Entdeckungen in Nubien - Johann Ludwig Burckhardt - E-Book

Entdeckungen in Nubien E-Book

Johann Ludwig Burckhardt

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Beschreibung

Burckhardt war der erste gebildete Mensch der Neuzeit, der die heute berühmten Tempel von Abu Simbel erblickte. Seine Aufzeichnungen über die Entdeckungen, Abenteuer und Geschäfte am oberen Nil und in Nubien waren die ersten Berichte, die Europa über diese Region überhaupt erreichten, und wurden zur Sensation. Mit dem Kenntnisreichtum des "Insiders" beschreibt er die Lebensweise der Beduinen und die kulturelle Eigenart des Orients ebenso plastisch wie Sklavenhandel und Karawanenleben im Sudan. Im Februar 1813 zog er nilaufwärte, durchquerte unter vielen Gefahren Nubien bis ans Rote Meer und gelangte per Schiff 1814 nach Djidda. "Der alte Stadthalter nahm mich kalt auf und sagte: 'Dies ist kein Land für Leute wie Ihr, um darin zu reisen, ohne von Karawanen begleitet zu sein'." J.L. Burckhardt

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Seitenzahl: 989

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Johann Ludwig Burckhardt,

geboren am 24. November 1784 in Lausanne ais Sproß der bekannten Baseler Patrizierfamilie, scherte sich wenig um die Normen seiner Gesellschaft und ein bürgeriiches Leben:

Statt in ein Handelskontor oder in den diplomatischen Dienst einzutreten, schiffte er sich, als indoarabischer Kaufmann verkleidet, im Februar 1809 nach Nahost ein. Dort blieb er drei Jahre, bereiste als Scheich „Ibrahim ibn Abdullah“ weite Teile Syriens und Palästinas und entdeckte als erster Europäer die seit den Kreuzzügen vergessenen Ruinen von Petra. Als Scheich Ibrahim, der Syrer, unternahm er die Wallfahrt nach Mekka und Medina und bereiste Arabien.

Zurückgekehrt nach Kairo, wurde er 1817 das Opfer einer Fischvergiftung und starb mit nur 32 Jahren an der Ruhr.

Dr. Helmut Arndt

gelangen als Kenner und Liebhaber historischer Reiseberichte schon mehrfach bemerkenswerte Wiederentdeckungen, so Alfred E. Brehms „Reisen ini Sudan“, Vivant Denons „Mit Napoleon in Agypten“ und Helmuth von Moltkes „Unter dem Halbmond“, die alle in der Reihe „Alte abenteuerliche Reise- und Entdeckungsberichte“ erschienen sind.

Zum Buch

Burckhardt war der erste gebildete Mensch der Neuzeit, der die heute berühmten Tempel von Abu Simbel erblickte.

Im Februar 1813 zog er nilaufwärts, durchquerte unter vielen Gefahren Nubien bis ans Rote Meer und gelangte per Schiff 1814 nach Djidda. Seine Aufzeichnungen iiber die Entdeckungen, Abenteuer und Geschäfte am oberen Nil und in Nubien waren die ersten Berichte, die Europa über diese Region überhaupt erreichten, und wurden zur Sensation. Mit dem Kenntnisreichtum des „Insiders“ beschreibt er die Lebensweise der Beduinen und die kulturelle Eigenart des Orients ebenso plastisch wie Sklavenhandel und Karawanenleben im Sudan. Burckhardts Bericht wird mit diesem Band erstmals vollständig vorgelegt.

Johann Ludwig Burckhardt

Entdeckungen in Nubien

Johann Ludwig Burckhardt

Entdeckungen in Nubien

Der erste europäischeForschungsreisende amOberlauf des Nils

Herausgegeben von Helmut Arndt

Mit 69 Illustrationen und Karten

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://dnb.d-nb.de abrufbar.

Es ist nicht gestattet, Abbildungen und Texte dieses Buches zu scannen, in PCs oder auf CDs zu speichern oder mit Computern zu verändern oder einzeln oder zusammen mit anderen Bildvorlagen zu manipulieren, es sei denn mit schriftlicher Genehmigung des Verlages.

Alle Rechte vorbehalten

Copyright © by marixverlag GmbH, Wiesbaden 2013

Der Text basiert auf der Ausgabe Edition Erdmann, Wiesbaden 2010

Lektorat: Dietmar Urmes, Bottrop

Covergestaltung: Nicole Ehlers, marixverlag GmbH

nach der Gestaltung von Nele Schütz Design, München

Bildnachweis: Bridgeman Art Library, Berlin

eBook-Bearbeitung: Bookwire GmbH, Frankfurt am Main

ISBN: 978-3-8438-0081-5

www.marixverlag.de

Inhalt

Vorwort

Einführung

Burckhardts Reise an den Ufern des Nils entlang von Assuan nach Mahass an die Grenzen von Dongola

Derr

Nachrichten aus der Gegend zwischen Assuan und Derr und ihren Einwohnern

Rückkehr von Dar el Mahass nach Assuan

Allgemeine Bemerkungen über Nubien

Burckhardts Reise im Jahr 1814 von Oberägypten durch die Wüsten Nubiens nach Berber und Suakin und von dort nach Djidda in Arabien

Reise von Berber nach Shendy

In Damer, vom 10. bis zum 15. April

In Shendy, vom 17. April bis zum 17. Mai

Reise von Shendy nach Taka

Reise von Taka nach Souakin

Souakin

Überfahrt von Souakin nach Djidda

Ende der Reisebeschreibung

Erster Anhang

Zweiter Anhang

Dritter Anhang

Anhang

Erläuterung der arabischen und türkischen Titel und Rangbezeichnungen

Verzeichnis der Schriften Johann Ludwig Burckhardts (alle Werke postum erschienen)

Bisher publizierte Briefe Johann Ludwig Burckhardts

Bildnachweis

Aufsätze

Biografien

Vorwort

Über das Leben und die Reisen Burckhardts

Johann Ludwig Burckhardt stammte aus einer angesehenen Basler Familie, wurde aber in Lausanne geboren. Er war das achte Kind von Johann Rudolf Burckhardt, der gewöhnlich mit dem Namen seines Hauses in Basel „Burckhardt vom Kirschgarten“ gerufen wurde.

Burckhardt vom Kirschgarten hatte zunächst die besten Aussichten, die aber bald durch die Französische Revolution zu Nichte gemacht wurden. Seit deren Beginn war er in eine Reihe von Gefahren und Schwierigkeiten verwickelt worden, die ihn beinahe auf dem Schafott das Leben gekostet hätten. Man beschuldigte ihn, am Verrat des Brückenkopfes von Hüningen an die Österreicher bei der Belagerung dieser Festung von 1796 bis 1797 verwickelt gewesen zu sein und stellte ihn vor ein Kriegsgericht der Französischen Partei in Basel. Trotz erwiesener Unschuld und Freilassung aus dem Gefängnis hielt er es für wenig ratsam, den Franzosen ausgeliefert zu bleiben, da er aus sicherer Quelle erfahren hatte, dass sein Name auf der Liste der Personen stand, die man auf die Seite schaffen wollte. Er schloss sich einem Korps schweizer Truppen im englischen Sold an, musste aber seine Familie in Basel zurücklassen, um sie so gut wie möglich vor dem kompletten Ruin zu schützen.

Sein Sohn Ludwig wurde täglich Zeuge vom Leid unter den französischen Republikanern und verabscheute deren Grundsätze, so dass er schon in einem sehr zarten Alter den Entschluss fasste, sich ihnen nie unterzuordnen. Er beabsichtigte daher in einer bedeutenden Armee, die sich im Krieg mit Frankreich befand, zu dienen. Vorher wollte er jedoch seine Ausbildung vollenden, die er, mit Ausnahme eines zweijährigen Aufenthalts in einer Einrichtung in Neufchatel, bisher unter der Leitung eines im Haus seines Vaters lebenden Mannes genossen hatte.

Im Jahr 1800, gerade sechzehn Jahre alt, brachte ihn sein Vater auf die Universität nach Leipzig und nach einem Aufenthalt von beinahe vier Jahren wechselte er nach Göttingen. In beiden Orten wurde er wegen seines beispielhaften Verhaltens und seines hohen Ehrgefühls sehr geachtet und man schätzte seine herausragenden Talente und seinen Wissensdrang. Bei seinen näheren Bekannten war er aufgrund seiner bemerkenswerten Offenheit, seiner Heiterkeit, Güte und Ausgeglichenheit besonders beliebt. Nachdem er Göttingen verlassen hatte, kehrte er zu seinem Vater zurück und blieb auch eine kurze Zeit bei seiner Mutter in Basel. Nach gewisser Unsicherheit, was er nun tun solle und da er kein Land auf dem Kontinent finden konnte, das nicht entweder den Franzosen unterworfen oder mit ihnen verbündet war — weshalb er auch ein Angebot einer Diplomatenlaufbahn an einem Hof in Deutschland ablehnte — entschloss er sich schließlich, nach England zu gehen. Dort hoffte er, etwas im Dienst dieses Landes zu finden, was nach seinen Vorstellungen wäre. Er kam im Juli 1806 in London an und brachte mehrere bedeutende Empfehlungsbriefe mit, unter anderem einen von Hofrat Blumenbach in Göttingen, der an Sir Joseph Banks gerichtet war. Der Präsident der Royal Society war lange ein aktives Mitglied der Afrikanischen Gesellschaft gewesen, die zu dieser Zeit bereits daran zu zweifeln begonnen hatte, noch Nachrichten von Herrn Hornemann zu empfangen; zudem erhielten sie im folgenden Jahr die Todesnachricht eines anderen ihrer Reisenden, Herrn Henry Nicholls, aus Old Calabar in der Nähe von Benin, wo er sich auf eine Expedition ins Landesinnere vorbereiten wollte.

Die Informationen, die man von den Reisenden aus Westafrika erhalten hatte, verglichen mit denen von Herrn Hornemann aus dem Norden dieses Kontinents, legten es nahe, einen neuen Expeditionsversuch nach Nordafrika zu starten. Dieser Plan der Gesellschaft wurde Burckhardt dank seiner Verbindung zu einigen führenden Mitgliedern sehr bald bekannt. Auf jemanden, der sich durch Mut, Liebe zur Wissenschaft und Unternehmungsgeist auszeichnet, musste eine solche Unternehmung unglaubliche Anziehungskraft ausüben und es dauerte auch nicht lange, bis Burckhardt Sir Joseph Banks und Dr. Hamilton seine Dienste anbot. Hamilton, der zu dieser Zeit Schatzmeister und dienstführender Sekretär der Gesellschaft war, legte das Angebot bei der nächsten Hauptversammlung im Mai 1808 vor, denn er erkannte, dass Burckhardt der Gefahr unerschrocken ins Auge sehen würde und hielt ihn auch psychisch wie physisch für die hohen Anforderungen geeignet. Das Angebot wurde gerne angenommen, und so erhielt Burckhardt am 25. Januar 1809 seine Anweisungen. In der Zwischenzeit hatte er sich in London und Cambridge fleißig dem Studium der arabischen Sprache und der Wissenschaften, die er unterwegs besonders benötigen würde, gewidmet. Er ließ seinen Bart wachsen und trug orientalische Kleidung; er besuchte Vorlesungen über Chemie, Astronomie, Mineralogie, Medizin und Wundarzneikunst; zwischen diesen Studien härtete er sich durch lange Fußmärsche barfuß in der Sonnenhitze ab, schlief auf der bloßen Erde und lebte von Pflanzen und Wasser.

Da eine genaue Kenntnis des Arabischen das Wichtigste von allem war, wurde unser Reisender beauftragt, zuerst nach Syrien zu gehen. Dort sollte er die Sprache in einer der traditionellsten Schulen studieren und sich währenddessen auch die orientalischen Sitten, fern des Schauplatzes seiner späteren Forschungen und folglich auch ohne große Gefahr, später erkannt zu werden, aneignen. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Syrien erhielt er den Auftrag, nach Kairo zu gehen, von wo er die Fezzan-Karawane nach Mourzuk auf demselben Weg, auf dem Hornemann gereist war, begleiten sollte. Dort erhielt er auch den Befehl, diese Stadt zum Ausgangspunkt seiner Reise ins Innere des Landes zu machen.

Ein Auszug aus seinem Brief aus Malta vom 22. April 1809:

„Es wird Sie interessieren zu hören, dass in diesem Augenblick ein Versuch, das Innere von Afrika zu erforschen, gemacht wird und dass ich, ohne es vorher gewusst zu haben, bei meiner Reise einen Konkurrenten habe, der sich wahrscheinlich jetzt schon mitten im Geschehen befindet. Ich habe einen Brief von Dr. Seetzen an Herrn Barker, einen Kaufmann in Malta, gelesen. Dr. Seetzen ist ein deutscher Arzt, der vor fünf oder sechs Jahren von dem Herzog von Gotha in die Levante geschickt wurde, um Manuskripte und orientalische Raritäten zu sammeln. Er hatte sich eine beträchtliche Zeit in Konstantinopel, Smyrna1, Aleppo, Damaskus und in den letzten achtzehn Monaten in Kairo aufgehalten, von wo sein Brief vom 9. Februar an Herrn Barker abgeschickt wurde. Darin erwähnte er, eine Sammlung von 1500 Manuskripten und 3000 verschiedenen antiken Gegenständen von Kairo nach Gotha gesandt zu haben und unterrichtete Herrn Barker, dass er auf die nächste Karawane nach Suez warte. Dann plante er, die östliche Küste des Roten Meeres herunter zu reisen und Afrika südlich des Äquators zu betreten, um dessen Inneres zu erforschen. Der letzte Bey von Tripolis, ein angesehener alter Mann namens Akhmed Karamaly, ist momentan als Flüchtling in Malta. Vor fünf oder sechs Jahren wurde er von seinem Bruder, dem gegenwärtig regierenden Bay, entthront. Ich halte Akhmed für denselben Bey, den Hornemann in seinen Briefen erwähnt. Schließlich einigte er sich mit seinem Bruder, der ihm die Provinz Derna abtrat und versprach, ihn in Ruhe zu lassen, wenn er ebenfalls friedlich bleibe. Akhmed ist nun im Begriff, Besitz von seinem neuen Gebiet zu nehmen. Ich wusste vorher nicht, dass Derna von Tripoli abhängig ist, sondern hatte immer geglaubt, dass es von freien Araberstämmen bewohnt wäre. Es ist bedauernswert, dass die ganze Küste von Mesurata nach Derna und beinahe bis Alexandrien noch immer unbekannt ist. Der Ankergrund längs der Küste ist bisher unerforscht, und die inneren Landesteile, selbst die in Meeresnähe, sind nach wie vor unbekannt. Man hat mir versichert, dass es drei sichere Ankerplätze zwischen Derna und Alexandrien gäbe. Der Hafen von Bomba, der von einer der Bucht gegenüberliegenden Insel gebildet wird, ist vor allem dafür bekannt, dass er fast jede Anzahl an Schiffen aller Größen fassen könne. Als die Französische Flotte unter Admiral Gantheaume letztes Jahr Korfu mit Lebensmitteln verpflegte und der Wachsamkeit von Lord Collingwoods Schwadron entschlüpfte, hatte sie sich einige Zeit mit niedergelegten Masten hinter der Insel Bomba verborgen. Die maltesischen Lotsen sind sehr gut mit der ganzen Küste vertraut, doch darf man ihren Nachrichten wenig trauen, weil die Sicherheit manch ihrer Kaper auf ihrer exklusiven Kenntnis dieser Gegend des Mittelmeers beruht. Ein Reisender könnte unter dem Schutz des Gouverneurs von Malta und des neuen Herrschers von Derna mit großer persönlicher Sicherheit die alten Stätten von Berenice und Cyrene und die Gärten der Hesperiden besuchen. Bestimmt haben Sie bereits von dem letzten Ausbruch des Ätna gehört. Bis Sie jedoch eine genaue Beschreibung davon erhalten, ist vielleicht ein Bericht von dem, was ich von verschiedenen Seiten vernommen habe, interessant. Folgendes weiß ich aus dem Brief eines Engländers, der Augenzeuge war.

Der Zeitpunkt des ersten Ausbruchs ist nicht erwähnt, aber am 27. März wurde Messina früh am Morgen mit Asche und Kohle bedeckt und die Kinder sagten, es regnete schwarzen Schnee. Ein Erdbeben scheint man nicht bemerkt zu haben. Ein neuer Krater, ähnlich dem des Monti Rossi, hatte sich gebildet, und in der Nähe davon waren sieben oder acht kleine entstanden. Diese liegen in Richtung Linguagrossa2, ungefähr vier Meilen von diesem Ort und ebenso weit von Castiglione. Auf der anderen Seite des Berges haben sich über Nicolosi und Randazzo zwei weitere Krater geöffnet. Auch der alte Krater auf dem Gipfel rauchte, so dass der ganze Berg in Feuer gestanden zu haben schien. Der Hauptstrom der Lava nahm seinen Weg nach Francavilla und Castiglione und seine Breite veränderte sich, so wie es die Gegend zuließ, von vierzig Ellen bis zu einer englischen Meile. An den höchsten Stellen, wo die Lava am flüssigsten war, strömte sie in einer Stunde zwischen drei und vier Meilen weit, während sie an anderen Stellen, vor allem, als sie sich dem Weingarten von Francavilla näherte, nur hundert Ellen im selben Zeitraum zurücklegte. Da sie durch eine sehr waldige Gegend floss, bot das Niederreißen und Verschlingen der Bäume in ihre feurigen Wogen ein sehr erhabenes Schauspiel. Am 12. April hatten die Ausbrüche fast ganz aufgehört, doch hatten die Einwohner, für die die Engländer Hilfsmittel gesammelt hatten, Angst vor neuen Ausbrüchen.“

Auszug aus einem Brief aus Malta vom 22. Mai 1809:

„Ich mache mich von hier als indischer Kaufmann mohammedanischer Religion auf den Weg nach Aleppo, als vermeintlicher Überbringer von Briefen der Ostindischen Kompanie an den britischen Konsul und gut bekannten Agenten der Kompanie in Aleppo, Herrn Barker. Als solcher bin ich dem britischen Konsul in Zypern, einem Griechen empfohlen; und als solcher werde ich meine gegenwärtige Unvollkommenheit in Sprache und Sitten entschuldigen können. Ich werde der Wachsamkeit der Zöllner entschlüpfen, auf der Straße selbst von den Autoritäten des Landes beschützt und bald im Gewühl von Aleppo untergetaucht sein.

Während meines Aufenthalts hier habe ich mich ganz nach orientalischer Sitte gekleidet. Meine Kleidung ist in gewisser Weise syrisch, doch weicht sie ausreichend von der wahren syrischen Tracht ab, um zu zeigen, dass ich nicht versuche, für einen Einheimischen gehalten zu werden. Ich habe so gut ich konnte Arabisch gelernt und glaube, dass mein Geheimnis nicht bekanntgeworden ist. Ich bin aufdringlichen Leuten aus dem Weg gegangen und habe mich davor gehütet, in meiner Wohnung bei dem Hafenmeister Leutnant Corner Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen. Ihm, Herrn Chapmann und Herrn Peter Lee bin ich für ihre Hilfe und den guten Rat, mit dem sie mich unterstützt haben, sehr verbunden. Sir Alexander Ball war mir gegenüber immer sehr zuvorkommend und schien großes Interesse am Erfolg meiner Reise zu haben. Leider war es mir nicht so oft möglich, ihn in seinem Palast zu besuchen und eine freundliche, für mich lehrreiche Unterhaltung mit ihm zu führen, was ich sehr bedauere.

Das eigenartige Missverständnis, dass der Großteil des Erdreichs aus Sizilien eingeführt würde, scheint in Europa über dieses Land verbreitet zu sein, und es heißt sogar, dass der Erdboden dadurch alle zehn Jahr vollständig erneuert würde. Ich glaube, es wäre schwierig, auch nur ein einziges Beispiel dafür zu geben, dass man Erdreich von Sizilien hierher transportiert hat. Um den weichen, zerbrechlichen Kalkstein, aus dem diese Insel besteht, für den Ackerbau brauchbar zu machen, brechen sie ihn bis zu einer Tiefe von zwölf bis fünfzehn Fuß. Eine Art Zisterne, sechs bis acht Fuß hoch und häufig so lang wie das ganze Feld, wird dann aus einem Teil der ausgegrabenen Steine gebildet. Große Spalten voller Erde werden in den Felsen gefunden. Diese Erde wird herausgenommen und reicht aus, um die Zisterne bis zu einer Höhe von vier oder fünf Fuß zu füllen. Die restlichen Steine verwendet man für Gebäude und Mauern um die Felder, die verhindern, dass das Erdreich in der Regenzeit weggewaschen wird. Gleichzeitig schützen sie auch die Feigen und Olivenbäume, die dazwischen gepflanzt sind, vor den heftigen Stürmen. Die ganze Insel ist mit diesen eingeschlossenen Feldern, deren Boden sehr fruchtbar ist, bedeckt. Das oben erwähnte Missverständnis entstand vielleicht aus folgenden Umständen: Die Schiffe und Boote, die aus Sizilien ankommen, nehmen von dort oft Ballast, bestehend aus Sand und Erde, mit, den sie bei ihrer Ankunft in einen bestimmten Teil des Hafens bringen müssen, weil man so verhindern will, dass er über Bord geworfen wird und den Ankergrund verdirbt. Vielleicht hat man auch die Terra Puzzolana, die häufig eingeführt und als Zement benutzt wird, fälschlicherweise für Gartenerde gehalten.

Die Regierung von Malta bildet gegenwärtig eine sonderbare Mischung aus englischen und maltesischen Autoritäten. Nachdem die Einwohner mit Hilfe von Sir Alexander Ball die Französische Garnison in Valletta zur Aufgabe gezwungen hatten, baten sie die britische Regierung um Beistand gegen mögliche weitere Angriffe seitens der Franzosen und boten im Gegenzug an, ihr die Regierung und die Einkünfte zu überlassen.

Als Folge dieses Vorschlags wurde Sir Alexander bald darauf als Zivilgouverneur dorthin gesandt. Nach dem Frieden von Amiens, als die Insel an den Orden zurückgegeben worden war, wurde er zum residierenden Minister am Hof des Großmeisters ernannt. Der Hof jedoch hat seine Existenz nie wieder aufgenommen, obwohl er noch immer namentlich anerkannt ist. Mit Ausnahme des Militärs werden alle hier lebenden Engländer nach maltesischen Gesetzen und von maltesischen Gerichtshöfen, an deren Spitze ein maltesischer Präsident steht, gerichtet. Die Entscheidungen bedürfen aber der Zustimmung des Zivilgouverneurs, der den Verbrecher begnadigen kann. Alle Zivilstellen, mit Ausnahme von drei oder vier, werden vom Gouverneur verliehen, jedoch ausschließlich durch Einheimische besetzt. Durch diese Bestimmung und das gänzliche Ausschließen der Militärgesetze gewann man die Herzen des Volkes.

Dies war bestimmt auch sehr sinnvoll, denn die Malteser sind ein lebhaftes und unabhängiges Volk. Bei ihrem Aufstand gegen die Franzosen bildeten sie ein diszipliniertes Heer von 15 000 Mann, von denen der Großteil vorzügliche Scharfschützen waren.

Der Hafen Vallettas wurde kürzlich zum Freihafen erklärt, was ihn auf eine lange Zeit zum Mittelpunkt des Handels zwischen Odessa und Gibraltar macht. Die zahlreichen griechischen Händler fühlen sich hier besser geschützt als auf ihrer eigenen Insel. Hier gibt es weder gierige Zolloffiziere noch habsüchtige Kadis, die etwas von ihrem Verdienst wollen; stattdessen stellen sie fest, dass sie ebenso gerecht wie die obersten Londoner Kaufleute behandelt werden und dass selbst der englische Handel keine größeren Vergünstigungen genießt als sie selbst. Die meisten Schiffe kommen von der Insel Ydra und sind gut gebaut, bewaffnet und bemannt.

Der Kornhandel ist ein Monopol der Regierung, die sich aber dazu verpflichtet hat, das Getreide zu einem festgesetzten Preis zu verkaufen. Der Bedarf für zwei Jahre ist für die ganze Bevölkerung stets in der Festung aufbewahrt.

Der ehemalige Pascha von Tripoli, den ich in meinem letzten Brief erwähnt habe, ist in Begleitung einer Brigg3 nach Derna gesegelt. Sein Schiff lag den ganzen Tag dicht unter meinem Fenster, was mir eine gute Gelegenheit bot, unbemerkt die maurischen Sitten und Verhaltensweisen zu beobachten; Selbst die kurze Zeit eines Tages war sehr lehrreich für mich.

Sie werden leicht verstehen, dass ich jeden Kontakt mit Personen aus der Barbarei vermied; ich begegnete ihnen öfter auf den Straßen, wir tauschten den Gruß as-salāmu calaikum4 aus und das war alles, was zwischen uns vorging. Der Handel zwischen Malta und den barbarischen Gebieten, vor allem der mit Tripoli und Tunis, festigt sich jeden Tag mehr und wird lebhafter. Selbst die englischen Geschäftsleute fangen an, daran teilzunehmen; bis jetzt hatten ihn die Mohren und Malteser allein in ihren Händen. Die Tunesier treiben nicht nur für sich selbst Handel im Mittelmeer, sondern setzen auch Schiffe für andere ein und unterhalten Schmuggel mit den feindlichen Häfen. Während meiner Überfahrt von Gibraltar kamen fünf tunesische Schiffe sechs Meilen westlich von Kap Toro in Sardinien in der Nacht sehr nahe an unser Schiff; sie waren für die französische Küste bestimmt. Unser Kommodore war ihnen nicht nahe genug, um sie zu sehen, noch war es ratsam, irgendein Zeichen zu geben.

Es trifft sich sehr unglücklich, dass ein schweizer Regiment in englischem Dienst, von dessen Offizieren ich vielen persönlich bekannt bin, hier in Garnison liegt. Deshalb war ich sehr vorsichtig beim Ausgehen und habe jetzt, nach einem siebenwöchigen Aufenthalt, mit Genugtuung festgestellt, dass ich gänzlich unbekannt und unbeachtet geblieben bin. Die rege Verbindung zwischen maurischen Kaufleuten und Malta macht es auf jeden Fall notwendig, meine Reisepläne äußerst geheim zu halten.“

Die nächste Nachricht, die die Assoziation von ihrem Reisenden erhielt, war ein ausführlicher Bericht seiner Reise von Malta nach Aleppo, datiert vom 2. Oktober 1809 in Aleppo. Die folgenden Auszüge enthalten das Interessanteste daraus:

„Ich habe schon die Ehre gehabt, Sie zu unterrichten, dass ich mich bereits mit einem Griechen wegen meiner Überfahrt nach Zypern an Bord seines Schiffes geeinigt hatte. Wenige Stunden vor meiner Abreise kam der Kapitän zu mir und sagte, der Eigentümer des Schiffes habe die Bestimmung geändert und ihm befohlen, nach Tripoli zu segeln. Jedoch würde ein Freund von ihm, den er mir in diesem Moment vorstellte, nach Zypern fahren und er habe deswegen mein Gepäck bereits an Bord dieses anderen Schiffes bringen lassen. Obwohl ich mit einem so übereilten Vorgehen unzufrieden war, konnte ich doch nichts gegen die Planänderung einwenden, da beide Kapitäne Herrn Lee bekannt waren. Doch beim Einschiffen erklärte mir der neue Kapitän, dass er nicht sicher sei, in Zypern anzulegen, da sein Schiff eigentlich für Acre bestimmt sei. Ich hatte jetzt die Wahl, abermals ein oder zwei Monate in Malta auf eine Gelegenheit nach Zypern oder zur syrischen Küste zu warten, oder zu riskieren, an einem Ort zu landen, an dem niemand war, den ich um Rat oder Schutz hätte bitten konnte.

Glücklicherweise traf es sich, dass ein Araber aus Acre, der gerade in Malta war, Herrn Barker bekannt war. In einer halben Stunde hatte ich einen Empfehlungsbrief an einen Kaufmann in Acre und einen anderen für den Notfall an den Pascha. So segelte ich noch am selben Morgen in der Hoffnung ab, nach meiner Ankunft in Acre eine Gelegenheit nach Tripoli (in Syrien) oder nach Latikia zu finden. Wir hatten jedoch kaum die Insel aus dem Blick, als bekannt wurde, dass die wahre Bestimmung des Schiffes die Küste von Caramania sei und dass der Kapitän Befehl hätte, zuerst den Hafen von Satalia anzulaufen. Dann solle er weiter nach Tarsus und nur in dem Fall, wenn sich das Getreide nicht gut an einem dieser Orte verkaufen ließe, nach Acre fahren. Es wäre umsonst gewesen, mich beim Kapitän zu beschweren und mir blieb nichts anderes übrig, als mir sein Wohlwollen und das meiner Mitreisenden zu verschaffen, da der weitere Verlauf meiner Reise von ihren Dienstleistungen abhing. Die Passagiere bestanden zu meinem Erstaunen aus einem reichen Kaufmann aus Tripoli, der an dem Schiff Anteile hatte, zwei anderen Tripolitanern und zwei Negersklaven. Ich gab mich als einen indischen mohammedanischen Kaufmann aus, der von Kindheit an in England gelebt hätte und nun auf seiner Rückreise sei, und hatte Glück, dass mir sowohl die Passagiere als auch die Schiffsmannschaft glaubten. Während der Reise wurden mir zahllose Fragen zu Indien, seinen Einwohnern und seiner Sprache gestellt, die ich so gut ich konnte beantwortete. Wenn man von mir eine Probe der Hindu Sprache verlangte, antwortete ich im schlechtesten Dialekt des Schweizerdeutschen, das selbst einem Deutschen beinahe unverständlich ist und das in seinen Kehllauten sehr wohl mit den rauesten Ausdrücken des Arabischen rivalisieren kann. Jeden Abend versammelten wir uns auf dem Verdeck, um den kühlen Abendwind zu genießen und unsere Pfeifen zu rauchen. Während einer der Matrosen seine Gefährten mit dem Erzählen von Märchen erheiterte, wurde ich von meinen Gefährten aufgefordert, von den Wundern des Ostens zu erzählen; vom Großmogul und den Reichtümern seines Hofes, von den Selbstverbrennungen der indischen Witwen, von der chinesischen Mauer, ihrem großen Porzellanturm usw. Der Tripolitaner unterhielt uns seinerseits mit Geschichten von den Wundern Sudans, von einer Nation, die im beständigen Krieg mit ihren Nachbarn ist, von einem Volk sprechender Schafe, von Geisterbeschwörern, die kürzlich eine ganze vom König Bornous gegen sie ausgesandte Armee geschlagen hätten usw. Seine Erzählungen hatten auch etwas Lehrreiches, da ich nun mit Sicherheit wusste, dass die jährliche Karawanenverbindung zwischen Fez und Tripoli noch besteht. Im Februar 1809 war eine solche Karawane in Tripoli angekommen, nur die Pilgerkarawanen von Fez nach Kairo und Mekka haben beträchtlich unter den Angriffen der Wahhabiten gelitten. In kurzer Zeit freundete ich mich mit dem Tripolitaner an. Ich hatte nur einen dürftigen Essensvorrat, bestehend aus Reis, Brot, Öl, Datteln, Gemüse und Kaffee, mit an Bord genommen. Im Verlauf des zweiten Tages wollte mir der reiche Maure nicht mehr gestatten, von meinen eigenen Vorräten zu leben und bestand darauf, dass ich an seiner Tafel voller Leckerbissen teilnahm. Aus Dankbarkeit für seine Gastfreundschaft half ich ihm, wo ich konnte. An einem Tag sortierten wir in einem seiner Kaffeesäcke die verdorbenen Bohnen aus, um ihn den Käufern in Satalia als Probe des ganzen Vorrats zeigen zu können, und an einem anderen Tag töteten wir ein Schaf und machten Bratwürste und „Kuskusey“. Neben vielen weiteren Dingen ersetzten wir auch den Fockmast, den wir bei Candia verloren hatten. Solange die Gedanken der Mitreisenden von meiner Person und meinen Absichten abgelenkt waren, war ich sehr zufrieden. Wir passierten Candia am 15., sahen am 17. Rhodos in großer Entfernung und ankerten am 19. im Hafen von Satalia.

Die Bucht ist ein Einschnitt in die Berge von Caramania, die sie im Osten und Westen umgeben; gegen Norden, wo eine Klippe von beinahe fünfzig Fuß Höhe in die Bucht ragt, ist das Land flach. Der Hafen von Satalia liegt am Fuß der Klippe und die Berge an der westlichen Seite, an denen wir sehr nahe vorbeikamen, sind von beträchtlicher Höhe. Der Gipfel der höchsten war mit Schnee bedeckt. Ich entdeckte einen dieser Berge, dessen Fuß die See bespülte, der offensichtlich höher als alle übrigen und zu einem Drittel seiner Höhe mit Schnee bedeckt war. Das war am 18. Juni. Die Berge waren alle kahl und ihr ganzes Aussehen ähnelte stark dem der afrikanischen Berge in der Straße von Gibraltar. Die Stadt Satalia liegt teils auf der Klippe, teils auf der Ebene und ihre Gärten erstrecken sich drei bis vier Meilen längs der felsigen Küste.

Die Stadt ist vom Hafen und den wenigen Gebäuden, die die Anlegestelle umgeben, durch eine auf dem Klippenkamm verlaufende Mauer getrennt. Ein enger Gang führt von der Bucht in die Stadt hinauf, deren Tor immer bei Sonnenuntergang geschlossen wird. Der Eingang des Hafens scheint früher durch zwei Türme, deren Ruinen noch sichtbar sind, verteidigt worden zu sein. Der innere Hafen ist klein; ein türkisches Wachtschiff, vier arabische Schiffe aus Damiette, sechs kleine Segelboote und unser eigenes Schiff füllten den ganzen Raum zwischen den Ruinen der beiden Türme aus. Der Ankergrund in dem größeren Außenhafen ist gut, doch gibt es dort keinen Schutz gegen die südlichen Winde. Zwei schöne Ströme von Quellwasser ergießen sich an beiden Seiten der Anlegestelle. Gleich nach unserer Ankunft wurden wir von einem Boot der türkischen Polizei angehalten, und der Tripolitaner ging unverzüglich mit dem Offizier ans Ufer. Nachdem wir Anker geworfen hatten, erfuhren wir, dass die Pest in der Stadt grassierte und auch das Wachtschiff neben uns zwei Kranke an Bord habe. Obwohl niemand in den letzten vierzehn Tagen in der Stadt gestorben war, hatten doch alle wichtigsten christlichen und türkischen Händler ihre Stadthäuser verlassen und lebten nun in ihren Gärten. Natürlich wollte unser Kapitän niemandem erlauben ans Ufer zu gehen, und drängte den Tripolitaner, auf das Schiff zurückzukommen. Dieser hatte jedoch schon einmal eine Pesterkrankung überstanden und hielt sich nun für immun, so dass er den Anweisungen des Kapitäns nicht folgte und vier Tage am Ufer blieb. Er handelte die ganze Zeit auf seine Rechnung, ohne Getreide für das Schiff zu besorgen. Ich ging während dieser Zeit einmal an Land, um zu sehen, wie zwei Ochsen, die für das Schiff gekauft worden waren, getötet und gewogen wurden. Wir kauften unter anderem frische Verpflegung ein, alles zu sehr niedrigen Preisen: die zwei Ochsen für fünfundfünfzig Piaster, Hühner für acht Paras (zwei Groschen das Stück) und sieben Eier für einen Pfennig usw. Die Türken lachten sehr über die beständigen Warnungen des Kapitäns, uns nicht zu nahe zu kommen (doch scheint es, dass sowohl hier, als auch in Aleppo die Vernünftigeren Vorbereitungen getroffen haben, um sich vor der Pest zu schützen. Man hat mir gesagt, dass man auch in Smyrna den Vorschriften der Franken gefolgt sei). Am Abend des 27. kam der Tripolitaner, nachdem er alle Waren, die er an Bord gehabt hatte, auf seine Privatrechnung verkauft hatte, in Begleitung einiger Türken zu unserem Schiff und verlangte, unverzüglich wieder aufgenommen zu werden. Hieraus entstand eine sehr lächerliche Szene. Der Kapitän verlangte von ihm, dass er sich ausziehen und sich und seine Kleider in der See waschen sollte. Der Maure behauptete seinerseits, dass er nur einen Teil seines Körpers und seine Kleider zu waschen brauchte, und all seine türkischen Freunde waren derselben Meinung (ein betagter Muselmann hält es für eine große Schande, seinen Körper außer beim Baden zu entblößen). Der Streit dauerte beinahe eine halbe Stunde. Da es nun dunkel geworden war, ergab er sich endlich und sprang ins Meer, doch nichts brachte ihn dazu, auch seine Kleider zu waschen, da er fürchtete, sie würden das nicht überstehen. So wurden sie anschließend auf der Spitze des Fockmastes aufgehängt, um von der Luft gereinigt zu werden. Nach drei Tagen bekam er sie zurück. Unser Kapitän glaubte, nun seine Schuldigkeit getan zu haben und sagte mir, dass er sich bei seiner Rückkehr nach Malta berechtigt sähe, den üblichen Eid, dass er keinen Kontakt mit ansteckenden Krankheiten gehabt hatte, zu leisten. Er meinte auch, anstatt einer siebenmonatigen Quarantäne, die das Schiff eigentlich halten müsste, nur die üblichen vierzig Tage nötig zu haben, die für aus der Levante kommende Schiffe vorgeschrieben waren. Wir verließen Satalia, das von einem Pascha regiert wird, noch am selben Abend. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung besteht aus Griechen, die den gesamten Handel in ihren Händen haben. Vor drei oder vier Jahren gab es einen französischen Konsul in der Stadt; doch infolge eines Meuchelmordes, der an einem Kaufmann unter seinem Schutz verübt wurde, verließ er sie, und keine europäische Macht unterhält dort seitdem einen Konsul. Boote fahren von hier nach Zypern und zur syrischen Küste, und es werden hauptsächlich Produkte wie Korn, Öl und Baumwolle ausgeführt. Die Araber von Damiette und Alexandrien bringen Reis, Kaffee und Zucker und die, die sich zur selben Zeit mit uns im Hafen befanden, kauften ganz begierig grobe englische Schnupftücher.

Nachdem wir Satalia verlassen hatten, segelten wir drei Tage in konstanter Entfernung von 10 Leugen5 an der Küste von Caramania entlang. Die Kette der Schneegebirge scheint parallel mit dem Ufer zu laufen und am Fuß dieser Berge erblickte ich jeden Abend Gewitterwolken und Blitze. Während unseres Aufenthaltes im Hafen von Satalia wurden wir zweimal durch heftige Regengüsse erfrischt, obwohl es zu dieser Zeit in der Levante nur wenig regnet. Ich vermute, dass die Nähe der Schneegebirge, die den von der erhitzten Erde aufsteigenden Dunst schnell verdichten, diese Wolken verursachen. Am 26. ankerten wir spät abends bei Mersin, wie die verschiedenen kleinen Dörfer westlich von Darsus genannt werden. Den nächsten Morgen gingen einige von uns mit dem Tripolitaner an Land, wo wir eine Gruppe von ungefähr zwanzig Turkmännern in einem einfachen Zelt antrafen. Sie verkauften Getreide, mit dem die Käufer verschiedene Kamele beluden. Nach einer kurzen Unterhaltung führte uns der Anführer in sein ungefähr zwei Meilen entferntes Dorf. Wir saßen den ganzen Tag in seinem Haus auf Teppichen, die auf einer Terrasse im Schatten von zwei Maulbeerbäumen ausgebreitet lagen. Wir kehrten abends auf das Schiff zurück und verbrachten die folgenden vier Tage genauso bei diesen gastfreundlichen Leuten.

Ein Aga ist das Haupt dieses Turkstammes. Er gebietet über fünfundzwanzig Dörfer, stellt aber jedem einen Abgeordneten voran, um die Abgaben einzutreiben, die gerecht zwischen dem Oberhaupt und dem Aga geteilt werden. Manche dieser Oberhäupter sind Griechen, die während ihres langen Aufenthaltes unter den Turkmännern deren Sitten angenommen haben. Ihre Kleidung ist dieselbe, mit Ausnahme der roten Mütze, die die Griechen nicht tragen. Ohne dieses Merkmal wäre es einem Fremden unmöglich, sie von ihrem Herrn zu unterscheiden. Die Turkmänner reiten beständig von einem Dorf zum anderen, sie sind ziemlich gut gekleidet und bewaffnet, jeder mit einer Flinte, zwei Pistolen, einem Dolch und einem Säbel. Sie gehen nie unbewaffnet aus, doch das scheint reine Eitelkeit zu sein, denn sie leben mit den Einwohnern der benachbarten Dörfer in Frieden. Auch von herumziehenden arabischen Stämmen haben sie nichts zu fürchten und zudem gibt es keine Gelegenheit, Reisende oder Karawanen zu überfallen, da sie ihnen nie in den Weg kommen. Sie besitzen die ganze Ebene, die sich in der Länge vom Kap Bajarre bis Tarsus ausdehnt und deren Breite vom Meer bis zu den Bergen von Caramania reicht und zwischen fünf und zehn Meilen beträgt. Soweit ich es auf meinem Weg nach Tarsus sehen konnte, ist sie größtenteils mit Gerste und Weizen bepflanzt und wo sie brach liegt, grasen zahlreiche Herden von Büffeln und ansehnlichen Rindern. Wilde Kaperstauden sieht man im Überfluss. Ich fand in verschiedenen Bächen kleine Schildkröten und unter den Ruinen verlassener Häuser sahen wir hie und da ein Zerboa. Der Tripolitaner hatte Getreide von dem Aga gekauft, der drei fette Schafe zum Zeichen der eingegangenen Verbindlichkeit an Bord unseres Schiffs sendete. In sechs Tagen sollte das Schiff die Ladung erhalten.

Da der Tripolitaner in dieser Zeit ohne Beschäftigung war, überredete ich ihn, mich nach Tarsus zu begleiten, um eine Möglichkeit für mich zu finden, entweder zu Wasser oder zu Land weiterzureisen. Einer der anderen Tripolitaner wollte ebenfalls bis nach Beirut und bald beschlossen wir aufzubrechen. Wir bildeten eine kleine Karawane und traten unsere Reise zu Pferd am Morgen des 30. an. Der Weg von unserem Ankerplatz nach Tarsus durchkreuzt die bereits erwähnte Ebene in östlicher Richtung. Wir kamen über verschiedene kleine Bäche, die ins Meer fließen und die, der Größe ihrer Betten nach zu schließen, in der Regenzeit zu beträchtlichen Strömen anschwellen. Wir waren kaum eine Stunde geritten, als ich in der Entfernung einer halben Stunde die Ruinen eines großen Schlosses auf einem Hügel in der Ebene erblickte. Eine halbe Stunde weiter sahen wir in derselben Entfernung Ruinen, die den vorigen glichen. Ein dritter einzeln liegender Hügel, an dem wir auf halber Strecke dicht vorbeikamen, war mit Gras überwachsen und ich entdeckte keine Spuren von Ruinen darauf. Auf der ganzen Ebene bemerkte ich keine anderen Erhebungen als die drei soeben erwähnten. Nicht weit von der ersten Ruine steht eine einzelne Säule in der Ebene; dichte Gruppen von Bäumen deuten von weitem die Lage von Tarsus an. Wir überquerten einen kleinen Fluss, breiter als die, die wir bereits passiert hatten, ehe wir in die Stadt kamen. Das westliche Stadttor, durch das wir hereinkamen, ist von alter Bauart und es hat einen schönen Bogen, dessen Inneres vortrefflich erhalten ist. An der Außenseite sind einige Reste eines Basreliefs, Inschriften sah ich aber keine. Zu beiden Seiten des Tores stehen die alten verfallenen Mauern der Stadt, die sich früher weiter als heute ausdehnte. Vom äußeren Tor sind es ungefähr hundert Schritte bis zur neuen Einfahrt in die Stadt. Dazwischen liegen auf der einen Seite Begräbnisplätze und auf der anderen verschiedene Gärten mit ärmlichen Hütten. Wir brachten unsere Pferde zum Khan der Maultiertreiber und machten uns selbst auf den Weg zum Khan der Kaufleute, wo wir sehr gut verpflegt wurden, da der Bruder des Tripolitaners hier bekannt war. Unser Zimmer war bald voll von sämtlichen ausländischen Händlern, die in dem Khan abgestiegen waren, und auch die wichtigsten Händler der Stadt waren gekommen. Wir verkauften ihnen einige seidene Schnupftücher und groben Batist und wurden den ganzen restlichen Tag von ihrer Gesellschaft belästigt. Die fremden Kaufleute bestanden aus Kairenern, Aleppinern und einigen Konstantinopolitanern. Am Abend wurde der Durchgang beim Torweg des Khans in ein dunkles Kaffeezimmer umgewandelt, und jeder kam, um eine Pfeife zu rauchen. Da wir Fremde waren, wurden wir beim Hereinkommen mit der üblichen Höflichkeit der Orientalen Fremden gegenüber gegrüßt. „Friede sei mit euch, seid willkommen unter uns, wie geht es euch? Gott gebe euch einen vergnügten Abend usw.“, waren die Worte, mit denen uns jeder, dem wir begegneten, grüßte. Wir wurden von verschiedenen Kaufleuten mit Pfeifen, Kaffee, Eiswasser, und Bour, einem Getränk aus Wasser mit Lakritzensaft vermischt, bewirtet. Das Eis wird von den Gebirgen, die drei Tagesreisen entfernt sind, gebracht und der Preis für ungefähr fünf Pfund beträgt drei Piaster. Ein recht guter Sänger sang türkische Lieder, die er auf einer Art Mandoline begleitete. Man stellte mir verschiedene Fragen über mich und meine Geschäfte und mein Nachbar bemühte sich, diese zu allgemeiner Zufriedenheit zu beantworten. „Allah Kerim“, „Gott ist groß“, war ihr gewöhnlicher Kommentar, weil ich von so weit herkam. Wir gingen ziemlich spät zu Bett; ich für meinen Teil hatte mich sehr gut in der Gesellschaft unterhalten. Wir schliefen vor der Tür unseres Zimmers auf einer hölzernen, bedeckten Terrasse, die um den einen Hof des Khans herumführt. Vor Sonnenaufgang waren alle wach und einige der Kaufleute gingen in den Hof herunter, um am Springbrunnen die für die Muselmänner nach der Nachtruhe vorgeschriebenen Waschungen zu verrichten. Doch jetzt und auch bei ihren täglichen Gebeten beobachtete ich bei der Mehrzahl der Türken hier und auch bei denen, in deren Begleitung ich später von Suedieh nach Aleppo reiste, eine gewisse Gleichgültigkeit. Unter ihnen waren viele, die während der acht Tage nicht ein einziges Mal beteten, selbst zwei Hadjis, die die Wallfahrt nach Mekka gemacht hatten, zählten dazu. Einige beteten bloß einmal, andere zweimal täglich, vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang. Nur drei oder vier Mitglieder der Karawane waren gewissenhaft und beteten dreimal täglich, die Anzahl, die der Koran für Reisende festlegt. Doch ich fand nicht, dass man ihnen deshalb mehr Achtung erwies. Wir blieben diesen Morgen im Khan und verließen die Stadt nachmittags, um zu unserem Schiff zurückzukehren. Der Tripolitaner blieb zurück, um unsere Sachen in Ordnung zu bringen. Das Wenige, das ich von Tarsus kennengelernt hatte, erlaubt mir nicht, seine Ausdehnung zu schätzen. Die Straßen, die ich sah, waren alle schlecht und die Häuser aus Holz gebaut. Nur einige gut ausgestattete Basare und eine große, schöne Moschee in der Nähe des Khans sind die Sehenswürdigkeiten, von denen ich berichten kann. Auf verschiedenen Karten ist Tarsus am Meer eingezeichnet, das ist aber falsch, denn die Entfernung dazu beträgt drei Meilen. Bei unserer Rückkehr gingen wir in südwestlicher Richtung und kamen nach zweieinhalb Stunden nach Casal, einem großen Dorf eine halbe Meile vom Seeufer entfernt. Man bezeichnet es als den Hafen von Tarsus, weil die für diesen Ort bestimmten Schiffe gewöhnlich in seiner Nähe vor Anker gehen. Von hier aus kamen wir nach einem zweistündigen Marsch wieder zu unserem Schiff. Die Kaufleute von Tarsus handeln hauptsächlich mit Zypern und den syrischen Küsten, während der Handel zu Land sehr unbedeutend ist, da die Karawanen von Smyrna nur selten ankommen. Es gibt nicht die geringste Landverbindung zwischen Tarsus und Aleppo, das bloß zehn Tagesreisen davon entfernt ist. Die Straße ist besonders in der letzten Zeit durch die Räubereien des Kutschuk Ali, eines wilden Rebellen, der in den Bergen nördlich von Alexandretta haust, unsicher gemacht worden. Tarsus wird von einem beinahe unabhängigen Aga regiert. Die Franzosen haben einen Agenten hier, der ein reicher griechischer Kaufmann ist.

Am folgenden Tag kam der Tripolitaner wieder zu uns. Er hatte zu meiner großen Freude einen Platz für mich an Bord eines griechischen Schiffes von Tripoli nach Syrien gefunden. Dieses Schiff lag in Casal vor Anker, und wie mir der Seemann versicherte, war es für Latikia bestimmt — genau der Ort, zu dem ich wollte. Ich verließ unser Schiff am 2. Juli. Ich nahm einen roten Batistschal von Glasgower Herstellung aus meinem Koffer und übergab ihn dem Tripolitaner zum Abschied, der ihn stets als ein indisches Stück bewundert hatte, und schenkte ihn ihm als ein Andenken und zur Belohnung für seine guten Dienste. Er löste unverzüglich seinen Turban auf und wickelte den Schal stattdessen um seinen Kopf. Dabei beteuerte er mir seine Freundschaft und versicherte mir seine Gastfreundschaft, wenn der Zufall mich wieder zum Mittelmeer und vielleicht nach Tripoli6 in die Berberei führen sollte.

Die Zeit, hoffe ich, wird kommen, dass ich imstande bin, seine Beteuerungen auf die Probe zu stellen. (Ich glaube zu erwähnen vergessen zu haben, dass der Tripolitaner gute Sprachkenntnisse besaß, die meine Unterhaltung mit ihm sehr leicht machten. Außer seiner arabischen Muttersprache sprach er Türkisch, Griechisch und Italienisch). Das Schiff, auf dem ich mich jetzt einschiffte, war ein offenes Boot mit drei Masten, ungefähr fünfunddreißig Fuß lang und neun Fuß breit, und ähnelte den Darstellungen der Nilschiffe, die Bruce und andere Reisende gegeben haben. Diese Schiffe sind an der syrischen Küste sehr verbreitet; man nennt sie Jackdur. Ich hatte mich verpflichtet, für meine Überfahrt fünfundzwanzig Piaster bei meiner Ankunft in Latikia zu bezahlen. Doch als ich gerade mit meinem Gepäck an Bord war, erklärte mir der Schiffer, dass er vorhabe nach Antakia (Antiochien) statt nach Latikia zu segeln, und dass es mir freistünde, zu meinem alten Schiff zurückzukehren, wenn mir sein Weg nicht gefiel. Ich fühlte mich also zum zweiten Mal hintergangen, obwohl ich mein Fahrtziel nach Latikia sehr deutlich betont hatte. Da es jedoch keine andere Gelegenheit gab, zur syrischen Küste zu kommen, beschloss ich an Bord zu bleiben. Ich fürchtete, hier länger aufgehalten zu werden, als mein voriges Schiff bleiben würde, und dann hätte ich niemanden, der mich an diejenigen, mit denen ich meine Reise fortsetzen würde, empfehlen könnte. Außerdem wusste ich, dass eine regelmäßige Verbindung zwischen Antakia und Aleppo bestand. Es hatte längere Zeit keine Möglichkeit gegeben, von Tarsus zur gegenüberliegenden Küste zu fahren, deswegen kam eine Menge Passagiere an Bord. Ich zählte sechsundfünfzig Männer und Frauen, außerdem sechs Matrosen auf dem Verdeck und sechs Pferde im Schiffsraum. Jeder von uns hatte gerade so viel Platz, wie der Körper einnahm, und so harrten wir zwei Nächte und einen Tag aus; gewöhnlich dauert die Überfahrt vierundzwanzig Stunden.

Am 5. fuhren wir morgens in die Bucht von Suetieh, die von dem Vorgebirge Ras Khanzir und anderen hervorstehenden felsigen Bergen gebildet wird. Beide sind die äußersten Zacken kahler Felsen, die ich für entfernte Ausläufer des Libanon halte. Die Berge laufen in langen Spitzen an beiden Seiten in das Meer hinein. Dazwischen, wo sich der Orontes, jetzt Aasi genannt, ins Meer ergießt, liegt eine flache Gegend von fünf Meilen Länge und Breite. Diese Region, in der sich mehrere Dörfer befinden, nennt man Suetieh, obwohl dieser Name auch gelegentlich ausschließlich dem Hafen gegeben wird.

Der Wind war zur Einfahrt in den Fluss günstig, und wir ankerten nach einer halbstündigen Fahrt in Mina, dem Hafen von Antakia. Mina ist ein armseliges Dorf, dicht am rechten Ufer des Flusses gelegen. Es besteht aus ungefähr sieben oder acht Häusern, von denen das schönste der Aga bewohnt, der von dem Aga Antakias ernannt wurde, um die Zölle zu erheben. Weiter aufwärts als Mina ist der Aasi wegen der vielen Felsen nicht schiffbar. Hier ist er ein schöner langsam fließender Strom, etwa von der Breite der Themse auf der Höhe der Richmondbrücke.

In Suetieh angekommen, befand ich mich in einer sehr unangenehmen Lage. Ich hatte meinen Freund, den Tripolitaner, verloren, und so sehr er mich dem Schiffer auch empfohlen hatte, stellte ich doch fest, dass das Schiffsvolk diebisch und verräterisch war. Sie verbreiteten unter den Bewohnern von Suetieh das Gerücht, dass ich ein Franke sei. Da das Schiff unverzüglich nach Tarsus zurückkehrte, war ich den Einwohner ganz ausgeliefert, von denen wie auch auf dem Boot keiner Italienisch oder, wie sie es nennen, Lateinisch verstand. Ich blieb diesen und den folgenden Tag an Bord des Schiffes und wollte gerade ein Pferd oder einen Maulesel mieten, der mich nach Antakia bringen sollte, als zu meiner großen Zufriedenheit eine Karawane mit indischen Gütern aus Aleppo ankam. Ich wurde bald mit den Maultiertreibern bekannt und schloss einen Handel mit ihnen für die ganze Reise von Suetieh nach Aleppo ab. Zuerst verlangten sie fünfzig Piaster für ein Kantar (ungefähr 500 Pfund englisches Gewicht). Ich handelte bis auf dreißig herab und hörte später in Aleppo, dass ich nicht mehr als fünfundzwanzig hätte bezahlen sollen.

Es ist sehr wichtig für Reisende in diesen Ländern, dass man es versteht, mit den Maultiertreibern zu handeln. Wenn ein Maultiertreiber jemanden übervorteilt hat, so rühmt er sich damit, wohin er auch kommt. So ist der Reisende augenblicklich dafür bekannt, dass er die Bräuche des Landes wenig kennt, und kann sicher sein, dass er, wo ihn sein Führer auch hinbegleitet, dementsprechend behandelt wird. Ich half den Bediensteten, mein Gepäck auf die Maultiere aufzuteilen, als der Aga nach mir schickte. Ich fand ihn, umgeben von seinen Leuten, in einem erbärmlichen Zimmer Tabak rauchend. Beim Eintreten zog ich meine Pantoffeln aus und setzte mich vor ihn auf den Fußboden. Ich muss anmerken, dass es eine strenge Vorschrift ist, sich nie auf einem Teppich oder auch nur auf einer Matte — und in Gegenwart eines Mannes von Stand nicht einmal auf dem bloßen Fußboden — niederzulassen, ohne die Pantoffeln auszuziehen. Wenn jemand nur ein Paar trägt, wie es der Brauch der Moggrebynen und Griechen ist, so muss er sich barfuß niedersetzen.

Nachdem ich eine Tasse Kaffee getrunken hatte, fragte ich den Aga, was er wollte. Er antwortete mir, indem er mit seinen Fingern so tat, als zähle er Geld. Ich hatte verschiedene Kisten an den britischen Konsul in Aleppo bei mir und auch mein ganzes Gepäck mit dem Namen des Konsuls versehen, um Untersuchungen zu verhindern. Er fragte mich, was die Kisten enthielten und ich tat so, als wüsste ich es nicht. Ich sagte nur, dass ich glaubte, es sei eine Art von fränkischem Getränk und einige Esswaren, die man mir in Malta auf meinem Heimweg für den Konsul mitgegeben habe. Er schickte einen seiner Leute, um den Inhalt des Gepäcks zu untersuchen. Eine Flasche Bier war beim Aufladen zerbrochen, der Mann kostete es, indem er seinen Finger in das Getränk steckte, und fand es abscheulich bitter, so war sein Bericht an den Aga. Als eine Probe der Esswaren brachte er eine Kartoffel, die er aus einer der Kisten genommen hatte, und diese edle Wurzel erregte ein allgemeines Gelächter im Zimmer. „Es muss der Mühe wert sein“, sagten sie, „solches Zeug in eine derartige Entfernung zu senden“. Der Aga kostete die rohe Kartoffel und spuckte sie sogleich mit einem kräftigen Fluch auf einen fränkischen Magen, der solches vertragen könne, aus. Die anderen Koffer blieben nun unangetastet, und er verlangte fünfzehn Piaster für die Erlaubnis, sie weiter transportieren zu dürfen. Ich gab ihm zehn Piaster und erhielt dafür eine Art Quittung, weil ich ihm erklärte, dass der Konsul ohne sie niemals glauben würde, dass ich das Geld als Abgabe auf seine Güter bezahlt habe. Der Aga sprach in großen Tönen von sich, und wie wenig er sich aus dem Sultan, und noch viel weniger aus einem bloßen Konsul mache usw. Er lachte sehr über mein Arabisch, das auch gewiss kaum verständlich war. Allerdings gab er sich nicht viel Mühe, mich über meine Absichten auszufragen, da seine Gedanken jetzt nur noch darauf gerichtet schienen, wie er Geld von den Kaufleuten aus Aleppo erpressen könnte. So verließ ich ihn bald darauf eine Stunde vor Sonnenuntergang und reiste mit einem Teil der Karawane von Suetieh ab; der übrige Teil blieb die Nacht zurück. Die Straße von Suetieh nach Antakia läuft hier eine halbe Stunde in der Ebene weiter. Auf der rechten Seite fließt in einem tiefen Bett ein Teil des Aasi und bildet mehrere Inseln; auf der linken Seite dehnt sich die gut angebaute Ebene von Suetieh aus.

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