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Studienarbeit aus dem Jahr 2012 im Fachbereich Ethnologie / Volkskunde, Note: 1,0, Universität Münster (Seminar für Volkskunde/ Europäische Ethnologie), Veranstaltung: Theorien, Begriffe und Methoden der Kultur- und Sozialanthropologie, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Arbeit beschäftigt sich mit den Definitionen der Begriffe Enkulturation, Soziogenese und Psychogenese. Um den individuellen Sozialisationsprozess und das Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft verstehen zu können, wird der Zusammenhang der Begriffe anhand von zwei Beispielen näher erläutert. Zum einen an der Gesellschaft der Minangkabau in Indonesien und zum anderen an sich verändernden Verhaltensmustern in der niederländischen Gesellschaft im 20. Jahrhundert.
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Veröffentlichungsjahr: 2015
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Enkulturation
3. Soziogenese
4. Psychogenese
5. Enkulturation, Soziogenese und Psychogenese am Beispiel der Minangkabau
6. Soziogenese und Psychogenese am Beispiel sich verändernder Verhaltensmuster in der niederländischen Gesellschaft
7. Fazit
Literaturverzeichnis
„Wie werden gesellschaftliche Prozesse in der Erfahrung und im Handeln des Einzelnen wirksam?“ (von Ferber 1984:105)
Ausgehend von dieser Frage beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit den Definitionen der Begriffe Enkulturation, Soziogenese und Psychogenese.
„This term, which refers to the process of learning one’s culture, is often (but by no means universally) distinguished from socialization, which means the general process of learning culture. In anthropological usage, enculturation is not limited to childhood but is a life-long process” (Hunter; Whitten 1976:143)
Der Begriff Enkulturation als Teil der Sozialisation bezeichnet den Eintritt eines Individuums in eine Kultur. Durch das Erlernen zwischenmenschlicher Verhaltensweisen und kulturspezifischer Wertvorstellungen wird das Grundgerüst für die Ausbildung einer sozialen Persönlichkeit begründet:
„[…], the members of every society learn the general patterns of their culture-i.e., what one must or must not believe and do. In addition they learn the social norms (what one should or should not do) as well as allowed variations (what one may or may not do). When people have these understandings internalized, they may be in a position to refine the concepts to the extent of imposing personal behavior and personal interpretations on them” (Hunter; Whitten 1976:143)
Die Primärsozialisation wird in den ersten Lebensjahren hauptsächlich durch den Kontakt der Eltern zum Kind bestimmt. Claessens spricht in diesem Zusammenhang von der Entwicklung der „‚basic personality‘“ (1972:161). Er unterscheidet dabei zwischen einer „kulturelle[n] Grundpersönlichkeit“ (ebd.:157) und vielen „‚soziale[n] Rollen‘“ (ebd.:157). Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Kultur gilt als Voraussetzung für Einnahme verschiedener sozialer Rollen, z.B. in der Familie, im Beruf oder anderen gesellschaftlichen Bereichen (vgl. ebd.:157). Dabei ist das „[…] Erlernen der (gruppen- und schichtspezifischen) Sprache“ (Klima 1973:164) von zentraler Bedeutung.
Durch die Erziehung und Einführung in die Kultur entwickelt sich aus einem biologischen, ein soziales Wesen. Die Eltern, selbst Teil der Gesellschaft, geben Regeln und Normen an das Kind weiter:
