Fakten oder Faketen? - Fritz Breithaupt - E-Book

Fakten oder Faketen? E-Book

Fritz Breithaupt

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Beschreibung

Fritz Breithaupts und Martin Kolmars `kleine Geschichte postfaktischer Autoritäten´ beginnt mit der Beobachtung, dass das streng Faktische immer schon die Ausnahme gewesen sei. Denn jeder von uns müsse bei dem Versuch scheitern, sein Denken und Handeln wissenschaftlich zu fundieren. Sie argumentieren, dass die Karriere des Postfaktischen keine Krise des Wissens ist, sondern eine Krise dessen, was wir als Autorität anerkennen. Im Anschluss daran stellen sie die Frage, ob eine in diesem Sinne `postfaktische Gesellschaft´ nicht kurz- oder zumindest langfristig massiv negative Folgen einer Leugnung wissenschaftlicher `Fakten´ erwarten muss.

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Seitenzahl: 19

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Inhalt

Fritz Breithaupt, Martin Kolmar | Fakten oder Faketen? Eine Geschichte postfaktischer Autoritäten

Anhang

Die Autoren

Impressum

Fritz Breithaupt, Martin KolmarFakten oder Faketen?Eine Geschichte postfaktischer Autoritäten

Die Rede vom »Postfaktischen« vertuscht, dass das Faktische immer schon die Ausnahme war. Wir entscheiden anders. Wir waren in einem bestimmten Sinne immer Anhänger einer gefühlten Wahrheit, die sich eher weniger als mehr mit dem deckt, was die Wissenschaft oder andere Autoritäten als Konsens anerkennen. Einfacher gesagt: Wissen und Fakten waren meist Ausreden zur Deckung unserer Ideologien und Affekte. Die meisten Menschen haben keine ausgefeilten Theorien über die Wirklichkeit, sondern Vorstellungen, die sich diffus aus dem Zeitgeist speisen. Und dies ist kein Problem mangelnder Bildung. Auch und vielleicht sogar gerade »Gebildete« haben ihre postfaktischen Welten, ihnen fällt es nur leichter, diese narrativ clever zu erzeugen.

Unwahrscheinlich war eigentlich die Diktatur des richtigeren Arguments. Die Autorität der Experten musste eine Rechtfertigung finden, die eine Ausnahme zum demokratischen Prinzip der Gleichrangigkeit aller Lebensentwürfe und Vorstellungen legitimiert. Damit Wissenschaft funktioniert, muss es einen außerpersonalen Standard geben, der die Bewertung aller Aussagen erlaubt. Insofern sind Wissenschaft und Expertentum das letzte Refugium legitimer, allerdings nicht personaler, sondern struktureller Diktatur. 

Besonders unwahrscheinlich war nun, dass diese »Diktatur des richtigeren Arguments« für einige Jahrhunderte als das Fundament der westlichen Welt fungierte. Wie konnte es dazu kommen, und wieso ist diese Epoche nun, vielleicht, zu einem Ende gekommen?

Um dies zu verstehen, muss man sich an die Grenzen dessen erinnern, was sich wissenschaftlich verstehen lässt. Diese liegen nur scheinbar, das heißt nur aus der Perspektive des Wissenschaftlers, in dem Noch-Unbekannten. Sie liegen vielmehr in der Begründung der Wissenssuche. Der Experte kann zwar sagen, »wie« etwas gemacht wird, aber nicht, »warum« es gemacht wird. Wissenschaft bringt als Nebenprodukt die Teflonpfanne hervor, aber nicht, weil dies ihr Ziel war, sondern sie bestenfalls »von außen« unter ein Nützlichkeitspostulat gestellt wurde. Die Frage der Werte und des Nutzens von Wissen liegt nach dieser Vorstellung jenseits der Sphäre des Experten. Wenn wir in ihm nicht einen Experten des »wissen, wie« sondern des »wissen, warum« suchen, verwechseln wir ihn mit dem Religionsführer der vorsäkularen Zeit. Er (und es waren ja in der Regel Männer) war der Experte für den Sinn.