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Als Frauen dürfen wir heute eigentlich alles sein. Was hält uns davon ab? Wir ziehen uns zu viele Rollen an - sei es Mutter, Ehefrau, Trösterin oder Karrierefrau. Mit jeder Verantwortlichkeit wächst der Druck und wir verlieren aus den Augen was wirklich unser Eigenes ist. Sarah Sophie Koch, TV-Expertin und spirituelle Coachin hat in ihrer Arbeit mit vielen Frauen die innovative Soulwoman-Typologie entwickelt. Sie enthüllt unsere wahre Grundprägung und liefert damit eine Matrix, die uns von falschen Rollen befreit und zu unseren tieferen Potentialen führt. Ein erfüllteres, freieres Leben wird möglich, indem wir uns endlich die Erlaubnis geben, zu sein wer wir wirklich sind.
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Seitenzahl: 228
Veröffentlichungsjahr: 2023
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© eBook: 2023 GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, Postfach 860366, 81630 München
© Printausgabe: 2023 GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, Postfach 860366, 81630 München
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Projektleitung: Viola Schmid
Lektorat: Juliane Gringer, Silke Panten
Bildredaktion: Simone Hoffmann
Covergestaltung: ki36 Editorial Design, München, Sabine Skrobek
eBook-Herstellung: Vicki Braun
ISBN 978-3-8338-8916-5
1. Auflage 2023
Bildnachweis
Coverabbildung: Frank Altmann
Illustrationen: Diana Mihaleva; Kartendesign: Freunde der Sonne, Köln
Fotos: Canva.com
Syndication: www.seasons.agency
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»Ich erlaubte mir, schnell zu reden, und fand das eigentlich gar nicht mehr schlimm, sondern ganz lustig. Ich erlaubte mir, anspruchsvoll zu sein. Ich erlaubte mir auch, mich nicht mehr für halbe Sachen herzugeben. Und ich erlaubte mir vor allem, verletzlich zu sein. Das alles erlaubte ich fortan nicht nur mir selbst, sondern auch meinen Klientinnen. Und das hatte eine ganz kraftvolle, magische Wirkung.«
Sarah Sophie Koch
»… ich bin dann meinen Weg gegangen und habe mich aus all meinen Komfortzonen befreit. Ich habe einen Lebensabschnitt hinter mir gelassen. Oder wenn ich ehrlich bin: ein ganzes Leben, das mit vielen limitierenden Rollen belegt war.«
SARAH SOPHIE KOCH BEI EINEM VORTRAG IM HERBST 2022
An meinem ersten ganz freien Wochenende nach meiner Trennung wollte ich mein neues Leben feiern; stattdessen war ich verloren, einsam und haltlos. Ich saß im Ruheraum eines Wellnessbades, trank einen Schluck Wasser und schaute in den großen Spiegel mir gegenüber. »Wer bin ich jetzt eigentlich?« Diese Frage schoss mir durch den Kopf. Und ich kannte keine Antwort darauf. Ich wusste nur, was ich alles nicht war: Ich war keine Ehefrau mehr. Ich war an diesem Wochenende auch nicht in meiner Mutterrolle. Moderatorin war ich auch nicht mehr, wenn auch ganz bewusst: Ich hatte meine Karriere im Fernsehen aufgegeben, um mich voll meinen Kindern und meiner Berufung als Coachin zu widmen. In der Corona-Zeit musste ich meine Praxis allerdings zeitweise schließen, um Kontakte zu vermeiden; also fühlte ich mich in dem Moment nicht mal mehr als Therapeutin. Die Frage gab mir aber den Impuls, mich nicht mehr weiter in das hineinzugraben, was ich alles nicht war – und stattdessen danach zu suchen, wer ich wirklich bin.
Ich hatte doch gedacht, ich wäre befreit, wäre am Ziel angekommen. Doch nun war ich unsicher, wusste nicht mehr, welche neuen Rollen für mich bereitstehen würden, welche wirklich zu mir passten. Und wer war ich überhaupt ganz ohne diese äußerlichen Rollen? In diesem Moment fühlte ich mich nackt. Im wahrsten Sinne des Wortes war ich das auch: nackt, nur mit einem Bademantel bekleidet. Doch es war mehr: Ich fühlte mich hilflos und allein.
Dieser Moment war meine ganz eigene Offenbarung an mich selbst. Mir wurde bewusst, dass ich nichts über mich wusste und noch lange nicht am Ziel war. Eigentlich hatte ich die ganze Reise erst noch vor mir, war gerade erst aufgebrochen.
Auf die Reise zu mir selbst.
Die Vision zu diesem Buch und den Wunsch, es zu schreiben, habe ich schon einige Jahre lang in mir getragen. Doch erst jetzt war die Zeit reif dafür – und vor allem ich. Der Philosoph und Unternehmer Naval Ravikant hätte es nicht treffender formulieren können. James Clear zitiert ihn in seinem Buch Die 1 %-Methode – minimale Veränderung, maximale Wirkung (>) folgendermaßen: »Um ein gutes Buch zu schreiben, muss man erst zu dem Buch werden« – genau so! Viel zu oft habe ich in meinem Leben schon Dinge gemacht, zu denen ich entweder persönlich noch gar nicht bereit oder noch keine Expertin dafür war. Jetzt bin ich beides!
Du hältst also das Resultat meiner ganz eigenen persönlichen Reise zu mir selbst in den Händen. Gleichzeitig habe ich in diesem Buch die Erkenntnisse aus Hunderten von Coachings mit tollen Frauen gesammelt, die ich auf dem gleichen Weg begleiten durfte. Daraus sind meine Soulwomen entstanden: eine Typologie von fünf Frauen, mit denen du lernen kannst, dein authentisches Selbst zu finden und zu leben. Die Typologie hilft dir, deine Stärken und Schwächen zu entdecken und die weiblichen Kräfte zu nutzen, um deine Ziele zu erreichen und echte Erfüllung zu spüren. Sie ist meine Antwort – und die meiner wundervollen Klientinnen – auf die Frage »Wer bin ich überhaupt?«. Ich liebe diese Antwort. Ich lebe sie. Jeden Tag. Und mit jedem weiteren Tag noch ein bisschen mehr. Ich bin überzeugt davon, dass sie auch dein Leben bereichern kann. In welchem Umfang auch immer – It’s up to you! Wie alles im Leben. Es liegt an dir, die Verantwortung für jeden deiner Tage in deinem Leben hier auf dieser wunderschönen Mutter Erde selbst zu übernehmen. Wie du das machst, bleibt ganz allein dir überlassen. Vertrau auf deine Intuition!
Da du aber gerade genau dieses Buch in den Händen hältst, ist das wohl schon ein ganz gutes Zeichen dafür, dass auch in dir die Sehnsucht danach erweckt wurde, dich auf die Reise zu dir selbst zu machen. Falls du nur neugierig bist, ist das auch okay. Ich erzähle dir in diesem Buch von meiner ganz eigenen Reise zu mir selbst und freue mich schon so sehr auf deine.
Go big or don’t go at all!
Vor vielen Jahren prophezeite mir ein balinesischer Brahmane – ein spiritueller hinduistischer Priester –, dass ich in diesem Leben zwei Leben haben werde. Damals konnte ich noch nicht so viel damit anfangen, ich wusste nicht, was er meinte. Aber er sollte recht behalten.
Es zwitschern tropische Vögel im Hintergrund und die Klänge eines Windspiels sind zu hören. Alte Motorräder, so wie man sie von Bali kennt, knattern durch die Gegend. Ich fühle mich, als wäre ich dort – an diesem wundervollen, magischen, spirituellen Ort. Paul, ein Bekannter von mir, hat eine Balinesin geheiratet und bietet Palmblattlesungen an. Dabei werden dein Name und dein Geburtsdatum in den balinesischen Mondkalender übertragen und ein Brahmane – ein spiritueller hinduistischer Priester – liest aus deinem individuellen Palmblatt. Es ist eine Art Lebenslauf, der den eigenen Werdegang von der Geburt an bis zum Tod aufzeichnet. Paul nimmt solche Lesungen auf und übersetzt sie.
Ich höre ganz gespannt zu: Der Brahmane erzählt in einem angenehmen Singsang von meinem bisherigen Leben und von dem, was da noch alles kommen wird. Ich erfahre allerhand über mich: Welche Leben ich schon gelebt habe, für welche Krankheiten ich anfällig und mit welcher Lebensaufgabe ich auf die Welt gekommen bin. Vieles ist überraschend, einiges ist nicht wirklich neu für mich. Was mich allerdings über Jahre hinweg nicht loslassen wird, ist die Aussage, dass ich in diesem Leben noch ein zweites Leben haben werde. Das finde ich geradezu beängstigend und es verwirrt mich, denn ich kann mir nicht vorstellen, was das für ein Leben sein soll.
Drei Jahre später sitze ich in besagtem Wellnesstempel. Ich habe meine engsten Freundinnen dorthin eingeladen, um tatsächlich auf einen neuen Lebensabschnitt anzustoßen: Nach dem Beenden meiner Ehe bin ich mit den Kindern nach Köln gezogen und habe dort in gewisser Weise ganz von vorn angefangen. Ein neues Leben – mein zweites Leben.
An diesem Tag in der Sauna habe ich Prosecco bestellt, die Gläser klirren und ich blicke in vertraute Gesichter, die mich auf wärmste Art anlächeln. Eigentlich könnte ich in diesem Moment sehr glücklich sein, weil ich einige große Schritte gegangen bin: Ich habe mich aus Rollen befreit, die mir überhaupt nicht entsprochen und die mich so sehr unter Druck gesetzt haben, dass sich alles nur noch schwer und verdammt einsam anfühlte.
Doch selbst jetzt, wo alles hinter mir liegt, bin ich alles andere als glücklich – das spüre nicht nur ich, sondern auch meine Freundinnen. An diesem Abend realisiere ich, dass ich erst am Anfang eines langen Weges stehe, der mich in mein neues Leben bringen soll. Das macht mich in diesem Moment ziemlich fassungslos. Denn mir wird bewusst, dass ich zuvor ganz viele Rollen gelebt habe, die ich nun nicht mehr ausfülle: Ich war jahrelang Ehefrau, aber das ist vorbei – die Post liefert wieder Pakete an meinen Mädchennamen. Meine Praxisräume in Düsseldorf musste ich mit der Trennung aufgeben – ich bin also auch keine Praxisinhaberin mehr. In den Jahren zuvor war ich die Verantwortliche für Haus, Hof, Hund, Katze, Maus … – das ist nun ebenfalls vorbei. An diesem Wochenende, an dem ich mit meinen Freundinnen in die Sauna gehe, bin ich nicht mal mehr verantwortliche Mutter, denn die Kinder haben zum ersten Mal ihr Vaterwochenende.
Mein äußeres Erscheinungsbild passt in dem Moment zu 100 Prozent zu meinem Inneren: So nackt, wie ich unter meinem Bademantel bin, so fühle ich mich auch. Ich weiß überhaupt gar nicht mehr: Wer bin ich eigentlich? Auf der Reise zur Antwort auf diese Frage werde ich drei wichtige Learnings erfahren, die ich hier mit dir teilen möchte.
Nach dem Abend im Wellnessbad entschied ich: Ich nehme mein Leben wieder selbst in die Hand und mache ab jetzt alles besser. Ich werde mich so verändern, dass ich endlich glücklich werde. Dabei dachte ich jedoch weniger an mein Inneres, sondern arbeitete vor allem an meinem Äußeren: Ich machte mehr Sport, optimierte mein Essverhalten und meinen Schlaf, arbeitete an meinem Job und wollte den absolut perfekten Alltag für meine Kinder erschaffen. Hinbekommen habe ich davon gänzlich wenig – oder ehrlich gesagt: nichts. Ich wurde also irgendwann geradezu dazu gezwungen, genauer zu hinterfragen: Was von mir selbst ist jetzt noch da? Was ist meine Basis? Was und wer bin ich ohne all die gewohnten Dinge in meinem Leben?
Nachdem ich mir das alles sehr genau angeschaut hatte, kam ein für mich bis dahin ganz neues Thema auf – ein Thema, über das ich so noch nie nachgedacht und das ich in meinem bisherigen Leben auch nicht gespürt hatte. Dabei sollte es fortan ein so wichtiger Schwerpunkt in meinem Leben werden: die Erlaubnis! Genauer gesagt: die Erlaubnis an mich selbst. Die Erlaubnis, die wir uns geben; die Erlaubnis, wir selbst zu sein. Als ich angefangen habe, mich damit zu beschäftigen, wurde ich zu meiner eigenen – bedürftigsten und am häufigsten buchenden – Klientin. Ich beschäftigte mich wirklich grundlegend mit mir selbst und musste dabei ganz tief in meine Coaching-Schubladen greifen. Das veränderte ganz viel in mir.
Eine meiner liebsten Übungen ist das »Date mit mir selbst«. Dabei rege ich meine Klientinnen zu folgendem Szenario an: Verabrede dich mit dir selbst zu einem imaginären Date! Schließe die Augen und stell dir vor, du bist in einem Café oder in einem Restaurant. Du sitzt schon am Tisch, dann kommt dein Date herein – und das bist du. Du siehst dich selbst, wie du den Raum betrittst und dich zu dir an den Tisch setzt. Beobachte genau, wie du dein Gegenüber – also dich – wahrnimmst: Was fällt dir auf?
Meistens sieht man dann Dinge, die einem vorher nicht bewusst waren. Als ich die Übung machte, musste ich jedenfalls direkt schmunzeln und dachte: »Oh Gott, ich bin aber wirklich nicht einfach und echt auch ein bisschen verrückt – einfach anders.« Denn als ich mich selbst in Gedanken beobachtet habe, fiel mir auf, dass ich viel zu schnell redete und viel zu viel wollte. Und meine Visionen und Ideen waren immer so klar und groß, dass ich eine andere Sichtweise oder Meinung oft nicht stehen lassen konnte, sondern häufig meine in den Vordergrund schob. Puhhhh – wie anstrengend ich war … Und wie interessant diese neue Perspektive!
Wie empfindest du dich? Bist du dir sympathisch? Oder was fällt dir besonders auf?
Als ich anfing, mir zu erlauben, so zu sein, wie ich wirklich bin, habe ich das Date mit mir selbst aus einem neuen Blickwinkel gesehen. Ich nannte es fortan »Das Date 2.0 mit mir selbst« und machte die Übung regelmäßig. Ich verabredete mich häufig in Gedanken mit Sarah Sophie und erlaubte ihr, so zu sein, wie sie ist. Das heißt: Ich erlaubte mir, schnell zu reden, und fand das eigentlich gar nicht mehr schlimm, sondern ganz lustig. Ich erlaubte mir, anspruchsvoll zu sein. Ich erlaubte mir auch, mich nicht für halbe Sachen herzugeben. Und ich erlaubte mir vor allem, verletzlich zu sein. Das alles erlaubte ich fortan nicht nur mir selbst, sondern auch meinen Klientinnen. Und das hatte eine ganz kraftvolle, magische Wirkung: Ich wurde unfassbar erfolgreich. Meine Warteliste wurde immer länger – Klientinnen, die ein Coaching mit mir hatten, buchten schon das zweite und dritte im Voraus. Erst nahm ich diese Entwicklung gar nicht so bewusst wahr und tat sie eher ab als: »Okay, jetzt habe ich eben Pech in der Liebe, aber dafür mal ein bisschen Glück im Spiel, oder in dem Fall im Job …« Aber daran lag es nicht. Es lag vielmehr an einer klitzekleinen Kleinigkeit, die ich in meinen Coachings verändert hatte: Ich gab den Frauen fortan die Erlaubnis, so zu sein, wie sie sind. Das bildete die unumstößliche Basis. Erst im Anschluss begannen wir zu optimieren, Dinge zu verbessern und Neues ins Rollen bringen. Das wirkte.
Und das ist mein zweites, ganz großes Learning auf der Reise in mein zweites Leben:
Die Erlaubnis an mich selbst ist die höchste Form von Selbstliebe. Und sie ist auch die höchste Form von Freiheit.
Wenn wir es noch mal auf eine ganz andere Ebene heben, und zwar auf die gesellschaftliche, dann können wir uns fragen, wo in der Gesellschaft uns Frauen erlaubt wird, dass wir so sein dürfen, wie wir im Kern sind. Leider wird uns auch hier keine Erlaubnis dazu gegeben – ganz im Gegenteil sogar. Es gibt vor allem für uns Frauen fast nur Erwartungen, die wir erfüllen müssen. Rollen, die wir eingehen und spielen müssen. Im Umkehrschluss bedeutet das jedoch noch viel mehr: Wenn wir uns nicht selbst die Erlaubnis geben, so zu sein, wie wir sind, dann halten wir uns klein, bedeckt und verschlossen. Dann zeigen wir uns nicht nach außen. Kurz gesagt: Dann leben wir in einer gesellschaftlichen Unterdrückung. Und diese Form von Unterdrückung ist eine ganz außergewöhnliche: Weil wir sie uns selbst auferlegen, obwohl wir sie eigentlich gar nicht eingehen müssten. Es ist also immer eine ganz eigene Entscheidung von uns selbst, für uns selbst! Mein drittes großes Learning lautet daher etwas umfassender formuliert:
Wir können durch die Verletzlichkeit und die Erlaubnis an uns selbst nicht nur zu innerem Frieden und Liebe zu uns kommen, sondern wir können auch noch etwas ganz Großartiges und Wundervolles nach außen erschaffen.
»Erlaube dir, du selbst zu sein« ist seit einigen Jahren nicht nur mein ganz eigenes, großes Lebensmotto, sondern auch ein ganz wichtiger Bestandteil meiner Coachings. Die meisten Frauen, die zu mir in die Praxis kommen, stecken irgendwo in ihrem Leben fest und wünschen sich Veränderung. Sie sind sich unsicher: ob das Studium, das sie belegen, wirklich zu ihnen passt; ob der Partner oder die Partnerin an ihrer Seite noch der richtige ist oder sie sich besser trennen sollten; ob ein Kinderwunsch sein muss – oder sein darf; ob sie den Job endlich wechseln oder gar ganz neu durchstarten sollen; oder wie sie Konflikte mit ihren Eltern, Familienmitgliedern und Freunden lösen können.
Die Herausforderungen in unserem weiblichen Alltag sind komplex. Unter anderem liegt es daran, dass wir Frauen in unzähligen Rollen stecken: Mutter, Partnerin, Ehefrau, Geliebte, Hausfrau, Freundin, Karrierefrau, Unterstützerin, Trösterin, Verbündete … Uns werden viele Rollen auferlegt und mit jeder von ihnen wachsen unsere Verantwortlichkeiten, die Zahl der damit verbundenen Aufgaben und der Druck im Alltag. Wir spüren, dass uns das von uns selbst entfremdet – dass wir uns mit jeder Rolle weiter davon entfernen, unser volles Potenzial zu nutzen. Dabei haben wir eine solch große Sehnsucht danach, dieses Potenzial zu erkunden, auszuleben und daraus Freude und Lebensglück zu schöpfen. Wir möchten uns selbst spüren und leben.
Es ist so wichtig, dass wir uns bewusst machen, dass wir in der Regel nicht in unsere Rollen hineingezwungen werden. Wir selbst sind es, die sich letztendlich dazu entscheiden, Verantwortlichkeiten übernehmen. Natürlich wachsen wir alle bereits mit gewissen Rollenerwartungen auf, die an uns gestellt werden. Dennoch: Es ist immer unsere ganz eigene Entscheidung, welche Rollen wir annehmen. Und nur wir selbst können entscheiden, uns von denen zu verabschieden, die uns nicht oder nicht mehr guttun. Nur wir selbst können uns erlauben, vollkommen das Leben zu leben, das wir stattdessen leben wollen.
Dass wir unsere Rollen wechseln und überhaupt immer wieder neue annehmen, ist ein ganz natürlicher und für unsere Persönlichkeitsentwicklung ganz und gar wichtiger Prozess. Im Laufe unseres Lebens passiert es ganz automatisch, dass wir mit unterschiedlichen Rollen konfrontiert werden. Als Kind übernehmen wir zum Beispiel mit der Geburt einer Schwester oder eines Bruders die Geschwisterrolle. Wenn wir uns verlieben und eine Partnerschaft eingehen, werden wir automatisch Partnerin. Mit dem Eintritt ins Berufsleben kommt eine neue Rolle auf uns zu. Wenn wir Mutter werden, übernehmen wir selbstverständlich diese Rolle, stellen den Beruf vielleicht erst mal hintan und sind für eine gewisse Zeit eher auf die Versorgung von Kind und Haushalt konzentriert; die »berufstätige Frau« in uns tritt in den Hintergrund. Eine Rolle kann auch ausmachen, dass ich auf dem Land lebe, nicht in der Stadt. Dass ich mich ehrenamtlich engagiere, Verwandte pflege, einer Freundin bei einer Krankheit beistehe oder das Patenkind besonders unterstütze, während seine Eltern eine Trennung durchmachen.
Viele dieser Rollen nehmen wir unbewusst an. Wir »rutschen da irgendwie so hinein« und finden uns plötzlich in einer Situation wieder, die wir so vielleicht nie gewollt haben und die sich auch nicht gut anfühlt. Auch wenn wir zum Beispiel immer Kinder und eine glückliche Familie wollten, können wir uns trotzdem unwohl fühlen damit, dass wir als Mutter jetzt nicht mehr den Job ausführen können, den wir einst ebenso geliebt haben, und stattdessen in einem zu großen Haus oder einer viel zu kleinen Wohnung wohnen und uns den ganzen Tag nur noch um Wäsche, Kochen und Putzen kümmern. Wir können trotzdem die Herausforderung vermissen, uns beruflich zu beweisen, mit Kolleginnen und Kollegen im Team zu arbeiten oder einfach mal wieder ganz in Ruhe zu lunchen und dabei nur über berufliche Inhalte zu sprechen.
Häufig geraten wir auch in Rollen hinein, weil wir anderen gefallen wollen. Die Versuchung, Rollen anzunehmen, ist sehr groß, denn sie geben uns Sicherheit. Hinzu kommt: Wenn wir nicht wissen, wer wir wirklich sind, ist die Verlockung noch größer, unsere Identität in einer unserer Rollen zu suchen.
Wir werden immer Rollen eingehen. Wir werden immer in Rollen leben, und das ist auch wichtig und richtig so, es ist sogar ein Stück weit gesellschaftlich notwendig. Aber ich bin überzeugt davon, dass wir diese Rollen für uns viel besser mittragen und ertragen können, wenn wir unseren wahren Kern kennen und unsere ganz eigene Wahrheit leben. Es ist völlig in Ordnung, bewusst in Rollen hineinzugehen, wenn wir uns selbst dabei treu bleiben. Wir können auch mal eine ganze Woche nur Mama sein, in der Zeit keine E-Mails beantworten, keine beruflichen Termine wahrnehmen, stattdessen nur den Kindergeburtstag ausrichten und rund um die Uhr für die Kids da sein – aber das sollte nie unser wahres Selbst überschatten. Wir sollten uns die Rollen nie so sehr überstülpen, dass wir nur noch in ihnen leben, statt unser authentisches Selbst zu verwirklichen.
Wenn wir uns selbst und unsere Bedürfnisse kennen, können wir viel besser für uns sorgen. Wir gewinnen die nötige Distanz zu einer Rolle und können sie dann für eine Zeit ganz bewusst leben, ohne uns selbst dabei aufzugeben. In meine Praxis kommen viele Frauen, die mit vielen oder im wahrsten Sinne des Wortes schwerwiegenden Rollen behangen und damit ganz und gar nicht oder nicht mehr glücklich sind. Doch sie haben erst nach langer Zeit gespürt, dass sie in einer Sackgasse stecken. Das passiert häufig, wenn man zum Beispiel den Beruf für die Familie aufgibt und dann, wenn die Kinder in die Schule gehen, plötzlich merkt, wie viele Jahre bereits ins Land gegangen sind, ohne dass man seine beruflichen Ziele weiterverfolgt hat. Die Frauen sitzen dann vor mir und sagen: »Ich lebe in einer Ehe, ich habe Kinder und müsste eigentlich mit meinem Leben so glücklich sein. Ich bin es aber nicht, ich fühle mich total einsam.« Vor allem am Abend, wenn alle To-dos erledigt sind, sind diese Frauen häufig einsam und traurig, auch wenn sie am Tag durchaus glückliche Momente erlebt haben. Der Ursprung dieser Einsamkeit liegt in uns! Wir haben es versäumt, unser eigenes Ich kennenzulernen, uns unsere Stärken und Schwächen zu erlauben und all den damit verbundenen Bedürfnissen gerecht zu werden.
Der Wunsch nach Selbstverwirklichung ist oft gerade bei Frauen in der Lebensmitte groß: Sie spüren eine unbändige Sehnsucht danach, sich selbst zu finden und zu spüren. Um dies zu erreichen, ist es wichtig, wirklich die eigenen Ideen, Bedürfnisse und die ganz eigene Superpower zu ergründen. Sonst wird man vielleicht Yogalehrerin, nur weil die Freundin das auch macht und es bei ihr so fantastisch wirkt – obwohl man selbst sich vielleicht eher gerecht werden würde, wenn man sich der Natur widmet und beispielsweise das Imkern lernt.
Wenn du den Wunsch nach einer großen Veränderung verspürst, dann ist es umso wichtiger, dass du deine eigenen Gefühle wirklich tiefgreifend und ehrlich anhörst und nicht fremde Rollen und Sehnsüchte annimmst. Gib dir selbst die Erlaubnis dazu, denn nur du kannst das tun.
In meinem Alltag und in meiner Praxis spreche ich bewusst von Erlauben statt von Verzeihen. Zu verzeihen birgt immer noch sehr viel Negatives in sich. Dabei ist es wichtig, etwas Positives zu schaffen: Aus jeder negativen Erfahrung kannst du durch positive Bewältigung eine große Stärke gewinnen. Die Formulierung mag sich zu Beginn ungewohnt anfühlen, aber probiere es einmal aus und sprich einen Satz wie diesen laut – oder ganz laut in dir drin – aus: »Ich erlaube mir, dass mir das passiert ist. Und ich erlaube mir, daraus etwas Gutes zu machen.«
Wie fühlt sich das an? Gerade weil wir Vergangenes nicht mehr ändern können, hält es uns häufig zurück. Die Gründe dafür sind vielfältig: Wir fühlen uns schuldig. Es fühlt sich an, als hätten wir versagt. Aber es ist passiert und es ist gut so. Hier beziehe ich mich nicht auf psychische Erkrankungen oder höchst traumatische Erlebnisse körperlicher oder psychischer Art. Bei diesen schwerwiegenden Themen sollte immer eine Psychotherapeutin oder ein Psychotherapeut vor Ort aufgesucht werden. Meine Arbeit kann lediglich ergänzend dazu helfen.
Bei anderen Themen gilt: Wir bremsen uns nur selbst aus, wenn wir in Schuldgefühlen hängen bleiben. Mit der Erlaubnis an uns selbst, dass wir mit all unseren Stärken wie auch mit unseren Schwächen handeln dürfen, kommen wir wieder in eine aktive Rolle. Das gibt uns Kraft – die wir in das Hier und Jetzt investieren können.
Ich reise mit meinen Klientinnen gern in die Vergangenheit, um Dinge, die ihnen dort widerfahren sind, so zu verändern, dass sie etwas Positives daraus mitnehmen können. Dabei sprechen wir vor allem über die Gefühle, die die Frauen mit bestimmten Konflikten und Erlebnissen verbinden. Wenn jemand beispielsweise denkt, er sei sehr schwach gewesen, als er in seiner Kindheit unter den Streitereien der Eltern gelitten hat, dann drehen wir das um und sagen: »Du warst nicht schwach, sondern hast einfach versucht, die Familie zusammenzuhalten. Und du hast versucht, für dich selbst stark zu sein.« Das heißt: Wir verändern die Erfahrungen in der Vergangenheit so, dass sie im Hier und Jetzt zu einer Stärke für uns werden können. Damit wird ein wirklich erfüllender und guter Weg in ein freies und glückliches Leben möglich.
Dass wir uns selbst die Erlaubnis geben können und dürfen, unser eigenes, wahres Selbst zu leben, ist so ein großes Privileg! Wir haben heute Freiheiten, die viele Generationen vor uns nicht hatten und für die sie teilweise hart gekämpft haben. Frauen haben über Jahrhunderte hinweg wahre Unterdrückung erfahren und viele Frauen auf der Welt müssen auch gerade heute noch solches Leid ertragen. Wir dürfen in Deutschland erst seit 1919 wählen und seit 1958 ohne Erlaubnis des Ehemannes arbeiten sowie unser eigenes Vermögen verwalten. Diese Errungenschaften sollten wir feiern und ganz und gar ausleben. Und das kann vor allem gelingen, wenn wir uns selbst die Erlaubnis dafür geben.
Wir müssen uns kompromisslos bewusst machen: Wir haben die absolute Freiheit, jederzeit zu entscheiden, ob wir in einer Situation bleiben und eine Rolle ausfüllen wollen, die uns nicht mehr liegt, oder ob wir uns die Erlaubnis geben, die zu sein, die wir eigentlich schon immer sein wollten.
