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Wir alle haben eine Vorstellung davon, was uns glücklich machen würde. Was unsere Lebenszufriedenheit steigern würde. Vielleicht ein besserer Job. Mehr Geld. Endlich diese Wohnung, dieser Urlaub, dieser Moment. Und dann kommt er – und irgendwie fühlt sich alles genauso an wie vorher. Das ist kein Zufall. Das ist Psychologie. Die Glücksforschung der letzten Jahrzehnte hat etwas Erstaunliches herausgefunden: Der menschliche Verstand ist ein miserabler Prophet des eigenen Wohlbefindens. Wir überschätzen, was uns begeistern wird. Wir unterschätzen, was uns wirklich trägt. Und wir wiederholen denselben Fehler – immer wieder. Aber es gibt einen Ausweg. Dieses Buch zeigt Ihnen, was Glück wirklich ist – jenseits von Ratschlägen, die Sie schon kennen, und Versprechen, die nicht halten. Unterhaltsam, kompromisslos, wissenschaftlich fundiert und so geschrieben, dass Sie es nicht weglegen wollen. Denn das Glück wartet nicht darauf, dass die Umstände besser werden. Es wartet darauf, dass Sie verstehen, wie es funktioniert. In diesem Buch finden Sie nicht nur die Ergebnisse der weltweiten Glücksstudien. Es beschreibt Glück in vielen Alltagssituationen, in Märchen, in den Religionen, in der Musik, in Filmen. Lassen Sie sich dazu inspirieren, Ihren ganz persönlichen Weg zu finden.
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Seitenzahl: 359
Veröffentlichungsjahr: 2026
Entscheidung Glück
Komm, nasch doch mal am Glücksbuffet!
Bernd Huck
Entscheidung Glück
Komm, nasch doch mal am Glücksbuffet!
Texte: © 2026 copyright by Bernd Huck Umschlaggestaltung: © 2026 copyright by BK Marketing Becker & Huck GmbH do it.now. Antonio-Segni-str. 4 44263 [email protected] Herstellung: epubli – ein Service der neopubli GmbH, Köpenicker Straße 154a 10997 Berlin
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Inhaltsverzeichnis
Vorwort 7
Das Recht auf Glück 11
Warum ist jeder Vierte von uns unglücklich? 17
Das Easterlin-Paradoxon 22
Wie fühlt sich Glücklichsein an? 25
Kann man Glücklichsein lernen? 28
Ist Glück haben Zufall? 30
Glück in den Weltreligionen 34
Glück in Märchen 42
Macht Lesen glücklich? 57
Glück auf der Leinwand – eine filmische Reise 66
Metaphern für Glück und Unglück 70
Die Wissenschaft vom Unfassbaren 75
Die große Glücksvermessung 122
Das Glück in der amerikanischen Verfassung? 137
In Bhutan ist Glück Regierungssache 139
Glücksunterschiede 144
Welche Musik macht glücklich? 153
Glück in Arbeit und Muße – vom Denken zum Feiern 161
Glück und Schönheit – zwischen Anschauung und Rausch 177
Die Glücklichmacher in uns 186
Gibt es Lebensmittel, die glücklich machen? 197
Gene, Alter, Geschlecht – die Lotterie des Glücks 205
Zufriedenheit, Wohlbefinden oder Lebenssinn 212
Macht Entspannung glücklich? 217
Was sind Glücksgefühle? 220
Was ist Psychoedukation? 228
Empowerment – Wege zur Stärkung 232
Priorisierung: Oder wie man aufhört, alles gleichzeitig zu wollen 249
Reden Sie mit sich selbst – aber seien Sie nett! 253
Belohnungen: Warum Ihr Gehirn Sie zum Wiederholen überreden will 257
Resilienz ist eine Superkraft 262
Gibt es ein universelles Rezept zum Glücklichsein? 269
Lassen Sie uns zu Beginn einen Ausflug zu den Inuit unternehmen. Nicht, weil Donald Trump Grönland haben möchte, sondern wegen Geoffrey Keith Pullum. Der ist Linguist, also Sprachwissenschaftler. Bekannt gemacht hatte ihn ein 1991 erschienenes Buch mit dem sperrigen Titel „The Great Eskimo Vocabulary Hoax and Other Irreverent Essays on the Study of Language“. Auf Deutsch: „Der große Wortschatzschwindel der Eskimos und andere respektlose Essays über das Studium der Sprache.“
Warum schrieb er das Buch? Es hatte ihn einfach der Mythos geärgert, die Inuit hätten 40 Ausdrücke für das Wort „Schnee“. Das stimmt nämlich nicht. Die Wörter lassen sich gar nicht zählen. Genau genommen gibt es in der Sprache der Inuit nicht einmal Wörter, die man zählen könnte. Das Besondere ist die Struktur der zahlreichen Idiome der Inuit, die grundsätzlich ungeeignet dafür ist, eine Zählweise von Wörtern zu ermöglichen. Ganze Sätze werden genauso als Wortform ausgedrückt wie Bezeichnungen für Dinge. Eine Formulierung könnte zum Beispiel „was gerade vom Himmel fällt“ sein und gilt als Wort für ziemlich frischen Schnee. Dadurch wird die Anzahl der Wörter im Prinzip unendlich. Außerdem nutzen Sie bestimmte Begriffe nur im Kontext mit Schnee, was die Sache noch mal komplizierter macht. Dabei gibt es nur zwei unumstößliche Wortformen für Schnee: aput – für liegenden und qanik – für fallenden Schnee. Sogar die deutsche Sprache differenziert genauer, zum Beispiel Harsch, Firn, Graupel oder Sulz. Grundsätzlich jedoch können wir bedenkenlos davon ausgehen, dass der durchschnittliche Grönländer mehr über das Thema Schnee weiß als der durchschnittliche Deutsche.
So zerstörte Mr. Pullum die schöne Idee, dass ein Volk sein besonderes Wissen über etwas mithilfe von vielen differenzierten Begriffen ausdrücken kann.
Weshalb erzähle ich das? Weil es in der deutschen Sprache nicht besonders viele differenzierende Ausdrücke für Glück gibt. Genau genommen: Wir haben dafür nur ein Wort. Und wissen trotzdem eine Menge über Glück.
Vielleicht hilft die Etymologie des Wortes „Glück“, um sich dem inhaltlichen Wesen zu nähern? Eher nicht, denn der Herkunfts-Duden schreibt: „Die Herkunft des seit dem zwölften Jahrhundert bezeugten Wortes, das sich vom Nordwesten her allmählich im deutschen Sprachgebrauch ausgebreitet hat, ist dunkel.“
Die deutsche Sprache hat also nur ein Wort überliefert, in anderen Sprachen sind es übrigens fast immer deutlich mehr. Im Englischen beispielsweise findet sich die Unterscheidung zwischen happiness, luck und fortune (weiter noch chance, bliss und felicity). Sind die Briten deswegen glücklichere Menschen? Oder verstehen sie deshalb mehr davon, glücklich zu sein? Vermutlich nicht. Siehe oben.
So mag es also keine besondere Rolle spielen, dass die deutsche Sprache keine nennenswerten Differenzierungsmöglichkeiten bietet, um Glückserfahrungen zu beschreiben. Der deutschsprechende Mensch hat für Glück nur den einen Begriff: Glück. Somit unterscheiden wir nicht einmal zwischen dem Zufallsglück und dem inneren Zustand.
Dies ist kein Buch über Glück haben. Es ist auch kein Buch, das sich auf einer tiefen philosophischen Ebene damit auseinandersetzen möchte, was denn nun Glück eigentlich genau ist. (Nur ein kleines bisschen.) Es geht um die Lebenszufriedenheit, es geht um glückliche Momente, aber es wird auch um Unglück gehen. Verschiedene wissenschaftliche Disziplinen haben sich seit vielen Jahren damit beschäftigt, herauszufinden, wie der Mensch ein glücklicher Bewohner dieses Planeten werden kann. Einige der Ergebnisse werden in diesem Buch vorgestellt.
Ab und zu führe ich zusammen mit einer Psychologin Workshops zum Thema „Glück“ durch. In diesen Workshops haben wir mit unterschiedlichen Menschen über das Thema Glück gesprochen. Viele dieser Gespräche waren sehr bereichernd für uns. Manche Erkenntnisse haben wir sogar in den Ablauf unserer Workshops eingebaut. Als psychologische Psychotherapeutin mit eigener Praxis und als Sportwissenschaftler bzw. Journalist und Unternehmer sind wir nicht für die spirituellen Aspekte zuständig (deren Vorhandensein wir jedoch keineswegs leugnen möchten). Wir vermitteln handfeste und alltagstaugliche Methoden, um das eigene Lebensglück dauerhaft zu erhöhen. Glück als eine Art „Handwerk“ – obwohl es eigentlich ein „Kopfwerk“ ist.
Glück ist ohne den Kopf nicht möglich. Wenn Sie sich einmal entschieden haben, dass Ihre Wohnung einen neuen Anstrich braucht, und Sie möchten diesmal keinen Maler beauftragen, sondern selbst pinseln, dann müssen Sie im Kopf dazu bereit sein. Alles beginnt mit der Entscheidung, die Wohnung selbst zu streichen. Sie werden überlegen, was Sie dazu brauchen, worüber Sie bereits verfügen und was Sie kaufen oder sich gegebenenfalls beim Nachbarn leihen möchten. Vielleicht schauen Sie sich noch erklärende Videos an oder lesen nach, wie Sie den Wasserfleck beseitigen können, ohne dass er wieder durchschimmert. Dann legen Sie los.
Handwerkliche Tätigkeiten haben meistens den schönen Vorteil, dass sie irgendwann erledigt sind. Dann schauen Sie sich das Resultat an und sind entweder zufrieden oder nicht. Sollten Sie in Ihrem Garten handwerklich tätig sein wollen, ist das fertige Resultat allerdings sehr endlich. Durch das stete Wachstum der Natur müssen Sie permanent nachsteuern oder wieder von vorne anfangen. Wenn Sie eine schöne Rose gepflanzt haben, braucht diese viel Pflege, damit sie einige Wochen im Jahr ihre großartigen und wohlriechenden Blüten tragen kann.
Glücksforscher haben sich mit beiden Themen beschäftigt. Quasi zum einen mit dem Anstrich und zum anderen mit der Gartenpflege. Die meisten Untersuchungen entstammen dem Bereich der Psychologie. Dort finden wir auch die am längsten dauernde Studie der Welt. Doch dazu später.
Wenn Sie sich entschieden haben, zu renovieren oder ihren Garten zu pflegen, sind dies Entscheidungen mit einer Auswirkung. Eine der wichtigsten Entscheidungen ihres Lebens könnte sein, dass sie ihre Lebenszufriedenheit erhöhen möchten. Vielleicht ist der Wille, dieses Buch zu lesen, ja schon ein Ausdruck dieser Entscheidung. Falls nicht, wird dieses Buch Ihnen (vielleicht? Bestimmt!) helfen können, diese Entscheidung zu treffen.
Glück ist sehr menschlich. Die gesamte Geschichte der Menschheit ist durchzogen von dem Streben der Menschen nach Glück. Es gibt keinen Philosophen, der sich nicht mit diesem Thema beschäftigt hat. Im 18. Jahrhundert entstand die Auffassung, dass ein Kriterium für den Fortschritt die Steigerung des menschlichen Glücks sei. Auch wenn nicht alle Errungenschaften des Fortschritts zum menschlichen Glück beigetragen haben, gilt diese Auffassung grundsätzlich bis heute.
Ich wünsche Ihnen viel Freude und Inspiration beim Lesen!
Es ist eine merkwürdige Zeit, um glücklich zu sein. Man sitzt morgens beim Kaffee, die Sonne scheint durchs Fenster, ein Vogel singt draußen sein kleines Lied, und für einen kostbaren Moment denkt man: „Ach, das Leben ist doch schön.“ Dann öffnet man die Nachrichten und fühlt sich sofort wie jemand, der auf der Titanic fröhlich Shuffleboard spielt, während das Orchester seinen letzten Walzer intoniert.
Da ist Donald Trump wieder ins Weiße Haus eingezogen, als hätte die Geschichte beschlossen, uns denselben Test noch einmal vorzulegen, weil wir beim ersten Mal nicht aufgepasst haben. Ein Mann, der Politik betreibt wie ein Reality-TV-Produzent auf Kokain, der vergessen hat, dass die Kameras eigentlich aus sind – und dass echte Menschen die Konsequenzen tragen. Er droht Verbündeten, verhöhnt internationale Abkommen wie lästige Geschäftsbedingungen, die man wegklickt, ohne sie zu lesen, und behandelt die Demokratie wie eine lästige App, die er gerne deinstallieren würde. Seine Rückkehr ist wie das Revival einer Fernsehserie, die eigentlich nach der ersten Staffel hätte abgesetzt werden sollen, aber die Produzenten haben beschlossen, dass das Chaos gute Quoten bringt. Der, weil er keinen Friedensnobelpreis bekommt, mit Krieg droht. (Darauf muss man erstmal kommen.) Hinter dem wankelmütigen Trump wirken Leute wie Peter Thiel oder Curtis Yarvin, natürlich sein Vize J. D. Vance und einige andere Tech-Milliardäre, die Ideologien entwickelt haben, die die Welt verändern sollen.
Ein anderer Brandstifter ist Putin – ein Ex-KGB-Mann, der offenbar glaubt, er lebe in einem Strategiespiel aus den 1980ern, in dem man einfach auf „Invasion“ klicken kann und dann schaut, was passiert. Sein Krieg in der Ukraine ist ein Meisterwerk an Grausamkeit und sinnloser Zerstörung: Städte in Schutt und Asche, Millionen auf der Flucht, Zivilisten als Kollateralschaden in seinem persönlichen historischen Phantasma. Er vergiftet Gegner, sperrt Dissidenten ein, lässt Söldnergruppen für sich kämpfen und tut dann überrascht, wenn die Welt ihn nicht als großen Staatsmann feiert. Der Mann führt Krieg, weil er die Sowjetunion wiederhaben will. Die Leichen stapeln sich, während er in seinen Palästen sitzt und über die Ungerechtigkeit der Welt philosophiert.
In Gaza und Israel spielte sich eine Tragödie ab, die so alt ist, dass sie Generationen überlebt hat, und so frisch, dass das Blut noch nicht getrocknet ist. Wir sahen Kinder, die in Trümmern spielen. Familien, die ausgelöscht wurden. Mütter, die ihre Söhne begruben. Ein Kreislauf aus Gewalt, Rache und Gegenrache, bei dem längst niemand mehr wußte, wo Gerechtigkeit aufhört und bloße Vernichtung anfängt. Beide Seiten erzählten ihre Version der Geschichte, und in beiden Versionen sind sie die Opfer – während die eigentlichen Opfer einfach nur aufhören wollten, zu sterben.
China? Oh, China spielt das lange Spiel. Uiguren in Lagern, die offiziell „Umschulungszentren“ heißen – als würde man den Holocaust als „kreative Workshop-Reihe“ bezeichnen. Hongkongs Freiheit wurde systematisch zerstört, ein Versprechen nach dem anderen gebrochen, während die Welt zuschaute wie bei einem langsamen Autounfall. Taiwan lebt unter der ständigen Drohung, und Xi Jinping baut seine Macht aus wie ein Sammler, der alle Pokémon haben muss – nur dass es hier um absolute Kontrolle über 1,4 Milliarden Menschen geht.
Und dann ist da die Klimakatastrophe – die Mutter aller menschengemachten Desaster, die ultimative Demonstration, dass wir als Spezies hervorragend darin sind, langfristige Probleme zu ignorieren, solange sie kurzfristig unbequem sind. Die Wälder brennen immer wieder, immer größere Flächen. Australien, Kalifornien, Kanada, der Amazonas – die Liste liest sich wie eine Welttournee der Apokalypse. Ganze Ökosysteme gehen in Flammen auf, Tiere fliehen oder verbrennen, die Luft wird giftig, und wir posten Bilder vom orange-roten Himmel auf Instagram, als wäre es ein neuer Filter oder ein wunderschöner Sonnenuntergang.
Die Gletscher schmelzen, diese uralten Eisgiganten, die seit Jahrtausenden existieren, schmelzen wie Eis in der Sommersonne – weil es buchstäblich das ist, was passiert. Grönlands Eisschild verliert Milliarden Tonnen Eis pro Jahr. Die Arktis wird zu einem saisonalen Meer. Und währenddessen diskutieren wir immer noch, ob das alles vielleicht doch nur ein „natürlicher Zyklus“ sein könnte – als würde ein Patient mit Lungenentzündung im Krankenhaus liegen und sich fragen, ob das vielleicht einfach nur ein bisschen Husten ist.
Die Meere steigen. Ganze Inselstaaten bereiten sich darauf vor, zu verschwinden. Nicht in hundert Jahren, nicht in ferner Zukunft – jetzt. Länder verhandeln bereits darüber, wohin ihre Bevölkerung ziehen soll, wenn ihr Territorium unter Wasser steht. Stellen Sie sich vor, Ihr ganzes Land ist dem Untergang geweiht, und die Hauptverursacher des Problems halten Konferenzen ab, auf denen sie sich gegenseitig auf die Schulter klopfen, weil sie sich auf Ziele geeinigt haben, die sie sowieso nicht einhalten werden. Dürren verwandeln fruchtbare Böden in Wüsten. Überschwemmungen vernichten Ernten und Existenzen. Hurrikane werden stärker, häufiger, unberechenbarer. Die Natur schickt uns Rechnung um Rechnung, und wir tun so, als könnten wir einfach den Gerichtsvollzieher ignorieren.
Und das sind nur die großen Katastrophen, die Schlagzeilen. Darunter brodelt ein ganzes Meer von kleineren Grausamkeiten: Hunger in einer Welt, die mehr Essen produziert, als sie je konsumieren könnte. Flüchtlingsströme von Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Klimakatastrophen fliehen, nur um in Lagern zu enden oder im Mittelmeer zu ertrinken, während wir darüber streiten, ob wir ihnen helfen „können“ – als wäre es eine Frage der Möglichkeit und nicht des Willens.
Die Demokratie bröckelt weltweit. Autokraten gewinnen Wahlen, indem sie versprechen, die Probleme zu lösen, die sie selbst erschaffen haben. Desinformation verbreitet sich schneller als die Wahrheit, weil Lügen besser in einen Tweet passen. Menschen glauben lieber wilde Verschwörungstheorien als langweilige Fakten, weil die Verschwörungstheorien wenigstens spannend sind und einfache Schuldige präsentieren. Langsamkeit ist das wichtigste Merkmal einer Demokratie. Das wissen die Gegner und drücken mächtig aufs Gaspedal mit schockierenden Aussagen und Handlungen.
Soziale Medien haben uns nicht näher zusammengebracht – sie haben uns in Echo-Kammern gesperrt, in denen wir uns gegenseitig anschreien können, ohne jemals ein echtes Gespräch führen zu müssen. Jeder kann Experte sein, jeder kann seine Meinung als Fakt präsentieren, und am Ende wissen wir weniger als vorher, weil wir in einem Meer aus Information ertrinken, in dem wir nicht mehr unterscheiden können zwischen Rettungsring und Anker.
Die Schere zwischen Arm und Reich wird größer. Milliardäre fliegen ins All, als Hobby, während auf der Erde Menschen verhungern. Das ist keine Metapher, das ist buchstäblich das, was passiert. Wir leben in einer Zeit, in der ein einzelner Mensch mehr Reichtum besitzen kann als ganze Länder, während andere Menschen entscheiden müssen, ob sie essen oder ihre Medikamente kaufen.
So, jetzt reicht’s erstmal mit den bad news. Angesichts all dessen: Wie kann man da ernsthaft versuchen, glücklich zu sein? Oder überhaupt über Glück reden? Ist das nicht obszön? Eine Form von moralischem Versagen? Ein Zeichen dafür, dass man die Augen verschließt, die Ohren zuhält und „La-La-La-schu-bi-du“ singt, während die Welt brennt? Sollte man nicht stattdessen in permanenter existenzieller Angst leben, ein wandelndes Mahnmal für all das Elend der Welt, ein menschlicher Beweis für die Katastrophe?
Hier ist die unbequeme, radikale, fast schon revolutionäre Wahrheit: Glücklich zu sein ist nicht nur erlaubt – es ist vielleicht das Wichtigste, Notwendigste, Subversivste, was man in diesen Zeiten tun kann.
Nicht als Eskapismus. Nicht als Gleichgültigkeit. Nicht als „Ich ignoriere alles und tue so, als wäre alles in Ordnung.“ Sondern als bewusster, trotziger Akt der Rebellion gegen all die Kräfte – die Autokraten, die Klimaleugner, die Kriegstreiber, die Zyniker –, die uns klein machen wollen, die uns in Verzweiflung und Lähmung gefangen halten wollen.
Denn es ist so: Wenn wir uns von der Dunkelheit vollständig verschlingen lassen, wenn wir uns nur noch in Verzweiflung suhlen, wenn wir aufhören zu leben aus Schuld darüber, dass wir überhaupt noch am Leben sind – wer bleibt dann übrig, um zu kämpfen? Wer pflanzt Bäume für die Zukunft? Wer hilft dem Nachbarn? Wer erfindet Lösungen? Wer lacht mit Fremden und erinnert sich daran, dass Menschen mehr sein können als grausam? Man kann keine bessere Welt bauen, wenn man vor lauter Verzweiflung nicht mehr aufstehen kann.
Jeder Mensch hat das Recht, nach seinem eigenen Glück zu streben. Nicht als Flucht vor der Verantwortung, sondern als Grundlage dafür. Das ist kein Widerspruch. Das ist Überlebensstrategie. Das ist der einzige Weg, wie wir das durchstehen.
Glücklich sein in diesen Zeiten ist keine Verleugnung der Realität. Es ist eine Bestätigung, dass wir mehr sind als die Summe unserer Krisen. Es ist die Erkenntnis, dass zwischen den Katastrophen, zwischen den Schlagzeilen, zwischen den Horrornachrichten immer noch Raum ist für Liebe, Freundschaft, Schönheit, Lachen, Freude, Verbindung – und dass diese Dinge nicht trivial sind. Sie sind nicht das Dessert, das man sich gönnt, wenn man die wichtigen Dinge erledigt hat. Sie sind selbst die wichtigen Dinge. Sie sind das, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Sie sind der Grund, warum eine bessere Welt überhaupt erstrebenswert ist.
Was nützt es, den Planeten zu retten, wenn wir dabei vergessen, was es bedeutet, auf ihm zu leben?
Also ja: Seien Sie glücklich. Unapologetisch. (Bedeutet: ohne Scham, ohne Bedauern.) Bewusst. Genießen Sie Ihren Kaffee am Morgen. Lachen Sie über dumme Witze. Tanzen Sie in Ihrer Küche zu Songs, die niemand cool findet außer Ihnen selbst. Umarmen Sie die Menschen, die Sie lieben. Finden Sie Freude in kleinen Dingen – einem guten Buch, einem warmen Bad, einem Gespräch, das über Smalltalk hinausgeht. Sehen Sie den Sonnenuntergang und erkennen Sie die Schönheit darin, auch wenn Sie wissen, dass die Atmosphäre, die ihn so farbenprächtig macht, teilweise durch unsere Emissionen beeinflusst wird.
Und dann, mit dieser Energie, mit dieser Kraft, mit diesem Feuer, das noch brennt – hinausgehen und versuchen, die Welt ein kleines bisschen weniger kaputt zu machen. Spenden. Sich engagieren. Wählen. Protestieren. Sich bilden. Freundlich sein. Mutig sein.
Denn am Ende ist Glück kein Luxus für bessere Zeiten. Es ist kein Privileg, das man sich erst verdienen muss, wenn die Welt in Ordnung ist. Es wird nie einen perfekten Moment geben, in dem alle Probleme gelöst sind und man endlich „darf“. Glück ist der Treibstoff, den wir brauchen, um überhaupt durchzuhalten. Es ist der Beweis, dass wir noch nicht aufgegeben haben. Es ist unsere stille, persönliche Kriegserklärung an die Verzweiflung.
Also seien Sie glücklich. Nicht trotz der Welt. Nicht gegen die Welt. Sondern für die Welt. Für die Möglichkeit, dass sie besser werden kann. Weil Sie es verdienen, hier zu sein und dieses eine, kurze, kostbare Leben zu leben, das Sie haben.
Das ist nicht Ignoranz. Das ist Hoffnung. Und Hoffnung ist die radikalste Form des Widerstands.
Ich entschuldige mich für die pathetische Wortwahl. Fangen wir an, uns mit Glück zu beschäftigen.
Beginnen wir die Beschäftigung mit dem Thema Glück mit der Frage nach dem Unglück. Steigen wir direkt in eine interessante Studie ein. Für die Global Happiness Study von 2019 wurden Erwachsene im Alter von 16 bis 74 Jahren befragt, ob sie glücklich sind. Sie konnten dabei auswählen zwischen „glücklich“, „ziemlich glücklich“, „nicht wirklich glücklich“ und „unglücklich“. Danach leben in Australien und Kanada die glücklichsten Menschen, hingegen in Argentinien, Spanien und Russland die am wenigsten glücklichen Menschen. In Deutschland gaben 78 % an, glücklich oder ziemlich glücklich zu sein. Dies bedeutet allerdings auch, dass fast ein Viertel der Deutschen angegeben hat, unglücklich beziehungsweise nicht wirklich glücklich zu sein. Wir kommen später noch genauer zu der Studie.
Natürlich gibt es eine Menge gut erforschter Gründe, warum die Antworten in den verschiedenen Ländern unterschiedlich ausfallen. Allein die Erklärungen hierzu könnten ein furchtbar dickes Buch füllen. Uns interessiert jedoch eher, was Menschen grundsätzlich unglücklich machen kann.
Es gibt eine Menge Faktoren und Verhaltensweisen, die das Glücksempfinden beeinträchtigen und als „Glückskiller“ bezeichnet werden können. Werfen wir einen kurzen Blick auf ein paar von den beliebtesten Fallen, die das Glück von uns fernhalten.
Ein schlimmes Thema können Geldsorgen sein: Finanzielle Nöte und der ständige Druck, genug Geld zu verdienen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, können das Glücksempfinden stark beeinflussen. Zwar heißt es ja „Geld allein macht nicht glücklich“, aber finanzielle Unsicherheit kann Stress und Ängste verursachen. Armut ist in jedem Fall ein Umstand, der jedem Glück im Wege steht. Und noch etwas, noch schlimmer: Krankheit natürlich auch. Sollte es Ihnen schwerfallen, hier einen Ausweg zu sehen, ist es zu empfehlen, sich Beratung bei den verschiedenen staatlichen Stellen zu suchen. Es sollte eigentlich nicht vorkommen, dass Menschen in den reicheren Ländern Europas in Armut leben. Es soll in diesem Buch jedoch nicht darum gehen, wie Wege aus der Armut aufgezeigt werden. Gleichzeitig soll nicht einfach darüber hinweg gesehen werden, dass Armut ein wesentlicher Faktor sein kann. Interessant ist, dass auch hier Studien gezeigt haben, dass positives Denken hilfreich ist, um die finanzielle Situation nachhaltig zu verbessern. Positives Denken kann übrigens auch helfen, viele Krankheiten zu überwinden.
„Geld allein macht nicht glücklich“ ist ein bekannter Spruch, den es übrigens in unzähligen Variationen gibt, auch in Märchen, Fabeln oder Mythologien. Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass zahlreiche Studien gezeigt haben, dass Geld eine wichtige Voraussetzung ist, um glücklich zu sein. Wieviel Geld macht also glücklich? Eigentlich hatte man lange angenommen, dass eine gewisse Menge Geld ausreicht, um glücklich zu sein. Der Psychologe Daniel Kahneman, ein in Israel geborener Amerikaner, hat zusammen mit dem Nobelpreisträger Angus Deaton im Jahr 2010 eine Studie erstellt mit dem Ergebnis, dass das grundsätzliche Lebensglück bis zu einem bestimmten Jahreseinkommen (75.000 Dollar) ansteigt, darüber hinaus allerdings keine Korrelation mehr nachzuweisen ist.
In einer neuen Studie aus dem Jahr 2022 hat Kahneman den Betrag nach oben verschoben. Er hat dabei mit dem Forscher Matthew A. Killingsworth zusammengearbeitet, was insofern erstaunlich ist, als die beiden vorher unabhängig voneinander zu dem Thema „Geld und Glück“ gearbeitet haben und zu komplett unterschiedlichen Ergebnissen gekommen sind. Statt sich darüber zu streiten, haben sich die beiden zusammengetan. Sie wollten von über 30.000 Amerikanern wissen, wie sie sich gerade fühlen. Dafür haben sie ihnen eine App zur Verfügung gestellt mit dem Namen „Track your Happiness“. Die Studienteilnehmer wurden regelmäßig angepingt und konnten dann auf einer Skala von „sehr gut“ bis „sehr schlecht“ antworten. Ergebnis dieser Studie ist, dass die Glückswerte auch bis zu einem Einkommen von 500.000 Dollar anstiegen. Und sogar dieser Wert könnte sich noch weiter nach oben verschieben. Da jedoch nicht allzu viele Menschen oberhalb von einer halben Million Dollar pro Jahr verdienen, war diese Gruppe für eine seriöse Auswertung zu klein.
Für alle, die nicht so viel Geld verdienen, bleiben die Beispiele, die gezeigt haben, dass sehr reiche Menschen sehr unglücklich sein können, ein willkommener Trost. Es ist nämlich nicht garantiert, durch Geld glücklich zu werden. Es deutet viel darauf hin, dass reiche und unglückliche Menschen auch unglücklich wären, wenn sie nicht reich wären.
Was könnte einen reichen Menschen unglücklich machen? Natürlich Krankheiten. Aber auch alle negativen Denkmuster: Negative Gedanken, Verlustängste, Selbstzweifel und pessimistisches Denken können Ihr Leben stark beeinflussen. Reiche Menschen haben viel zu verlieren. Über den amerikanischen Milliardär Peter Thiel heißt es, dass seine größten Ängste seien, eines Tages zu sterben, weil er dann ja nichts mehr von seinem Reichtum hat, und die zweite Angst: Steuern zu zahlen. (Gegen beide Ängste hat er Vorkehrungen getroffen: Er will seinen Körper im Todesfall bei der Alcor Life Extension Foundation in Arizona einfrieren lassen. Und gegen das Steuernzahlen mischt er die amerikanische Politik auf.) Wer sich ständig auf das Negative konzentriert und keine positiven Aspekte sieht, wird sein Wohlbefinden erheblich mindern. Ein obsessiver Drang nach Perfektion und der hohe Anspruch, immer alles richtig zu machen, können im Job hilfreich sein, werden aber mit hoher Wahrscheinlichkeit zu chronischem Stress und Unzufriedenheit führen. Ein stark ausgeprägter Perfektionismus kann das Glücksempfinden schwer beeinträchtigen, da ständig das Gefühl aufkommen kann, nicht gut genug zu sein. Eine ungesunde Ernährung, mangelnde körperliche Aktivität, Schlafmangel und übermäßiger Konsum von Alkohol oder Drogen werden das Wohlbefinden deutlich beeinträchtigen und zu negativen emotionalen Zuständen führen.
Ganz wichtig: Das Fehlen von sozialen Verbindungen und unterstützenden Beziehungen wird sich negativ auf das Glücksempfinden auswirken. Der Mensch ist ein soziales Wesen und der Kontakt zu anderen Menschen ist wichtig für das Wohlbefinden. Wie wichtig, werden wir im Laufe der folgenden Kapitel aufzeigen.
Übermäßiger Stress am Arbeitsplatz und das Fehlen einer ausgewogenen Work-Life-Balance werden bei den allermeisten das Glücksempfinden stark beeinträchtigen. Wer keine Zeit für Erholung, Hobbys und soziale Aktivitäten hat, steuert rasch auf Unzufriedenheit und Erschöpfung zu. Der ständige Umgang mit negativen Menschen, eine toxische Umgebung oder ein belastendes soziales Umfeld würden das Glücksempfinden ebenfalls erheblich beeinträchtigen. Es ist wichtig, sich in einer unterstützenden und positiven Umgebung zu befinden.
Wer seine eigenen Bedürfnisse vernachlässigt und sich nicht genügend um sich selbst kümmert, könnte sein Wohlbefinden negativ beeinflussen. Es ist wichtig, sich Zeit für Entspannung, Erholung und Selbstpflege zu nehmen. Ständige Selbstkritik, Selbstzweifel und negative Selbstgespräche beeinträchtigen das Selbstwertgefühl und mindern das Glücksempfinden. Ein fehlender oder unklarer Lebenssinn und -zweck führen ebenfalls zu Unzufriedenheit und einer Abnahme des Glücksempfindens.
Das ist eine ganze Menge, was unglücklich machen kann, oder? Und noch längst nicht alles.
Es ist wichtig, zu beachten, dass diese Faktoren individuell unterschiedlich wirken können und dass jeder Mensch seine eigenen Glückskiller identifizieren muss. Durch bewusste Selbstreflexion, Selbstfürsorge und Veränderungen im Lebensstil reduzieren Sie viele dieser Faktoren und steigern das Glücksempfinden. Das ist ein einfacher Satz mit viel Tragweite. Deshalb gilt auch hier: dazu später mehr. Wir sind ja schließlich noch ziemlich am Anfang.
Kommen wir zum Klassiker der Fragen zum Thema Glück: Was ist Glück?
Wir wollen hier nicht, wie eingangs geschrieben, philosophieren. Aber ein paar Sätze dazu sind hilfreich: Glück ist ein subjektives Empfinden und ist von Person zu Person unterschiedlich. Wir werden uns Mühe geben, diesen Umstand nicht allzu oft zu betonen. Es gibt jedoch verschiedene Ansätze und Definitionen, die das Konzept des Glücks beschreiben.
Eine verbreitete Auffassung ist, dass Glück ein Zustand des emotionalen Wohlbefindens und der Zufriedenheit ist. Es beinhaltet das Gefühl von Freude, Zufriedenheit, Erfüllung und positiven Emotionen. Glück kann sich auf verschiedene Lebensbereiche beziehen, wie zum Beispiel Beziehungen, Karriere, Gesundheit oder persönliches Wachstum.
Beginnen wir mit: Geld.
Forscher sind meistens glücklich, wenn sie Bedeutendes in ihrer Karriere geleistet haben. Richard Easterlin ist ein amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, der seinen Namen gleich zweimal verewigt hat. Nach ihm benannt wurde die Easterlin-Hypothese. Danach richtet sich die Anzahl der Kinder nach dem relativen Einkommen. Wenn Eltern über ein höheres Einkommen verfügen als die Großeltern, haben die Eltern mehr Nachwuchs als die Großeltern. Da eine Generation mit starken Geburtenjahrgängen auf dem Arbeitsmarkt größere Konkurrenz hat, folgt auf einen Babyboom ein Baby-Bust, also eine Generation mit weniger Kindern.
Richard Easterlin wurde vor allem aber mit dem Easterlin-Paradoxon bekannt. (Bekannt ist übrigens relativ. Machen Sie sich nichts daraus, wenn Sie noch nie etwas von Richard Easterlin gehört haben.)
Er untersuchte den Zusammenhang zwischen subjektivem Glück und dem Einkommen innerhalb von unterschiedlichen Ländern. Er fand heraus, dass langfristig betrachtet die Lebenszufriedenheit trotz steigenden Einkommens eines Landes nicht wächst. Easterlin wiederholte seine Untersuchungen und kam immer wieder zum gleichen Ergebnis. Deshalb wurde er häufig zitiert und interpretiert, meistens auf diese Weise: Wenn einige Basisbedürfnisse befriedigt sind, führt mehr Geld nicht zu mehr Glück.
Allerdings widersprachen einige Forscher dem Paradoxon mit entsprechend anderslautenden Analysen. Sie stellten schlicht fest, dass die Menschen aus manchen Ländern mit steigendem Einkommen auch glücklicher würden. So zum Beispiel der Ökonom Michael Hagerty und der Soziologe Ruut Veenhoven. Sie widersprachen 2003 dem Easterlin-Paradox, indem sie neuere Daten verwendeten und feststellten, dass Menschen in Ländern mit steigendem Einkommen glücklicher würden. Easterlin war not amused und warf ihnen vor, inadäquate Daten benutzt zu haben. Im Jahr 2008 waren es wieder zwei Ökonomen, die das Easterlin-Paradoxon hinterfragten. Auch sie kamen nicht zu den Ergebnissen, die Richard Easterlin in seinem Paradoxon präsentiert hatte. Also machte sich Easterlin auf, eine neue Studie zu präsentieren, in der er seine These bestätigte. Er hatte ein ganzes Team um sich geschart und die Entwicklung in 37 Ländern über einen Zeitraum von mittlerweile 22 Jahren untersucht. Er hatte auch Entwicklungsländer und osteuropäische Staaten mit einbezogen.
Easterlin ist nämlich keiner, der schnell einknickt. Heute könnte man sagen, er blieb meinungshart. Er stand zu seinem Paradoxon. Manche Forscher boten eine Lösung an, indem sie Theorien mit einem individuellen Glücksnullpunkt entwickelten. Diese Theorien ähnelten der Theorie der hedonistischen Tretmühle, auch hedonistische Adaption genannt. Darunter wird verstanden, dass der Mensch die Tendenz hat, nach einem stark positiven oder einem stark negativen Lebensereignis relativ schnell zu einem relativ stabilen Level von Glück zurückzukehren. Eine ähnliche Theorie gibt es übrigens auch für das Thema Gewicht. Sie heißt Set-Point-Theorie und besagt, dass das menschliche Körpergewicht genetisch vorprogrammiert ist und nur schwer zu verändern ist. Die Theorie ist ziemlich umstritten. Es ist eine schöne Erklärung für alle, die übergewichtig sind.
Easterlin erklärte, dass sich die Theorien einer hedonistischen Tretmühle nicht so sehr auf monetäre Güter beziehen würden wie auf nichtmonetäre Güter, mit dem Ergebnis, dass dies sein Paradoxon nur bestätigen würde. So viel Selbstbewusstsein kann sich auszahlen. Easterlin zählt seit 2022 aufgrund der Anzahl der Zitationen zu den Favoriten auf einen Wirtschafts-Nobelpreis „für bahnbrechende Beiträge zur Ökonomie von Glück und subjektivem Wohlbefinden“.
So wird also weltweit herumgeforscht, um dieses Phänomen Glück packen zu können. Um es präzise nach allen Regeln der Wissenschaft zu definieren und zu beschreiben und es beliebig vergrößern oder verkleinern zu können. Eine ungezählte Anzahl von Studien befasst sich mit dem Thema Glück, aus allen Blickwinkeln, mit allen Facetten, in allen wissenschaftlichen Disziplinen. Aber das Glück windet sich. Es lässt sich nicht packen, nicht einsperren (das ohnehin nicht). Es gibt keine konkrete Beschreibung, der alle Menschen in gleicher Weise zustimmen würden. Trotzdem hat die Glücksforschung wertvolle Arbeit geleistet. Auch wenn es scheint, dass bei mancher Studie vor allem die Forscher damit glücklich wurden.
Glück ist mehr als nur ein vielschichtiges Konzept. Es ist mitunter eine Philosophie. Manchmal werden unterschiedliche Begriffe benutzt. Auch von Sprache zu Sprache gibt es verschiedene Bedeutungen. Ein weiterer konkreter Ansatz zum Verständnis ist die Vorstellung, dass Glück eine langfristige Lebenszufriedenheit darstellt. Dieser Blickwinkel betrachtet das Glück nicht nur als momentane Freude, sondern als allgemeine Zufriedenheit mit dem eigenen Leben. Es geht dabei um das Erreichen von persönlichen Zielen, das Vorhandensein von bedeutsamen sozialen Beziehungen und das Gefühl, ein erfülltes Leben zu führen.
Manche Menschen betrachten Glück als eine Art Schicksal oder Glückssträhne, während andere es als eine bewusste Wahl oder Einstellung betrachten. Einige glauben, dass das Glück durch äußere Umstände bestimmt wird, während andere argumentieren, dass es stark von der inneren Einstellung und der Fähigkeit zur Wertschätzung abhängt.
Insgesamt ist Glück also sehr komplex und vielschichtig. Glück basiert auf individuellen Überzeugungen, Werten und Erfahrungen. Es kann von verschiedenen Menschen unterschiedlich definiert und erreicht werden. (Da war’s wieder.)
Eine richtige Antwort ist: unterschiedlich. Siehe oben und unten. Das gilt für jede Person. Es fühlt sich bei allen Gemeinsamkeiten für jeden unterschiedlich an. (Hatte ich das schon erwähnt? Es hilft nichts, gelegentlich muss das gesagt werden.) Es gibt jedoch einige gemeinsame Merkmale und Empfindungen, die mit dem Glücksempfinden verbunden sein können.
Ganz simpel: Glücklichsein geht mit einem Gefühl von Freude und positiver Stimmung einher. Es verursacht ein angenehmes Kribbeln, Lachen oder ein Gefühl von Leichtigkeit im Körper oder löst ein Gefühl der Gelassenheit und inneren Ruhe aus. Ein Gefühl der Zufriedenheit mit sich selbst, dem eigenen Leben und den erreichten Zielen kann Teil des Glücksempfindens sein. Glücklichsein vermittelt ein Gefühl des inneren Gleichgewichts und der Harmonie. Man fühlt sich im Einklang mit sich selbst und der Umgebung. Kennen Sie eines dieser Gefühle?
Noch mehr Beschreibungen von Glück: Ein Gefühl der Dankbarkeit für die positiven Aspekte des Lebens löst ein Glücksempfinden aus. Man schätzt und genießt die kleinen Freuden und Segnungen des Alltags. Es kann auch mit einem Gefühl von Erfüllung und Sinnhaftigkeit verbunden sein. Man bekommt das Gefühl, dass das eigene Leben einen Zweck hat und dass man sich in einer erfüllenden Lebensphase befindet. Man ist weniger angespannt, stressresistenter und kann besser mit Herausforderungen umgehen. Das Gefühl des Glücklichseins ist Teil eines starken Gefühls der Verbundenheit und des Zusammenseins mit anderen Menschen. Manche fühlen sich von sozialen Beziehungen und unterstützenden Bindungen geradezu genährt!
Es geht noch weiter: Glücklichsein ist auch energetisierend. Ein Gefühl von Lebendigkeit. Man fühlt sich vital, motiviert und bereit, das Leben in vollen Zügen zu genießen. Ein positiver Blick auf die Zukunft und das Leben im Allgemeinen ist ebenfalls Teil des Glücksempfindens. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in positive Entwicklungen wächst. Das wiederum ist mit einem Gefühl der Selbstakzeptanz und Selbstliebe verbunden. Glückliche Menschen fühlen sich wohl in ihrer eigenen Haut und nehmen sich selbst an, mit all ihren Stärken und Schwächen.
Das sind eine Menge unterschiedlicher Beschreibungen eines einzigen Begriffs: Glücklichsein. Sehr viele Gefühle! Vielleicht haben Sie eine oder ein paar davon erlebt, vielleicht auch alle.
Was ist möglich, um nicht auf diese Gefühle zu warten, sondern sie aktiv und vor allem selbst zu produzieren? Schließlich ist das eigene Leben kein Film und auch kein Computerspiel. Was könnte es sein, was uns glücklich macht? Vielleicht sagt jemand: „Es macht mich glücklich, mit einem Baseballschläger die Lampen des Autos meines Nachbarn zu zertrümmern.“ Nichts dagegen zu sagen (außer, dass es eine merkwürdige Idee ist, die strafrechtliche Konsequenzen haben wird). Ein anderer Mensch könnte sagen, dass ihn ein riesiges Stück Sahnetorte mit einer großen Kirsche glücklich macht. Oder ein Marathonlauf ab Kilometer 28. Fast alles kann glücklich machen, auch wenn es nur Einzelne betrifft.
Dennoch gibt es einige allgemeine Ansätze und Praktiken, die sehr vielen Menschen helfen können, ihr Glücksempfinden zu steigern.
Lassen Sie uns doch einfach mal die wichtigsten Erkenntnisse spoilern. Wichtig ist die Pflege positiver Beziehungen. Dankbarkeit ist sehr hilfreich. Erreichbare Ziele. Sport.
Achtsamkeit (Achtung, das ist ein Modewort mit großer Bedeutung, wir werden darauf noch zurückkommen.)
Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie für sich selbst brauchen, um zu entspannen, zu reflektieren und Stress abzubauen. Meditation, Yoga oder andere Entspannungstechniken können dabei helfen, im gegenwärtigen Moment zu sein und das Wohlbefinden zu steigern. Wichtig sind positive Aktivitäten und Hobbys: Finden Sie Tätigkeiten, die Ihnen Freude bereiten und die Sie in einen Flow-Zustand versetzen, bei dem Sie völlig im Hier und Jetzt aufgehen. Dies kann helfen, positive Emotionen zu fördern und das Glücksempfinden zu steigern. Helfen Sie großzügig anderen Menschen. Freundlichkeit und soziales Engagement, altruistisches Verhalten und positive zwischenmenschliche Beziehungen werden Ihr Glücksempfinden erhöhen. Übermäßiger Konsum, Materialismus und die Jagd nach immer mehr Besitztümern können langfristig nicht zu nachhaltigem Glück führen. Akzeptieren Sie negative Emotionen: Es ist normal, dass negative Emotionen wie Traurigkeit, Ärger oder Frustration Teil Ihres Lebens sind. Lernen Sie, diese anzunehmen und mit ihnen umzugehen, anstatt gegen sie anzukämpfen. Dies kann zu einer größeren emotionalen Ausgeglichenheit führen.
Vermutlich kennen Sie die allermeisten der oben genannten Ratschläge längst. Ja, es ist leicht, Sätze aufzuschreiben wie „Seien Sie achtsam“ oder „Akzeptieren Sie negative Emotionen“. In der täglichen Praxis ist die Umsetzung alles andere als einfach. Wer sich am Morgen vorgenommen hat, mit einem Kollegen ein achtsames Gespräch zu führen, könnte dabei trotzdem aus der Haut fahren.
Haben Sie Geduld: Glück ist kein sofortiges Ergebnis, sondern ein Prozess. Nehmen Sie sich die Zeit und den Raum, um Veränderungen vorzunehmen und Glück zu finden. Es wird hilfreich sein, kleine Schritte zu machen und sich auf den Weg zu machen.
Gehen Sie los! Lassen Sie dieses Buch auf den nächsten Metern Ihre Begleitung sein.
Und wie. Sonst wäre dieses Buch ziemlich sinnfrei. Definitiv: Glücklichsein kann gelernt werden. Obwohl das Glücksempfinden von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird, einschließlich genetischer Veranlagung und Lebensumständen, gibt es eine Fülle von wissenschaftlichen Erkenntnissen, die darauf hinweisen, dass bestimmte Techniken und Praktiken das Glücksempfinden fördern können.
Stellen Sie sich nun eine Schulklasse vor, in der die Schüler ein Schuljahr Zeit haben, um einen beliebigen Stoff zu lernen. Es geht um Begriffe, die immer wieder auftauchen, und die persönliche Beschäftigung damit. Stellen Sie sich selbst in den Mittelpunkt und lassen Sie die folgenden Wörter und Ansätze um Sie herum kreisen:
Achtsamkeit: Bedeutet: den gegenwärtigen Moment bewusst wahrzunehmen und negative Gedankenmuster zu unterbrechen. Es führt zu größerer innerer Ruhe, Gelassenheit und positiverem Denken.
Dankbarkeit: Das Kultivieren von Dankbarkeit für die kleinen und großen Dinge im Leben steigert das Glücksempfinden enorm. Regelmäßiges Aufschreiben von Dingen, für die man dankbar ist, hilft, den Fokus auf positive Aspekte zu lenken. Deshalb schreiben manche Menschen ein Dankbarkeitstagebuch.
Positive Beziehungen: Die Pflege von engen Beziehungen zu Familie, Freunden und der Gemeinschaft ist eine der größten Quellen des Glücks. Investieren Sie Zeit und Energie in diese Beziehungen, indem Sie Gespräche führen, Unterstützung bieten (und auch suchen, falls nötig) und gemeinsame Erlebnisse teilen.
Selbstfürsorge: Bedeutet: sich um die eigene körperliche und mentale Gesundheit kümmern. Nehmen Sie sich also Zeit für Entspannung, Bewegung, gesunde Ernährung und genügend Schlaf.
Sinnfindung: Bedeutet: das Verfolgen von Zielen und Aktivitäten, die einen tieferen Sinn und Zweck im Leben vermitteln. Identifizieren Sie Ihre Werte und Überzeugungen und integrieren Sie sie in Ihr tägliches Leben.
Selbstgespräche: Achten Sie auf Ihren inneren Dialog und versuchen Sie, negative Gedanken durch positive und unterstützende Gedanken zu ersetzen. Positive Selbstgespräche können das Selbstvertrauen stärken und zu einem positiveren emotionalen Zustand beitragen. Seien Sie nett zu sich selbst!
Aktive Gestaltung des eigenen Lebens: Nehmen Sie Verantwortung für Ihr eigenes Glück und treffen Sie bewusste Entscheidungen, um positive Veränderungen in Ihrem Leben herbeizuführen. Identifizieren Sie Bereiche, in denen Sie sich verbessern möchten, und setzen Sie konkrete Schritte, um Ihre Ziele zu erreichen. Selbstreflexion: Nehmen Sie sich regelmäßig Zeit für Selbstreflexion und Selbsterkenntnis. Identifizieren Sie Ihre Stärken, Schwächen, Werte und Ziele. Überlegen Sie, wie Sie Ihr Leben so gestalten können, dass es Ihren persönlichen Bedürfnissen und Wünschen entspricht.
Es erfordert Zeit, Übung und Experimentieren, um herauszufinden, was für Sie persönlich funktioniert. Das Lernen, glücklich zu sein, ist eine kontinuierliche Reise, die mit Selbstreflexion und bewusstem Handeln verbunden ist. Die aufgeführten Begriffe sind Teil vieler Studien, die belegen sollen, dass Glücklichsein das Ergebnis einer angewendeten Technik ist.
Glück kann auch mit Zufall verbunden sein. Glück haben, sogar in den allermeisten Fällen, wie beim Lottospielen. Es gibt Situationen, in denen das Glücksempfinden von äußeren Umständen abhängen kann, die außerhalb unserer Kontrolle liegen. Manche Menschen haben möglicherweise Glück in bestimmten Lebensbereichen, sei es bei finanziellen Chancen, beruflichem Erfolg oder persönlichen Beziehungen, ohne dass sie dafür spezifische Anstrengungen unternommen haben.
Allerdings ist Glückhaben nicht ausschließlich vom Zufall abhängig. Es gibt nämlich viele Faktoren, die wir beeinflussen können, um unser Glücksempfinden zu steigern, und die damit dazu führen können, auch mehr Glück zu haben. Nein, beim Lottospielen hilft das nicht unbedingt. Aber: Unsere Denk- und Verhaltensweisen, unsere Einstellungen, unsere Beziehungen und unsere Entscheidungen haben einen erheblichen Einfluss auf unser Glücksempfinden. Der Fußballtrainer Ottmar Hitzfeld sprach häufig davon, dass seine Mannschaft „das Glück erzwingen“ müsse, was in Kombination mit einer akribischen Vorbereitung eine gute Willensaktivierung ergab. Seine Erfolge legen den Schluss nahe, dass sein Coaching gut funktioniert hat. Wer hingegen mit aller Gewalt versucht, glücklich zu werden (oder ein Fußballspiel zu gewinnen), erreicht manchmal das Gegenteil. Auch das konnten Studien belegen, obwohl es geradezu auf der Hand liegt, weil übertriebenes Handeln Erwartungen als Grundlage hat, die nicht bedient werden können. Echte Gewalt funktioniert natürlich auch nicht: Mit einer vorgehaltenen Waffe lässt sich Glück nicht erzwingen. Nein, auch nicht bei einem Banküberfall. (Ich traf einmal jemanden, der in einer Phase großer Verzweiflung eine Bank ausraubte, aber vergaß, seine Flucht zu planen. So wartete er vor der Bank geduldig auf die Beamten, die ihn festnahmen. So oder ähnlich gehen die allermeisten Überfälle schief, glücklich ist damit noch niemand geworden.)
Studien haben gezeigt, dass genetische Faktoren etwa 50 % unseres Glücksempfindens erklären können, während äußere Umstände, die außerhalb unserer Kontrolle liegen, nur etwa 10 % ausmachen. Die verbleibenden 40 % werden durch unsere Denk- und Verhaltensweisen beeinflusst, die wir bewusst verändern können.
Indem wir an unserer Einstellung, unserer Resilienz, unserer Dankbarkeit und unserer Selbstfürsorge arbeiten, können wir unsere Fähigkeit stärken, mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen, und unser Glücksempfinden steigern. Glück ist also nicht nur vom reinen Zufall abhängig, sondern kann durch bewusste Entscheidungen und Handlungen beeinflusst werden. Und ebenfalls wichtig: Glück ist nicht eindimensional. In der Politik wäre es ein Maßnahmenpaket. Wer diese Metapher aufgreifen möchte, der mag sich vorstellen, dass jeder von Geburt an sein persönliches Glückspaket oder, weniger politisch abgeschaut, eine Glücksbox bekommt. Einige Inhalte sind untrennbar mit der Box verbunden, sie sind quasi die Box: Dazu gehören das Land, in dem jemand geboren wird, die Familie und die genetischen Faktoren. Aber eines Tages bekommen die meisten Menschen die Gelegenheit, in die Box zu schauen, etwas hineinzulegen und davon zu profitieren, sich mit der Box zu beschäftigen.
Hitzfeld wusste vermutlich, dass sich das Glück nicht direkt erzwingen lässt, da das Glücksempfinden von verschiedenen Faktoren abhängt, die nicht immer vollständig kontrollierbar sind (insbesondere beim Fußball!). Es ist jedoch möglich, bestimmte Schritte zu unternehmen, um die Wahrscheinlichkeit des Glücksempfindens zu erhöhen. Indem man bewusst an seiner Einstellung, seinen Denkmustern und Verhaltensweisen arbeitet, kann man einen positiven Einfluss auf sein Glücksempfinden nehmen. Wer diese Schritte unternimmt, erhöht damit auch die Wahrscheinlichkeit, Glück zu haben oder eben Spiele zu gewinnen. Oder: Ein glücklicher Fußballer bringt bessere Leistungen als ein unglücklicher. Und ist damit auch resilienter gegen Formtiefs.
Schauen wir auf den wichtigsten Inhalt der persönlichen Glücksbox: die sozialen Kontakte. Um bessere Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen, gibt es einige praktische Schritte, die Sie unternehmen können. Eine gute Kommunikation ist entscheidend für gesunde Beziehungen. Hören Sie aktiv zu, zeigen Sie Interesse an den Gedanken und Gefühlen des anderen und drücken Sie Ihre eigenen Gedanken und Gefühle klar aus. Klären Sie Missverständnisse und seien Sie offen für Kompromisse. Das sind eine ganze Reihe von guten Tipps für Maßnahmen, die Sie immer wieder üben und verbessern können. Denken Sie dabei an die kleinen Schritte, die nicht nur die Präzision erhöhen (Sie wissen vielleicht schon: Langsam ist präzise, und präzise ist schnell), sondern auch eine gesunde Erwartungshaltung ausdrücken, die sich durch ein vernünftiges Tempo vor Enttäuschungen und Misserfolgen schützt. Sich in die Perspektive des anderen hineinzuversetzen und seine Emotionen und Bedürfnisse zu verstehen, ist ebenso hilfreich wie Empathie, die dabei hilft, Verständnis und Mitgefühl zu zeigen und eine tiefere Verbindung fördert. Nehmen Sie sich bewusst Zeit für die Menschen in Ihrem Leben und zeigen Sie Interesse an deren Aktivitäten.
Bedenken Sie, dass auch in einer guten Beziehung Meinungen oder Wünsche nicht immer identisch sein können. Konflikte sind in jeder Beziehung normal. Wichtig ist jedoch, Kritik konstruktiv zu äußern und Konflikte auf eine respektvolle Weise anzugehen. Die Suche nach gemeinsamen Lösungen und das Eingehen von Kompromissen sind wichtige Verhaltensweisen. Hilfreich sind gesunde Grenzen in Beziehungen. Dies hilft dabei, ein Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen herzustellen.
Niemand ist perfekt, und es können Fehler oder Verletzungen auftreten. Die Bereitschaft, zu vergeben und Verletzungen zu überstehen, kann zu einer stärkeren Bindung führen. Gleichzeitig ist es wichtig, auf die eigenen Bedürfnisse und Grenzen zu achten. Gemeinsame Aktivitäten und Interessen, gemeinsames Erleben von positiven Erfahrungen stärken Beziehungen und schaffen schöne Erinnerungen. Wertschätzung und Dankbarkeit für andere Menschen, die Anerkennung ihrer Stärken und Leistungen erleichtern die Wertschätzung anderer – und die eigene gleich mit.
Ein Fundament aus Ehrlichkeit und Vertrauen lässt Sie authentisch und offen in Ihren Beziehungen sein. Vertrauen ist eine wichtige Grundlage für starke Beziehungen. Halten Sie Ihre Versprechen. Manchmal braucht es Zeit, um Beziehungen zu entwickeln und zu vertiefen. Geduld ist eine gute Investition in Beziehungen.
Die Teilnehmer an unseren Workshops erhalten übrigens eine reale Glücksbox. Dort können Sie hineinlegen, was Ihnen während des Workshops gefallen hat, was Sie angesprochen hat. Von Zeit zu Zeit können Sie dann die Glücksbox öffnen, um nachzuschauen, was es noch gleich war, was Glück verursachen könnte, und um weitere Glücklichmacher hineinzulegen.
Falls Sie mit Religionen nichts am Hut haben, können Sie dieses Kapitel einfach überspringen. Sie könnten es aber trotzdem lesen, weil es für viele Menschen auf dieser Welt von überragender Bedeutung ist, ihr Glück in ihrer jeweiligen Religion zu suchen und zu finden.
