Erwachtes Bewusstsein - Nina Bauer - E-Book

Erwachtes Bewusstsein E-Book

Nina Bauer

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Beschreibung

„LEBE UND LIEBE WAS IST.“ Das ist es, was uns das Leben in jedem Moment zuflüstert. Die Autorin nimmt den Leser mit auf ihre eigene Reise, die vor vielen Jahren begann, um nach ihrem wahren Selbst und den Sinn des Lebens zu suchen. Dabei trieb es sie von einem spirituellen Ufer zum nächsten. Wenn sie dachte, die Antwort endlich zu kennen, folgte kurz darauf eine Ruhelosigkeit und die Suche nahm wieder Fahrt auf. Bis sich eines Tages eine Durchschau einstellte und das Leben ihr die Antwort gab. Allerdings wo anders, als sie stets suchte. Mit der Durchschau endete die Suche. Weder Vergangenheit noch Zukunft spielten mehr eine Rolle, denn im Jetzt offenbarte sich alles. Aus einem: „Ich muss noch besser werden, mich verändern, damit ich geliebt werde, mich geliebt fühle, glücklich und erfolgreich bin, wurde ein: Ich bin schon längst fertig und vollkommen, so wie ich bin!“

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EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Widmung

Für Annika, Luis und Markus.

Danke für eure Liebe!

»What you seek, is seeking you.«

(Rumi)

Über die Autorin

Nina Bauer beschäftigt sich seit 30 Jahren mit Spiritualität und geistigem Wachstum. Sie lebt in einem Vorort von München, arbeitet seit vielen Jahren als Lebenscoach, Sterbeamme und Autorin und begleitet dabei Menschen durch die verschiedensten Prozesse. Auf ihrem innerseelischen Weg wandelte sie sich von einer spirituellen Sucherin zu einem des-illusionierten Seelenpunker. Seither gib sie Seminare, Einzelcoachings und schreibt inspirierende Texte für Magazine und auf ihrem Seelenpunker-Blog/Podcast.

www.seelenpunker.de

www.seelenpunker.de/blog/

www.seelenpunker.de/podcast/

www.seelenpunker.de/termine/

www.instagram.com/seelenpunker/

Impressum

Sollte diese Publikation Links auf Webseiten Dritter enthalten, so übernehmen wir für deren Inhalt keine Haftung, da wir uns diese nicht zu eigen machen, sondern lediglich auf deren Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung verweisen.

Deutsche Erstausgabe 11/2022

Copyright © 2022 by Nina Bauer

Copyright © 2022 der deutschsprachigen Ausgabe

by Auerbach Verlag, Leipzig,

Oststraße 40 – 44, 04317 Leipzig

Alle Rechte vorbehalten.

Lektorat: Thomas Schmelzer (www.thomasschmelzer.de)

Alle Rechte vorbehalten.

Umschlagsgestaltung und -motiv: Annemarie Belabbas unter Verwendung von © soupstock/stock.adobe.com

Satz: Kim Trank

ISBN: 978-3-948537-14-2

ISBN EPUB: 978-3-948537-30-2

ISBN Kindle: 978-3-948537-29-6

1. Auflage 2022

www.auerbach-verlag.de

Einleitung

Es gibt ein Land jenseits von richtig und falsch – dort treffen wir uns.

(Rumi)

Wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt, um ein Buch zu schreiben? Ich weiß es nicht. Vermutlich jetzt ;-). Schon länger formt sich in mir diese Absicht, doch dann kam mir hie und da mein Verstand in die Quere, der mir davon abriet, weil es doch schon so unzählige spirituelle Bücher gibt. Und was möchte sich durch mich schon ausdrücken, was wurde noch nicht gesagt? Ja, es gibt mittlerweile so viele Lebensratgeber wie Sand am Meer. Doch ich möchte keinen Lebensratgeber schreiben, sondern darüber, wie sich mir das Leben nach fast 30 Jahren Suche offenbart hat.

Ich sage dir ganz ehrlich und gleich zu Beginn: Du wirst von mir keine Ratschläge und keine Methoden bekommen! Ich zeige dir nur das Leben auf, wie ich es sehen darf und du kannst dir davon nehmen, was du möchtest oder es einfach stehen lassen. In meinen Seminaren sage ich immer: »Seht das, was ich sage, wie ein reichhaltiges Buffet und entscheidet selbst, was euch zu diesem Zeitpunkt möglich ist zu nehmen und was nicht. Alles andere lasst einfach stehen. Es kann sein, dass es erst später dran ist und ihr erst dann auf den richtigen Geschmack kommt!« : )

Das Gute an einem Buch ist ja, dass man es immer wieder lesen kann und vielleicht geht dein Interesse jedes Mal woanders hin. Auch ich habe mir Bücher gekauft, die ich erst Jahre später richtig verstand, nachdem ich sie nochmals gelesen habe. Das war vorher einfach nicht möglich, weil die Zeit oder ich dafür noch nicht reif war.

Dieses Buch ist ein Schatz für alle, die das Leben im Ganzen verstehen und sehen wollen. Für Menschen, die eine tiefe Sehnsucht vorantreibt, eine Suche, die man nicht richtig in Worte fassen kann.

Etwas möchte Heimkommen oder sagen wir Wachwerden, sich erinnern. Worte können das nicht wirklich beschreiben, nur darauf hinweisen.

Fakt ist, dass wir oft vergessen haben, warum wir hier sind und genau DAS treibt dich voran. Deshalb gibt es so viele »Lebensratgeber«, weil man glaubt, etwas verloren zu haben, von den man nicht genau weiß, was es eigentlich ist. Man vermutet, nicht richtig zu sein, wie man ist und sucht Therapeuten auf oder lernt Methoden, um sich zu verändern und verbessern, um endlich JEMAND zu sein. Ein Jemand, der in Ordnung und glücklich ist, sich selbst liebt und der das Leben versteht. Ich habe mein halbes Leben damit verbracht, diesen Jemand zu finden, um letztendlich festzustellen, dass da NIEMAND ist, der irgendetwas werden kann – außer das SEIN selbst.

Hätte man mir, als ich vor 30 Jahren begann, intensiv zu suchen, diesen Inhalt in einem Buch oder in der Schule vermittelt – es wäre ein Leichtes für mich gewesen, diesen Weg zu gehen, da er für mich aus heutiger Sicht die (Auf)Lösung für viele Probleme und Leiden bedeutet.

Das Leben hätte mir natürlich trotzdem Herausforderungen geschickt, doch sie wären nur erschienen wie aufbrausende Wellen und irgendwann wieder in sich zusammengefallen. Dazwischen hätte ich das getan, was das Leben von mir verlangt.

Jedes einzelne Detail war trotzdem wichtig, auch wenn es mich viel Kraft gekostet hat. Alles sollte gelebt und gefühlt werden! Sonst könnte ich heute nicht dieses Buch füllen, das für den ein oder anderen einiges bewirken könnte.

Mein Leben jetzt findet genauso statt wie gerade angedeutet und wie ich später vertiefen werde. Die Dinge kommen, nehmen ihren Lauf und ich bin Zeuge davon – nehme wahr, WAS IST. Wenn es etwas zu entscheiden oder zu handeln gibt, wird es getan – oder auch nicht. Ein Leben in Einfachheit, völlig gewöhnlich und genau deshalb in totaler Befreiung, die ich dir hiermit anbiete und mit dir teile. Aber sei geduldig mit dir, wenn du nicht alles sofort so sehen und leben kannst. Bedenke, dass jeder sein eigenes Tempo hat und seinen eigenen Weg der Offenbarung geht…

Was ist ein Seelenpunker?

Kapitel 1

»Man muss bereit sein, sich von dem Leben zu lösen, das man geplant hat. Damit man das Leben findet, das auf einen wartet.«

(Rainer Maria Rilke)

Ein Seelenpunker ist keine Person, die irgendetwas tut. Es ist eher eine Haltung, wie du durchs Leben gehen kannst. Wie es bei mir dazu kam, hat mit dieser Geschichte zu tun:

Seitdem ich mich zurückerinnern kann, lebt ein Freigeist in mir, der vieles anders sieht und gerne hinterfragt. Ich komme aus einer sehr katholischen Familie, in der die Kirche bis heute einen hohen Stellenwert hat. Ich habe so ziemlich alles mitgemacht, was von mir verlangt wurde: Taufe, Kommunion, Firmung, ja, sogar die kirchliche Trauung. Doch alles schon immer ein bisschen anders….

Als ich mit neun Jahren auf die Kommunion vorbereitet wurde, hatten wir in der Grundschule einen Pfarrer als Religionslehrer, der unglaublich nuschelte, so dass man ihn kaum verstand. Da mich nun das Thema »Religion« sehr interessierte und ich ihn aufgrund des Nuschelns nur hin und wieder verstand, fragte ich einfach vieles nach. Der Lehrer machte mir allerdings schnell klar, dass so ein Nachfragen oder gar Hinterfragen nicht gerne gesehen war. So kam es vor, dass mich der »nette« Herr Pfarrer im Religionsunterricht lauthals anschrie. Denn es gehe hier schließlich ums Zuhören! Er war teilweise so aufgebracht, dass er sich am Pult festhielt, um nicht noch ausfallender zu werden. Den genauen Wortlaut habe ich nie ganz verstanden, weil er ab einer gewissen Lautstärke noch schlechter zu verstehen war – inhaltlich wie akustisch.

Überhaupt machte ich den ganzen Kommunionszirkus nur mit, weil mir das Kleid so super gefiel und es ja auch noch allerhand Geschenke geben sollte. Später, als die Firmung ins Haus stand, wusste ich gar nicht, dass ich ein Recht darauf gehabt hätte, Nein zu sagen. Ich sagte mir: »Gut Nina, das ist wohl jetzt dran. Schließlich haben das alle Familienmitglieder vor dir ja auch schon gemacht!« So kam ich in eine Gruppe mit einigen Firmlingen, geleitet von einer Firm-Helferin. Sie hieß Frau Vogel, war mit ihren geschätzten 45 Jahren sicherlich noch Jungfrau und widmete ihr Leben ganz der Hingabe an Jesus. So weit, dachte ich, so gut, kann ja jeder machen, wie er will, aber für mich wäre das nichts. Vieles sah Frau Vogel denn auch ganz anders als ich. Auch sie lies sich auf keinerlei Fragen ein, schon gar nicht auf eine Diskussion. Was sie, also eigentlich die Kirche, sagte, sei Gesetz. Punkt.

Es dauerte nicht lange und ich flog aus dem Firmunterricht mit den Worten: »Bei dir, Nina, ist eh alles verloren! Der Heilige Geist wird neben dich fallen, dafür werde ich sorgen!« Wow, die hat echt gute Beziehungen, dachte ich mir. Dummerweise war meine Mutter zu diesem Zeitpunkt die Sekretärin des Pfarrers. So bekam ich zu Hause heftigen Anschiss, weil ich mich nicht ruhig verhalten, sondern eine andere Meinung hatte und diese auch noch kundtun musste!? Heute würde man wahrscheinlich von einem lebendigen Unterricht sprechen und sich freuen über solch rege Anteilnahme.

Schließlich wurde eine Sitzung einberufen. Da saß ich nun, mit dem nuscheligen Pfarrer, Frau Vogel, einem netten Pastoralassistenten (mit dem ich später um die Häuser ziehen sollte) und meiner Mutter, die sich für mich so sehr schämte. Man redete auf mich ein, dass es wohl gut wäre, mich bei Frau Vogel für mein Verhalten zu entschuldigen. Meiner Mutter zuliebe tat ich dies, teilte der Runde aber gleichzeitig mit, dass ich meine Meinung trotzdem behalten werde und im Übrigen längst meine eigenen Kontakte zum Heiligen Geist pflege. Darüber konnte immerhin der Pastoralassistent lachen...

Das Lustige an der Sache ist, dass ich seit meiner Kindheit tatsächlich eine enge Verbindung zur geistigen Welt habe und meine vielen Fragen über das Leben immer liebevoll von Engeln und Geistführern beantwortet wurden. Diese Antworten kamen stets klar – ohne Nuscheln und mit viel Geduld. Antworten, die mir die Kirche nie geben konnte.

Deshalb stellte ich das System ja so in Frage, weil ich immer das Gefühl hatte, alle reden nur nach, was irgendeiner vor ihnen mal gesagt hatte. Ich fühlte die Wahrheit in ihren Worten nicht. Es waren nur Schriften, die vorgelesen, ja, runtergelesen wurden. Damit konnte ich nichts anfangen, da mir diese Texte einfach zu trocken waren.

Die Hilfe der geistigen Welt war viel lebendiger und mir näher. Wenn es mir beispielsweise nicht gut ging, erschienen mir manchmal Helfer-Engel in menschlicher Gestalt. Sie tauchten aus dem Nichts auf, beruhigten mich mit einer Botschaft und verschwanden wieder.

So fuhr ich einmal völlig verzweifelt und frustriert von der Schule mit dem Fahrrad nach Hause, weil ich wieder mal eine schlechte Note verpasst bekam und meine Versetzung in die nächste Klassenstufe gefährdet war, als sich mir eine ältere Frau in den Weg stellte. Ich dachte, sie wolle mich nach dem Weg fragen, doch sie schaute mir nur tief in die Augen und meinte: »Mach dir keine Sorgen, Liebes! Es ist nicht wichtig wie du durch die Schule gehst. Du wirst es im Leben immer schaffen durch deine wunderschöne Art und nur auf die kommt es an. Was Andere auch in dir sehen – das bist du nicht! Suche hier drinnen« – und zeigte dabei auf mein Herz. Dann ging sie weiter und ich sah sie nie wieder.

Etwas Ähnliches passierte vor Kurzem auf einer Reise durch Australien. Ich fuhr mit meiner Familie durchs Outback, auf der Suche nach einer Farm, um dort zu übernachten. Es wurde schnell dunkel, als wir merkten, dass wir uns verfahren hatten. Mitten im finsteren Nirgendwo tauchte nun auch noch eine Horde großer Kängurus neben unserem Auto auf – sonst weit und breit nichts, nur Dunkelheit. Ich versuchte ruhig zu bleiben, um meine Familie nicht zu verunsichern, doch auch mir war etwas mulmig, weil sich langsam der Gedanke einschlich, im Auto mitten in der Wildnis übernachten zu müssen. Doch dann überkam mich ein Gefühl, dass wir von irgendwoher Hilfe bekommen werden.

Kurz darauf tauchten Lichter eines Autos auf. Ich sagte intuitiv: »Hier kommt jemand, der uns helfen wird!« Als wären wir verabredet, hielt das Auto direkt neben uns und eine bezaubernde Country Lady in Latzhose und Hut stieg aus. Sie klopfte an die Scheibe und sagte auf Englisch: »Ihr habt euch verfahren, stimmt’s? Ihr müsst hier lang zu eurer Farm – sie ist ganz in der Nähe!« und zeigte uns die Richtung. Ihr Gesicht war ein einziges Strahlen. So schnell wie sie auftauchte, verschwand sie wieder, im Nirgendwo!

Weder die ältere Frau konnte wissen, dass ich Schulstress hatte, noch die Country Lady, dass wir genau zu dieser Farm wollten. Nur der Himmel wusste es.

In dieser mystischen Welt fühlte ich mich schon als Kind zu Hause und mein Gefühl sagte mir stets, dass wir als Mensch eine Art Ausflug auf Erden machen, auf dem wir geführt werden.

Meine gesamte Schulzeit bin ich nur wegen meinen Mitschülern in die Schule gegangen. Das war wirklich der einzige Grund, denn auch in dieses System passte ich nicht. Die Lehrer sahen mich nur anhand der Noten, die leider, vor allem in den Hauptfächern, nicht wirklich gut waren. Ich verstehe bis heute nicht, warum Nebenfächer weniger zählen?! Warum werden die einzelnen Persönlichkeiten und Talente nicht in den Vordergrund gebracht und individuell mit ihnen gearbeitet? Warum werden immer noch so viele unterschiedliche Kinder in ein und dasselbe System gepresst? Zumindest ist das nach wie vor auf den Regelschulen so.

Dieses Schulsystem ist total veraltet und passt null mehr in die heutige Zeit. Nicht Quer/Freidenker oder »Unangepasste« sind gerne gesehen, sondern kleine, menschliche Maschinen, die nur funktionieren müssen. Anderssein, einer bestimmten Norm nicht entsprechen, ist nicht willkommen. Solche besonderen Kinder werden stattdessen oft in ADHS Schubladen gesteckt. Doch auch diese alte Fassade bröckelt und wird eines Tages fallen, weil viele Kinder darunter leiden, nicht gesehen zu werden, wie sie sind und weil sie kaum etwas lernen, das ihnen wirklich im Leben weiterhilft!

Ich litt beinahe meine ganze Schulzeit. Immer dachte ich, mit mir stimme etwas nicht. Erst als Erwachsene erkannte ich, dass es eigentlich andersherum war: Nicht ich war verkehrt – das System war es!

In der Schule, in der Kirchenbank – immer wieder fragte ich mich, ob das nun wirklich das Leben sein sollte? Nachdem ich Dinge um mich herum wahrnahm, die anderen verborgen blieben und mit Verstorbenen und Engeln sprach, fühlte sich nie ganz richtig an, was man mir in der »realen Welt« erzählte. Gab ich ein wenig von »meiner Welt« Preis, machte man mir schnell klar, dass man es für Spinnerei hielt oder man hörte mir gar nicht richtig zu.

In meiner Jugend versuchte ich mich anzupassen, nur um »normal« zu sein. Doch wenn ich erkannte, dass mein Gegenüber nicht die Wahrheit sagte und sich nicht zeigte und ich dies kundtat, kam es zu zwischenmenschlichen Problemen.

Es war eine schwierige Zeit. Erst als ich zu meiner Berufung fand, war es mir möglich, diese Seite zu leben. Nun hatte ich die Erlaubnis, alles zu sagen – und die Menschen sind sogar froh, die Wahrheit zu hören und sich ganz zeigen zu dürfen. Alle Masken dürfen hier endlich fallen!

Doch bis dahin war es noch ein langer Weg, denn erst einmal ging es um meine eigene Selbsterforschung.

Mit Ende 20 heiratete ich im tiefsten Oberbayern in einer Dorfkirche. Ich wollte unbedingt etwas Erfrischendes für unsere Hochzeit und entschied mich für einen lustigen, dunkelhäutigen Pfarrer aus Nigeria, weil mir dieser viel besser gefiel als der strenge, unlustige Dorfpfarrer. Wenn schon im katholischen Bayern, dann wenigstens mit einem afrikanischen Segen, dachte ich mir. Was der Dorfpfarrei nicht wirklich gefiel.

Ein kleiner Rebell steckte wohl schon immer in mir. Dinge hinterfragen und bei Bedarf anders machen – deshalb der Punker, der sich auch mal gegens System stellt, weil er nicht alles glaubt, auch wenn es alle anderen tun.

Irgendwann auf meinem Selbstfindungsweg habe ich alle alten Glaubensmuster und Konditionierungen hinter mir gelassen. Auch sämtliche Rollen, die ich zu sein dachte.

Da blieb nicht viel übrig.

Eigentlich nichts.

Doch dieses Nichts war für mich plötzlich Alles – und das war die Geburt des Seelenpunkers. Ich wusste, dass ich nichts von dem war, was ich zu sein gedacht hatte. Alles entpuppte sich als Rollen, die ich perfekt gespielt und verkörpert hatte, oder sagen wir besser, die durch mich gespielt wurden. Das, was ich wirklich bin, ist die Energie, die dieses Spiel möglich macht.

Die Verbindung zur geistigen Welt, das klare Sehen in die Menschen, in ihre Seele, wenn man das so nennen mag, hat mich auf meinen Weg gebracht, den ich nun schon viele Jahre gehe.

Ich gehöre weder einer bestimmten Glaubensgruppe an, noch lebe ich in einer Spiri-Eso-Ecke. Mein Sehen und wie ich das Leben lebe, ist vollkommen frei. Frei von Systemen, frei von Vorstellungen, wie das Leben sein sollte und frei von Identifikationen. Deshalb sage ich immer, dass der Seelenpunker nur ein Teil dieser Geschichte ist und wie dieser Köper-Geist-Organismus durchs Leben geht. Es ist also eher eine Haltung als eine Person, die dahintersteckt. Es ist das, was durch diese Person mit dem Namen Nina geschieht und sich ausdrückt: SEELENPUNK!!

Die große Suche

Kapitel 2

»Die Geschichte des »Ich« dreht sich immer um etwas, was sein wird und nicht um das, was ist. Es ist die Suche nach einem Schatz im Leben, und man erkennt einfach nicht, dass das Leben selbst der Schatz ist.«

(Tony Parsons)

Im Grunde begann meine bewusste Suche als Jugendliche. Eine Weile wollte ich Engel und Geistführer nicht mehr nutzen, weil andere Dinge wichtiger geworden waren. Ihr wisst sicher, was ich meine: Das coole Leben. Partys, Jungs, Trinken, Rauchen, Sich Ausprobieren, Sich immer wieder Verlieben und immer wieder enttäuscht werden. So war meine Jugend und wie alle Lebensphasen lebte ich auch diese richtig aus. Ich fühlte extreme Höhen des Verliebtseins und verzweifelte am Schmerz, wenn ich verlassen wurde. Alkohol und Drogen verstärkten dies. Genau in dieser Zeit der wechselnden Extrema begann die Suche nach meinem Selbst. Die helfenden Wesen, die mir stets treu zur Seite standen, wussten wohl, wie wichtig dieser Prozess für mich war und ließen mich ziehen auf meiner Suche nach Freiheit.

Diese Jahre waren wichtig auf meinem Weg – doch ich kürze hier radikal ab, denn ich will Euch gleich mit dem Ergebnis konfrontieren, was ja auch der Anlass für dieses Buch war! Das, was ich viele Jahre später fand, war der Ausgangspunkt, von dem ich gestartet war: Es gab überhaupt nichts zu finden! So viele Jahre widmete ich mich der Selbstfindung, um eines Tages festzustellen, dass es NICHTS zu finden gab und DAS war gleichzeitig ALLES und die Befreiung aus einem ewig laufenden Hamsterrad.

Dieses Sehen, diese Durchschau, wie ich es auch gerne nenne, hat mich nie mehr verlassen. Es fühlte sich an, als wäre etwas, dass die ganze Zeit im Hintergrund weilte, nun in den Vordergrund getreten und das, was ich glaubte viele Jahre zu sein, verschwand immer mehr im Hintergrund. Dieses »Etwas« kann man auch als »getrennt Sein« bezeichnen. Denn zuvor fühlte ich mich als eigenständiges, getrenntes Wesen. Durch die Durchschau aber wurde erkannt, dass nichts von mir je getrennt war, sondern alles miteinander verwoben ist.

Und genau davon handelt dieses Buch.

Wer sind wir also wirklich? Das ist die einzige und alleinige Frage, die wirklich wichtig ist im Leben. Wenn du diese für dich beantwortet hast, fallen alle anderen Fragen weg. Sie sind damit beantwortet!

*

Wenn du in die Augen eines Babys schaust, siehst du dort kein Selbst – nur Leere. Da ist niemand. Man könnte es auch reines Gewahrsein nennen, oder pures Sein. Alles Worte, die DAS nicht beschreiben können. DAS ist, was wir sind. Wir sind dieses Sein.

Je mehr wir heranwachsen, umso mehr identifizieren wir uns mit dem Körper. Wenn wir »Ich« sagen, glauben wir, der Körper-Geist-Organismus zu sein. Und immer mehr vertrauen und glauben wir dem Verstand. Was er den ganzen Tag über uns und andere erzählt, scheint zu stimmen, denn wir hinterfragen es kaum. Wir glauben jedes Wort und verhalten uns dementsprechend. Ab diesem Zeitpunkt, der Ich-Identifikation, vergessen wir, wer wir sind. Eine Art Schleier wird über das System gelegt und vernebelt unsere Sicht.

Das Ver-rückte ist, das mit dem Vergessen des eigentlichen Selbstes gleichzeitig die Suche danach beginnt!

Ist das nicht irre?? Wir vergessen wer wir sind, um uns wiederzufinden? Ich weiß, es klingt komisch, aber so ist es. Noch richtiger ist dieser Satz: Bewusstsein spielt Vergessen, um sich wiederzufinden. Bewusstsein? Ja, Bewusstsein! Ich kann auch andere Wörter dafür verwenden: Gewahrsein, Quelle, Gott, All-Liebe, Schöpfer, Buddha, Krishna, Tao – eigentlich egal, wie du das nennen magst (gerade »Gott« ist verwirrend, weil man diesen hauptsächlich mit der Kirche in Verbindung bringt). Ich bezeichne es gerne als eine »Höhere Intelligenz« oder Quelle, All-Liebe, Bewusstsein.

Als Kind sah ich Gott als alten Mann, mit weißem Gewand und langem Bart, so wie Gandalf aus »Herr der Ringe«. Aber vielleicht ist Gott ja auch eine Frau? Eine Göttin?

Und wenn bitteschön Göttin, dann bin ICH das.

---ENDE DER LESEPROBE---