Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Sieben Frauen, sieben Fastentage, sieben Lebensgeschichten. Im Rahmen einer Fastenwoche, mit den gesunden Smoothies, teilen wir ihre Lebenserfahrungen und lernen dabei Wege heraus aus belastenden familiären Konstellationen kennen. Es geht um wilde Jugendjahre, Sex und Familiendramen. Ganz nebenbei werden uns die Meridian Klopfmethode und die Achtsamkeitsmeditation gezeigt. Selbst die weiblichen Unpässlichkeiten (Inkontinenz), mit denen sich frau sonst still herumschlägt, kommen zur Sprache. Durch das speziell entwickelte und unkomplizierte "Froschprogramm", steht eine handfeste Verbesserungsmethode zur Verfügung.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 153
Veröffentlichungsjahr: 2016
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Die Hamburgerin Christiane Becker wurde am Krankenhaus St. Georg in Hamburg zur MTA ausgebildet. 1973 absolvierte sie die Prüfung zur Hauswirtschaftsmeisterin. Seit 1976 ist sie Lehrkraft für Homöopathie und Fasten an einer Familienbildungsstätte. Als Fastenleiterin tätig ist sie seit ihrer Ausbildung 1986 bei Dr. Lützer. Seit dem Jahr 2000 Heilpraktikerin in eigener Praxis.
Sieben Frauen, sieben Fasten-Tage, sieben Lebensgeschichten. Im Rahmen einer Fastenwoche teilen wir ihre Lebenserfahrungen und lernen dabei Wege heraus aus belastenden familiären Konstellationen kennen. Praktische Anleitungen zur Hilfe bei sexuellen und Inkontinenz-Problemen, ein Beckenbodentrainingsprogramm und ein Rezeptteil, der sich nicht nur in Fastenwochen nutzen lässt, runden das Buch ab.
Die Informationen und Anwendungen in diesem Buch sind mit großer Sorgfalt erarbeitet worden und nach bestem Wissen und Gewissen wiedergegeben. Alle Angaben ohne Gewähr. Die Autorin oder der Verlag übernehmen keine Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt durch den Gebrauch dieses Buches entstehen.
Dieses Buch ersetzt nicht die therapeutische Beratung und/oder Begleitung durch einen Arzt oder Heilpraktiker. Die Personen im Roman sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit realen Personen wären rein zufällig.
Vorwort
1. Tag
2. Tag
Achtsamkeits-Meditation
3. Tag
Moringabaum
4. Tag
5. Tag
6. Tag
7. Tag
Meditation
8. Tag
Klopf-Akupunktur
Fastenbrechen
Faustregeln nach dem Fasten
Treffen nach wenigen Monaten
Treffen nach einem Jahr
Schlussgedanken
Smoothie-Rezepte
Suppenrezepte
Das Froschprogramm
Literaturhinweise und Bezugsquellen
Katrin, die Sportliche, Junggeliebene – sie meistert ihren Job als rechte Hand des Chefs fast mit links. Für jeden hat sie ein offenes Ohr, besonders für ihre fast erwachsenen Kinder und für ihren Ehemann. Sie versprüht eine zwanglose, natürliche Gelassenheit. Dabei blicken ihre kluge, grünen Augen jeden aufmerksam an.
Elsa, verheiratet, eine Tochter, immer pflichtbewusst bis zur Aufopferung und überaus warmherzig. Sie überzieht häufig ihre Kraftreserven. Dann schafft sie mit Mühe nur noch das Allernotwendigste.
Luisa, geschieden, ein Sohn, ist ein wenig bequem und fühlt sich schnell überfordert. Sie ist gerne Süßigkeiten. Die Männerwelt liegt ihr zu Füßen. Mit ihren offenherzigen Erzählungen versetzt sie die Fasten-Gruppe in Erstaunen. Ihr Selbstvertrauen erweist sich als sehr wertvoll für die anderen Frauen.
Anne, verheiratet, eine Tochter, lächelt schüchtern und wartet ab, was alles auf sie zu kommt. Sie ist gern stille Beobachterin der Situation. Ihr charmantes Lächeln empfinden alle als angenehm, ja wohltuend.
Hanne, schick gestylt, trägt immer auffällige, modische Ketten um ihren schon etwas in die Jahre gekommenen Hals. Die unschönen Altersflecken an den Händen verdeckt sie geschickt mit vielen Ringen. Ihre Lebenserfahrung ist für die Gruppe ein Schatz. Sie lebt alleine, ihr Freund verstarb vor einigen Jahren.
Fynn, verheiratet, eine Tochter, ist sehr kommunikativ, kleidet sich klassisch und ist immer auf der Suche nach etwas Neuem. Häufig ist sie innerlich angespannt und fühlt sich von einer Mischung aus Skepsis und Kontrolle geradezu umklammert.
Bärbel, verheiratet, von Beruf Erzieherin, opfert sich für „ihre“ Kinder auf. Die Kleinen sind ihre ganze Welt, sie liebt ihren Beruf über alles. Ihre manchmal ängstlichen Augen verstärken ihre zurückhaltende Ausstrahlung, trotzdem lässt sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Mit ihrer warmherzigen Art hat sie jeder sofort gern. Im Nu gewinnt sie alle Herzen.
Ein Buch über mein geliebtes Zuhause zu schreiben, sollte mir nicht schwer fallen, denn ich wohne an einem himmlischen Ort, auf einem besonderen Berg auf der Sonneninsel Ibiza.
Vielleicht ist die Bezeichnung „Berg“ geringfügig übertrieben, sagen wir also lieber, auf einem Hügel, aber mit einem traumhaften Blick über eine herrliche Landschaft und noch dazu auf eine mittelalterliche Burg.
An diesem magischen Ort steht meine schnuckelige alte Finca mit dicken Steinmauern, umgeben von wilden Oliven, blühendem Oleander und zahlreichen Kakteen mit bedrohlichen Stacheln, aber zauberhaften Blüten.
Ach, fast hätte ich vergessen, mich vorzustellen: Ich bin Gecko, eine kleine, flinke Echse, und ich lebe schon viele Jahre mit meiner ganzen Familie auf dieser Finca.
Natürlich verbietet es mir die Diskretion, euch etwas über die Bewohner des Hauses zu erzählen, doch eine Ausnahme erlaube ich mir: Ich muss euch von den „Fasterinnen“ erzählen. Ihr könnt es euch nicht vorstellen: Hierher kommen lebenshungrige, lustige Frauen, alte und junge, mit dem Wunsch, in ihrem Leben etwas zu verändern. Jedes Mal bereitet es mir richtig Vergnügen, sie zu beobachten. Es ist phänomenal mitzuerleben, was sich in wenigen Tagen verändern kann, und deshalb sei nur so viel gesagt:
Lasst euch mit mir zusammen verzaubern von sieben Persönlichkeiten, von sieben Schicksalen und von sieben Wandlungen in ungeahnte Richtungen.
Wie jeden Morgen steigt der grellgelbe S onnenball stetig am Horizont auf. Ich halte meine steifen Glieder der langsam aufkommenden Wärme entgegen und genieße die Stille. Wie soll man diesen Moment beschreiben? Da ist nicht nur ein Gefühl der tiefen Zufriedenheit und Dankbarkeit, nein, ich spüre, dass alles seinen tieferen Sinn hat. Ich schließe meine Äugelein und döse mich in den Tag hinein, und eine innere Stimme sagt mir:
Heute kommt hier noch so richtig Leben in die Bude!
Da ist es auch schon, das unverwechselbare Geräusch eines Autos, das mühselig die steile Straße herauf kriecht. Die Autotür wird schwungvoll geöffnet, und Caro springt voller Elan heraus. Caro kennen wir schon seit 2o Jahren, ihre Familie ist Besitzer unserer Finca.
Sie schließt die Haustüre auf –und flutsch! bin ich drin. Schon höre ich ihre Stimme: „Hey, Gecko willst du nicht draußen bleiben?! Dort gibt es doch viel mehr für dich zu fressen!“
Als ob Caro eine Ahnung hätte, wo ich die dicksten Falter finde. Sie ahnt nicht, dass ich liebend gern im Haus wohne und bisher habe ich jederzeit etwas zum Fressen gefunden. Schnell verschwinde ich hinter meinem hochgeschätzten Bild, um aus ihrem Blickfeld zu kommen.
Es dauert keine Stunde, da fährt schon das nächste Auto vor und vier schnatternde weibliche Wesen steigen aus. Kaum vorzustellen, welch ein Stimmengewirr schlagartig den Raum erfüllt. Caro begrüßt alle ganz herzlich mit Küsschen nach spanischer Art, erst rechts, dann links. Ich wage mich aus meinem Versteck und schaue mir die Damen mal genauer an.
Da ist zunächst Hanne, eine voll durchgestylte Dame mit weißen Haaren und auffällig viel Schmuck. An jedem Finger funkelt ein Ring, und ihr schon etwas welliger Hals ist mit einer mehrreihigen Kette dekoriert. Mit den Händen gestikulierend redet sie auf die ein wenig schüchterne Anne ein, die freundlich lächelt und etwas stereotyp mit dem Kopf nickt.
Daneben stehen Luisa und Elsa, die wie zwei pubertierende Teenager die ganze Zeit gackern.
Caro verteilt die Zimmerschlüssel. Und schlagartig, so wie die vier gekommen sind, sind sie wieder von der Bildfläche verschwunden – und Ruhe stellt sich erneut ein. Ich atme erst einmal tief durch und bin sehr gespannt, was nun noch alles auf mich zukommt.
Oh nein, wie grausam hört sich das an! Wieder wird ein armes Auto den Berg hoch geprügelt! Ein bisschen mehr Gefühl, und alles wäre halb so schlimm...
Einige Augenblicke später erscheint Bärbel in der Tür, ihre weiblichen Rundungen entgehen selbst meinen Augen nicht; ihre braunen Augen strahlen und ein weiches Lächeln huscht über ihr Gesicht. Voller Herzlichkeit begrüßt sie Caro.
Mit großer Neugierde bewege ich mich vorsichtig in Richtung Treppe und werde belohnt durch den Anblick zweier weiterer, sehr sportlicher Damen, beide klassisch gekleidet und bester Laune. Fynn wirft gekonnt ihre Reisetasche über die Schulter, begrüßt Caro mit einem freundlichen Hallo und verlässt mit ihrem Zimmerschlüssel in der Hand den Raum. An Katrin, der anderen, gefällt mir gleich ihr liebenswerter, frischer Gesichtsausdruck. Sie diskutiert mit Caro über das Wetter und erfährt, in welchem Zimmer sie schlafen kann.
Wenn Caro ihre Gäste in das Haus einführt, ist es Sitte, dass jede ein großes Handtuch mit ihrem eingestickten Namen bekommt. Es hat lange gedauert, bis ich den tieferen Sinn verstand, aber heute finde ich es wundervoll, wenn alle Damen nach ihrer hektischen Ankunft durch ihr persönliches Handtuchs darauf aufmerksam werden, dass dies ein besonderer Ort ist.
Wie beschreibt man den ersten Augenblick, an dem die neue Gruppe für eine Fastenwoche zusammen kommt? Bestimmt empfindet jede der Frauen ihn anders, denn jede bringt ihre ganz persönliche Geschichte mit, ihre Gefühle, ihre Erwartungen und ihre Ängste.
Mit einer kurzen Meditation beginnt Caro den Kurs und sagt dann mit sanfter Stimme:
„Ich möchte euch in den kommenden Tagen etwas an die Hand geben, was euer Leben ein wenig erleichtern kann: das Wunder der Achtsamkeit! Achtsamkeit für euch, für euren Körper, für eure Familie, für eure Arbeit, eine traumhafte Ergänzung zum Fasten!
Aber an erster Stelle in dieser Woche stehen selbstverständlich die grünen Smoothies. Die sind zur Zeit sehr trendy – aber zu Recht, denn sie sind super gesund. Du nimmst das schönste Obst, am besten mit Schale, schneidest es klein, ab damit in den Mixer, und fertig ist dein Smoothie.
Das wäre die süße Variante. Beim Fasten verzehren wir hingegen meistens grüne Smoothies, die macht man aus Gemüse und Salat. Man verwendet für Smoothies auch die Stängel und Blätter, welche eine Vielzahl an Nährstoffen enthalten und leider üblicherweise im Abfall landen.
Verdünnt wird mit Eis- oder Kokoswasser oder Mandel-/Kokosmilch. Wichtig ist, dass es sich wirklich um frisches Obst und Gemüse handelt, dass alles erst kurz vor dem Verzehr in den Mixer kommt und dann auch gleich getrunken wird. Wir bieten unserem Körper auf diese Weise rohes Gemüse in einer für ihn sehr gut verdaulichen Form zu sich, weil die Zellwände schon zerstört sind. Somit entgiften wir unseren Körper mit einer supermodernen „DETOX-KUR“.
Aber vorab ist „große Wäsche“ im Darm angesagt. Wir müssen den Darm mit einem Passagesalz oder einem Einlauf reinigen.
Ein voller Darm kann nicht fasten, sondern nur hungern! Somit ist die Vorbereitung aufs Fasten sehr wichtig, wenn auch nicht immer angenehm.
Um die beim Fasten anfallenden Abfallstoffe schnellstmöglich ausscheiden zu können, werdet ihr eure Nieren täglich mit 2 bis 3 Litern mineralstoffarmem und somit aufnahmefähigem Wasser durchspülen, die Zunge täglich nach dem Aufstehen (oder noch besser mehrmals täglich) abschaben und die Haut mit Naturkosmetik pflegen.
Das Lymphsystem befördert alle Toxine, Schwermetalle und Abfallprodukte in das venöse System, damit sie dann über Nieren, Darm und Haut aus dem Körper ausgeschieden werden können.
Den Magen-Darm Trakt und die Entgiftung unterstützen wir mit Vulkanerde von FROXIMUN. Direkt vor dem Zubettgehen 1 Pulverstick in 200 ml lauwarmem Wasser aufgelöst trinken – das entlastet die Leber besonders effektiv.
Tagsüber wird 3x täglich FROXIMUN in Form einer Kapsel eingenommen zur Entlastung des Darms.
Dieses Vulkanmineral saugt die Schadstoffe im Darm auf wie ein Schwamm und transportiert sie nach außen.
Für jede von euch liegt ein Zungenschaber bereit, und bei Mundgeruch nehmt ihr bitte die Vulkanerde in Kautablettenform.
FROXIMUN-Produkte bestehen aus dem hochaktiven Naturstoff MANC, einem Vulkanmineral, welches im gesamten Verdauungstrakt die Giftstoffe an sich zieht, bindet und ausleitet. Diese Giftstoffe machen euch oft mächtig zu schaffen, da sie sozusagen frei im Körper herumschwirren, immer wieder verstoffwechselt werden und eurer Leber kräftig zusetzen. So kommt es häufig zu unerwünschten Effekten wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder schlechter Laune. Auch erhöhte Leberwerte und Hautunreinheiten sind nicht selten. Um das möglichst zu vermeiden, nehmt bitte jeden Tag die Vulkanerde.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist in den kommenden Fastentagen die Freisetzung von Umweltgiften aus den abgebauten Fettdepots.
Große Freude bei euch, wenn die Fettpölsterchen schmelzen – aber wohin schiebt der Körper die freigesetzten Schadstoffe? Deshalb ist dieses Vulkanmineral so dringend notwendig für euch. Es bindet Blei, Quecksilber und Aluminium im Magen-Darm-Trakt und leitet sie rein physikalisch ganz sanft im körpereigenen Rhythmus wieder aus.“
Jetzt setzen sich alle mit erwartungsvollem Gesicht an dem Tisch, und vor ihnen steht ihr Abführgetränk! Denn soviel habe ich schon gelernt, zum Fasten sollte der Darm leer sein, damit die Verdauung ausgeschaltet ist und die Fastenden keinen Hunger bekommen.
Komisch, heute bekommen sie nicht den sonst üblichen, urigen Bierkrug mit Glaubersalz und viel Zitronensaft, sondern vor ihnen steht ein normales Glas mit einer leicht sprudelnden, trüben Flüssigkeit.
Was höre ich da, diese Woche findet hier etwas Neues statt: ein Smoothiefasten – und nicht das klassische Fasten mit Tee und Brühe.
Wie mag das wohl gehen – da bin ich mächtig gespannt. Vielleicht ist diese Variante ja ganz gut? Denn das Glaubersalz putzt zwar den Darm schön sauber, bringt aber den Elektrolythaushalt auch kräftig durcheinander, so dass manch eine mit Übelkeit und Kopfschmerzen reagiert.
Als Alternative preist Caro auch heute den guten, alten Einlauf an als die schonendste Abführmethode überhaupt.
Und sogleich melden sich Luisa, Bärbel und Anne, sie wollen mit dem Einlauf abführen und verschmähen deshalb ihr Passagesalz.
Die übrigen Damen trinken mit leicht verzerrtem Gesicht ihren Passagetrunk, ein Getränk mit Magnesiumsulfat und Brausepulver, trotzdem kein Genuss!
Anscheinend muss fürs Smoothiefasten der Darm nicht vollständig sauber sein. Das erscheint mir logisch, denn mit den Smoothies bekommen die sieben Frauen schon bald wieder etwas zu essen, wenn auch nur in flüssiger Form.
So langsam leert sich der Raum, die Mädels gehen auf ihre Zimmer und Caro räumt noch die Küche auf.
Und ich, was mache ich jetzt mit dem angefangenen Abend? Ich könnte mich nach draußen begeben unter die brennende Lampe, denn dorthin verirren sich abends die meisten Falter. Doch wie komme ich jetzt aus dem Haus?
War das gestern ein Abendessen! Ich konnte mich danach kaum noch rühren, so viele Falter habe ich verschlungen, es war das reinste Festmahl.
Doch hey, was tropft mir denn da an diesem Morgen auf den Kopf? Oh je, der Himmel hüllt sich in graue, tief hängende Wolken. Kein gutes Zeichen für meine fastenden Frauen, trübes Wetter schlägt ihnen leicht aufs Gemüt.
Die Stimmungslage ist in den ersten Tagen immer speziell, die Fastenden sind unheimlich dünnhäutig, also nur mit Vorsicht zu genießen!
Ich schau mal vorsichtig, ob meine Damen schon aufgestanden sind. Von meinem Beobachtungsposten aus kann ich sehen, wie sie alle nacheinander in die Küche schlendern. Caro ist damit beschäftigt, aus frischem Obst und Gemüse leckere Smoothies für sie vorzubereiten. Äpfel, Orangen, Avocados und eine Handvoll Rucolablätter verschwinden im Mixer. Aufgefüllt wird mit Kokoswasser. Dazu noch einen Teelöffel Moringa und einen Teelöffel Chiasamen. Tolle Mischung, schmeckt bestimmt gut.
Meine Mädels begeben sich langsam in Richtung des schön geschmückten Esstisches. Auf der rosafarbenen Tischdecke liegen riesengroße Hibiskusblüten in den unterschiedlichsten Farben. Jede Frau setzt sich vor ihr giftgrünes Getränk und wartet gespannt ab, was nun passiert.
Caro fordert sie auf, Achtsamkeit gegenüber ihrer Nahrung zu zeigen. Etwas unbeholfen schauen Fynn und Bärbel in die Runde, was damit gemeint ist. Luisa kennt das schon und setzt sich entspannt auf ihren Stuhl, legt ihre Hände um das Glas und schließt die Augen. Schweigend folgen ihr die anderen, bis Caro nach einer Minute sagt:
„Schnuppert bitte an eurem Smoothie, öffnet die Augen, nehmt bewusst seine Farbe wahr und freut euch darauf, ihn jetzt langsam löffeln zu dürfen.
Vor jedem Löffel bitte einspeicheln, das heißt, ihr zieht Speichel, indem ihr die Lippen zu einem Kussmund spitzt. Jeder einzelne Löffel voll wird im Mund durchgekaut und frühestens nach 5 Sekunden geschluckt.
Lasst den Smoothie auf eurer Zunge zergehen, nehmt den Geschmack und die Schärfe wahr, ob er fruchtig schmeckt oder gemüsig. Die Vulkanerde bitte nicht vergessen und dazu viel Wasser trinken.“
Geschlagene 20 Minuten sitzen meine sonst so redseligen Fasterinnen schweigend am Tisch. Schließlich sind alle „Getränke“ verzehrt und der weitere Tagesablauf wird besprochen.
Sie sollen sich möglichst eine Stunde lang bewegen. Der Wunsch, am Wasser entlang zu laufen, ist bei allen groß und so geht es ab an den Strand.
Das bedeutet für mich erst einmal wieder Stille und Ruhe. Gemütlich lege ich mich in meinen knorrigen, alten Olivenbaum und lasse mir die spärliche Sonne auf den Bauch scheinen. Dabei muss ich wohl etwas eingedöst sein, denn plötzlich werde ich von einer schnatternden Gänseschar geweckt. Meine Strandläufer sind zurück und haben viel zu erzählen. Besonders Hanne ist kräftig am schimpfen, sie ist richtig wütend und lässt sich auch nicht von den anderen beruhigen. Was ist passiert?
Ich schleiche mich mal an und lausche ihrem Gespräch:
„Es ist zum verrückt werden, nur durch die Lauferei im unebenen Sand verliere ich gleich wieder Urin. Ich könnte platzen vor Wut! Wie ich das hasse, wenn mir so ganz langsam ein Tröpfchen Urin aus meiner Blase wandert und ich nichts, aber auch gar nichts dagegen machen kann.
Du stehst da wie ein Kleinkind mit nasser Hose. Das hat doch wirklich nichts mit den so viel zitierten „Feuchtgebieten“ zu tun.
Klar könnte ich, wie mir mein Gynäkologe empfahl, eine Vorlage tragen, aber wozu? Es ist ja nicht immer. Ich will meinem Gehirn doch keinen Freibrief geben, so nach dem Motto: Ist alles abgesichert, du kannst den Urin laufen lassen. Nein und noch mal nein, nicht mit mir!
Verdammt, ich bin doch noch nicht so alt, dass ich wieder Windeln tragen muss. Mädels, ich könnte heulen vor Wut!“
Bärbel nimmt Hanne liebevoll in den Arm, stumm stehen beide mitten im Raum. Hanne seufzt tief. Caro sagt:
„Ein guter Anlass, um einmal unserem Beckenboden Aufmerksamkeit zu schenken. Es liegt an euch, wie euer Beckenboden beschaffen ist.
Aber zunächst wollen wir den Beckenbodenbereich lokalisieren. Dazu setzt ihr euch gerade auf euren Stuhl, die Füße stehen hüftbreit auf dem Fußboden. Ihr schließt die Augen und spürt die Knochen, auf denen ihr sitzt: die Sitzbeinhöcker. Atmet tief ein und sagt laut „PUSTEBLUME“, dann bewegt sich genau der Bereich eures Beckenbodens.
Das werden wir noch häufiger üben.
Nun genießt die Suppe in Ruhe und danach die Mittagsruhe mit dem Leberwickel.“
Anne schaut etwas ungläubig in die Runde und fragt: „Wie geht ein Leberwickel und wozu soll der gut sein?“
Bärbel gerät ins Schwärmen:
„Herrlich! Die Entspannung pur, und außerdem hilft er noch der Leber bei der Entgiftung. Du nimmst dein kleines Gästehandtuch, machst es feucht mit lauwarmem Wasser, drückst es gut aus, legst es unter deinen rechten Rippenbogen und darauf ein trockenes Frotteehandtuch. Darin eine Wärmflasche sorgfältig einpacken. Sie darf keinen Kontakt zur Haut bekommen, denn das könnte zu Verbrennungen führen. So legst du dich eine Stunde in dein Bett und träumst die schönsten Geschichten, einfach Klasse!“
Hanne nimmt wortlos ihre Wärmflasche und verschwindet in ihrem Zimmer.
Anne und Bärbel klönen noch eine Weile, denn Bärbel fallen auf einmal so viele Dinge ein, die sie Anne gerne fragen möchte. Doch da kommt Caro und scheucht die Damen auf ihre Zimmer zur Mittagsruhe.
