch verwirrt. Sie verwirrt uns so sehr, dass wir alles Mögliche machen, nur nicht abnehmen. Das führt zu einer Ratlosigkeit, die wir zu lösen versuchen, indem wir noch mehr Informationen und Hilfsmittel kaufen, anstatt einfach das zu tun, was getan werden muss. Das könnte dir bekannt vorkommen, oder?

Genau dieses Phänomen beobachte ich in der Welt der Persönlichkeitsentwicklung. Ganz besonders sogar, wenn es um das Selbstbewusstsein geht! Es gibt so viele Bücher und Hörbücher zu diesem Thema. So viele Seminare, die man besuchen kann. So viele Blogs, Podcasts, Coaches und Experten. All diese Informationsquellen überschütten uns geradezu mit neuen Erkenntnissen, Strategien, Methoden und Geheimtricks. Einerseits ist das großartig. Auf der anderen Seite führt es jedoch dazu, dass wir nicht ins Handeln kommen. Wir konsumieren Tipps und Tricks. Wir planen hochmotiviert den künftigen Verlauf unserer Persönlichkeitsentwicklung und immer dann, wenn wir glauben, den perfekten Plan ausgearbeitet zu haben, erfahren wir von neuen und besseren Methoden. Das ist so, als hätten wir gerade den optimalen Ernährungsplan erarbeitet, um dann plötzlich von neuen Erkenntnissen der Wissenschaft zu erfahren, die unsere Pläne zunichtemachen. Und schon suchen wir nach neuen Antworten, um unseren Plan zu verbessern, anstatt einfach nur das zu tun, worauf es wirklich ankommt. Deshalb vergleiche ich die Welt der Persönlichkeitsentwicklung so gerne mit der Diätindustrie. Es wird viel konsumiert, aber wenig umgesetzt. Und deshalb soll dies das letzte Buch sein, das du zum Thema Selbstbewusstsein lesen wirst. Mit ein wenig Zusammenarbeit können wir den ewigen Kreislauf des Konsumierens und Nicht-Umsetzens endgültig durchbrechen.

Ganz nebenbei sei auch mal gesagt, dass es nicht zu mehr Selbstbewusstsein führen kann, wenn man sich von all diesen Büchern, Seminaren und Coachings sagen lässt, was man tun soll. Was hat es mit Selbstbestimmung zu tun, sich einen konkreten Plan von einem Menschen vorschreiben zu lassen, der einen überhaupt nicht persönlich kennt? Lässt ein selbstbewusster Mensch sich sagen, was er zu tun hat? Kann ein Fremder dein Vertrauen in dich selbst stärken? Das sind doch Widersprüche in sich. Was du brauchst, sind keine cleveren Sprüche aus dem Lehrbuch. Du brauchst eine simple Methode, die dir dabei hilft, deine eigene Strategie zu mehr Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl aufzubauen. Anstatt dir vorzuschreiben, was du tun sollst, habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, eine solche simple Methode zu entwickeln.

Egal, an welchem Punkt du dich gerade in deinem Leben befindest, und egal, wie sehr du in der Vergangenheit gelitten hast: Ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln, ist machbar. Es ist nicht nur machbar, sondern leichter, als du aktuell vielleicht glaubst. Du hast ein Anrecht auf ein glückliches Leben und eine hohe Lebensqualität. Es wird Zeit, dass du von diesem Recht Gebrauch machst und dein Leben in vollen Zügen genießt. Mit diesem Buch möchte ich meinen bestmöglichen Beitrag leisten, um dich auf diesem Weg zu unterstützen. Lass uns einen kurzen Blick auf das werfen, was dich erwartet:

Im ersten Kapitel werden wir uns gemeinsam ansehen, was das Selbstbewusstsein überhaupt ist und was nicht. Da draußen sind viele Missverständnisse im Umlauf, die für Verwirrung sorgen und einen daran hindern, wirklich selbstbewusst zu sein. Deshalb ist es wichtig, dass wir für Klarheit sorgen und reinen Tisch machen. Du wirst die logischste Definition und Erklärung für Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl kennenlernen. Dadurch wirst du auch viel leichter nachvollziehen können, wie diese drei Begriffe zusammenhängen und warum sie in direkter Wechselwirkung zueinander stehen. Im Anschluss beschäftigen wir uns mit den häufigsten Gründen für mangelndes Selbstbewusstsein. Vermutlich wirst du dich an der ein oder anderen Stelle darin wiederfinden, was jedoch völlig normal ist. Danach stelle ich dir 25 Methoden vor, die dir dabei helfen werden, dein Selbstbewusstsein nachhaltig aufzubauen. Ich stelle mir das gerne wie ein Büfett vor: Manche Dinge werden dir sehr zusagen und andere eher weniger. Entscheidend ist, dass du dir das herauspickst, was gerade am besten zu dir und deiner individuellen Situation passt. Ich kenne dich nicht persönlich und kann dir nicht sagen, was genau dich selbstbewusster machen wird. Ich kann dir jedoch die Strategien vorstellen und erläutern, die meiner Erfahrung nach den meisten Menschen dabei helfen, sich selbst besser kennenzulernen und über sich hinauszuwachsen. Nach den 25 Methoden werde ich dir schließlich ein einfaches, aber sehr effektives Modell zeigen, mit dem du deine eigene Strategie zu mehr Selbstbewusstsein entwickeln kannst. Wenn du dich auf dieses Buch einlässt, aufgeschlossen bist und mitarbeitest, dann wird sich dein Selbstbewusstsein innerhalb sehr kurzer Zeit zum Positiven entwickeln. Das kann ich dir guten Gewissens und ohne jeden Zweifel versichern.

Mein Ziel ist es, das Thema „Selbstbewusstsein“ endgültig zu vereinfachen, sodass man einfach selbstbewusster werden kann, anstatt ständig nur etwas darüber zu lesen oder zu hören. Um das zu schaffen, braucht es – wie schon gesagt – etwas Simples. Einen leicht verständlichen Leitfaden, und genau den möchte ich mit diesem Buch liefern. Genau genommen habe ich das sogar schon vor einigen Jahren getan. Die erste Version dieses Buches erschien im Jahr 2014 und erreichte weit mehr als 100.000 Menschen. Es war dieses Buch, das mich vom gutmeinenden Schreiberling zum Bestsellerautor machte. Seitdem ist viel passiert. Ich habe nicht nur weitere sehr erfolgreiche Bücher veröffentlicht, sondern auch ein paar Hundert Menschen persönlich gecoacht und erfolgreich auf ihrem Weg zu mehr Selbstbewusstsein begleitet. Selbstverständlich habe auch ich mich in dieser Zeit weiterentwickelt und viele Prinzipien der Persönlichkeitsentwicklung besser verstehen gelernt. All das sind gute Gründe für mich, dieses Buch nicht nur neu aufzulegen, sondern es von Grund auf neu zu schreiben. Darüber hinaus gebe ich ganz offen zu, dass es zur alten Version auch Kritik gab. So wurde zum Beispiel bemängelt, ich sei stellenweise zu wenig in die Tiefe gegangen und habe kaum echte Praxisbeispiele verwendet. Ich finde, dass das absolut stimmt, und deshalb gibt es in diesem Buch echte Fallbeispiele aus meinen Coachings. Zudem gebe ich mir große Mühe, an den entscheidenden Stellen thematisch in die Tiefe zu gehen, ohne dass das Buch langweilig wird. Dies ist hier keine psychologische Abhandlung und hat nur sehr wenig mit einem Lehrbuch zu tun. Stell es dir wie ein Gespräch mit einem guten Freund vor, bei dem schwer verdauliche Themen in leichte Kost verwandelt werden.

Vorhin habe ich behauptet, das Prinzip jeder Gewichtsreduktion sei simpel. Das ist tatsächlich so. Das heißt jedoch nicht, dass es einfach ist, Gewicht zu verlieren. Es braucht viel Willenskraft und Disziplin, um seine Ess- und Bewegungsgewohnheiten zu ändern. Beim Selbstbewusstsein ist das nicht anders. Das Prinzip dahinter ist simpel, wie du später erkennen wirst. Der Weg, der vor dir liegt, wird jedoch nicht unbedingt leicht sein. Hab also bitte keine falschen Erwartungen an dieses Buch. Du kannst kein Buch lesen und danach automatisch selbstbewusster sein. Die notwendigen Veränderungen durchzuführen, liegt allein bei dir. Mein Job ist es, dir die Grundlagen zu erklären und dich so stark wie möglich zu motivieren, damit du deinen Weg auch wirklich gehst.

Erwarte auch bitte keine maßgeschneiderten Erfolgsrezepte und Wegbeschreibungen von mir. Wie schon gesagt, kann kein Selbstbewusstsein entstehen, wenn jemand dir vorschreibt, was du tun sollst. Wir beschäftigen uns mit dem SELBST-Bewusstsein, bei dem du SELBST entscheidest, wer du bist, was du dir vom Leben wünschst und wie du deine Lebenszeit verbringst. Dies hier ist ein großes Büfett der Möglichkeiten. Bediene dich daran. Genieße die Informationen und setze sie zu deinen Gunsten um. Es wird sich lohnen.

Und nun, bevor wir endlich in die Vollen gehen, würde ich dir gerne noch die Frage beantworten, die du dir vermutlich gerade stellst: Wer bin ich überhaupt und was qualifiziert mich dazu, dieses Buch zu schreiben? Mein Name ist Michael Leister und ich bin Unternehmer, Buchautor, Coach und Blogger. Ich gehöre zu den erfolgreichsten Ratgeberautoren im deutschsprachigen Raum und mein größter Wunsch ist es, dich auf deinem Weg zu mehr Lebensqualität zu unterstützen. Auf den ersten Blick könnte ich also einer von den vielen sein, die zur großen Verwirrung beitragen. Was mich unterscheidet, ist jedoch mein eingangs erwähnter Pragmatismus. Ich mag es einfach, und meine Leser, Klienten, Fans und Follower bezeichnen mich gerne als „authentisch“. Wie du vielleicht schon gemerkt hast oder auf jeden Fall noch merken wirst, bin ich unkonventionell. Was ich schreibe, kommt nicht aus dem Lehrbuch, sondern aus dem Herzen und dem echten Leben. Ich praktiziere, was ich predige, und gebe nur das weiter, was ich im Laufe der letzten Jahre gelernt und erlebt habe. Wenn ich coache, gibt es keine Vorlagen. Wenn ich spreche, nehme ich nur ungern ein Blatt vor den Mund, denn das macht die Dinge nur unnötig kompliziert. Ich habe gelernt, das Leben so zu nehmen, wie es kommt, und diese Einstellung hat zu unerwartet viel Lebensqualität geführt. Als mein Sohn vor inzwischen mehr als sieben Jahren kurz nach seiner Geburt starb, fiel ich in ein tiefes Loch. Ein klassischer Absturz. Doch irgendwann wurde es Zeit für mich, eine grundlegende Entscheidung zu treffen: entweder richtig leben oder gar nicht. Glücklicherweise habe ich mich für Ersteres entschieden, und seitdem ist es meine selbst erwählte Lebensaufgabe, Gutes zu tun, meine Mitmenschen zu unterstützen und meinen Beitrag zu einer besseren Welt zu leisten. Du kannst guten Gewissens davon ausgehen, dass ich dieses Buch mit dem höchsten Qualitätsanspruch verfasst habe. Sollte es meine Absicht sein, hiermit möglichst viel Geld zu verdienen, so muss ich ein wirklich gutes Buch abliefern. Sollte es meine Absicht sein, berühmter zu werden, so muss ich ein wirklich gutes Buch abliefern. Und sollte es meine Absicht sein, dir zu mehr Lebensqualität zu verhelfen, so muss ich – und jetzt halt dich fest! – ein wirklich gutes Buch abliefern. Aus all diesen Gründen ist das, was du vor dir liegen hast, das Beste, was ich zu diesem Zeitpunkt meines Lebens abliefern kann. Und ich hoffe aufrichtig, dass die Qualität meiner Arbeit ausreicht, um einen positiven Effekt auf dein Leben zu haben.

Also lass es uns anpacken, damit dies wirklich das letzte Buch ist, das du zum Thema Selbstbewusstsein lesen wirst.

Viel Freude beim Lesen!

Dein

Selbstbewusstsein – Was ist das überhaupt?

Was bedeutet es eigentlich, selbstbewusst zu sein? Heißt das, ein selbstsicheres Auftreten zu haben, mit dem man andere Menschen beeindruckt? Ist es die Fähigkeit, die Meinung anderer an sich abperlen zu lassen und seinen Weg konsequent zu verfolgen? Oder ist es vielleicht der Mut, seinem Chef mal so richtig zu sagen, was man denkt? Die Antwort darauf ist simpel: Nichts davon ist die Definition von Selbstbewusstsein, aber all das und mehr ist möglich, wenn ein Mensch wirklich selbstbewusst ist! Es ist wichtig zu verstehen, dass ein selbstbewusster Mensch nicht zwingend extrovertiert und taff sein muss. Man kann genauso gut rücksichtsvoll, sensibel oder introvertiert sein. Es geht nicht darum, irgendein Ideal zu erreichen, ganz im Gegenteil. Es geht darum, zu sich selbst zu finden und herauszufinden, wer man wirklich ist. Von dort aus sind alle erdenklichen Entwicklungen möglich. Damit du für dich herausfinden kannst, wer du bist und wie du dein Potenzial nutzen möchtest, beschäftigen wir uns jetzt kurz mit den wichtigsten Grundlagen.

Beim Blick ins Wörterbuch – in diesem Fall in den Duden – finden wir für das Selbstbewusstsein zwei Definitionen:

1.  Das Bewusstsein (des Menschen) von sich selbst als denkendem Wesen

2. Das Überzeugtsein von seinen Fähigkeiten, von seinem Wert als Person, das sich besonders in selbstsicherem Auftreten ausdrückt

Die zweite Definition erinnert an das, was den meisten Menschen beim Thema Selbstbewusstsein zuerst in den Sinn kommt: eine Person, die Stärke ausstrahlt und von sich überzeugt ist. Das mag richtig sein, aber gleichzeitig auch ein wenig voreilig. Denn wie soll man von etwas überzeugt sein, das man noch überhaupt nicht kennt? Was sind denn die „Fähigkeiten“ und wo liegt der „Wert als Person“? Um diese Fragen beantworten zu können, brauchen wir die erste Definition. Sie ist zwar unscheinbar, aber deutlich wichtiger! Eine Person muss erst einmal ein Bewusstsein dessen entwickeln, wer sie ist, worin ihre Interessen liegen und über welche Fähigkeiten sie verfügt. Erst dann kann sie von all diesen Dingen überzeugt sein. Oder hast du vielleicht schon einmal ein Restaurant empfohlen, in dem du noch nie gegessen hast? Kannst du deinen Freunden ein gutes Buch ans Herz legen, das du noch nie gelesen hast? Oder würdest du behaupten, sehr gut im Fußball zu sein, ohne jemals ausprobiert zu haben, ob das stimmt? Wir sind im Alltag so sehr damit beschäftigt, Erwartungen zu erfüllen und es anderen recht zu machen, dass wir selbst in den Hintergrund geraten. Unsere Charaktereigenschaften, Fähigkeiten, Qualitäten und auch unser Selbstwert werden von vielen Faktoren beiseitegedrängt, mit denen wir uns später noch ausführlich beschäftigen werden. Wir vergessen regelrecht, wer wir sind, was wir können und was wir vom Leben wollen. Wir verlernen, unsere Fähigkeiten optimal einzusetzen. Deshalb ist unser höchstes Ziel dieser gemeinsamen Reise, wieder ein Selbst-Bewusstsein im wahrsten Sinne zu schaffen.

Wie selbstbewusst du aktuell bist, wirst du im Laufe dieses Buches immer wieder ganz automatisch überprüfen können, indem du das Gelernte auf dich und deine aktuelle Lebenssituation überträgst. Grundsätzlich gilt: Wer selbstbewusst ist, kennt sich durch und durch. Ohne Wenn und Aber. Uns selbst wie einen besten Freund zu kennen, ist die Grundlage für jede positive Veränderung. Wenn wir uns unserer Stärken, Schwächen, Interessen, Wünsche und Fähigkeiten bewusst sind, können wir in jeder Situation fundierte Entscheidungen für uns und unser Leben treffen.

*„Soll ich meinen Job kündigen?“

*„Soll ich mich selbstständig machen?“

*„Soll ich mir dieses Auto kaufen?“

*„Soll ich mit meiner Partnerin bzw. meinem Partner Schluss machen?“

*„Welche Ziele soll ich mir für die nächsten fünf Jahre setzen?“

*„Was möchte ich eigentlich aus mir und meinem Leben machen?“

All diese Fragen sind nicht leicht zu beantworten. Die damit verbundenen Entscheidungen können grundlegende Veränderungen in deinem Leben auslösen und deshalb wollen sie reiflich durchdacht werden. Was können wir tun, um die Beantwortung dieser Fragen zu vereinfachen? Unter welchen Umständen wird dir klar werden, was zu tun ist? Du ahnst es bereits: Je besser du dich kennst, desto besser kannst du einschätzen, was das Richtige für dich ist! Je mehr Hintergrundinformationen du hast und je bewusster du dir deiner Wünsche und Interessen bist, desto leichter fällt es dir, die für dich richtigen Entscheidungen zu treffen. Denk einmal an die selbstbewussteste Person, die du kennst. Erweckt sie nicht stets den Eindruck, als würde sie immer alles im Leben richtig machen? Sie trifft fortlaufend die für sich richtigen Entscheidungen, nicht wahr? Das ist kein Zufall. Selbstbewusstsein ist der Schlüssel zu dieser Fähigkeit, und wir wissen nun, warum das so ist.

Lange Rede, unglaublich wichtiger Sinn: Beim Selbstbewusstsein geht es im Grunde um nichts anderes, als sich selbst besser kennenzulernen als jeden anderen Menschen. Dein Ziel sollte es sein, deine beste Freundin bzw. dein bester Freund zu werden. Sich selbst zu kennen ist die Grundlage, um jeden Tag aufs Neue die richtigen Entscheidungen für sich zu treffen und somit ein Leben nach seinen eigenen Vorstellungen und Wünschen aufzubauen.

Und hier kommen wir auch schon zu dem vielleicht wichtigsten Zusammenhang im gesamten Buch: Wie wird aus dem Bewusstsein seiner selbst das „Überzeugtsein“ von seinen Fähigkeiten und seinem Wert als Person? Lass uns mal einen kurzen Blick darauf werfen!

In meinem Buch „Drauf geschissen!“ (ja, das heißt wirklich so) spreche ich von den „Drei S“. Diese sind: Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl. Sie stehen in einer direkten Wechselwirkung zueinander, und es ist ganz wichtig, dass wir diese Begriffe nicht über einen Kamm scheren, sondern individuell betrachten. Wie wir ausführlich besprochen haben, ist das Selbstbewusstsein das Bewusstsein seiner selbst. Dabei geht es also darum, sich selbst auf eine völlig neue und sehr persönliche Weise kennenzulernen. Sobald wir uns ausreichend kennengelernt haben, beginnen wir auch, uns zu vertrauen. Das ist nur logisch. Würdest du zum Beispiel jemandem vertrauen, den du nicht kennst? Um Vertrauen und ein Gefühl von Freundschaft zu etablieren, muss immer erst ein gründliches Kennenlernen stattfinden. Denk einmal an deine allerbeste Freundin bzw. deinen besten Freund und daran, wie sehr du dieser Person vertraust. Gab es dieses Vertrauen umsonst? Oder hat es nicht eher viel Zeit und wertvolle gemeinsame Erlebnisse gebraucht, ehe dieses starke Band entstanden ist? Bei uns selbst ist das natürlich nicht anders. Je besser wir uns mit uns selbst anfreunden, desto stärker wird unser Selbstvertrauen und desto mehr Möglichkeiten eröffnen sich uns. Wir gewinnen den Mut, wichtige Entscheidungen zu treffen, weil wir uns und unserem Urteilsvermögen trauen. Wir fangen an, über uns hinauszuwachsen, und sammeln Erfolgserlebnisse, die wir zuvor nicht für möglich gehalten hätten. Diese Erfolgserlebnisse erhöhen unsere Lebensqualität. Wir beginnen, ein stärkeres Selbstwertgefühl zu entwickeln, indem wir stolz auf uns sind. Wir haben uns soeben bewiesen, dass wir großartig sind. Indem wir uns selbst besser kennenlernen, entdecken wir ungeahntes Potenzial, das wiederum zu ungeahnten Möglichkeiten führt.

Müsste ich das gesamte Prinzip noch einmal in wenigen Worten zusammenfassen, würde ich es so formulieren: Selbstbewusstsein heißt, sich und seine Stärken besser kennenzulernen. Dadurch entsteht Selbstvertrauen, welches wir nutzen, um uns neuen Herausforderungen zu stellen. Die dadurch hervorgerufenen Erfolgserlebnisse formen schließlich unser Selbstwertgefühl. Wir sind stolz auf uns und lernen uns somit von einer neuen Seite kennen. Das beflügelt dann wieder unser Selbstbewusstsein und der Kreislauf geht weiter.

Mir ist bewusst, dass ich mich an der ein oder anderen Stelle wiederholt habe, aber das Ganze ist so wichtig, dass es mehr als nur eine Erwähnung verdient. Dieses kostbare Wissen kann nicht fest genug sitzen. Im Grunde ist es herrlich simpel, oder? Aber wenn es doch so einfach zu sein scheint, warum sind wir dann nicht alle selbstbewusst? Wozu gibt es dieses Buch und wieso liest du es? Hauptsächlich liegt das daran, dass es sehr, sehr viele Dinge und äußere Einflüsse gibt, die unser Selbstbewusstsein stören oder unterdrücken. Tatsächlich ist bei meinen Recherchen so viel Material zusammengekommen, dass es vermutlich für ein eigenes Buch reichen würde. Deshalb möchte ich mich im Folgenden auf die meiner Meinung nach fünf wichtigsten Gründe für mangelndes Selbstbewusstsein konzentrieren. Wie du sehen wirst, decken sie einen Großteil unserer täglichen Probleme ab, und mit Sicherheit wirst du dich hier und da wiederfinden. Allein mit dem Wissen um diese Einflussfaktoren wirst du in der Lage sein, alltägliche Zusammenhänge aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Es wird dir nicht nur möglich sein, ein sehr starkes Selbstbewusstsein aufzubauen. Mit den richtigen Erkenntnissen wirst du es auch nachhaltig vor äußeren Einflüssen schützen können!

Nach den fünf wichtigsten Gründen für mangelndes Selbstbewusstsein werde ich dir dann endlich 25 sehr effektive Möglichkeiten vorstellen, um die „Drei S“ zu stärken. Vielleicht glaubst du es noch nicht, aber in deinem Leben gibt es unglaublich viel Potenzial, das nur darauf wartet, von dir ausgeschöpft zu werden. Ich möchte das Folgende noch einmal ausdrücklich betonen: Du hast ein Recht auf ein glückliches, selbstbestimmtes und erfülltes Leben, und es wird Zeit, dass du Gebrauch davon machst. Wie du gleich sehen wirst, ist es in vielen Fällen nicht deine Schuld, dass dein Selbstbewusstsein geschwächt wurde. Du hast nun jedoch die Chance, etwas zu verändern, dich zu schützen und über dich hinauszuwachsen. Diesen wichtigen Schritt zu gehen, ist pure Selbstliebe und Eigenverantwortung. Ich wünsche dir viel Freude mit all den positiven Entwicklungen, die sich dadurch ergeben werden.

1. Geltungsbedürfnis

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass es Dinge gibt, die wir einfach können, ohne sie lernen zu müssen? Nach unserer Geburt muss man uns zum Beispiel nicht beibringen, wie man lacht oder weint. Wir können von Anfang an Freude, Trauer, Angst oder Zorn empfinden. Einfach so. Das ist ziemlich faszinierend, oder? Wir kommen jedoch nicht nur mit sogenannten „Grundemotionen“ zur Welt, sondern auch mit Trieben und Instinkten. Zu denen gehören beispielsweise Hunger und Durst. Sie gewährleisten, dass unser Körper am Leben bleibt. Das ist nur logisch, und selbstverständlich hast du das schon gewusst. Wusstest du jedoch auch, dass zu unseren Trieben ebenfalls das Geltungsbedürfnis gehört? Man nennt es nicht umsonst „Geltungsdrang“ oder „Geltungstrieb“. Es beschreibt unser Bedürfnis, wichtig und bedeutsam zu sein. Wir wollen, dass das, was wir machen, gut und richtig ist. Vor allem aber wollen wir, dass uns dies von unserer Umwelt bestätigt wird. Dabei dürften dir jetzt bestimmt einige amüsante Beispiele aus dem Alltag einfallen, oder? Ich meine, warum sonst sollten Menschen ihr Essen fotografieren und die Bilder dann auf Instagram hochladen? Warum sonst geben wir mit unseren Statussymbolen an? Warum sonst wollen wir immer, wenn wir etwas gut gemacht haben, dass auch der Rest der Welt davon erfährt? Oder – und bitte verzeih mir, dass ich das offen anspreche – warum sonst würde gefühlt jede bzw. jeder Zweite täglich ihren bzw. seinen Hintern fotografieren und in den sozialen Medien präsentieren?

Im Grunde genommen ist das ein völlig natürliches Verhalten. Auf diese Weise konnte der Mensch sich weiterentwickeln. Wenn er nicht das Bedürfnis hätte, Dinge gut zu machen, hätten unsere Vorfahren einfach in einer Höhle bleiben können. Alles wäre gut gewesen. Aber irgendwann waren romantische Lagerfeuer, atmosphärische Wandmalereien und schicke Fellschuhe nicht mehr gut genug. Der Mensch von damals wollte besser sein als die anderen, also gab er sich Mühe, um über sich hinauszuwachsen. Belohnt wurden seine Innovation und Tatkraft einerseits mit offensichtlichen Erfolgen, aber auch mit sozialem Ansehen. Stell dir mal vor, was es damals bedeutet haben muss, der Erste mit einer schicken Lehmhütte zu sein, während die anderen noch in Höhlen hausten. Mehr Prestige ging nicht. Wir dagegen haben heute ganz andere Möglichkeiten, um nach Geltung zu streben und bewundert zu werden. Dies ist einer der essenziellen Bestandteile des menschlichen Fortschritts. Man könnte also meinen, das Geltungsbedürfnis sei gut und gesund. Das ist es jedoch, wie so viele Dinge im Leben, nur bis zu einem gewissen Punkt. Sobald wir nämlich nur noch Bestätigung von anderen erhalten können, machen wir uns abhängig. Wir verlernen, unser Selbstwertgefühl selbst zu fördern, und somit leidet auch unser Selbstbewusstsein. Schauen wir uns doch mal an, wie es dazu kommt.

Bei der Entwicklung unseres Wertesystems orientieren wir uns an unseren Eltern. Wenn wir uns nach dem Maßstab von Mama und Papa gut verhalten, werden wir gelobt. Missachten wir jedoch ihre Regeln und Werte, werden wir kritisiert und bestraft. Da Lob und Anerkennung sich logischerweise besser anfühlen als Kritik und Sanktionen, passen wir unser Verhalten entsprechend an. Hier wird es erstmals zur Gewohnheit, sein Verhalten den Erwartungen anderer anzupassen, um sich Anerkennung zu verdienen.

Wichtig ist hierbei, dass „Richtig“ und „Falsch“ an subjektive Sichtweisen gebunden sind. Das heißt, dass nicht alle Eltern ihre Kinder gleich erziehen. Es gibt Eltern, die von ihren Kindern verlangen, still zu sitzen und sich in Ruhe, Geduld und Demut zu üben. Andererseits gibt es Eltern, die ihre Kinder dazu ermutigen, den ganzen Tag lang zu toben, Spaß zu haben und ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Man kann also sagen, dass sich in verschiedenen Haushalten verschiedene Wertesysteme entwickeln. Das ist übrigens auch so ziemlich der Hauptgrund dafür, dass man es nicht allen recht machen kann. Wir begegnen im Laufe des Lebens immer wieder Menschen, die aufgrund ihrer Erziehung andere Dinge für richtig und wichtig halten als wir. Für erste Verwirrungen sorgt das, sobald wir in den Kindergarten kommen bzw. eingeschult werden.

Bei unseren ersten Kontakten mit anderen Kindern merken wir, dass diese nicht immer genauso sind wie wir. Schließlich haben sie andere Verhaltensweisen entwickelt, mit denen sie sich wiederum die Anerkennung ihrer Eltern verdienen. Was jedoch gleich bleibt, ist unser Geltungsbedürfnis. Wir wollen diesen neuen Freunden gefallen. Wir wollen von ihnen als wichtig und wertvoll empfunden werden. Was machen wir also? Wir passen unser Verhalten ihren Erwartungen an. Mit der Zeit lernen wir, dass es die verschiedensten Wege und Möglichkeiten gibt, um beachtet und bewundert zu werden. Wir können mit Humor, Loyalität oder Mut überzeugen. Und tatsächlich ist es sogar möglich, Anerkennung für gutes Aussehen zu erhalten. Wenn diese neuen Verhaltensweisen im Widerspruch zu dem stehen, was wir zu Hause gelernt haben, gibt es Konfliktpotenzial. Da wir überaus anpassungsfähig sind, lernen wir schnell, den Spagat zu machen. Zu Hause benehmen wir uns so, wie unsere Eltern es von uns erwarten, und in der Schule passen wir uns unserem neuen sozialen Umfeld an. Im weiteren Verlauf des Lebens passiert das dann auch auf der Arbeit, in verschiedenen Freundeskreisen, in Partnerschaften und anderen sozialen Strukturen. Kommt dir das bekannt vor? Wenn ja, dann mach dir nichts draus. Das ist völlig normal und natürlich. So sind wir nun einmal gestrickt.

Es gibt Menschen, die früher oder später intuitiv den Absprung schaffen. Sie sind aufgrund ihrer Erziehung sehr selbstbewusst und dominant. Persönlichkeiten, die es nicht anderen recht machen, sondern es von ihren Mitmenschen recht gemacht bekommen. Ihr Geltungsbedürfnis wird dadurch befriedigt, dass andere sie für diese Stärke und ihr Selbstbewusstsein bewundern. Ziemlich verrückt, oder? Wenn du gewissenhaft mit diesem Buch arbeitest und dein Selbstbewusstsein stärkst, kannst du dich auch in diese Richtung entwickeln, falls du das möchtest. Du musst es aber nicht.

Der Kern des Ganzen ist, dass wir es uns zur Gewohnheit machen, anderen gefallen zu wollen. Wir passen uns an. Wir können uns so viel Geltung, Anerkennung und Bewunderung verdienen, indem wir uns unseren Mitmenschen gegenüber „richtig“ verhalten, dass wir gar nicht erst auf die Idee kommen, unser Geltungsbedürfnis selbst zu befriedigen. Die meisten Menschen wissen nicht einmal, wie das geht. Man kann es ihnen nicht verübeln, oder?