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Extreme Stress-Belastung gehört zu unserem Alltag, wie der schnelle Kaffee am Morgen und das hastige Mittagessen. Wir teilen unser Leben in Beruf und Freizeit, scheitern an der sauberen Trennung und geben alle Bemühungen um eine Balance auf. Wir hetzen Terminen hinterher und leben in ständiger Erreichbarkeit. Freizeit ist keine freie Zeit, sondern der Zeitrahmen zur Wiederherstellung nach einer völligen Erschöpfung. Ständig, immer wieder, Tag für Tag, Woche für Woche. Stress macht krank. Depression, Burnout, Schlaganfall und Herzinfarkt werden zu Volkskrankheiten. Einen erheblichen Beitrag dazu liefern Angst und Stress. Sie beherrschen das Leben im 21. Jahrhundert. Das vorliegende Buch deckt die Muster der Angst auf und geht der Ursache von Stress-Belastungen auf die Spur. Stress und Angst sind ein gefährliches Paar - nur wer sie aufspürt und bewusst bekämpft, kann sich von ihnen befreien. Das Ziel des Buches ist die einfache und gründliche Bekämpfung von Stress und Angst. Der Autor, Michael Weyl, zeigt Wege dazu auf und bietet Sofortmaßnahmen an. Er weiß wovon er redet, weil er ein ehemalig Betroffener ist. Michael Weyl, langjähriger Manager und Unternehmer, hat über Jahrzehnte im Dauerstress gelebt, bis ein Schlaganfall ihn gestoppt hat. Auf der Suche nach den Ursachen fing er an, Ängste zu analysieren und Stress genauer zu untersuchen. Heute ist er als Business Coach tätig und unterstützt Unternehmer und Führungskräfte bei Stressmanagement, Burnout-Prävention und Aktivierung ihrer Work-Life-Balance.
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Seitenzahl: 125
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Erkenne Muster, besiege Stress und Angst
Michael Weyl
Text, Bild und Grafik: Michael Weyl
Lektorat: Frauke Peltzer
Ursprünglich war für dieses Buch ein anderer Titel geplant – es sollte „Stress und Angst, das unzertrennliche Paar“ heißen. Faktisch ist die Aussage richtig, aber welcher Leser wird durch einen solchen Titel zum Kauf animiert? Keiner. Schon das Wort Angst schreckt die meisten Leute ab. Wir alle befassen uns nicht gerne mit der Angst. Wir machen lieber die Augen zu und verleugnen das, was unseren Urahnen das Überleben gesichert hat. Wie ungerecht! Angst war die einzige Lebensversicherung unserer Vorfahren und wir verdanken die wunderbare Entwicklung des Menschen nur dem funktionierenden Angstmechanismus.
Die Überlebensfunktionen Flucht und Kampf werden durch Angst aktiviert. Über Jahrtausende hat sich nichts daran geändert. Auch heute noch steht dies für unser Überleben, jedoch kultivierter und feiner. Wir nennen das Umgangsformen und setzen diese als Basis unserer Kultur voraus. Dennoch, egal wie fein und zivilisiert wir uns geben, Flucht und Kampf sind und bleiben Grundfunktionen in uns, deren Auslöser die Angst ist. Wir geben es nicht gerne zu, aber Angst ist unsere vitale Lebenserhaltungsfunktion.
In der modernen Ausprägung unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens hat sich die Auslösung der Angst an aktuelle Gegebenheiten angepasst. Angst hat dazu gelernt. In Urzeiten aktivierten Bedrohungen durch wilde Tiere, Gefahren aus Naturgewalten oder kriegerische Begegnungen unser Überlebenssystem „Angst“. Wenige Auslöser haben den komplexen Angstzyklus in Gang gesetzt. Auch heute sind diese noch in gleicher Art vorhanden, nur hat sich die Anzahl der Auslöser von einigen wenigen auf das Hundertfache erhöht. Es ist nahezu logisch, dass sich mit der Anzahl der Auslösungen auch die Häufigkeit des Auftretens erhöht hat. Aus einer vereinzelten Aktivierung der Überlebensfunktion wurde eine Dauerbelastung.
Die Angstfunktion steht in engem Zusammenhang mit Stress, genauer gesagt, dem negativen Stress. Angst ist eine Funktion, die Stress antreibt. Ein komplexes Muster aus Reaktionen und Auswirkungen entsteht. Fatal an dieser Stelle ist, dass Stress sowohl eine positive wie auch eine negative Seite hat. Positiv ist, das Stress ein körpereigenes Doping darstellt, als Aktivator für Kreativität, Spontanität, Aufnahmefähigkeit wirkt und die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit erheblich steigert. Dies greift sowohl beim positiven, wie auch beim negativen Stress. Somit gilt, negativer Stress nutzt die gleichen Potentiale wie der positive und ist demnach gar nicht schädlich, sondern förderlich. Ungeachtet dessen, Stress ist eine erhebliche Belastung für den Körper. Alle Ressourcen werden gefordert. Auch hier hat die Belastung wieder positive und negative Seiten. Positiv, weil sie wie eine Art Fitnesstraining für unseren Organismus wirkt, negativ, weil es zu einem erhöhten Energieverbauch führt. Wenn diese Energie wieder kurzfristig nachgeführt wird, ist alles in Ordnung. Was jedoch zu viel ist, ist zu viel. Sogar das Positive wird auf Dauer zum Negativen. Dauerstress schädigt die körperliche uns geistige Gesundheit. Eine weitere Gefahr tritt nun auf den Plan, mit Dauerstress eng verbunden ist der Burnout. Das eine greift in das andere. An dieser Stelle wird es kompliziert.
Unvermittelt stehen wir vor einer größeren Anzahl gewichtiger Problempunkte. Das beginnt damit, dass das eine nicht die unabdingbare Folge des anderen ist. Der erste Problempunkt befasst sich mit der Tatsache, dass Stress nicht immer Angst auslöst, aber Angst immer die unbedingte Folge von Stress ist. Der zweite Problempunkt ist, dass jeder Mensch auf Stress und Angst anders reagiert. Es gibt außerdem viele Arten der Angst- und Stress-Verarbeitung. Vom stillen in sich hinein fressen bis zum cholerischen Herausschreien ist alles möglich, es gibt keine eindeutig vorhersehbare Entwicklung und auch die Auswirkungen auf das Umfeld haben keine festen Regeln. So kann es sein, dass sich ein Angst-Stress-Komplex in einer Gruppe wellenförmig weiter fortsetzt. Im Extremfall als Psychose. Burnout schließlich kann zum dritten Problempunkt werden. Angst und Stress sind zwei Faktoren, die untrennbar miteinander verbunden sind. Burnout ist keineswegs eine unausweichliche Folge, bezieht sich jedoch auf vergleichbare Mechanismen und wird von ähnlichen Auslösern und Triggern aktiviert. Wir stehen vor einem großen Komplex, der nur über das Erkennen der grundlegenden Muster neutralisiert und besiegt werden kann.
Deshalb konzentriert sich dieses Buch auf den Angst-Stress-Komplex, weil in dieser Verknüpfung negativer Stress mit einfachen Mitteln besiegt werden kann. Wichtig dafür ist es, die Muster zu erkennen.
Dieses Buch entstand aus meinem persönlichen Antrieb heraus. Ich bin ein Stress-Opfer. Mit diesem Buch möchte ich anderen Menschen helfen, nicht in die Stress-Falle zu geraten.
Im Sommer 2015 erlitt ich einen Schlaganfall. Von der einen auf die andere Sekunde stellten sich viele meiner bisher lebensbestimmenden Schalter auf Null. Da gab es nur eine Alternative:
Neustart knapp über dem Nullpunkt
Die volle Tragweite dessen war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst. Und mir war auch noch nicht klar, warum mich der Schlaganfall „erwischt“ hatte.
Schnell stellte sich heraus, dass mein Schlaganfall einer der wenigen Fälle war, bei denen keine körperlichen Schäden zurückbleiben. Äußerlich war ich unversehrt. In meinem Kopf sah es anders aus. Dort schauten die Ärzte nur aus medizinischen Gründen hinein. Für sie sichtbare Schäden wurden begutachtet und wie auf einer Landkarte verzeichnet. Bei mir hatte der Blitz gleich mehrfach eingeschlagen. Drei große Bereiche im Hirn waren betroffen. Über die Auswirkungen gab es nur Vermutungen und auch über die Gründe konnte man nichts Genaues sagen. Mir wurde beigebracht, dass ich einen Schlaganfall hatte, dieser lebensbedrohlich war. Zum Glück würden keine körperlichen Schäden auf Dauer bleiben und ich solle mich in Zukunft gesund ernähren und aufhören zu rauchen. Für den Rest des Lebens hätte ich mich als hirnverletzt anzusehen und mich damit abzufinden. Über ein weiteres „warum kam es so weit“ gab es keine Erklärung. Auf meine Frage, ob langanhaltende und heftige Stress-Belastung ein Grund sein könnte, erntete ich Kopfschütteln. „Wir suchen organische Gründe,“ war die einzige Reaktion in dieser Richtung. Zum Glück fand man dann noch einen zu hohen Blutdruck. Die medizinische Welt war wieder in Ordnung.
Die nachfolgende Zeit war sehr schwer für mich, weil mir meine Umwelt so anders, so seltsam vorkam. „Das geht wieder vorbei, Sie brauchen Zeit.“ Dieser Satz begleitete mich wie ein falsches Mantra. Hätte ich damals schon gewusst, was ich heute weiß, wäre einiges anders gelaufen. Vielleicht. Wer aus einer hohen Stress-Belastung urplötzlich in ein Leben vollkommen ohne Stress „geworfen wird“, empfindet alles um sich herum als fremd. Es fühlt sich nicht richtig an. Es fehlt die täglich Droge „Stress“. Ich habe jedenfalls eine Art Entzug erlebt.
Wenn ich das gewusst hätte, was ich heute weiß ...
Es geht um die Jahre und Jahrzehnte vor meinem Schlaganfall. Es waren gute Jahre. Ich habe mich hervorragend gefühlt, ständig unter Strom, ständig auf der Droge Stress. Dabei, von mir unbemerkt, habe ich Ängste entwickelt, diese verdrängt, über sie hinweg weitere Schritte zu einer noch höheren Belastung gemacht. Ich habe nur einwandfrei funktioniert, wenn ich unter Stress stand. Für meine Spitzenleistungen brauchte ich die Droge Stress. Und ich war kein Einzelfall, sondern in „guter“ Gesellschaft. Ein gefähliches Phänomen. Wie man daran vorbei kommt, ist Gegenstand dieses Buches.
Der Text ist keine willkürliche Ansammlung von selbstdarstellenden Fragmenten. Ich habe mir lange und viele Gedanken gemacht, wie ich die Intension dieses Buches deutlich machen kann. Ich habe mich entschlossen, Ihnen als Beispiel zu dienen. Deshalb habe ich in der Einleitung mich selbst als Beispiel ausgewählt. Ich weiß wovon ich rede, wenn ich hier über die Muster von Angst und Stress schreibe. Ich weiß auch aus eigener Anschauung, wie harsch die Folgen sein können, wenn man die Muster nicht frühzeitig erkennt.
Bücher, die ein verbessertes, erfolgreicheres und glücklicheres Leben versprechen, gibt es viele. Der Leser hat nur die Gebrauchsanweisung exakt einzuhalten und alles wird angeblich gut. Und wenn es nicht klappt? Dann hat der Leser nicht alles richtig gemacht. Schlampereien des Lesers. Unglaube oder gar Zweifel entbinden von jedem Heilsversprechen. Nach dieser Methode kann jeder Seelenfänger das Blaue vom Himmel herunter versprechen, ohne mit Folgen rechnen zu müssen. Nach diesem Strickmuster gibt es eine Menge Bücher. Ehrliche Autoren sagen schon im Klappentext, dass Misserfolge vorkommen können. Ist das vorliegende Buch ein solches Werk?
Lieber Leser, Sie erlauben, dass ich Sie persönlich anspreche? Sie haben dieses Buch ausgewählt, weil Sie in Ihrem Leben die Sache mit dem negativen Stress ändern möchten. Wenn es Ihnen plausibel erscheint, sind Sie bereit, Anpassungen vorzunehmen, eventuell sogar etwas in Ihrem Leben zu verändern. Sie sehen das als eine gute Methode, sich der Chance zu nähern, mehr aus Ihrem Leben zu machen. Gut. Leider kann ich Sie jetzt nur enttäuschen. Worte wie „etwas“, „möglicherweise“ und „eventuell“ behindern Sie. Nicht im unverbindlichen Tasten, sondern im beherzten Zugreifen finden Sie Ihre Chancen. Den Zupackenden und Beherzten gehört die Welt. Und wenn es um das Bekämpfen von negativem Stress geht, können Sie nur gezielt und konsequent vorgehen.
Suchen Sie in diesem Buch auch nicht nach der kompletten Gebrauchsanweisung für mehr Erfolg, ein besseres Leben, tiefere Entspannung und der totalen Entbindung aus jeder Stress-Beziehung. Wer das sucht, wird außer substanzlosen Träumen nichts finden. Sie finden hier auch keine Kopiervorlage zum Glück, sondern „nur“ viele Tipps die Ihre Mitarbeit erfordern. Ich gebe Ihnen Ratschläge, aber ich fordere Sie auf, diese an Ihre Gegebenheiten und Ihre Persönlichkeit anzupassen. Auch wenn ich das nicht ständig wiederhole, hoffe ich auf Ihren kreativen Umgang mit den Ratschlägen. Sie wirken, wenn sie auf die Persönlichkeit angepasst werden. Die Personalisierung liegt jedoch in Ihrer Verantwortung. Sie können dabei nichts falsch machen! Durchdenken Sie meine Tipps gründlich, dann finden Sie die Art und Weise, in denen aus Ratschlägen die für Sie passende Methode zur Stress-Kanalisierung geformt werden kann. Sind Sie bereit dazu? Abgemacht, dann sehe ich das als eine feste Vereinbarung zwischen uns an.
Tauchen wir ein ins aktive Stress-Management. Um zu erfahren wie Stress entstehen kann, wenden wir uns zunächst der Sprache zu, explizit einem einzigen Wort. Richten wir unsere volle Aufmerksamkeit auf dieses Wort. Wir betrachten jetzt das Wort „Fehler“.
Wenn wir Sprache und deren Anwendung analysieren, schaffen wir Klarheit über Reaktionen, die durch die Wortbildungen ausgelöst werden. Dies gilt für die gesamte Gesellschaft in einem gleichen Sprachraum. Ein gesprochenes Wort ist eine Botschaft, ein gehörtes Wort ist auch eine Botschaft. Es geht um senden und empfangen. Beides ist eine Kommunikation. Botschaften laufen auf verbaler und nonverbaler Ebene, die Sprachanwendung, also die verbale Ebene, ist der breiteste Bereich der Botschaftsgestaltung. Neben dem gesprochenen, nutzen wir auch das geschriebene Wort. Ersatzweise oder erweiternd verwenden wir auch bildliche Kommunikation, die auf ein sinngemäß fixiertes Wort zurück geht.
Bei der Botschaftsversendung an ein direktes Gegenüber, also bei der Auge-in-Auge-Kommunikation, können wir direkten Einfluss nehmen, wenn eine Botschaftsübermittlung missglückt. Alle nicht direkt übermittelten Botschaften tragen immer die Gefahr der missglückten Botschaftsübermittlung in sich. Häufig bemerkt der Sender gar nicht, dass die Botschaft auf dem Weg zum Empfänger beschädigt wurde, eventuell sogar verfälscht oder unvollständig beim Empfänger ankommt. Je abstrakter die Art der Übermittlung ist, um so mehr Beschädigungs- und somit auch Interpretationsspielraum haben Botschaften. Um hier möglichst gefahrlos zu agieren zu, ist die knappe und prägnante Kommunikation vorteilhaft. Je weniger Worte verwendet werden, um so weniger Gefahr für missglückte Kommunikation besteht. Die knappste und gleichzeitig zielgerichtete Kommunikation entsteht durch Verwendung von Signalworten.
Alles was wir wollen sind Reaktionen. Signalworte sind so tief im kulturellen Rahmen verankert, dass bereits die alleinige Verwendung Reaktionen auslöst. In diesem Rahmen gibt es positiv besetzte Signalworte und negativ besetzte. Positiv besetzte Signalworte gehen zumeist unmittelbar in den Wohlfühl-Bereich des Empfängers ein. So wird es recht einfach, den Empfänger im Sinne des Senders zu einer Handlung zu bringen. Die Werbung reizt diesen Mechanismus weitgehend aus. Dies ist auch der Grund, warum positive Signalworte immer weiter gesteigert werden. Mittlerweile scheint die Steigerungswut vollkommen die Verhältnismäßigkeit verloren zu haben. Gut, besser, am besten, optimal, am optimalsten, non plus ultra, ultra liquid. Steigerung bis zur Perversion, ultra liquid ist über-flüssig. Ein plumper Scherz. Aber haben Sie beim Lesen bemerkt, wie gelassen Sie dieser Steigerungswut gegenüber stehen? Keine weitere Reaktion, maximal ein Schulterzucken. Das Positive bleibt am äußeren Rand der Erinnerungsphäre hängen ... bis beim nächsten Einkauf von Waschmittel das Ultra Liquid wieder in den Sinn kommt. Was Sie erlebt haben ist ein Reizen im positiven Sinn, das zu Gelassenheit führt. Eine Grundregel unseres im Kulturkreis verankerten Reagierens auf Botschaften.
Wenden wir uns den negativ belegten Signalworten zu. Diese dringen schneller ins Bewusstsein des Botschaftsempfängers ein. Manche dieser negativen Signalworte lösen sogar unmittelbare Reaktionen aus, die messbar sind. Eines dieser Worte ist „Fehler“. Gehen wir diesem Signalwort nach und schauen auf die Reaktionen, die es ausgelöst.
Wenn jemand zu Ihnen sagt, „Sie haben da einen Fehler gemacht“, wie fühlen Sich sich? Ihr Gefühl hängt wohl davon ab, wer Sie auf den Fehler aufmerksam macht. Wenn ein Fremder mit großer Autorität das sagt, ist es Ihnen sicherlich wesentlich unangenehmer, als ein Hinweis durch einen nahestehenden Menschen. Wenn ein Mensch, den Sie besonders schätzen und zu dem Sie sich hingezogen fühlen, Sie auf einen Fehler aufmerksam macht, sind Sie dankbar.
Dies kommt daher, dass Sie zu diesem Menschen eine Art Urvertrauen aufgebaut haben. Sie wissen, dass dieser Fingerzeig Sie vor Folgen schützen kann. Auf jeden Fall ist der Vertraute keine richterliche Instanz, sondern hilft Ihnen und unterstützt Sie. Das Gefühl von Umsorgt sein setzt ein. Anders verhält es sich, wenn Menschen aus einem nichtumsorgenden Umfeld Sie bei einem Fehler „ertappen“. Fehler sind ein Makel und niemand macht gerne Fehler. Je geringer das Vertrauen ist, um so geringer ist die Fehlertoleranz und um so höher ist der Eigenanspruch der Fehlerlosigkeit. Ich wiederhole: Fehler sind ein Makel.
Jetzt erweitere ich meine Aussage: wer Fehler macht, ist schwach.
