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Die Akteure meiner Erzählungen waren hochrangige Persönlichkeiten in Transsilvanien wie auch normale Bürger aller drei Nationalitäten, die in den damaligen Zeiten die Landschaft, Kultur und das normale Leben des Landes prägten. Einige Ereignisse sind an historischen Fakten des XVI-XIX Jh. gebunden, andere haben im Spätmittelalter stattgefunden. Die Erzählungen basieren auf reale Fakten und wurden von einer Reihe von Dokumenten unterstützt.
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Seitenzahl: 71
Veröffentlichungsjahr: 2016
Claudia Lidia Badea ist Doktorin der Mathematik der Universität Bukarest, Doktorin der Naturwissenschaften der Universität Wien, habilitierte an der Universität Salzburg und ist korrespondierendes Mitglied der European Academy of Sciences. Hat über 90 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht. Ihr literarisches Werk umfasst drei Bücher in rumänischer Sprache und mehrere Artikel, in deutscher Sprache, in Anthologien der Novum Verlag, Österreich.
Claudia Lidia Badea
Seiten der Geschichte
© 2016 Claudia Lidia Badea Umschlag, Illustration: die Autorin Lektorat, Korrektorat: C.Sombory Übersetzung: keine Weitere Mitwirkende: keine
Verlag: tredition GmbH, Hamburg
ISBN
Paperback
978-3-7345-3359-4
Hardcover
978-3-7345-3360-0
e-Book
978-3-7345-3361-7
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Seele des Menschen,
Wie gleichst du dem Wasser!
Schicksal des Menschen,
Wie gleichst du dem Wind!
Johann Wolfgang von GoetheGedichte, Gesang der Geister über den Wassern
Die Somborys sind einer der ältesten adligen Familie ungarisch-deutscher Abstammung aus Siebenbürgen, deren Mitglieder eine grundlegende Rolle in Siebenbürgen spielten. Ihre Vorfahren sind bei Gyula und Tuhutum – einer der sieben Anführer ungarischer Stämme im X. Jh. nachzusuchen.
Im X. Jh. herrschte das Geschlecht Sombory über ein Drittel der Gebiete im Norden und Zentrum Siebenbürgens, die Regionen rund um die Ortschaften Zimbor und Jimbor gehörten noch im XVI. Jahrhundert der Familie.
Im Land Ultrassilvanien, das Gebiet jenseits des Waldes und noch nicht mit ungarischen Stämmen besiedelt, lassen sich ab dem XI. Jahrhundert die Flandrenses-Siedler, oder hospitibus regis de Ultrasylvas, nieder, eine heterogene Bevölkerung aus dem Westen Europas, allgemein als „Sachsen“ erwähnt. So finden wir im XII. Jh., in Burzenland, die Familie Grafen von Sommer.
Sowohl die ungarischen als auch die deutschen Chroniken berichten über Eheschließungen zwischen den Mitgliedern der Sombory Familie und der Familie Sommer. Die Mitglieder dieser Zweige haben den Titel Grafen von Sommer und dann, ab dem XIV. Jh. den Namen Sombory getragen.
Graf Simon Magnus und seine Söhne Comes Salomo und Nikolaus von Rosenau sind die ersten die urkundlich erwähnt sind.
Die Söhne Nikolaus von Rosenau, Johannes und Jakobus, haben im Jahr 1330 König Karol Robert d‘Anjou von Ungarn bei der Schlacht von Engpass Posada in Rumänien begleitet und zur Flucht verholfen.
Zum Dank erteilt der König Johannes und Jakobus das Recht auf ihr Wappen, das Symbol des Hauses d’Anjou, und zwar die Lilienblumen zu tragen.
Dieses Wappen wird nicht einer einzigen Person, sondern der ganzen Familie als erbliches Zeichen erteilt. Auf der Kanzel in der evangelischen Kirche aus Zimbor/Magyar-Nagy-Zsombor, Kreis Sălaj, Rumänien, kann man auch heute eine sehr schön geschliffene Inschrift in lateinischer Sprache lesen: „Signum Haereditarium Inclitae Familiae Somboriane De Aedem Sombor Anno 1742 die V Men Junii“.
Johannes Sommer/Sombory hatte einen Sohn Miklos I., dieser einen Sohn Miklos II, und dieser einen Sohn János III, und alle haben hohe Ämter in Siebenbürgen ausgeübt.
János III, 1390-1459, heiratete Eörsi Dorothea und wurde in Bistritz als königlicher Beamten tätig.
Das Paar hatte vier Kinder. Das dritte Kind war ein Mädchen namens Zsofia.
Sie war dünn, etwas ungewöhnlich für die damaligen Zeiten und wurde im Haus ihres Vaters, in Bistriţa/Bistritz in Siebenbürgen, vernünftig erzogen.
Sie war sehr intelligent, konnte schreiben und lesen, war redegewandt im Ungarischen, Deutschen und in Latein. Sie las lieber die Dokumente vom Schreibtisch ihres Vaters, als zu stricken.
Viele Menschen wimmelten im Bistriţa/Bistritz des XV. Jahrhunderts.
In Siebenbürgen war seit dem XIII. Jh. auch die Familie Thoroczkay aufgetreten, durch Ehellös Thorockay, befreundet mit Leonard aus der Borşa Sippe, Wojewode von Siebenbürgen zum damaligen Zeitpunkt.
Ehellös war dem König András III. von Ungarn treu und wurde deswegen zum Vizewojewoden von Siebenbürgen ernannt. Er hatte dieses Amt bis 1297 inne, eine ausreichende Zeitspanne, um ein schönes Vermögen anzusammeln.
Die Familie hatte eigentlich enge Beziehungen zu den Sippen Csáky, Losonczy und Szécsényi, die einige siebenbürgische Wojewoden geliefert hatten.
Der Urenkel von diesem Ehellös ist Lászlo I. Thoroczkay. Um 1426 ist Thorockay Lászlo I. mit Besitztümern in Sântejude/Szentegyed, eine alte Ortschaft im Kreis Sălaj urkundlich erwähnt.
Zsofia schloss eine Ehe mit Thorockay Lászlo I. Obwohl Zsofia kein schönes Mädchen war, heirateten sie aus Liebe. Lászlo war von Zsofias Intelligenz und ihrer Art sehr beeindruckt. Beide waren zum Zeitpunkt der Heirat noch keine 20 Jahre alt.
Während dieser Ehe wurden mehrere Kinder geboren, einige sind bei der Geburt, andere im jungen Alter gestorben. Von den Kindern hat nur Lászlo II. länger gelebt und befand sich aus materiellem Gesichtspunkt in einer wohlhabenden Situation, da er fast den ganzen Besitz der Familie geerbt hatte.
Der Nachfolger von Zsofia und Thorockay Lászlo I ist einer Diskussion wert, weil eine Ur-Ur.-Urgroßenkelin von ihnen Klaudia Rédhey ist, Ur-Ur –-Großmutter Königin Elisabeths II. des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland.
Gräfin Klaudia Rhédey Hohenstein nach einer Litographie, XIX Jh., Johann Ender Nepomuk, 1830, orig. in Kensington Palace
Wir sollen den nächsten Stammbaum verfolgen.
A1. Zsofia Sombory & Lászlo I Thoroczkay 1424
•A2. Lászlo II Thoroczkay , 1440-1497
•A3. Ferencz I Thoroczkay , +vor 1530
•A4. János Thoroczkay & Erzsébet Szlivásy
•A5. Br. Lászlo Thoroczkay & Orsolya Kamuty
•A6. Br. Mihály Thoroczkay,1622 & Anna Szalánczy
•A7. Br. János Thoroczkay,1652 & Bss. Borbala Thorma von Csicsokeresztur
•A8. István Thoroczkay,+1712 & Bss. Borbala Kapy von Kapivár
•A9. Mária Thoroczkay, 1687-1738 & Gf. Lászlo Rhédey von Kisréde, +1722
•A10. Gf. Mihály Rhédey von Kisréde, 1720-1791 &Bss. Theresia Bánffy von Losoncz, 1740-1807
•A11. Gf. Lászlo Rhédey von Kisréde, 1773-1835 &Bss. Ágnes Inczédy von Nagyvárad,1788-1856
•A12. Klaudia cr. Gfn. Hohenstein Rhédey,1812-1841 &Pr. Alexander von Württemberg, 1804-1885
•A13. Franz cr. Herzog von Teck,1837-1900 &Pss. Mary Adelaide von Großbritannien, Irland und Hannover
•A14. Victoria Mary, Pss. von Teck,1867-1953 &König Georg V des Ver. Königr. von Großbritannien und Irland
•A15. . König Georg VI, des Ver. Königr. von Großbritannien und Nordirland
Wer war Klaudia Rhédey?
Wie es in den damaligen Zeiten üblich war, wurden die Ehen am meisten zwischen Mitgliedern befreundeter Familien oder Familien mit Besitztümern in denselben Ortschaften abgeschlossen.
Dadurch wurde die Tatsache, dass der Großvater der schönen Klaudia Rhédey von Thorockai-Sombory abstammt, lange Zeit nicht bemerkt oder war womöglich auch unbekannt.
Verbleiben wir einen Moment bei der wunderschönen Liebesgeschichte zwischen Klaudia Rhédey und Alexander Württemberg.
Klaudia Rhédey von Kis-Rhéde wurde am 21.9.1812 im Schloss ihrer Eltern aus Sângeorgiul de Pădure/Erdöszentgyörgy in Siebenbürgen, in Rumänien geboren.
Sie war die Tochter des Grafen Lászlo Rhédey und der Baronin Inczédy Ágnes von Nagy-Várad und wurde in der reformierten Kirche der Gemeinde auf den Namen Zsuzsanna Klaudia getauft.
Einer ihrer Vorfahren, Ferenc Rhédey, war 1658 für kurze Zeit, Fürst von Siebenbürgen nach Fürst György Rákoczi II. Übrigens war die Rhédey Familie einflussreich und besaß ein großes Vermögen in Siebenbürgen.
In der Zeit waren die Mädchen des siebenbürgischen Hochaldels zu den Wiener Bällen eingeladen, die während der Faschingszeit stattfanden.
Bei so einem Ball, im Winter des Jahres 1832, hatte Klaudia, im Alter von 23 Jahren, den Herzog Alexander von Württemberg getroffen.
Er war der Sohn von Ludwig Friedrich von Württemberg-Teck, der jüngere Bruder von König Friedrich I. Württemberg und der Prinzessin Henrietta von Nassau-Weilburg. Zum Ball waren auch Alexanders Cousin und Schwager, König Wilhelm I. Württemberg, sowie dessen Frau und eine ihrer Töchter eingeladen worden.
Alexander Paul Ludwig Konstantin von Württemberg nach einer Lithographie von Josef Kriehuber, 1853
Es ist bekannt, dass die Faschingsbälle gute Gelegenheiten waren, um zwischen Mitgliedern des Hochadels Eheschließungen einzufädeln.
Alexander war damals ein 31-jähriger gutaussehender Mann und Offizier in der österreichischen Armee. Später wurde er zum General ernannt. Die Politik hatte ihn weniger interessiert, denn er nahm nie an den Sitzungen der Kammer der Standesherren aus Württemberg teil, obwohl er 1825 zum Mitglied gewählt worden war. Tief in seinem Wesen war er eigentlich ein Romantiker. Übrigens 1830 wechselte er als Oberst in die österreichische Armee.
