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Rasen ist natürlicher, als man glauben mag. Man kann ihn auch absolut biologisch anlegen und pflegen und dabei Wasser und Dünger sparen. Doch es gibt auch Alternativen zum tristen Einheitsgrün, wie die Blumenwiese oder den Blumen-Schotterrasen sowie flachwachsende Stauden und Kräuter, die den Boden flächig bedecken und wie ein Rasen betreten werden können. Ein großer Vorteil: Man braucht sie nicht zu mähen, wird aber bei vielen mit Blüten und machmal auch mit Duft belohnt.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 32
Veröffentlichungsjahr: 2025
Der stolze Rasenmäher
Rasen? – Gar nicht so schlecht
Sorgfältige Bodenvorbereitung
Raseneinsaat
Rasen mähen
Senkrecht schneiden – vertikutieren
Belüften oder Aerifizieren
Alternativen zum tristen Einheitsgrün
Blumenwiese
Saatgut für eine Blumenwiese
Reinfall mit Klee
Empfehlenswerte Saatgutmischung
Anlage einer Blumenwiese
Mähen zum rechten Zeitpunkt
Blumen-Schotter-Rasen
Anlage eines Blumen-Schotter-Rasens
Wie oft wird ein Blumen-Schotter-Rasen .gemäht?
Nie mehr mähen! – Attraktive Bodendecker
Pflasterfugen-Vegetation
Pflanzen, die sich von selbst ansiedeln
Letztendlich
Bezugsquellen
Grasmeier wirft noch einmal einen Blick auf seine Rolex: 11.59. Gleich ist es soweit: Von diesem Augenblick an ist zu erwarten, dass fast alle Nachbarn von ihrem Mittagstisch aufblicken, wenn er seinen funkelnagelneuen Rasentraktor startet.
Mit einem Knopfdruck öffnet er das breite Tor seiner Doppelgarage und gibt den Blick frei auf sein XXL-SUV. Daneben steht das verkleinerte Pendant in Gestalt eines Rasentraktors. Voller Stolz und mit feucht glitzernden Augen betrachtet er dieses lackglänzende Vehicel und streicht zärtlich mit beiden Händen über das knallrote Blech. Dieses Duo, den Geländewagen und den neuen Rasen-SUV muss er dokumentieren, festhalten für die Ewigkeit. Der stolze SUV-Rasentraktorbesitzer zückt sein Smartphone und schießt gleich eine ganze Serie. Und dann stellt er sich noch einmal breitbeinig davor und macht ein Selfi: Er, der große und der kleine SUV. Ja, das ist toll geworden! Grasmeier nickt zufrieden. Davon wird er ein Poster drucken lassen, das er in seinem Hausflur aufhängt, damit es alle Besucher bewundernd betrachten sollen. Im nächsten Akt öffnet er die hintere Tür der Garage und schiebt sein mit Lenker, Motor und Mähwerk ausgestattetes Blech ins Freie, so dass es von allen Seiten über sämtliche Jägerzäune hinweg von der ganzen Nachbarschaft zu sehen ist. Beide Hände in die Hüften gestemmt steht er neben seinem neuen Statussymbol und sieht sich nach allen Seiten um. „Werde ich nun auch von allen Nachbarn gesehen?– Sieht momentan noch nicht so aus. Aber wartet!“
So schwungvoll es sein fülliger Körper erlaubt, steigt er auf den Traktor und lässt sich auf dem gefederten Sitz nieder, der unter dem Schwergewicht seines Herrn bis zum Anschlag nach unten sackt.
Dann startet Grasmeier den Motor. Und ja! Der springt sofort an, was seinen Besitzer riesig freut. Ein paar Mal tritt er kräftig aufs Gaspedal, sodass der Motor laut aufheult. „Na?! – Sehen mich jetzt alle Nachbarn mit meinem neuen Rasentraktor? Der Hausherr legt den Gang ein und zögert noch ein wenig, bevor er den Mäher in Bewegung setzt.
„Wie mähe ich jetzt so, dass es möglichst lange dauert und mich alle Nachbarn gut sehen?“
Auf den knapp hundert Quadratmetern ist das nicht so einfach. Ein Kulturbanause würde das wohl schon in einer Viertelstunde schaffen. Wie gesagt: Ein Kulturbanause!
Aber Grasmeier entscheidet sich, erst einmal einen Meter vom Zaun entfernt eine Schneise in das hochgewachsene Gras zu schneiden. Der Rand, direkt am Zaun, dauert etwas länger. Den spart er sich für den Schluss auf. Dann biegt er nach rechts ab und mäht einen Streifen vor der Terrasse. An deren anderem Ende angekommen, biegt er abermals nach rechts ab und mäht einen weiteren Streifen, diesmal entlang des gegenüberliegenden Jägerzauns. Er bemüht sich, so langsam wie möglich zu mähen, damit es möglichst lange dauert. Er will dieses neue Mäherlebnis so lange wie möglich genießen, er will auskosten, wie die Nachbarn neidvoll aus ihren Küchenfenstern auf ihn und seinen neuen Rasentraktor starren. Mit diesem erwartungsvollen Gefühl in der Brust mäht er Bahn für Bahn des Rasens in seinem schmalen Handtuchgarten.
