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Eltern zu werden und ein Kind grosszuziehen – das ist eine unbezahlbare Erfahrung und eine grosse Bereicherung im Leben. Im ersten Moment stellen Eltern kaum finanzielle Überlegungen an, wenn sie sich entschliessen, eine Familie zu gründen. Doch es lässt sich nicht wegdiskutieren, dass Kinder eine Menge Geld kosten – je älter sie werden, desto höher sind ihre Kosten. Sie brauchen nicht nur ein Dach über dem Kopf, Essen und Kleider. Wenn Eltern beispielsweise ihre Berufstätigkeit reduzieren müssen, dann sind das indirekte Kinderkosten. Gemäss einer Studie des Bundesamts für Statistik haben Eltern im Schnitt 200 000 Franken für ihr Kind ausgegeben, wenn dieses seinen 20. Geburtstag feiert. Der Beobachter-Ratgeber hilft bei Fragen zur Finanzplanung des Familienlebens von der Schwangerschaft über die Taschengeld-Regelungen bis zu Versicherungs- und Steuerfragen.
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Seitenzahl: 260
Veröffentlichungsjahr: 2017
Familienbudget richtig planen
CORNELIA DÖBELI
Familienbudgetrichtig planen
Die Finanzen im Überblick – in allen Familienphasen
Dank
Ein herzliches Dankeschön an meine Arbeitskolleginnen und -kollegen Jeannine Burri, Anita Hubert, Alexandra Kaiser, Gitta Limacher, Helena Ott, Anne Sciavilla, Lucia Schmutz, Corinne Strebel und Marcel Weigele, die mir mit ihrem grossen Fachwissen bei all meinen Fragen und Unklarheiten geholfen haben. Ein riesiges Dankeschön natürlich auch an Käthi Zeugin und Andrea Linsmayer für das Lektorat und die angenehme, unkomplizierte Zusammenarbeit. Mein Dank geht auch an die fünf Familien, die über ihren Umgang mit Finanzen Auskunft gegeben haben, und an Anouk Holthuizen, die Verfasserin der Porträts. Und überhaupt: Vielen Dank an alle, die mir in irgendeiner Form geholfen haben, diesen Ratgeber zu realisieren.
Download-Angebot
Unter www.beobachter.ch/download (Code 0604) finden Sie die Budgetvorlage und den Unterhaltsvertrag für das Kind unverheirateter Eltern aus dem Anhang. Sie können sie herunterladen und selber bearbeiten.
Beobachter-Edition
© 2017 Ringier Axel Springer Schweiz AG, Zürich
Alle Rechte vorbehalten
www.beobachter.ch
Herausgeber: Der Schweizerische Beobachter, Zürich
Lektorat: Käthi Zeugin und Andrea Linsmayer, Zürich
Familienporträts: Anouk Holthuizen, Wettingen
Umschlagfoto: gettyimages
Fotos: shutterstock
Reihenkonzept: buchundgrafik.ch
Satz: Bruno Bolliger, Gudo
e-Book: mbassador GmbH, Luzern
ISBN 978-3-03875-060-4
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Inhalt
Vorwort
Unbezahlbares Glück – ein Kind ist da
Mit welchen Ausgaben muss eine Familie rechnen?
Die direkten und die indirekten Kinderkosten
Essen, Wohnen, Versicherungen – die direkten Kosten
Kinder brauchen Zeit – die indirekten Kosten
Wickeltisch und mehr: Kosten entstehen schon vor der Geburt
Was die Mutter braucht
Die Erstausstattung für das Kind
Zwillinge, Mehrlinge
Grösseres Auto nötig?
Umzug in eine grössere Wohnung oder aufs Land?
Nicht vergessen: Krankenversicherung für das Baby
Was übernimmt die Krankenkasse der Mutter bei der Geburt?
Zusatzversicherungen für Zahnfehlstellungen und anderes
Todesfall- und Invalidenversicherung für das Kind?
Finanzielle Hilfe für ein behindertes Kind
Was kostet ein Säugling, ein Kleinkind?
Haftpflicht- und Hausratversicherung
Auslagen für die Betreuung des Kindes
Auch das kostet: Geburtsanzeige, Taufe und Feste
Baby- und Kleinkinderkurse
Spielsachen
Was kostet ein Schulkind?
Schulkosten und Nachhilfeunterricht
Freizeit und Hobbys
Kindergeburtstag und Geschenke
Ferien
Taschengeld
Mami, ich möchte ein Büsi
Was kostet ein Teenager?
Markendruck
Handykosten
Erweitertes Taschengeld und Jugendlohn
Wie viel kosten Lehrlinge?
Die Kosten für Eltern von Gymnasiasten und Studentinnen
Wie lange bezahlen Eltern für ihre Kinder?
Wer zahlt, wenn Kinder auf die schiefe Bahn geraten?
FAMILIENPORTRÄT Die finanzielle Basis für ein Kind
Woher kommt das Geld für die Familie?
Das Einkommen der Eltern
Weniger für sich selber brauchen
Verschiedene Erwerbsmodelle
Wer arbeitet nach der Geburt wie viel?
Wenn Eltern arbeitslos oder invalid sind
Auch die Kinder bringen Geld in die Familienkasse
Mutterschaftsentschädigung
Familienzulagen
Wenn die Kinder grösser sind: Kostgeld und Stipendien
Steuererleichterungen für Familien mit Kindern
Heiratsstrafe?
Abzüge für Verheiratete und unterschiedliche Tarife
Der Kinderabzug
Abzug der Betreuungskosten
Das Budget
Was nehmen wir ein, was geben wir aus?
Wer zahlt was, wenn Sie verheiratet sind?
Was gilt, wenn Eltern unverheiratet zusammenleben?
Sparmöglichkeiten
Kleinvieh macht auch Mist
Prämienverbilligung entlastet das Familienbudget
Einkaufen im nahen Ausland?
Wenn das Geld nicht reicht: Sozialhilfe für Familien
Was zahlt die Sozialhilfe?
Die Verwandtenunterstützungspflicht
Wer kann sonst noch helfen?
Lohnt es sich, bei der Geburt eines Kindes zu heiraten?
Die Beistandspflicht
Was gilt bei den Steuern?
Die Unterschiede bei der AHV und im Erbrecht
FAMILIENPORTRÄT Ein schwankendes Einkommen, vier Kinder
Wenn Kinder Vermögen haben
Die Verwaltung des Kindesvermögens
Das sagt das Gesetz
Jugendliche sind beschränkt handlungsfähig
Lehrlingslohn und Taschengeld – das freie Kindesvermögen
Wer versteuert Vermögen und Einkommen des Kindes?
Bankkonten für Kinder
Jugendsparkonten
Konten für Taschengeld und Lehrlingslohn
FAMILIENPORTRÄT Weniger Geld, aber der Familiegeht es gut
Veränderungen der Erwerbssituation
Woher kommt das Geld bei Arbeitslosigkeit oder Erwerbsunfähigkeit?
Sie möchten eine Veränderung
Stelle verloren – die Arbeitslosenversicherung
Woher kommt das Geld bei einer längeren Krankheit?
Besser abgedeckt nach einem Unfall
Die Leistungen bei Invalidität
Die Rente der IV
Die Invalidenrente der Unfallversicherung
Die Invalidenrente der Pensionskasse
Was bedeutet Überentschädigung?
Was gilt für Hausfrauen und Hausmänner?
Die Leistungen im AHV-Alter
Die Renten der AHV
Die Leistungen der Pensionskasse
Die Leistungen im Todesfall
Witwen-, Witwer- und Waisenrenten der AHV
Die Leistungen der Unfallversicherung
Die Leistungen der Pensionskasse
Benachteiligung im Konkubinat
Wenn das Geld nicht reicht: Ergänzungsleistungen
So wird gerechnet
FAMILIENPORTRÄT Eltern im Konkubinat
Vorsorgen für später
Wenn die Beziehung scheitern sollte
Der Unterhalt für die nicht verheiratete Mutter
Der Unterhalt für Kinder unverheirateter Eltern
Private Vorsorge für Erwerbsausfall, Invalidität, Tod und Alter
Machen Sie eine Vorsorgeanalyse
Die dritte Säule
Vorsorgen für einen längeren Erwerbsausfall wegen Krankheit oder Unfall
Vorsorgen für den Invaliditätsfall
Vorsorgen für den Todesfall
Vorsorgen fürs Alter
Erbrechtliche Vorkehrungen
Das Erbe bei verheirateten Eltern regeln
Das Erbe in Konkubinatsfamilien regeln
FAMILIENPORTRÄT Die Teilzeiteltern und die Pensionskasse
Anhang
Budgetvorlage
Unterhaltsvertrag für das Kind unverheirateter Eltern
Nützliche Adressen
Beobachter-Ratgeber
Stichwortverzeichnis
Vorwort
Kein Paar wird aus finanziellen Gründen davon absehen, Kinder zu haben. Selbst wenn die finanzielle Situation nicht rosig ist, ist es überzeugt, dass es mit einem Kind dann schon irgendwie geht oder einfach gehen muss. So verzichtet zu Recht niemand – nur wegen des Geldes – auf das grosse Glück, das eigene Kind eine Zeitlang auf seinem Weg zu begleiten.
Warum also dieses Buch? Ganz einfach: Um Ihnen grob aufzuzeigen, mit welchen Kosten Sie als Familie mit einem Kind etwa rechnen müssen und wie Sie diese Ausgaben decken können. Aber auch, um Ihnen die finanzielle Situation bei Schicksalsschlägen oder im Alter aufzuzeigen, damit Sie sich rechtzeitig Gedanken machen und nötigenfalls vorsorgen können. So haben Sie es nämlich einfacher und vermeiden den einen oder anderen unnötigen Streit mit Ihrem Partner, Ihrer Ehegattin oder schlaflose Nächte wegen finanzieller Sorgen.
Obwohl in diesem Buch vor allem von den Kosten die Rede ist und davon, dass es nicht immer einfach ist, sie zu decken, soll es Ihnen letztlich auch zeigen, dass Sie als Eltern eigentlich Millionäre sind: Sie haben, bis Ihr Kind erwachsen ist, weit über eine Million Franken ausgegeben. Und wenn Sie sich das nächste Mal überlegen, ob Sie denn so viel weniger tüchtig seien als Ihre kinderlosen Kollegen, die sich teure Autos, grosse Wohnungen und Ferien überall auf der Welt leisten können, dann denken Sie daran: Sie haben Ihr Geld und Ihre Energie ins Projekt «Kind» investiert – mit anderen Erträgen als finanziellen, die Sie aber mindestens so glücklich, wenn nicht glücklicher machen, und das erst noch über längere Zeit.
Cornelia Döbeli,
im September 2017
Unbezahlbares Glück – ein Kind ist da
Die Geburt eines Kindes bedeutet für die Eltern in erster Linie einfach nur unbeschreibliches Glück. Nach neun Monaten der Vorfreude, des Erwartens und manchmal vielleicht auch des Bangens und Hoffens, dass alles gutgehen wird, ist es endlich da, das kleine Wunder. In dem Moment sind die Eltern unendlich glücklich und dankbar. Alle Sorgen, die sie vielleicht haben oder je gehabt haben, sind vergessen – sie schweben auf Wolke sieben.
Klar ist zwar: Das überwältigende Glücksgefühl dauert nicht ewig. Aber auch später bedeutet es in erster Linie eine grosse Freude und Erfüllung, die Kinder aufwachsen und grösser werden zu sehen. Und es ist ein Privileg, sie dabei ein Stück weit begleiten zu können.
Anderseits bedeutet ein Kind für jede Paarbeziehung natürlich eine riesige Veränderung und – das ist nicht schönzureden – führt unweigerlich zu mehr Konflikten und Meinungsverschiedenheiten zwischen Partnerin und Partner. In Erziehungsfragen können die Ansichten oft weit auseinander liegen. So ist es für den Vater vielleicht überhaupt nicht schlimm, wenn die kleine Tochter ab und zu mit seinem iPhone spielt; die Mutter dagegen findet das völlig daneben, das Kind noch viel zu klein dafür. Und während die Mutter sich sorgt, dass der Sohn richtig angezogen in den Kindergarten geht und alles Nötige mitnimmt, fällt es dem Vater gar nicht auf, dass der Kleine keine Jacke dabei hat, und für ihn bedeutet es auch keinen Weltuntergang, wenn einmal der Znüni fehlt. Ausserdem kommt für viele Mütter nach der Geburt das Kind an erster Stelle, es ist ihr «Ein und Alles» – da fühlt sich der Partner schnell einmal vernachlässigt.
Die Partnerschaft muss also einiges aushalten; die beiden frischgebackenen Eltern müssen im Gespräch miteinander einen gemeinsamen Weg finden. Da hilft es, wenn nicht auch noch finanzielle Probleme die Familie belasten.
Vorausdenken
Die meisten Paare machen sich vor der Geburt des ersten Kindes keine grossen Gedanken, was das finanziell bedeutet. Sie sind überzeugt, dass es dann schon irgendwie geht – und das tut es ja in der Regel auch.
Aber sinnvoll wäre es eigentlich schon, sich möglichst früh einmal zu überlegen, wie viel ein Kind bis zum Ende seiner Ausbildung eigentlich kostet und wie diese Kosten gedeckt werden können. Und dabei nicht auszuklammern, dass es vielleicht auch einmal nicht rund läuft, dass ein Elternteil seine Stelle verlieren, wegen Krankheit oder Unfall arbeitsunfähig werden oder gar frühzeitig versterben könnte. Und was, wenn die Partnerschaft auseinanderbrechen sollte? Auch dann – beziehungsweise dann erst recht – sind die Finanzen ein zentrales Thema.
Eine grobe finanzielle Planung des Projekts «Kind» kann viele Probleme aus der Welt schaffen, etliche Diskussionen vermeiden und Ihnen und Ihrem Partner, Ihrer Partnerin das Leben einiges einfacher machen. Wichtig ist auch, rechtzeitig vorzusorgen, wo man vorsorgen kann, oder zumindest zu wissen, wie und wo wenn nötig Hilfe erhältlich wäre.
Denn kämpft ein Paar – so schön das Kinderhaben ist – nebst all den anderen Diskussionspunkten in Sachen Erziehung, Kinderbetreuung, Schule etc. auch noch mit finanziellen Problemen, kann dies für die Beziehung rasch eine grosse Belastung bedeuten oder sogar zur Trennung der Eltern führen. Dies wirkt sich auch auf die Entwicklung des Kindes aus. Das müsste nicht sein.
Eltern, die über ihre Finanzen Bescheid wissen, sich rechtzeitig informiert und die nötigen Vorkehrungen getroffen haben, haben ein Streit- oder Problemfeld weniger und kommen besser durchs Familienleben. Und letztlich gilt: Wenn die Eltern keine Sorgen haben und es ihnen gutgeht, dann geht es auch den Kindern gut.
Mit welchen Ausgaben muss eine Familie rechnen?
Kinder sind den Eltern lieb, aber auch teuer. Dieses Kapitel zeigt Ihnen, mit welchen Kosten Sie in welchem Alter etwa rechnen müssen. Von der Erstausstattung Ihres Kindes bis zu dessen Ausbildungsabschluss kommt da ein hoher Betrag zusammen.
Die direkten und die indirekten Kinderkosten
Die wenigsten Paare stellen einen Finanzplan auf, wenn sie sich entschliessen, eine Familie zu gründen. Aber eines ist klar: Kinder kosten Geld, und zwar sehr viel.
Da sind einerseits die Ausgaben für Nahrung, Kleidung, Unterkunft, Gesundheit und Ausbildung – die direkten Kinderkosten. Anderseits kosten Kinder auch Zeit, die nach wie vor hauptsächlich von Frauen aufgewendet wird – oft zulasten ihrer Berufstätigkeit und Karriere. Hier spricht man von den indirekten Kinderkosten. Generell gilt: Je älter das Kind, desto höher die direkten Kosten, während die indirekten Kosten sinken.
Essen, Wohnen, Versicherungen – die direkten Kosten
Gemäss der Studie «Kinderkosten in der Schweiz» des Bundesamts für Statistik von 2009 haben Eltern im Schnitt gegen 200 000 Franken für ihr Kind ausgegeben, wenn dieses seinen 20. Geburtstag feiert. Dabei handelt es sich «nur» um die direkten Konsumausgaben für das Kind: für Essen und Getränke, Kleider und Schuhe, Miete und Energie, Unterhaltung, Verkehr, Kommunikation sowie Körperpflege, persönliche Ausstattung und anderes mehr.
Um ihre Zahlen zu eruieren, haben die Verfasser der Studie einen Umrechnungsfaktor definiert, der zeigt, wie viel mehr finanzielle Mittel ein Haushalt mit Kindern gegenüber einem gleichartigen Haushalt ohne Kinder benötigt, um dasselbe Wohlstandsniveau zu erreichen. So kamen sie auf folgende Zahlen:
■Bei einem Paar fallen für das erste Kind durchschnittlich 819 Franken direkte Kosten pro Monat an.
■Zwei Kinder kosten zusammen monatlich 1310 Franken, drei Kinder insgesamt 1584 Franken.
■Für Alleinerziehende mit einem Kind betragen die direkten Kinderkosten sogar 1092 Franken pro Monat. Der Betrag ist vor allem deshalb grösser, weil die Lebenshaltungskosten pro Person in einem kleineren Haushalt höher sind und weil Alleinerziehende in der Regel ältere Kinder haben, die naturgemäss mehr kosten.
Nicht berücksichtigt sind in dieser Studie dauerhafte Konsumgüter wie Möbel oder Fahrzeuge. Ebenfalls nicht berücksichtigt sind die Steuern, Sozialversicherungs- und Krankenkassenkosten, da diese nicht als «Konsum» gelten.
Auch wenn die Studie schon etwas älter ist, wird sie heute noch als Referenz herangezogen, zumal der Unterhaltsbedarf eines Kindes in den letzten Jahren – auch dank der tiefen bis nicht vorhandenen Teuerung – keine grossen Veränderungen erfahren hat.
Zürcher Kinderkosten-Tabelle
Ebenfalls konkrete Zahlen zum durchschnittlichen Unterhaltsbedarf von Kindern enthält die Zürcher Kinderkosten-Tabelle des Amts für Jugend und Berufsberatung des Kantons Zürich (AJB). Darin wird der Unterhaltsbedarf eines Kindes aufgeteilt nach: Ernährung, Bekleidung, Wohnen, Wohnnebenkosten und Haushalt, Krankenkasse, Gesundheit, Telefon/Internet sowie Freizeit/Bildung/öffentlicher Verkehr. Nicht enthalten in der Tabelle sind die Kosten für eine allfällige Fremdbetreuung.
Nach den neusten Zahlen vom 1. Januar 2017 kostet ein Einzelkind bis zum sechsten Geburtstag durchschnittlich 1231 Franken pro Monat, nämlich:
■Ernährung: 260 Franken
■Bekleidung: 90 Franken
■Wohnen: 485 Franken
■Wohnnebenkosten und Haushalt: 75 Franken
■Krankenkasse: 106 Franken
■Gesundheit: 165 Franken
■Telefon/Internet: 0
■Bildung/Freizeit/ÖV: 50 Franken
Leben zwei Kinder bis sechs Jahre in einer Familie, kostet jedes total 991 Franken.
Die Zahlen beruhen auf der Haushaltsbudgeterhebung (HABE) des Bundesamts für Statistik (BfS), die Krankenkassenprämien auf dem Prämienrechner des Bundesamts für Gesundheit (BAG) und die (anteilsmässigen) Wohnkosten auf der Strukturerhebung des BfS. Als Wohnkostenanteil des Kindes wurde bei einer Dreizimmerwohnung ein Drittel, bei einer Vierzimmerwohnung ein Viertel eingesetzt.
INFOEtliche Gerichte stützen sich auf die Zürcher Kinderkosten-Tabelle, wenn es darum geht, die direkten Kinderkosten zu berechnen. Zum Teil passen sie die Zahlen an die tieferen Lebenshaltungskosten in ihrem Kanton an, etwa indem sie die Wohnkostenanteile um 20 bis 30 Prozent kürzen und auch gewisse andere Positionen 10 bis 25 Prozent tiefer ansetzen.
Kinder brauchen Zeit – die indirekten Kosten
Zu den direkten Ausgaben für das Kind addieren sich die indirekten Kosten. Sie entstehen dadurch, dass die Eltern Zeit aufwenden und ihre Kinder betreuen, pflegen und erziehen. Die indirekten Kinderkosten lassen sich als Mindererwerbseinkommen wie auch in der Form kinderbedingter unbezahlter Haus- und Familienarbeit erfassen.
Während die direkten Kosten steigen, je älter ein Kind wird – grössere Kinder verursachen mehr Ausgaben –, sinken die indirekten. Grössere Kinder brauchen weniger persönliche Betreuung. Ausserdem suchen viele Mütter – es sind nach wie vor mehrheitlich sie, die ihre Berufstätigkeit reduzieren, wenn das Kind zur Welt kommt – wieder eine bezahlte Arbeit, wenn die Kinder älter werden.
Einkommenseinbusse der Mütter
Rechnet man die Reduktion der Erwerbstätigkeit und die tieferen Stundenlöhne, die Frauen mit Kindern im Vergleich zu kinderlosen Frauen haben, liegt die Einkommenseinbusse für Mütter mit einem Kind bei 1000 Franken im Monat, für Mütter mit zwei Kindern bei 1625 Franken. Da alleinerziehende Mütter ihre Erwerbstätigkeit weniger stark reduzieren (können), fällt ihre Einbusse tiefer aus: Sie liegt bei rund 320 Franken mit einem Kind und steigt mit zwei Kindern auf 750 Franken, so die Studie «Kinderkosten in der Schweiz». Für die Väter haben Kinder interessanterweise gar einen – wenn auch geringen – positiven Effekt auf das Erwerbseinkommen, möglicherweise, weil sie Familienzulagen beziehen können.
Eltern wären Millionäre
Egal, wie genau gerechnet wird: Berücksichtigt man neben den direkten auch die indirekten Kinderkosten, ist ein Kind im wahrsten Sinn des Wortes unbezahlbar. Denn Eltern haben fast eineinhalb Millionen Franken investiert, wenn ihr Kind 20-jährig ist.
Direkte Kinderkosten gemäss Studie: Fr. 819.–/Monat × 12 × 20
Fr. 196 560.–
Krankenkasse (Durchschnitt nach BAG): Fr. 106.–/Monat × 12 × 20
Fr. 25 440.–
Einkommenseinbusse der Mutter: Fr. 1000.–/Monat × 12 × 20
Fr. 240 000.–
Marktwert der Betreuungsarbeit der Mutter: Fr. 2819.–/Monat × 12 × 20
Fr. 676 560.–
