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Immer wieder begegnen wir einem Ende in unserem Leben. Menschen nehmen diese Veränderung trotz allem, was wir heute im Leben zur Verfügung haben, sehr schwer. Die Existenzangst lässt uns eher "überleben" als "prickelnd leben". Warum? Wir leben in einer Spannung zwischen unserer Sehnsucht nach einem freien selbstbestimmten Leben und unserem Alltag. Wir versuchen frei zu sein und gleichzeitig den gesellschaftlichen Regeln täglich gerecht zu werden, weil wir von der Gesellschaft Sicherheit erwarten. Wir haben vergessen, dass wir selbst diese äussere Welt durch unser Verhalten, unser Gefühl und unsere Glaubenssätze mitgestalten. Die Gesellschaft ändert sich, wenn wir uns verändern und nach Innen gehen. Wenn Du Dich von Aurora inspirieren lässt, mit Tara und Nevio auf diese Reise zu gehen, werden Deine verdeckten Träume und Sehnsüchte wieder wach und Du wirst am Ende beginnen, Deine neue Lebensgeschichte zu schreiben und auch wissen, wie Du Dein Leben mit einem starken inneren Urvertrauen wieder selbst kreierst. Hier wird Spirit und Alltag eins. Wenn Du auf diese Reise gehst, bist Du gleichzeitig an der Vision des "bedingungslosen Grundeinkommens" vieler Menschen beteiligt und hilfst, sie real werden zu lassen. Wenn wir alle wieder wissen, wie wir uns selbst ein sicheres Gefühl geben, wird es die Existenzangst nicht mehr geben. Dann wird in Zukunft unsere äussere Existenz finanziell und materiell selbstverständlich gewährt, weil wir es selbst wählen.
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Seitenzahl: 633
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Joy Dakinisun
Finde Aurora
Bedingungsloses Grundeinkommen - Eine Brücke in die Veränderung ohne Existenzangst
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Prolog
Lebenserfahrung als Vorbereitung auf eine Idee, deren Zeit gekommen ist
Nevio - Vergangenheit
Synchronizität - Die heilige Verbindung
Tara – Abschied und Neubeginn
Tara – Vergangenheit und Erkenntnis
Tara und Nevio in einer neuen unbekannten Lebensphase
Kinder – die schönsten und magischsten Geschenke des Lebens
Vom Schüler zum Lehrer und doch immer Lebensschüler - Ein neuer Präsident
Das Geldthema – ein Schlüssel zu einer Übergangslösung in eine neue Zeit für ein sich wandelndes Gesellschaftssystem
Der Zweck des Geldes früher und heute – eine neue Sinn-Findung
Respekt und Urvertrauen in ihre Berufung
Ein Earthship für die Familie
Bedingungsloses Grundeinkommen für alle Menschen ab 01.Mai 2018
Thema „Geld“ aus einer neuen ermutigenden Perspektive
Rahmenbedingungen für die Startphase des bedingungslosen Grundeinkommens
Der Traum von individuellem Wohl-Stand als gesunde Basis für Lebenserfahrung
Wo ist der Sinn des Lebens geblieben, Zeit für Entwicklung?
Wie finden wir zurück zu Balance und Entwicklung in unserem Leben?
„Bedingungsfreies Grundeinkommen“- symbolisch gesehen eine Schmerzpille?
Die Rolle der Eltern in unserem Leben
Das Bedingungslose Grundeinkommen als Symbol für Besinnung
Das Internet – Virtuelle globale Freiheit
Was verstehen wir unter Freiheit?
Das Leben wieder durch Kinderaugen wahrnehmen
Lektionen aus der Vergangenheit lernen und loslassen
Wie werde ich meine eigene Regierung?
Eltern und Kinder lernen und lehren sich gegenseitig
Wissen für angehende Eltern
Unternehmen, Institutionen neu gestaltet
Freunde – was wäre das Leben ohne sie - Erfahrungsaustausch
Fehler und Gefühle – unsere grössten Lehrer
Existenzangstfreies Leben – Bedingungsloses Grundeinkommen, Erleichterung oder Sackgasse?
Aus Taras Tagebuch: „Bedingungsloses Grundeinkommen“:
Muss ein Mensch immer erst eine Krise erleben, um sich zu verändern?
Fragen an das Leben und was wir wirklich brauchen
Wo werden unsere Grundbedürfnisse im Leben heute schon von uns bedient oder eher behindert?
Womit übten die Menschen über andere Macht aus und wo lag die Ursache?
Recherche und Entwurf eines neuen Gesellschaftssystems
Welche Lebens-, Gesellschaftsbereiche gilt es heute in Frage zu stellen?
Wo bleiben unsere Gefühle? Wo haben diese heute noch Raum?
Tara und Nevio – Gefühle in der Rolle der Regierenden
Auszeit – Der Weg in die innere Leere
Alleine mit sich selbst
Das weibliche Mysterium – Scheinbare Gegenssätze vereinen sich
Bücher – Worte, die uns an uns selbst erinnern
Nevio – Wie lösen wir Konflikte? Was lehrt uns die Natur?
Nevio und die 4 Elemente
Die 4 Elemente in unserer täglichen Umgebung
Nähe und Sexualität
Nevio auf dem Heimweg
Tara im Amt
Taras Begegnung mit dem Krieg
Tara und Nevio – Verständnis
Nevio – Wiedersehen mit Tara
Nevio und Tara - Leben in zwei Welten
Können wir einen Krieg von aussen positiv beeinflussen?
Der Krieg im Aussen spiegelt unseren Krieg im Innen
Nevios Botschaft an die Menschen
Die Weisheit und Zyklen der Erde und des Kosmos als Anhaltspunkt für hilfreiche Regeln in der Gesellschaft – Die 4 Naturelemente und die Liebe – Basis für Selbstwahrnehmung
Was war der eigentliche Sinn der Gesellschaft und der Gesetze?
Was lehrt uns die Natur im täglichen Leben?
Die Frage nach dem Sinn des Lebens
Was ist unter innerer Entwicklung zu verstehen?
Die Zyklen des Lebens als Anhaltspunkt für innere Balance
Die übergeordneten Zyklen der Zeitalter
Der Maya-Kalender – Ein grosser Zyklus ging 2012 zuende
Die 20 Archetypen
Der Sinn der Maya-Zyklen
Die 13 Essenzen
In welchen Bereichen unseres Lebens ist das Wissen der Maya-Kalender heute wichtiger denn je?
Die Zyklen innerhalb eines Lebens und die 5 Lebensrhythmen
Der Jahresrhythmus anhand des Tierkreiszeichens
Die Welt ist in uns
Ayurveda – Die älteste Heilkunst der Welt
Das Akron-Tarot – Entwicklungszyklus unserer Psyche
Wichtige Botschaften unseres physischen Körpers
Die Chakren – Energiesysteme unseres Körpers
Die Realisierung des bedingungslosen Grundeinkommens für alle Menschen
Blockierte Bewusstwerdung und ihre Ursachen
Wahre Kosmische Regeln
Die Regeln der Erde
Der Preis der Freiheit – Grenzenlose Illusion?
Die Regierung – Dein Freund
Welche berechtigten Argumente sprechen für das bedingungslose Grundeinkommen?
Taras Beitrag:
Soena – Argumente für ein BGE
Miros Beitrag zum BGE
Was die Kinder zum bedingungsfreien Grundeinkommen zu sagen haben
Der Präsident und sein Argument
„Katalog der neuen Möglichkeiten, der neuen Lerninhalte, des neuen Wissens“ Die neue Lebensschule
Gesellschaftliche Anpassung an unser neues Bewusstsein wird real
Wie finanzieren wir das bedingungslose Grundeinkommen?
Nevios Projektbucheintrag zu einem alternativen Finanzsystem:
Projektbuch: Über die lokale Währung:
Nevio: Umsetzungsplan der Auszahlung
Die Endrunde und der historische Augenblick
Die Umsetzung des bedingungsfreien Grundeinkommens für ausnahmslos alle Menschen
Auszahlung
Nevios Worte an die Menschen am 01. Mai 2018
Auf der Brücke in eine neue Lebensqualität
Epilog:
Quellennachweis:
Impressum neobooks
Aurora erwachte frisch und munter. Draussen war es noch dunkel. Sie freute sich den Menschen in wenigen Augenblicken den neuen Morgen bringen zu können. Sie fühlte sich wie eine Künstlerin. Ihre Leinwand waren der Himmel und die Erde. Jeden Morgen tauchte sie den Himmel in neue prickelnde warme Strahlen und leuchtende Farben und die Erde in ein unwiderstehliches Licht.
Sie flüsterte den Menschen morgens entgegen:
„Einen Wunder vollen, strahlenden, inspirierenden Morgen wünsche ich Euch. Das ist euer neuer Morgen. Nichts ist wie es war. Alles hat sich über Nacht regeneriert. Ihr habt die Möglichkeit mit neuen Gedanken und neuer Freude, mit neuen wohligen Gefühlen den Tag zu beginnen und völlig Neues zu kreieren. Ich wünsche Euch viele kreative Momente, viel Liebe und vor allem Spass und unbändige Lebensfreude. Ich bin das Symbol für die strahlende Sonne in Euch, für Eure stabile Mitte, für das inspirierende Feuer.“
Aurora war für die Menschen die römische Göttin der Morgenröte. Sie war ein Symbol für die Herausforderungen aller Übergänge im Leben. Mit Leichtigkeit meisterte sie immer wieder den Wechsel zwischen Tag und Nacht, Traum und Erwachen, zwischen Ungewissheit und Klarheit, zwischen Sinnlichkeit und Funktionalität, zwischen Einsamkeit und Eins sein.
Zumindest empfanden es die Menschen in dieser Gegensätzlichkeit. Sie empfanden diese Übergänge als sehr mühsam. Dabei wollte sie doch die Träume der Menschen ans Licht bringen, sie in ihnen durch den warmen Funken des Morgenlichtes erwecken und in Klarheit und Wahrhaftigkeit verwandeln.
Für eine lange Zeit hatte sie nun die Menschen beobachtet. Sie las ihre Gedanken, kannte ihre Sehnsüchte, fühlte das Gefängnis der selbst auferlegten Zwänge. Sie beobachtete, wie die Menschen ihre grösste Gabe allmählich sterben liessen. Sie vergassen mit der Zeit ihre Fähigkeit, sich unendlich weiter entwickeln zu können, in jeder Herausforderung, in jedem Problem gleichzeitig den Funken der Lösung zu empfangen und daraus ganz Neues entstehen lassen zu können. Diese Menschen konnten aus dem Nichts etwas manifestieren. Sie konnten sich immer wieder völlig neu, evolutionär, erfinden. Sie konnten sich schon lange nicht mehr erinnern, dass es keine wirkliche Trennung gab. Diese Gegensätze, welche sie auch in Aurora sahen, gab es nicht. Alles war eins. Ohne das eine gab es das andere nicht. Das eine zeigte doch nur den Weg zum anderen und der Mensch verkörperte die Verbindung beider Seiten.
Die Menschen hatten heute mehr denn je in ihrem Leben. Sie hatten keine Feinde mehr, ausser sich selbst und doch waren viele von ihnen unglücklicher denn je zuvor. Die Menschen waren so beschäftigt mit dem äusseren Leben und vergassen ihr inneres Leben darüber. Sie waren sich nicht mehr bewusst, dass dieses äussere Leben aus ihrem Inneren entstanden war und sie es nun jeden Tag unbewusst weiter kreierten.
Aurora genoss an diesem Morgen ihren Sonnenaufgang. Ein sonderbar schönes Gefühl durchflutete sie. Es liess sie erahnen, dass dieser Morgen etwas ganz besonderes in ihr entstehen liess. Sie hatte eine unglaublich kraftvolle Ausstrahlung und gleichzeitig etwas Unberührtes. Wie der Mond hatte sie Alles, was Weiblichkeit ausmachte, Weichheit, Schönheit, Anmut, Sinnlichkeit und doch diese Klarheit, Entschlossenheit und Stärke eines Mannes, die Stärke der Sonne. Symbolisch war sie die Schwester des Mondes und der Sonne. Sie entsprangen alle drei derselben Quelle. So war es auch bei den Menschen. Jedoch empfingen sie das Leben nicht mehr aus dieser Quelle. Dennoch war die Quelle des Lebens immer für sie da.
Auf Auroras linker Schulter sass ihr Schmetterling, der erste Tagfalter, der den Frühling ankündigte und ihren Namen trug. Es war der Aurora-Falter. Auch er kannte die Nacht so gut wie sie selbst.
Gemeinsam beobachteten sie die Menschen an diesem Morgen. Nur ganz wenige waren zu dieser Zeit wach. Entweder sie schliefen noch vor lauter Erschöpfung oder sie waren schon mit ihrer Arbeit beschäftigt. Jedoch kaum ein Mensch nahm diese wunderschöne Morgenröte, diese frische Luft und diesen Beginn eines neuen Tages wirklich mit allen Sinnen war. Der Sonnenaufgang war wie ein Moment zwischen ein und ausatmen, ein Moment der Stille. Viele Menschen standen jedoch nur aus einem Pflichtbewusstsein heraus morgens auf, nicht, weil sie sich auf den Tag wirklich freuten. Die meisten Menschen nahmen die Abendsonne und den Sonnenuntergang wahr, wenn sie nicht auch zu dieser Zeit einer anderen Tätigkeit nachgingen. Wenn sie den Sonnenuntergang betrachteten, hatten sie für einen Moment das Gefühl, als ob ihre Sorgen nicht existierten.
Aurora war lange Zeit ratlos. Sie sah lauter graue Menschen in ihrem grauen Alltag. Sie nannten dieses Leben, das irgendwie wie eine Pflicht für sie geworden war, Alltag. Die restliche Zeit wurde Freizeit genannt. Sie reagierten eigentlich ständig auf die äusseren Umstände des Alltags. Die Menschen brauchten deshalb Urlaub vom Alltag, denn dieser erschöpfte die meisten von ihnen sehr. Sie sah aber auch das Licht und die Farbenpracht dieser Menschen. Ihre Sinne waren vernebelt. Dieser Nebel trennte sie von ihrer Inspiration. So waren Alltag und Spirit scheinbar getrennt. Einige Menschen schienen eine Ahnung zu haben, dass ihnen etwas fehlte. Diese nahmen sich ein paar Stunden im Monat Zeit für spirituelle Kurse, Therapien, und suchten dieses Fehlende hier. Sie fanden auch ein wenig Frieden in sich selbst in dieser Zeit. Jedoch ein kleiner Augenblick im Alltag, liess es sie wieder vergessen. Wie konnte sie diesen Nebel für sie auflösen? Wie konnte sie diese Menschen wirklich morgens erwachen lassen und innerlich erwecken, damit sie wieder ein inspiriertes kreatives Leben aus ihrem Inneren heraus führten? Wie konnte sie den Menschen helfen, wieder morgens aufzustehen, weil sie selbst es wollten, weil sie selbst den Sonnenaufgang geniessen wollten, bevor ihr neuer Tag begann?
An diesem Morgen kam ihre so sehr ersehnte Antwort auf diese Fragen als klare Vision. Innerhalb weniger Augenblicke sah sie in Bildern und fühlte sie mit allen Sinnen, was nun mit den Menschen geschehen würde. Jetzt wusste sie, was sie tun musste. Diese Vision musste die Erde und die Herzen der Menschen erreichen. Sie wählte zwei Menschen aus, die durch eine spezielle Lebensschule gegangen waren. Für diese Vision brauchte sie Menschen, die sich bewusst in der Alltagswelt bewegt und diese in Frage gestellt hatten. Sie wählte Tara und Nevio. Sie hatten sich bis jetzt noch nie zuvor getroffen. Tara hatte die Verbindung zu den Kräften von Aurora nie verloren, denn sie liebte den Sonnenaufgang. Nevio wurde nun sanft an diese Kräfte erinnert.
Auroras kleiner Freund, der Aurora-Falter flog nun zur Erde und fand Tara. Er setzte sich bei Sonnenaufgang auf Taras drittes Auge und fächerte ihr mit dem linken Flügel goldige Sterne in ihre Aura. Dann verliess er sie wieder. Daraufhin flog der Aurora-Falter zu Nevio, der sich am anderen Ende der Welt befand und setzte sich ebenfalls bei Sonnenaufgang auf sein drittes Auge, fächerte ihm mit seinem rechten Flügel silberne Sterne in seine Aura. Behutsam machte er sich wieder auf den Heimweg zu Aurora. Gold und Silber verbanden sich nun und wurden zu einem kupferfarbenen Strahl, welcher sich um Tara, Nevio und Aurora legte.
So begann die Vision, die Aurora an jenem speziellen Morgen empfing, auf der Erde lebendig zu werden. So begann die folgende Geschichte.
Nevio - Der Präsident und der heilige Zorn über das kranke Gesellschafts- und Geldsystem
Wir schreiben das Jahr 2016. Eines Tages zog sich Nevio, der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, für eine ganze Weile in sein Arbeitszimmer zurück und schloss die Tür. In ihm brodelte schon sehr lange seine innere Stimme, die ihm sagte:“ Irgendetwas ist grundsätzlich faul an all unseren Vorhaben, Änderungsvorschlägen, an all unserem Gequatsche, an all unseren Aktivitäten. Sie sind völlig veraltet. Wir sind in alten Strukturen und Verhaltensweisen gefangen. Wir bedienen aus einer alten Kiste, wenn es um Lösungsansätze aus einer akuten Krise geht.
Diese Wege sind alle im Wesen alt und erzielen
immer wieder kurzfristige Erleichterung, jedoch keine langfristige Veränderung. Die Geschichte der Vergangenheit, an der so viele von uns lange Zeit festhalten, zeigt uns ganz deutlich, dass diese Ansätze uns immer wieder in eine ähnliche Krise laufen lassen. Osho schreibt in seinem Buch „Rebellion und Religiosität“, S. 31:
“Priester und Politiker, Parasiten an der Macht, das Erste, das ich euch ins Gedächtnis rufen möchte, ist, dass es der Menschheit nicht erst heute schlecht geht. Es ist ihr schon immer schlecht gegangen. Leid ist beinahe zu ihrer zweiten Natur geworden. Wir haben seit Jahrtausenden im Unglück gelebt, und es ist uns so nah, dass wir es nicht sehen können, andernfalls wäre es so offensichtlich. Um das Offensichtliche sehen zu können, brauchst du Kinderaugen, unsere Augen aber sind von tausenden Jahren gefüllt. Unsere Augen sind alt, ihre Sicht ist nicht frisch. Wir haben alles akzeptiert, wie es ist, und wir haben vergessen, dass genau das die Ursache für unser Unglück ist.“
Osho bestätigt hier Nevios Meinung, dass jeder Einzelne von uns ein Teil der Ursache dessen ist, warum wir mit der Erde und unserem Leben, mit Geld und Machtmissbrauch so weit gekommen sind. Es ist an der Zeit aufzuhören, Schuldige zu suchen. Jeder von uns erlebt in abgeschwächter Form all die Dinge, die wir in der äusseren Welt beobachten. Wir alle werden irgendwann im Leben, wenn auch in einer subtilen Weise, mit Machtspielen jeglicher Art konfrontiert. Mobbing, Lügen, Manipulation, ob während der Arbeit, in der Familie, in Paarbeziehungen oder ganz privat, prüft unseren Selbstwert. Hören wir endlich auf damit. Sehen wir, was wir für ein grosses Desaster angezettelt haben. Schauen wir endlich hin, wie es entstanden ist und ändern wir es einfach.“
Er dachte über die Dinge nach, die er nie verstanden hat. „Wieso schreiben so kluge Menschen Bücher, wie Michael Morris „Geld regiert die Welt! Was sie nicht wissen sollen!“ und keiner steht auf. Dort steht ganz klar ein Lösungsansatz in Bezug auf Geld und das weltweite Finanzsystem, welchem wir Menschen uns freiwillig oder unfreiwillig untergeordnet haben. Wo sind die Menschen, die diesen Ansatz weiterverfolgen? Da steht auch „Aber das werden die Banken ganz sicher nicht machen, denn.....“
Wo sind die Menschen, die sagen:“Das interessiert mich nicht. Ich werde Banken nur noch bedienen, wenn diese wirklich eine Dienstleistung darstellen, Freude daran haben, mir zu dienen? Gibt es denn keine finanziell Reichen, die ein Herz haben und mit Weniger auskommen können? Zieht den Banken, die nicht im Sinne des Ganzen agieren, doch Euer Geld ab und schon stehen sie ohne Hose da? Das ist zwar noch keine Lösung, aber doch ein Anfang!
Weil wir mitmachen haben diese Institutionen Macht. Heisst, wir haben auch den Schlüssel zur Veränderung. Wie lange warten wir eigentlich noch auf einen Schritt der Banken? Die meisten werden uns nicht helfen. Sie wissen genau, dass wir sie in der Form, wie sie sich aufführen und arbeiten, gar nicht brauchen. Wie lange lassen wir uns noch durch „Anlage-Verführungen“, soll heissen, irgendwann mehr Geld, blenden? Geld muss fliessen! Geld ist Energie! Energie, die nicht fliessen kann, gerät unter Druck und explodiert irgendwann, heisst, tötet sich selbst!“
Manchmal möchte Nevio die Erde nehmen und in eine Waschmaschine mit Schleudergang stecken, damit sich die Gehirnwindungen der Menschen mal wieder neutralisieren.
„Was machen wir, wenn ein Mensch zu starke Schmerzen hat? Gehen wir dann davon aus, dass er sein Problem lösen wird? Nein, wir wissen, dass auch die Naturheilkunde dann nicht ausreichend Wirkung hat, wenn der Mensch zu sehr unbewusst über seine Grenzen gegangen ist. Im grössten Schmerzzustand nützt es auch nichts, wenn Elternteile ihre Kinder rügen und ihnen sagen: „Das war doch klar, warum machst Du solche Fehler?!“
Hier heisst es, den Schmerzdruck mit einigermassen milden (Naturheilmittel wirken ganzheitlich, brauchen länger, Schulmedizin wirkt auf den Punkt) Mitteln zu reduzieren, damit der Mensch wieder einen klaren Blick bekommt und sich nicht vom Schmerz beherrschen lässt. Meistens brauchen diese Menschen auch Hilfe von Aussen. Alleine hätten sie den Gang zum Arzt gar nicht mehr gemeistert. Sie haben einfach den Bogen überspannt. Wenn es gemäss Erfahrung auf der Körperebene in dieser Weise funktioniert, dann doch auch auf der gesellschaftlichen Ebene?! Also Herrschaften, liebe Menschen, stehen wir doch auf, die, welche es noch können, und fordern wir die Banken auf, dieses Geldsystem-Problem zu entlasten. Es steht in vielen Büchern geschrieben, wie es gehen könnte. Arbeiten wir doch bitte mit den Banken, welche mit neuem Bewusstsein arbeiten, gemeinsam an etwas Neuem.“
Nevio hatte diese vielen guten Bücher mit brillanten Lösungsansätzen gar nicht vorher gelesen. Er war in seinem Leben selbst dauernd mit dem Thema „Geld“ konfrontiert worden und sein Lebensweg hatte ihn dahin geführt, dieses Thema genauestens zu hinterfragen und zu studieren. Er selbst hatte immer wieder Lösungsansätze erarbeitet und war dann erst auf diese Literatur gestossen, die ihn im Nachhinein in seiner Wahrheit bestätigte. In ihm war ein Schrei an die Menschen. „Hey, wir haben die Macht, etwas zu verändern. Bewegt Euch endlich und nutzt Eure Stimme, nicht wertend, sondern kritisch mit eventuellen Lösungsansätzen. Unterstützen wir die Jugend endlich und sind mit unserem Wissen und unseren Erfahrungen da und verstecken wir uns doch bitte nicht dahinter und meinen, wir wären zu klein, um etwas zu verändern“.
Dalai Lhama: „Wenn ihr meint, ihr seid zu klein, um etwas in der Welt zu verändern, versucht mal mit einem kleinen Moskito im selben Raum zu schlafen.“
„Genug geschlafen! Ermöglichen wir doch bitte gemeinsam, solange wir hier noch auf dieser schönen Erde sein können, dass unser Leben mit Geld so schnell wie möglich für Alle leichter wird. Es würde die Menschen entspannen und das Leben wieder etwas magisch werden lassen. Warum? Weil wir endlich vom Überlebensmodus auf den Lebensmodus schalten könnten und unsere Existenzangst ad acta legen könnten. Wenn hier etwas wirklich krank ist, dann unser Verhalten. Alles ist zu ändern, denn wir Menschen haben es entschieden. Alles, was nicht Natur ist, ist von Menschen gemacht. Gesetze, Regeln, Geldscheine, jegliche zwischenmenschliche Systematik sind von uns Menschen gemacht. Hört endlich auf mit dem Satz „Da kann man nichts machen“! Wenn Menschen, die ewig hinter Mauern gelebt haben (DDR) es schaffen, alle zusammen ihre Freiheit zu erlangen, werden wir Erdenbewohner es doch wohl schaffen, übergangsweise ein Geldsystem zu erschaffen, dass uns gut tut, unserer Entwicklung förderlich ist und das uns von diesen Menschen befreit, denen wir uns fahrlässig, unbewusst, das heisst mit pseudofreiem Willen untergeordnet haben!!!“ In Nevio fing es mehr und mehr an zu toben. Tara, seine Partnerin und seine Kinder Barbara und Savio hörten es in seinem Arbeitszimmer rumoren und mussten schmunzeln. Papa lässt wieder Dampf ab. Gut, dass er es zulässt und nicht alles anstaut, wie es viele Menschen tun. Entweder er geht Holz hacken, oder er geht auf sein Laufband, oder er stürmt aus dem Haus und joggt eine ganze Weile. Wenn er wieder zu Hause ist, wird es für Alle spannend, denn dann hat er den Kopf voller Ideen und diese werden interessiert diskutiert, verworfen oder für genial erklärt und schriftlich festgehalten .
Nevio merkte, dass er sich immer tiefer in das Dunkel des kollektiven Bewusstseins hineinsteigerte. Nach einiger Zeit schaffte er es, den Ausknopf zu drücken. Wie es in einem guten Channeling hiess, wenn der Verstand mal wieder überhandnimmt, einfach ganz laut „Shut up!!!“ rufen. Das half bei Nevio nicht immer. Er brauchte auch eine körperliche Anstrengung, um dem Dampf Ausdruck zu verleihen. Schimpfen half da gar nichts. Auch er war einmal sehr unbewusst gewesen und heute gibt es noch hier und da unbewusste Momente.
Er erinnerte sich an seine Kindheit. Seine Eltern waren mit ihm und auch miteinander sehr liebevoll. Dennoch schien es, als ob das gesellschaftliche System jedes Kind in eine bestimmte Richtung trieb. In diesem System waren seine Eltern nun schon lange Zuhause und für sie war es normal, es zu bedienen. Er hatte alle Möglichkeiten, rutschte jedoch automatisch in diese alte Denkweise des „Ich muss immer besser sein, mich messen mit anderen“ hinein. Er war aber auch überall sehr gut. Vieles flog ihm einfach zu. Nevio bezeichnete sich als Glückskind. Er war immer interessiert, wollte alles, was er begann, ganz genau erkunden und sein grosses Potential war sein Humor. Er sah Worte sofort auch in Bildern und machte sich gerne auf eine intelligente Art und Weise über den Ernst, den Menschen in jede Handlung im Leben legten, lustig. Das Leben war herausfordernd und Humor half ihm, es zu meistern. So befasste er sich damit, das Leben in Comics darzustellen und später dann in Filmen, Komödien, Actionfilmen. Bevor er seinen Weg wirklich fand, probierte er sich noch in einigen anderen Bereichen aus, begann Recht und Psychologie zu studieren. Am meisten faszinierte ihn sein kleiner Ausflug in die Kunstgeschichte und Design. Schlussendlich wählte er den Weg zum Film, wollte über Drehbuchautor, Kameramann, Bühnenbildner und vielem anderen die Rolle des Regisseurs erlernen. Er war in seinem Element. Das sagte ihm sein Gefühl. Seine Eltern hatten immer ausreichend Geld. Es reichte immer für Essen, ein warmes Zuhause und Kleidung und für das Wichtigste, ein liebevolles Miteinander. Beide hätten auf Grund ihres Studiums finanziell mehr aus ihrem Leben machen können, jedoch für sie stand Menschlichkeit immer an erster Stelle. Beide engagierten sich lieber ehrenamtlich in der Gesellschaft. Seine Mutter kümmerte sich um alleinerziehende junge Mütter und sein Vater baute ein Krankenhaus für krebskranke Kinder auf, in denen alle Nationalitäten freiwillig und ohne Rechnung (unentgeltlich) behandelt wurden. Das Krankenhaus lebte von Spenden. Auch hier half seine Mutter und organisierte das Team, welches sich immer wieder für diese Spenden einsetzte. Es gab also einen Zeitpunkt, an welchem nicht mehr so viel Zeit für Nevio übrig war. Jedoch hatte er in dieser Zeit nie das Gefühl, zu wenig zu haben, oder dass ihm im Leben etwas fehlte. Er liebte seine Eltern sehr und bewunderte seinen Vater für seine Arbeit. Später, in der Rolle des erfolgreichen Regisseurs, galt Nevio in den Augen anderer natürlich als reich. Mit seinem Erfolg wuchs sein finanzieller Reichtum. Jedoch nach einem Unfall hatte er eine für sich tiefe Erkenntnis, da er lange Zeit von Schmerz begleitet das „Allein Sein“ wählte. Seine Auseinandersetzung mit dem Tod rief ihm wieder ins Bewusstsein, dass er mit all dem Reichtum, auch in Form einer Villa, die er bewohnte, gar nicht glücklicher war als vorher. Sein innerer Reichtum wuchs damit nicht. Er hatte sich schon vorher glücklich und zufrieden gefühlt. Auch wurde ihm bewusst, dass dieser ganze Konkurrenzkampf, dieses „sei immer der Beste von Allen“ von ihm dringend hinterfragt werden müsse. Danach veränderte er sein Leben schlagartig. Er gab seine Villa auf und zog in einen luxuriösen Trailer-Home. Daneben leistete er sich noch einen separaten Trailer für Freunde, die zu Besuch kamen. Neben seinen Filmen, die er drehte, arbeitete er noch mit jungen Menschen, mit denen er wertvolle Diskussionen zum Sinn des Lebens führte, um wachzurütteln, das Leben immer wieder zu hinterfragen. Das Wichtigste war ihm jetzt, andere an seiner Erkenntnis teilhaben zu lassen, seinen Teil dazu beizutragen, die Welt, oder klarer ausgedrückt, den menschlichen Teil der Welt, zu verbessern. Der Mensch musste wieder im Einklang mit der so schönen Welt leben, im Einklang mit der Natur.
Vielleicht ein Jahr nach diesem einschneidenden Erlebnis in seinem Leben wurde ihm vom Sekretariat der Schule, in welcher er unterrichtete, ein grosser A4 Umschlag überreicht. Es war Post aus Europa. Der Absender war ihm nicht bekannt. Es war ein Umschlag voller bunter Bilder aus der Natur, geometrischen bunten Symbolen, wie aus der heiligen Geometrie. Im Umschlag fand er eine DVD, ein Film von Dan Millman, „Der Pfad des friedvollen Kriegers“ und ein Hörbuch von Paolo Coelho, „Der Alchimist“.
Nevio war ein Mensch, der die meiste Zeit unter Menschen war. Er war ein Magnet. Die Menschen liebten ihn und seine Geschichten. Seine authentische, erfrischende, sonnige Art liess sie immer wieder aufleben. So lag der Umschlag erst einmal eine Weile bei ihm Zuhause, bis der Tag kam, an welchem er tatsächlich einmal wieder einen ganzen Tag für sich alleine gewählt hatte. Er begann sich den Inhalt näher anzuschauen und fand einen USB-Stick, den er sich am PC anschaute.
Das war der erste Kontakt mit Tara. Sie hatte seinen neuen Film gesehen, der ihr wohl sehr gut gefiel. Auch sie hatte gerade eine intensive Lebensphase, in der ein Wandel angesagt war, wusste jedoch noch nicht wie. Auf dem Stick hatte sie ein Video von sich selbst, wie sie vor der Kamera sass und ihm von ihrer Vision, einer Übergangsphase in ein neues Miteinander in der Gesellschaft, erzählte. Sie sah damals sehr müde und überarbeitet aus. Es faszinierte ihn, dass sie sich so authentisch ohne Show und ohne irgendetwas damit erreichen zu wollen, zeigte und mitteilte. Natürlich hatte sie den Wunsch geäußert, sich mit Nevio zu treffen und vielleicht hätte er Lust, diese Vision mit ihr gemeinsam umzusetzen oder wachsen zulassen, denn er hätte das nötige Netzwerk und die richtigen Menschen um sich herum. Aber irgendwie fühlte er, dass es ihr in erster Linie gut getan hatte, sich einem Menschen mitzuteilen, von dem sie wusste, er würde sie annähernd verstehen...und das tat er. Sein neuer Film war ein ganz neues Projekt für ihn selbst. Wollte er sonst mit seinen Filmen die Menschen zum Lachen bringen, wollte er mit diesem den Menschen wichtiges Wissen mitgeben, das im alltäglichen Leben einfach unterging, Wissen, das er erst wieder entdeckte, als er einsam und allein mit sich selbst gewesen war. Jedoch war er gerade mit seinem eigenen Buch sehr beschäftigt und widmete sich die nächsten Wochen dem Schreiben. Erst als er eine totale Schreibblockade bekam, viel ihm der Umschlag wieder ein. Er las das beiliegende Konzept und die nächsten Tage liessen ihn seine Gedanken an Tara nicht mehr zur Ruhe kommen. Er musste Kontakt mit ihr aufnehmen, sonst wäre er wahrscheinlich verrückt geworden. Er konnte sich auf nichts anderes mehr konzentrieren und er hatte so viele Fragen an sie und so viel zu sagen. So stieg Nevio in den erstbesten Flieger Richtung Schweiz. Er rief Tara nicht einmal vorher an, um sich anzukündigen. Er war einfach unterwegs. In Friedrichshafen angekommen schaute er sich zuerst diese wunderschöne deutsche Bodensee-Seite an, indem er ein Fahrrad auslieh und bis nach Konstanz fuhr. Da er nur einen kleinen Rucksack mit hatte, konnte er immer unterwegs übernachten. Das gleiche machte er dann auf der Schweizer Seite, bis er in der Gemeinde ankam, in welcher Tara zuhause war. Es war früher Nachmittag, als er vor ihrer Haustür stand und ihm die Knie doch etwas weich wurden, warum auch immer. Was war nur los mit ihm? Sie würde gar nicht Zuhause sein um diese Zeit. Oder doch? Wie in seinen Filmen kasperte er erst noch eine Weile vor ihrer Haustür verlegen herum, in dem er sich mit den Händen in den Hosentaschen seiner Bermuda um die eigene Achse drehte, die Stufen zur Haustür hoch und wieder runter lief und sich dann als Feigling beschimpfte und klingelte. Es dauerte eine Weile, bis ihm geöffnet wurde. Er erinnerte sich, dass sie ihr Zuhause als „Adlerhorst“ bezeichnete. So lief er die Stufen langsam bis ganz nach oben.
An der Wohnungstür angekommen, stand niemand dort, um ihn zu empfangen. Stattdessen rief eine Stimme „Einfach reinkommen, ich muss noch schnell abspeichern.“ Er ging hinein, zog seine Schuhe aus, schloss die Tür und als er sich umdrehte, stand sie mit den Händen vor ihrem Mund vor ihm und hatte Tränen in den Augen. Er konnte sehen, dass sie am liebsten vor Freude laut ausgerufen hätte. Das war ein besonderer Empfang. Sie umarmten sich freudig und waren natürlich beide erst einmal eine Weile etwas verlegen. Trotzdem lag über ihrer Begegnung etwas sehr Vertrautes. Da Tara gerade in einer finanziell sehr herausfordernden Situation steckte, gähnte der Kühlschrank vor Leere. So beschlossen sie, noch etwas am See spazieren zu gehen und dann ein schönes Restaurant zu finden. Es war ein herrlicher Abend und es sprudelte nur so aus ihnen heraus. Sie stellten sich Fragen, erzählten, lachten. Nevio hatte sich 3 Wochen Auszeit genommen. Sein neuer Film war gedreht worden, die Jugendlichen hatten Schulferien und so hatte er Zeit. Den ersten Abend schlief er im Hotel, direkt gegenüber ihrer Wohnung. Sie trafen sich jeden Tag, tauschten sich aus, vertieften ihre Vision, verbanden es mit seiner eigenen und machten Pläne, wie sie weitermachen wollten, wenn er wieder nach Hause fliegen würde. Nevio hatte schon viele Interviews in USA gegeben und kannte genug Leute, die ihnen nun wertvolle Informationen geben konnten. Mit Tara einigte er sich erst einmal darauf, dass sie eine Liste von Movements, wie Thrive, Ubuntu, Bien, GiveDirectly etc. zusammenstellen würden. Sie würden sich über Skype nun täglich austauschen und alles Weitere planen.
Als er abreiste, waren sie tief verbundene Freunde geworden. Nach 4 Wochen wieder daheim, schickte er ihr ein Ticket, damit sie für 3 Wochen zu ihm reisen konnte. Auch danach trennten sie sich als Freunde. Vor lauter Planen und Kreieren war ihnen gar nicht bewusst geworden, wie nahe sie sich waren. Erst als Tara wieder zu Hause war, wurde ihr klar, wie sehr sie Nevio vermisste. Sie schrieb jetzt schon einige Zeit an ihrem Buch und hielt sich finanziell irgendwie über Wasser, weil sie hoffte, dass das Buch ihre finanzielle Unabhängigkeit bedeutete. Es musste fertig werden, denn ihre Botschaft war in diesem Augenblick für sie selbst und für die Menschen wichtig. Ein Buch war in der heutigen Zeit das einzige Mittel, so viel Geld zu verdienen, dass sie davon leben konnte und ihre Projekte umsetzen konnte. Aber plötzlich war ihr klar, dass es ihr gleichgültig war, ja sie sogar Freude empfand, wenn sie dieses Land verlassen würde. Sie hatte in der Schweiz nun über 14 Jahre gelebt und sie selbst war sehr glücklich mit sich selbst und ihrem Leben. Aber es war hauptsächlich die Natur, die sie hier erfreute. In Deutschland und als Kind in den USA hatte Sie nie Probleme, Kontakt zu knüpfen im Leben und war viel umgezogen und gereist. Aber in diesem Land war und blieb sie der Exot “Utopia“, da ihr freier Lebensstil und ihr offenes Herz hier keinen Anschluss fanden. Die meisten Menschen hier waren Systemmenschen, funktionierten, wussten immer was zu tun war, hatten gar kein Interesse, etwas Neues zu gestalten. Das war schon an den Strassen zu sehen, die fast jedes Jahr im Sommer ausgebessert wurden, obwohl sie in den Augen anderer Länder sicher noch gut befahrbar waren. So war sie die letzten Jahre bis auf ihre Klienten und ihre Arbeitskollegen im Job meistens alleine und hatte auch keinen Erfolg, Menschen zu finden, die ihre Projekte unterstützten. Sie schrieb in ihr Tagebuch: „Die meisten Menschen hier ersticken in ihrer Materie, alles funktioniert. Es gibt wenig Feuer, wenig Leidenschaft, etwas Neues zu erschaffen. Das Wichtige scheint diesen Menschen hier, sich zu fragen, ob man morgen einen Porsche oder eine Villa kauft. Mehr und mehr habe ich das Gefühl, das hier nicht der richtige Ort für mich ist, mich zu entfalten. Die Menschen mögen mit diesen Zuständen hier glücklich sein. Ich bin es nicht. Auf zu neuen Ufern.“
Zwei Tage später rief Nevio sie an und sagte, er würde sich so freuen auf sie, er könnte es einfach nicht erwarten. Er fragte Tara, ob sie sich mit dem Gedanken anfreunden könnte, in seiner Nähe zu wohnen. Er würde ihr helfen, ihre so wertvolle Aufgabe hier öffentlich zu machen und bis dahin wäre das Finanzielle kein Problem. Er hätte mehr als genug. Ihre gemeinsame Arbeit würde ihn sehr bereichern. Er würde ihr hier ein Trailor-Home kaufen, den sie sich ganz sicher bald auch selbst leisten könnte und sie könnten viel intensiver zusammen arbeiten. Sie könnte ganz sicher auch in seiner Schule ein neues Schulfach durchbringen, so wie sie es sich in ihrer Vision gewünscht hat.
Tara überlegte gar nicht lange und sagte zu. Sie brauchte noch einige Wochen, bis sie in der Schweiz alles aufgelöst hatte, kämpfte noch mit dem Amt für Altersvorsorge, in das sie nun so lange eingezahlt hatte, weil Gesetze hier wie „ein Gott“ waren und somit unantastbar schienen. Dieses Geld sollte zur Tilgung ihrer offenen Rechnungen in diesem Land freigegeben werden und nicht bis sie 64 war und Rente bekam auf Eis liegen. Dieses Renten-Thema war nicht ihre Wahrheit. Sie lebte im „Hier und Jetzt“. Für Tara gab es kein Alter. Sie lebte und würde auch mit 64 noch leben und etwas tun.
Immer, wenn Tara im System auf Un-Sinn stiess, gab es für die Beteiligten kein Entrinnen. Tara konfrontierte jeden damit. Sie wollte das Leben für die Menschen immer verbessern. „Sei Du selbst die Veränderung, die Du in der Welt sehen möchtest“. Dieser Spruch von Mahatma Gandhi war ihr Lebensmotto. So schrieb sie alle Gläubiger an und informierte über das Nötigste ihrer augenblicklichen Situation mit dem AHV Amt (in der Schweiz das Amt, welches für Renteneinzahlungen zuständig war) und legte einen Vertrag bei, der besagte, dass diese Gläubiger spätestens in 14 Jahren, wenn ihre Rente frei werden würde, ihr Geld aus ihrer Rentenkasse bekommen würden. Die AHV zahle dann direkt an diese Gläubiger aus. Bei Taras Gläubigern handelte es sich sowieso um Institutionen, die obligatorisch vom Gesetz her bedient werden mussten, wie beispielsweise die Krankenkasse, die sie sowieso nie gebraucht hatte. Ihre eigene Wahrheit basierte auf Eigenverantwortung. Krankheiten waren für sie ein Symbol, eine Botschaft des Körpers, welche Tara auf eine notwendige Richtungsänderung in ihrem Leben hinwies. Fall sich dieses Land mit ihrer Forderung querstellte, war es ihr wirklich gleichgültig. Dann sollten sie eben warten. Daraufhin beschwerten sich die Gläubiger beim AHV Amt und forderten die Auszahlung. Danach hatte Tara mal wieder ganze Arbeit geleistet und das System in dieser Hinsicht zum Nachdenken und Umdenken gebracht. Irgendwie hasste sie das Aufdecken von sinnlosen Regeln der Ämter und Institutionen. Diese selbst auferlegte Aufgabe im Leben wollte sie mit dieser Handlung endgültig loslassen. Es war nicht immer leicht gewesen, gegen den Strom zu schwimmen. Bedeutete Leben wirklich, gegen den Strom zu schwimmen um zu lernen? Oder war es möglich, mit dem Strom zu schwimmen und mit Freude und Leichtigkeit zu lernen? Diese Fragen sollten sich in der Zukunft für sie beantworten.
Sie wollte einfach alles sauber ausgeglichen hinterlassen und sie war plötzlich so erleichtert und froh, dass sie dieses Land verlassen konnte. Sie hegte keinen Groll gegen die Menschen. Sie hatte viel gelernt in dieser Zeit, war gereift und hatte Frieden gefunden. Sie legte ihr Pioniergelübde, das sie sich in ihrem Leben auferlegt hatte, hier ad acta. Auch löste sie sich von dem Gedanken, immer alles alleine schaffen zu müssen und keine Hilfe zu brauchen. Sie hatte Alles gegeben in ihrem Leben, vielen Menschen Beistand geleistet, ohne zu fragen, wieviel Geld sie dafür bekommt. Das war ihr nie wirklich wichtig gewesen. Sie war für das Wohl der Anderen oft über ihre körperlichen und seelischen Kräftegrenzen gegangen. Jetzt war sie bereit, es sich selbst gut gehen zu lassen, sich selbst ein Leben zu erschaffen, in dem ihre Wahrheit so gut es ging Realität wurde und sie ohne begrenzende, behindernde Regeln der Gesellschaft ihre Hilfestellung für die anderen leisten konnte. Vor Monaten hatte sie ihr Herz inständig gebeten, ihr zu zeigen, ob sie hier in diesem Land bleiben sollte oder ob es vielleicht doch der falsche Ort für ihre Art zu leben war. So hatte ihr das Universum etwas geschenkt, nämlich einen Mann, dem es wichtig war, sie zu sehen, der um die halbe Welt reiste, um sie zu besuchen, einfach so, obwohl er nicht wusste, was ihn erwarten würde. Jetzt schenkte das Universum einen Neustart, der mit Leichtigkeit zu bewältigen war und ein Land, das sie immer schon liebte. Dazu kam ein Mann, den sie sehr gerne hatte, ja fast etwas Angst hatte, sich einzugestehen, dass sie ihn liebte, wie noch nie jemanden zuvor.
Sie kehrte der Schweiz den Rücken und das erste Mal nach Jahren ihres Lebens quiekte ihr Herz ganz laut. Dieses Herz sprach ein deutliches „Jaaaaa“, ein „Jaaa“ aus tiefster Seele. Für sie begann ein neuer Lebensabschnitt und sie dankte dem Land, dieser Zeit, den Menschen, die sie durch diese Zeit begleiteten, aus tiefstem Herzen für all die Entwicklungsschritte, die ihr hier möglich waren. Sie verabschiedete sich auch ganz und gar von ihrem Vater und Bruder, die sie zwar immer wieder treu etwa 3 Mal pro Jahr anriefen und hier und da gab es mal eine kleine Begegnung. Sie liebte die Beiden auf ihre Art, jedoch hatten sich alle nicht mehr viel zu sagen. Sie alle hatten so sehr unterschiedliche Leben. So wählte Tara einen neuen Namen für dieses neue Land und als sie es betrat, empfangen wurde von diesem wunderbaren Mann, war alles Vergangene Geschichte. Sie musste vor Freude weinen. Es war Sonnenaufgang und sie dachte an Aurora und fühlte Frieden in sich selbst.
Der gravierende Unterschied zwischen Tara und Nevio war wohl der, dass Nevio sich in seinem Leben viel Wissen aneignete, viel Freude hatte und sich Rollen im Leben der Menschen ausdachte und auf der Leinwand umsetzte. Dabei war sein „inneres Kind“ natürlich immer dabei. Tara dagegen durchlebte zahlreiche Rollen im Leben und fühlte diese bis ins Mark ihres Seins. Manchmal verlor sie sich regelrecht in Rollen und auch in Beziehungen zu Männern. Sie erinnerte sich, dass sie von ihren Eltern völlig leistungsorientiert und ohne wirkliches Gefühlsleben erzogen wurde. Die Behandlung ihrer Eltern entsprach in keiner Weise ihrem sehr sensiblen Wesen. Aber sie wussten es damals nicht besser, waren ganz sicher ähnlich erzogen worden und hatten diese Aufgabe, Kinder gross zu ziehen, nach ihrem besten Wissen und Gewissen übernommen. Tara machte so gerne Wortspiele und der Ausdruck „er-ziehen“ oder „gross ziehen“ gab deutlich wieder, was sie in ihrer Kindheit erlebt hat. Gras wächst auch nicht schneller, wenn wir daran ziehen. Alle ihre Wünsche für ihr Leben, ihre wirklichen Potentiale wurden einfach vom Tisch gewischt. Es wurde an ihr gezerrt und gezogen, bis diese Flausen aus ihrem Kopf eliminiert waren und sie sich auf die Dinge konzentrierte, die ihre Eltern für lebenswert und wichtig hielten. Sie wollten aus ihrer Sicht wirklich das Beste für Tara. Auch die Nachbarn mussten zufriedengestellt werden und das hiess, dass die ganze Familie einen guten Eindruck machte, anerkannt wurde. Der Massstab war, ob sie von den Nachbarn gerne eingeladen wurden oder sie gerne auch zu ihnen nach Hause kamen. Still sein, brav sein, gute Noten nach Hause bringen, sich benehmen, etwas vernünftiges lernen, Vereinsarbeit, Sport, musizieren...
Geld war vorhanden, aber unterschwellig kursierte immer die Aussage, dass es nicht wirklich reicht. So wuchs Tara in einem Umfeld auf, dass ihr einen sehr ambivalenten Eindruck von Geld vermittelte. Ihr Vater, Akademiker, war sehr überfordert mit diesem Familienleben und neigte zu Jähzorn, was sie durch handfeste Prügel oft am eigenen Leib zu spüren bekam. Ihre Mutter, eine intelligente Frau, arbeitete in einer Führungsposition, bestellte den Haushalt, organisierte die zahlreichen Nannys und bereitete das Essen für die ganze Woche vor. Tara war also das sogenannte Schlüsselkind und ihre Mutter opferte sich für die Familie, für ihren Mann auf. Ihre Mutter war wie ein Fähnchen im Wind, immer freundlich. Nie nahm sie wirklich Stellung zu etwas und erledigte ihre Aufgaben, ohne ein offensichtliches Klagen. Nach aussen hin machte sie nie den Eindruck, als wäre sie überfordert. Sie hielt auch alles Unangenehme, soweit es ihr möglich war, von ihrem Mann fern. So lebte ihr Vater in der Annahme, er selbst hätte Alles in ihrem gemeinsamen Leben aus eigener Kraft erwirtschaftet. Als Taras Mutter krank war und die letzten Wochen im Bett verbrachte, erinnerte sich Tara, dass sie die Kontoauszüge immer abfangen sollte und sie ihrer Mutter gab, da ihr Vater diese nicht sehen sollte. Wenn finanzielle Engpässe drohten, teilte sie das ihrem Mann nicht mit, sondern bat ihren Vater, Taras Grossvater, um Hilfe. Grossväterchen half ihr immer mit einer grösseren Summe aus. Tara war sich auch nicht sicher, ob ihre Grosseltern in dem Moment wussten, dass ihr Vater es nicht wissen durfte. Taras Mutter vertrat weder ihre eigene Meinung, noch hatte sie ein eigenes Leben. Wobei Tara sich manchmal fragte, ob ihre Mutter sich doch einen eigenen Teil erlaubte und es heimlich auf ihren beruflichen Reisen auslebte? Diese Frage würde ewig unbeantwortet bleiben. Das Familienleben basierte auf einem schönen Schein. Äusserlich schien alles schön sauber. Alle spielten höflich und gut gelaunt. Innerlich unterdrückten Beide, sowohl ihre Mutter als auch ihr Vater ihre Gefühle. Es war hinreichend erforscht und erwiesen, dass der Mensch mit Leugnen seiner Gefühle innerlich Dynamit in Form von unerlösten Emotionen lagert. So brauchte es nur einen kleinen Funken in Form von Überlastung, damit es explodierte. Ihr Vater liess es in Form von explosionsartiger Aggression und Gewalt an den Kindern aus und ihre Mutter liess es an ihrem Sohn, Taras Bruder, in Form von subtilen emotionalen Übergriffen aus.
Heute weiss Tara durch Erfahrung, Erkenntnis, gelebtes Wissen, dass ihre Eltern in einem ununterbrochenen Spannungsfeld zwischen ihrem Innenleben und Ihrem Aussenleben lebten. Das führte bei ihrem Vater zu einer vollkommenen Verdrängung seiner schon ärmlichen Gefühlswelt und totaler Kontrolle seines Lebensablaufes und bei ihrer Mutter zeigte es sich auf der Körperebene durch Krebs und einen frühen Tod mit 47 Jahren.
In diese Fussstapfen trat auch Tara. Durch diese Behandlung als Kind, hatte sie tief in sich verankert, dass sie nicht lebensberechtigt sei. Oft fühlte sie sich nicht gut genug für ein eigenes Leben. Ihre Glaubendsätze waren, dass sie auf anderen Spielfeldern zu dienen hatte, dass sie immer mehr geben und lernen musste, als andere, um annähernd gut zu sein, dass sie immer alles alleine machen muss, weil sie es nicht wert ist, dass ihr geholfen wird. Ihr Leben war geprägt von Perfektionismus und dem Drang nach möglichst viel Wissen.
So traf sie einen Mann nach dem anderen, förderte ihn in seinen Potentialen, war für ihn da, unterstützte diese Männer sogar noch mit dem wenigen Geld, das sie selbst hatte. Zwischendurch erbte sie und investierte dieses Geld auch für das Wohl des Mannes, mit dem sie gerade eine Beziehung führte. Die Beziehungen endeten meist darin, dass die Männer wieder in ihrer vollen Kraft waren, Tara völlig kaputt und leer war und von den Männern verlassen wurde. Diese Männer behandelten sie ähnlich wie ihr Vater, missachtend, ignorierend, abweisend, nachdem die Zeit des Verliebt seins vorbei war. Selten waren die Männer freundlich und behandelten sie mit Achtung und Aufmerksamkeit. In diesen Fällen wurden ihr die Männer langweilig und sie verliess sie, denn es wartete schon ein anderer. Auch erkannte sie, dass sie sich im Leben und in jeder Beziehung immer allein fühlte. Mit 13 Jahren kam sie in ein Internat, weil ihre Eltern nicht mit ihr zurechtkamen. So passte es in ihre Erlebniswelt, dass sie dachte, sie wird abgeschoben, weil sie einfach nicht lebenswert und ein Störenfried darstellt. Dazu kam, dass ihre Mutter die Diagnose „Krebs“ bekam und Tara durch Bemerkungen ihrer Eltern in der Annahme war, sie sei schuld am Krebs ihrer Mutter und damit sie gesund werden würde, müsse sie nun ins Internat, damit sich ihre Mutter schonen könne. Verlassen werden, abgelehnt werden, abgeschoben, ausgestossen werden waren immer wiederkehrende Erfahrungen in ihrem Leben. Danach begann ihr Ausbildungsleben. Irgendwann kam der Tag, an welchem sie wusste, sie würde Hilfe brauchen, um aus diesem Teufelskreis wieder herauszukommen. Ihre Mutter starb an Krebs. Tara hatte die letzten Monate noch mit ihr verbringen können und sie nach ihren Möglichkeiten pflegen können. Danach verliess sie dieses Elternhaus. Sie packte das kleine Auto, den Ford Fiesta ihrer Mutter mit dem Nötigsten und fuhr von Köln nach München, um dort ihr eigenes unabhängiges Leben zu starten. Nach einiger Zeit des Arbeitslebens entschied sie sich noch zu einem hart erkämpften Studium und schloss nach langer immer doppelt belasteter Studienzeit erfolgreich ab. Alles, was sie selbst wählte, musste sie sich schwer erkämpfen, sowohl äusserlich im Leben, als auch innerlich. Hier ging es nicht um das finanzielle erkämpfen. Sie hatte immer einen Job nebenbei und ihr Grossvater unterstützte sie, wo er konnte. Es ging um ein innerliches Erkämpfen. Sie war eine hochintelligente weise Frau. Jedoch war tief in ihr eingemeisselt, dass sie nichts taugte. Somit sabotierte sie sich jede Prüfung selbst, indem sie mit dieser sabotierenden Einstellung an ihnen teilnahm und meistens durchfiel. Aber sie gab nicht auf. Wo auch immer sie war und arbeitete, sie kämpfte für Gerechtigkeit und Freiheit ihrer Mitarbeiter. Mit diesem Verhalten kämpfte sie sich selbst aus dieser Enge frei, die sie von ihren Eltern her kannte.
Da sie immer dachte, sie wäre falsch, wollte sie natürlich wissen, warum. So lernte sie eine Therapieform nach der anderen kennen, lernte, dass sie genau so richtig war, wie sie war, lernte ihre eigene Stärke kennen, wurde sich ihrer sensitiven Seite bewusst und diesem riesen Potential, das dort schlummerte. So, wie sie die gesamte Logistikprozesskette, den gesamten Ablauf in der Textil- Bekleidungsindustrie kennengelernt hatte, wollte sie auch den innersten Ablauf des Lebens eines Menschen kennen lernen. Sie hat im wahrsten Sinne des Wortes erst die Männer studiert und dann die Weiblichkeit wieder entdeckt. Es ging ihr nicht wirklich um das Produkt und die Arbeit in einem Unternehmen, es ging ihr immer darum, herauszufinden, wie und warum Menschen sich in der Weise verhielten, wie sie es von ihnen gewohnt war. Warum war das Zusammenleben oft in einer schmerzhaften, quälenden, einengenden Weise, cholerisch und zwanghaft kontrollierend. Viele Bücher begleiteten sie. Aber es war ihr nicht genug zu lesen, sie wollte am eigenen Leib fühlen und somit erfahren.
Tara war die Kriegerin der Dunkelheit. Hätten ihre Eltern ihre Potentiale erkannt, wäre sie Tänzerin und Künstlerin geworden. Sie war eine gute Schwimmerin und aus dem Tennisspielen hätte sie noch mehr machen können. Wäre ihr das Klavier spielen mit Liebe und Freude beigebracht worden, wäre auch hier ein Potential gewesen. Vielleicht hätte sie noch Psychologie und Gestaltungstherapie studiert. Als Kind tanzte sie überall, draussen im Wald, in der Küche, im Garten, im Wasser.
Als sie sich auf den Weg machte, sich selbst von dieser Schwere in ihrem Leben zu befreien, rettete sie der Tanz, nachdem sie alles verloren hatte, für das sie sich aufopferte, wie ihre Mutter. Letztendlich half ihr das Universum oder wie auch immer diese höhere Kraft zu benennen ist, das zu werden, was sie heute ist.
Da sie das Leben und die damit einhergehende Gefühlswelt studierte, war sie nie finanziell reich. Wenn sie mal etwas mehr Geld hatte, wurde es für Projekte eingesetzt, die sie meist auch wieder durch ihren negativen Glauben an sich selbst, gerade dann, wenn es in den Erfolg gegangen wäre, sabotierte. Genauer gesagt waren es geniale Projekte, die für ihr Umfeld und die Zeitqualität viel zu früh waren. Dennoch machte sie immer einen guten Start. Aber die Ernte wurde von ihr immer sabotiert. Ihre Projekte wurden dennoch Jahre später immer von anderen aufgegriffen und erfolgreich umgesetzt. Dieses Phänomen erklärte sich ihr später in ihrer Weiterbildung im Umgang mit universellen Heilenergien. Sie lernte die universellen Gesetze kennen und damit Ursache und Wirkung jeder unserer Gedanken, Gefühle und Handlungen.
Tara war in ihrem Leben tief in jeden erdenklichen Bereich des Lebens, sowohl gefühlsmässig als auch vom täglichen Ablauf her, eingetaucht. So kannte sie viele Gesellschaftsschichten und auch die Arbeitsweise von jeglichen Institutionen, Ämtern, Banken, Versicherungen, bis ins Detail. So konnte sie vielen Menschen in ihren Lebenssituationen nachfühlen und wichtige Zusammenhänge darstellen. Manchmal stand sie vor der Frage, was sie dem Leben, der Welt hinterlassen könnte. Wieder kam sie sich so erfolglos und nichtig vor. Was hatte sie schon geleistet. Wieder entzog ihr das Leben alles um sie herum, so dass nur noch sie selbst mit sich allein übrig blieb. In dieser Krise fand sie das Geschenk ihres Lebens. Sie entdeckte, das es so viele Menschen gab, die über das Leben schrieben und wie es verändert werden müsste, damit es für uns alle wieder lebenswerter erscheint, damit alle Menschen genug zum Leben haben. Hierbei handelte es sich aber immer um Menschen, die meistens reines Wissen über Menschen und Leben angehäuft hatten. Es waren Wissenschaftler, Forscher, Doktoren, Professoren, grösstenteils grosse Denker und Schreibtischtäter. Jedoch fehlte ihnen die Lebenserfahrung. Um wahre Veränderungen wahrzunehmen braucht es gelebtes Leben, gelebte Gefühle. Jeder von ihnen hatte sich überwiegend auf einem speziellen Spielfeld des Lebens aufgehalten. Tara hatte so ziemlich alle Rollen gespielt, die es im Leben gibt. Dienerin, Geliebte, Lehrling, Auszubildende , Studentin, Businessfrau, Führungskraft, Arbeitslose, Sozialhilfeempfängerin, Ersatzmutter zweier Kinder im Alter von 7 und 11 Jahren, Lehrerin, Therapeutin, Restaurateurin, Hilfsarbeiterin bei Renovationen, Gartenpflegerin, ayurvedische Köchin, Projektarbeiterin, Schriftstellerin, Künstlerin. Dazu kam, dass sie auf Grund dauerndem Wohnungs- und Ortswechsels immer wieder neu startete. In der Gesellschaft würde sie als lebensunfähige, erfolglose, unbekannte Gestalt bezeichnet werden. Zusätzlich hätte sie sicherlich die Diagnose „hyperaktiv“, „schizofren“, „chronisch krank“, „Borderliner“ und „Manisch Depressiv“. Heute hat sie sich selbst wieder entdeckt und ihren Selbstwert zurückerobert. Heute „ist“ sie einfach und bezeichnet sich selbst als Lebenskünstlerin. Für sie ist Wahrheit, dass es nicht auf die Quantität der Erfahrungssituation ankommt, sondern auf die Intensität des Einlassens, welche die Qualität der Erfahrung bestimmt. Sie hatte für ihre Rollen selten den finanziellen Ausgleich bekommen, den es gesellschaftlich wert gewesen wäre. Jedoch galt für sie innerlich immer die universelle Regel: “Das, was ich gebe, kommt auf natürliche Weise vielfach zu mir zurück.“
Wir verraten uns selbst, wenn wir unser Potential nicht wirklich leben, weil wir es an uns nicht wertschätzen und lieben. Es ist keine Grösse, sich deshalb für das Wohl Anderer zurücknehmen, nicht wirklich unser Leben zu leben. Wir helfen damit niemandem. Im Gegenteil, wir leben etwas vor, das uns selbst unglücklich macht. Wer wahre Grösse und innere Stärke lebt, spiegelt anderen ihre eigene wahre Grösse.
Tara kannte die Gefühle in vielen Lebenslagen und plötzlich wurde ihr klar, dass sie eine Lösung bringen konnte, wie die Menschen einen Übergang in ein neues Leben, eine neue Lebensqualität erreichen konnten. Die anderen schrieben darüber, was Alles verändert werden musste und sie konnte auf Grund ihres Lebens einen Weg aufzeigen, wie es praktisch erreicht werden konnte. Zu diesem Zeitpunkt ahnte sie noch nicht, dass sie während der Umsetzung ihres Vorhabens erst noch etwas Wichtiges lernen würde.
Mittlerweile war sie gewohnt, alleine zu sein. Natürlich hatte sie Wünsche, was sie alles im Leben noch gerne erleben würde. Aber es machte sie nicht unglücklich, es momentan nicht tun zu können. Ihr war klar, sie musste ihr altes Leben mit einem Buch abschliessen, einem Buch, das sie der Welt schenken wollte. Es sollte einen Impuls für alle darstellen, den Mut zu haben, neue unbekannte Wege zu gehen. Dann erst würde sie in ihr eigenes Leben gehen, denn sie wusste nun zu gut, was ihr gar nicht gut tat. So konnte sie wählen, wie sie jetzt leben wollte.
Dass sie Nevio kennen lernte, war für sie ein Zeichen und es viel ihr nicht leicht, dieses finanzielle Geschenk von Nevio anzunehmen, zu vertrauen, dass es wirklich ein Geschenk ohne Erwartung war, egal, was jetzt geschah. Zu vertrauen, dass sie etwas nicht zurückzahlen muss, sondern es ihr einfach gegeben wird, weil sie so war, wie sie war, weil sie geliebt wurde, ohne Vertrag, ohne Erwartungen, war eine grosse Herausforderung für sie. Sie erinnerte sich, dass es einen einzigen Mann in ihrem Leben gab, mit dem sie eine ähnliche tief berührende Zeit gehabt hatte und geliebt wurde und geliebt hatte. Damals war sie noch nicht bereit, liebte sich selbst überhaupt nicht und konnte es nicht fassen, dass es einen Menschen gab, der sie einfach liebte, wie sie war. Damals hatte sie panisch die Flucht ergriffen und hatte diesen wunderbaren Mann aus Angst, nicht gut genug zu sein auf Dauer, einfach sitzen lassen.
Heute wusste sie, dass sie sich bewusst einlassen konnte, aber nicht selbst darin verlieren würde. Wenn sie sich dennoch wieder in dem Leben des anderen verlieren würde, konnte sie nun auf Grund ihrer Erfahrungen vertrauen, dass sie immer zu sich zurückfinden würde. Heute brauchte sie keinen Mann mehr an ihrer Seite. Sie war frei und unabhängig, auch ohne viel Geld. Sie hatte wieder zu ihrem natürlichen Urvertrauen zurückgefunden und wusste, das Leben sorgte für sie. Heute wählte sie diesen Mann freiwillig und freute sich auf ein Miteinander, ohne sich selbst aufzugeben, ein „zusammen wachsen“, nicht „zusammenwachsen“ .
Tara und Nevio, diese beiden wundervollen Seelen, sollten noch viel zusammen erschaffen. Tara liebte das Leben in ihrem Trailor-Home. Sie unterrichtete tatsächlich an der neuen Schule das Fach „Lebensschule und Wahrnehmung“ und war auch allgemein integriert. Ihre Meinung zu der Art und Weise des Unterrichtens war gefragt. Sie konnte nicht sagen, dass sie jetzt glücklicher war als vorher. Präziser ausgedrückt hatte ihr Glück eine andere Ebene erreicht, eine andere Seinsqualität, noch runder als vorher. Es fühlte sich Alles leichter an. Um zu erfahren, wie sehr wir in Dingen ausgehalten haben im Leben, müssen wir den nächsten Schritt gehe, weil wir dann Vergleichserfahrungen auf der Gefühlsebene machen. Vorher war uns unser Leben bekannt und normal. Wir gewöhnen uns teilweise an Zustände, hören auf zu hinterfragen und halten viele Dinge einfach unbewusst aus.
So trafen sich zwei Seelen mit völlig verschieden erscheinenden Lebensweisen und Erfahrungen. Jedoch waren beide an einem ähnlichen Punkt angelangt. Sie fühlten sich innerlich sehr zufrieden und vollständig und hatten eine ähnlich hohe Bewusstseinsstufe erlangt. Für Tara war es eine neue Erfahrung, von einem Mann so selbstverständlich geachtet und geliebt zu werden, gesehen und gehört zu werden, wahrgenommen zu werden. Für Nevio war die nächste Zeit mit Tara wichtig, weil er viel über die Weiblichkeit und ihr Mysterium, über das Gefühlsleben und die Selbstheilungskräfte erfuhr und sie ihn auch in fühlbare Situationen führte. Nevios Verständnis für das Verhalten vieler Frauen in seinem Leben wuchs und Vieles, was er früher in seinem Leben nicht verstand, konnte er jetzt in sich selbst klären.
In dieser Zeit erfuhr Nevio, dass Freunde von ihm sich aus dem Leben verabschiedet hatten. Es war ein schneller Unfalltod. Auf der rein menschlichen Ebene, vom Verstand her, war es tragisch und nicht zu erklären. Nevio und Tara hatten sich jedoch mit vielen nicht greifbaren Dingen beschäftigt und sie auch in gewisser Weise erfahren, so dass ihre Wahrheit war, dass es mehrere Lebensinkarnationen im Zyklus eines Menschen gibt und dass der Tod immer eine Bedeutung im grossen Ganzen, im Ablauf allen Lebens, hat. Tod gab es eigentlich gar nicht wirklich. Wie oft waren beide gefühlsmässig in ihrem Leben gestorben. Für beide war das Ende eines Lebensabschnittes sowohl ein kleiner Tod im Leben als auch ein Neubeginn. Immer ging es um Abschied und immer war Weinen und Trauer eine grosse Hilfe, Altes loszulassen und Neues zu beginnen.
Seine Freunde hinterliessen 2 Kinder, Barbara und Savio. Tara und Nevio mussten sich nur kurz anschauen und sie wussten, sie würden diese beiden Kinder adoptieren. Nevio kannte die zwei schon lange und verstand sich gut mit ihnen. Er hatte schon ganze Ferien mit ihnen allein verbracht. Es waren sehr aufgeweckte, präsente Kinder. Tara freute sich auf diese Aufgabe und es erleichterte sie sehr, dass es für alle keinen finanziellen Druck gab, obwohl sie wusste, dass alle es auch meistern würden, wenn Geld nicht so im Überfluss da wäre, wie heute. Beide mussten schmunzeln, wie das Leben uns doch immer wieder ganz von selbst Spielfelder eröffnet, um das Erfahrene und Erkannte aus der Vergangenheit ganz neu anzuwenden.
Am ersten Tag, als die Kinder zu ihnen zogen, bereiteten sie gemeinsam eine letzte Abschieds- und Lösungszeremonie von den geliebten Eltern der Beiden vor. Es dauerte noch eine ganze Weile, und Tara und Nevio begleiteten die Beiden durch ihre Trauer, sprachen viel über vergangene Erlebnisse, bis die Tränen trockneten und wieder Freude aus ihren Augen strahlte.
Nach einer entspannten schönen Zeit kam es jedoch nochmals anders im Leben dieser neuen Familie. Nevio wurde auf Grund seiner Kontakte eingeladen, eher aufgefordert, auch auf Grund seiner ganzen Aktivitäten und innovativen Projekte mit Tara in der Öffentlichkeit, sich zur Wahl des Präsidenten aufzustellen. Nevio war völlig verwirrt. Er hatte ja ein ordentliches Selbstbewusstsein, aber er wusste auch, dass er sein Leben lang ein grosses Kind war, mit vielen Frauen Mühe hatte, weil er eine feste Bindung scheute. Heute weiss er durch Tara, dass diese Angst auch darin begründet war, dass diese Frauen eine grosse Erwartungshaltung an ihn hatten und es sich meist um ein gegenseitiges „Beziehen“ handelte, keinesfalls um eine „freie Verbindung“. Auch hatte sie ihm deutlich gemacht, dass es ein grosses Privileg war, dass er sich sein „inneres Kind“ bewahrt hatte. Er lernte über den Unterschied zwischen unerlöstem Verhalten und erlöstem Verhalten. Seine Art, zu entscheiden und seine Ängste, sich mit diesen Frauen zu verbinden, war eher erlöst. Seine Ängste waren die Sprache seines Herzens, die ihn warnten, den nächsten Schritt zu gehen. Sonst hätte er nicht so verantwortungsbewusst handeln können und all diese Dinge in seinem Leben erfolgreich durchgezogen. Er hatte unbewusst richtig gefühlt, denn diese Frauen brauchten ihn und wollten ihn subtil emotional abhängig machen, was diesen Frauen selbst nicht einmal bewusst war. Auch sie waren nicht irgendwie schuldig. Sie reagierten damals nur unbewusst auf schmerzhafte Kindheitssituationen, welche Nevio durch Worte oder Handlungen, auch wenn gut gemeint, auslösten.
Tara musste schmunzeln, als sie Nevio nach dieser unerwarteten Anfrage wie einen verwirrten, unruhigen Geist herumirren sah. Er lachte laut heraus und sagte, es wäre ihm völlig unverständlich, dass sie ihn gefragt hätten. Tara hätte aufgestellt werden müssen. Tara, die erste Frau auf der Treppe ganz oben und er hätte sie liebend gerne dabei unterstützt und begleitet. Wie wäre es, wenn sie verschmelzen würden und zusammen dort oben stehen? Ihr standen die Tränen in den Augen und sie dankte ihm und beruhigte ihn. Er erwiderte, dass er nur diesen Weg gehe, wenn sie dabei wäre. Ohne sie wäre er dazu gar nicht fähig. Sie kuschelte sich in seinen Arm und schaute ihm lange in seine schönen Augen. Es wussten Beide ohne Worte, was jetzt geschehen würde. Es war ein Geschenk, ihre Vision mit Unterstützung einer so tragenden Position in die Welt bringen zu können. Sie waren sich aber beide darüber im Klaren, dass es sehr viel Achtsamkeit und Fingerspitzengefühl brauchte, um das richtige Mass und die richtigen Prioritäten zu setzen.
Plötzlich sprangen beide völlig begeistert auf und liessen ihrer Freude durch lautes Jubeln freien Lauf. Ehrlich gesagt glich es ein bisschen dem überschwänglichen Gekreische der Frauen in Sex and the City. Sie sprangen wie die Kinder über das Sofa und durch den Raum. Die Kinder stürmten dazu und stimmten in das laute Gejubel ein, obwohl sie gar nicht wussten, worum es ging. Es artete in eine lustige heftige Kissenschlacht aus, mit leidtragenden federlassenden Kissen und einer Schneesturm gleichenden Wohnzimmeratmosphäre, nicht zu vergessen, dem tosenden Gelächter. Danach waren alle angenehm entladen und friedlich müde und verschoben das Aufräumen auf den nächsten Morgen.
