Fragmente eines Tabus - Ruth Draths - E-Book

Fragmente eines Tabus E-Book

Ruth Draths

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Beschreibung

Dreizehn Geschichten mit dem Erlebnis sexueller Gewalt werden aus der Sicht der Autorin und Jugendgynäkologin geschildert. Während ihrer medizinischen Betreuung stellt sie eine Beziehung zum Opfer her und begleitet die Betroffenen feinfühlig wieder aus dem Dunkeln der Gewalt heraus in ein Leben danach. Nichts wird beschönigt, und dennoch macht das Buch Mut, als Opfer den Schritt hinaus zu wagen. Wie zerstörerisch sexuelle Gewalt wirkt, wird nicht nur durch die Geschichten, sondern auch durch berührende Bilder vermittelt, die speziell für dieses Werk erstellt wurden und sich durch das gesamte Buch ziehen. Das Buch wendet sich gegen die Tabuisierung des sexuellen Missbrauchs, es gibt den Opfern eine Stimme und ein Gesicht.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 89

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Fragmente eines Tabus

Fragmente eines Tabus

Ruth Draths, Eve Stockhammer

Ruth Draths

Eve Stockhammer

Fragmente eines Tabus

Sexueller Missbrauch an Kindern und Jugendlichen – über den sensiblen Umgang mit Betroffenen

Dr. med. Ruth Draths

Frauenpraxis Buchenhof

Praxis für Mädchen und Frauen

Buchenstrasse 8, 6210 Sursee

[email protected]

Dr. med. Eve Stockhammer

[email protected]; www.eveandart.com

Wichtiger Hinweis: Der Verlag hat gemeinsam mit den Autoren bzw. den Herausgebern große Mühe darauf verwandt, dass alle in diesem Buch enthaltenen Informationen (Programme, Verfahren, Mengen, Dosierungen, Applikationen, Internetlinks etc.) entsprechend dem Wissensstand bei Fertigstellung des Werkes abgedruckt oder in digitaler Form wiedergegeben wurden. Trotz sorgfältiger Manuskriptherstellung und Korrektur des Satzes und der digitalen Produkte können Fehler nicht ganz ausgeschlossen werden. Autoren bzw. Herausgeber und Verlag übernehmen infolgedessen keine Verantwortung und keine daraus folgende oder sonstige Haftung, die auf irgendeine Art aus der Benutzung der in dem Werk enthaltenen Informationen oder Teilen davon entsteht. Geschützte Warennamen (Warenzeichen) werden nicht besonders kenntlich gemacht. Aus dem Fehlen eines solchen Hinweises kann also nicht geschlossen werden, dass es sich um einen freien Warennamen handelt.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.dnb.de abrufbar.

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Kopien und Vervielfältigungen zu Lehr- und Unterrichtszwecken, Übersetzungen, Mikroverfilmungen sowie die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Anregungen und Zuschriften bitte an:

Hogrefe AG

Lektorat Psychiatrie

Länggass-Strasse 76

3000 Bern 9

Schweiz

Tel: +41 31 300 45 00

E-Mail: [email protected]

Internet: http://www.hogrefe.ch

Lektorat: Susanne Ristea

Bearbeitung: Thomas Koch-Albrecht, Münchwald

Herstellung und Satz: Daniel Berger

Umschlagabbildung: „Die Würfel sind gefallen“, Eve Stockhammer, Bern

Umschlag: Claude Borer, Riehen

Text: Ruth Draths, Sursee

Bilder (Innenteil): Eve Stockhammer, Bern

Fotografie: Natalie Boo, AURA Fotoagentur, Luzern

Druck und buchbinderische Verarbeitung: AZ Druck und Datentechnik GmbH, Kempten

Printed in Germany

1. Auflage 2017

© 2017 Hogrefe Verlag, Bern

(E-Book-ISBN_PDF 978-3-456-95710-4)

(E-Book-ISBN_EPUB 978-3-456-75710-0)

ISBN 978-3-456-85710-7

http://doi.org/10.1024/ 85710-000

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Sofern der Printausgabe eine CD-ROM beigefügt ist, sind die Materialien/Arbeitsblätter, die sich darauf befinden, bereits Bestandteil dieses E-Books.

Dieses Dokument ist nur für den persönlichen Gebrauch bestimmt und darf in keiner Form vervielfältigt und an Dritte weitergegeben werden. Aus Ruth Draths, Eve Stockhammer – Fragmente eines Tabus (ISBN 9783456857107) © 2016 Hogrefe Verlag, Bern

Danksagung

Es ist ein grosse Freude, dass das Buch Fragmente eines Tabus zustande gekommen ist. Viele Personen waren daran beteiligt, viel Unterstützung habe ich bei der Umsetzung erfahren.

Die Idee für das Buch begleitete mich seit vielen Jahren, aber erst im Gespräch mit der Künstlerin Eve Stockhammer nahm die Umsetzung Gestalt an. Es entstand ein intensiver Austausch zwischen Geschichten und Bildern, der mich sehr berührte, dafür bedanke ich mich herzlich.

Die Zusammenarbeit in der Kinderschutzgruppe war bereichernd und hilfreich, ich bedanke mich bei den Mitarbeitern für die Möglichkeit, all die traurigen und belastenden Geschichten mitzuteilen.

Francesca Navratil, meine Lehrerin und Vorbild in der Kindergynäkologie, half uns mit präziser und konstruktiver Kritik. Was für eine Bereicherung, mit ihr zu diskutieren. Danke, Francesca, für dein Engagement und deine Hilfsbereitschaft.

Ein weiterer Dank gilt der Staatsanwaltschaft für die Durchsicht des Manuskrips sowie der Lektorin für die sorgfältige Korrektur.

Die wunderbaren Bilder der Künstlerin wurden von der Fotografin Natalie Boo, AURA, für die digitaler Reproduktion mit grosser Sorgfalt fotografiert. Der grösste Dank geht aber an meine Familie, vor allem an meinen Mann, der mich immer ermutigt und begleitet hat.

Ermöglicht wird das Projekt durch den Verein firstlove sowie mehrere Sponsoren, die im Anhang genannt werden. Ich bedanke mich für das Vertrauen und das Interesse an dem schwierigen Thema Kinderschutz. Nur dank ihrer Unterstützung konnte das Buch Fragmente eines Tabus verwirklicht werden.

Geleitwort

Sexuelle Gewalt im Kindes- und Jugendalter ist leider häufig. Sie umfasst alle Erfahrungen – mit oder ohne Körperkontakt – bei denen Kinder oder Jugendliche sexuelle Handlungen erdulden müssen, denen sie aufgrund ihrer emotionalen oder kognitiven Entwicklung nicht zustimmen können. Die Täter können männliche und weibliche Erwachsene und Jugendliche sein, die aus dem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis stammen, oder Fremdtäter aller Ethnien und sozialen Schichten. Ihre Opfer sind weibliche und männliche Säuglinge, Kinder und Jugendliche. Eine besondere Risikogruppe stellen Kinder und Jugendliche mit körperlicher oder geistiger Behinderung dar.

In den 1960er- und 1970er-Jahren wurden Ärztinnen und Ärzte noch selten mit dem Problem der sexuellen Gewalt an Kindern und Jugendlichen konfrontiert – die Betroffenen wurden meist als „Einzelfälle“ wahrgenommen. In dieser Zeit stieß auch ich im Rahmen meiner Ausbildung zur Kinderärztin in den Vereinigten Staaten und in Zürich erstmals auf das Thema. Da damals eine Sensibilisierung für das Problem, das nötige diagnostische Wissen sowie eine spezifische Handhabung fehlten, wurden viele betroffene Kinderopfer nicht erkannt, andere dagegen fälschlicherweise als „sichere Fälle“ von sexuellem Missbrauch diagnostiziert. Eine Beratung und Betreuung der Opfer und ihrer Bezugspersonen durch fachlich kompetente Stellen existierte praktisch nirgends.

Anfangs der 1960er-Jahre erkannte der nach Amerika emigrierte Pädiater Henry Kempe die Häufigkeit des sexuellen Missbrauchs und etablierte erste diagnostische und therapeutische Richtlinien. Gemeinsam mit seiner Frau Ruth wurde er führender Experte in Fragen der Kindesmisshandlung und gründete 1972 The National Center for the Prevention and Treatment of Child Abuse and Neglect, heute als Kempe Children’s Center bekannt.

Bereits bestehende Kinderschutzgruppen, die sich auf die Thematik körperliche Misshandlung spezialiert hatten, griffen nach und nach das Thema des sexuellen Missbrauchs auf. In vielen Ländern entstanden nun spezialisierte interdisziplinäre Beratungsstellen. Durch die vermehrte Sensibilisierung von Fachpersonen und der Allgemeinheit auf das Problem des sexuellen Missbrauchs nahm die Zahl der Verdachtsfälle rasch zu, die Diagnostik wurde verbessert, das therapeutische Angebot ausgebaut. Zeitgleich wurden seit den ausgehenden 1980er-Jahren wichtige Fachbücher sowie persönliche Betroffenenberichte veröffentlicht.

Als ich zu Beginn der 1980er-Jahre die Sprechstunde für Kinder- und Jugendgynäkologie am Kinderspital Zürich leitete, erlangte das Thema Kindesmissbrauch immer größere Bedeutung. Es tauchte in der ärztlichen Fortbildung auf und wurde von der Forschung aufgegriffen. Studien über Genitalbefunde an nicht missbrauchten Kindern lehrten uns, die Mannigfaltigkeit der Normalbefunde, der Normvarianten sowie der Pathologien durch andere Ursachen zu erkennen und mahnten zur Vorsicht in der Interpretation von Befunden. Vieles, was früher als beweisend für einen sexuellen Missbrauch galt, wurde nun als Normvariante erkannt. Damit änderte sich auch die Bedeutung der körperlichen Untersuchung. Allerdings wissen wir heute auch, dass sie in den meisten Fällen von erfolgtem sexuellem Missbrauch keinen endgültigen Beweis erbringen kann und dass sie nur einen kleinen Teil der notwendigen multidisziplinären Maßnahmen darstellt.

Denn sexuelle Gewalt zerstört nachhaltig die körperliche Integrität, sie ist ein Angriff auf das Innerste, das Intimste des Opfers. Hier kann eine feinfühlig durchgeführte Untersuchung ein wichtiger Meilenstein im therapeutischen Verarbeitungsprozess sein. Diese therapeutisch ausgerichtete Untersuchung darf auf keinen Fall traumatisierend sein und darf nur mit der Einwilligung des Opfers stattfinden. Dann kann sie sich heilend auf das Gefühl der Zerrissenheit auswirken, die Wiederherstellung der körperlichen Normalität und Integrität unterstützen und dem Opfer die Entscheidungsgewalt über den eigenen Körper zurückgeben.

Das vorliegende Bild-Text-Buch der Kinder- und Jugendgynäkologin Ruth Draths und der malenden Psychiaterin Eve Stockhammer nähert sich dem Thema des sexuellen Missbrauchs und des Kinderschutzes auf eine ganz neuartige, sehr informative und gleichzeitig subtile Weise an. Mit 13 detailliert beschriebenen Fallvignetten und eigens dazu gemalten Fantasieportraits wird der Leser, die Leserin direkt mit sehr komplexen, beeindruckenden und traurigen Geschichten von Kindern und Jugendlichen konfrontiert. Sie sind Opfer, die sexuelle Gewalt erleben mussten, aber den Mut und die Kraft aufbrachten, darüber zu sprechen. Mit „Fragmente eines Tabus“ gelingt ein Einblick in diese vielschichtige Problematik und in die unterschiedlichen Möglichkeiten des Erkennens, der Beweisführung und der Hilfeleistung. Die bewegenden Bilder von Eve Stockhammer begleiten diese Geschichten und erlauben, das Drama der sexuellen Gewalt visuell aufzunehmen. Texte und Bilder bewirken eine starke Empathie, gekoppelt mit dem Wunsch, die Augen und die Seele für das Wohl der Kinder und Jugendlichen zu öffnen und sich dieser Tragödie anzunehmen.