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Loriot hat gesagt: Ein Leben ohne Hund ist zwar möglich, aber sinnlos! Und sind wir ehrlich – er hat‘s zwar dramatisch formuliert, aber im Grunde ist ihm nicht zu widersprechen. Seit eineinhalb Jahren begleitet Felix, ein Terriermischling aus dem Tierheim, seine Besitzer und die Leser der Kronenzeitung. Ebenso schnell wie leise hat er sich in deren Herzen geschlichen. Ganz vorsichtig hat er sich von einer kleinen gequälten Kreatur in einen Hund mit Charakter gemausert. Kein Tag ohne Abenteuer, ohne rührende Begegnung, ohne Lachen – mit Felix Seit seiner Rettung aus der Arche Noah, einem Tierheim in Graz, kann man in kleinen, regelmäßigen Kolumnen in der Kronenzeitung am Herdendasein mit Felix teilhaben. Mit dem Effekt: Der kleine Kerl ist eine lokale Berühmtheit geworden. Und auch sein Frauerl musste langsam erkennen: Die Leut‘ auf der Straße strahlen nicht sie an, sondern ihren Acht-Kilo-Begleiter an der roten Leine. Kein Tag, an dem er nicht erkannt wird. Für alle Fans von Felix gibt es jetzt seine Geschichten in Buchform.
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Seitenzahl: 53
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Susi Biró
Felix
Aus dem Tagebuch eines Terriers
Leykam
Loriot hat gesagt: „Ein Leben ohne Hund ist zwar möglich, aber sinnlos!“ Und sind wir ehrlich – er hat’s zwar dramatisch formuliert, aber im Grunde ist ihm nicht zu widersprechen. Seit eineinhalb Jahren begleitet uns Felix, ein Terriermischling aus dem Tierheim. Ebenso schnell wie leise hat er sich in unsere Herzen geschlichen. Ganz vorsichtig hat er sich von einer kleinen gequälten Kreatur in einen Hund mit Charakter und einer Riesenportion Charme gemausert. Kein Tag ohne Abenteuer, ohne rührende Begegnungen, ohne Lachen – mit Felix.
Seit seiner Rettung aus der Arche Noah, einem Tierheim in Graz, haben wir in kleinen, regelmäßigen Kolumnen die Leser der Kronenzeitung an unserem „Herdendasein“ mit Felix teilhaben lassen. Mit dem Effekt: Der kleine Kerl ist eine lokale Berühmtheit geworden. Und Frauerl, also ich, musste langsam erkennen: Die Leut’ auf der Straße strahlen nicht mich an, sondern meinen Acht-Kilo-Begleiter an der roten Leine. Kein Tag, an dem er nicht erkannt wird.
Es lag also auf der Hand, das Tagebuch unseres Lieblings in einem kleinen Büchlein zusammenzufassen. Wenn Ihnen die Lektüre nur halb so viel Freude bereitet wie uns das Leben mit Felix, hat es seinen Zweck erfüllt.
Viel Spaß beim Lesen!
Susi Biró
Ein dreckiger Verschlag, Liebe auf den ersten Blick und ganz viel Glück: Das ist die Geschichte unseres Felix.
Morgens um halb sieben, und ich meine wirklich PUNKT halb sieben, kommt Felix und weckt uns auf. Schwanzwedelnd, fröhlich, verspielt. Gassi, Frühstück und husch hinauf ins Bett. „Spiel mit mir!“, sagen seine lustigen Knopfaugen. Felix ist ungefähr sechs Monate alt und entdeckt jeden Tag ein Stück dieser großen Welt. Bäume, Vögel, laufen bis die kleinen Pfoten müde sind, Fernsehen, mit Frauerl einkaufen gehen – es ist herrlich! Und abends, wenn wir alle wieder zu Hause sind, schmiegt er sich ganz eng an uns, dankbar für einen Tag mit Menschen, die ihn lieb haben und ihm die Freiheit geben, ein Hund zu sein.
Felix ist vor vier Wochen bei uns eingezogen. Unser Beagle„Maxi“hatte die Augen für immer geschlossen, und wir waren verzweifelt. Ein Leben ohne Hund? Undenkbar. Ein Leben ohne Streiche, Späße und Liebe auf vier Pfoten? Ausgeschlossen.
Wir sind in das Grazer Tierheim Arche Noah gefahren. Nur schauen! Wirklich. Nur schauen! Und haben die Rechnung ohne den Hund gemacht. Schwarz-braun-weiß mit Flecken auf dem Bauch. Völlig abgemagert – knappe fünf Kilo Häufchen Elend. Aber diese Augen, und der lustige Schwanz … Was soll ich sagen, es hat keine zehn Minuten gedauert – und Felix saß bei uns im Auto.
Wir wussten nicht viel über seine ersten Monate. Aber schnell war klar: Der kleine Kerl ist verschreckt, kennt NICHTS, hat noch nie gutes Futter bekommen und hat Angst vor Dunkelheit.
Vier Wochen später: Siehe Anfang der Geschichte … Mein Mann hat sich von seinen Lieblingspatschen verabschiedet und ich von der Vorstellung, dass jeder Hund so wenig anstellt wie unser Beagle. Und nach jedem Streich freuen wir uns insgeheim – weil Felix ein richtiger Lausbua ist. Frech, hungrig, liebesbedürftig und DANKBAR.
Das Foto seiner „Kinderstube“ wurde uns zugespielt: Felix, in einem Bretterverschlag. Gehalten mit drei Geschwistern und seiner Mutter auf ZWEI Quadratmetern. Felix, der Kleinste, schaut sehnsüchtig aus seinem Gefängnis … Die Besitzer haben die Tiere nach langen Verhandlungen mit dem Tierinspektor freigegeben, damit sie ins Tierheim kommen können. Und der kleine Felix – Jackpot-Felice, wie wir ihn liebevoll nennen – durfte seine Reise in eine neue Zukunft im Grazer Tierheim Arche Noah beginnen. Ich hoffe von Herzen, dass diese „Menschen“, die ihre Hunde so unwürdig vegetieren ließen, diese Geschichte lesen.
Felix lässt ihnen, diesen„Menschen“, die kein Herz haben (leider gibt es, wie wir täglich erfahren müssen, immer noch viel zu viele von ihnen), etwas ausrichten: Wenn ihr mit Tieren nichts anfangen könnt, lasst doch bitte eure schmutzigen Hände von uns!
Felix ist mittlerweile auch der Liebling der Redaktion – und wenn ich meine Geschichten schreibe, sitzt er aufmerksam auf meinem Schoß.
PS: Im neuen Leben bei uns hat er eigentlich nur einen Rückschlag auf dem Weg zum mutigen Hund erlebt: Als der Postmann kam und Felix ihn verbellen wollte – da hat der Kerl doch glatt gelacht: „Wenn’s Dich beruhigt, dann fürcht’ ich mich halt.“ Traurig für so einen strammen, jungen Burschen, der Felix mittlerweile geworden ist.
Leser rufen mich an:„Wie geht’s dem Felix? Wann lesen wir wieder etwas über ihn?“ Ja, unser Redaktionswauzi hat schon ein Wesen und einen Blick, die Herzen schmelzen lassen. Als mein Mann unlängst Red-Bull-Racing-Direktor Helmut Marko traf und mit ihm über die kommende Formel-1-Saison plaudern wollte, grummelte er: „Jaja, können wir auch kurz drüber reden. Aber sag mir erst: Was macht der Felix? Was macht er in der Redaktion, während ihr arbeitet?“
Jetzt muss man sich vorstellen: In so einer Zeitungsredaktion kann’s schon heftig zugehen. Geschichten müssen recherchiert werden, die Telefone läuten ununterbrochen – kurz: Stress! Und der Felix derweilen? Springt aus dem Stand auf meinen Sessel und schaut mit seinen Knopfaugen fragend: Wo ist das nächste Leckerli? Kannst Du mit mir spielen?
Sein Beitrag zu einer gelungenen Zeitung ist übrigens klar definiert: Er pilgert mit seinem „Quietschi“ von Zimmer zu Zimmer, macht Faxen und schaut einfach lustig drein. „Du, seit dein Felix mich immer wieder vom Arbeiten abhält, macht’s viel mehr Spaß, ins Büro zu gehen“, sagte mir unlängst ein Kollege.
P.S.: Jetzt soll niemand glauben, dass Felix ein braver Hund ist. Nein, er scheint einfach zu wissen, wo schlimm sein erlaubt ist. Zu Hause zum Beispiel. Da kann er’s. Und das liegt eindeutig an mangelnder Erziehung. Aber kann man diesem Wesen böse sein, wenn es die Sockenlade ausräumt …? Wenn er während der Abendnachrichten das lauteste seiner „Quietschis“ vor dem Fernseher jagt und mit seinen 6 Kilo draufhupft – „Iiiiiiiiiiiihhhhhhhh“ macht’s, während die Situation in Nahost analysiert wird. Ganz schüchtern wird er nur noch, wenn’s regnet oder donnert. Weil, unser Felix ist wasserscheu. Regen hat er in seinen ersten sechs Lebensmonaten im Gefängnis offenbar nie erlebt. Also drückt er sich an der Hausmauer entlang, um rasch sein kleines Geschäft zu erledigen, und husch, zurück ins Haus. Sein Blick: „Jetzt war ich doch brav. Krieg ich eine Belohnung?“ Klar! Und „Iiiiiiiiiiiiiiiiiiiihhhhhhh“ macht’s gleich darauf.
