Energiewende – so geht's - Martin Oster - E-Book

Energiewende – so geht's E-Book

Martin Oster

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Beschreibung

Energiewende zuhause: optimieren statt verzichten!

«Energiewende – so geht's» ist der ultimative Leitfaden, um Ihren Energieverbrauch klimaschonend und unabhängiger zu gestalten. Die Experten Anne Pamperin und Martin Oster erklären in einfachen Schritten, wie Sie Photovoltaik, Batteriespeicher, Wärmepumpe & Co. optimal für Ihren individuellen Bedarf nutzen können. Von der Bestandsaufnahme und Planung bis hin zur Rentabilitätsbewertung und den gesetzlichen Rahmenbedingungen - hier finden Sie alles, was Sie wissen müssen, um Ihre eigene nachhaltige Energieversorgung zu realisieren.

Für Einsteiger: So klappt die effiziente Nutzung von Strom für Mobilität und Wärme zuhause. Wie funktionieren dynamische Strompreise?

Was lohnt sich?: Alles zu Finanzierung, Wirtschaftlichkeit, Förderungen und der aktuellen Gesetzeslage

So geht’s: Mit vielen Tipps, Modellrechnungen und Praxisbeispielen für Ihr privates Energiekonzept

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 152

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Für Rolf, André und unsere Community bei »gewaltig nachhaltig«. Danke für eure Inspiration, eure Anregungen und eure vielen Ratschläge.

Inhalt

Die Zeit für die Energiewende ist JETZT

Gut zu wissen

Ich als einzelne Person kann sowieso nichts tun – oder doch?

Glossar – Einige Begriffserklärungen vorweg

Abkürzungen/Institutionen

Unsere private Energiewende

Welche Möglichkeiten bietet der Bungalow aus den 1980er-Jahren?

Bestandsaufnahme

Energienutzung damals und heute

Schädliche Folgen der Verbrennung fossiler Energieträger sind lange bekannt

Sinnvolle Alternativen

Mobilität: Welche Technik setzt sich durch?

Wärme: Wie heizen wir zukünftig?

Alles auf Strom: Das Prinzip der Sektorenkopplung

Wie hoch ist der Anteil der erneuerbaren Energien im aktuellen Strommix?

Durch die Umstellung steigt der Strombedarf weiter an

Wir stehen also erst bei 3 Prozent regenerativer Energie?

Alles auf Strom aus Klimaschutzgründen?

Strom selbst erzeugen

Photovoltaik

Erzeugten Strom einspeisen oder selbst verbrauchen?

Mehr Eigenverbrauch – mehr Ersparnis

Wirtschaftlichkeit, Klimaschutz oder Unabhängigkeit – was ist uns am wichtigsten?

Balkonkraftwerke

Regenerative Stromerzeugung befindet sich im überragenden öffentlichen Interesse

Mieter können von selbst erzeugtem Solarstrom profitieren

Photovoltaik-Stromspeicher

Ist der Weg zur Eigenstromerzeugung immer noch so kompliziert?

Elektromobilität

Sind Elektroautos gut für Umwelt und Klima?

Reichweitenangst?

Was ist bei gebrauchten Elektroautos zu beachten?

Unser Weg zur Elektromobilität

Wärmepumpe

Funktionsweise und Systeme

Heizkurve & Co: Die optimale Einstellung der Wärmepumpe

Wie groß sollte die Wärmepumpe sein?

Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)

Wenig Platz – wohin mit der Außeneinheit?

Unser Weg zur Wärmepumpe

Hat sich der Umstieg auf die Wärmepumpe in unserem Bestandsbau gelohnt?

Energieverteilung und Netzdienlichkeit

Was passiert, wenn alle Menschen gleichzeitig kochen, heizen und ihr Auto laden?

Was bringt die kommunale Wärmeplanung?

Drohen Abschaltungen elektrischer Verbraucher bei Netzüberlastung?

Speicher können netzdienlich sein

Intelligente Steuerung und dynamischer Strompreis

Niedrige Stromkosten durch zeitliche Steuerung der elektrischen Verbraucher

Finanzierung und Wirtschaftlichkeit

Was kostet die Energiewende zuhause?

Die Photovoltaikanlage – je größer, desto günstiger?

Wärmepumpe punktet mit niedrigen Betriebskosten

Steuerbare Verbraucher bringen finanzielle Vorteile

Auslaufende staatliche Förderung lässt Listenpreise der Elektroautos sinken

Rechenbeispiele

Förderung und Gesetze

Was unterstützt der Staat und wie ist was geregelt?

Finanzierung mit der KfW oder Kredit von der Hausbank?

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) – womit heizen wir zukünftig?

Geplante Ausbauziele

Welche Ziele will der Staat bei der Energiewende wann erreichen?

Strombedarf in Deutschland steigt bis 2030 auf 750 Terawattstunden

Neubau von Gaskraftwerken geplant

Nationale Wasserstoffstrategie

Die Energiewende ist machbar – was ist zu tun?

Die private Energiewende – jetzt loslegen!

Zwölf Tipps für den sofortigen Einstieg

Schlusswort

Schwierige Zeiten – unpopuläre Entscheidungen?

Weiterführende Links

Impressum

Die Zeit für die Energiewende ist JETZT

Gut zu wissen

Bevor wir uns dem Thema dieses Buches widmen, werfen wir einen Blick in die Zukunft, eine mögliche Zukunft: Wir befinden uns irgendwo in Deutschland, an einem sonnigen Tag im Frühsommer 2040. Es ist 9 Uhr morgens, die Sonne scheint seit einigen Stunden für uns vom Himmel herab, ihre Kraft erwärmt unsere Körper wie unsere Herzen und zaubert uns ein Lächeln ins Gesicht.

Mobilität, Wärme und Haus komplett auf Strom – sieht so unsere Zukunft aus?

Aber nicht nur auf unser Gemüt hat der große gelbe Feuerball am Himmel positive Auswirkungen: Die Sonne sorgt dafür, dass die Solarstromproduktion in Schwung kommt und die Photovoltaikanlagen auf Privatdächern, Industriegebäuden, öffentlichen Institutionen, Wohnanlagen, Parkplatzüberdachungen, Freiflächen und an den vielen tausend Balkonen arbeiten und viele Kilowattstunden Strom erzeugen.

Die Stromnetze sind ausgebaut, intelligente Steuerungen sorgen überall dafür, dass der überschüssige Strom dorthin fließt, wo er benötigt wird – in Haushalte, Mobilität und Wärmeerzeugung. Was nicht sofort verwendet wird, fließt weiter in andere Regionen oder Länder, dient – in Form von gespeicherter Energie – als Reserve für die Nacht oder wird beispielsweise zur Erzeugung von grünem Wasserstoff verwendet.

Ist dieses Szenario möglich? Oder sind diese Vorstellungen nur Ideen einiger Weniger?

Der frühere Bundeskanzler und SPD-Politiker Helmut Schmidt war ein Mann klarer Worte. Der Hamburger sagte (vermutlich) während des Bundestagswahlkampfes 1980 den legendären Satz: »Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.« Schmidt starb am 10. November 2015, hochbetagt, im Alter von 97 Jahren, doch das berühmte Zitat lebt weiter und passt hervorragend in die aktuelle Diskussion über den Klimawandel, die Energiewende und unsere Zukunft.

Sind wir nicht ganz bei Verstand, wenn wir an eine klimaneutrale Welt glauben? Müssen wir tatsächlich zum Arzt, wenn wir glauben, dass die Energiewende funktioniert? Ist es komplett unrealistisch, zu denken, dass wir unseren Strom zu 100 Prozent aus Sonne, Wind, Wasserkraft und weiteren regenerativen Energiequellen erzeugen können?

Was sind die Alternativen? Sollten wir uns komplett hinterfragen und alles, was bisher »normal« war, auf den Prüfstand stellen? Müssen wir verzichten, um zu überleben? Und: Hat der Klimawandel wirklich so schwerwiegende Konsequenzen, oder kommen wir und die nachfolgenden Generationen mit einem blauen Auge davon?

Um die Dringlichkeit der Energiewende zu unterstreichen, hier eine – unvollständige – Aufzählung von Fakten und Ereignissen, die uns in den vergangenen Jahren berührt, erschreckt oder sogar geschockt haben sollten:

Das Jahr 2023 war das weltweit heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen, auch die Meerestemperatur lag so hoch wie nie zuvor erfasst.Berichte über Hitzerekorde in Regionen und in Innenstädten und extreme Wetterlagen sind mittlerweile keine Seltenheit mehr.Gewaltiger Wasserüberschuss und die katastrophalen Folgen für Mensch und Tier wurden bei diversen Flutkatastrophen und Starkregenereignissen weltweit sichtbar: New York, Libyen, Griechenland, Hongkong, Brasilien, Slowenien – viele Menschen fielen in diesen Städten oder Regionen 2023 den Fluten zum Opfer.Naturkatastrophen infolge des Klimawandels haben im Jahr 2022 weltweit zu volkswirtschaftlichen Schäden von 270 Milliarden Dollar geführt.

Berichte über Hitzerekorde in Regionen und in Innenstädten und extreme Wetterlagen sind mittlerweile keine Seltenheit mehr.

Längst sind die Folgen klimatischer Veränderungen auch in Deutschland zu spüren. In den vergangenen Jahren häuften sich außergewöhnliche Wetterereignisse. Neben übermäßig heißen Sommern, die vielen Menschen zu schaffen machen, wirkt sich der Klimawandel vor allem auf die Verfügbarkeit von Wasser aus: Zu viel Wasser – in Form von Regen oder Überschwemmungen –, aber auch zu wenig Wasser kann katastrophale Folgen für Menschen, Tiere und deren Umwelt haben.

Wassermangel und seine Folgen wurden sichtbar in den Dürren der letzten Jahre, die sich massiv auswirkten – insbesondere auf Landwirtschaft sowie Forstwirtschaft und Wälder.Die bisher größte Flutkatastrophe in Deutschland, die 2021 über das Ahrtal und ihre Bewohnerinnen und Bewohner hereinbrach, ist noch immer präsent und lange nicht aufgearbeitet. Mit acht Milliarden Euro Versicherungsschaden übertraf dieses Ereignis den bisherigen Schadensrekord durch Hochwasser in Deutschland um das Vierfache.Im Winter 2023/2024 hatte das Hochwasser Deutschland erneut fest im Griff. Dieses Mal besonders stark betroffen: Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Die bisher größte Flutkatastrophe in Deutschland brach 2021 über das Ahrtal und ihre Bewohnerinnen und Bewohner herein.

Die Überschwemmungen und ihre Folgen zeigen, welche Auswirkungen ein extremes Niederschlagsereignis, das durch den Klimawandel wahrscheinlicher wird, haben kann. Laut Bericht des Weltklimarates IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) stiegen die vom Menschen gemachten Treibhausgasemissionen zwischen 2010 und 2019 weiter an. Zwar war das Wachstum im letzten Jahrzehnt nicht mehr so rasant und wurde durch die Corona-Pandemie sogar kurzzeitig gestoppt. Doch noch nie waren die Emissionen so hoch wie heute.

In dem Projekt »Kosten durch Klimawandelfolgen in Deutschland« untersuchten das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), die Prognos AG und die Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) systematisch und umfassend die volkswirtschaftlichen Folgekosten sowie immaterielle Schäden klimawandelbedingter Extremwetterereignisse. Die zu erwartenden volkswirtschaftlichen Folgekosten bis zum Jahr 2050 sind beträchtlich. Je nach unterstelltem Klimaszenario summieren sie sich über den Zeitraum 2022 bis 2050 real auf mindestens 280 bis 900 Milliarden Euro. Die Kosten verteilen sich nicht gleichmäßig auf die einzelnen Jahre, sondern ziehen im Zeitverlauf immer stärker an. Dieser Kostenanstieg wird sich bis zum Ende des Jahrhunderts mit fortschreitendem Klimawandel verstärkt fortsetzen.

Neben den gesamtwirtschaftlichen Effekten umfassen die Folgen auch strukturelle Veränderungen der Wirtschaft und Arbeitsmärkte, die Zunahme der sozialen Ungleichheit und die daraus folgende mögliche Spaltung der Gesellschaft sowie einen negativen Einfluss auf die Erfüllung der nationalen 2030er UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs). Der Klimawandel wird Kosten in Milliardenhöhe verursachen. Hinzu kommen weitere sozioökonomische und soziale Folgen wie Todesfälle sowie ökologische Schäden, wozu etwa der Verlust an Biodiversität zählt.

Und: Während für uns nützliche Arten, die sich nicht so schnell an die veränderten Lebensbedingungen anpassen können, aussterben, übernehmen andere das Zepter. Durch die sich wandelnde Umwelt und die steigenden Temperaturen siedeln sich in unseren Breitengraden vermehrt Schädlinge an.

Ein durch den Borkenkäfer geschädigter und abgeholzter Fichtenbestand im Arnsberger Wald im Sauerland.

Ein bekanntes Beispiel ist der Borkenkäfer, der sich vor allem in Zeiten großer Trockenheit in Wäldern ausbreitet und dort Bäume befällt. Durch lange Trockenphasen sind diese geschwächt und ihre Abwehrkräfte gegen Schädlinge lassen nach. Vor allem Monokulturen (beispielsweise Fichtenbestände), sind gefährdet.

Diese Entwicklung ist besorgniserregend, da gerade Wälder CO2 aufnehmen und Sauerstoff wieder abgeben können. Ein Drittel der Landesfläche Deutschlands (11,4 Millionen Hektar) ist mit Baumbestand bedeckt. Schon einmal, in der 1980er-Jahren, war diese natürliche »grüne Lunge« durch das Waldsterben gefährdet. Grund war der »saure Regen«, dessen Hauptursache die damalige Luftverschmutzung durch ungefilterte, säurebildende Abgase von Kraftfahrzeugen, aber auch Industrieanlagen wie Kohlekraftwerken, war. Politische Entscheidungen und die anschließenden Maßnahmen wie der Einbau von Schwefelfiltern in Industrieschornsteinen, von Katalysatoren in PKW und LKW und die Einführung von bleifreiem Benzin und schwefelarmem Diesel sorgten für eine Verringerung der schädlichen Emissionen und ein Ende des Waldsterbens.

Ich als einzelne Person kann sowieso nichts tun – oder doch?

Wer sagt: »Was kann ich als einzelne Person schon tun?«, sollte sich vor Augen halten, dass die Folgen des Klimawandels schon heute vor allem die armen Länder betreffen, die Verursacher der hohen Treibhausgasemissionen jedoch die Bewohner der reichen Regionen sind. Die vermögendsten zehn Prozent der Weltbevölkerung verursachen zwischen 34 und 45 Prozent aller Treibhausgasemissionen.

Um diese Entwicklung zu stoppen oder zumindest abzumildern, sind in Europa und auch in Deutschland massive Einsparungen der CO2-Emissionen in den Bereichen Wärme, Mobilität, Gebäudeversorgung, Industrie und Ernährung notwendig. Denn das Kohlendioxid sorgt durch seinen Verbleib in der Atmosphäre unseres Planeten für die Verstärkung des Treibhauseffekts. Dieser führt zu den bereits erwähnten klimatischen Veränderungen.

Während die Europäische Union (EU) auf kontinentaler Ebene mit dem Aktionsplan »Fit for 55« bis 2055 klimaneutral sein will, hat sich Deutschland das Jahr 2045 als Ziel gesetzt, ab dem die Energieversorgung aus dem eigenen Land wie auch die importierten Energien CO2-neutral produziert werden sollen.

Die Antworten auf die Frage: »Was kann ich als einzelne Person tun?« sind vielfältig. Wir wollen in diesem Buch verschiedene Wege aufzeigen, die persönliche Energiewende kurzfristig, mittelfristig und langfristig zu realisieren. Dabei geht es auch darum, Maßnahmen wirtschaftlich vertretbar umzusetzen und die Frage zu beantworten, wie viel – oder ob überhaupt – Einschränkungen wir dafür im Bereich Komfort, Wohlstand und damit auch in punkto Lebensqualität in Kauf nehmen müssen.

Bei allen Überlegungen und Zweifeln gilt jedoch: Denkt nicht nur an euch, sondern auch an die nachfolgenden Generationen, also an Kinder, Enkel und Urenkel. Das Klima verhandelt nicht mit uns. Hier geht es um Naturgesetze: Diese können wir nicht beeinflussen – ihre Auswirkungen schon!

»Klimastreiks« sind heutzutage keine Seltenheit mehr.

Smart-Meter-Gateway/iMSys: Mit der Errichtung einer PV-Anlage stattet der Messstellenbetreiber den Haushalt mit einem modernen digitalen Zweirichtungsstromzähler aus. Ein Smart-Meter-Gateway ist eine intelligente Kommunikationseinheit, die Stromerzeuger, -zähler, Verbraucher und das intelligente Stromnetz (Smart Grid) miteinander verbindet und kommunizieren lässt. Dieses intelligente Messsystem (iMSys) übermittelt alle 15 Minuten die Messdaten an den Netzbetreiber. Dadurch können Verbraucher so gesteuert werden, dass sie nur dann Strom beziehen, wenn genug vorhanden ist. Zukünftig werden damit zunächst alle Haushalte mit einem Jahresstromverbrauch von über 6 000 Kilowattstunden oder mit PV