Enkaustik - Jennifer Margell - E-Book

Enkaustik E-Book

Jennifer Margell

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Beschreibung

AIs eine der traditionsreichsten Techniken der Malerei wird die Enkaustik seit ihren Anfängen im alten Ägypten auf der ganzen Welt praktiziert. Moderne Künstler wie Paul Klee und Diego Rivera bedienten sich ebenso wie Jasper Johns der Enkaustik-Malerei. In diesem neuen umfangreichen Text gibt Jennifer Margell dem Leser nicht nur eine verständliche Einführung in das Material, sondern stellt auch eine aufschlussreiche Anleitung für Enkaustik-Anfänger bereit. Begleitet wird dieser Leitfaden von zahlreichen Interviews mit einigen der bekanntesten Enkaustik-Künstler sowie von einer in diesem Umfang bisher nicht veröffentlichten Werksammlung, die das gesamte Spektrum dieser traditionellen Technik veranschaulicht.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 157

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Autorin: Jennifer Margell

Layout:

Baseline Co. Ltd

61A-63A Vo Van Tan Street

4. Etage

Distrikt 3, Ho Chi Minh City

Vietnam

© Confidential Concepts, worldwide, USA

© Parkstone Press International, New York, USA

Image-Barwww.image-bar.com

© Kristy Battani, all rights reserved

© Steven DaLuz, all rights reserved

© Brandy Eiger, all rights reserved

© Karen Freedman, all rights reserved

© Lorraine Glessner, all rights reserved

© Carrie Goller, all rights reserved

© Stephanie Hargrave, all rights reserved

© Miriam Karp, all rights reserved

© Jennifer Margell, all rights reserved

© Cheryl D. McClure, all rights reserved

© Edie Morton, all rights reserved

© Debra Neiman, all rights reserved

© Jeremy Penn, all rights reserved

© Richard Purdy, all rights reserved

© Amy Royce, all rights reserved

© Adele Shaw, all rights reserved

© Tony Scherman, all rights reserved

Weltweit alle Rechte vorbehalten.

Soweit nicht anders vermerkt, gehört das Copyright der Arbeiten den jeweiligen Fotografen, den betreffenden Künstlern selbst oder ihren Rechtsnachfolgern. Trotz intensiver Nachforschungen war es aber nicht in jedem Fall möglich, die Eigentumsrechte festzustellen. Gegebenenfalls bitten wir um Benachrichtigung.

ISBN: 978-1-78310-331-7

Jennifer Margell

Mit Werken von:

Kristy Battani

Steven DaLuz

Brandy Eiger

Karen Freedman

Lorraine Glessner

Carrie Goller

Stephanie Hargrave

Miriam Karp

Cheryl McClure

Edie Morton

Debra Neiman

Jeremy Penn

Richard Purdy

Amy Royce

Adele Shaw

Tony Sherman

Inhalt

EINFÜHRUNG

DIE GESCHICHTE

MATERIALIEN FÜR ENKAUSTIK

HERSTELLUNG DES ENKAUSTIKMEDIUMS

FARBEN UND PIGMENTE

Zehn Lektionen

LEKTION 1: MALEN UND SCHMELZEN

LEKTION 2: DAS AUFTRAGEN MIT DEM PINSEL

LEKTION 3: MISCHMEDIEN

LEKTION 4: PLASTISCHE OBJEKTE

LEKTION 5: DIE VERWENDUNG VON MASKEN

LEKTION 6: DAS ÜBERMALEN VON FOTOGRAFIEN

LEKTION 7: STRUKTURELLER HINTERGRUND

LEKTION 8: RITZLINIEN

LEKTION 9: DAS ABSCHABEN VON SCHICHTEN

LEKTION 10: FOTOÜBERTRAGUNGEN

SICHERHEITSHINWEISE

Enkaustikkünstler im Interview

KRISTY DARNELL BATTANI

BRANDY EIGER

KAREN FREEDMAN

CARRIE GOLLER

CHERYL MCCLURE

EDIE MORTON

JEREMY PENN

AMY ROYCE

TONY SHERMAN

Kunstgalerie

STEVEN DALUZ

STEPHANIE HARGRAVE

LORRAINE GLESSNER

ADELE SHAW

DEBRA NEIMAN

MIRIAM KARP

RICHARD PURDY

ADRESSEN UND ANSPRECHPARTNER

EINFÜHRUNG

Als ich zum ersten Mal eine Enkaustikmalerei sah, war ich von ihrer schönen Oberfläche und der unglaublichen Textur und Transparenz fasziniert. Ich wollte auf sie zugehen und sie berühren. Ich war entschlossen, Enkaustikmalerei selbst zu versuchen, und sobald ich das in die Tat umsetzte, hatte es mich erwischt. Dies ist nur meine Geschichte, aber ich habe sie wie ein Echo von vielen Enkaustik-Künstlern gehört, die sich ebenfalls in die Vielfältigkeit dieses Mediums verliebt haben.

Enkaustik ist wie keine andere Form der Malerei, da sie unendlich viele Techniken umfasst und immer nur Sekunden vergehen, bevor das Medium erstarrt. Es ist ein Medium, bei dem Sie sich auf Ihren Instinkt verlassen und unwillkürlich malen müssen. Sie sollten an sich selbst glauben und von Anfang an Vertrauen in Ihr Können haben. Am Anfang gibt es viele Enttäuschungen, aber im Lauf der Zeit lernt man aus den anfänglichen Missgeschicken.

Der beste Weg, die Kunst der Enkaustikmalerei zu erlernen, ist nicht etwa, mit diesem Medium schöne Bilder zu kreieren, sondern mit den unterschiedlichen Techniken ein Bild nach dem anderen zu schaffen. Selbst eine Technik, die Sie eigentlich gar nicht anwenden wollten, kann später zu einer weiteren Option werden, mit der das Repertoire erweitert wird.

Wie oft bin ich in eine Galerie gegangen und habe über die außerordentlichen Arbeiten der Künstler gestaunt. Ich fragte mich, wie die Künstler die bewunderten Werke geschaffen hatten und wollte die Motivation der Künstler kennenlernen, wollte wissen, was sie denken, was sie fühlen und was sie physisch unternahmen, um ihre Kunstwerke zu schaffen. Diese Fragen wurden nicht immer beantwortet und so zur Inspiration für dieses Buch, in dem zum ersten Mal einige der momentan erfolgreichsten und talentiertesten Enkaustikkünstler selbst zu Wort kommen, die uns bei dem Buch unterstützten und uns von ihren Erfahrungen, ihrer Arbeitsweise und sogar ihre Techniken erzählten.

Enkaustik ist eine wiederentdeckte alte Kunst, die zuerst vor etwa dreitausend Jahren von den Griechen verwendet wurde und sich seit Kurzem neuer Beliebtheit erfreut. Obwohl der Bekanntheitsgrad der Enkaustik in Künstlerkreisen stetig wächst, wissen viele immer noch nicht, was sich hinter dem Begriff der Enkaustik verbirgt und haben Fragen hinsichtlich dieses Mediums.

Die Enkaustikkünstler sind eine wunderbare Gruppe, weil sie bereit sind, ihre Ratschläge und Erfahrungen untereinander auszutauschen. Es ist ein neues und aufregendes Erlebnis mit der Enkaustik, denn ihre Möglichkeiten sind grenzenlos. Auf der ganzen Welt versuchen Künstler neue Techniken und experimentieren in einer Weise, die an die aufregenden Zeiten der französischen Impressionisten im frühen 19. Jahrhundert erinnert. Viele zeitgenössische Künstler mit stark unterschiedlichen Stilen erzählen die gleiche schöne Geschichte von ihrer Beziehung zu diesem Medium.

Dieses Buch vereint mit über 150 Kunstwerken talentierter Enkaustikkünstler der Gegenwart eine der größten Sammlungen der enkaustischen Kunst. Wer dieses Buch durchblättert, kann erkennen, wie breit gefächert und endlos die Möglichkeiten im Bereich dieser Kunsttechnik sind. Das Besondere an diesem Buchprojekt ist, dass es nicht nur eine exzellente Sammlung an Arbeiten enthält, sondern auch erlaubt, die Ansichten dieser Künstler kennenzulernen. Dieses Buch gibt die Leidenschaft, die Motivation und die Ratschläge der Künstler in ihren eigenen Worten wieder.

Jennifer Margell, Erwachen, 2011.

Enkaustik und Fotografie

auf Birkensperrholz, 91,4x61cm.

Dieses Arbeitsbuch enthält auch die nötigen Informationen für alle diejenigen, die ganz neu zur Enkaustik stoßen und zeigt die grundlegenden Techniken, Materialien und Werkzeuge, die vom ersten Herstellungsschritt bis zum fertigen Enkaustikmedium benötigt werden. Das Spektrum der grundlegenden Techniken wird in zehn Lektionen erläutert.

Enkaustik ist nicht leicht erlernbar, aber für viele andere Künstler und auch für mich war es das bei weitem interessanteste Medium, mit dem ich bisher gearbeitet habe. Es ist zwar großartig, an einem lokalen Workshop teizunehmen, um da zu erfahren, wie man mit Enkaustik malen kann, aber es gibt auch viele andere Wege, um auf eigene Faust in das Medium einzusteigen.

Wenn ich ein Gemälde beginne, frage ich mich oft, was ich eigentlich sagen möchte. Ich überlege mir, wie ich meinen individuellen Stil ausdrücken kann und welches Gefühl ich den Zuschauern übermitteln möchte. Ich erinnere mich immer an das, was einmal eine Künstlerin in einem Interview sagte. Man hatte ihr geraten, falls sie ihre Ausdrucksart noch nicht kenne, dass sie malen und malen und dann alle diese Bilder aufhängen sollte um zu sehen, was ihnen gemeinsam ist, welche Farben und Formen ihre Arbeiten durchziehen. Das würde ihren individuellen Stil aufzeigen, der etwas ist, was man, selbst wenn man es wollte, nicht verbergen könnte. Deswegen sei es am besten, ihn aufzuspüren und zu akzeptieren.

Die Gestaltung dieses Arbeitsbuchs, das sich im Herstellungsprozess wie eine Enkaustikarbeit vom ursprünglichen Gedanken bis zum Endprodukt deutlich verändert hat, war eine Freude und ein Segen.

Ich hoffe, dass die Bilder in diesem Buch eine Inspiration für den Leser sind, dass die Geschichten und Offenbarungen der Künstler geschätzt werden und dieses Projekt vielen Künstlern hilft, die Techniken der Enkaustik zu erlernen und die Möglichkeiten, die diese Kunst bietet, voll auszuschöpfen.

DIE GESCHICHTE

Enkaustikmalerei ist eine der ältesten Formen der Malerei. Der Begriff Enkaustik leitet sich von dem Wort enkaio „einbrennen” ab. Diese Malerei entstand vor etwa 3 000 Jahren im antiken Griechenland, als die Schiffsbauer eine Mischung aus Harz und Wachs verwendeten, um die Schiffsrümpfe zu versiegeln und zu imprägnieren. Dem Medium wurden dann farbige Pigmente hinzugegeben, was zusätzlich der Dekoration der Kriegsschiffe diente.

Die berühmtesten Enkaustikgemälde aller Zeiten sind wahrscheinlich die bei Ausgrabungen im ägyptischen Fayum-Becken entdeckten farbigen Mumienporträts auf Holztafeln aus dem 1. und 2. nachchristlichen Jahrhundert. Sie wurden von einer großen griechischen Gemeinschaft, die sich in Ägypten angesiedelt hatte, gemalt und nach der Eroberung Ägyptens durch Alexander den Großen (um 345-310 v. Chr.) den ägyptischen Traditionen angepasst. Der Tradition gemäß befanden sich die Mumienporträts als Erinnerungsmal auf der Einhüllung der Mumie.

Diese Porträts wurden entweder schon zu Lebzeiten der Personen oder erst nach deren Tod gemalt. Viele dieser Mumien sind bis zum heutigen Tag erhalten geblieben. Durch die Einbettung der Pigmente in das Wachsmedium wurden die Helligkeit und Farbkraft der Porträts bewahrt. Mit dem Niedergang des Römischen Reiches geriet die Enkaustikmalerei in Vergessenheit, da das Land instabil war und sich wirtschaftlichen Turbulenzen gegenübersah. Die Enkaustik wurde in jener Zeit weitgehend von der einfacher zu handhabenden und kostengünstigeren Tempora ersetzt. Es wurden zwar auch weiterhin und bis zum 7. Jahrhundert einige wenige weitere Gemälde geschaffen, aber tatsächlich wurde die Enkaustik zu einer verlorenen Kunst.

Erst im späten 18. Jahrhundert wurde die Enkaustik vom französischen Archäologen Anne-Claude-Philippe (1692-1765), dem Comte de Caylus, der die alten Wandmalereien und die Enkaustik-Techniken von Pompeji studierte, kurzzeitig wiederbelebt. Auch Leonardo da Vinci (1452-1519) hatte in seinen Arbeiten bereits mit der Enkaustik experimentiert, war aber nicht erfolgreich.

Adele Shaw, Studio-Detail.

Später, im 19. Jahrhundert, untersuchten Freskenmaler der nördlichen Klimazonen die Enkaustik, um ein Mittel gegen die Feuchtigkeitsprobleme bei den Wandmalereien zu finden, der Erfolg war aber begrenzt. Andere europäische Künstler, wie Vincent van Gogh (1853-1890) und der Nazarener Julius Schnorr von Carolsfeld (1794-1872) verwendeten Wachs in ihren Ölgemälden, um Farbschichten mit durchscheinenden Schichten voneinander zu trennen.

Eines der Hauptprobleme bei der Arbeit mit Enkaustik war es, einen Weg zu finden, um das Wachs zu schmelzen. Erst im 20. Jahrhundert revolutionierte die Erfindung der tragbaren elektronischen Heizgeräte die Kunstform und machte die Enkaustik zu einer ausführbareren Kunstform. Dieses Faktum und der Erfolg der frühen Enkaustikmaler waren der Anlass zu einer Wiederbelebung der Enkaustikmalerei.

Die Popularisierung dieser Kunst und das wachsende Bewusstsein für das Medium ist dem Begründer der Pop Art, Jasper Johns (* 1930), zu verdanken. Er benutzte es in einer Reihe seiner Werke, darunter in seiner Serie American Flags. Andere Künstler, die zur Wiederbelebung der Kunst beigetragen haben, waren Alfonso Ossonio (1916-1990), Lynda Benglis (* 1941), Nancy Graves (1939-1995), Robert Morris (* 1931) und Tony Scherman (* 1950). Enkaustik ist heute eine moderne, immer populärer werdende Kunsttechnik.

Wachs hat viele Qualitäten, die sich im Laufe der Zeit bewährt haben, und Enkaustik ist vielleicht die dauerhafteste Form der Malerei. Bienenwachs ist unempfindlich gegen Feuchtigkeit, es ist ein natürlicher Klebstoff, der keine Insekten anzieht und Mehltau widersteht. Öle und Lösungsmittel können zwar im Lauf der Zeit gelb oder dunkler werden, aber Bienenwachs kann die Farbe nicht verändern. Die Enkaustik ist, weil sie eine alte, erst kürzlich aus der Vergessenheit wieder hervorgeholte Technik ist, auch ein sehr spannendes Medium für künstlerische Experimente. Da sie in den letzten Jahrzehnten auch kontinuierlich an Dynamik gewonnen hat, erweitern zeitgenössische Künstler die Grenzen, indem sie die technischen Möglichkeiten und die der Materialien erforschen. Im Repertoire zeitgenössischer Künstler ist die Enkaustik ein noch relativ neues Medium, und viele Seiten ihrer Geschichte müssen noch geschrieben werden.

MATERIALIEN FÜR ENKAUSTIK

Viele Werkzeuge der Enkaustik stammen aus unvermuteten Quellen: So können etwa Konservendosen zum Mischen von Farben und ein Bügeleisen zur Wachsschmelze verwendet werden. Man sollte mit unterschiedlichen Materialien experimentieren, um interessante Effekte zu kreieren. Hier folgt eine Liste der für das Malen mit Enkaustik erforderlichen elementaren Werkzeuge:

Wärmequelle:

Für die Wachsschmelze ist eine Herd-oder Heizplatte erforderlich.

Um Schichten miteinander zu verschmelzen, wird eine Handheißluftpistole benötigt, alternativ kann auch ein Propanbrenner verwendet werden.

Enkaustikmedium:

Das Enkaustikmedium besteht aus einer Mischung aus Bienenwachs und Dammarharz, die man fertig kaufen kann; als kostengünstigere Option kann man aber auch eine eigene Mischung herstellen.

Enkaustikfarbe:

Die Enkaustikfarbe ist eine Mischung aus Enkaustikmedium (Wachs und Dammarharz) mit Pigment. Sie kann als professionelle Mischung gekauft oder selbsthergestellt werden. Sie ist mit Enkaustikmedium verdünnbar, was sie widerstandsfähiger macht.

Unterlage:

Für Enkaustik ist eine feste Oberfläche erforderlich. Experimentieren Sie mit verschiedenen Oberflächen wie Bambus, Birkenholz oder Hartfaser. Leinwand allein kann sich im Laufe der Zeit dehnen, sodass es, wenn Sie lieber auf Leinwand malen, am besten ist, die Leinwand auf eine Massivholzunterlage zu ziehen.

Elementare Werkzeuge:

Geeignet sind Naturborsten- oder Schweineborstenpinsel aus dem Baumarkt. Verwenden Sie keine Kunststoffpinsel, weil sie bei Hitze schmelzen können.

Papierhandtücher sollten immer griffbereit sein.

Optionale Werkzeuge:

Ein Thermometer als ein handliches Werkzeug, das hilft, das Wachs in einem Temperaturbereich von 80 bis 90º Celsius zu halten.

Zum Einritzen und Einschneiden von Linien in das Wachs sind Holzschnitzerei-Werkzeuge hervorragend verwendbar.

Mischtechnik-Materialien sowie geeignete Papiere, organische Materialien, Stoffe und kleine Gegenstände sind immer nützlich.

HERSTELLUNG DES ENKAUSTIKMEDIUMS

Mischen Sie Ihr eigenes Enkaustikmedium. Es ist nicht schwierig und eine großartige Möglichkeit, um Geld für Arbeitsmaterialien zu sparen. Das Enkaustikmedium ist eine Mischung aus Bienenwachs und Dammarharz. Das Hinzufügen von Dammarharz zum Wachs erhöht die Schmelztemperatur des Enkaustikmediums und macht es hart, sodass es widerstandsfähiger wird.

Bienenwachs gibt es gefiltert oder ungefiltert. Ungefiltertes Bienenwachs hat durch die enthaltenen Blütenpollen eine goldene Tönung und einen stärkeren Geruch. Es ist nicht sehr durchsichtig, deshalb ziehen die meisten Künstler gefiltertes, über eine transluzente klare weiße Farbe verfügendes Bienenwachs vor. Es kann durch die Verwendung von Filtern auf natürliche Weise, durch chemische Zusätze oder auch durch Bleichen gereinigt werden. Chemisch gebleichtes Wachs kann jedoch mit der Zeit vergilben. Bienenwachs besteht in einer Vielzahl von Formen, die meisten Enkaustikkünstler bevorzugen Granulate; Wachsblöcke funktionieren aber ebenso gut. Um einen großen Wachsblock zu brechen, kann man den Block einfrieren, ihn in eine Papiertüte stecken und dann mit einem Hammer zerschlagen.

Paraffin besteht aus Erdöl und ist für Enkaustik ebenfalls eine gute Wahl. Es ist härter als Bienenwachs, kann aber gebrochen werden, wenn es unter Druck gesetzt wird. Es ist billiger als gefiltertes Bienenwachs. Einige Künstler fügen ihrem Enkaustikmedium einen Anteil von Paraffin hinzu.

Dammarharz ist ein gehärtetes Baumharz und darf nicht mit Dammarlack verwechselt werden. Es ist in Kunstbedarfsgeschäften oder im Onlinehandel erhältlich. Die meisten Künstler kaufen lieber die aus hartem, zerstückeltem Dammarharz bestehenden Dammarkristalle.

Arbeitsmaterialien:

- Gefiltertes Bienenwachs,

- Dammarharz,

- Hitzequelle und Rührstock,

- Thermostat (empfohlen),

- Keksdosen oder andere Behälter zum Wachsgießen,

- Ein gut belüfteter Arbeitsbereich.

Vorbereitungen:

1. Benutzen Sie eine Waage, um acht Teile gefiltertes Bienenwachs und ein Teil Dammarharz zu wiegen. Sie können mit unterschiedlichen Maßeinheiten experimentieren, aber nehmen Sie nicht zu viel Dammarharz, damit das Medium nicht spröde wird. Wenn der Dammarharz-Block sehr groß ist, zerschlagen sie ihn mit einem Hammer in kleinere Stücke.

2. In einem gut belüfteten Raum bringen Sie eine kleine Menge Wachs zur Wärmequelle. Es wird bei etwa 80 bis 90° C schmelzen. Dazu kann man einen Topf, eine elektrische Kochplatte oder eindoppelbödiges Gefäß für siedendes Wasser einsetzen. Verwenden Sie zur Temperaturüberwachung ein Thermometer und lassen Sie das Wachs nicht unbeaufsichtigt.

3. Erhöhen Sie die Temperatur bis zum Schmelzpunkt. Die Dammarharzbröckchen werden nacheinander mit einem Stäbchen oder dem Ende eines langen Pinsels verrührt, bis sie vollständig aufgelöst sind. Die Temperatur sollte 90° C nicht übersteigen. Sollte Rauch aufsteigen, schalten Sie die Wärmequelle ab.

4. Sobald das Dammarharz eine völlig glatte Konsistenz hat, wird der Rest des Bienenwachses hinzugefügt, die Temperatur auf etwa 80° C reduziert und die Mischung so lange gerührt, bis alle Zutaten vollständig miteinander vermischt sind.

5. Dann wird das das Medium zum Abkühlen in kleine Behälter gegossen. Werden etwa Keksformen verwendet, stellt man die Dosen zwanzig Minuten lang in den Gefrierschrank, die Wachswürfel werden anschließend einfach herausgedrückt. Nach der Benutzung mit dem Enkaustikmedium sollte man die Dosen nicht mehr für Lebensmittel verwenden, denn durch die Dammarkristalle gibt es kleine, am unteren Rand der Enkaustikwürfel sichtbare Verunreinigungen. Wer diese Unsauberkeiten vermeiden will, kann das Medium durch ein Metallsieb mit einem Kaffeefilter oder ein Seihtuch gießen. Das Medium ist jetzt einsatzbereit.

FARBEN UND PIGMENTE

Enkaustikfarbe ist nichts anderes als ein Enkaustikmedium mit Pigmenten. Dem Enkaustikmedium können Pigmente, Ölfarben, pulverförmige Pigmente oder auch Lyra-Enkaustik-Buntstifte hinzugefügt werden. Die der Enkaustik hinzugefügte Farbmenge legt fest, wie transparent das Medium sein wird. Sie können sich auch dafür entscheiden, vorgefertige Enkaustikfarbblöcke mit bereits hinzugefügter Farbe zu verwenden, aber diese Blöcke enthalten ziemlich viel Farbe und sind oft teuer. Man kann sie jedoch mit Enkaustikmedium verdünnen, damit sie länger vorhalten und dem Medium mehr Transparenz geben.

Um Farbe hinzuzufügen, werden entweder farbige Blöcke des Mediums gekauft oder man fügt seinem Medium selbst Ölfarben hinzu. Stattdessen kann man aber auch die für die Herstellung von Ölfarben eingesetzten pulverförmigen Pigmente hinzufügen. Allerdings sollte man diese nicht verwenden, wenn die wichtigsten fachgemäßen Sicherheitsvorkehrungen nicht beachtet werden: Atemschutz, Handschuhe und eine kontrollierte Luftströmung. Es ist gefährlich, pulverförmige Pigmente einzuatmen, erst wenn sie in das Enkaustikmedium aufgenommen sind, sind sie genauso sicher wie normale Enkaustikfarben.

Wie gesagt, pulverförmige Pigmente hinzuzufügen erfordert die beschriebenen Vorsichtsmaßnahmen. Nachfolgend wird die Herstellung von Enkaustikfarbe mit Ölfarbtuben beschrieben:

1. Fügen Sie zur geschmolzenen Enkaustikfarbe die Ölfarbe entweder direkt auf dem Blech oder in einzelnen Behältern hinzu. Die Ölfarbe wird das Medium etwas weicher machen. Man kann die Ölfarbe auf Küchenpapier oder auf ein Öl absorbierendes Material aus dem Fachhandel ausbreiten.

Jennifer Margell, Verschachtelung, 2011.

Enkaustik und Mischtechnik auf Birkenholz,

91,44x91,44cm.

LEKTION 1: MALEN UND SCHMELZEN

Zur Vorbereitung sollten Sie alle Werkzeuge, einschließlich der Wärmequelle, des Enkaustikmediums, der Farbe, der Pinsel und einer Heißluftpistole (siehe S. 14 „Materialien für Enkaustik”) griffbereit platzieren.

1. Nehmen Sie Ihre Heiz- oder Grillplatte, um das Enkaustikmedium zu schmelzen. Man kann das Enkaustikmedium eventuell auch mit Farbe getönt zum Aufbau einer transluzenten Grundlage verwenden oder das Enkaustikmedium und die Enkaustikfarben direkt auf einer beheizten Grillfläche zusammenmischen oder auch einzelne Dosen verwenden, um die verschiedenen Farben zu trennen. Experimentieren Sie zunächst mit beiden Methoden, um die für Sie passendere zu finden.

2. Verwenden Sie einen breiten Naturfaserpinsel, um das Wachs in langen Strichen auf der Oberfläche aufzutragen. Ein zwei Zentimeter breiter Schweineborstenpinsel aus dem Baumarkt funktioniert bestens. Verwenden Sie keine Kunststoff- oder Plastikborsten, da diese schmelzen. Eine feste und glatte Grundlage, etwa Holz oder Hartfaser, ist als Malfläche ideal. Während Sie mit dem Pinsel malen, wird das Wachs schnell erstarren, tauchen Sie ihn weiterhin und so oft in das Wachs, bis Sie die erste Farbschicht auf die Oberfläche aufgetragen haben.

3. Dann muss die Wachsschicht mit der Grundlage verschmolzen werden. Die meisten Künstler bedienen sich dabei einer Heißluftpistole, aber eine Propanlötlampe funktioniert auch. Unter kreisförmigen Bewegungen schmilzt das Wachs leichter, dann kann man auf anderen Teilen des Bildes weitermachen. Sie brauchen das Wachs nur so lange zu schmelzen, bis es an der darunterliegenden Oberfläche haftet. Wird ein Bereich zu lange erwärmt, wird er ungleichmäßig. Man sieht, wie die verschmolzene Oberfläche des Wachses glatt und glänzend wird. Es kommt häufig vor, dass im Wachs wie kleine Löcher aussehende, an die Oberfläche aufsteigende Luftblasen erscheinen. Um diese zu entfernen, kreisen Sie einfach mit der Wärmequelle leicht über diesen Bereich.