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Eine Pandemie hat einen großen Teil der Menschheit ausgerottet und zum totalen Zusammenbruch der Gesellschaft geführt. Die verzweifelten Letzten, die noch standhalten, kämpfen um ihr nacktes Überleben und eine lebenswerte Zukunft – und um ihre Menschlichkeit. Führt ein Weg aus der ewigen Dämmerung der Trauer und totalen Einsamkeit zurück ans Licht? Zayne hat den Glauben daran verloren, doch dann trifft er auf Liam … 51.500 Wörter entsprechen ungefähr 255 Taschenbuchseiten
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Veröffentlichungsjahr: 2023
Eine gayromantische Dystopie
Eine Pandemie hat einen großen Teil der Menschheit ausgerottet und zum totalen Zusammenbruch der Gesellschaft geführt. Die verzweifelten Letzten, die noch standhalten, kämpfen um ihr nacktes Überleben und eine lebenswerte Zukunft – und um ihre Menschlichkeit. Führt ein Weg aus der ewigen Dämmerung der Trauer und totalen Einsamkeit zurück ans Licht?
Zayne hat den Glauben daran verloren, doch dann trifft er auf Liam …
51.500 Wörter entsprechen ungefähr 255 Taschenbuchseiten
Ewige Dämmerung
Kiara Raoui
Inhalt
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Epilog
Zayne schlug die Augen auf.
Das leise Surren der Luftumwälzung drang in sein Bewusstsein. Zumeist hörte er es nicht, weil ihn dieses Geräusch Tag und Nacht begleitete.
Tag und Nacht.
Dinge, die es hier unten im Bunker nicht gab. Hier existierte Hell und Dunkel. Beides konnte er kontrollieren. Sein Wille geschah. Er war der Gott seiner eigenen Bunkeranlage.
Zayne lachte lautlos und presste im Liegen den Unterarm gegen die Stirn. Ein schöner Gott. Er hatte diesen Bunker ja noch nicht einmal selbst geschaffen. Das hatten seine Eltern getan.
Stöhnend rollte er sich zur Seite. Falscher Gedanke. Wenn er noch vor dem Aufstehen an seine Eltern dachte, verlor er schlimmstenfalls den gesamten Tag. Weil ihn dann die Realität einholte und zu zerquetschen drohte. Eine Realität, in der seine Eltern tot waren und nur ihre Geister ihn noch begleiteten. Mit denen kam er zurecht. Mit den realen Erinnerungen leider nicht.
Hastig trieb Zayne sich aus dem Bett. Ein schmales Metallgestell, auf dem eine dünne Matratze lag. Eine kratzige braune Decke schützte ihn nachts vor dem Auskühlen. Luxus gab es keinen. Dennoch besser, als auf dem kalten, grauen Betonboden zu liegen.
Ohne das Licht anzumachen, taumelte Zayne zum Bad hinüber. Die Toilettenanlage hatte vor Monaten ihre Funktion eingestellt. Duschen funktionierte hingegen noch. Es störte ihn nicht, dass es bloß kaltes Wasser gab. Das weckte ihn zuverlässig und vertrieb sogar die Erinnerungsdämonen. Seine Seife stellte er aus Asche und Öl selbst her und ging sehr sparsam damit um. Rohstoffe waren wertvoll und endlich, insbesondere das Öl. Eine der wichtigsten Lektionen seines Vaters, die immer und immer wieder wiederholt worden war.
„Was weg ist, ist weg, Zayne. Vieles kann man sammeln, suchen, auf irgendeine Weise gewinnen und mit Wissen, Können und Fleiß herstellen. Manches ist aber unwiederbringlich, und wenn es weg ist, ist es weg! Mit diesen Dingen musst du extrem sparsam sein und sie dankbar genießen, solange du sie hast. Aber auch alles andere, da heißt es: Sei sparsam! Sammeln, Suchen, Gewinnen, Herstellen, das kostet Zeit und Kraft, und manchmal sind das die wertvollsten Ressourcen, mit denen du vorsichtig sein musst.“
Seufzend trocknete Zayne sich ab und zog sich an. Ein kurzer, prüfender Blick in den Spiegel – ja, es war wieder eine Zeit für die Rasur. Er wartete damit stets fünf bis sechs Tage, bis die nachwachsenden Haare eine gewisse Länge erreicht hatten. Das ging bei ihm schnell, die dunkelbraunen Fusseln wuchsen wie Unkraut. Er fing sie auf und nutzte sie als Zunder beim Feuer entfachen. Das Kopfhaar hingegen ließ er wuchern und flocht es ein bis zweimal pro Woche zu vielen schmalen Zöpfchen. Das hatte keinen weiteren Sinn für sein Überleben, außer ihn beschäftigt zu halten … Und ihm ein Gefühl für das Verstreichen der Zeit zu schenken.
Das letzte Mal war vier Tage her. Zayne kontrollierte das mithilfe einer Tafel, die im Küchenbereich des Bunkers hing. Eigentlich sollten dort wichtige Dinge aufgeschrieben werden. Welche Lebensmittel benötigt wurden zum Beispiel. Zayne hatte sich dort stattdessen einen einfachen Kalender gezeichnet. War ein Monat vergangen, warf er einen Kiesel in eine Glasschüssel und begann mit dem nächsten Monat, den er gewissenhaft Tag für Tag abstrich. Heute war Tag Nummer siebenhundertneunundvierzig. Seit über zwei Jahren saß er hier unten.
Für einen langen Moment starrte Zayne ins Leere.
„Ist nicht leicht, Mom“, murmelte er. Er sah sie vor sich, wie sie ihm ernst zunickte.
„Es war nie gedacht, leicht zu sein“, entgegnete sie.
Natürlich wusste er, dass er mit Geistern sprach, die ausschließlich in seinem Kopf existierten. Das störte ihn nicht weiter. Es war ja niemand hier, der ihn deswegen für verrückt erklären könnte. Außerdem benahmen sich die Geister meistens recht freundlich ihm gegenüber, im Gegensatz zu den Erinnerungen.
„Du musst essen“, ermahnte ihn Mom.
Richtig. Deswegen war er hier.
Zayne zog das letzte Paket Frühstücksflocken aus der Stahlkiste. Stahl war notwendig, um die Vorräte sicher aufzubewahren. Es gab hier unten ein Problem mit Mäusen und Ratten. Einerseits schätzte er sie, denn sie gingen ihm hin und wieder in seine Lebendfallen und dienten ihm als einfache Mahlzeit. Andererseits waren sie eine potentielle Bedrohung, denn sie nagten alles an, wollten an seine Vorräte, gefährdeten seine Ausrüstung.
„Sie übertragen Krankheiten“, sagte Dad.
„Keine Menschen in fünfzig Meilen Umkreis, Dad“, entgegnete Zayne. „Ich habe mich sorgfältig davon überzeugt, versprochen. Diese Ratten können keine Krankheiten übertragen.“
„Sie könnten sich an Tieren infizieren. Nennt sich Zoonose.“
Er zuckte mit den Schultern. Dagegen hatte er kein Argument.
Das letzte Paket Frühstücksflocken zu öffnen, verursachte pochende Schmerzen hinter seiner Stirn. Er könnte noch länger darauf verzichten, hatte es schon Ewigkeiten hinausgezögert. Es gab andere Lebensmittel. Bessere dazu. Gesünder. Er hatte Fische gefangen, als er gestern draußen gewesen war. Denn natürlich verließ er den Bunker. Hier unten würde er den Verstand verlieren, er wäre schon längst durchgedreht, hätte er über zwei Jahre ausschließlich dort unten gehockt. Ohne Sonne, natürliches Licht, Wind, frisches Wasser, die vielfältigen Geräusche der Natur … Er hätte das nicht ausgehalten.
Das wusste er, denn drei Monate lang hatte er es versucht. Als Mom und Dad ihn hinabgeschickt hatten, da war er fast neunzig Tage brav geblieben. Hatte den Bunker nicht für einen Moment verlassen und gewartet. Gewartet, ob sie ihr Versprechen halten und ihm folgen würden. Sie waren nicht gekommen.
Drei Monate solle er warten, hatten sie ihm gesagt. Wären sie dann noch nicht bei ihm, wüsste er, dass sie tot seien.
Er hatte nachgesehen.
War zum Haus seiner Eltern gelaufen. Es war leer und verwüstet, genau wie jedes andere Haus in der Umgebung. Zumindest die, die nicht niedergebrannt waren.
Zayne schrak zusammen, als er Salz auf den Lippen schmeckte. Er weinte schon wieder.
„Sorry, Dad“, sagte er leise.
„Du bist jetzt ein Mann, Zayne, hörst du? Mit vierundzwanzig bist du wirklich zu alt, um wie ein Kind zu heulen.“
„Es wird nicht wieder vorkommen, Sir.“
Er schüttete eine großzügige Portion von den Frühstücksflocken in eine Schüssel. Früher hatte er sie unglaublich gern gegessen. Weizen, Zucker, Zimt. Dazu etwas von dem letzten Milchpulverpäckchen und Wasser. Einen Moment lang zögerte er. Warum nicht auch die letzte Packung Bananenchips? Ja, er hatte sie für seine Mom aufgehoben. Die hatte die Dinger geliebt. Aber Mom war tot und die Toten brauchten keine Trockenfrüchte.
Zayne rührte das Milchpulver glatt und begann langsam zu essen. Widerlich süß war das Zeug. Er hatte zu lange nichts zuckerhaltiges mehr gegessen, länger als ein Jahr war das jetzt her. Kaum zu glauben, wie man so etwas jemals hatte lieben können. Aber obwohl es überhaupt nicht gut schmeckte, aß er langsam weiter, Löffel für Löffel. Der Geschmack und Geruch brachte ihn zurück nach Hause. Zurück in glückliche Zeiten. Außerdem füllte ihm die Pampe den Magen. So viel auf einmal hatte er auch schon lange nicht mehr gegessen!
Zayne zwang sich in die Höhe. Verstaute mit routinierten Handgriffen das übrig gebliebene Essen, reinigte das Geschirr mit abgekochtem, gefiltertem Flusswasser. Dann ging er in den Trainingsraum, wie jeden Tag. Gewichtheben. Spinning Bike. Seilspringen. Klimmzüge. Bogen schießen. Messer werfen. Stundenlang, bis er in Schweiß gebadet war und seine Muskeln zitterten. Es steigerte zwar seinen Kalorien- und Nährwertbedarf auf unangenehme Weise, hielt ihn jedoch bei Verstand und war sicherlich auch körperlich gesünder, als bloß zu sitzen oder zu liegen.
Er trainierte nackt, damit er weniger Verbrauch an Kleidung hatte. Wäsche waschen per Hand empfand er als sehr störende Tätigkeit, auch wenn es eine Beschäftigung war, die ihn vom Nichts ablenken konnte. Von der ewigen Dämmerung in seinem Kopf, stets bereit, in völlige Dunkelheit zu versinken. Jene Art von Finsternis, aus der es keine Rückkehr mehr gäbe.
„Das wird der härteste Part werden, Zayne. Die Einsamkeit. Menschen sind nicht für die Einsamkeit gemacht. Du brauchst viel mentale Stärke, um das zu überstehen, ohne den Verstand zu verlieren oder dich in den Selbstmord zu flüchten. Denk immer daran, dass Suizid kein Ausweg ist. Er ist das Ende.“
Mit diesen Worten hatte seine Mutter ihn damals, als er gerade erst sieben Jahre alt gewesen war, zum ersten Mal in den Bunker geschickt. Sie hatte ihn nicht hineingezerrt, nicht gestoßen, nicht mit Gewalt dazu gezwungen. Zayne war freiwillig hineingegangen und er durfte jederzeit hinauskommen, wenn er meinte, es nicht mehr auszuhalten. Beim ersten Versuch hatte er knapp zwei Stunden geschafft und seine Eltern hatten ihn dafür frenetisch gelobt und ihn einen tollen Jungen genannt. Sie hatten ihn umarmt und ihm ein Eis geschenkt.
Trotz all der Zeit, die er bereits hier unten war, konnte Zayne nicht damit aufhören. Jedes Mal, wenn er die Leiter hinaufstieg und die schwere Eisenluke öffnete, erwartete er, Mom und Dad dort oben stehen zu sehen, wie sie lachten und strahlten und ihn fest in die Arme nahmen.
„Wir würden es so gerne tun, Junge. Glaub mir, nichts würden wir lieber tun.“ Mom lächelte traurig.
„Ich bin dir nicht böse deswegen, mach dir keine Sorgen“, versicherte Zayne hastig. „Du weißt, wie sehr ich dich dennoch liebe.“ Es war wichtig, gut mit den Geistern umzugehen. Sie waren schreckhaft und empfindlich, er konnte nicht riskieren, dass sie sich gegen ihn wandten und begannen, ihn zu quälen. Oder schlimmer noch: Ihn verließen und niemals mehr zurückkamen. Das wäre ein Verlust, der ihn vernichten würde.
Zayne trug den Exkrementeneimer zu einem Felsspalt, über zwei Meilen vom Bunker entfernt, wo er ihn ausleerte. Hier gab es einen kleinen Wasserfall, den er als natürliche Dusche nutzen konnte, um sich den Schweiß vom Training von der Haut zu waschen. Das sparte Ressourcen daheim. Im Bunker. Seiner Heimat. Nackt, nur mit Stiefeln bekleidet, marschierte er durch den Wald. Er hatte sich außerdem einen Waffengürtel umgelegt. Schusswaffen, ein halbes Dutzend Wurfmesser. In der rechten Hand hielt er sein bevorzugtes Kampfmesser und seine gesamte Aufmerksamkeit war auf die Umgebung gerichtet.
Einen offensichtlichen Grund gab es erst einmal nicht für so viel Wachsamkeit. Der lichte Wald war ruhig. Wind rauschte in den goldenen und braunen Blätterkronen. Das frisch gefallene Laub raschelte leise zu seinen Füßen. Hier und da entdeckte Zayne Spuren von Dammwild, Kaninchen und Wildschweinen. Keine davon waren frisch, es lohnte sich nicht, auf die Pirsch zu gehen. Einige vereinsamte Vögel zwitscherten. Keine Spuren von Menschen. Kein Zeichen von Gefahr. Wie schon seit über zwei Jahren war Zayne selbst das einzige Raubtier im weiten Umfeld, das es zu fürchten galt.
Dennoch ließ seine Wachsamkeit niemals nach. Sein Vater hatte ihm das bereits beigebracht, als Zayne kaum laufen gelernt hatte. Unablässig aufpassen. Jede Veränderung in seiner Umgebung wahrnehmen. Er würde sich nie von einem Tier überraschen lassen und menschliche Beobachter in seiner Nähe, das würde er sofort wissen.
Schwierig waren Feinde mit Ferngläsern. Bis etwa fünfhundert Yard spürte Zayne, wenn ihm auf diese Weise jemand nachstellte. Er hatte das intensiv mit seinen Eltern erprobt. Solange, bis er mit Sicherheit unterscheiden konnte, ob er sich bloß einbildete, jemand würde ihn anstarren, oder ob es tatsächlich der Fall war. Er wusste nicht recht, warum er bei noch größerer Entfernung nicht mehr wusste, ob es lediglich seine eigene Anspannung und Paranoia war, die das Kribbeln im Nacken verursachte.
„Du wirst auf kürzerer Strecke eben noch minimale Veränderungen in der Umwelt wahrnehmen“, sagte sein Dad.
„Unfug“, murmelte Zayne. „Auf fünfhundert Yards kann ich kein knackendes Holz hören.“
Es spielte keine Rolle, was er hörte. Er fühlte sich nicht beobachtet und der Bunker lag inmitten von dichtem Unterholz. Niemand konnte sehen, wie er die zahlreichen Fallen umging. Das würde er auch noch mit geschlossenen Augen schaffen, während ein sich nähernder Feind keine Chance hätte. Der Eingang war nicht nur perfekt getarnt, sondern auch mit einem zusätzlichen Zahlencode versehen. Natürlich wäre das rein mechanische Schloss nicht geeignet, lange zu widerstehen, sollte jemand einbrechen wollen. Es gab allerdings einen fünf Meilen langen Fluchttunnel vom Bunker aus, mit einer Stahltür an beiden Enden gesichert. Seine Eltern hatten an alles gedacht.
„Wir hatten über zweiundzwanzig Jahre Zeit, uns perfekt vorzubereiten, Junge“, sagte seine Mom.
„Das hat euch am Ende trotzdem nicht gerettet.“
„Wir haben dich gerettet. Das ist es uns wert gewesen.“
Wenn er jetzt nur mit Sicherheit wüsste, ob es ihm auch wert war, gerettet worden zu sein … Denn er wusste beim besten Willen nicht, wofür genau diese Rettung notwendig gewesen sein könnte. Er lebte. Was genau fing man damit an, wenn es kein anderes Ziel gab, als von Sonnenauf- bis -untergang durchzukommen, und anschließend bis zum nächsten Sonnenaufgang das Atmen nicht zu vergessen?
Zurück im Bunker betrat Zayne die Bibliothek. Mehr als zwanzigtausend Bücher füllten die Stahlregale dicht an dicht. Jedes war zum Schutz vor Feuchtigkeit und Nagetieren in Folie eingewickelt. Ein Vermögen und sein wertvollster Schatz. Seine Eltern hatten viel Zeit darauf verwendet, diesen Schatz zusammenzutragen. Es gab Sachbücher zu jedem wichtigen Thema, Action, Abenteuer, Sci-Fi, Krimis, Thriller, Klassiker, Liebesgeschichten, Philosophie, Lehrbücher für Fremdsprachen, Naturwissenschaften, Handwerk, Schach …
Während sein Essen kochte, ein Eintopf aus Wurzelknollen, getrocknetem Fleisch und Pilzen – alles Vorräte, die er selbst gesammelt und gejagt hatte –, las Zayne das erste der drei Bücher, die er sich für heute vorgenommen hatte.
„Mens sana in corpore sano sit. Ein gesunder Geist sei in einem gesunden Körper. Du musst lesen, lernen, dich jeden Tag weiterbilden, Zayne. Immer besser werden, das ist das Ziel. Lerne neue Fertigkeiten. Spiele gegen dich selbst Schach. Trainiere Fremdsprachen. Träume dich in die Köpfe fremder Helden, die an deiner statt fantastische Abenteuer erleben. Wer jahrelang allein in einem Bunker unter der Erde ausharrt, muss sich unbedingt geistig beschäftigt halten.“ Sein Dad hatte das gepredigt.
Ihm zuliebe hatte Zayne sich ein Schachspiel geschnitzt, aber er mochte das Spiel nicht. Die Züge nachzugehen, die in den Lehrbüchern aufgezeigt wurden, war allenfalls kurzweilig. Sich vorzustellen, auf diese Weise einen Gegner zu bezwingen, gab ihm nichts. Wenn er einen anderen Menschen bei sich hätte, würde er ihn garantiert nicht beim Schach niederringen und vernichten wollen! Leider war das alles, was man mit diesem Spiel tun konnte. Gegner vernichten. Ohne den Willen, genau das zu tun und sich dabei als intellektuell überlegen zu beweisen, war das Spiel sinnlos. Nun, genau so sah Zayne es auch an. Entweder mochte man seinen Gefährten, dann unterhielt man sich friedlich mit ihm. Oder man musste ihn hassen und fürchten, dann kämpfte man körperlich oder floh.
Ein ähnliches Problem hatte er mit Fremdsprachen. Ihm war nie ein Mensch begegnet, der nicht seine Sprache beherrschte. Zayne wusste auch nicht, ob es nach wie vor Menschen dort draußen gab, bei denen das nicht der Fall war. Er hatte zwar diverse Floskeln in Spanisch, Französisch, Chinesisch, Japanisch, Russisch, Arabisch und Deutsch gelernt und sich auch mit den fremden Schriftzeichensystemen auseinandergesetzt, aber er ging nicht davon aus, dass er so etwas jemals wirklich benötigen würde. Seines Wissens nach war Europa noch schwerer getroffen worden als Amerika. Darum hatte er auch keinen Ehrgeiz entwickelt, auf diesem Gebiet gut zu werden.
Fertigkeiten wie Korbflechten, Töpfern, Möbel schreinern, Seil winden, schmieden, weben, nähen hingegen, die interessierten ihn sehr und er beschäftigte sich auch viel mit Medizin, Botanik, Zoologie, Wetterkunde. Das erste Buch des Tages stammte darum praktisch immer aus diesem Bereich. Da kochen über offenem Feuer sehr viel Zeit in Anspruch nahm, hatte er es oft schon durch, noch bevor sein Essen fertig war. Der Rauch des Kochfeuers wurde über ein Tunnelsystem ausgeleitet. Dabei trieb die aufsteigende Hitze einen Ventilator an und sorgte dafür, dass der Qualm nicht den Bunkerinnenraum verpestete. Den Rest bewältigte die Luftumwälzung, die solarbetrieben war. Die zugehörigen Panel hingen versteckt an einem Baum, sie waren klein und weit vom Eingang verteilt. Zwei von ihnen funktionierten bereits nicht mehr.
Nun, das hier war nie für die Ewigkeit gedacht gewesen. Zayne verdrängte die Gedanken, dass er irgendwann woanders als hier sein würde. Der Gedanke war ihm zu groß.
Stattdessen kümmerte er sich um das zweite Buch des Tages. Zumeist nahm er dafür einen Klassiker, gerne einen der Philosophen. Während er aß, arbeitete er sich durch „Summa contra Gentiles“ von Thomas von Aquin. Es war ein riesiges Komplexwerk, eine mittelalterliche, auf englisch übersetzte Abhandlung, die den katholischen Glauben systematisch auf philosophischer Ebene darlegte und auf aristoteletische Weise verteidigte. Zayne las bereits seit Monaten darin. Mittlerweile befand er sich im zweiten Teil, in dem es um Gott und die Schöpfung der Welt ging. Trotz der komplizierten Sprache empfand er dieses Werk als unterhaltsames Märchenbuch und exzellente Gedankenanregung und darum gut geeignet, um ihm beim Essen nicht zu stören.
Nach der Mahlzeit räumte er wie gewohnt auf, brachte das Buch fort, holte sich seine Nachtlektüre. Ein Thriller schien ihm geeignet, seine Wahl fiel abends praktisch immer auf Belletristik. Rund drei Stunden benötigte er, um vierhundert Seiten im Licht des Feuers zu lesen und dabei die Stille, das Surren der Luftumwälzung, das Knistern des Feuers, die Einsamkeit zu verdrängen. Die ewige Dämmerung in seinem Kopf zu vergessen, während er verfolgte, wie eine Frau versuchte, sich und ihre Kinder durchzubringen, während sie von einem Unbekannten verfolgt wurden. Ihr Überlebenskampf war spannend und abwechslungsreich. Sein eigener war einsam und gleichförmig.
Nun ja. Ihm rannte auch kein Irrer mit automatischen Schusswaffen nach, nur weil der eigene Vater einer geheimen Regierungsabteilung angehört hatte und zum Hüter von welterschütternden Geheimnissen ausgewählt worden war. Eine unsinnige, überkonstruierte Geschichte, doch ihm gefiel, wie die Frau Hilfe an unerwarteten Stellen erhielt und mit Leichtigkeit kommunizieren konnte, was sie brauchte. Solche Szenen nahm er sich gerne als Vorbild. Nur für den Fall, dass er jemals wieder auf Menschen stoßen würde.
Zayne löschte sorgfältig das Feuer, lief mit lediglich einer LED-Leuchte als Licht durch die Räume, putzte sich die Zähne mit Wildschweinborsten und einer Kräuterpaste, die er selbst hergestellt hatte. Wusch sich das Gesicht. Verdrängte die Gedanken, dass er seit über einem Jahr nicht mehr vor dem Schlafengehen meditiert hatte. Seine Mom hatte stets gepredigt, wie wichtig das war, um seine geistige Gesundheit zu erhalten. Auch heute würde er es nicht tun.
„Es ist sowieso viel zu still um mich und viel zu laut in mir, Mom. Meditieren hilft mir nicht, es macht es eher schlimmer. Tut mir leid.“
Sie lächelte. Dass er versagen würde, hatte sie erwartet, aber sie verzieh ihm. Sie war schließlich seine Mom, sie würde ihm immer verzeihen.
Zayne ließ sich ins Bett fallen, als alles getan war. Ein weiterer Tag war geschafft. Jetzt musste er nur noch auf den Schlaf warten. Egal wie erschöpft er war, egal wie hart er tagsüber schuftete, um sich körperlich wie geistig an die Grenze zu treiben, Schlaf war stets schwierig, seit er hier in den Bunker gezogen war. Stundenlanges Wachliegen. Spüren, wie der Kreislauf langsam zusammenbrach, mit Herzklopfen und Rauschen in den Ohren. Quälendes Herumwälzen. Finstere Gedanken, die am Rand des Bewusstseins lauerten. Irgendwann wegdösen. Mehrfach hochschrecken. Bleierne Müdigkeit in sämtlichen Gliedern, die ihn zurück in eine Albtraumwelt zog, aus der es kein Entkommen gab, gleichgültig, wie sehr er es hasste, dort sein zu müssen. Und schließlich endgültiges Erwachen und das Wissen, das ungefähr sieben Stunden vorbeigezogen waren. Sieben Stunden, in denen er sich weder erholen noch der grauen Realität seines Daseins wirklich entfliehen konnte. Dem Dämmerlicht, an dessen Rändern dunkler Wahnsinn lauerte.
Es war in Ordnung. Es reichte dennoch, um weitermachen zu können. Irgendwie musste es nun einmal weitergehen. Er atmete schließlich noch.
Zeit fürs Frühstück.
~*~
Vor vier Tagen hatte Zayne das letzte Paket mit Frühstücksflocken geöffnet. Heute war es dann soweit, er leerte es endgültig. Genauso wie das Milchpulver und die Bananenchips mit dem heutigen Tag Geschichte sein würden.
Er aß sehr langsam, kaute endlos auf jeder dieser viel zu süßen Zimt-Weizenflocken herum.
„Du hattest es dir fest vorgenommen, Zayne“, sagte der Geist seines Vaters ernst.
„Ich weiß, Dad. Ich habe es mir geschworen. Wenn die letzten Frühstücksvorräte aufgebraucht sind, treffe ich meine Entscheidung.“
Er besaß noch andere Konserven. Bohnen, Tomaten, Erbsen, Kirschen, Birnen, Pfirsiche, Fertigsuppen, Fleisch. Genug, um noch einen weiteren Winter zu überstehen, wo er fast nichts sammeln und jagen konnte. Ab dem nächsten Frühjahr würde er auf sich allein gestellt sein, wenn er sich ausschließlich von diesen Dosen ernähren musste. Keine Vorräte mehr, die er gemeinsam mit seinen Eltern hier eingelagert hatte.
„Wir waren sicher gewesen, dass ein Jahresvorrat genügen würde“, sagte seine Mom. „Ein Jahresvorrat für drei Personen. Wir hatten nicht geplant, dich dauerhaft allein hier unten zu lassen. Du musst dich jetzt entscheiden, Zayne.“
Was ihm schwerfiel, denn es ging um nicht weniger als die Frage, wie er weitermachen wollte: Dauerhaft hierbleiben und schlimmstenfalls im nächsten Winter verhungern, sollte es ihm nicht gelingen, sehr viele Vorräte über das kommende Jahr anzulegen. Oder losziehen, sobald Eis und Schnee das Land aus dem Klammergriff entließen, und versuchen, andere Menschen zu finden. Ein Aufbruch ins Ungewisse.
„Die Entscheidung musst du jetzt treffen, Schatz.“
„Ich weiß, Mom. Bleibe ich hier, muss ich sparsam sein. Noch einmal auf die Jagd gehen, solange das Wetter es zulässt. Möglichst wenig von den Vorräten verbrauchen. Ziehe ich nächstes Frühjahr los, kann ich aus den Vollen schöpfen. Muss mir möglichst viel Speck auf die Rippen schaffen, weil ich im Frühling noch nichts unterwegs sammeln kann und keine Zeit bleibt, auf die Jagd zu gehen.“
„Das Risiko ist dir bewusst“, sagte sein Dad mahnend. Natürlich war es ihm bewusst. Vielleicht fand Zayne keine anderen Menschen. Vielleicht wollten die Menschen nichts mit ihm zu tun haben, weil sie nicht genügend Ressourcen besaßen, um einen Fremden bei sich aufzunehmen. Vielleicht wurde er aufgenommen und konnte es dort nicht ertragen. Jede Reise war in sich ein Risiko, weil er in Gebiete wandern würde, in denen er sich nicht auskannte, keine sichere Unterkunft des Nachts haben würde. Er könnte krank werden oder sich verletzen, ohne Medikamente und Verbandszeug, wie er es hier im Bunker reichlich zur Verfügung hatte.
„Du kannst nicht noch länger allein bleiben, Schatz“, sagte seine Mom.
„Ich will es auch nicht. Nur mit euch zu reden ist nicht gut für mich. Ich weiß bloß nicht, ob ich mit anderen Menschen zurechtkommen, verstehst du? Ihr habt mich ein Leben lang darauf vorbereitet, allein zu überleben. Ihr habt mich leider nicht lehren können, mit anderen zu arbeiten.“
Zayne war nicht in die Schule gegangen, seine Eltern hatten ihn daheim unterrichtet. Da sie weit entfernt von jeder Stadt gewohnt hatten, die nächsten Nachbarn über drei Meilen entfernt gewesen waren, war er auf seine Eltern fixiert. Die galten als Spinner, waren Prepper gewesen. Jahrzehntelang hatten sie sich auf den Weltuntergang vorbereitet, von dem außer ihnen nur wenige wirklich geglaubt hatten, dass er kommen würde.
„Nun gut – wir hatten geglaubt, es würde einen dritten Weltkrieg geben, mit Atombombenbeschuss direkt hinein in den nuklearen Winter“, sagte Dad.
„Oder ein Supervulkanausbruch. Yellowstone könnte uns immer noch um die Ohren fliegen, Schatz“, fügte Mom hinzu. Darüber hatten die beiden sehr häufig geredet. Auch die Klimakatastrophe war ein großes Thema daheim gewesen. Wann immer es eine Überschwemmung, Schlammlawine oder anhaltende Dürre irgendwo gegeben hatte, waren ihre Gesichter lang und länger geworden. Sie hatten den halben Tag lang Nachrichten aus aller Welt gehört, weil sie den amerikanischen Medien allein nicht vertrauten. Mom war Physikprofessorin an einer Universität, Dad ehemaliger Soldat und später Sicherheitsberater für eine große Firma. Beide verdienten also gutes Geld und besaßen beste Voraussetzungen für ihr Prepper-Projekt – und für ihren Sohn.
„Sie haben uns immer für völlig verrückt erklärt. Haben sogar versucht, dich uns wegzunehmen. Aber das konnten sie nicht, denn du hast sämtliche Tests bestanden.“ Mom lächelte stolz. Es hatte sie viel gekostet, Zayne zu Hause zu unterrichten, obwohl sie selbst arbeitete. Dad hatte einige Jahre eine größeren Teil der Betreuung übernommen und die Zeit genutzt, um Zayne sportlich auszubilden. Für sie hatte immer festgestanden, dass er den Untergang der Menschheit erleben würde.
„Nun, wir haben recht behalten, nicht wahr, Junge?“
Das hatten sie, ja. Während er die letzten Bananenchips aß, lief Zayne durch den Bunker. Das Lebenswerk seiner Eltern. Hier war er sicher, aber allein. Ging er nach draußen in die Welt, war er nicht mehr sicher – und möglicherweise auch allein. Vielleicht war dort nichts mehr zu finden. Vielleicht war er der letzte Mensch auf dieser Welt.
„Unfug. Der Virus allein wäre niemals stark genug dafür!“, sagte Mom streng. „Selbst die große Pest hat damals nur ein Drittel der Weltbevölkerung auslöschen können. Danach ist das Leben weitergegangen. Dieser Virus hatte natürlich andere Bedingungen. Schnellere Ausbreitung dank der Globalisierung. Trotzdem werden Menschen überlebt haben. Auch nach dem Zusammenbruch der Regierungen. Du kannst nicht der Letzte sein!“
„Ich habe noch nicht alle Bücher gelesen, Mom“, flüsterte Zayne, da er gerade die Bücherei betreten hatte. Er hatte sogar die Beleuchtung angeschaltet. Im Herbst und Winter reichten die mickrigen Solarpanel nicht und der Energiespeicher funktionierte nicht gut. Dementsprechend flackerte es und er verzichtete zumeist auf künstliches Licht. Im Augenblick wollte er es haben, wollte sehen, was er besaß. Entscheiden, ob es genug war. Genug für ein Leben.
„Es kann nicht reichen, Schatz. Du sollst ein glückliches Leben haben. Das geht nicht in völliger Einsamkeit.“
Zayne erinnerte sich, dass die Schwester seiner Mom einmal zu Besuch gewesen war. Lara. Sie war auch diejenige gewesen, die die Behörden wegen ihm verständigt hatte. Tante Lara hatte seinen Eltern bittere Vorwürfe gemacht.
„Zayne ist ein Kind, verdammt! Er sollte mit Freunden spielen und zur Schule gehen, nicht Kampfsport trainieren, Würmer essen und von sämtlichen Menschen ferngehalten werden!“
„Er muss vorbereitet werden, verstehst du das denn nicht?“
Nein, Tante Lara hatte das nicht verstanden, sie war der Meinung, dass die Welt auf gar keinen Fall untergehen würde.
„Schon die alten Griechen dachten, dass es kein Morgen geben würde. Das ist normal, wir Menschen können uns nun einmal keine Welt vorstellen, in der wir selbst nicht mehr da sein werden. Wir denken, mit unserem Tod endet alles. Das ist normal! Es bedeutet aber nicht, dass die Menschheit ausstirbt. Also nein, die Welt wird nicht untergehen. Auch dann nicht, wenn ihr eurem Sohn gestattet, wie ein normaler Mensch aufzuwachsen. Nicht einmal zwei Weltkriege hintereinander haben dafür gereicht, mit der Spanischen Grippe dazwischen!“
„Das hier ist keine alberne philosophische Kackscheiße!“, hatte Dad zu ihr gesagt. „Die Zeichen sind da. Alle Weltführungen rücken nach rechts. Entweder gibt es den großen Boom und der Atomkrieg rafft uns dahin, oder man ignoriert das Kippen des Klimas und die Erde wird unbewohnbar.“
„Und was, wenn es nicht geschieht? Oder erst, wenn Zayne bereits fünfundneunzig ist? Dann hätte er sein gesamtes Leben damit vergeudet, vorbereitet zu sein, obwohl es ihn gar nicht betrifft.“
„Dieses Risiko gehen wir ein“, hatte Mom geantwortet. „Wir bereiten ihn vor. Als Erwachsener wird er seine eigenen Entscheidungen treffen, aber jetzt als Kind sind wir dafür verantwortlich, ihn bestmöglich auszubilden.“
Das war das letzte Mal gewesen, dass er seine Tante gesehen hatte. Und nachdem diese beiden unangenehmen Leute von irgendwelchen Behörden vorbeigekommen waren, um zu sehen, ob er genügend zu essen bekam, sauber war, einen guten Platz zum Schlafen hatte, sein Bildungsstand adäquat für sein Alter war und er keine körperlichen oder psychischen Anzeichen von Misshandlungen, Missbrauch oder Vernachlässigung aufwies, hatte er auch sehr lange Zeit überhaupt keine anderen Menschen außer seinen Eltern gesehen.
Er hatte keine anderen Menschen gebraucht. Sie waren seine Welt gewesen. Liebevolle Eltern, die sich intensiv um ihn gekümmert hatten. Sie hatten ihn umarmt und gestreichelt, gelobt und bestärkt, das Beste aus ihm herausgeholt, ihn gefordert und gefördert. Alles was er konnte und wusste, verdankte er ihnen und dass er noch lebte, einzig ihrer Voraussicht. Weil sie verrückt gewesen waren. Weil sie sich gegen sämtliche Widerstände und dem Unglauben der anderen durchgesetzt hatten, um ihn optimal vorzubereiten. Mit dem Risiko, dass es umsonst hätte sein können. Doch das war es nicht.
„Ich kann nicht ewig allein bleiben, denke ich“, sagte er. „Wenn ihr hier bei mir wärt, wäre es leichter. Ganz allein schaffe ich es nicht auf Dauer. Ich werde Ausschau nach anderen Menschen halten. Sollte ich wirklich der Letzte sein, bleibe ich lieber dort, wo ich sicher bin. In dem Fall kann ich ja zurückkehren.“
Eine richtige Entscheidung war das wohl immer noch nicht. Er fürchtete sich nun einmal. Fürchtete sich vor dem Dämmerzustand, in dem er hier langsam dem Wahnsinn entgegentrieb. Fürchtete sich vor anderen Menschen, mit denen er vermutlich nicht zurechtkommen würde, denn darauf war er nicht vorbereitet worden. Fürchtete sich vor einem einsamen Tod in der Fremde. Wovor er sich am meisten fürchtete, war ihm leider nicht klar, sonst wäre die Entscheidung so viel einfacher.
~*~
Zayne hatte alles Notwendige in einen Rucksack gepackt. Essen für zwei Tage. Wechselkleidung. Abgekochtes Wasser. Eine wasserdichte Plane. Eine Decke. Angelschnur. Waffen.
Er wollte nicht im Freien schlafen, wenn es sich vermeiden ließ, das wäre zu kalt und zu nass. Da er sowieso die Häuser erkunden wollte, würde er schon irgendwo unterschlüpfen können.
Bislang war er noch nicht weit gekommen, lediglich bis zum Haus seiner Eltern.
