Es gibt nur eine Borussia - Stefan Buczko - E-Book

Es gibt nur eine Borussia E-Book

Stefan Buczko

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Beschreibung

Als treuer Fan von Borussia Dortmund glaubst du, deinen Lieblingsverein bestens zu kennen. Doch weißt du auch, wie der BVB zu seinem Vereinsnamen und den weltbekannten Vereinsfarben Schwarz und Gelb kam? Wer der erste deutsche Nationalspieler aus den Reihen der Borussen war? Und welche Dortmunder Legende zu Recht als »Held von Berlin« gilt? Im Leben lernt man niemals aus, genauso wie als Fußballfan. Dieses Buch erzählt die Meilensteine in der Geschichte von Borussia Dortmund. Es berichtet von großen Triumphen und schmerzhaften Niederlagen. Es beschreibt die schönsten Tore und bietet eine abwechslungsreiche Mischung aus Fakten und kuriosen Anekdoten rund um die Schwarz-Gelben, die uns allen Grund geben, den BVB wirklich zu lieben.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 127

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Stefan Buczko | Stefan Döring

ES GIBT NUR EINE BORUSSIA

WARUM WIR DEN BVB LIEBEN

Stefan BuczkoStefan Döring

ES GIBTNUR EINEBORUSSIA

WARUM WIRDEN BVB LIEBEN

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://d-nb.de abrufbar.

Für Fragen und Anregungen:

[email protected]

Originalausgabe

2. Auflage 2021

© 2018 by riva Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH

Türkenstraße 89

80799 München

Tel.: 089 651285-0

Fax: 089 652096

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Redaktion: Daniel Michel/fussball.news

Umschlaggestaltung und Layout: Manuela Amode, München

Umschlagabbildung: Shutterstock/Tond Van Graphcraft

Illustrationen im Innenteil: Shutterstock/C.Berlin; Shutterstock/AlinaAlina; Shutterstock/Tond Van Graphcraft

Satz: Digital Design, Eka Rost

Druck: GGP Media GmbH, Pößneck

eBook: ePubMATIC.com

ISBN Print 978-3-7423-0574-9

ISBN E-Book (PDF) 978-3-7453-0127-4

ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-7453-0126-7

Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter

www.rivaverlag.de

Beachten Sie auch unsere weiteren Verlage unter www.m-vg.de

INHALT

Meilensteine

Zitate

Legendäre Triumphe

Herz-Schmerz-Niederlagen

Spitznamen

Transfergeschichten

Derby-Time

Es gibt nur eine Borussia!

Magische Tore

Laptop-Trainer und Taktik-Füchse

Fußballfamilie Borussia Dortmund

Aus der Süd

Skandale und Peinliches

Boulevard

Zahlen und Rekorde

Liebe Fans und Freunde von Borussia Dortmund,

mit acht deutschen Meistertiteln, vier Siegen im DFB-Pokal, dem Gewinn der Champions League 1997 und dem Triumph im Europacup der Pokalsieger 1966 zählt der BVB zu den erfolgreichsten deutschen Fußballmannschaften. Borussia Dortmund verfügt zudem über eine der beeindruckendsten Fan-Gemeinden in der Fußballwelt, obwohl der Klub auch einige Rückschläge wie den Abstieg aus der Bundesliga 1972 zu verkraften hatte.

Für uns, die Autoren Stefan Döring und Stefan Buczko, ist das Anlass genug, euch ein Buch zu Borussia Dortmund anzubieten, das euch beim Lesen Freude bereitet. Wir haben versucht, legendäre Spiele, große Persönlichkeiten, kuriose Geschichten und nüchterne Fakten erfolgreich zu mixen. Wir geben damit Einblicke in die Historie des BVB, haben aber nicht den Anspruch, ein vollständiges Lexikon zu liefern.

Da wir schon einige Jahre journalistisch tätig sind, aber erstmals ein Buch veröffentlichen, bedanken wir uns bei riva für das Vertrauen und freuen uns besonders über euer Feedback. Gern könnt ihr uns per Mail eure Eindrücke zum Buch schildern: [email protected]

Euer Stefan Döring und Stefan Buczko (im Januar 2018)

Zu den Autoren: Stefan Buczko, Jahrgang 1989, arbeitet seit 2013 als freier Journalist. Er schreibt unter anderem als Dortmund-Korrespondent für ESPN FC und ist Host des englischsprachigen BVB-Podcasts Yellowwallpod. Auf Twitter ist er zu finden unter @StefanBuczko.

Stefan Döring, Jahrgang 1990, begleitet den BVB als freier Journalist und Reporter vor Ort seit 2010. Zu seinen beruflichen Stationen zählen Zeitungen wie die WAZ, das Redaktions Netzwerk Deutschland (RND) sowie die Portale Sportbuzzer und Goal.com. Auf Twitter ist er zu finden unter @Doering_Stefan.

1. KAPITEL

MEILENSTEINE

Borussia Dortmund zählt zu den größten und erfolgreichsten Traditionsvereinen im deutschen Fußball. Die Meilensteine zeigen einige wesentliche Entwicklungsschritte in der 109-jährigen Geschichte des Klubs auf.

Rebellion gegen einen fußballskeptischen Kaplan: Die Geburtsstunde von Borussia Dortmund

»Goldene Zukunft braucht Vergangenheit«, heißt es in dem Lied »Am Borsigplatz geboren« von Andy Schade. Er singt über Borussia Dortmund und die glorreiche Vergangenheit der Schwarz-Gelben. Er singt über die Liebe zu einem Verein, der in 109 Jahren – und mit ihm eine große Anhängerschaft – durch die guten und die schlechten Zeiten gegangen ist. Wie durch eine Ehe. Er singt über die »Jungs von früher« und das ganz besondere Gefühl, Fan von Borussia Dortmund zu sein. Um zu begreifen, was den Verein ausmacht, muss man auf die langjährige Geschichte zurückblicken. Auf die Zeit, als ein paar Freunde um Franz Jacobi gegen den Widerstand der Kirche den BVB gründeten. Auf die Zeit, als der BVB erstmals den bis heute großen Rivalen FC Schalke 04 schlug. Auf die Zeit, als die Männer in schwarz-gelben Trikots die ersten Titel sammelten. Auf die Zeiten, als Schwarz-Gelb sportlich wie wirtschaftlich am Rande der Existenz stand. Und an die Zeit, als der Erfolg zurück nach Dortmund kehrte.

Es ist eine Geschichte, spannend wie ein Krimi: Anfang des 20. Jahrhunderts begehrten ein paar Jugendliche und junge Erwachsene in Dortmund gegen die katholische Kirche auf. Schon viele Jahre kickten die Mitglieder der katholischen Jünglingssodalität »Dreifaltigkeit« auf den Flächen rund um die gleichnamige Kirche. Der damalige Kaplan in Dortmund, Hubert Dewald, konnte dem »rohen« und »wilden Treiben«, wie er es nannte, aber nichts abgewinnen. Er tat alles dafür, dass die Gemeindemitglieder der Dreifaltigkeitskirche keine Zeit mehr für das Fußballspielen hatten. Er setzte an Sonntagen zusätzliche Andachten an, wollte die Spieler daran hindern, ihre Sitzungen in der benachbarten Kneipe »Zum Wildschütz« abzuhalten. Der Widerstand der Kirche gegen das neue Spiel aus England war groß.

Doch einige Dortmunder ließen sich davon nicht beeindrucken. Der Konflikt zwischen der Kirche und den Sportlern erreichte seinen Höhepunkt am 19. Dezember 1909 – es war der vierte Adventssonntag, kurz vor Weihnachten also – mit der Gründung von Borussia Dortmund. Es ist dem Mut von 18 Männern zu verdanken, dass dieser Verein heute die Massen begeistert und in den Bann zieht. Allen voran Franz Jacobi spielte damals im Spiegelsaal des »Wildschütz« eine prägende Rolle. Er schwor seine Mitstreiter ein, überzeugte sie davon, die Borussia mitzutragen – auch gegen den großen Widerstand der Kirche. Franz und Paul Braun, Heinrich Cleve, Hans Debest, Paul Dziendzielle, Franz, Julius und Wilhelm Jacobi, Hans Kahn, Gustav Müller, Franz Risse, Fritz Schulte, Hans Siebold, August Tönnesmann, Heinrich und Robert Unger, Fritz Weber und Franz Wendt. Das sind die Gründungsmitglieder des BVB. Sie sind die ersten Helden des Vereins.

Vereinsname: Ein Bierplakat wird zur Inspiration

Aber warum heißt Borussia Dortmund Borussia Dortmund? Ganz einfach: Die Vereinsgründung verlief so spontan an diesem Abend, dass sich keiner der 18 Gründungsmitglieder richtig Gedanken über einen Namen für den neuen Verein gemacht hatte. Franz Jacobi wusste sich aber zu helfen: Im Spiegelsaal hing ein Plakat der »Borussia-Brauerei«, die damals unweit des Borsigplatzes, der Wiege des BVB, ihr Bier braute. Jacobi schlug seinen 17 Mitstreitern den Namen vor – und er wurde angenommen.

Die Journalisten Jan-Hendrik Gruszecki und Marc Quambusch, beide auch Fans der Borussia, erkannten die wichtige Rolle Jacobis und widmeten ihm einen Film über die Gründungszeit: »Am Borsigplatz geboren – Franz Jacobi und die Wiege des BVB«. In diesem Film stellten sie die besondere Rolle des zweiten Vereinspräsidenten heraus: »Franz Jacobi war das Alpha-Tier. Er hat gesagt: ›Freunde, wir machen das jetzt.‹ Schon vor dem Gründungsdatum. Er wurde nicht umsonst der erste Geschäftsführer von Borussia Dortmund. Danach war er der zweite Präsident. Er hat den BVB in der Gründungszeit geprägt«, sagte Gruszecki einst gegenüber dem Portal goal.com.

Die Premiere auf dem Feld

Es dauerte über ein Jahr, bis der BVB nach der Gründung das erste offizielle Spiel bestritt. Am 15. Januar 1911 traten die Spieler in blau-weißen Trikots mit einer roten Schärpe gegen den VfB Dortmund an – und gewannen mit 9:3. Das erste Pflichtspiel, wie man es heute nennen würde, fand ein gutes halbes Jahr später statt. Am 15. September 1911 gastierte die Borussia bei der Spielabteilung des Turnerbundes Rauxel und gewann ebenfalls. Allerdings knapp mit 1:0.

Das erste gelbe Trikot

In den Anfangsjahren spielte Borussia Dortmund in blau-weißen Trikots. Jenen Farben, die in Dortmund heute aufgrund der Vereinsfarben des großen Rivalen FC Schalke 04 geächtet sind. Das hatte allerdings einen einfachen Grund: Blau-Weiß waren die Farben der katholischen Kirche. Die Hemden hatten die Dortmunder ohnehin in ihren Schränken, als Mitglieder der Jünglingssodalität. Die rote Schärpe war ein Zeichen für den Arbeiterstand. Fast alle Spieler arbeiteten damals in den Stahlwerken rund um den Dortmunder Borsigplatz. Am 14. Januar 1913 war es dann vorbei mit den blau-weißen Trikots. Da dem BVB mit einem Trick in einer Zeit des Aufnahmestopps bereits 1910 die Aufnahme in den Westdeutschen Spielverband gelang, schlossen sich drei andere Dortmunder Vereine, Britannia, Rhenania und Deutsche Flagge, dem BVB an. August Busse war damals Wortführer der »Britannia«-Fraktion und ließ bei einer Versammlung der Mitglieder einen wichtigen Punkt auf die Tagesordnung setzen: »Änderung der BVB-Vereinsfarben«.

»Der BVB ist 1909 aus ›Dreifaltig‹ hervorgegangen. Alle Gründer waren also katholisch. Deshalb machte man die Kirchenfarben Blau-Weiß, ergänzt durch die rote Schärpe, zu den Vereinsfarben. Mittlerweile hat sich die Situation grundlegend geändert. Wir sind jetzt mehrheitlich evangelisch. Ich beantrage deshalb neue Vereinsfarben. Mein Vorschlag lautet Schwarz-Gelb, die früheren Farben von Britannia«, sagte er damals vor den rund 40 Mitgliedern des BVB. Dieser Vorschlag wurde angenommen. Seit 1913 spielt der BVB deshalb in den heute so einzigartigen schwarz-gelben Farben.

Der erste Nationalspieler

August Lenz war ein waschechter Dortmunder, wurde dort am 29. November 1910 geboren und trat 1922 dem BVB bei. Er spielte zunächst als Torhüter, doch sein Talent als Stürmer blieb nicht verborgen. Er war ausgestattet mit einer enormen Schnelligkeit und Dynamik sowie dem direkten Zug zum Tor. In seinem ersten Spiel (gegen den TBV Mengede) soll er beim 14:0-Sieg neun Tore beigesteuert haben. Von da an ging es stetig bergauf mit Lenz. Am 28. April 1935 feierte er schließlich sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft – gegen Belgien. Er traf gleich doppelt. Lenz war aber nicht nur Dortmunds erster Nationalspieler. Er war vor allem ein Wegbereiter für die ersten großen Erfolge des Klubs. Noch heute ziert deshalb sein Konterfei das Gruppenlogo der größten BVB-Ultra-Gruppe »The Unity«.

1956: Dortmund feiert die erste deutsche Meisterschaft

Es dauerte rund 50 Jahre, bis Borussia Dortmund nach der Vereinsgründung die erste Meisterschaft feiern konnte. Stetig entwickelte sich der Verein auf sportlicher Ebene. 1935 etwa hatte die Mannschaft mit den Schalke-Legenden Fritz Thelen und Ernst Kuzorra die ersten Trainer der Geschichte. Der S04 und der BVB waren sich zunächst freundschaftlich verbunden. Nach Aufstiegen bis in die oberste Spielklasse feierten die Dortmunder Erfolg um Erfolg. 1949 spielte der BVB erstmals ein Endspiel um die deutsche Meisterschaft – verlor aber gegen den VfR Mannheim trotz zweimaliger Führung mit 2:3. Bis zum ersten Titel dauerte es dann sechs weitere Jahre. 1956 siegte Schwarz-Gelb im Berliner Olympiastadion im Endspiel um die deutsche Meisterschaft gegen den Karlsruher SC mit 4:2. Nur ein Jahr später wiederholten die Dortmunder ihren Triumph mit derselben Mannschaft. Heutige Legenden wie die »Drei Alfredos« Alfred Preißler, Alfred Kelbassa, Alfred Niepieklo standen damals auf dem Feld.

»Weiße Wiese«, »Rote Erde« und das Westfalenstadion: Die Spielstätten von Borussia Dortmund

Wiese, Erde, Wand – unter diesem Motto hat das BVB-Fanzine schwatzgelb.de einige Klamotten auf den Markt gebracht. Es sind die Bezeichnungen der drei Stadien der Vereinsgeschichte – zumindest fast. Denn mit »Wand« ist eindeutig die spektakuläre Südtribüne im Westfalenstadion gemeint, die heute fast 25 000 Zuschauern Platz bietet und die größte Stehplatztribüne Europas darstellt. Die Spielstätten des BVB im Überblick:

Weiße Wiese: »Weiße Wiese war dein erster Fußballplatz«, heißt es in einem Lied der Dortmunder Band »Pommes Schwarz-Gelb«. Die Fans von Borussia Dortmund singen unter anderem über die erste Spielstätte von Borussia Dortmund. Unweit des legendären Borsigplatzes, der Gründungsstätte des Vereins, gelegen, trug der BVB dort seine Heimspiele aus. Doch woher der Name? Eine weitverbreitete Theorie ist, dass der Name von den rund um den Platz stehenden Pappeln stammt. Die Blätter dieser Bäume waren nämlich weiß und sollen den Platz des Öfteren bedeckt haben. Doch BVB-Vereinsarchivar Gerd Kolbe verriet einmal den wahren Grund für die Namensgebung: »Das lag an der Zinkhütte in Körne. Deren Zinkdämpfe und schädlichen Gase färbten die Felder und Wiesen weiß-grau.« Heute unvorstellbar: Die Tore mussten vor und nach jedem Spiel wieder abgebaut werden – aus Angst vor Diebstahl.

1924 musste der BVB die Anlage grundlegend erneuern, weil sie den Bestimmungen der Bezirksklasse nicht genügte. Jedes Vereinsmitglied half damals dabei, unter anderem eine 450 Meter lange und 1,80 Meter hohe Mauer samt Umkleide- und Kassenhäuschen zu bauen. 50 000 Reichsmark investierte der noch junge Verein damals. 10 000 Zuschauer fanden auf dem neuen Borussia-Sportplatz daraufhin einen Platz. Am 14. August 1924 wurde dem Verein dann das Stadion von der Stadt übergeben – bis der BVB 1937 wegen der Kriegsvorbereitungen der Nationalsozialisten weichen musste. Die anliegenden Hoesch-Werke expandierten damals.

Rote Erde: Der BVB zog in das 1926 eröffnete Stadion Rote Erde. Von 1937 bis 1974 trugen die Dortmunder ihre Heimspiele dort aus. Es wurde in unmittelbarer Nähe der Westfalenhallen gebaut und bot in den Hochzeiten bis zu 42 000 Zuschauern Platz. Den Namen hat das Stadion übrigens aufgrund der roten Laufbahn rund um das Spielfeld, da dort auch Leichtathletikwettkämpfe ausgetragen wurden. Seit 1974 grenzt das Westfalenstadion mit der Osttribüne direkt an die Tribüne der Roten Erde. An Spieltagen wird die Kneipe unter der Tribüne inzwischen als zusätzlicher VIP-Raum oder Rückzugsraum für Verantwortliche genutzt.

In den 50er-Jahren fanden in der Roten Erde sogar Boxkämpfe statt. Heute dient es diversen Leichtathletikvereinen noch als Trainings- und Wettkampfstätte. Auch für normale Sportler ist das Stadion in der Regel geöffnet – wenn nicht die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund dort spielt. Allerdings ist der Rasen gerade in den Herbst- und Wintermonaten zu oft nicht bespielbar. Auch deshalb gab es seit den 2010er-Jahren Bestrebungen seitens des Vereins, das Stadion zu kaufen und grundlegend zu sanieren. Allerdings lehnte die Stadt Dortmund dies ab, weil die Rote Erde zum einen auf der Liste der Baudenkmäler steht, zum anderen diversen Vereinen als Trainingsmöglichkeit gilt.

Westfalenstadion (später Signal Iduna Park): »Du Schönheit aus dem Ruhrgebiet aus Kohle, Stahl, Beton«, singt die BVB-Fanband Pommes Schwarz-Gelb über die »erste große Liebe« Westfalenstadion. Es ist das Fußballmekka für die vielen BVB-Fans. Ein Heiligtum. Zwischen 1971 und 1974 wurde der heutige Signal Iduna Park für die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland erbaut – für 31,7 Millionen D-Mark. Heute ist das Stadion eines der Wahrzeichen der Stadt. Das erste Tor im Stadion erzielte übrigens kein Mann! Am 2. April 1974 fand zwar das Eröffnungsspiel des Westfalenstadions zwischen dem BVB und dem FC Schalke, der damals aufgrund der schwierigen finanziellen Situation der Borussia ohne Gage antrat, statt (0:3). Doch im Vorspiel trafen die beiden Frauenmannschaften des TBV Mengede 08 und des VfB Waltrop aufeinander. Margarethe Schäferhoff erzielte dabei den ersten Treffer im neuen Stadion.

Das heute vom Fassungsvermögen größte deutsche Stadion wurde 1992 einmal verkleinert. Zumindest was die Zuschauerzahl betraf. Die Stehplätze auf der Nordtribüne wurden zu Sitzplätzen umgewandelt. Die Stehplätze auf der legendären Südtribüne blieben – bis heute. Schließlich ist gerade diese »Süd« das Wahrzeichen von Borussia Dortmund. Zwischen 1995 und 1999 wurde das Stadion das erste Mal ausgebaut. Auf die Nord-, West, und Osttribüne wurde ein zweiter Rang draufgesetzt. Die Südtribüne hingegen wurde in einem Rang erweitert. Seitdem ist sie mit 25 000 Fans die größte Stehplatztribüne Europas.

2002 und 2003 wurden dann auch die Ecken zugemacht. Das Westfalenstadion verlor die charakteristischen Flutlichtmasten und bekam dafür mehr Kapazität. Nach dieser Ausbauphase passten zwischenzeitlich über 83 000 Fans ins Stadion. Auffällig seitdem: die gelben Stahlpylonen, die aus den Ecken herausragen und von weither sichtbar sind. Der Signal Iduna Park war durch diese Umbaumaßnahmen und kleine Ergänzungen wie das elektronische Einlasssystem auch bei der WM 2006 offizielles FIFA-Stadion. Mehrere Spiele fanden während der Weltmeisterschaft in Dortmund statt – unter anderem der Sieg Deutschlands über Polen mit dem legendären Flügellauf des damaligen BVB-Spielers David Odonkor, der Oliver Neuville den Siegtreffer auflegte. Tragisch aus deutscher Sicht war das Halbfinale gegen Italien (0:2 n. Verl.). Es war die erste DFB-Niederlage in Dortmund. Das aktuelle Fassungsvermögen beträgt 81 360 Plätze.

Die goldenen 1960er-Jahre