Fragulinchen - null michelle_werner - E-Book

Fragulinchen E-Book

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Beschreibung

Fragulinchen (sie ist am Titelbild zu sehen) wird täglich zu Bett gebracht und erzählt, was sie bedrückt oder beschäftigt. Die Aufgabe von Mama und Papa Klug ist, eine Geschichte zu erzählen, die dieses konkrete Problem löst. Manchmal hat auch ein Elternteil etwas auf dem Herzen oder die Eltern streiten miteinander und dann hat Fragulinchen eine Geschichte, die beide Elternteile wieder zusammen bringt. Es ist nicht bloß ein Elternteil der sich mit dem Kind beschäfigt, sondern der Vater wird hier ebenso miteinbezogen wie die Mutter. Eltern profitieren von vielen Geschichten noch mehr als das Kind, daher ist dieses Werk vor allem für die schon 'Ausgewachsenen" gedacht.

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Seitenzahl: 85

Veröffentlichungsjahr: 2013

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michelle_werner

Fragulinchen

Was sie bewegt und wie sie die Familie verändert

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Fragulinchen und das große Loch

Fragulinchen und das Glück mit Garantie

Fragulinchen’s Geburtstag

Fragulinchen braucht Hilfe

Fragulinchen hat einen Plan

Fragulinchen’s Papi hat Kummer

Fragulinchen fühlt sich ungeliebt

Fragulinchen fühlt sich wertlos

Fragulinchen hat etwas auf dem Herzen

Im Himmel gibt es keine Strafe

Fragulinchen kann nicht einschlafen

Vom Schwindeln und steckenbleiben

Impressum neobooks

Fragulinchen und das große Loch

Wie jeden Abend, so setzte sich auch heute Mama Klug an das Bett von Fragulinchen, um ihm eine Geschichte zu erzählen. Mama Klug hatte versprochen, dies jeden Tag zu tun, an welchem Fragulinchen ein braves Mädchen war. Eigentlich war das gar nicht so klug von Mama Klug, denn Fragulinchen hatte jeden Tag Fragen, wollte die große Welt kennenlernen und verstehen und warum sollte das nur an jenen Tagen geschehen, an denen es brav war? Es musste doch auch an Tagen, an denen es schlimm war zur Schule, um zu lernen. Mama Klug war ganz von alleine darauf gekommen, dass sie sich eigentlich gar nicht so klug verhielt und deshalb wollte sie heute eine Geschichte von klugen Menschen und von deren Fehlern erzählen.

Wie jeden Tag durfte Fragulinchen mit einer Frage beginnen und Mama Klug erzählt dann eine Geschichte, welche die Frage beantworten soll. „Mama, wer hat das Ooooozzzooon-Loch gemacht? Sie sprechen immer wieder in den Nachrichten davon, aber niemand sagt mir, wer es gemacht hat. Wenn wir Kinder etwas anstellen, dann ist es immer so wichtig, wer das gemacht hat. Ist das bei den Erwachsenen anders?"

„Moment mal, das sind viele Fragen auf einmal, lasse mich einen Moment nachdenken", antwortete Mama Klug. „Mama, wenn ich das sage, dann sagst du immer, ich suche nach einer Ausrede. Suchst du jetzt nach einer Ausrede?" Mama Klug fühlte sich ein wenig ertappt, konnte aber Fragulinchen heute besonders gut verstehen. Eigentlich war Fragulinchen besonders klug.

„Vor vielen tausend Jahren", begann Mama Klug mit ihrer Geschichte, „da machte der liebe Gott die Erde und die Menschen. Er wollte einen Platz im großen Weltall schaffen, wo sie sich wohl fühlen können, wo sie miteinander spielen, reden und wo sie ganz füreinander da sein können. Also schuf er die Welt, mit all dem, was darauf wächst. Er schuf kleine Mädchen und Jungen und damit sie es immer schön warm haben, ließ er für sie auch eine Sonne entstehen.

Der liebe Gott wusste aber auch, dass die Sonnenstrahlen an manchen Tagen viel zu stark für die Menschen waren und so hüllte er die Erde in einen unsichtbaren Mantel, der dafür sorgen sollte, dass die Menschen immer nur so viel Sonnenstrahlen bekommen, als sie vertragen können. Außerdem gab er jedem Menschen das Gleiche. Es war ihm besonders wichtig, dass alle Menschen das Gleiche hatten, weil er wusste, dass sie sonst streiten würden. Also sorgte er dafür, dass alle Menschen gleich viele Bäume, Berge, Seen, Blumen und Tiere hatten.

Viele Jahre wussten die Menschen auf der Erde, dass die Dinge der Natur niemandem alleine gehören und so von allen gut behandelt werden müssen. Einige Menschen freuten sich daran und waren zufrieden. Andere aber meinten, sie müssten mehr haben, als all die anderen und so begann ein Wettlauf unter den Menschen. Einige sammelten die Hölzer der Bäume, um damit zu tauschen, andere verbrannten die Bäume, weil sie meinten, dort solle man besser etwas anderes anpflanzen. Die Menschen erfanden Maschinen, mit denen sie all dies noch viel schneller und viel schöner tun konnten.

Der liebe Gott runzelte allmählich die Stirn weil er sah, wie sehr sich die Welt veränderte. Wollten die Menschen klüger sein als er, glaubten sie eine schönere und bessere Welt schaffen zu können? So beschloss der liebe Gott, den Menschen zu helfen, sodass diese vielleicht aus ihren Fehlern lernen konnten. Aber die eingebildeten Menschen, die sich für soooo klug hielten, bemerkten gar nicht, wie eingebildet sie waren und setzten ihre Bemühungen reicher zu werden fort.

Eines Tages erfanden sie so etwas wie einen Geist. Sie nannten ihn Treibgas und füllten ihn in Flaschen. Sie entdeckten, wenn sie den Geist aus der Flasche ließen, dann entstanden wunderschöne Frisuren, sehr schöne Autos, tolle Kühlschränke und sogar dort wo es manchmal stank, verbreiteten sie durch den Geist wunderbare Düfte.

Der liebe Gott fand diese Düfte gar nicht so wundervoll, sonst hätte er sie wohl selber erfunden, aber er wusste, dass der Mensch nur durch Fehler lernen konnte. Also sah er zu, was da weiter auf der Erde passierte.

So geschah es, dass viele Menschen diesen Treibgeist aus der Flasche ließen und alle Treibgeister dieser Welt strömten dann aus und strömten und strömten - alle nach oben, dorthin, wo der liebe Gott den unsichtbaren Mantel hingetan hatte. An einigen Stellen wurde der Mantel ganz dünn und an zwei Stellen hat der Treibgeist sogar ein Loch in den Mantel gebohrt. Durch diese Löcher konnte nun die Sonne direkt auf die Erde fallen und immer größeren Schaden anrichten.

Der liebe Gott dachte, dass die Menschen nun auf den Fehler aufmerksam würden, aber dabei hat er sich wohl geirrt. Einige Menschen beklagten zwar bereits das, was passiert war und verzichteten auf den Treibgeist, die großen Könige aber, welche ihren Reichtum dem Treibgeist zu verdanken hatten, wollten nicht auf das viele Geld verzichten, also machten sie nur Gesetze, in denen der Treibgeist weiter bestehen durfte - wenigstens noch einige Jahre - und so wurde das Loch immer größer und größer. Sie vergaßen dabei, dass die Kinder der großen Könige zwar eines Tages viel Geld haben werden, aber nicht mehr im Freien spielen können.

Eigentlich heißt dieses Loch wegen der Menschen, die sich für soooo klug halten, OOOH-SOOO-Loch, aber da Erwachsene ihre Schuld nicht zugeben wollten, nannten sie es Ozon-Loch."

Fragulinchen war jetzt zu aufgeregt, um schlafen zu können, denn die Geschichte hatte ja gar keinen schönen Abschluss, kein gutes Ende und dies fand auch der liebe Gott. Also schickte er viele kleine Fragulinchens auf die Erde, die den Großen, sooo klugen Menschen, sooo lange Fragen stellen sollten, bis vielleicht eines Tages die klugen Menschen darauf kommen, dass sie nicht klüger sein können, als der, der die Welt geschaffen hat.

Schau hinauf zu den Sternen kleines Fragulinchen und höre nie auf zu fragen, denn deine Fragen sind es, die die Welt retten können. Und du Mama Klug höre nie auf, die Fragen deiner Kinder zu beantworten, denn Fragulinchens sind unsere Schutzengel von heute. Und nun schlaf schön ein mein kleiner Schutzengel und danke, dass es dich gibt.

Fragulinchen und das Glück mit Garantie

Fragulinchen hatte sich schon die Zähnchen geputzt - zumindest so, dass sie nach Zahnpasta rochen, die Zahnspange gereinigt und es sich im Bett gemütlich gemacht. Nur ein Beinchen lugte noch unter der Decke hervor und schaukelte ungeduldig über den Bettrand hinaus. Während dessen sammelte Mama Klug noch die Spielsachen vom Boden auf, all die, welche von ganz alleine aus der Spieltruhe gekommen waren und alleine nicht in ihr Körbchen wollten.

Dann setzte sich Mama Klug vorsichtig neben Fragulinchen, richtete ihre Schürze und strich ihr Haar zu Recht. Für Mama war dies immer ein besonderer Moment, denn hier ließ sie sich nicht drängen, sie vergaß für einige Minuten ihre Pflichten, ihre Verantwortung, sie war ihrem Fragulinchen für einige Momente ganz nahe, manchmal so nahe, dass Mama Klug meinte selbst noch ein kleines Mädchen zu sein.

„Mama Klug, sag heißt du Klug weil du so viel weißt, oder halten dich die Menschen für klug weil das dein Name ist?" „Sonderbar", dachte Mama, „diese Frage ist mir eigentlich noch nie in den Sinn, gekommen - es kann doch nicht sein, dass Menschen nach solchen Äußerlichkeiten behandelt werden - oder doch?"

„Weißt du Fragulinchen, sich selbst zu beurteilen ist gar nicht so leicht und manchmal brauchen wir ein ganzes Leben, um herauszufinden wie wir wirklich sind. Aber vielleicht hilfst du mir dabei es rauszufinden!" „O.K. ! Mama - sag mal, was ist eine GARANTIE? Ist das so etwas wie Sicherheit? Und gibt es die auch darauf, dass du mich immer lieb haben wirst, auf den Holzfuß von Opa, oder darauf, dass man nicht sterben muss, darauf, dass man immer glücklich sein wird?"

„Das sind aber viele Fragen! Nun, ich werde dir eine Geschichte erzählen, welche dir vielleicht die Antwort geben kann. Diese Geschichte hat in unserer Familie seit hunderten von Jahren immer wieder die Mami den Kleinen weitergegeben und so ist sie bis heute erhalten geblieben.

Vor langer Zeit, in einem Land welches so ähnlich aussah wie unseres, lebte einst ein weiser alter Mann. Zu ihm kamen die Menschen um Rat wenn sie nicht weiter wussten, zu ihm kamen sie wenn sie Sorgen hatten und er versuchte ihnen zu helfen.

Eines Tages hatte der weise Mann eine Idee. Er nahm seinen Werkzeugkoffer und verschwand in seiner Werkstätte. Viele Wochen zogen ins Land und man hörte immer nur klopfen, sägen, hämmern. Und eines Tages war er dann soweit. Er hatte eine Maschine gebaut, die er den staunenden Menschen zeigte. Man brauchte sich einfach nur hineinzusetzen und schon ging es los. Da drehte sich ein Rad, dort blinkte eine Lampe oder Kerze, an einer anderen Stelle bewegte sich ein Zeiger und noch vieles mehr.

Menschen, die sich in diese Maschine setzten vergaßen all das, woran sie sonst dachten und was ihnen Sorgen machte und sie waren einfach nur glücklich. So nannte der weise Mann diese Maschine GLÜCKSMASCHINE. Nicht, dass die Maschine ihnen Glück bringen konnte oder dass am Ende eine dicke Wurst mit Glück gefüllt herauskam, aber die Menschen konnten in dieser Maschine alles andere vergessen und sich daher auf das Glücksgefühl konzentrieren, das aus ihnen selbst kam.

Jeder wollte eine solche Maschine haben und so beschäftigte der weise Mann viele Helferchen, die auch Freude daran hatten, solche Glücksmaschinen zu erfinden und zu bauen. Bald hatten die meisten Menschen im Land eine solche Maschine zu Hause und wenn es ihnen einmal schlecht ging, dann wussten sie was sie zu tun hatten.

Davon hörte auch Herr Griesgram – aus der Familie der Unzufriedlinge. Man konnte die Griesgrams sehr schnell erkennen. Ihre Augen sahen traurig aus, ihre Mundwinkel hingen nach unten - gerade so, als würden sie weinen - und wenn sie sprachen, dann hatten sie immer ein großes ABER bereit.