14,99 €
Gerlinde Selina erzählt von ihren Erlebnissen als Engelmedium und Lichtarbeiterin – wie sie den Zugang zur lichtvollen Geistigen Welt fand und lernte, mit den himmlischen Geschöpfen Kontakt aufzunehmen. Begleitet von Engeln, Aufgestiegenen Meistern, aber auch von Engeln in Menschengestalt, fand sie ihre Berufung, als Lichtarbeiterin anderen Menschen zu helfen. Neben ergreifenden und zugleich berührenden Erlebnissen aus ihrem Leben schildert sie Beispiele ihrer Klienten bei Kartenlegungen, spirituellen Sitzungen und Ritualen (Visionen, Vorahnungen, Astralreisen, Engelerscheinungen, verstorbene Seelen ins Licht schicken uvm.). Ihre wunderschönen Engelbilder mit Beschreibungen der einzelnen Engel schenken den LeserInnen eine „Magie“, die sie bis in die Tiefen des Herzens berührt. Abgerundet wird dieses Buch mit Heilsprüchen für alle Lebenslagen.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 288
Veröffentlichungsjahr: 2017
Gerlinde Selina
Engel sucht Lichtarbeiter
Aus dem Tagebuch eines Engelmediums
Smaragd Verlag
Haftung
Die in diesem Buch enthaltenen Informationen können der Aufklärung dienen und ersetzen keine medizinische Diagnose, ärztliche Verordnung oder Behandlung. Sie ersetzen auch nicht den Besuch bei einem Arzt oder Heilpraktiker. Die Autorin übernimmt für unsachgemäßen Gebrauch keine Haftung.
© Gerlinde Selina
1. Auflage Januar 2017
Autorin: Gerlinde Selina
© Cover: Gerlinde Selina
Umschlaggestaltung: preData
© Engelbilder Innenteil: Gerlinde Selina
Abbildungen Lenomarnd-Karten (ISBN 978-3-905017-03-8):
Mit freundlicher Genehmigung des Königsfurt-Urania-Verlags, Krummwisch
© AGMüller Urania, Neuhausen
www.koenigsfurt-urania.com
Satz: preData
Smaragd Verlag e.K.
Neuwieder Straße 2
56269 Dierdorf
Tel.: 02689-92259-10
Fax: 02689-92259-20
www.smaragd-verlag.de
E-Mail: [email protected]
ISBN (epup) 978-3-7418-8123-7
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung der Autorin unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und anderweitige Veröffentlichungen.
Widmung
Ich widme dieses Buch allen Menschen, die sich der lichtvollen geistigen Welt öffnen möchten.
Menschen wie du und ich, die bereit sind, ihre spirituellen Fähigkeiten zu wecken, die tief in unserem Unterbewusstsein schlummern und nur darauf warten, wachgerüttelt zu werden.
Wie und wie weit du dich diesen Fähigkeiten öffnest und lernst, richtig damit umzugehen, obliegt ganz allein dir.
***
Einführung
Ich erlaube mir, dich darum zu bitten, die Ansprache in meinem Buch mit einem persönlichen DU zu formulieren. So ist auch die Ansprache der Engel und anderer Lichtwesen mir gegenüber, die mich damit bis tief in meine Seele berühren.
Danke!
Wenn du dieses Buch liest, versuche die Worte nicht nur zu lesen, sondern auch zu hören, so, als würde ich dir in diesem Moment meine Erfahrungen persönlich erzählen.
***
Danksagung
Ich bedanke mich bei meiner Familie, insbesondere bei meinen Kindern Gernot und Christiane.
Ich bedanke mich bei all meinen Freunden (Kunden), die mich ebenfalls inspiriert haben, dieses Buch zu schreiben.
Ganz besonders bedanke ich mich bei meiner lieben Freundin Ute, ein Engelmedium aus Deutschland, die mir als Lehrerin, Freundin und Engel in Menschengestalt von der lichtvollen geistigen Welt geschickt wurde. Sie hat mich auf meine Gabe angesprochen und mich mit ihrer einfühlsamen und liebevollen Wesensart vertrauensvoll unterstützt.
Vor allem aber bedanke ich mich bei meinen lichtvollen Begleitern, wie:
Jesus,
Erzengel Michael,
Erzengel Gabriel,
Erzengel Chamuel,
Erzengel Zachariel,
meinem Schutzengel Sammy
und vielen anderen Lichtwesen…
Danke für eure Inspiration und Führung, die meine Kreativität beim Schreiben wie auch beim Malen meiner Engelbilder gestärkt hat.
PS: Die Namen in diesem Buch wurden zum Schutz der Personen teilweise geändert.
OMAR TA SATT
Liebe(r) Lichtarbeiter(in)
„Ja, Lichtarbeiter(in)!“ Ich nenne dich aus gutem Grund so, denn wenn dich dein Weg zu diesem Buch geführt hat, bist auch du bereits dabei, dich mit der lichtvollen geistigen Welt zu beschäftigen. „OMAR TA SATT“ heißt übersetzt: „Ich begrüße dich, liebe(r) Lichtarbeiter(in).“
Jetzt arbeitest auch du mit dem Licht, dem Licht, das du in deinem Herzen trägst und das dir von Gott in dein irdisches Leben mitgegeben wurde. Bereit zu sein, vieles in Licht und Liebe zu sehen, zu fühlen, zu spüren und zu handeln, ist ein großer Schritt in ein erfülltes und glückseliges Leben. Dein Engel hat dich gesucht und gefunden, und je mehr Menschen bereit sind, mit dem Licht zu arbeiten, desto heller erstrahlt unsere liebe Mutter Erde, und mit ihr das ganze Kollektiv. Denn je öfter du bereit bist, dich deiner eigenen spirituellen Kraft zu widmen, umso gesünder, zufriedener und liebevoller wirst du mit dir und anderen Lebewesen umgehen.
Gerade in diesem Moment, „ja, jetzt“, freuen sich mindestens tausend Engel und viele andere lichtvollen Wesen, dich als Lichtarbeiter begrüßen zu dürfen und heißen dich herzlich willkommen.
Wenn du, egal womit, gerade neue Erfahrungen machen darfst, so ist es oft sehr hilfreich, dich mit anderen Menschen darüber auszutauschen, um aus ihren Erfahrungen zu lernen.
Ich habe dieses Buch geschrieben, damit DU dich auf diesem Weg mit mir austauschen kannst. Bestimmt werden viele deiner Erlebnisse den meinen nicht gleichen. Warum? Weil auch du einzigartig bist, deine eigenen Wahrnehmungen hast und niemals genauso fühlst oder spürst wie andere. Meine Zeilen sollen dich dazu ermutigen, dich mit deinen persönlichen spirituellen Fähigkeiten auseinanderzusetzen, mit vertrauten Menschen darüber zu sprechen und mit deinen Erfahrungen nach außen zu gehen.
***
Auch du bist spirituell, wecke deine Spiritualität in dir
In vielen Büchern oder auch Nachschlagemöglichkeiten via Internet wird sehr umfangreich und genau beschrieben, wie man seine Spiritualität wecken kann. Wie und mit wem du dich in Verbindung setzen kannst, um mit ihnen, zum Beispiel den Engeln, aufgestiegenen Meistern, lichtvollen Ahnen, Naturgeistern oder anderen lichtvollen Wesen, zu kommunizieren.
Vielleicht geht oder ging es dir anfangs wie mir? Ich war teilweise durch fachmännische Ausdrücke total überfordert und legte einige Bücher gleich wieder weg, weil ich sie nicht verstehen konnte. Ausdrücke wie „Er ist der Engel des fünften grünen Strahls oder der Chohan des vierten Strahls“ sowie „Er ist ein Übermittler der Ideen, der Theosophen“ und vieles mehr waren für mich als Schülerin nur schwer, wenn überhaupt verständlich. Mir war bewusst, dass es bestimmt eine sehr lange Zeit und vor allem Selbsterfahrung braucht, um das alles zu lernen und zu verstehen. Für mich wäre anfangs ein Austausch mit einer spirituell erfahrenen Person verständlicher gewesen, die mir von ihren Erfahrungen von Beginn an erzählt hätte.
In meinem Buch möchte ich nicht nur, aber vor allem Laien verständlich machen, sich langsam in diese Welt hineinzufühlen. Auch wenn du dich gerade jetzt fragst: „Und wie bitte geht das?“
Gehe einen Schritt nach dem anderen, schenke dir Zeit, Ruhe, Selbstvertrauen, Liebe im Herzen und, vor allem, den Glauben an deine spirituellen Fähigkeiten.
Viele persönliche Erfahrungen beschreibe ich hier, woraus auch du lernen kannst, dann, wenn du es annehmen möchtest.
Fange klein an und werde groß,
sagten die Engel zu mir.
***
Was mir persönlich am Herzen liegt
Wenn ein Menschenkind geboren ist, schenkt man ihm oft zur Taufe eine kleine Kette oder einen Anhänger mit einem kleinen Engel darauf, vielleicht auch ein kleines Engelbild, damit es vor Gefahren beschützt ist.
Friedhöfe sind zumeist übersät mit unzähligen, wunderschönen Figuren und Statuen der Engel, was mein Herz berührt. Mir persönlich gefällt die Tradition, Gräber schön zu schmücken und auch Engelfiguren daraufzustellen. Ich nehme an, damit möchten die Zurückgebliebenen zum Ausdruck bringen, dass die Seelen weiterhin von ihnen beschützt sind. Weitergeholfen wird dabei aber meistens unbewusst den Hinterbliebenen, denn ohne Absicht stellen sie jedes Mal, wenn sie einen Engel auf dem Grab betrachten, einen Kontakt zu ihnen her.
Doch was ist zwischen Geburt und Tod?
Ja! Das Leben...,
...das uns geschenkt wurde und das wir uns ausgesucht haben. Doch kaum ist das Kettchen zu klein geworden, wird es in eine Schatulle gelegt. Anstelle des Engelbilds findet dann ein Poster einer berühmten Persönlichkeit, zum Beispiel eines Pop-Stars, den wir als Vorbild sehen, seinen Platz, wodurch der Kontakt abgebrochen wird.
Unser ganzes Leben lang brauchen wir die Engel, die wir bitten können, uns durch unser Leben zu begleiten. Immer wieder hört man in Liedern oder Geschichten von Engeln oder liest in Zeitungen: „Da war ein Schutzengel im Spiel, der wieder einmal ein Leben gerettet hat.“ Sich wirklich vorstellen, dass es sie gibt, können sich aber noch wenige.
***
Traditionen oder Dogmen?
Die Tradition führt viele Menschen an Sonntagen in die Kirche, um zu beten und, vor allem, um Hilfe zu bitten. In allen Kirchen gibt es wunderschöne Engelfiguren, doch ich fragte mich: „Sind die Menschen auch bereit, mit den Engeln zu sprechen? Sie auch um Hilfe zu bitten und, was noch wichtiger ist, sich bei ihnen zu bedanken?“
Nach einer persönlichen Meinungsumfrage konnten mir nur zwei von zehn Personen die Engel beschreiben, die sie in den Kirchen sehen.
In meine Gedanken drängt sich mehr und mehr der Wunsch, dass sich alle Religionen (Glaubensgemeinschaften) verstehen, jeder dem anderen seinen Willen lässt und lernt, dass es sinnlos ist, Kriege zu führen und in Hass zu leben. In unserer neuen Zeit hat „Gott sei Dank“ jeder das Recht, sich der Gemeinschaft anzuschließen, bei der er spürt, dass ihm weitergeholfen wird oder aber auch keiner Religion anzugehören.
Ich liebe es, alleine in prachtvolle Kirchen verschiedener Glaubensgemeinschaften zu gehen, und fühle dabei oft positive Schwingungen. Aber zugleich auch negative. Warum? Weil mir immer wieder Bilder auffallen, die Leid ausdrücken. Ich bete zu Gott, Jesus und Maria, spreche mit den Engeln und bin dabei ständig bemüht, von einigen Bildern meinen Blick abzuwenden.
Immer wieder liest man in spirituellen Büchern oder anderen Nachschlagewerken, dass wir nach vorne schauen sollen. Wir beten oder bitten darum, dass uns der Liebe Gott und die Engel helfen, Leidvolles aus unserer Vergangenheit zu vergessen. Wie aber soll die Erde heil werden, und mit ihr die ganze Menschheit, wenn wir uns immer wieder das Leid absichtlich vor Augen halten? Wir nehmen das Leid durch Worte und Bilder auf.
Was ich nicht verstehen kann, und ich denke, ich spreche auch für andere, ist, dass sich viele Menschen Jesus noch heute am Kreuz ansehen, und das vielleicht täglich mehrmals, nicht nur in der Kirche, sondern auch zu Hause.
Ich habe eine große Verbundenheit zu Jesus. Er teilte mir mit, dass ich den Menschen sagen soll, ihn doch endlich vom Kreuz zu nehmen.
Seine Worte waren:
„Ich lebe wie alle Seelen, die ins Licht gegangen sind, und fühle die wahre Liebe Gottes in mir. Jedes Mal aber, wenn ihr mich am Kreuz betrachtet, seid ihr unbewusst mit dem Leid verbunden, das ich als Mensch durchlebte.
Wer wohl würde sich ein Bild von einem lieben Menschen aufhängen, der leidet oder sogar zu Tode kam, wer? Warum nur tut ihr euch das an? Denkt nach!
Verbindet euch mit der Freude und der Liebe, die den Weg in euer Herz finden soll, und nehmt sie an. Schaut euch Bilder an, die euer Herz Wärme spüren lassen, und begrabt Vergangenes, das euch mit Leid verbindet. Seid in Liebe und lebt euer Leben in Liebe und Freude, denn nur so findet ihr euren Weg ins Licht.
Seid geliebt und beschützt auf ewig, Jesus.“
(Es gibt bereits viele Menschen, die Stimmen aus der lichtvollen geistigen Welt jenseits anderer Dimensionen wahrnehmen können und sie auf mentaler Ebene überliefert bekommen, und so war es auch bei mir.)
In meinem Haus gibt es auch ein Bild von Jesus, aber er ist stehend vor dem Kreuz abgebildet und strahlt Lebendigkeit und Liebe aus, das, was er uns täglich mitteilen möchte.
An Engel zu glauben und mit ihnen zu kommunizieren, dafür bedarf es nicht unbedingt, einer Religion anzugehören. Die Engel sind jetzt bei uns, und sie waren von Anfang an da. Sie begleiten uns durch unser ganzes Leben und warten darauf, dass sie gerufen werden, denn nur dann dürfen sie uns auch helfen. „Nur dann“, sagten sie zu mir, und ich kann es nicht oft genug wiederholen.
Jeder Mensch, der geboren ist, bekommt einen oder sogar zwei bis drei Schutzengel in sein irdisches Leben mitgeschickt. Zusätzlich warten so viele andere Engel, um uns zu begleiten und uns zu helfen. So viele Heilkraftengel stehen also an unserer Seite. „Rufe die Engel, damit du den Kontakt und den Zugang zur lichtvollen geistigen Welt bekommst!“ Wenn du es annehmen möchtest, hole dir aus meinem Buch die Anregung und traue dich, mit deinen Fähigkeiten nach außen zu gehen und ebenfalls ein Lichtarbeiter zu sein.
Meine Botschaft (meine Aufgabe) , die mir von den Engeln überbracht wurde, ist es, den Menschen nahezubringen, dass es die Engel wirklich gibt und sie nur darauf warten „Hilfe zu schenken“.
Ganz besonders dir!
***
Kurze Vorgeschichte
Ich heiße Gerlinde und wohne in einem Ort nahe einer Bezirkshauptstadt in Österreich. Mein spiritueller, kosmischer Name ist Selina. Dieser Name bedeutet „die Perle Gottes“. Meine ersten Erfahrungen im Zusammenhang mit meiner Spiritualität machte ich ab meinem sechzehnten Lebensjahr nach einer schweren Krankheit.
Immer wieder einmal sah ich tagsüber einen Film vor meinem inneren Auge ablaufen, ohne dass mir zu dieser Zeit bewusst war, dass es sich dabei um eine bereits ausgeprägte Hellsichtigkeit handelte. Ich hatte oft das Bedürfnis, Menschen zu helfen und gab unauffällige Hinweise zu meinen Visionen. Dennoch fehlte mir anfangs der Mut, mich mit anderen Menschen über diese Gabe auszutauschen. Ich sah Begegnungen mit Menschen, die in Konflikte gerieten, aber durchaus auch schöne Situationen, und alles traf zu. Wenige Menschen waren aber bereit, meine Hilfe anzunehmen, also verdrängte ich diese Visionen nach einiger Zeit immer mehr, indem ich sie in Gedanken wieder fortschickte.
Als ich mit achtzehn Jahren meine Lehre als Apothekenhelferin mit gutem Erfolg abgeschlossen hatte, beschloss ich, eine neue Herausforderung in der Ferne zu suchen. Ich arbeitete für vier Jahre im Gastgewerbe in mehreren Bundesländern in Österreich. Immer wieder zog es mich aber zu bestimmten Menschen, die dann Rat bei mir suchten.
Mit dreiundzwanzig Jahren lernte ich meinen ersten Mann Christian kennen und schenkte innerhalb von vier Jahren meinen beiden Kindern das Leben. In dieser Ehe wurde ich aber auf eine harte Probe gestellt. Viele Jahre versuchte Christian, sich von einer zu sehr auf ihn einwirkenden Kraft zu befreien. Ich war damals noch nicht stark genug, um ihm helfen zu können, obwohl er immer wieder sagte: „Nur du kannst mir helfen, mein Herzerl.“ Doch unsere Wege trennten sich nach sieben Jahren wieder. Erst viele Jahre später wurde mir klar, dass nur er selbst sich helfen konnte.
Mein Sohn war vier Jahre und meine kleine Tochter erst fünf Monate alt, und es kam eine schwere Zeit auf uns zu. Wenig Geld, immer wieder mal arbeitslos, ja, sogar an Lebensmitteln musste gespart werden, aber die Liebe, das Glück und die Zufriedenheit waren ständig bei uns zu Hause, und wir konnten trotz allem lachen und Spaß haben. Meine Eltern wie auch meine Oma unterstützten uns, so gut sie konnten, und meine Liebe im Herzen zu ihnen wie auch zu meinen zwei Geschwistern Eva und Brigitte war sehr groß. Mein Leben ging weiter, wie, wusste ich oft nicht, aber es ging weiter.
Ich erzähle dir hier wahre Erlebnisse mit der lichtvollen geistigen Welt, mit lieben lichtvollen Freunden, meiner Familie und wie sich mein Leben zum Positiven veränderte:
Als ich begann, mit dem Licht zu arbeiten, und wie dadurch viele himmlischen Geschöpfe zu mir fanden.
***
Der Tod stand vor mir
Ich war ein lebensfroher Teenager im Alter von fünfzehn Jahren. Wie viele Mädchen aus meiner Klasse besuchte ich die Haushaltsschule in unserer Stadt und lernte alles, was eine gute Hausfrau ausmacht: kochen, stricken, waschen, nähen, bügeln usw.
Eines Nachmittags bekam ich von einer Minute auf die andere hohes Fieber. Ich hatte starken Schüttelfrost und begann zu fantasieren. Da es bei uns zu Hause noch kein Telefon gab, machte sich mein Vater sofort auf den Weg zum Arzt, um Hilfe zu holen. Ich schrie vor Schmerzen, erzählte mir meine Mutter später, denn ich selbst bekam davon nur wenig mit. Sie sagte mir, dass sie sich zu mir ins Bett gelegt, mich festgehalten und zu beruhigen versucht hätte. Doch immer wieder schrie ich auf: „Da ist ein schwarzer Mann, der soll weggehen, ich habe Angst vor ihm!“
Der Arzt kam noch am selben Tag und diagnostizierte Mumps. Er erklärte meinen Eltern, dass diese Krankheit im Alter von sechzehn Jahren gefährlich werden könnte und Kinder diese Krankheit leichter verkraften würden. Sofort bekam ich eine Spritze, wodurch sich das Fieber einigermaßen senkte, was mir Erleichterung brachte.
Mein Vater fuhr schnell in die Apotheke und holte eine Paste, die mir der Arzt verordnet hatte. Daran kann ich mich noch sehr gut erinnern, so, als wäre es gestern gewesen. Es war eine weißgraue Paste, die meine Mutti auf ein Geschirrtuch strich und mir um den Hals wickelte.
Mein Hals war beidseitig so stark angeschwollen, dass man seine Form eigentlich gar nicht mehr erkennen konnte, obwohl ich, wie mein Arzt immer meinte, einen Schwanenhals hatte. Ich kam mir ein bisschen vor wie ein Außerirdischer. Etwas zu mir zu nehmen, fiel mir schwer. Sobald ich etwas Essbares in den Mund nahm und sich mein Speichel damit vermischte, stach es in meinem Hals so stark, dass ich selbst die köstlichsten Mahlzeiten wieder beiseiteschob und aufhörte, zu essen
Zwei Tage danach stand der Mann, ganz in Schwarz gekleidet (Kutte oder ein Umhang), abermals vor mir. Wieder stand er nur da, sagte nichts und sah mich nur an. Trotz des weichen Gesichtsausdrucks, den er mir entgegenbrachte, bekam ich es mit der Angst zu tun und rief laut: „Stopp, geh weg!“ Es dauerte nur ein paar Sekunden, bis er wieder verschwunden war, und danach fühlte ich große Erleichterung.
Ich denke, es waren drei Wochen, bis es mir wieder einigermaßen besser ging. Danach musste ich vor allem wieder zu Kräften kommen, denn ich war sehr abgemagert. Der Mann erschien mir danach nie mehr.
Einige Wochen später bekam ich die erste Vision. Plötzlich sah ich einen Film vor meinen Augen. In nur einem Bruchteil einer Sekunde, gerade mal ein kurzes Wegsehen während eines Gesprächs mit meiner Mutti, sah und erkannte ich eine Situation, die ich danach bis ins kleinste Detail beschreiben konnte. Es war kein Gedanke, der kommt und sich wieder verliert, und es spielte sich nur in meinem Kopf ab. Oder waren es doch meine Gedanken, die sich mir in Bildern zeigten? Diese Frage stellte ich mir oft, aber so war es nicht, denn alles traf ein.
***
Meine erste Vision
Es war kurz vor Heiligabend, und meine Mutti und ich waren gerade dabei, Kekse zu backen. Das ganze Haus duftete nach Vanille, frisch gerösteten Nüssen und süßem Honig.
Plötzlich, während ich gerade Vanillekipferl formte, spürte ich, wie eine sonderbare Energie auf mich einwirkte. Nur für einen kurzen Moment sah ich einen Film ablaufen, der mir sehr real erschien. Ich dachte mir nichts dabei und formte meine Kipferln weiter, legte eins nach dem anderen aufs Blech und schob es in den Ofen. Doch während ich die Töpfe reinigte, fragte ich mich in Gedanken: „Wird das auch zutreffen, was ich eben gesehen habe?“
Ich machte wohl einen sehr nachdenklichen Eindruck und war ein wenig abwesend, denn ich überhörte, dass meine Mutti rief: „Die Kipferln sind bald fertig, schau, dass sie nicht anbrennen!“ Wie plötzlich wachgerüttelt, griff ich nach dem Geschirrtuch, holte das Blech aus dem Ofen und nahm ein Kipferl nach dem anderen herunter, um sie in Vanillezucker zu tauchen. Meiner Mutti fiel meine Nachdenklichkeit auf, denn sie fragte mich: „Na, was ist mit dir, wo bist du gerade wieder mit deinen Gedanken?“ Ich wollte es nicht länger für mich behalten und erzählte es ihr:
„Ich sah, wie Brigitte zur Tür hereinkam, sich an den Türstock lehnte und bitterlich weinte. Ihr Mann ging zu ihr, nahm sie in die Arme und tröstete sie mit den Worten: „Wir werden uns nicht gerade heute streiten, oder Schatz?“
Das wird genau an Heiligabend sein, denn nur an diesem Tag ist es uns Kindern erlaubt, die Kerzen am Christbaum zu entzünden, und ich sah den Christbaum im Hintergrund.“
Meine Mutti fragte mich, wie ich auf so etwas käme. Ganz aufgelöst erzählte ich ihr von meiner Vision, in der Erwartung, wie sie wohl drauf reagieren würde.Ich war sehr überrascht, wie verständnisvoll sie meine Nachricht aufnahm, und zugleich freute ich mich, dass ich mich mit ihr austauschen konnte. Sie meinte nur noch, dass wir einfach mal abwarten sollten.
Am Heiligabend war es dann so weit. Die Tür ging auf, meine Schwester Brigitte kam mit Tränen in den Augen herein, stellte sich an den Türrahmen, weinte bitterlich usw. Meine Mutti ging zu ihr hin, hieß sie herzlich willkommen, wischte ihr die Tränen von den Wangen, umarmte sie fest und konnte sie wieder beruhigen.
Während sie meine Schwester umarmte, sah sie zu mir in Richtung Küche, wo ich mich gerade aufhielt, warf mir ein herzliches Lächeln zu und legte dabei ihren Zeigefinger verstohlen auf ihre Lippen. Es war mir, als ob ich ihre Gedanken hören konnte, die mir sagten, dass ich Recht gehabt hatte, aber diese Erfahrung nicht weitererzählen sollte.
**
Meine Visionen gingen weiter
In meiner nächsten Vision sah ich, wie meine Eltern sich stritten. Meine Oma, die im Haus bei uns wohnte, fühlte sich seelisch durch meinen Vater angegriffen. Sie hatten eine große Meinungsverschiedenheit, doch meine Mutter verteidigte sie und hielt zu ihr. Mein Vater schrie so laut, dass ich es bis in mein Kinderzimmer hören konnte, obwohl ich mich in einer Vision befand. Selbst dort fühlte es sich an, als ob es sich ganz nah neben mir abspielen würde. Mein Vater ging danach zur Haustür hinaus, knallte die Tür zu und fuhr in die Firma, wo er die Nacht verbrachte. Er arbeitete in einer großen Einrichtung und durfte jederzeit dort hinein und auch übernachten. Ein paar Tage später bestätigte sich auch diese Vision. Der Film den ich gesehen hatte, wurde zur wahren Begebenheit.
Darauf folgten einige Visionen, oft war nur ein Wort zu sehen, dann nur ein Bild, worin ich eine Situation erkannte, ein gebrochener Fuß und ein Name direkt auf dem Fuß geschrieben, ein Kind, das weinte, usw.
Ich ging zu den Menschen, die ich in der Vision erkannt hatte, und teilte ihnen mit, dass dieses oder jenes Ereignis passieren könnte. Einige hörten auf mich, und ihr kleines Schicksal wurde damit verhindert, doch viele andere lachten darüber, nahmen meine Vorhersagen nicht ernst, und sie traten ein. Ich erzählte niemandem davon, dass es sich um Visionen handelte, nur meine Mutti wusste Bescheid, denn ich hatte Angst, ausgelacht zu werden. Es waren einige Menschen, denen ich intuitiv weiterhelfen wollte, und heute weiß ich, dass es versteckte Segnungen waren, die ich verschenkte.
Nach einiger Zeit hörte ich damit auf, da ich zu der Erkenntnis gekommen war, dass manche Menschen ihr Schicksal vielleicht doch besser durchleben möchten, um eben daraus zu lernen. Wenn ich spürte, dass diese Energie zu mir wollte, sagte ich, kurz bevor die Vision hereinkam, sofort: „Stopp, geh weg!“,und das funktionierte auch.
Danach kam für lange Zeit nichts mehr herein. Stimmen hörte ich zu dieser Zeit noch keine, so, wie ich sie heute höre. Auch wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht, wer da mit mir arbeitete. Doch da ich heute fühle, dass ich reinen Herzens bin, weiß ich, dass es schon damals die lichtvolle geistige Welt war, mit der ich für eine kurze Zeit arbeiten durfte. Die Zeit, dabei zu bleiben und mich von ihr führen zu lassen, kam erst später, viel später.
***
Wolfgang, greif auf zwei Uhr!
Erst im Alter von dreißig Jahren zog ich aus meinem Elternhaus aus. Mit meinen zwei Kindern bewohnte ich eine kleine Mietwohnung von siebzig Quadratmetern, die für den Anfang groß genug für uns drei war. Mit meinen Kindern und vielen Freundinnen, die bei mir ein und ausgingen, erlebte ich tolle und aufregende Abenteuer.
Nach drei Jahren siedelten wir in eine größere Wohnung um, da der Wunsch meiner Kinder, ein eigenes Zimmer zu haben, von Tag zu Tag wuchs. Beide schliefen zuvor in einem kleinen Kinderzimmer mit gerade mal sechs Quadratmetern. Unsere neue Wohnung war eine Mietankaufwohnung, die ich mir hart erspart, liebevoll eingerichtet und mir mit einem Großteil an Geld, das ich von meinem Vati geschenkt bekommen hatte, auch leisten konnte. Die Wohnung lag im dritten Stock, und wir mussten viele Stufen steigen. Aber das störte mich nicht, denn mein Wunsch, etwas Eigenes zu besitzen, war größer als all die Mühe, immer und immer wieder die vielen Treppen zu steigen. Meine Kinder und ich fühlten uns sehr wohl, und noch heute denke ich gerne an viele schöne Momente voller Freude und Glückseligkeit zurück.
Beinahe zehn Jahre lang lebte ich mit meinen zwei kleinen Kindern allein, ohne Partner. Doch wenn mir die Decke auf den Kopf fiel, waren meine Eltern jederzeit bereit, auf sie aufzupassen, sodass ich mich mit meinen Freundinnen treffen konnte.
Die Zeit verging, und meine Kinder waren bereits elf und fünfzehn Jahre alt. Bis dahin arbeitete ich an verschiedenen Arbeitsstellen, eben da, wo gerade was frei war. Ich durfte jedoch nur so lange bleiben, wie die Firma einen Zuschuss vom Arbeitsamt bekam, und das war nur für ein Jahr. Danach musste ich trotz des Lobs, das ich immer wieder für meine Leistungen erhielt, wieder gehen, um Platz für andere Arbeitslose zu machen. So kämpfte ich mich einige Jahre durch, um meinen Kindern und mir ein angenehmes Leben zu ermöglichen, sie zu ernähren und ihnen immer mal wieder eine Freude zu bereiten. Ein kleines Lächeln auf ihren Lippen zu sehen, war mein schönstes Geschenk.
An einem Freitagabend, es war im Februar 2001, rief mich meine Freundin Mara an, um sich mit mir zu verabreden. Meine Freude war dann immer groß, denn an solchen Abenden fand ich Ausgleich für meinen Alltag.
Immer öfter kam der Gedanke, mir einen Mann fürs Leben zu suchen, doch den Richtigen zu finden, war für mich sehr schwer. Ich hatte ja natürlich meine Vorstellungen, wie er aussehen und welchen Charakter er haben sollte, und da waren noch zwei kleine Kinder, die auch geliebt werden wollten, woran es ein paar Mal für eine feste Beziehung scheiterte.
So fuhr ich zu Mara, wo ihre Tochter schon voller Freude auf meine Tochter wartete, denn diese durfte mitkommen und bei ihr übernachten. Mara und ich wollten noch für ein paar Stunden in eine Therme fahren, um zu entspannen, und anschließend zum Tanzen, was wir uns schon lange Zeit vorgenommen hatten. Nach dem Thermenaufenthalt führte uns unser Abenteuer in eine Disco. Es wurde getanzt, gelacht, gesungen und geflirtet, was uns für ein paar Stunden unseren Alltag vergessen ließ. An diesem Abend lernte ich meinen zweiten Mann kennen, wodurch sich mein Leben von heute auf morgen veränderte.
Es dauerte nicht sehr lange, bis Wolfgang und ich uns sehr nahekamen. Meine Kinder hatten endlich wieder einen Papa, den sie sich seit Jahren gewünscht hatten, und wir waren wieder eine Familie mit Mama und Papa. Drei Jahre vergingen, wir heirateten, und vieles fiel mir leichter als vorher.
Wolfgang hatte erst seit einigen Wochen eine neue Stelle in Tirol als Facharbeiter in einer Baufirma angenommen. Mit seinem Kollegen fuhr er an den Wochenenden einige hundert Kilometer mit dem Auto von daheim zur Arbeit und wieder zurück. Es war sehr belastend für ihn, doch er wollte lieber selbst fahren, als mit seinen Kollegen mitzufahren, da er sich dann sicherer fühlte.
Einige Tage, bevor Wolfgang seine Reise antrat, hatte ich plötzlich wieder eine Vision. Ich sah ihn im Auto sitzen und konnte beobachten, wie er sich gerade mit einem Mann unterhielt, der entweder blonde, sehr helle oder fast keine Haare hatte. Sie lachten miteinander, und Wolfgang hatte seine rechte Hand nur leicht am Lenkrad liegen. Zugleich sah ich den Tacho, der mir eine Geschwindigkeit von einhundertundzwanzig Stundenkilometern zeigte. Plötzlich sah ich, wie sich sein Freund nach vorne bückte und mit seiner linken Hand nach unten griff. Dabei stützte er sich mit seiner rechten Hand ab und griff Wolfgang direkt ins Lenkrad. Das Szenario, das sich danach abspielte, ließ mein Herz schneller klopfen. Wolfgang versuchte, sein Lenkrad mit beiden Händen festzuhalten, mit der Hand seines Kollegen im Lenkrad. Das letzte Bild, das sich mir zeigte, war eine silberne Leitplanke, dann riss der Film.
Schweißgebadet stand ich im Vorraum meiner Wohnung und sagte laut: „Jetzt sind sie schon wieder da, meine Visionen.“ Tagelang überlegte ich, wie ich ihm dieses, für mich wahr erlebte Ereignis erklären könnte. Die Zeit drängte, denn in den meisten Fällen dauerte es höchstens drei Wochen, bis die Visionen zutrafen. Ich musste mir etwas einfallen lassen, sodass es für ihn glaubwürdig erschien. Angestrengt überlegte ich hin und her und kam zu dem Entschluss, es ihm ebenfalls als einen Traum zu schildern. Seine Reaktion, als ich ihm davon erzählte, war ein Lächeln auf seinen Lippen, mit der Antwort: „Mir passiert schon nichts.“ Dennoch bat ich ihn, beim Autofahren immer auf „zwei Uhr“ zu greifen, so, wie ich es in der Fahrschule gelernt hatte.
Ich fühlte, dass der Tag des Ereignisses immer näherkam, und wieder hatte er die Fahrstrecke nach Tirol vor sich. Wir saßen an diesem Abend noch in einem Buschenschank und aßen eine Kleinigkeit. Es war fünf Uhr am Nachmittag, und draußen schneite es heftig. Um sechs Uhr am Abend sollte die Reise losgehen. Mit einem Kuss und der Bitte „Fahr langsam“, verabschiedete ich mich von ihm und spazierte zu Fuß nach Hause. Mein nervöser Magen meldete sich an diesem Abend, während ich angespannt auf den Anruf von Wolfgang wartete, um zu hören, dass er gut angekommen sei. Um Mitternacht kam der Anruf dann auch, und er erzählte mir Folgendes:
„Gerlinde, ich glaube, du hast mir und meinem Freund heute das Leben gerettet. Stell dir vor, plötzlich kam dein Satz in meine Gedanken. Du weißt schon: „Greif auf zwei Uhr!“. Wir waren mit über hundert Sachen auf der Autobahn unterwegs, und meine rechte Hand lag nur auf dem Lenkrad, so, wie du es in deinem Traum gesehen hast. Ich erinnerte mich daran und griff am Lenkrad auf zwei Uhr, streckte meine Hände durch und umfasste es dabei fest mit beiden Händen. Fast im selben Moment bückte sich mein Freund neben mir nach unten und griff mit seiner rechten Hand mitten ins Lenkrad. Ich veriss mein Lenkrad, konnte uns aber noch aus dieser gefährlichen Situation retten. Jetzt noch sehe ich die Leitplanke vor mir, der ich Gott sei Dank rechtzeitig ausweichen konnte.
Meinem Freund war die Zigarette hinuntergefallen, wonach er sich unbewusst bückte und mir dabei mitten ins Lenkrad griff. Er entschuldigte sich bei mir und konnte es sich selbst nicht erklären. Er sagte mir nur immer wieder, dass alles unbewusst geschehen sei und er es bestimmt nicht absichtlich getan hätte. Gerlinde, danke nochmals, ab heute fahre ich mit meinem Schutzengel und vorsichtig.“
***
Oma, ruf doch deinen Schutzengel, ich glaube, er hat verschlafen!
Wolfgang wohnte schon drei Jahre bei uns, als er eines Tages den Wunsch äußerte, für uns ein eigenes Haus zu bauen. Es sollte auf einem Grundstück fern vom Straßenlärm und ebenerdig gebaut werden. Wir setzten uns spontan hin und begannen zu planen. Viele gute Ideen waren da, aber leider zu wenig Geld, um sie uns zu erfüllen. Trotz allem beauftragten wir einen Makler, der uns einige Grundstücke zeigen konnte. Gefunden haben wir unser Grundstück aber selbst. Es war genau das Grundstück, das ich in einer Vision vor vielen, vielen Jahren gesehen hatte, wie beschrieben im Kapitel „Fallbeispiel: Das weiße Haus“.
Wir sparten ein Jahr lang alles Geld, bis wir so viel zusammenhatten, um die ersten Baustoffmaterialien zu kaufen. Das Grundstück war also gefunden, aber die Miete für die Wohnung zu bezahlen und weiterhin für das Haus zu sparen, konnten wir uns nicht leisten. Wir bauten vorerst nur bis zur Fundamentplatte, um im darauffolgenden Jahr mit dem Rohbau weiterzumachen.
Das tolle Angebot von Mutti und Oma, während unserer Bauzeit bei ihnen einzuziehen, war unsere Rettung. Nach Kündigungsfrist der Wohnung zogen wir mit unseren Kindern und unserem Hund Simba, der seit vier Monaten unser neues Familienmitglied war, wieder in mein altes beziehungsweise neues Zuhause ein. Sie stellten uns den ganzen ersten Stock ihres Hauses zur Verfügung, der ausreichend Platz bot.
Noch vor einem Jahr wäre es nicht möglich gewesen, wieder daheim einzuziehen, denn meine Mutti versorgte mit all ihrer Liebe, aber auch Aufopferung meinen kranken Vater und seine Mutter, die beide Pflegefälle geworden waren. Das Schicksal aber wollte es so, dass mein Vater im Alter von siebzig Jahren nach einer schweren Krankheit verstarb. Damals, am selben Tag der Beerdigung, stürzte meine Oma mütterlicherseits, die sich nach einem Kollaps im Spital zwar erholte, sich jedoch einen Oberschenkelhalsbruch zuzog. Nach dieser Operation konnte sie sich nicht mehr richtig erholen, sodass auch sie zum Pflegefall wurde. Wieder war eine neue Belastung für meine Mutter da, eine neue Herausforderung, die sie zu bewältigen hatte. Doch es hörte nicht auf. Das Grab meines Vaters war erst vierzehn Tage zugedeckt, wunderschöne Gestecke schmückten es noch, als ich plötzlich einen Anruf meiner Mutti bekam. „Stell dir vor, Gerlinde, jetzt ist heute auch die Mami gestorben“, die Mutter meines Vaters.
Trotz allem ging das Leben weiter, und neue Aufgaben ließen uns unseren Kummer und Schmerz vergessen.
Wir waren schon einige Monate bei Mutti eingezogen, und unser Hausbau machte Fortschritte, aber Oma konnte unser Haus nur über die Fotos betrachten, die ich ihr immer wieder zeigte. Anfangs war sie sehr bemüht, wieder gehen zu lernen, denn sie wollte sich unser Haus unbedingt anschauen. Oft sagte sie zu mir: „Dirnderl, so lange lebe ich noch, bis euer Haus fertig ist, denn das möchte ich mir noch anschauen, bevor ich gehe.“ Doch so sehr sie sich bemühte, ihre 87 Jahre alten Knochen wollten sie nicht mehr tragen.
Wir drei Kinder sowie eine Frau der Heimkrankenpflege gaben unser Bestes und unterstützten unsere Mutti so gut es ging, um es unserer lieben Oma so schön wie möglich zu machen. Ich saß oft an ihrem Bett und wollte sie von den Schmerzen ablenken, aber es gelang mir nicht immer. Ich kann mich noch gut erinnern, als sie mich anlächelte, ihre Augen sich mit Tränen füllten und sie mir sagte, dass sie sich das Sterben nicht so schwer vorgestellt hätte.
Wieder zeigte ich ihr ein neues Bild von unserem Haus, das bereits ein Dach hatte. Tagelang hörte ich sie beten, und auch ich setzte mich viele Male an ihr Bett und betete mit ihr. Ihr Zustand verschlimmerte sich von Tag zu Tag, sie konnte ihre Augen nicht mehr schließen und sprach kaum noch ein Wort. Ich hörte, wie schwer sie atmete, konnte ihr aber nicht helfen.
Doch plötzlich, wie von Engeln geleitet, legte ich meinen Kopf an ihre Schulter und flüsterte ihr weinend ins Ohr: „Oma, ruf doch deinen Schutzengel, ich glaube, der hat verschlafen.“ Kaum hatte ich den Satz ausgesprochen, fühlte ich eine Energie, die mir eine innere Weite vermittelte. Mein Mitgefühl war gleich geblieben, aber mein Mitleid wurde weniger und weniger. Der Raum, in dem sie lag, schien auf einmal viel heller, und ich hörte ihren Atem, der gleichmäßig, aber dennoch langsam war. Ich verabschiedete mich von ihr, gab ihr einen Kuss auf die Wange, streichelte ihr nochmals über ihr silberfarbenes Haar und ging zu Bett.
Meine Mutti verspürte ebenfalls intuitiv den Wunsch, ihre Mutter in dieser Nacht nicht alleine zu lassen. Sie setzte sich mit einem Sessel die ganze Nacht an ihr Bett und hielt ihr die Hand, bis sie in ihren Armen endlich sterben konnte.
Zu dieser Zeit arbeitete ich noch unbewusst mit den Engeln, als ich den Schutzengel von Oma gerufen hatte, damit er sie ins Licht begleitet.
Als ich nach Jahren den Weg zu den Engeln gefunden hatte, kam ihre Seele mich besuchen. Doch diese Geschichte erzähle ich dir in einem weiteren Kapitel: „Wie verstorbene Ahnen dich auch besuchen können“.
***
Von heute auf morgen konnte ich aus den Karten lesen
