Erstsemester-Survival-Guide - Katrin Seifarth - E-Book
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Erstsemester-Survival-Guide E-Book

Katrin Seifarth

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Beschreibung

Dein Studium kann kommen – mit diesem Survival-Guide an deiner Seite!   Das Abi ist geschafft, die Schule liegt nun endgültig hinter dir. Bald startest du in ein neues Abenteuer: dein Studium. Dann darfst du dich Erstsemester nennen, gehst an den Uni Campus, isst in der Mensa, lauschst den Vorlesungen von Professoren und Professorinnen in Hörsälen. Aufregend, oder?   Aber mit einem neuen Lebensabschnitt gehen auch Veränderungen und Herausforderungen einher. Vielleicht musst du von zu Hause wegziehen und deinen ersten eigenen Haushalt managen. Oder du startest diese Reise ohne Freunde aus deiner Schulzeit und hast etwas Angst davor, neue Leute kennenzulernen. Dazu kommt, dass die Universität sehr viel mehr von dir abverlangen wird als die Schule. Wie sollst du diesen neuen Workload neben den ganzen privaten Herausforderungen schaffen? Ein neuer Abschnitt kann aufregend und beängstigend zugleich sein. Aber keine Sorge, das muss nicht so bleiben.   Mit dem "Erstsemester-Survival-Guide" hast du den perfekten Begleiter an der Hand, der dir dabei hilft, dich schnell in dein neues Leben einzufinden und es entspannt zu meistern. In 50 praktischen Tipps und mentalen Übungen hat die Autorin Katrin Seifarth ihre mehr als zehnjährige Erfahrung im Coachen von Studenten zusammengefasst. Sie sollen dir die Angst vor dem Unbekannten nehmen und dich dabei unterstützen, dein Studentenleben mit Leichtigkeit und Struktur anzugehen. Dank der übersichtlichen Gliederung eignet sich dieser Ratgeber außerdem hervorragend als Nachschlagewerk und unterstützt dich in Themen wie:   - Der Übergang ins neue Leben - Die erste Wohnungssuche - Neue Freunde finden und alte Freundschaften erhalten - Lernorganisation und Unialltag - Zeit für dich und deine Hobbys, trotz vollen Alltags - Überwinden von Selbstzweifeln  Der "Erstsemester-Survival-Guide" bietet dir die optimale Grundlage, um das Abenteuer Studium entspannt und dennoch leistungsstark zu starten. Denn dein Studium soll für dich die schönste Zeit im Leben werden. Also, hol dir diesen Ratgeber direkt als deinen ersten "Kommilitonen" an deine Seite und gehe mit ihm die ersten Schritte in dein neues Leben oder verschenke ihn. Denn dieser Helfer ist das passende Geschenk für jede Studentin oder jeder Student zum Studienbeginn!

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Seitenzahl: 267

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Haftungsausschluss:

Die Ratschläge im Buch sind sorgfältig erwogen und geprüft. Alle Angaben in diesem Buch erfolgen ohne jegliche Gewährleistung oder Garantie seitens des Autors und des Verlags. Die Umsetzung erfolgt ausdrücklich auf eigenes Risiko. Eine Haftung des Autors bzw. des Verlags und seiner Beauftragten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden oder sonstige Schäden, die durch die Nutzung oder Nichtnutzung der Informationen bzw. durch die Nutzung fehlerhafter und/oder unvollständiger Informationen verursacht wurden, sind ausgeschlossen. Verlag und Autor übernehmen keine Haftung für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte, ebenso nicht für Druckfehler. Es kann keine juristische Verantwortung sowie Haftung in irgendeiner Form für fehlerhafte Angaben und daraus entstehende Folgen von Verlag bzw. Autor übernommen werden.

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Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

1. Auflage

© 2023 by Remote Verlag, ein Imprint der Remote Life LLC, Powerline Rd, Suite 301-C, 33309 Fort Lauderdale, Fl., USA

Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.

Redaktion: Melanie Krauß

Lektorat und Korrektorat: Annika Gutermuth, Fabian Galla, Annika Hülshoff

Umschlaggestaltung: Verena Klöpper

Satz und Layout: Verena Klöpper

Grafiken: S. 59 + S.65: Akademie für Lernmethoden, Jens Voigt + S.68: Katrin Seifarth

ISBN Print: 978-1-955655-87-3

ISBN E-Book: 978-1-955655-88-0

www.remote-verlag.de

www.remote-verlag.de

INHALT

VORWORT– und gleich eine erste wichtige Entscheidung

EINLEITUNG

Du bist gut, so wie Du bist– die zweite wichtige Entscheidung

Nimm Gefühle bewusst wahr, aber nur Deine!– die dritte wichtige Entscheidung

Bleib neugierig– die vierte wichtige Entscheidung

Lege alte Muster ab– die fünfte wichtige Entscheidung

DIE HÄUFIGSTEN ERSTSEMESTER-THEMEN

Teil 1: DIE ERSTEN WOCHEN:ALLES IST SO NEU UND ANDERS

Tipp 1: Veränderung mental gut meistern

Tipp 2: Eltern, Freund*innen, Beziehung: Den Spagat zwischen Alt und Neu stemmen

Tipp 3: Wie Du Zweifel überwindest, ob Du allein klarkommst

Tipp 4: Den Überblick behalten: Wie Du gelassen in die Vogelperspektive kommst

Tipp 5: Die richtigen Freund*innen finden

Tipp 6: Wohnungssuche: Ist es die richtige für mich?

Tipp 7: Ein Job neben dem Studium, wie ist das machbar?

Tipp 8: Erste Hilfe, wenn alles zu viel wird

Teil 2: EFFIZIENT LERNEN UND LEBEN

Tipp 9: Die Kunst des Dranbleibens und des guten Skripts

Tipp 10: Lernen mit allen Sinnen, so geht es

Tipp 11: Ich kann nur unter Zeitdruck lernen – und andere hinderliche Glaubenssätze lösen

Tipp 12: Lern-Tipps für die Klausurenphase

Tipp 13: Allein oder in Gruppen lernen – finde Deinen Weg

Tipp 14: Gut schlafen vor der Prüfung

Tipp 15: Papers und Thesis strukturieren und ohne Stress fertigstellen

Tipp 16: Gruppenarbeiten: Wie jeder im Team mitmacht

Tipp 17: Präsentations-Quickie: Sechs Faktoren für den souveränen Auftritt

Tipp 18: Erfolgreich bewerben für Praktika, studentische Gruppen, Auslandsplätze

Tipp 19: Gute Entscheidungen treffen: Auslandsuni, Praktika etc.

Tipp 20: Erfolgreiches Zeit- und Deadline-Management

Tipp 21: Unliebsame Aufgaben: So packst Du sie an

TEIL 3: WENN ES ANDERS KOMMT ALS GEPLANT

Tipp 22: Trennung, Streit, private Probleme in den Griff bekommen

Tipp 23: Gehen oder bleiben?

Tipp 24: Durchgefallen oder eine schlechte Klausur: Was nun?

Tipp 25: (Gefühlter) Leistungsdruck (vom Elternhaus)

Tipp 26: Aus familiären Verpflichtungen aussteigen

Tipp 27: Hilfe, ich bin nur noch eine Nummer im System

Tipp 28: Konflikte in der WG

Tipp 29: Nicht dazugehören können oder wollen

Tipp 30: Umgang mit Menschen, die Dir nicht guttun

Tipp 31: Zu viele Partys, und jetzt brennt die Hütte

TEIL 4: SELBSTMANAGEMENT

Tipp 32: Motivationslöcher und Lernblockaden überwinden

Tipp 33: »Aufschieberitis« ade: Wieso Du prokrastinierst und wie Du damit aufhörst

Tipp 34: »Vergleicheritis« ade: Wie Du Dich nicht von Rankings und Noten fertigmachen lässt

Tipp 35: Rein ins Vertrauen: Selbstzweifel, Ängste, Minderwertigkeitsgefühle ade

Tipp 36: Mentale Hacks statt Drogen

Tipp 37: Wie Du täglich etwas für Dein Persönlichkeitswachstum tun kannst

TEIL 5: DEN NEUEN ALLTAG MANAGEN

Tipp 38: Gesunde Ernährung trotz wenig Zeit

Tipp 39: Effizient einkaufen

Tipp 40: Einen gesunden Lebensstil pflegen

Tipp 41: Waschen für Dummies

Tipp 42: Geld zu Ende, Monat nicht: Wie Du Deine Finanzen in den Griff bekommst

Tipp 43: Der Tag hat nur 24 Stunden – die Balance finden

Tipp 44: Alles dauert so lange: Wie Du Tempo zulegen kannst

TEIL 6: ZU GUTER LETZT: QUICK-TIPPS ZUM THEMA »MINDSET UND LEICHTIGKEIT«

Tipp 45: Raus aus dem Opferdenken, übernimm Verantwortung

Tipp 46: Beginne mit Wachstums-Journaling

Tipp 47: Am Ende wird alles gut, und wenn es noch nicht gut ist …

Tipp 48: Vergiss nicht, zu leben

Tipp 49: Lerne, Energiefresser abzustellen oder auszublenden

Tipp 50: Wenn Dich etwas an diesem Buch besonders nervt, schau hin

DISCLAIMER

ANHANG: WERTEÜBUNG

WEITERFÜHRENDE LITERATUR/QUELLEN

FÜR FELIX UND MORITZ,

AUCH WENN DAS BUCHFÜR EUCH ETWAS SPÄT KOMMT.

VORWORT

– UND GLEICH EINE ERSTE WICHTIGE ENTSCHEIDUNG

Meine Coaching-Ausbildung habe ich vor über 15 Jahren am Weiterbildungsinstitut einer privaten Universität gemacht. Gecoacht haben wir in der Ausbildung von Tag eins an Studierende dieser Universität. Die Coachings an dieser Universität habe ich seitdem ehrenamtlich fortgesetzt, weil es mir wichtig ist, jungen Erwachsenen möglichst früh in ihrem Leben mit Impulsen dabei zu helfen, ihren Weg zu finden. Ich habe zu viele Menschen gesehen, die erst ab der Hälfte ihres Lebens angefangen haben, sich mit sich selbst und ihren Themen auseinanderzusetzen. Und alle haben mir eines gesagt: Hätte ich das alles schon früher gewusst, ich hätte mein Leben so viel mehr genießen können!

Und genau darum geht es in diesem Buch: Dass Jede*r von Euch das Leben mehr genießen kann, indem er/sie die eigenen Erfolgs- und Zufriedenheitsbremsen schon jetzt erkennt und auflöst. Dafür gibt es fast keinen besseren Moment als den Start in Deinen neuen Lebensabschnitt. Gerade jetzt, wo die meisten von Euch zum ersten Mal die gewohnte Umgebung verlassen und mit einer völlig neuen Situation konfrontiert sind, werden sich einige Themen und Herausforderungen zeigen. Das ist völlig normal. Aber es werden sich eben auch viele Chancen und Möglichkeiten ergeben, die Ihr wahrnehmen und nutzen solltet.

Dieses Buch soll Dir als kompaktes Nachschlagewerk (oder natürlich auch beim kompletten Lesen) dabei helfen, die Herausforderungen zu meistern, bessere Entscheidungen für Dich zu treffen und vor allem nicht nur fachlich, sondern auch persönlich in den nächsten Jahren zu wachsen sowie die Chancen Deines neuen Wegs zu erkennen und zu nutzen. Und seien wir mal ehrlich: Persönlichkeitsentwicklung steht in den Schulen und Universitäten leider immer noch ganz weit unten auf dem Lehrplan, wenn sie überhaupt irgendwo steht. Selbstverständlich beleuchtet dieses Buch dabei hauptsächlich die Herausforderungen, vor denen Du eventuell stehen wirst. In der Summe wirst Du hoffentlich sehr viel mehr schöne Momente erleben als schwierige. Überspringe also ruhig die Kapitel, die für Dich nicht relevant sind. Jede*r hat seine/ihre individuellen Baustellen und niemand wird mit jedem Sachverhalt in diesem Buch etwas anfangen können. Das ist auch gut so. Im Verlauf werden viele verschiedene Situationen behandelt, um eine möglichst umfangreiche Hilfestellung gewährleisten zu können. Diese sind in keinster Weise ein Abbild Deines täglichen Alltags, nicht dass Du mir im Drama-Modus versinkst. Lies also gern selektiv, schlage bei Bedarf nach und ansonsten: Genieße Dein neues Leben! Schaue aber auch genau hin, wenn Dich Aussagen triggern. Bei Themen, die uns wirklich betreffen, haben wir die Tendenz, in eine Abwehrhaltung zu gehen. Dann empfehle ich Dir, das Kapitel doch zu lesen.

Ich würde gern in der Anrede beim respektvollen DU bleiben, denn es geht um viele sehr persönliche Themen. Das DU liegt mir eh, denn ich brauche keine künstliche Distanz, zu niemandem.

Ein großes Dankeschön geht an alle Studierenden, die mir im Laufe der letzten 15 Jahre durch ihre persönlichen Erlebnisse und Herausforderungen indirekt geholfen haben, die Inhalte für dieses Buch zu entwickeln. Eure Erfahrungen finden sich in diesem Buch kompakt verarbeitet wieder. Und ein großes Dankeschön geht an meine beiden Söhne, die mit ihren Studienerfahrungen beide dieses Buch mit beeinflusst haben. Ich habe nicht alle Eure Änderungsideen umgesetzt, denn ab und zu habe ich meine ganz eigene Sicht der Dinge, doch Eure »Mama, das kannst Du so nicht schreiben«-Herausforderungen haben mich auch wachsen und viel nachdenken lassen.

Wachstum hört eben niemals auf. Du kannst jetzt die erste wichtige Entscheidung treffen: sofort mit dem persönlichen Wachstum zu beginnen. Ich begleite Dich dabei von Herzen gern.

EINLEITUNG

Die folgenden kurzen fünf Kapitel sind mehr als Prophylaxe gedacht, damit Du in bestimmte Muster gar nicht erst hineinfällst. Es sind derart fundamentale Themen, dass ich sie allen anderen voranstellen möchte. Wenn Du Dich darin (noch) nicht wiederfindest, kannst Du diese Kapitel auch überspringen. Früher oder später setzen diese Themen bei dem oder der einen oder anderen erfahrungsgemäß ein, und dann ist es gut, sich einmal damit beschäftigt zu haben. Es ist ein bisschen wie die Prophylaxe beim Zahnarzt bzw. der Zahnärztin: Wenn Du regelmäßig hingehst, bleibt der große Schmerz oft aus. Also lies diese Kapitel gern vorbeugend, auch wenn Du momentan noch auf der Euphorie-Welle schwimmst. Sollte die Welle brechen, hast Du Deinen Rettungsplan wenigstens schon einmal gehört.

DU BIST GUT, SO WIE DU BIST– DIE ZWEITE WICHTIGE ENTSCHEIDUNG

Wir alle begegnen neuen Lebensabschnitten unterschiedlich. Die einen freuen sich, dass der alte endlich vorbei ist: die lästigen Lehrer*innen, endlich raus von zu Hause und endlich raus aus einem ungünstigen Freundeskreis, in dem sie nie so richtig Anschluss gefunden oder sich wohlgefühlt haben. Die anderen begegnen dem neuen Lebensabschnitt eher traurig oder ängstlich: weg von zu Hause, aus der gewohnten Umgebung, weg von alten Freund*innen, getrennt von der großen Liebe, nicht wissend, was da auf sie zukommt. Für viele wird es das berühmte lachende und weinende Auge sein, ein bisschen von beidem eben.

Was auch immer es bei Dir ist, und wann auch immer es eintritt: Es ist völlig normal, dass Du Dich sehr freust und auch ein wenig Respekt oder eventuell ein mulmiges Gefühl hast oder sogar eine gewisse Trauer verspürst. Die meisten Dinge im Leben haben zwei Seiten, und natürlich freuen wir uns auf die Dinge, die wir uns positiv ausmalen, und haben eine gewisse innere Unsicherheit oder sogar ein wenig Angst hinsichtlich des Neuen. Oder wir sind traurig, das Alte loszulassen. Wenn Du also gerade diese Ambivalenz in Dir spürst, nimm sie an. Sie darf da sein und sie wird Dir dabei helfen, Dich auszurichten.

Es gibt noch etwas, was in neuen Kontexten oft passiert: Eine neue Umgebung und neue Anforderungen an Dich sorgen dafür, dass Du plötzlich, oder auch erst nach ein paar Wochen in der neuen Umgebung, Gefühle spürst, die Du von Dir selbst noch gar nicht kanntest. Du wirst eventuell auch Gedanken haben, die Du nie oder selten vorher wahrgenommen hattest. All das ist zunächst einmal völlig normal. Es gibt kein Richtig oder Falsch.

Eines steht fest: Du bist sowieso richtig. Das darfst Du Dir am besten jetzt sofort klarmachen, denn in den ersten Semestern ist dies der häufigste Zweifel, den ich von Studierenden höre. Sätze wie: »Ich weiß nicht, ob ich hier hingehöre«, »Ich bin nicht gut genug für diese Uni«, »Die anderen haben es mehr drauf als ich«, »Ich bin nicht gut genug im Organisieren, Lernen etc.« Du magst Verhaltensweisen oder Eigenschaften an Dir selbst nicht mögen, aber lerne bereits jetzt, einen Schlüsselsatz zu verinnerlichen: »Ich bin okay, so wie ich bin!«

Es ist erschreckend, wie viele Menschen sich als nicht gut genug oder nicht richtig empfinden. Dieses Denken bringt uns nichts, außer einer Menge Kummer. Wenn Du eines an dieser Stelle bewusst ablegen darfst, dann dieses: den Fehlerfokus der Schule und auch vieler Eltern auf Dich als Person zu beziehen. Du bist nicht schlecht, wenn Du Fehler machst, Du hast nur hier und da mal Fehler gemacht. Manche Dinge hören wir so oft im Leben, dass sie Teil unserer Identität werden. »Ich bin nicht gut genug«, ist so ein Satz. Ich für mich möchte so einen Satz nicht in meiner Identität haben, es ist Deine freie Wahl, ob Du es willst. Du kannst bereits jetzt die zweite wichtige Entscheidung in diesem Buch treffen, nämlich die Entscheidung, diesen »Ich bin nicht gut genug«-Satz abzulegen und durch: »Ich bin gut, so wie ich bin, und ich lerne täglich dazu« zu ersetzen. Der reicht nämlich völlig aus, um Dich zu fordern, ohne Dich dabei zu quälen.

NIMM GEFÜHLE BEWUSST WAHR, ABER NUR DEINE!– DIE DRITTE WICHTIGE ENTSCHEIDUNG

Die im letzten Abschnitt geschilderten Gefühle und Gedanken sind also alle völlig normal. Dieses Argument reicht für die meisten Menschen jedoch nicht, um sie auch zu akzeptieren. Viele von uns haben gelernt, unangenehme Gefühle zu verdrängen und vor allem schon gar nicht zu zeigen. »Hör auf zu heulen«, »Reiß Dich zusammen«, »Das ist doch kein Grund, traurig zu sein«, »Sei nicht so aggressiv«, »Sei nett zu anderen«, »Stell Dich nicht so an«, »Du bist ein Schisser«, das sind typische Sätze, mit denen wir uns unangenehme Gedanken und Gefühle haben austreiben lassen. Das Resultat: Wir texten uns die Welt schön oder vergraben diese Gedanken so tief in unserem Unterbewusstsein, dass sie sich mit aller Kraft dagegen wehren und sich sehr subtil immer wieder in unsere Köpfe und Körper schleichen. Denn so einfach lassen sie sich nicht verdrängen. Ganz im Gegenteil: Druck erzeugt Gegendruck. Je mehr wir versuchen, etwas wegzuschieben, umso stärker bahnt es sich seinen Weg, gern dann, wenn wir es so gar nicht gebrauchen können, gern auch als körperliche Reaktion in Form von Schweiß, einem roten Kopf oder Zittern.

Daher: Beobachte achtsam, was in Dir so vorgeht, und lasse sämtliche Gefühle zu. Das heißt nicht, dass Du immer und zu jeder Zeit der Welt erzählen musst, wie Du Dich fühlst, aber Dir selbst gegenüber darfst und solltest Du ehrlich sein. Wahrzunehmen, was wir denken und fühlen, ist der erste Schritt, diese Gedanken und Gefühle zu verändern, so wir das wollen. Meistens wollen wir das bei unangenehmen Gedanken. Zwei Fragen sind in diesem Kontext besonders hilfreich, und die kannst Du spaßeshalber mal direkt an Deine Gefühle richten: 1. »Liebes Gefühl, woher kenne ich Dich so gut?« 2. »Was willst Du mir sagen?« Die erste Frage kann Dir dabei helfen, alte Wunden zu heilen, z. B. wenn Du Dich als Kind ausgegrenzt gefühlt hast, darfst Du dieses Gefühl des Alleinseins jetzt bewusst loslassen, denn Du befindest Dich in einem neuen Kontext (siehe dazu auch den letzten Abschnitt in diesem Kapitel). Die zweite Frage hilft Dir herauszufinden, welches Bedürfnis unerfüllt ist, und mit diesem neuen Wissen Deine Handlungen besser zu kanalisieren. Wenn Du Wut hast, will sie Dir z. B. oft sagen: »Setz Dich durch, lass Dich nicht unterbuttern.« Wenn Du Angst hast, will sie Dir sagen, dass Du aufpassen sollst. Trauer will Dir sagen: »Lass los!« etc.

Übrigens werden viele Deiner Kommiliton*innen entweder pausenlos ihre Gedanken, Gefühle, Zweifel und Ängste teilen oder versuchen, besonders cool über allem zu stehen. Beides darfst Du bewusst bei den anderen lassen. Die einen übertreiben und steigern sich in ihre Ängste geradezu hinein, die anderen sind unehrlich und belügen sich oft sogar selbst. Beides kann denjenigen helfen, Dich aber sollte es nicht tangieren, denn es ist allein ihre Entscheidung und hat nichts damit zu tun, wie Du an die neue Situation herantrittst, geschweige denn, wie Du Dich zu fühlen hast. Daher lautet mein Rat: Lasse Dich davon nicht zu sehr beeindrucken und zweifle nicht gleich an Dir. Jeder geht mit dieser neuen Lebensphase anders um. Entscheidend ist, dass Du Deinen Weg findest, und der ist so einzigartig wie Du selbst. Nur Du weißt, was Du denkst und fühlst. Viele Deiner Gedanken und Gefühle basieren auf Deiner eigenen Story. Deine dritte Entscheidung darf also sein: »Alles, was ich gerade denke und fühle, darf da sein, und was andere denken und fühlen, ist nicht meins.« Das heißt nicht, dass Du Dich empathielos gegenüber anderen verhalten sollst. Natürlich darfst Du anderen zuhören und mit ihnen fühlen, aber Du musst nicht mit ihnen leiden und schon gar nicht solltest Du die Themen anderer zu den Deinen machen. Jeder hat mit seinen eigenen Dingen sicher genug zu tun, und wir helfen uns und anderen gar nicht, wenn wir uns an bestimmten Stellen genauso schlecht fühlen wie unser Gegenüber.

BLEIB NEUGIERIG – DIE VIERTE WICHTIGE ENTSCHEIDUNG

Jetzt haben wir schon viel über unsere Gedanken und Gefühle gesprochen. Vielleicht kennst Du das sogar schon: Die meisten Dinge, die wir uns ausmalen, kommen letztlich ein bisschen anders als gedacht: entweder viel besser oder in einzelnen Fällen auch deutlich ernüchternder. In solchen Situationen neigen wir oft dazu, enttäuscht davon zu sein, dass Dinge doch nicht so schön sind, wie wir sie uns ausgemalt haben, oder wir werfen uns sogar vor, uns im Vorfeld nicht mehr Gedanken darüber gemacht bzw. uns besser vorbereitet zu haben. Du kannst gern mal rückwärts schauen, bei welchen Ereignissen dieses Muster in Deinem Leben zutreffend war. Vielleicht kommen bei Dir die Dinge auch immer genau so, wie Du sie Dir ausmalst, dann gratuliere ich Dir ganz herzlich. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass dem nicht so ist, denn in dem Fall würdest Du dieses Buch nicht lesen.

Hinzu kommt noch eine Gesetzmäßigkeit: Stell Dir vor, Du wirst eines morgens wach, hast Kopfschmerzen, fühlst Dich schlapp und ausgelaugt und denkst Dir: Der Tag kann nur mies werden. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird genau das eintreten. Das ist das universelle Gesetz der Anziehung, und Du ziehst an, was Du denkst. Du wirst vor allem Deinen Fokus verschieben, die schönen Dinge nicht mehr wahrnehmen und nur noch auf die Pannen und Fehler des Tages achten. Du erschaffst also mit Deinen Gedanken Deine eigene Realität. Das ist zunächst einmal grenzgenial: Du kannst Deine Realität erschaffen. Leider gehen die meisten Menschen mit dieser Gabe nicht sinnvoll um, weil sie sich Katastrophenszenarien ausmalen. Wir Deutschen können das besonders gut, wir sind für die »deutsche Angst« international bekannt.

Wenn Du Dir also bewusst machst, dass die meisten Dinge etwas anders kommen, als wir sie uns ausmalen, und viele Dinge auch nur so schlimm werden, weil wir sie uns schlimm ausmalen, kannst Du jetzt einen großartigen Schritt unternehmen und Deine vierte Entscheidung treffen, und die lautet: »Ich weiß zwar noch nicht, was passieren wird, aber ich bin neugierig, wie es wird.« Mit diesem Satz stellst Du sicher, dass Du zum einen nicht Deine eigene »Alles-wird-scheiße-Falle« baust und dass Du zum anderen offen bleibst für die Geschichten, die das Leben schreibt. Wenn Du offen und neugierig bleibst, so zeigt es die Erfahrung, schreibt das Leben oft schönere Geschichten, oder zumindest Geschichten, an denen Du mehr wachsen kannst. Und wenn Du diese Neugier immer wieder in Dir wachrufen und aus vorgefertigten Szenarien aussteigen kannst, kannst Du noch einen zweiten Schlüsselsatz verinnerlichen, und der lautet: »Ich weiß zwar noch nicht, wie es geht, aber ich probiere es aus.« Mit diesem Satz bleibst Du offen für Deine eigene Zukunft. Studierende höherer Semester erzählen Dir oft, wie der Anfang des Studiums bei ihnen so war. Oftmals erzählen sie das so, als sei es die allgemeingültige Wahrheit. Ist es auch, aber es ist ihre Wahrheit. Jeder Mensch ist individuell verschieden, auch wenn der Kontext Uni für Euch der gleiche ist, so erschaffst Du Deine individuelle Wahrheit. Lasse Dir diese nicht nehmen und bleibe neugierig darauf.

LEGE ALTE MUSTER AB– DIE FÜNFTE WICHTIGE ENTSCHEIDUNG

Bis zum Abitur werden die meisten von Euch bei den Eltern, bei einem Elternteil oder in einer Patchworkfamilie gelebt haben. Eventuell sind sogar noch jüngere Geschwister zu Hause. Unsere Herkunftsfamilie prägt uns massiv. Sie prägt uns hinsichtlich der Rolle, die wir in der Familie einnehmen, ob wir z. B. immer Verantwortung übernehmen mussten, ob wir »verhätschelt« wurden oder ob wir irgendwie unter dem Radar durchgeflogen sind, weil andere Geschwister oder Probleme der Eltern untereinander dominanter bzw. zeitintensiver waren. Dies sind die häufigsten Muster, die mir in Coachings mit Studierenden begegnen.

Die Herkunftsfamilie prägt auch wichtige Werte und Glaubenssätze bei uns, z. B. ob wir eher ängstlich oder mutig durchs Leben gehen, ob wir gelernt haben, anderen zu vertrauen, ob wir gelernt haben, dass Konflikte gut oder schlecht sind, welche Streitkultur wir verinnerlicht haben, wie offen mit Problemen und unangenehmen Emotionen umgegangen wurde, wie viel Wert auf Äußerlichkeiten oder die Wirkung auf andere gelegt wurde etc. Viele dieser Muster und Werte werden uns ein Leben lang sehr hilfreich sein, andere können uns aber ebenso Steine in den Weg legen und uns gewisse Situationen erschweren. So kann es in einer komplizierten Familie zum Beispiel helfen, sich zurückzuziehen und nicht aufzufallen. Im Studium hingegen kann es zu Beginn allerdings sehr schädlich sein, keine Präsenz zu zeigen, z. B. wenn es um neue Freundschaften und Kontakte geht. Es kann auch hilfreich sein, in einer großen Familie viel Verantwortung zu übernehmen, ein übertriebenes Verantwortungsbewusstsein kann nun aber auch belastend werden und beispielsweise bei Gruppenarbeiten dazu führen, dass Du alles machst und andere nichts.

Jetzt wäre der perfekte Zeitpunkt dafür, einmal innezuhalten und zu schauen, welche Werte und Muster Du überhaupt aus Deiner Familie mitbekommen hast. Schreibe diese möglichst vollständig auf und überlege Dir dann, in welchem Kontext sie in Zukunft hilfreich sein können und in welchem nicht. Es geht hier nur darum, Dir dies bewusst zu machen. Allein dieser Schritt wird Dir schon dabei helfen, aktiv zu entscheiden, ob Du ein Muster behalten und pflegen, oder doch ablegen willst. Viel zu viele Muster leben wir unbewusst einfach weiter, weil wir sie so gelernt haben. Sie gehören zu unserer Normalität. Jetzt kannst Du Dein neues »Normal« definieren. Vielleicht schaust Du auch, welche Verhaltensweisen Dich in Deiner Familie immer schon genervt haben, diese könntest Du als Erstes ablegen.

Überlege Dir gleichzeitig auch, wofür diese Familienmuster gut waren. Ich komme beispielsweise aus einer sehr angstgesteuerten Familie. Das hat mich jahrelang extrem genervt. Heute bin ich dankbar dafür, weil ich stark an mir gearbeitet habe und mittlerweile praktisch angstfrei durchs Leben laufe. Hätte ich diese Familie nicht gehabt, wäre mir das Thema niemals in dem Maße bewusst geworden und ich wäre den für mich so wichtigen Weg nicht gegangen. Im Nachhinein bin ich also dankbar für dieses Familienmuster, auch wenn ich es bewusst ablegen durfte.

Viele tun sich schwer damit, alte Muster abzulegen. Sie haben es jahrelang so praktiziert und empfinden es eventuell sogar als Verrat an der Familie, wenn sie hier neue Wege einschlagen. Teilweise erntest Du von Deiner Familie sogar möglicherweise Gegenwehr oder Unverständnis, wenn Du von Deinen neuen Denk- und Verhaltensweisen erzählst. Sei gewiss, dass die Reaktion Deiner Familie nicht gegen Dich gerichtet ist. Je heftiger die Gegenwehr, umso mehr hat es mit der Person zu tun, die sich wehrt. Vielleicht beneiden Dich sogar einzelne Familienmitglieder darum, dass Du nun so denken kannst. Sie sehen ihre eigenen Limitationen und reagieren mit Abwehr. Vielleicht haben sie aber auch fest zementierte Werte und Vorstellungen, die ihnen Sicherheit geben und mit Deiner neuen Sichtweise infrage gestellt werden. Und nun kommst Du und tanzt aus der Reihe. Das ist Dein gutes Recht, das nannte man früher Pubertät, sich gegen die Eltern abzugrenzen. Betrachte es als Verlängerung der Pubertät. Du darfst das also und es ist ganz normal. Bedenke, dass Du Dich liebevoll abgrenzen kannst, im Sinne von: »Ich liebe Euch, und das mache ich jetzt mal anders als früher.«

Deine fünfte wichtige Entscheidung lautet also: »Ich lege dieses alte Familienmuster bzw. dieses alte gelernte Muster ab. Ich liebe meine Familie und trotzdem darf ich Dinge ab jetzt anders machen.« Lass Dir diesen Satz mal »im Ohr zergehen«. Er lohnt sich. Und das nicht nur heute. Deine Liste kannst Du mit Situationen jederzeit fortführen und dabei immer wieder reflektieren, ob Du auch weiterhin mit den für Dich richtigen Mustern unterwegs bist. Das Leben wird Dir in den nächsten Wochen und Monaten viele Gelegenheiten geben, diese Muster zu hinterfragen. Das nennt man »Persönlichkeitsentwicklung«. Diese ist ebenso wichtig wie das fachliche Lernen. Nimm die Herausforderung also mit Spaß und Leichtigkeit an.

DIE HÄUFIGSTEN ERSTSEMESTER-THEMEN

In den folgenden Kapiteln findest Du die 50 häufigsten Themen, mit denen Studierende im ersten Semester, aus meiner Erfahrung heraus, am häufigsten kämpfen. Du kannst entweder alle Kapitel durchlesen (auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass Dich alle 50 Themen betreffen) oder Dir die Kapitel rauspicken, die zu Deiner momentanen Situation passen. So kannst Du das Buch immer mal wieder hervorholen. Ich habe versucht, die Titel so zu formulieren, dass Du Dich schnell darin wiederfindest. Sollte Dir ein Thema komplett fehlen, schreibe mir an [email protected]. Gern nehme ich das Thema dann in einem Blogartikel auf meiner Webseite mit auf, damit Du hier nicht im Dunkeln stehen bleibst. Wenn Du nicht weißt, ob ein Thema bei Dir zutrifft, fühle einfach in Dich hinein, ob Du irgendeine Resonanz dazu spüren kannst. Sobald eine da ist, sobald z. B. Dein Körper reagiert oder sich ein seltsames Gefühl einstellt, lies das Kapitel. Sehr wahrscheinlich betrifft es Dich dann in der einen oder anderen Form.

Ich habe die Kapitel so knapp wie möglich gehalten, denn ich weiß, dass Du wenig Zeit hast und schnelle und wirkungsvolle Hilfe willst. Zu jedem Thema gibt es natürlich viel mehr zu sagen. Meine Tipps und Empfehlungen, mit denen meine Studierenden die größten und tiefgreifendsten Erfolge erzielen konnten, sind oft mentaler Art. Gerade die mentalen Übungen kann ich allerdings nicht in zwei Sätzen abhandeln, denn Du solltest ein wenig Hintergrundwissen erhalten, um sie richtig anwenden zu können. Teilweise muss ich die Themen aus zwei bis drei Perspektiven beleuchten, damit eine passende für Dich dabei ist, denn wir sind nun einmal individuell verschieden.

Selbstverständlich ersetzt nichts in diesem Buch universitätsspezifische Empfehlungen von Menschen, die direkt an der Quelle sind, also z. B. Studierende aus höheren Semestern, Angestellte der Universität, Professor*innen etc. Überlege Dir also immer, wen Du zu welchem Thema befragen kannst, aber wähle den Kreis der Personen gut aus. Wenn Du den Eindruck hast, dass Antworten oder Personen Dir nicht guttun, dann erlaube Dir, Dich hier etwas abzugrenzen und Abstand zu nehmen. Keiner hat die allwissende, perfekte Antwort für Dich, diese ist immer in Dir, denn Du bist einzigartig und nur Du kannst beurteilen, was zu Dir als Methode passt. So, und nun viel Spaß beim Ergründen und Auflösen Deiner kleinen und großen Herausforderungen.

TEIL 1

DIE ERSTEN WOCHEN: ALLES IST SO NEU UND ANDERS

In den ersten Semester-Wochen prasseln viele Eindrücke ungefiltert auf Dich ein. Vorher hast Du möglicherweise noch einen schönen Urlaub gemacht oder mit den alten Schulfreund*innen nach dem Abi gechillt. Und von dieser Ruhe geht es jetzt in die Vollen. Die folgenden Tipps sollen Dir helfen, die vielen Eindrücke gut zu verarbeiten. Außerdem gibt es ein paar praktische Tipps für die Dinge, die unweigerlich jetzt geschehen müssen, wie z. B. Wohnung, Job und Freund*innen finden.

TIPP 1:VERÄNDERUNG MENTAL GUT MEISTERN

So viel Veränderung wie momentan hast Du eventuell noch nie in Deinem Leben managen müssen. Das kann im ersten Moment erschlagend sein. Eventuell bist Du jemand, der Veränderungen neugierig und offen gegenübersteht, dann genießt Du die Situation gerade und kannst dieses Kapitel überspringen. Oder Du gehörst zu denjenigen, die die Menge an Veränderungen stark fordert, d. h.: Grundsätzlich magst Du Neues, aber nicht zu viel auf einmal. Vielleicht gehörst Du zu jenen, die eher Veränderungen meiden und großen Respekt davor haben. Vor allem, wenn Du ein intaktes Elternhaus und einen wunderbaren Freundeskreis, noch eine Beziehung zu Hause oder in der Ferne hast, dann fallen jetzt viele Dinge in ihrer Regelmäßigkeit weg, die Dir vorher viel Stabilität gegeben haben. Wenn Du Dich also gerade etwas instabil oder überfordert fühlst, kann Folgendes helfen:

Was auch immer Du gerade fühlst, wenn Du traurig bist, Dich etwas wackelig fühlst oder unsicher, wenn Du sogar etwas Angst vor der neuen Situation hast, ist das ganz normal. Wichtig ist jetzt, sich zu vergegenwärtigen, dass dieses Gefühl seine Daseinsberechtigung hat. Akzeptiere das zunächst einmal für Dich selbst und versuche nicht, die Gefühle wegzudrücken oder Dich aus Überforderung komplett zurückzuziehen. Du weißt aus der Einleitung: Verdrängte Gefühle bahnen sich immer mit aller Macht den Weg an die Oberfläche, oft auch in Form von körperlichen Symptomen, und das kannst Du momentan gar nicht gebrauchen. Und Rückzug wäre gerade in den ersten Semester-Wochen im sozialen Bereich kontraproduktiv.

Spüre genau, welches unangenehme Gefühl da ist, und überlege, ob es wirklich Deins ist. Wenn Du etwas veränderst in Deinem Leben, gibt es viele Menschen, die meinen, mitreden zu müssen: Eltern, Freund*innen, Partner*in etc. Oft projizieren diese Menschen aber nur ihre eigenen Limitationen oder Sorgen und Ängste auf Dich. Das äußert sich dann in Sätzen wie: »Pass bloß auf, dass …«, »Das würde ich niemals machen …«, »Ich könnte das nicht …« oder »Das hat XY auch gemacht und da ist es nicht gut ausgegangen …«. Und schwups machst Du die »fremden« Gedanken von meist nahestehenden Menschen zu den Deinen. Wenn Du Limitationen und blöde Gedanken von anderen an Bord hast, entscheide jetzt und hier, diese liebevoll zurückzugeben. Du darfst trotzdem Spaß an und Vorfreude auf das Neue haben. Du kannst einen inneren Dialog mit den Personen führen. Das mag verrückt klingen, ist aber sehr wirkungsvoll. Der Satz: »Ich nehme wahr, dass dieses Gefühl/diese Ängste gar nicht meine sind, sondern von Dir. Ich gebe sie Dir in Liebe zurück«, wirkt oft Wunder. So kannst Du innerlich loslassen.

Suche in Deiner Vergangenheit nach Situationen, in denen Du Dir im Nachhinein unnötig Sorgen oder Gedanken gemacht hast. Davon wird es einige geben. Setze innerlich die klare Absicht, dass es diesmal genauso sein kann. Vergegenwärtige Dir, dass alles einfacher, besser und unbeschwerter sein wird als erwartet. Wenn Du diese Absicht so setzt, erhöhst Du die Chancen darauf, dass es so wird, um ein Vielfaches.

Etabliere einen neuen Glaubenssatz, was Veränderungen angeht. Es ist Deine freie Entscheidung, ob Du Dir sagst: »Veränderungen sind gefährlich, man weiß nie, was passiert«, oder besser: »Veränderungen können eine Chance sein, Dinge neu zu entdecken und an ihnen zu wachsen.« Welcher Satz gefällt Dir besser? Die Frage beantwortet sich wohl von selbst. Auch wenn Du letzteren Satz noch nicht wirklich glaubst, so kannst Du wie folgt vorgehen: Nimm an, dieser Satz gilt für Dich. Was kannst Du ab heute tun, damit dieser Satz eintritt? Wie kannst Du dafür sorgen, dass die Veränderung gut wird? Dazu zählt auch, wie Du die Herausforderungen in etwas Positives verwandeln kannst. Mach Dir am besten eine Liste, welchen Vorteil die Veränderung für alle Bereiche Deines Lebens hat, also z. B. wie folgt:

Beziehung: Wir könnten an Wochenenden gemeinsam die neue Umgebung entdecken und uns so neue Impulse als Paar geben.

Eigene Wohnung: Ich kann sie einrichten, wie sie mir wirklich gefällt und nicht wie zu Hause.

Neue Freund*innen: Ich kann neue Impulse erhalten und diese auch in meinen alten Freundeskreis hineintragen.

Du entscheidest, welchen inneren Dialog Du führst: »Alles wird schwierig«, oder: »Ich werde alles irgendwie hinbekommen«, »Das kann schiefgehen«, oder: »Ich werde dafür sorgen, dass es funktioniert«, »Die Trennung wird schmerzhaft«, oder: »Wir werden gute Rituale haben, um den Kontakt zu halten« etc. Mache Dir doch eine Liste, welche Überzeugungen Du leben möchtest, und dann sorge dafür, dass Du alles tust, damit diese Überzeugungen wahr werden. Wir tun leider oftmals sehr viel dafür, dass die schlechten Überzeugungen wahr werden, z. B. indem wir Problemgespräche in Beziehungen führen oder Versagensängste mit Kommiliton*innen diskutieren. Du hast es in der Hand. Die Qualität Deiner Gedanken entscheidet viel mehr, als Dir lieb ist. Die gute Nachricht: Du entscheidest, ob Du den Film »Life is hard« oder »Life is great« drehst. Diese Entscheidung für den guten Film scheint grundsätzlich einfach. Ob dann alles super wird? Nein, aber um einiges besser als im Film »Life is hard«, das ist sicher.

TIPP 2:ELTERN, FREUND*INNEN, BEZIEHUNG: DEN SPAGAT ZWISCHEN ALT UND NEU STEMMEN