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Schwingende Reifen, hängende Balken und hohe Rampen - in der RTL-Show "Ninja Warrior" müssen die Kandidaten Hindernisse aus den Bereichen Parcours, Klettern, Trampolinspringen und Hochseilgarten überwinden, um sich den Titel des "Ninja Warrior" zu verdienen. Neben Kraft und Ausdauer sind v. a. Schnelligkeit und Balance erforderlich, um den Parcours zu bestehen. Als mehrfache Teilnehmerin der Show gibt Marion Luck gemeinsam mit Uwe Schönfisch Einsteigern und Fortgeschrittenen eine grundlegende Trainingslehre zum Aufbau von Kraft und Technik an die Hand, um als finales Trainingsziel den Parcours zu meistern. Ergänzt wird das Buch mit einem Vorwort von Frank Buschmann, Moderator von TV-Formaten wie "Ninja Warrior Germany, "TV total und "Schlag den Star".
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Seitenzahl: 148
Veröffentlichungsjahr: 2021
Titelfoto: Jonathan Dramis
Bildnachweis:
Fotos von Dirk Opitz
Ausnahmen:
Uwe Schönfisch: S. 12, 15, 22, 25, 175, 179; Andrea Schädlich: S. 42; Armin Strähle: S. 40.
Illustrationen: Kornelia Erlewein
Eine Haftung des Autors oder des Verlages und seiner Beauftragten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist ausgeschlossen. Die Sportarten Ninja Warrior, CrossFit, Bouldern und Parkour bergen ein beträchtliches Verletzungs- und Unfallrisiko. Jeder Mensch betreibt diese Sportarten auf eigenes Risiko. Die Inhalte dieses Buches wurden gewissenhaft erarbeitet. Alle Angaben erfolgen dennoch ohne Gewähr. Verlag und Autoren übernehmen keine Haftung für Schäden, die bei der Ausübung oben genannter Sportarten entstehen. Auch dann nicht, wenn Geschädigte versuchen sollten, den Schaden in Zusammenhang mit den Inhalten dieses Buches zu bringen.
ISBN 978-3-613-50889-7eISBN 978-3-613-31060-5
Copyright © by Verlag pietsch, Postfach 103743, 70032 Stuttgart
Ein Unternehmen der Paul Pietsch Verlage GmbH & Co. KG
1. Auflage 2019
Sie finden uns im Internet unter www.pietsch-verlag.de
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Buchidee und Lektorat: Ulrike Ruh
Einbandgestaltung und Layout: grafik+design Kornelia Erlewein
Druck und Bindung: Graspo CZ, 76302 Zlín
Printed in Czech Republic
Vorwort
Was ist Ninja-Sport?
Ninja-Training – was wirklich wichtig ist
Ausrüstung
Tape und Chalk
Schuhe
Trainingshandschuhe
Kletterschuhe
Crashpad
CrossFit-Training
Metabolic Conditioning
Gewichtheben
Turnen (Gymnastics)
Beispielworkout CrossFit
Das CrossFit-Workout
Ninja-Krafttraining
Griffkraft (Fingerkraft)
Aufwärmen
Statische Übungen
Statische Übungen an Kugeln
Statische Übungen an Leisten
Dynamische Übungen
Blockierkraft
Blockierkraft – Aufwärmen
Der Weg zum »entspannten« Blockieren
Körperspannung
Körperspannung – Aufwärmen
Körperspannungstraining
Beintraining
Stützmuskulatur
Schnellkraft
Hook-Training
Raum-Zeit-Gefühl
Greifen in dynamischen Situationen
Springen und Landen
Trampolin-Training
Mantle
Der Mantle an der Wall
Der Muscle-up als Mantle-Training
Sicherheit
Risikomanagement
Der Ninja-Warrior-Wettkampf
Vorbereitungen
Aufwärmen
Tapen
Flake an der Fingerkuppe
Flake in der Handfläche
Kapselverstärkung am mittleren Fingergelenk
Ringbandverstärkung
Tapen bei Ellenbogenproblemen
Tapen des Sprunggelenkes
Mentale Vorbereitung
Wettkampfhindernisse
Archer Steps
Baumstamm
Blocklauf (Die Blöcke)
Chaosbälle
Cargo-Netz
Doppelter Rohrschlitten (Double Dipper)
Fingerleisten (Cliffhanger)
Five Step (Fünfsprung)
Hangelmikado
Hangelträger
Hebelbrücken
Himmelsleiter (Salmon Ladder)
Kamin
Klacker
Körperbrücke
Mount Midoriyama
Peg Cloud
Radweg (Spinning Wheels)
Pilzköpfe
Rasierklingen
Ringrutsche
Schmetterling
Schwebende Türen
Schwingflügel (Wingnuts)
Schwingende Körbe
Stammrollen (Log Runner)
Stangenflug
Tunnelsprung
Wall (Warped Wall)
Wünschelruten
Windspiel
Trainingstabelle
Leistungseinschätzung
Wettkampftaktik
Nach dem Wettkampf
Dehnung
Handpflege
Glossar
Hallenliste
Die Autoren
Danksagungen und Literaturempfehlungen
Ninja-Geschichten: Was die Menschen hinter dem Sport ausmacht
Es war im Dezember 2015. Mark Land, verantwortlicher Produzent von RTL, besuchte mich in München. Es sollte ein wegweisendes Treffen werden. Er stellte mir das Format »Ninja Warrior« aus den USA vor und fragte, ob ich mir vorstellen könnte, das in und für Deutschland zu präsentieren. Bei mir standen nach »Schlag den Raab« ohnehin berufliche Veränderungen an und meine Neugier war geweckt.
Die sportlichen Leistungen, die ich in den Videos aus Amerika sah, packten mich sofort. Die Frage, die ich mir stellte, war, haben wir hier bei uns auch solche Athletinnen und Athleten? Da war ich ehrlicherweise skeptisch.
Das erledigte sich aber schon im ersten Jahr »Ninja Warrior Germany«. Unsere Sportler packten mich von Anfang an. Ob Oli Edelmann, Moritz Hans, Alex Wurm, René Casselly oder eine Arleen Schüßler (ich müsste hier 100 weitere nennen!), sie liefern Leistungen, die sich der gemeine Couch-Sportler nicht mal mit viel Fantasie vorstellen kann. Dabei verlieren sie die Fairness und den Respekt nie aus den Augen. Wo erlebt man das heute noch im Spitzensport?!
Die TV-Show hat sich mittlerweile zu einem großen Familientreffen mit erhöhtem sportlichen Anspruch entwickelt. Und die Familie wächst von Jahr zu Jahr. Immer mehr Menschen schließen sich der Ninja Bewegung an.
Das liegt an den »Verrückten«, die diese Form der Bewegung lieben. Es entstehen immer mehr Hallen und Zentren, die Ninja Training anbieten. Marion mit ihrer unglaublichen Ausstrahlung begeistert die Menschen im Frankenland, das Stuntwerk in Köln zieht neue Talente an, Alex Grunwald in Berlin leistet tolle Arbeit und wieder andere bauen sich eigene Parcours in den eigenen Garten.
Es ist der Wahnsinn!
Ohne all das, ohne die Menschen, die diese Show und diesen Sport leben und lieben, wäre es einfach nur eine Unterhaltungsshow mehr im deutschen Fernsehen. Ich bin sehr froh, dass es so viel mehr ist und hoffentlich auch bleibt!
Ich habe mein Leben lang Sport gemacht und seit 27 Jahren berichte ich darüber. Selten hat mich eine neue Sportart sofort in den Bann gezogen. Ninja ist das gelungen.
Ich habe keine Ahnung, wie lange ich diese 14-Stundentage bei der Produktion noch packe, aber ein paar Jährchen werdet Ihr mich noch ertragen müssen. Selbst schuld …
Ich liebe diese Show!
Euer Buschi
Frank Buschmann
Die Ninja-Warrior-Wettkämpfe sind eine japanische Erfindung. Unter dem Namen »Sasuke« wurden sie 1997 erstmals als Fernsehshow ausgestrahlt, und haben seitdem ihren Siegeszug in der westlichen Welt angetreten. Neben Deutschland werden die Ninja-Warrior-Shows in Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich, Großbritannien und den USA ausgestrahlt. Weitere Länder folgen stetig, wie zum Beispiel Polen und Russland. Was als Spielshow in Japan begann, hat sich zu einem harten Wettkampfsport entwickelt, in dem es inzwischen erste Profis gibt. 2018 gab es einen Vier-Nationen-Wettkampf in Deutschland, bei dem die stärksten Ninjas der Länder in Teams gegeneinander antraten.
Deutschland konnte den Wettkampf gegen Spanien, Frankreich und Großbritannien für sich entscheiden.
Es ist zu erwarten, dass sich diese noch junge Sportart schnell weiterentwickeln wird, zumal viele Anforderungen im Ninja-Sport denen des boomenden Boulderns weitgehend ähneln. Fingerkraft und Blockierkraft sind extrem wichtig, und es ist kein Zufall, dass der verantwortliche sportliche Berater der Ninja-Warrior-Shows in Deutschland, Florian Schiffer, das gesamte Vokabular des Klettersports beherrscht. Florian betont aber auch, dass es nicht ausreicht, ein guter Boulderer zu sein. Die Anforderungen an einen Ninja-Sportler sind sehr viel umfangreicher.
Japan hat als erstes Land eine separate Damenshow eingeführt (Kunoichi), und bald wird es wohl auch in Europa die ersten Damenwettkämpfe geben. Aber es gibt noch immer keine Ü16, Ü19 oder Ü50-Veranstaltungen, obwohl es in diesen Altersgruppen phantastische Athleten gibt. Die Ninja-Sportler sind sich aber einig, dass es bald dazu kommen wird. Die Nachfrage ist groß, und die Infrastruktur entwickelt sich zügig.
In den USA gibt es in vielen Staaten eigene Ligen, wie zum Beispiel die Texas-, oder die Colorado Ninja League, und darüber hinaus eine National Ninja League, in der die besten Sportler aller US-Staaten gegeneinander antreten. Der Name »European Ninja League« ist ebenfalls schon eingetragen und geschützt, erste Wettkämpfe haben bereits stattgefunden. Auch in Ländern, in denen es noch keine Fernsehshows gibt, entwickelt sich die Sportart zügig. So gibt es zum Beispiel eine sehr beliebte Ninja-Trainingshalle in Stockholm.
Die wachsende Anhängerschar wird sicher dafür sorgen, dass auch in Schweden ein Fernsehsender Interesse an der Show zeigen wird.
Man darf also gespannt sein, wohin sich dieser großartige Sport in den kommenden Jahren noch entwickeln wird! Die Athletik hat sich bereits enorm gesteigert, und es wird spannend sein, diesen Sport weiter zu beobachten.
Oliver Edelmann, der »Last Man Standing« der ersten »Ninja Warrior Germany« Staffel, die im Jahr 2016 ausgestrahlt wurde, übt bereits sein ganzes Leben lang verschiedene Sportarten wie Sportakrobatik und Parkour aus. Als einer der bekanntesten und erfahrensten deutschen Ninja-Athleten erklärt er seine Faszination mit den sich ständig ändernden Herausforderungen, dem Nervenkitzel vor dem Start und dem tollen Zusammenhalt der Athleten untereinander:
»Hier hilft jeder jedem und jeder freut sich über deinen Erfolg. Es wird zusammen trainiert, es wird zusammen gelacht, es wird zusammen geweint. Ich empfinde es als Ehre, Teil dieses Sports zu sein.«
Ninja Warrior ist ein Wettkampfsport, der eine sehr spezielle Vorbereitung benötigt. Neben einer großen allgemeinen Grundfitness (CrossFit), sind viele Techniken der Sportarten Bouldern und Parkour gefragt. Diese Sportarten erfreuen sich großer Beliebtheit, und haben sich in den vergangenen Jahren im Breitensport fest verankert. Somit ist es leicht möglich, alle Techniken des Ninja-Sports zu trainieren, obwohl es in Deutschland bisher nur wenige Ninja-Warrior-Trainingshallen gibt. Zusätzlich werden im Ninja-Sport an einigen Hindernissen Mini-Trampolins als Absprunghilfe eingesetzt. Was für die oben genannten Sportarten gilt, trifft auch auf das Trampolin zu. Es macht Spaß und hilft dabei, im Alltag etwas Sport zu treiben.
Einen Teil seiner Faszination bezieht der Ninja-Sport aus der Tatsache, dass ihn wirklich jeder betreiben kann.
Ob mit der Familie oder mit Freunden, jeder kann die einzelnen Techniken auf seinem Trainingsniveau üben, und mit ein wenig Phantasie lässt sich fast überall ein Ninja-Parcours festlegen.
Der nächste Spielplatz ist dafür genauso gut geeignet wie das nächste Waldstück. Man kann sogar bei Betriebsfeiern für gute Stimmung und viel Spaß sorgen, indem man einen kleinen Ninja-Parcours gestaltet und ihn an die Decke der Werkhalle montiert oder an die nächsten Bäume hängt.
Dieses Buch soll euch dabei helfen, den Ninja-Sport kennenzulernen: Das Training, sowohl der allgemeinen Fitness als auch der speziellen Übungen, wird anschaulich Schritt für Schritt erklärt. Dafür haben wir gezielt Übungen herausgesucht, die besonders viel Spaß machen, weil sie sehr oft ohne viel Aufwand variiert werden können und euch bei der Erarbeitung neuer Techniken und Bewegungen helfen.
Denn zwei Dinge sind für ein erfolgreiches Training wichtig:
•Auch das Arbeiten an Schwächen muss Spaß machen, denn diese Schwächen basieren darauf, dass uns diese Übungen oder Bewegungsabläufe bisher nie interessiert haben.
•Das Training darf nie langweilig werden. Es ist also wichtig, dass ihr bei der Gestaltung eures Trainings kreativ bleibt.
Gemeinsam macht das Training gleich viel mehr Spaß.
Analysiert Bewegungsprobleme, die Euch die Hallen vorgeben und entwickelt eigene Ideen. Denn bei aller Ernsthaftigkeit, die ein Wettkampf auf professionellem Niveau erfordert, sind beim Ausprobieren und Trainieren das Zusammensein und der Spaß an der Bewegung die wichtigsten Faktoren.
Wie vor jeder sportlichen Tätigkeit sollte es auch beim Ninja-Training selbstverständlich sein, dass ihr Schmuck ablegt oder abklebt und dass ihr euch immer ausreichend aufwärmt – ohne vorheriges Aufwärmen kein Training! Da allgemeine Aufwärmübungen für einige sehr spezialisierte Trainingseinheiten nicht ausreichen, werden in den jeweiligen Kapiteln des Buches geeignete Übungen gezeigt. Dies heißt jedoch nicht, dass ihr euch bei den anderen hier beschriebenen Trainingseinheiten nicht aufwärmen müsst!
Wichtig: Vor jedem Training den Schmuck ablegen und den Körper mit geeigneten Übungen aufwärmen!
Eine Bitte noch! Achtet während des Trainings immer auf die Menschen in eurer Umgebung. Beim Schwingen, Schaukeln und Springen können leicht andere Personen übersehen und verletzt werden!
Vielen Dank und viel Spaß beim Lesen und Trainieren.
Marion Luck, Uwe Schönfisch
Wichtig: Dieses Buch enthält viele Fachbegriffe, die im Glossar dieses Buches leicht verständlich erklärt werden!
Kaffeepause
Ninja Warrior ist eine Sportart, die am Anfang ganz ohne zusätzliche Ausrüstung auskommt. Ihr solltet jedoch beachten, dass in den Trainingshallen saubere Hallenschuhe oder zumindest Schuhe mit »Non-Marking-Sohlen«, die auf Hallenböden keine Spuren hinterlassen, vorgeschrieben sind. Möchtet ihr die Sportart nicht nur sporadisch, sondern etwas ernsthafter betreiben, benötigt ihr dann doch einige spezielle Ausrüstungsgegenstände: gute Schuhe, Tape, Chalk, Kletterschuhe fürs Bouldern, eventuell auch Trainingshandschuhe und ein Crashpad.
Es gibt inzwischen eine große Auswahl an verschieden Sport-Tapes. Die meisten sind nicht elastisch und üben deshalb in den Ruhephasen einen sehr geringen Druck auf die zu stützenden Sehnen, Gelenke oder Kapseln aus. Dafür ist die stabilisierende Wirkung beim Training sehr hoch. Das dauerhafte Tragen solcher Tapes kann sich deshalb negativ auf den Trainingsreiz auswirken. Sehnen, Gelenke und Kapseln können nicht stärker werden, wenn das Tape jede Belastung von ihnen fernhält. Es ist also ein gewisses Körpergefühl nötig, um abschätzen zu können, ab wann ein Tape gebraucht wird. Tapes können sowohl vorbeugend zur Vermeidung von Verletzungen als auch zur Unterstützung des Heilungsprozesses nach einer Verletzung eingesetzt werden (siehe Kapitel Tapen, S. 112). Für richtiges Tapen ist viel Fachwissen nötig. Bittet also die richtigen Leute um Hilfe, um das Tapen zu erlernen.
Noch ein Tipp: viele Tapes haben mittlerweile eine Klebeschicht, die unter Druck aktiviert wird. Solche Tape-Rollen sollten nicht lose in der Sporttasche oder dem Rucksack transportiert, sondern in einer kleinen Box aufbewahrt werden.
Chalk (Magnesia, Magnesiumcarbonat) sorgt in vielen Sportarten für trockene Hände. Beim Bouldern geht ohne Chalk fast gar nichts, aber viele kennen das weiße Pulver auch vom Geräteturnen oder Gewichtheben. Chalk kann als Würfel, als Bruch, als gemahlenes Pulver oder als flüssige Variante (Liquid Chalk) gekauft werden. Die Spezialisten streiten manchmal darum, welches Chalk das Beste ist. Das mag für Kletterprofis interessant sein, für den Ninja-Sport gilt das nicht. Die meisten Sportler werden keine Unterschiede spüren. Hier gilt: einfach ausprobieren.
Da Chalk nicht bei jedem Wettkampf erlaubt ist, sollte auch das Training größtenteils ohne Chalk erfolgen. Wenn ihr zu schwitzenden Händen neigt, tut ihr gut daran, eure Hände gar nicht erst an Chalk zu gewöhnen. Beim Fingerkrafttraining am Campusboard ist Chalk jedoch wieder ausdrücklich erwünscht. Unkontrolliertes Abrutschen von den Leisten kann zu Zerrungen führen, die euch dann im Trainingsplan wieder weit zurückwerfen.
Wichtig: In der Show ist Chalk nicht erlaubt!
Die Aufbewahrung des Chalk-Vorrats muss trocken erfolgen. Das funktioniert am besten in einer Dose. Vor dem Training füllt ihr aus dem Vorrat ein wenig Chalk in einen Magnesiabeutel (Chalkbag). Dieser sollte gut schließen, damit sich der feine weiße Staub während des Transports nicht überall in der Sporttasche oder dem Rucksack verteilt. Wenn sich der Chalkbag dann auch noch leicht öffnen lässt, sind alle Kriterien erfüllt, die in der Praxis wichtig sind.
Der Grip der Sohlen ist für den erfolgreichen Ninja sehr wichtig.
Während eines Wettkampfes sind die richtigen Schuhe von großer Bedeutung. An vielen Elementen eines Parcours ist der Grip der Sohlen entscheidend für den Erfolg.
Da es derzeit noch keine speziellen Schuhe für den Ninja-Sport gibt, werden meist sehr leichte, den Fuß perfekt umschließende Laufschuhe benutzt. Besonders beliebt sind derzeit:
•Addidas Energy Cloud,
•Five Ten Access Aproach,
•Merell Trail Glove 4,
•Merell Vapor Glove 3,
•New Balance Fresh Foam Zante V3 + V4,
•New Balance Minimus 20v7 Trainer,
•New Balance Zante Trainer V1,
•Nike Revolution 3.
Diese Auflistung erfolgte alphabetisch, stellt kein Ranking dar und ist nicht vollständig. Eine Modellempfehlung können wir euch in diesem Buch nicht geben, da Füße zu verschieden sind.
Was muss beim Schuhkauf beachtet werden?
•Das wichtigste Kriterium ist der Grip. Die Sohlen müssen auf glatten Holz- oder Plexiglasflächen Halt bieten, und dies möglichst auch in leicht feuchtem Zustand.
•Die Ferse muss fest umschlossen sein. Der Schuh darf sich beim Einhaken in ein Griffelement (Hook) nicht vom Fuß lösen.
•Im Vorfuß-Bereich muss der Schuh sehr flexibel sein, dem Rest des Fußes und dem Sprunggelenk dagegen viel Stabilität bieten.
•Der Schuh sollte möglichst leicht sein.
•Kein Schuh kann alles perfekt abdecken, weshalb wir auch an dieser Stelle noch einmal betonen möchten, dass ihr den für euch passenden Schuh selbst finden müsst.
Handschuhe sind beim Ninja-Warrior-Wettkampf eher hinderlich, werden von Freizeitsportlern aber gern getragen, da sich schon so mancher schmerzhafte Verletzungen oder Blasen an den Händen oder Fingern zugezogen hat. Insbesondere die häufigste Verletzung, die offene Blase (Flake), könnt ihr mit Handschuhen (oder Tape) leicht verhindern.
Trainingshandschuhe schützen effektiv gegen Hautverletzungen.
Blasen und Flakes bilden sich besonders häufig aus, wenn ihr mit dem Ninja-Training oder Bouldern neu beginnt. Die Ursache liegt meistens in einer falschen Handstellung beim Zugreifen zu Beginn einer Übung. Die Hand kann dann in dieser falschen Stellung nicht gehalten werden, weil sie durch die Schwer- oder Fliehkraft während der Bewegung in die richtige Haltung gezwungen wird. Dabei wird unter voller Belastung die Haut zwischen dem Griffelement und den Knochen gequetscht und gleichzeitig einer Scherbewegung unterzogen. Die Hornhaut wird im Verlauf dieser Bewegung von der Unterhaut getrennt und auf ihr verschoben. Im ersten Schritt bildet sich eine Blase. Bei der nächsten falschen Belastung reißt diese dann auf und es entsteht ein Flake.
Wichtig: Mit der richtigen Handhaltung minimiert ihr die Bildung von Blasen und Flakes.
Durch die falsche Handhaltung werden Hautverletzungen forciert.
Beim Greifen mit geradem Handgelenk werden Hautverletzungen seltener.
Natürlich könnt ihr diese Verletzungen auch mit der richtigen Grifftechnik nie ganz vermeiden. Wer lange an einer Reckstange oder einem Griff hin- und herschwingt, erzeugt für die Haut die gleichen Belastungen, auch wenn die Handhaltung richtig ist. Deshalb sind Trainingshandschuhe besonders dann sehr hilfreich, wenn ihr eine bestimmte Bewegung oder ein Hindernis lange übt. Der Sprung ans Cargo-Netz ist dafür ein gutes Beispiel.
Wer an Seilen oder Netzen trainiert, braucht viel Hornhaut oder Trainingshandschuhe.
Fingerlose Handschuhe, die als Trainingshandschuhe geeignet sind, findet ihr unter folgenden drei Produktbezeichnungen:
•Fitness-Trainingshandschuh,
•Fahrradhandschuh,
•Klettersteighandschuh.
Was ihr bei der Auswahl eines Ninja-Trainingshandschuhs beachten solltet:
•enger Sitz,
•die Fingerlinge dürfen nicht zu lang sein (Ende vor dem Fingergelenk),
•Klettverschluss am Handgelenk (Achtung! Kein Klettverschluss an einem Gummi),
•keine dicken Polster auf der Innenseite,
•kein stark elastisches Material auf der Außenseite.
Bei vielen Fahrradhandschuhen sind auf der Innenseite von Mittel- und Ringfinger Schlaufen aufgenäht, die das Ausziehen der Handschuhe enorm erleichtern. Bei den Trainingshandschuhen, die für das Ninja-Training oder Bouldern verwendet werden, sollte aus Sicherheitsgründen darauf verzichtet werden!
Dieses Kapitel ist nur für diejenigen interessant, die eine Boulderhalle in der Nähe haben und dort regelmäßig trainieren gehen möchten. Für den Ninja-Sport werden keine Kletterschuhe benötigt. Da viele der besten Ninjas gleichzeitig gute Boulderer sind, möchten wir hier dennoch kurz auf diese speziellen Schuhe eingehen, denn Bouldern ist ein gutes Ninja-Training.
Den richtigen Kletterschuh für sich zu finden, erscheint im ersten Moment recht schwierig. Es gibt symmetrische und asymmetrische Formen, Sohlen, die an der Spitze nach unten gezogen sind (Downturn), es gibt Schnürschuhe, Schuhe mit Klettverschluss und Slipper.
Manche Verkäufer erzählen von Anfängerschuhen, Kletterschuhen oder speziellen Boulderschuhen. Das sollte euch aber nicht verwirren.
