Forever Clever - Thomas Drach - E-Book

Forever Clever E-Book

Thomas Drach

4,8

Beschreibung

Ein reger Geist ist unser wertvollstes Kapital. Alles, was wir mit unseren Sinnesorganen wahrnehmen oder geistig erfinden und erdenken können, wird in einem grenzenlosen Gedächtnis gespeichert. Das besondere dabei ist jedoch, auf diese Informationen wieder zugreifen zu können. Dieses Buch liefert nicht nur Übungen zur besseren Wahrnehmung und zur Optimierung der Merkfähigkeit, sondern zeigt auch Zusammenhänge zwischen Gesundheit, Lebensfreude und körperlich-geistiger Leitungskraft.

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Seitenzahl: 288

Veröffentlichungsjahr: 2008

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Thomas Drach/Irmtraud Schmitt

Forever Clever

Das Rundum-Programm für Ihre geistige Fitness

Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.ISBN 978-3-478-08382-9 | Print-AusgabeISBN 978-3-86882-113-0 | E-Book-Ausgabe (PDF)

E-Book-Ausgabe (PDF): © 2009 bei mvgVerlag, FinanzBuch Verlag GmbH, München. www.mvg-verlag.dePrint-Ausgabe: © 2001 beim mvg-verlag im verlag moderne industrie AG & Co. KG, Frankfurt am Main. www.mvg-verlag.deAlle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.Umschlaggestaltung: Vierthaler & Braun, München Satz: mi, D. Ott Druck und Bindearbeiten: Ebner & Spiegel, Ulm Printed in Germany 08382/080304

Für Luka

Vorwort

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Idee zu diesem Buch war schon lange in meinen Gedanken vorhanden. Allerdings glaubte ich, dass alles Wesentliche und Wichtige bereits von genialen Vordenkern aufgezeigt wurde und die Regale in den Buchhandlungen mit Büchern über Gedächtnistraining reichlich gefüllt sind. Was sollte ich da noch hinzufügen?

Nun ist es doch passiert und aus dem ursprünglichen Wunsch, eine umfassende Seminarunterlage zu gestalten, entstand in Zusammenarbeit mit Irmtraud Schmitt das Ihnen vorliegende Buch Forever Clever.

Es beinhaltet nicht nur Informationen und Übungen zu dem mittlerweile in vielen Büchern dargestellten „Kopftraining“, sondern es bezieht Herz und Bauch in ein ganzheitliches Fitnesskonzept mit ein.

Wenn es darum geht, das Gedächtnis fit zu halten und die Konzentrationsfähigkeit zu steigern, dann muss meiner Erfahrung nach der ganze Mensch angesprochen werden. In den Seminaren zeigt sich, dass schlechte Gedächtnis- und Konzentrationsleistungen häufig daher rühren, dass elementare Bedürfnisse des Körpers unbeachtet bleiben, dass die Menschen gestresst sind oder nicht den für ihre Begabungen geeigneten Beruf ausüben. Kostbare Energien und vor allem Zeit werden hier verschwendet, was letztendlich die Lebensqualität stark beeinträchtigt.

Im ersten Teil dieses Buches werden Sie durch einfache Übungen und Techniken Ihre Lernfreude wieder entdecken. Sie werden feststellen, wie schnell und sicher Ihr Gedächtnis arbeitet, wenn Sie z.B. in Bildern denken und sich mental und körperlich auf Lernerfolg einstimmen.

Im weiteren Verlauf folgen Tipps und Tricks, mit denen Sie effektiver lernen können, bis Sie dann im zweiten Teil des Buches den Themen begegnen, die, wie gesagt, insbesondere Herz und Bauch ansprechen. Sie werden entdecken, dass Gedanken einen direkten Einfluss auf Ihren Hormonhaushalt, Ihre geistige Verfassung und Ihren Erfolg ausüben.

Was die gesundheitlichen Empfehlungen angeht, so wünsche ich mir, dass Sie unsere Anregungen aufnehmen und überprüfen, was Ihnen persönlich hilft. Was für Sie nicht von Nutzen ist, sollten Sie so lange verändern, bis es funktioniert, ansonsten werfen Sie es bitte über Bord.

Ein letzter Wunsch, bevor Sie mit dem Fitnessprogramm beginnen: Halten Sie, so wie es der Titel dieses Buches „Forever Clever“ schon sagt, geistige Frische und Gesundheit nicht nur in jungen Jahren, sondern auch mit zunehmendem Alter für möglich! Denn es gibt außer im Krankheitsfall keinen Grund dafür, dass die geistigen Kräfte mit den Jahren abnehmen. Vielmehr gewinnen wir, solange wir uns gesund erhalten, an Wissen, Weisheit und Kompetenz.

Herzlichst, Ihr Thomas Drach, im August 2001

PS: Die Empfehlungen in diesem Buch zielen darauf ab, die Gedächtnis- und Konzentrationsleistung zu verbessern, die Leistungskraft von Körper und Geist zu stärken und auch der Seele Unterstützung zukommen zu lassen. Die Tipps und Anregungen sind sorgfältig überprüft und in der Praxis bewährt. Den Lesern wird nahe gelegt zu klären, in welcher Art und Weise die Vorschläge persönlich und in eigener Verantwortung anwendbar sind. Im Fall von Unsicherheiten und gesundheitlichen Beschwerden sind die zuständigen Ärzte und Therapeuten zu befragen.

Die Autoren, der Verleger, desser Vertreter und Beschäftigte lehnen jegliche Haftung in Zusammenhang mit der Anwendung der Informationen dieses Buches ab.

Testen Sie Ihr Gedächtnis

1. Gedächtnis für Zahlen (1): Prägen Sie sich eine Minute lang die nachfolgenden Zahlen ein.

Decken Sie die Zahlenreihe ab und schreiben Sie die Zahlen aus dem Gedächtnis auf. Für jede richtige Zahl gibt es 2 Punkte. (10 Punkte)

 1315      –      5414      –      9244      –      7623      –      1837 

               –                    –                    –                    –                 

2. Gedächtnis für Begriffe: Sie haben eine Minute Zeit. Prägen Sie sich die folgenden Begriffe ein und schreiben Sie sie in der richtigen Reihenfolge auf, indem Sie die linke Liste abdecken. Für jeden richtigen Begriff gibt es 1 Punkt. (12 Punkte)

1 Nackenstütze                        1                                                2 Kunst                                      2                                                 3 Bier                                        3                                                4 Elefant                                   4                                                5 Grashalm                              5                                                6 Arzt                                       6                                                7 Bildschirm                             7                                                8 Füller                                     8                                                9 Mauer                                   9                                                10 Hubschrauber                     10                                                11 Echo                                    11                                                12 Stempel                               12                                                

3. Gedächtnis für Namen und Gesichter (1): Versuchen Sie, sich in zwei Minuten die Gesichter mit den entsprechenden Namen zu merken.

Hans Thomalla

Margret Hinrikson

Beate Dahlem

Friedrich Führich

Edeltraud Kapella

Wilfried Badmann

Amelie Kleister-Lausitz

Ralf Beisecker

Philip Reiser

Versuchen Sie nun, sich an die Gesichter und Namen zu erinnern. Für jede richtige Kombination mit richtiger Schreibweise gibt es 2 Punkte. (18 Punkte)

                                    

                                    

                                    

                                    

                                    

                                    

                                    

                                    

                                    

4. Gedächtnis für Texte: Hier haben Sie zwei Minuten Zeit, um sich das Gedicht von J.W.von Goethe einzuprägen.

Tiefe Stille herrscht im Wasser, ohne Regung ruht das Meer, und bekümmert sieht der Schiffer glatte Fläche rings umher, keine Luft von keiner Seite!

Todesstille fürchterlich!

In der ungeheuern Weite reget keine Welle sich.

(Johann Wolfgang von Goethe)

In der Ruhe liegt die Kraft

Für jede richtige Zeile gibt es 1 Punkt. (8 Punkte)

Tiefe                                                                           

ohne                                                                           

und                                                                            

glatte                                                                           

keine                                                                          

Todesstille                                                                  

In                                                                               

reget                                                                           

5. Gedächtnis für Namen und Gesichter (2): Verbinden Sie die Namen nun mit den dazugehörigen Merkmalen. Testen Sie danach wieder, wie viel Sie sich merken konnten. Schauen Sie sich dazu auch noch einmal die Gesichter an. Zeit: zwei Minuten.

Prof. Dr. Hans ThomallaProfessor an der Universität in HeidelbergMargret HinriksonKaufmännische AngestellteBeate DahlemHausfrau mit zwei schulpflichtigen KindernFriedrich FührichHubschrauberpilotEdeltraud KapellaSekretärin der GeschäftsleitungWilfried BadmannDiplompsychologeAmelie Kleister-LausitzReiseverkehrskauffrau, Hobby: tanzenRalf BeiseckerAußendienstmitarbeiterPhilip Reisergeschieden, selbstständiger Seminartrainer

Für jede richtige Kombination gibt es 2 Punkte. (18 Punkte)

Friedrich Führich                                                               

Prof. Dr. Hans Thomalla                                                    

Beate Dahlem                                                                    

Edeltraud Kapella                                                              

Philip Reiser                                                                     

Ralf Beisecker                                                                   

Wilfried Badmann                                                              

Margret Hinrikson                                                              

Amelie Kleister-Lausitz                                                       

6. Gedächtnis für Zahlen (2): Nun haben Sie wieder zwei Minuten Zeit, um sich diese Zahlen einzuprägen. Jetzt geht es auch um die richtige räumliche Platzierung.

Tragen Sie nun ein, woran Sie sich noch erinnern. Bei der Platzierung sind wir Ihnen behilflich. Für jede Zahl an der richtigen Stelle gibt es 1 Punkt. (9 Punkte)

Das Testergebnis:

Tragen Sie hier nun die Ergebnisse aus allen sechs Tests ein und ermitteln Sie die Gesamtpunktzahl:

1. Gedächtnis für Zahlen (1):                                  Punkte (10)2. Gedächtnis für Begriffe:                                  Punkte (12)3. Gedächtnis für Namen und Gesichter (1):                                  Punkte (18)4. Gedächtnis für Texte:                                  Punkte (8)5. Gedächtnis für Namen und Gesichter (2):                                  Punkte (18)6. Gedächtnis für Zahlen (2):                                  Punkte (9)Gesamtpuntkzahl                                   Punkte (75)Erreichte Punktzahl:Die folgenden Erläuterungen geben lediglich Anhaltspunkte. Für weiteres Nachsinnen und oder freudige Luftsprünge sollten Sie sich genügend Raum und Zeit geben.0 – 20 PunkteIhnen wird es gut tun, sich mit den Inhalten dieses Buches zu beschäftigen. Freuen Sie sich auf baldige Erfolgserlebnisse und achten Sie darauf, dass, während Sie das Buch durcharbeiten, keine unwillkommenen Störungen auftreten. Nehmen Sie sich Zeit und üben Sie konzentriert.21 – 46 PunkteSie sind auf dem richtigen Weg und wissen, dass es da noch einiges zu entdecken gibt. Schnell werden Sie das im Buch Gelesene in Ihren Alltag integrieren und Erfolgserlebnisse haben. Die Errungenschaften des geistigen Fitnesstrainings werden Ihren Mitmenschen zwar nicht gleich auffallen, aber nach ein paar Wochen Training ernten Sie Begeisterung in Ihrem Bekanntenkreis.47 – 61 PunkteEigentlich benötigen Sie nicht unbedingt das vorliegende Buch. Sie sind fähig, die naturgegebenen geistigen Fähigkeiten und Werkzeuge schon gut für sich zu nutzen. Dennoch hoffen wir, Ihnen in diesem Buch noch Neuigkeiten und Interessantes zu bieten, und freuen uns, wenn Sie weiterlesen.62 – 75Tja, Sie sollten sich überlegen, ob Sie die Zeit in dieses Buch investieren wollen oder ob Sie nicht lieber darüber nachdenken, an wen Sie das Buch verschenken sollten, damit Sie sich an deren Erfolgen erfreuen. Sie können das Buch aber auch durcharbeiten, denn es beschäftigt sich ja nicht nur mit dem Gedächtnis und der Konzentrationsfähigkeit, sondern es liefert Ihnen wichtige Tipps zur Erhaltung Ihrer Gesundheit. Viel Spaß!

Einführung und erste nützliche Hinweise

Überall findet sich etwas zum Freuen, Lernen und Tun.

Johann Wolfgang v. Goethe

Wenn Sie Augen, Nase, Mund und Ohren aufsperren, wenn Sie es schaffen, voll und ganz in dem aufzugehen, was Sie tun, dann sind Sie wie ein Kind, das neugierig und voller Tatendrang in die Welt der Möglichkeiten und Chancen blickt – und dann brauchen Sie sich um Ihre Fortschritte und Ihr Gedächtnis keine Sorgen zu machen.

Sie werden entdecken, dass Lernen ein elementares Bedürfnis ist und dass der Entdeckergeist jedem lebendigen Wesen innewohnt.

Wenn Sie ganz im „Hier und Jetzt“ sind, kommt hinzu, dass sich Ihr Denken und Erinnern fast automatisch von Altlasten befreit, weil es im Voranschreiten die größte Freude entdeckt und Grübeln als Behinderung erkennt.

Wenn Sie auf Ihrem Lebensweg dennoch ins Stocken geraten, dann sollten Sie die Gelegenheit nutzen, um Ihre Situation zu überprüfen. Dann gilt es herauszufinden, was noch stimmig ist, was zu Ihnen gehört und was Sie verändern oder loslassen müssen.

Eine alte Weisheit sagt: Love it, change it or leave it.

Manchmal ist es so, dass nichts mehr in unser Gedächtnis passt, weil es voller Müll steckt oder weil wir es mit den Anforderungen überlastet haben. Die Reiz- und Informationsüberflutung leistet dazu einen großen Beitrag. Geistiger Hausputz und Ballast abwerfen – das ist dann dringend erforderlich und viel wichtiger als irgendeine andere Gedächtnistechnik.

Sich dann genügend Raum zu geben, ja, sich vielleicht sogar für längere Zeit einmal zurückzuziehen, in die eigenen vier Wände, auf eine Berghütte oder in die immer beliebter werdenden Klöster, das kann uns helfen, gereift, weise und mit neuer Kraft die nächsten Schritte zu tun.

Werden Sie ein Forscher, ein Entdecker und ein Künstler. Begeistern Sie sich für Ihre individuellen Möglichkeiten, Ihr Leben zu entfalten und Ihre ganz persönlichen Anlagen zu vervollkommnen. Dadurch werden Sie wachsen und größten (inneren und äußeren) Reichtum ernten.

Fehler unterstützen unsere Lernprozesse, sie sind willkommene Freunde auf dem Weg und sie geben uns nützliche Hinweise. Wie sagte neulich mein Freund Reinhard Lier so treffend: „Durch Umwege lernt man die Landschaft kennen.“

Fangen Sie an, sich an den Herausforderungen der Gegenwart zu erfreuen. Jede Prüfung bringt Sie weiter, ob Sie gewinnen oder verlieren, ist dabei zweitrangig.

Vor über 35 Jahren sorgte der Amerikaner Harry Lorayne mit seinen Büchern und Auftritten dafür, dass sich eine zunehmende Zahl von Menschen für das Thema Gedächtnistraining interessierte. Harry Lorayne schafft es z.B., sich mehrere hundert Namen und Gesichter beliebiger Personen einzuprägen und sich auch nach Tagen wieder an die Namen und persönlichen Daten zu erinnern.

Nicht nur in Tageszeitungen, sondern auch in Fernsehshows zeigten sich in den letzten Jahren zunehmend Personen mit besonderen geistigen Fähigkeiten. Sie können sich Namen, Gesichter, Jahreszahlen und ganze Buchseiten einprägen und diese Informationen wie auf Knopfdruck wieder aus dem Gedächtnis abrufen.

Was früher als Geheimtechnik der Gedächtniskünstler galt, finden wir heute in unzähligen Büchern, Vorträgen und Seminaren wieder. In diesem Buch haben wir nach unserem aktuellen Wissensstand alte Weisheiten und neue Erkenntnisse der Lern- und Konzentrationskunst für Sie, liebe Leser, auf einen effizienten Nenner gebracht. Sie können mit diesen Methoden ihre mentale Effizienz um ein Vielfaches steigern. Geistige Präsenz, mentale Frische, Intuition und Kreativität sind Erfolgsgaranten für Schüler genauso wie für Angestellte, Unternehmer und Selbstständige aus allen Berufssparten. Das Gute ist, dass geistige Fähigkeiten trainierbar sind wie ein Muskel. Übung macht den Meister.

Vor Jahren war es nur in wenigen Unternehmen üblich, „geistige Fitness“ unter professioneller Anleitung zu trainieren. Heute ist allgemein bekannt, dass Gedächtnistraining mehr ist als Mnemotechnik, Zauberei und positives Denken. Gedächtnistraining wurde zu einem Erfolgsfaktor und Mentaltraining ist aus dem Spitzensport und dem Topmanagement nicht mehr wegzudenken.

Auch wenn die Gehirnforschung noch in den Kinderschuhen steckt, wissen wir sehr wohl, wie die 90 Milliarden Neuronen unseres Gehirns arbeiten und wie sie günstig zu beeinflussen sind. Gedächtnistraining ist hoch im Kurs. Was vor Jahren noch als exotisches Seminarthema galt, entwickelte sich zu einem Basistraining in führenden Unternehmen und mittlerweile auch zunehmend in Kleinbetrieben.

Denn wer weiß, wie Lernen funktioniert und wie geistige und körperliche Ressourcen zielgerichtet genutzt werden können, der genießt einen deutlichen Vorsprung gegenüber denen, die der natürlichen Erhaltung ihrer Anlagen lediglich vertrauen, anstatt ihre Fähigkeiten auszuschöpfen und in den alltäglichen Aufgaben und Zielsetzungen bewusst einzusetzen und zu trainieren.

Es soll im ersten Teil dieses Buches darum gehen, Ihnen Erfolgserlebnisse zu vermitteln. Sie, liebe Leser, sollen motiviert werden, Ihre wunderbaren Anlagen zu nutzen. Im weiteren Verlauf führen wir Sie dann auch zu umfassenderen und ganzheitlichen Ansichten und Zusammenhängen. Eine Basistechnik des Gedächtnistrainings ist das bildhafte Denken. Ein chinesisches Sprichwort lautet: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“ Tatsache ist, dass alles, was wir einmal gesehen haben oder wovon wir ein inneres Vorstellungsbild besitzen bzw. erzeugen können, die Tendenz hat, sich in unserem Gedächtnis zu speichern. Beim bildhaften Denken arbeiten automatisch mehrere Gehirnareale zusammen.

Durch „Bilderdenken“ entsteht ein leistungsfähiges Informationsnetzwerk in unserem Gedächtnis. Kinder besitzen die Fähigkeit des bildhaften Denkens noch ca. bis zu ihrem siebten Lebensjahr, danach gerät sie langsam, aber sicher in Vergessenheit. Mit dem Verschwinden des bildhaften Denkens verringert sich auch der Zugang zu Fantasie, Kreativität und Intuition. Durch das bildhafte Denken lernen Kinder die Muttersprache und die grundlegenden Begriffe des Lebens auf spielerische Art und Weise. Als Erwachsene haben wir die Fähigkeit, in Bildern zu denken, vielfach verlernt. Aber dies lässt sich wieder aktivieren – und mit diesem Buch wollen wir einen entscheidenden Beitrag dafür leisten, dass Sie wieder ein Bildermensch werden.

Echte Bildung ist nicht Bildung zu irgendeinem Zwecke, sondern sie hat, wie jedes Streben nach dem Vollkommenen, ihren Sinn in sich selbst, indem sie unser Lebensgefühl und unser Selbstvertrauen steigert, indem sie uns froher und glücklicher macht und uns ein höheres Gefühl von Sicherheit gibt.

Hermann Hesse

Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass der Mensch lernwillig und lernfähig ist; dass er bestrebt ist, sein Wissensnetz ständig zu erweitern. Bis ins höchste Alter werden unsere Fähig- und Fertigkeiten ständig optimiert. Voraussetzungen, damit das auch gelingen kann, sind eine positive Lebenseinstellung und eine stimmige Lebensweise, die der Gesunderhaltung dient und vorhandene Potenziale fördert.

Einstellungen und Gedanken zur Erhaltung und Optimierung Ihrer geistigen Fähigkeiten

Denken, Lernen und Vergessen sind Grundfähigkeiten. Sie müssen gelebt und können trainiert werden. Durch regelmäßige Anwendung werden sie geschärft wie ein Messer. Unsere Einstellungen, Gedanken und Interessen schaffen einen Fokus, der jeweils Türen zu den ihnen entsprechenden Erfahrungsbereichen eröffnet. Achtung: Wer mit dem Vergessen rechnet, wird Erinnern kaum erfahren können. Fähigkeiten entwickeln sich durch unsere Aufgaben. Große Ziele geben uns große Chancen für unser persönliches Wachstum. Das Gedächtnis ist trainierbar wie ein Muskel. Wer rastet, der rostet. Wer seine geistige Fitness bis ins hohe Alter erhalten will, muss immer wieder neue Interessengebiete entdecken und Neuland betreten. Vitalstoffreiche Ernährung – in vielen Fällen auch Nahrungsergänzung – und ausreichend Flüssigkeitszufuhr in Form von Wasser (ca. zwei Liter pro Tag) spielen eine wesentliche Rolle für die Erhaltung und Optimierung der körperlichen Gesundheit und geistigen Leistungsfähigkeit. Ein Wechselspiel aus Anspannung und Entspannung, genügend Bewegung und eine positive Lebenseinstellung ermöglichen geistige Höchstleistungen. Intuition, Genialität und Kreativität wohnen in den Freiräumen unseres Geistes. Es ist wichtig, nicht bis an die Grenzen der Gesundheit zu gehen, sondern schon früh und in kurzen Zeitabständen für Ruhe, Ausgleich, Entspannung zu sorgen. Schwimmen, Jogging, autogenes Training oder Yoga sind einige wenige Möglichkeiten, ausgleichend auf uns zu wirken und unserem Geist wieder Flügel wachsen zu lassen.

Worte und Suggestionen haben eine starke Wirkung.Herr Roller war Teilnehmer eines Vortrages, den ich kürzlich auf der Insel Reichenau am Bodensee gehalten habe. Es ging um die Kraft der Suggestion und des Glaubens. Er erzählte, dass er als Kind unter Sprachstörungen litt und bei ganz bestimmten Worten immer wieder ins Stottern kam. Sein Lehrer gab ihm damals den Auftrag, all die Wörter auf ein Papier zu notieren, die ihm Schwierigkeiten bereiteten. Nachdem das Blatt vollgeschrieben war, brachte Herr Roller es dem Lehrer. Dieser sagte ihm: „Ich werde dieses Blatt nun vor deinen Augen verbrennen – danach wirst du diese Worte ganz normal aussprechen können.“ Er hat seither nicht mehr gestottert.

Vielfach haben wir in Schule, Ausbildung und Beruf negative Erfahrungen in puncto Lernen gesammelt, diese blockieren unser Denken und können Stressreaktionen auslösen. Wir möchten Ihnen wieder Zugang zur Lernfreude schenken. Der Kopf wird frei. Viele Menschen drohen in der täglichen Informationsflut zu ersticken. Sie benötigen Hilfestellungen, um diese Informationsmengen bearbeiten zu können und Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden.

Was erwartet Sie auf den folgenden Seiten?

Wir versuchen, ganzheitliche Zusammenhänge zwischen Körper, Geist und Seele aufzuzeigen. Unseren Ausführungen folgen Übungen, welche den praktischen Einsatz des Gelernten demonstrieren. Brain-Gymnastik, Entspannungs- und Konzentrationsübungen lockern das Buch auf und schaffen eine gute Basis, das Gelernte zu vertiefen. Unsere Instrumentarien setzen sich aus verschiedenen Bereichen wie z.B. NLP, Mentaltraining und Kinesiologie zusammen. Großen Wert legen wir auf die Förderung des bildhaften und assoziativen Denkens. Hier liegen auch die direkt messbaren Erfolge für Sie, sofern Sie bereit sind, gerade die Übungen im ersten Teil durchzuführen. Praktische Gesundheitstipps runden das Thema ab und helfen Ihnen auch in anderen Lebensbereichen.

Welchen Nutzen haben Sie als Leser dieses Buches?

Während Sie mehr und mehr Ihren Denk- und Wahrnehmungsapparat in Besitz nehmen, entdecken sie eine Vielzahl von Möglichkeiten, ihre geistige Fitness zu trainieren. Sie finden Lernfreude, haben Erfolgserlebnisse und steigern zudem ihre Konzentrationsfähigkeit. Der Zugang zum fotografischen Gedächtnis eröffnet Ihnen neue Dimensionen des Lernens und Erinnerns. Eine der wesentlichen Erkenntnisse, die Sie haben werden: Lernen kann Freude machen.

Sind irgendwelche Grundkenntnisse erforderlich?

Nein, jeder der ein Gehirn hat, kann dieses Buch lesen. Die Techniken sind einfach zu erlernen und erfordern lediglich etwas Offenheit für kreative und spielerische Dimensionen des Denkens. Übrigens: Schon Leonardo Da Vinci sagte:

„Einfachheit ist die höchste Stufe der Vollendung.“

Schlummernde Potenziale

Wenn wir einmal annehmen, dass ein Mensch körperlich, geistig und seelisch gesund ist, dann können wir auch davon ausgehen, dass er ein gutes Gedächtnis hat. Denn von Natur aus besitzt jeder Mensch ein grenzenloses Potenzial an Speicherplätzen. Wir möchten vermeiden, das Gehirn mit den Leistungsmerkmalen moderner Computer zu vergleichen. Denn im Wandel der Computertechnologie wären die Vergleiche bis zum Erscheinen dieses Buches schon wieder veraltet. Eines ist klar: Den menschlichen Fähigkeiten sind nur durch unser Denken Grenzen gesetzt.

In unserem Gehirn vereinigen sich ca. 90 Milliarden Neuronen (Gehirnzellen) zu einer Schaltzentrale unvorstellbaren Ausmaßes. Ob Denken tatsächlich auch im Gehirn stattfindet, konnte bis heute nicht bewiesen werden. Man fand heraus, dass das Gehirn bei bestimmten Denkoperationen in speziellen Bereichen Aktivitäts-potenziale aufzeigt, was jedoch nicht beweist, dass dort auch gedacht wird. In jeder Körperzelle befindet sich die gesamte Erbinformation des Menschen. Jede Zelle wäre im Prinzip in der Lage, alle Funktionen der restlichen Körperzellen auszuführen. Sie könnte sowohl Auge als auch Ohr, Gehirn oder Leber sein. Aber sie hat sich eben entschieden, ihre spezielle Aufgabe zu erfüllen. Alle ca. 100 Billionen Körperzellen stehen miteinander in Kontakt. Über das Säftesystem, über die Nervenbahnen, über Lichtimpulse oder über heute noch nicht bekannte Leitungen tauschen sie Informationen aus. In einem Gespräch mit Johannes Holler, Autor des Buches Das neue Gehirn, haben wir erörtert, dass Denken und Gedächtnis in jeder Zelle stattfindet und dass sich Wissen sowohl in den Händen als auch im Gesicht, in den Füßen, der Haut, den Knochen, ja, einfach überall befinden muss.

Und da klagen wir über ein schlechtes Gedächtnis? Das kann nicht mit natürlichen Dingen zugehen. Sagen wir lieber:

Jeder hat ein gutes Gedächtnis, die Frage ist nur: Für was?

Wir können uns alles einprägen, was uns tatsächlich interessiert! Wenn die Informationen dann noch von lebenswichtiger Bedeutung sind und uns eine Zunahme von Lebensfreude, Gesundheit und Glück versprechen, dann arbeitet unser Biocomputer auf Hochtouren. Wo unsere Aufmerksamkeit hingeht, da sind unsere Fähigkeiten. Dort, wo Freude und Begeisterung wohnt, sind wir im Einklang mit unseren Potenzialen – und diese stehen uns auch in unserer Lebenspraxis zur Verfügung. Oder: Durch das Training bestimmter Denkweisen und durch die ständig sich wiederholende Praxis ausgewählter Tätigkeiten werden wir zu Spezialisten.

Wo die Lust ist, da wohnt die Freude.Wo die Freude ist, da wohnt mein Können.Dort wo wir Freude und Begeisterung erleben, haben wir Zugang zu unseren Ressourcen.

Im Laufe der nächsten Kapitel wollen wir folgenden Fragen nachgehen:

Wo und wie denkt der Mensch? Welche Potenziale schlummern noch in uns und wie können wir sie aktivieren? Wie lassen sich das Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit trainieren? Was können wir tun, um unser Gehirn gesund und leistungsfähig zu erhalten? Lässt die Erinnerungsfähigkeit im Alter nach? Welche Techniken und Methoden sind geeignet, um eine optimale Nutzung sowohl beruflich als auch privat zu erreichen?

Durch praktische Übungen werden wir feststellen, wie Gedächtnistraining zu erstaunlichen Resultaten führt. Doch zuvor ein kleiner Test, damit Sie sehen, wie gut oder schlecht Ihr Gedächtnis momentan funktioniert.

Gedächtnistest 1

Nehmen Sie sich zwei Minuten Zeit und versuchen Sie, sich folgende 20 Begriffe einzuprägen: Schuhkarton, Goldhamster, Nektarinen, Sonnenbrand, Tisch, Konzentration, Kerzenständer, Delfin, Rucksack, Stereoanlage, Haar, Bilderrahmen, Kohlensack, Auto, Schrank, Wasserfall, Gitarre, Professor, Hut, Baum. Decken Sie die oberen Zeilen zu und versuchen Sie, sich an die 20 Begriffe zu erinnern! Beherrschen Sie auch die Reihenfolge?

1112123134145156167178189191020

Nun überprüfen Sie Ihr Ergebnis und ergänzen die Lücken.

An wie viele Begriffe konnten Sie sich erinnern?

An dieser Stelle verraten wir Ihnen auch, dass Sie bereits mit sieben Begriffen zu den erfolgreichen „Gehirnbesitzern“ gehören, obwohl wir Sie noch nicht zu den Gedächtniskünstlern zählen.

Warum gerade die Zahl 7?

Bei wissenschaftlichen Untersuchungen wurde festgestellt, dass wir uns, sofern wir keine besondere Methodik anwenden, ca. sieben Begriffe, Erledigungen oder Zahlen spontan einprägen können. Zahlen, die bis zu sieben Stellen haben, machen uns ebenfalls keine Mühe. Sind die Kunden-, Artikel- und Telefonnummern jedoch länger, bekommen wir in der Regel schon Schwierigkeiten.

Tipp: Gliedern Sie vielstellige Zahlen, umfassende Daten und Fakten in kleine, überschaubare Gruppen. Denn: Ihr Gehirn verarbeitet gerne kleine Genuss-Häppchen.

Wenn Sie mehr als sieben Begriffe wussten, dann finden Sie jetzt einmal heraus, wodurch diese besondere Leistung möglich war!

Vielleicht haben Sie die Begriffe zu einer zusammenhängenden Geschichte verknüpft? Oder haben Sie die Dinge vor Ihrem inneren Auge visualisiert und sie in den Zimmern Ihrer Wohnung verteilt? Oder waren Sie einfach in der Erwartung, dass es Ihnen gelingt, und haben mit dieser Einstellung schon einmal mögliche Stressfaktoren ausgeschaltet, und sich auf Erfolg eingestellt.

Von Marcus Tullius Cicero, römischer Politiker, Schriftsteller und Redner ist bekannt, dass er seine großen Reden ohne Manuskript gehalten hat und dass er nie den Faden verlor. Er hat sich die wesentlichen Inhalte seiner Reden bildhaft vorgestellt und sie jeweils mit den örtlichen Gegebenheiten seiner Wohnung verknüpft. Wenn er dann im Vortragssaal stand, ging er gleichzeitig gedanklich durch seine Wohnung und konnte so die Gliederung und die Informationen für seine Rede bildhaft auf seinem inneren Bildschirm abrufen.

Es könnte sein, dass Sie bei dem Test auf der vorigen Seite bereits mit einer solchen oder ähnlichen Technik gearbeitet haben. Wir werden später auf die Methode des bildhaften Denkens und Assoziierens zurückkommen. Doch jetzt wollen wir Sie erst einmal zu einer kleinen Reise in das menschliche Gehirn einladen.

Das menschliche Gehirn

Das Großhirn (Cerebrum) besteht aus vielschichtigen Lagen von Nervenzellen. Es teilt sich in zwei Hälften (Hemisphären), welche durch ein Faserbündel, den Balken (Corpus callosum) miteinander verbunden sind. Die beiden Gehirnhälften haben spezifische Funktionen und Begabungen entwickelt. Das Kleinhirn kontrolliert das Gleichgewicht und koordiniert Bewegungsabläufe. Der Hypothalamus reguliert verschiedene Körperfunktionen wie Essen, Schlafen, Körperrhythmen, Temperatur, Sex; insbesondere wirkt er auf den Herzrhythmus, die Atmung, die Zusammensetzung des Blutes und die Drüsenfunktion. Der Thalamus ist das wichtigste Kerngebiet des Gehirns; es ist die Schaltzentrale für sämtliche Sinneswahrnehmungen. Die Hypophyse ist die Hauptdrüse des Körpers – die Chefin des Hormonsystems. In Zusammenarbeit mit dem Hypothalamus wird der Hormonhaushalt geregelt. So wird jedes Organ, jede Drüse, jede Körperzelle in ihrer Funktion angeregt oder gebremst. Das Stammhirn regelt den Kreislauf, die Atmung, die Verdauung.Das Limbische System ist eine Ansammlung von Knoten und Verbindungen, die auf Gefühle reagieren. Vergnügen und Belohnung, Schmerz und Bestrafung, Furcht, Wut und sexuelles Verhalten werden ausbalanciert. Dieses System reagiert auf Vorstellungsbilder und stellt den direkten Kontakt zum vegetativen Nervensystem her. Die Epiphyse, auch Zirbeldrüse genannt, bestimmt in gewissem Sinne unseren Lebensrhythmus. Sie reagiert auf den Lichtwechsel von Tag und Nacht mit der Synthese von Hormonen und wurde in alten Zeiten für den Sitz der Seele gehalten. Hier werden z.B. Melatonin und Freudehormone produziert. Das Rückenmark stellt die Verbindung zwischen dem Zentralnervensystem (ZNS) und dem peripheren Nervensystem her.

Interessante Entdeckungen von Aristoteles: „Das Gehirn ist ein unbedeutendes Organ.“ „Als Sitz der Seele und der Herrschaft über die willkürliche Bewegung – mehr noch: der Nervenfunktionen schlechthin – muss das Herz angesehen werden.“

Die menschliche Zelle

Jede Zelle eines Menschen (ausgenommen die roten Blutkörperchen) enthält alle Informationen, die nötig sind, um spezifische Zellfunktionen zu ermöglichen und um aus Geweben und Organen einen funktionierenden Organismus entstehen zu lassen. Etwa 70 Billionen Zellen gewährleisten nicht nur das Überleben, sondern auch das Erlernen von Fähigkeiten und Fertigkeiten. Der vollständige Bauplan, das menschliche Genom, befindet sich genau gesagt im Zellkern (ausgenommen bei den roten Blutkörperchen). In den jeweils 23 Chromosomen von Mutter und Vater sind sämtliche Erbinformationen gespeichert. Die insgesamt 46 Chromosomen ergeben eine Länge von fast zwei Metern. Die Erbsubstanz nennt sich DNA oder wie früher DNS (Desoxyribonukleinsäure).

Wir erkennen also, dass jede menschliche Zelle über eine unvorstellbare Datenmenge verfügt. Können wir da noch davon ausgehen, dass lediglich das Gehirn für die Speicherung zuständig ist? Nein, wir müssen den ganzen Menschen einbeziehen. Jeder Körperteil, jedes Organ, einfach alles, was den Menschen ausmacht. Unser Gedächtnis ist überall.

Zwei Hirne wohnen in unserem Kopf

So wie viele Dinge eine Dualität kennzeichnet, sei es nun Tag und Nacht, Yin und Yang, Verstand und Intuition, Logik und Gefühl oder links und rechts, so weist auch unser Gehirn eine solche Polarisierung auf.

Die linke Hemisphäre ist vorwiegend verantwortlich für analytisches Denken, für Sprache, logisches Denken. Sie verarbeitet Informationen linear wie ein Computer – sie gliedert und strukturiert. Die rechte Hemisphäre ist verantwortlich für unser visuelles Gedächtnis, unsere Orientierung im Raum, für künstlerische Fähigkeiten, Gefühle und Emotionen, Körperbewusstsein und Erkennen von Gesichtern. Sie ist aktiv, wenn wir Informationen aus der Vogelperspektive als Ganzes betrachten und simultan verarbeiten.

Die Spezialisierung der Hemisphären

Wie Sie aus dem Schaubild entnehmen können, sind unsere Arme und Beine über die Nervenbahnen jeweils mit den gegenüberliegenden Hemisphären verbunden. Die rechte Gehirnhälfte steuert die linke Körperseite und umgekehrt. Gleichzeitig ist es auch so, dass wir durch bewusste Aktivitäten und Bewegungen von Armen und Beinen jeweils die gegenüberliegenden Hemisphären stimulieren können. Hinweis: Über diese Zusammenhänge erfahren Sie noch mehr im Kapitel „Geistig fit mit Kinesiologie“ (S. 171).

Wir sind Spezialisten!

Rechtshänder nutzen tendenziell eher die linke Gehirnhälfte, wobei Linkshänder von Natur aus einen besseren Draht zur rechten Hemisphäre besitzen.

Wir wollen diese Unterschiede jedoch nicht überbewerten. Es kann auch sein, dass Sie, obwohl Sie Rechtshänder sind, eine bessere Verbindung zu den kreativen Potenzialen entwickelt haben. Durch den Corpus callosum (Balken) sind alle Neuronen miteinander vernetzt. Aber eines ist klar:

Einseitige Tätigkeiten fördern einseitige Begabungen. Wir werden zu Spezialisten. Das ist wunderbar so. Gleichzeitig ist es jedoch wichtig, immer wieder Neuland zu betreten, gerade einmal andersherum zu denken oder einfach einmal einen Kopfstand zu machen, oder auf neuen Wegen zur Arbeit oder nach Hause zu fahren.

Es geht darum, Neuland zu betreten

Wenn wir immer nur das tun, was wir immer schon getan haben, werden wir auch die Person bleiben, die wir immer schon waren.

Unser Gehirn benötigt neue Reize. Durch neue Bewegungsabläufe können wir aus alten Mustern heraustreten und neue Denk- und Verhaltensweisen entdecken und entwickeln.

Rechtshänder und Linkshänder sind durch ihre bevorzugten Bewegungsabläufe (rechts oder links) spezialisiert und nutzen tendenziell auch eher die Eigenschaften und Fähigkeiten der jeweils gegenüberliegenden Hemisphäre.

Lassen Sie uns gleich einmal ausbrechen aus den vorgegebenen Denkund Bewegungsmustern. Wir laden Sie ein, jetzt gleich einmal mit Ihrer nicht üblichen Hand zu schreiben und zu malen. Beobachten Sie dabei, wie es sich für Sie anfühlt, aber bewerten Sie das, was Sie tun, nicht mit Ihrem Verstand. Tun Sie es einfach, ohne darüber nachzudenken oder zu urteilen. Es gibt keine Qualitätsmaßstäbe!

Übung: Schreiben mit der nicht üblichen Hand

● Ihren Vor- und Zunamen                                                   ● den Buchtitel                                                   ● den Wochentag                                                   ● das Datum                                                   

Skizzieren Sie (mit der nicht üblichen Hand) nun ein Bild von sich persönlich und malen Sie dazu ein Haus mit einem Zaun; einen Teich, ein Auto und einen Hund in den vorgegebenen Bereich. Es muss nicht „schön“ sein. Viel wichtiger ist, dass Sie es tun!Seien Sie kreativ, malen Sie einfach, was Ihnen in den Sinn kommt.

Na, wie haben Sie sich dabei gefühlt? Eines ist sicher, Sie können mit solchen Übungen die üblichen Denk- und Kreativkanäle verlassen und nach neuen Erfahrungsmöglichkeiten suchen bzw. neue Kanäle für sich eröffnen. Überlegen Sie einmal, was Sie im Alltag ab und zu andersherum tun könnten, ohne dass Sie dabei sich und andere gefährden, indem Sie beim Essen gleich Messer und Gabel vertauschen.

Die großen Schätze sind meist nicht dort zu finden, wo wir sie suchen.

Indem Sie das Unübliche tun und Ihre Komfortzone verlassen, verbinden Sie sich mit Ihren schöpferischen Potenzialen und entwickeln neue Fähigkeiten.

Finden Sie fünf Tätigkeiten,

die Sie zur Abwechslung einmal mit Ihrer nicht üblichen Hand ausführen können. (Wie wäre es z.B. mit Zähneputzen oder Telefonieren?)

1.                                                    

2.                                                    

3.                                                    

4.                                                    

5.                                                    

Es macht viel Sinn, ab und zu den Standort des Telefons oder des Taschenrechners zu verändern, damit es bzw. er mit der nicht üblichen Hand bedient werden muss. Sie werden staunen, wie schnell Ihr Gehirn und Nervensystem sich umstellen. Stellen Sie gleich einmal die Ihre Computer-Maus auf die andere Seite!

Der Mensch hat die größte Freude an dem, was er neu dazulernt. Tun Sie ihrem Gehirn doch den Gefallen und finden Sie zusätzlich zu Ihrem Alltagsprogramm neue, interessante Betätigungsfelder. Lernen Sie, neue Standpunkte einzunehmen und neue Perspektiven zu sehen. Wenn Sie das nächste Mal im Park spazieren gehen, tun Sie es doch einfach mal rückwärts.

Ihr Gehirn braucht neue Anregungen damit es jung und dynamisch bleibt:

- Stellen Sie Ihr Büro um; stellen Sie z.B. Ihr Telefon oder den Taschenrechner auf die andere Seite Ihres Schreibtisches und bedienen Sie diese Geräte auch mit der nicht üblichen Hand (für Computerbesitzer: stellen Sie Ihre „Maus“ um)

- Spielen Sie bei Tennis und Sqash zur Abwechslung mit beiden Händen

- Laufen Sie rückwärts durch Ihre Wohnung

- Gehen Sie neue Wege um zu Ihrer Arbeitsstädte zu gelangen.

- Treffen Sie sich mit neuen Menschen

- Tauschen Sie Ihren Arbeitsplatz mit dem eines Kollegen

Entspannung – ein wichtiges Element geistigen Trainings

Im Normalfall sind unsere Wahrnehmungsorgane ständig damit beschäftigt, inneren und äußeren Impulsen nachzugehen. So gibt es kaum einen Moment, in dem wir nichts denken. Heutzutage werden wir mit Sinnesreizen überflutet, ohne diese unzähligen Informationen tatsächlich verarbeiten zu können. Unsere wertvolle geistige Energie ist gebunden und fehlt für die wirklich wichtigen Denk- und Lösungsprozesse. Um der ständigen Informationsüberflutung Herr zu werden, können Sie sowohl zu Hause als auch an Ihrem Arbeitsplatz eine einfache Übung praktizieren. Sie benötigen lediglich ein paar Minuten Zeit. Wenn Sie im Büro sind, geben Sie im Sekretariat entsprechend Bescheid oder hängen Sie ein Türschild auf, damit Sie wirklich ungestört bleiben.

Übung: Die Ruheminute

So beginnen Sie die Übung: Sitzen Sie möglichst aufrecht und bequem auf Ihrem Stuhl. Spannen Sie für einen Moment sämtliche Muskeln Ihres Körpers an, schneiden Sie auch einige Grimassen und entspannen Sie sich dann wieder. Schließen Sie Ihre Augen und stellen Sie sich darauf ein, dass mögliche Geräusche, die vorhanden sind oder auftauchen könnten, willkommene Begleiter sind und Ihre Konzentration sogar noch fördern. Bleiben Sie so für einige Minuten sitzen und werden Sie zum Beobachter Ihrer Gedanken und Gefühle. Sie sind frei von Urteilen und Bewertungen und fühlen sich vollkommen gelassen und frei. Beobachten Sie Ihren Atem, wie er ruhig und gleichmäßig fließt und an Ihren Nasenflügeln vorbei strömt.

Manchen Menschen genügen zwei bis drei Minuten, andere verweilen auch länger in der Entspannung. Oft geht die Ruheminute in eine kreative Denkphase über, aus der Sie nicht nur erholt, sondern auch mit neuen Ideen und einer großen Portion Motivation zurückkehren.

Wie oft legt man eine Ruheminute ein? Prof. Tepperwein sagte einmal in einem seiner Vorträge, dass wir uns stündlich erlauben sollten, für einige Minuten in die Stille zu gehen. Probieren Sie es aus und finden Sie Ihren eigenen Rhythmus und das für Sie geeignete Maß.

Lassen Sie Gedanken kommen und gehen, ohne sie zu bewerten.Beobachten Sie den Fluss Ihres Atems und lassen Sie ihn kommen und gehen, ohne ihn zu lenken.

So beenden Sie die Übung: Bevor Sie nach einigen Minuten aus dieser Ruhe zurückkehren, stellen Sie sich bereits innerlich darauf ein, dass Sie nach dem Öffnen der Augen wieder vollkommen wach sind und sich frisch, wohl und munter fühlen.Diese einfache Übung bringt Sie zur Ruhe und hilft Ihnen, bei sich anzukommen und Ihre Energien wieder zu bündeln. Sie kommen in der eigenen Mitte an und können von dort aus wieder gestärkt zur Verrichtung Ihrer beruflichen und privaten Aufgaben starten. Zudem erfährt Ihr Körper eine tiefe Erholung und Sie fühlen sich seelisch gestärkt, da Sie mit Ihrem Innersten in Kontakt getreten sind und für Augenblicke Ihren urteilenden und begrenzenden Verstand beiseite gelegt haben.

Besser lernen und erinnern

Fantasie ist die Mutter des Gedächtnisses