Fotografieren in Berlin - Lars Poeck - E-Book

Fotografieren in Berlin E-Book

Lars Poeck

0,0

Beschreibung

Auf Foto-Tour durch Berlin Für alle Hobbyfotografen, die mit ihrer Kamera in Berlin unterwegs sind: Dieser Ratgeber führt dich zu den schönsten Motiven der Hauptstadt und hilft, einfach bessere Fotos zu machen. Was kann ich fotografieren, wie setze ich touristische Highlights in Szene? Welche geheimen Fotomotive gibt es abseits der ausgetretenen Pfade zu entdecken? Perfekt für alle, die Berlin und die Fotografie entdecken möchten! Auf den Punkt gebracht: - Jede Menge Foto-Tipps für die spannendste Stadt Deutschlands. - Ein Ratgeber im handlichen Format – für die Jacken- oder Fototasche geeignet. - 101 faszinierende Bildideen zum Kennenlernen, Nachfotografieren und Üben. - Alles leicht verständlich erklärt, keine Theorie oder Vorkenntnisse nötig!

Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:

Android
iOS
von Legimi
zertifizierten E-Readern

Seitenzahl: 110

Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:

Android
iOS



INHALT

Fotografieren in Berlin

Es ist gar nicht so kompliziert

Blende

Belichtungs- und Verschlusszeit

Fotos, ohne zu verwackeln

ISO

Kameraprogramme

Sinfonie der Großstadt

Tipps für dein Architekturfoto

Tipps für dein Landschaftsfoto

Tipps für die Langzeitbelichtung

Tipps für dein Makrofoto

Tipps für dein Tierfoto

Tipps für dein Sonnenuntergangsfoto

Tipps für dein Porträtfoto

101 Orte in Berlin

Gärten der Welt

Gendarmenmarkt

Olympiastadion

Beelitz-Heilstätten

Schlesisches Tor

Alexanderplatz

Oberbaumbrücke

Arena Berlin

Berliner Reichstag

Fernsehturm Berlin

Elsenbrücke

Flughafen Tempelhof

Viktoriapark

Jüdischer Friedhof Weißensee

Spreepark Plänterwald

Nikolaiviertel

Holocaust-Mahnmal

Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum

Potsdamer Platz

BVB Freibad Lichtenberg

Ökologische Bildungs- und Tagungsstätte

Hauptbahnhof

Tierpark Berlin

Heidelberger Platz

Shell-Haus

Niederländische Botschaft

Friedrichstraße

Tränenpalast

Bahnhof Siemensstadt

Bernauer Straße

East Side Gallery

Neptunbrunnen

Flughafen Tegel

Zitadelle Spandau

Regierungsviertel

Urnengang Krematorium Wilmersdorf

Jüdisches Museum

Schloss Bellevue

Kinderbauernhof im Görlitzer Park

ParkInn Hotel

Museumsinsel Berlin

Berliner Dom

Haus der Kulturen (Schwangere Auster)

Siegessäule

Tiergarten

Blick von der Fischerinsel

Insel der Jugend

U-Bahnhof Wittenbergplatz

Neue Wache Berlin

Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen

Zoo Berlin

Plänterwald

Tegeler Fließ

Brandenburger Tor

Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain

Grunewald

Dorotheenstädtischer Friedhof

Café Moskau

Tempelhofer Freiheit

Warschauer Brücke

Sowjetisches Ehrenmal im Treptower Park

Stasi-Museum

Kino International

Kolonnadenhof

Parkdeck der Neukölln Arcaden

Kottbusser Tor

Technikmuseum

Märkisches Viertel

Galeries Lafayette Berlin

Landwehrkanal

Kino Intimes

Axel-Springer-Haus

Alte Tankstelle in Kreuzberg

LP12 Mall of Berlin

KaDeWe

Tempodrom

Selbstmörderfriedhof

Spittelkolonnaden

Alte Nationalgalerie

Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Liebermann-Villa am Wannsee

Indischer Brunnen am Engelbecken

U-Bahnhof Warschauer Straße

Karpfenteich im Treptower Park

Carillon im Tiergarten

Verbotene Stadt Wünsdorf

High-Deck-Siedlung

Spätis in Berlin

Plattenbaukomplex Leipziger Straße

Unterführung Messe Nord/ICC

Paul-Löbe-Haus

Berliner Philharmonie

Prinzessinnengarten

Naturkundemuseum

Friedhof Columbiadamm

Frankfurter Tor, Strausberger Platz

Streetfoodmarket Markthalle 9

Mauerpark

Spielbank Berlin

Aquarium Berlin

TwinTowers an der Mediaspree

Register

FOTOGRAFIERENIN BERLIN

Dieses Buch nimmt dich mit auf eine fotografische Entdeckungstour durch Berlin. Ich zeige dir meine liebsten Fotolocations, erkläre dir, wie ich die Fotos gemacht habe, und erläutere dir die wichtigsten Funktionen deiner Kamera. Lass dich inspirieren und begib dich auf deine Fotoreise durch die Hauptstadt.

Als ich vor einigen Jahren nach Berlin gezogen bin, fand ich die Stadt anfangs sehr verwirrend. Um sie besser kennenzulernen, habe ich mich mit meinem Fotoapparat auf Entdeckungsreise durch Berlin begeben. So ist das Projekt „101 Orte in Berlin“ entstanden. Ich habe Reiseführer gewälzt, Fotografen getroffen und mit Freunden gesprochen. Ich wollte all die schönen und manchmal geheimen Orte der Stadt fotografieren. Per Fahrrad, Roller und Auto ging es von Marzahn bis zum Grunewald und von Tegel bis Wünsdorf.

In meiner Fotografie geht es nicht um die fotografische Perfektion. Schließlich lerne ich stetig dazu und bin immer wieder neu herausgefordert. Es geht um die Entdeckung wundervoller Orte. Ich verrate dir, welche Motive mir Spaß machen und wo du diese findest, und erläutere, wie ich sie fotografiert habe.

„Ich glaube wirklich, dass es Dinge gibt,die niemand sehen würde, wenn ich sie nicht fotografiere.“

Diane Arbus, US-amerikanische Fotografin

Dieses Buch liefert dir einen Ausschnitt meiner Lieblingsorte. Stetig entdecke ich neue Plätze. Schau auch auf meinen Fotoblog www.ig-fotografie.de. Wenn du spannende Orte zum Fotografieren entdeckst, dann schreibe mir eine E-Mail an [email protected] Ich freue mich, sie zu entdecken!

Herzliche GrüßeLars

ES IST GAR NICHTSO KOMPLIZIERT

Sicher hast du viele Fotoideen im Kopf. Doch wie setzt du sie um? Viele meiner Fotos beschreibe ich dir in diesem Buch. Dazu ist es wichtig, deine Kamera zu verstehen. Bevor wir also starten, hier ein paar Worte zur Technik.

Wenn du deine Kamera bereits gut kennst, kannst du dieses Kapitel überblättern. Bist du dir aber nicht sicher, was Tiefenschärfe, Blende & Co. bedeuten, oder willst du dein Wissen auffrischen, dann nimm dir einen Moment Zeit, um für deinen Fototrip bestens gewappnet zu sein.

Ich fotografiere seit einigen Jahren fast ausschließlich im manuellen Modus. Das ist gar nicht so schwer. Doch dazu musste ich drei Begriffe und deren Zusammenspiel verstehen lernen: Blende, Verschlusszeit und ISO.

Blende

Die Blende ist die Öffnung im Objektiv, durch die das Licht fällt. Kreisförmig angeordnete Lamellenbleche verschieben sich so ineinander, dass die Öffnung für das Licht enger oder weiter wird. Mit der Wahl der Blende regelst du also, wie viel Licht auf deinen Kamerasensor gelangt.

Das ist ähnlich wie bei einem Wasserhahn. Wenn du den Hahn voll aufdrehst – also weit öffnest –, kommt schnell sehr viel Wasser aus dem Hahn. Wenn du den Hahn hingegen nur ein wenig aufdrehst – also nur minimal öffnest –, läuft wenig Wasser heraus, und es dauert länger, bis du die gleiche Menge Wasser hast.

Die Blende regelt die Lichtmenge

Genauso verhält es sich mit der Blende und dem Licht. Ist die Blende weit geöffnet, kommt schnell viel Licht durch die Öffnung. Wenn du die Blende nur wenig öffnest, fällt wenig Licht hindurch, und es braucht länger, bis die gleiche Lichtmenge auf den Sensor deiner Kamera gelangt ist. Die Zeit der Öffnung bestimmt die Belichtungszeit, aber dazu kommen wir gleich.

BLENDENREIHE MIT GANZEN BLENDEN (F)

0.5 | 0.7 | 1 | 1.4 | 2 | 2.8 | 4 | 5.6 | 8 | 11 | 16 | 22viel Licht wenig Licht

Durch Erhöhung oder Verringerung um eine Blendenstufe halbierst beziehungsweise verdoppelst du die Lichtmenge, die auf deinen Kamerasensor trifft.

Die Blende regelt die Tiefenschärfe

Neben der Lichtintensität regelt die Blende die Tiefenschärfe, also welche Bereiche auf deinem Foto scharf und welche Bereiche unscharf abgebildet sind. Damit hat die Blende einen entscheidenden Einfluss auf die Bildwirkung deines Fotos.

ISO 200 / 100 mm / ƒ5.6 / 1/800 sGärten der Welt: Die Biene wirkt noch eindrucksvollerdurch die Wahl einer großen Blende, dennsie ist freigestellt vor dem unscharfen Hintergrund.

Möchte ich mein Objekt im Vordergrund scharf darstellen und den Hintergrund verschwimmen lassen? Dann fotografiere ich mit einem kleinen Blendenwert, also einer großen Blende (z. B. ƒ2). Das passt toll zu Porträtfotos. Hier will ich den Fokus auf die Augen legen. Nichts soll von dem Porträt ablenken. Mit einer großen Blende kannst du dein Hauptmotiv vor dem Hintergrund freistellen.

Anders gehe ich vor, wenn ich eine Landschaftsaufnahme fotografiere. Hier wähle ich eine kleine Blende mit großem Blendenwert (zum Beispiel ƒ16). Dann ist alles auf meinem Foto scharf, und ich habe eine große Tiefenschärfe. Eine kleine Blende führt dazu, dass auch weniger Licht auf deinen Sensor gelangt. Daher wird in der Landschaftsfotografie oft ein Stativ genutzt, um die Belichtungszeit zu verlängern, ohne das Foto zu verwackeln.

ISO 100 / 25 mm / ƒ8 / 32 sParkdeck Neukölln Arcaden: InLandschaftsaufnahmen oder hier beim Blicküber Berlin möchte ich durch die Wahl einerkleinen Blende volle Tiefenschärfe erzielen.

Belichtungs- und Verschlusszeit

Die Belichtungszeit (Verschlusszeit) regelt, wie lange Licht auf deinen Kamerasensor einfällt. Das können kürzeste Werte von 1/4000 Sekunde (s) sein bis hin zu langen Verschlusszeiten von 30 Sekunden oder noch länger. Durch die Wahl der Verschlusszeit komponierst du ebenfalls dein Foto. Diese arbeitet direkt mit deiner Blende zusammen.

ISO 1600 / 112 mm / ƒ5.6 / 1/250 sMauerpark: Sportler bewegen sich schnell. Eine kurzeVerschlusszeit garantiert dir ein scharfes Foto.

Willst du den Flügelschlag eines Vogels scharf einfangen oder einen Rennradfahrer fotografieren, wählst du eine kurze Verschlusszeit (1/250 Sekunde oder höher), da du schnelle Bewegungen festhalten möchtest.

Mit einer langen Belichtungszeit am Abend werden die Lichtspuren der Autos zu fantasievollen roten und gelben Lichtstreifen. Oder du lässt auf einem belebten Platz das Gewirr an Menschen zu einem verschwommenen Gewusel werden. Eine lange Belichtungszeit ist ebenfalls toll für Experimente mit Zügen und anderen bewegten Objekten.

ISO 100 / 35 mm / ƒ16 / 15 sFriedrichstraße: Lange Verschlusszeitenkönnen Effekte in die Nachtzaubern, die das normale Auge nicht sieht.

Fotos, ohne zu verwackeln

Manchmal hast du eine tolle Idee, aber das Foto ist verwackelt. Für die Wahl der Belichtungszeit ist es wichtig einzuschätzen, wie lange du die Kamera ohne Stativ ruhig halten kannst. Merke dir als Faustregel, dass du als Verschlusszeit immer mindestens den Kehrwert deiner Brennweite wählen solltest. Das bedeutet, bei einer Brennweite von 50 mm mindestens 1/50 Sekunde oder schneller als Belichtungszeit zu wählen.

FAUSTREGEL FÜR FREIHAND-VERSCHLUSSZEIT

Das Stativ für lange Belichtungszeiten

Da ich häufig am frühen Morgen oder späten Abend fotografiere, sind Stativ und Kabelfernauslöser für mich wichtige Begleiter. Denn sobald die Verschlusszeit den Kehrwert deiner Brennweite unterschreitet, droht dein Foto zu verwackeln. Mit einem Stativ aber kann ich das nächtliche Stadtpanorama oder in dunklen Lost Places meine Fotos komponieren.

ISO

Ich erinnere mich noch, als ich das erste Mal einen Kleinbildfilm mit ASA/ISO 400 gekauft habe. „Damit kannst du auch abends fotografieren“, sagte mein Vater, bevor wir in den Familienurlaub in die USA geflogen sind. Super, schließlich stand ein Bummel durch das nächtliche Las Vegas auf dem Plan.

ISO 3200 / 88 mm / ƒ1.8 / 1/50 sTunnelsystem unter dem Teufelsberg: Wennich Personen in Bewegung in schwierigenLichtverhältnissen fotografiere, wähle icheinen hohen ISO-Wert.

ISO beschreibt die Filmempfindlichkeit

ISO steht für International Organization for Standardization. Aber viel wichtiger ist: ISO beschreibt die Lichtempfindlichkeit.

Meine heutige digitale Spiegelreflexkamera erlaubt mir ISO-Einstellungen von 100 bis 6400. Moderne Kameras lassen sogar weit höhere Werte zu. In meinem Kameramenü muss ich den Einsatz von 6400 jedoch extra freischalten. Wieso das? Ist es nicht super, wenn ich in dunkelster Nacht fotografieren kann? Nicht unbedingt, denn je höher mein ISO-Wert, desto mehr Bildrauschen hat mein Foto.

Somit sollte dein Ziel also sein, den ISO-Wert gering zu halten, auch wenn die Technik sehr viel ermöglicht.

Kameraprogramme

Du brauchst keine teure digitale Spiegelreflexkamera (DSLR), um tolle Fotos zu machen. Selbst einfache Kompaktkameras oder Smartphones sind wahre Wunderwerkeder Technik. Wenn ich auf Fototour bin, fotografiere ich mit meiner großen digitalen Spiegelreflexkamera mit Wechselobjektiven. Für das tägliche Foto zwischendurch habe ich hingegen immer eine Kompaktkamera oder zumindest mein Smartphone dabei.

Wenngleich meine Fotoideen sich zum Großteil auf Einstellungen im manuellen Modus beziehen, ist es sinnvoll, zumindest den Unterschied der verschiedenen Betriebsarten einer Digitalkamera zu verstehen.

Programmautomatik (P)

Blendenautomatik (TV/S)

ISO 200 / 50 mm / ƒ4 / 1/400 sBerlin Kreuzberg: Wenn ich aufFototour durch Kreuzberg bin, nutze ichdie Blendenautomatik, um auf alle Situationenvorbereitet zu sein.

Ich nutze dieses Programm manchmal, wenn ich auf Streetfotografie-Tour bin und es schnell gehen muss.

Zeitautomatik (AV/A)

WARUM KANN ICH NICHT ALLE BLENDEN AUSWÄHLEN?

Je nach Brennweite können nicht immer alle Blendenwerte angewählt werden. So kann es passieren, dass du im Zoom-/Telebereich bei einer Brennweite ab 100 mm und höher an deinem Objektiv nicht mehr den ganz niedrigen Blendenwert einstellen kannst, der mit demselben Objektiv noch bei 18 mm möglich war. Bei dem kleinsten möglichen Wert handelt es sich um die Offenblende.

Ein Objektiv mit einer sogenannten durchgehenden Offenblende ist meist sehr teuer. Die einstellbaren Blendenwerte kannst du vorne auf dem Objektiv ablesen. Da kann zum Beispiel stehen: 55–250 mm ƒ4.0–5.6. Das bedeutet, dass du bei einer Brennweite von 250 mm als kleinste mögliche Offenblende ƒ5.6 wählen kannst.

Manueller Modus (M)

ISO-AUTOMATIK IM MANUELLEN MODUS

Mit aktivierter ISO-Automatik denkt deine Kamera trotz manuellem Modus mit und passt die ISO-Einstellung automatisch auf Basis deiner gewählten Einstellungen aus Verschlusszeit und Blende an. Du kannst in vielen Kameras einen maximalen ISO-Wert festlegen. Wenn du die ISO-Automatik deaktivierst, werden gemessene Belichtungswerte ignoriert. Die Belichtung erfolgt nur nach deinen Vorgaben.