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Benjamin Brückner

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Beschreibung

Was tue ich, wenn ich in einem Motivationsloch bin? Wie erlange ich finanzielle Freiheit? Und wie komme ich an meine Wunschkunden heran? Auf über 140 Seiten vermittelt Benjamin wertvolles Know-how zu allen wichtigen Freelancer-Themen: • Entscheidende Vorbereitungen für den Start als Freelancer • Lerne das Mindset für Erfolg kennen • Die Kunst der Selbstmotivation – auch in schwierigen Zeiten • Wunschkunden gewinnen und Horrorkunden händeln • Marketing betreiben, sodass die Kunden zu dir kommen statt umgekehrt Mit dem Freelancer Guide erhalten Leser einen praxisnahen, einfach verständlichen und mit hilfreichen Übungen ausgestatteten Ratgeber.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Inhaltsverzeichnis

VORWORT

1. Warum Schule & Studium dich nicht zum Freelancing bringen

2. FREELANCING: Der SPRUNG INS KALTE WASSER

3. DAS MINDSET EINES ERFOLGREICHEN FREELANCERS

4. DEINE VORTEILE ALS FREELANCER

5. NACHTEILE ALS FREELANCER

6. FREELANCING – DAS MODELL DER ZUKUNFT?

7. WAS FREELANCER UND UNTERNEHMER VERBINDET

8. WIE DU ERFOLGREICH WIRST

9. DEINE WAHRE KERNKOMPETENZ

10. MACHE DEINE BERUFUNG ZUM BERUF

11. SPREAD THE WORD: WERDE BEKANNT IN DEINER NISCHE

SCHLUSSWORT

GLOSSAR

WEBTIPPS

ÜBER DEN AUTOR

Freelancer werden

Dein Quick Guide zum Durchstarten

Benjamin Brückner

Copyright © 2021 Benjamin Brückner / 3. Auflage

Alle Rechte vorbehalten.

Coverdesign: Benjamin Brückner unter Verwendung von © Ume illustration / Shutterstock.de

Impressum: Benjamin Brückner, Breitkopfstr. 12, 04317 Leipzig

RECHLICHE HINWEISE

Nachdruck – auch auszugsweise – nur mit schriftlicher Genehmigung von Benjamin Brückner. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotografie, Mikrofilm oder andere Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Autors reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Dieser Ratgeber entstand in Kooperation mit der projektwerk GmbH.

Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave.

- Friedrich Nietzsche

VORWORT

Es gibt rund 2,3 Millionen Solo-Selbstständige in Deutschland. Doch finden sie in der Politik und den Medien nur wenig Aufmerksamkeit. Auch das Bildungssystem schenkt beruflichen Alternativen zum Angestelltendasein nur wenig bis keine Beachtung.

Schade. Sehr schade. Denn einen großen Teil der arbeitenden Bevölkerung machen Selbständige und darunter Freelancer aus: Fleißige Menschen, die auf Honorarbasis für verschiedene Unternehmen arbeiten.

Dieses Buch möchte dich dazu ermutigen, als Freelancer durchzustarten und von Anfang an das richtige Mindset zu entwickeln. Jeder kann – wenn er es denn möchte – ein erfolgreicher Freelancer werden. Wenn auch nicht über Nacht, wie es manche dubiose Gurus versprechen.

Dabei sind die Wege hin zum Freelancing höchst unterschiedlich. Während der eine direkt nach der Uni loslegt, springen andere von einem festen Job in das Abenteuer Freelancing.

Dieser Ratgeber möchte dir dabei helfen, dass dein individueller Weg erfüllend ist. Freelancing ist kein Zuckerschlecken, kann aber eine bereichernde Lebenserfahrung sein, die dir obendrein ein gutes Einkommen und deine persönliche Selbstverwirklichung ermöglicht.

Abschließend noch ein kleiner Hinweis: In diesem Buch verwende ich die männliche Anrede. Dies tue ich allein aus Gründen der Leserlichkeit. Selbstverständlich richten sich all meine Ausführungen auch an die weiblichen Freelancer.

1. Warum Schule & Studium dich nicht zum Freelancing bringen

Der Wert von Bildung wird von jedem Politiker betont. Dabei heißt es, dass wir immer mehr gut ausgebildete Fachkräfte bräuchten. Was aber kaum jemand in den Talkshows und Reden erwähnt: die Millionen Selbstständigen, darunter auch ein beträchtlicher Teil Freelancer.

Diese fallen komplett aus dem Raster der Bildung heraus. Weil es in der Schule und an der Uni nicht darum geht, die Selbstständigkeit zu fördern. Im Gegenteil.

Selbstständig denken?

Das hatte man mir und hunderten anderen Kindern und Jugendlichen in der Schule eingetrichtert. Die Lehrer predigten damals:

Bilde dir deine eigene Meinung!

Es gab auch Sprüche wie:

Lass' dich nicht einfach treiben.

Gehe immer deinen eigenen Weg im Leben.

Klingt ja erst einmal super. Nur verhielten sich die Lehrer anders. Indem sie jede Abweichung von der Norm entweder mit schlechten Noten oder mit Einträgen ins Muttiheft bestraften.

Na gut, vielleicht hätte ich damals nicht so viel Energie in Streiche stecken sollen. Das war nämlich der Weg, den ich als Dreizehnjähriger ging.

Aber meine Aufmüpfigkeit war nicht das eigentliche Problem. Sondern, dass ich angemotzt wurde, wenn ich tatsächlich einmal kritische Fragen stellte oder Einwände hatte. In Wahrheit wollten die meisten Lehrer nämlich gar keine Freigeister ausbilden. Sondern gehorsame Schafe, die im Unterricht nicht aufmuckten und dem Bildungsplan folgten. Einem Bildungsplan, der uns alle zu Angestellten machen sollte. Das sprach damals niemand so explizit aus, aber welchen Weg gab es schon Mitte der 1990er Jahre außer den des Angestellten?

Die DDR war noch nicht lange vorbei und die alten Lehrerkader hatten überlebt. Wer jahrzehntelang im Sozialismus gelebt hat, der hat mit Unternehmertum ungefähr so viel am Hut wie ein Angler mit Pferdereitturnieren.

Nachdem ich mich bis zum Abi durchgeschlagen hatte, wurden die Daumenschrauben des Bildungssystems etwas lockerer. Ich habe im Anschluss an die Schule Philosophie studiert – ein Fach, bei dem man als Student weitgehend in Ruhe gelassen wird.

Den Dozenten ist es schnurzpiepegal, ob du in den Vorlesungen und Seminaren auftauchst oder nicht. Zumindest war das damals der Fall.

Diese Freiheit gefiel mir schon deutlich besser, da ich mich nicht mehr so gegängelt fühlte und ich mich nun endlich jenen Interessengebieten widmen konnte, für die ich wirklich brannte. Von Freelancing oder gar Unternehmertum war ich aber bis auf ein Modul im Bereich Wirtschaft allerdings noch meilenweit entfernt.

Trotzdem bemerkte ich schon zu Studienzeiten, wie weit die Realität und meine Vorstellung von individueller Freiheit auseinanderklafften. Nicht in der Uni, sondern in meinen Nebenjobs. Härter hätte der Kontrast zum Studium nicht sein können: auf der einen Seite Kant, auf der anderen Seite Kapitalismus.

Damals war ich in einer Redaktion tätig und ich fühlte mich wie an jedem Morgen meiner Diensttage schrecklich. Wie auch die meisten meiner damaligen Kollegen, zumindest wirkten viele auf mich gestresst und unglücklich. An einen erinnere ich mich noch besonders gut. Es war Montag früh, wir standen gemeinsam im Fahrstuhl und warteten darauf, dass sich die stählerne Tür in Richtung Großraumbüro auftat. Dann sagte der Kollege etwas zu mir, das alle Alarmglocken in mir anspringen ließ.

Wieder fünf Tage malochen, bis endlich Wochenende ist.

Da begann es, in meinem Kopf zu rattern. Wie unzufrieden muss ein Mensch sein, wenn er schon am Montag nur noch an das nächste Wochenende denkt? Wenn er Wörter wie malochen benutzt?

Würde mich eines Tages dasselbe Schicksal ereilen? Immerhin war ich auf dem besten Weg dazu: Ich befand mich seit Jahren in einem Job – wenn auch nur als Nebentätigkeit – auf den ich keinen Bock hatte. Warum machte ich das? Da wurde mir klar: aus Angst. Wie so viele Menschen, die in Arbeitsverhältnissen bleiben, die sie nicht glücklich machen. Hauptsache, man hat etwas Sicheres.

Bitte verstehe mich nicht falsch: Finanzielle Sicherheit ist wichtig im Leben. Ich weiß das, denn ich werde nie die Zeit vergessen, in der ich diese Sicherheit nicht hatte. Aber ist diese Sicherheit den Preis deiner Freiheit wert? Wir erinnern uns an das Zitat von Nietzsche, das du am Anfang dieses Buches findest:

Wer von seinem Tag nicht zwei Drittel für sich selbst hat, ist ein Sklave.

Meine Erfahrungen in Nebenjobs hatten rückblickend betrachtet etwas Gutes: Ich wusste, was mich erwarten würde, wenn ich mich an das Modell von Schule und Uni hielt: der Weg ins Hamsterrad. Und leider oft auch der Weg in die Unzufriedenheit.

In den meisten weiteren Jobs, die ich kennenlernte, lautete die Tagesagenda, nicht nachzudenken und schon gar nicht, kritisch zu hinterfragen. Ohnehin herrscht in vielen Unternehmen nicht gerade das, was ich als eine positive Arbeitsatmosphäre oder als förderliches Umfeld bezeichnen würde.

Intrinsische Motivation bei Mitarbeitern? Fehlanzeige.

Umso mehr haben Betriebe – kleine wie große – mit Fluktuation zu kämpfen. Sie alle sind davon betroffen, dass ihnen die guten Leute wegrennen oder sich gar nicht erst bei ihnen bewerben. Weil für meine Generation und die Jüngeren nach uns mehr zählt als Geld. Wir wollen eine sinnvolle Tätigkeit in einem konstruktiv und wertschätzend miteinander zusammenarbeitenden Team ausüben.

Immer wieder kommt es deshalb zu unsinnigen Diskussionen zwischen den Generationen. Die Vorwürfe an die Generationen Y und Z lauten hierbei: Wir seien verwöhnt, würden Arbeit idealisieren. Selbst wenn es so sein sollte, es spielt keine Rolle.

Dieser Wunsch nach Sinn ist in unseren Köpfen drin und das aus gutem Grund. Aber es ist auch nicht so, dass wir nicht bereit sind, hart für die Freiheit unserer Selbstbestimmung zu arbeiten. Freelancing ist ein Weg, genau das zu erreichen.

Zurück zu meiner Erkenntnis im Fahrstuhl der Redaktion: Ich wusste nun, was ich nicht wollte. Aber keine Alternative schien in Sicht.

„So ist nun einmal die Arbeitswelt, finde dich damit ab“, bekam ich immer wieder von Kollegen zu hören, mit denen ich über dieses Thema sprach.

Besonders vehement schlug mir diese Haltung von Kollegen mit Depressionen, Burn-out oder anderen Erschöpfungserscheinungen entgegen.

Zum Glück wurde mir recht schnell klar, dass eine deprimierende Arbeitsumgebung nicht die Endstation sein muss, übrigens auch nicht für Angestellte.

Jedes Unternehmen kann eine interne Kultur aufbauen, in der Mitarbeiter als das behandelt werden, was sie tatsächlich sind – die Basis ihres Erfolges. Ohne Mitarbeiter kann kein Unternehmen bestehen. Eine Binsenweisheit? Vielleicht. Aber mit Sicherheit keine, die alle Unternehmen umsetzen. Sonst hätten wir etliche Probleme der heutigen Arbeitswelt nicht.

Ich begab mich also auf die Suche nach einem Modell, das mir die Chance gab, mich zu entwickeln und Spaß an dem zu haben, was ich tue. So stieß ich auf Freelancing.

Alles ging Schritt für Schritt, wie bei jeder Entwicklung. Vom ersten kleinen Auftrag bis zu den Wunschkunden war es ein weiter Weg.

Wenn du dich auch auf diesen Weg machen willst, dann ist langfristige Motivation enorm wichtig. Sie hilft dir dabei, deine Ziele als Freelancer zu verfolgen. Aus dem Wunsch heraus, dir dabei zu helfen, ist dieses Buch entstanden.

2. FREELANCING: Der SPRUNG INS KALTE WASSER

Wie gut du dich auch auf deinen Start als Freelancer vorbereitest: Er ist nie zu 100 Prozent planbar. Es wird sich anfangs immer wie ein Sprung ins kalte Wasser anfühlen.

Der Start in die Freiberuflichkeit kann aufregender als eine Wildwasserfahrt oder ein Bungeesprung sein. Dein Körper setzt die gleichen Glücksgefühle frei. Na gut, sagen wir, so ähnliche Glücksgefühle. Du kannst in deiner Arbeit für einen konstanten Strom an Glückshormonen sorgen. Während der Kick beim Extremsport dem Rausch von Drogen gleicht, schaffst du dir als Freelancer eine feste Basis dauerhafter Zufriedenheit.

In den folgenden Kapiteln möchte ich dir zeigen, wie du zu dieser Basis gelangen kannst und dass diese weit mehr ausmacht als finanzielle Stabilität. Wobei wir den Weg dorthin natürlich auch thematisieren werden.

Ins kalte Wasser zu springen, bedeutet, dich einem Risiko auszusetzen. Ja, so ist es. Als Freelancer durchzustarten, ist riskant. Das sind die Tatsachen und es nützt nichts, darum herum zu reden. Ein Sprung ins kalte Wasser bleibt kalt. Punkt.

Da ist unsere erste Empfindung, der erste Schock, wenn wir gesprungen sind. Wie ein dunkler Mantel hüllt uns das eisige Nass ein und unser Körper ist zunächst überfordert mit der Kälte.

Doch was kommt dann? Spüren wir nicht kurze Zeit später ein wohliges Gefühl der Wärme? Erfrischt uns der Sprung ins kühle Wasser nicht zur selben Zeit? Aber wir bekommen diese Belohnung des Wohlgefühls nur, wenn wir der Kälte eine Zeitlang trotzen. Ohne Überwindung und Mut klappt es nicht.

Wenn du also als Freelancer durchstarten möchtest, dann musst du diesen Sprung wagen. Du bist der Held, der allein über den Steg in Richtung Wasser rennt, während die anderen am sicheren Strand verharren.

Dafür ist ein wenig Mut erforderlich. Mut, der aus dir selbst entspringt. Denn als angehender Freelancer bist du sehr oft auf dich allein gestellt. So war es bei mir viele Jahre – da gab es niemanden in meinem Umfeld, der einen ähnlichen Weg ging.

Keiner in meinem Freundes- und Bekanntenkreis dachte auch nur im Entferntesten daran, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen. Freelancing und Unternehmertum wurden von meiner Umgebung immer als schlechte Alternative zum festen Job gesehen, um nicht in der Arbeitslosigkeit zu landen.

Heute weiß ich, dass das kompletter Unsinn ist. Eine bewusste Entscheidung zur Selbstständigkeit kann sehr erfüllend und natürlich auch erfolgreich sein.

Wenn du diesen Schritt wagst, dann rennst du aber so gut wie immer allein auf dem Steg entlang und springst ins kalte Wasser. Skeptisch beäugt von allen, die es anders machen. Vielleicht wirst du dabei auch belächelt, aber das kann – ja, das muss dir egal sein.

Denn jetzt weißt du, dass du nicht allein bist. Zahlreiche Freelancer springen und schwimmen mit dir, auch wenn du sie im weiten Meer und am Rande deines Ufers (noch) nicht sehen kannst.

2.1 Erste Vorbereitungen als Freelancer

Es ist wichtig, erste Vorbereitungen für den Sprung ins kalte Wasser zu treffen. Stelle dir mal vor, du würdest diesen Sprung völlig nackt wagen – das würde sicherlich ein paar Reaktionen der Beobachter hervorrufen, keine Frage. Aber eine Badehose bzw. ein Bikini werden die meisten als Absicherung wohl zu schätzen wissen.

So ähnlich ist es auch mit deinem Start als Freelancer. Sind die Grundsteine bereits gelegt, fällt es dir wesentlich leichter, durchzustarten.

Wie die darauffolgenden Schritte aussehen, ist von Branche zu Branche unterschiedlich. Dennoch gibt es ein paar fundamentale Dinge, die wirklich jedem Freelancer zugutekommen. Zum einen wären da die immateriellen Vorbereitungen.

2.2 Immaterielle Vorbereitungen

Zu den immateriellen Vorbereitungen gehören:

Wirtschaftliche Grundkenntnisse

Marktanalyse

Mindset

Fachwissen

Persönliche Reife

Beziehungen

Ressourcen

Gehen wir einmal näher auf die einzelnen Punkte ein.

Wirtschaftliche Grundkenntnisse

Damit meine ich absolut notwendiges wirtschaftliches Basiswissen, ohne das du als Freelancer keinen Umsatz machen wirst. Wenn du dich also schon selbst einmal an eine Steuererklärung sowie an eine Einnahme-Überschuss-Rechnung herangewagt hast – super!

Ich weiß, viele geben diese Aufgabe an den Steuerberater ab und das ist besonders dann sinnvoll, wenn du Einnahmen aus mehreren Quellen verzeichnest, viele Ausgaben hast und irgendwann nicht mehr allein durchblickst.

Trotzdem halte ich es für wichtig, dass jeder angehende Freelancer sich einmal in seinem Leben komplett allein durch seine Steuerangelegenheiten wühlt, um ein Gefühl für Finanzen, das deutsche Steuermodell und seine Gesetzmäßigkeiten zu bekommen.

Weiterhin kann es nicht schaden, zu wissen, was alles in eine Rechnung gehört. Auch solltest du dich mit Begriffen wie Kleinunternehmerregelung vertraut machen. Außerdem ist es ratsam, wenn Wörter wie Mischkalkulation oder Angebotserstellung keine Fragezeichen in deinem Kopf entstehen lassen. Kurzum: Lerne diese Basics, um als Freelancer von Anfang an gewappnet zu sein.

Marktanalyse

Eine Marktanalyse kann dir dabei helfen, deine Konkurrenten einzuschätzen. Ich vermeide hier bewusst das Wort Wettbewerber, da ich es für einen Euphemismus halte. Mit einer Marktanalyse steckst du das Feld der Konkurrenz ab und kannst von ihr lernen. Frage dich hierfür:

Was tun die anderen Freelancer in meinem Bereich und wie tun sie es?

Was kann ich ähnlich oder vielleicht sogar besser machen?

Die Antworten darauf geben dir eine solide Markteinschätzung, anhand derer du dein Leistungsangebot optimieren kannst.

Mindset

Entscheidend für deinen Erfolg ist das richtige Mindset. Der Begriff wurde in den vergangenen Jahren arg gehypt, aber das hat auch seinen Grund: Ohne einen soliden Optimismus wird es nämlich schwierig werden, die Durststrecken als Freelancer zu überwinden.

Wenn du durch die Wüste irrst, musst du einfach an eine bald auftauchende Oase glauben, auch wenn du sie nicht siehst. Nicht anders verhält es sich mit dem Mindset, das einen erfolgreichen und selbstbewussten Freelancer ausmacht. Wie genau sich dieses zusammensetzt, erfährst du im Kapitel Pflege dein Mindset.

Fachwissen

Dein Fachwissen ist purer Goldstaub. Die kostbare Währung, mit der du auf den Markt trittst. Denn je qualifizierter du bist, desto wertvoller sind deine Dienstleistungen. Dabei muss es nicht zwangsläufig eine teure Ausbildung an einer privaten Uni sein.

Als Autodidakt kannst du dir auch wertvolles Fachwissen durch Bücher, Blogs, Webinare, Masterclasses, Online-Kurse etc. aneignen. Sprich außerdem mit Experten aus deiner Branche und suche dir Mentoren wie andere Freelancer mit Erfahrung für deinen Fachbereich und darüber hinaus. So erweitert sich dein Wissen Tag um Tag und damit steigt dein Marktwert ganz automatisch.

Persönliche Reife

Klingt ernst und spießig, doch führt persönliche Reife zu Professionalität. Wenn du eine gereifte Persönlichkeit bist, dann ist es selbstverständlich für dich, Absprachen und Deadlines einzuhalten.

Die Basis für diese persönliche Reife ist Selbsterkenntnis. Je besser du dich selbst einschätzen kannst, desto intelligenter wirst du deine Zeit managen. Und du kennst deine Bedürfnisse nach Ruhe, Ausgleich, Ernährung, Sport usw. im Zuge deiner Selbsterkenntnis sehr genau.

Persönliche Reife zeigt sich auch und vor allem im Kontakt mit dem Kunden. Wie behauptest du dich in einem Verhandlungsgespräch? Wie ausgeprägt ist deine Fähigkeit zur Empathie? Verstehst du die Bedürfnisse und Wünsche deines Kunden? All diese Fragen lassen sich mit deinem Fortschritt persönlicher Reife beantworten.

Beziehungen

Damit sind Beziehungen zu Freunden und Familie, aber auch zu Geschäftspartnern gemeint. Beziehungen leben von einer funktionierenden Kommunikation, sie gestalten sich durch die soeben erläuterte persönliche Reife.

Bezogen auf Freelancing bedeutet das: Hohe Zuverlässigkeit, ein professioneller Umgangston und ein ehrliches Verständnis für die Bedürfnisse, Wünsche und Bedenken deiner Kunden entscheiden darüber, ob ihr langfristig zusammenarbeiten werdet oder nicht.

Deine Auftraggeber müssen volles Vertrauen zu dir haben, damit sie dich engagieren. Dieses Vertrauen zu gewinnen ist ein Prozess, der bei der Akquise beginnt und sich über eingehaltene Absprachen und die beständig hohe Qualität deiner Arbeit über die komplette Dauer der Zusammenarbeit fortsetzt.

Know-how, Kompetenz und Professionalität bilden das Fundament für ein erfolgreiches Freelancer-Business.

Die genannten immateriellen Vorbereitungen werden dir enorm dabei helfen, deinen Weg als Freelancer sicher und beständig zu gehen.

Klar ist aber auch: Von Luft und Liebe allein kannst du nicht leben und auch nicht damit arbeiten. Du brauchst natürlich das richtige Equipment und – ganz wichtig – die passende Arbeitsumgebung.

Daher beschäftigen wir uns gleich mit den materiellen Vorbereitungen, bevor wir noch einen ganz wichtigen Punkt ansprechen.

Ressourcen

Hierunter fallen alle Dinge, die deinen Start als Freelancer erleichtern – ein finanzielles Polster zum Beispiel, das du dir im Laufe der Jahre angespart hast, um die ersten Monate zu überbrücken.

Ressourcen müssen jedoch nicht zwingend finanzieller Natur sein. Zeit ist auch eine sehr wichtige, wenn nicht sogar die wichtigste Ressource für Freelancer. Je mehr Zeit du dir für dein Business nimmst, umso schneller kommst du voran. Am besten in Vollzeit, aber das ist nicht für jeden umsetzbar, der Geld verdienen muss.

Tipp: Du kannst auch als Sidepreneur anfangen. Sidepreneure arbeiten sowohl festangestellt als auch als Freelancer. Das ist zwar eine Doppelbelastung, jedoch minimierst du dadurch die Risiken, in finanzielle Notlagen zu geraten, wenn es mit den Aufträgen einmal nicht läuft, da du noch konstantes Einkommen aus deinem festen Job hast.

Ressourcen sind nicht nur dazu da, dein Freelancer-Business nach vorn zu bringen. Sondern auch, um als biologisches Wesen, das du nun einmal bist, regelmäßig Energie zu tanken.

Diese Ressourcen sind wichtig:

Ausflüge

Urlaube

Sport

Yoga

Meditation

Ausreichend Schlaf (mind. 7 Stunden)

Gesunde Ernährung

All diese Ressourcen stärken dich und das kommt auch deiner Tätigkeit als Freelancer zugute. Denn du wirst ausgeruht und erholt mit mehr Energie an deine Projekte gehen. Voraussetzung ist, dass du eine Routine entwickelst, bei der du regelmäßig Kraft aus deinen Ressourcen schöpfst.

Mit anderen Worten: Arbeite nicht jeden Tag, sondern gönne dir sowohl zwischen den Aufträgen als auch über längere Etappen Erholungsphasen.

2.3 Materielle Vorbereitungen

Dazu gehören alle Gegenstände und Umgebungsparameter, die du für die Ausübung deiner Freelancer-Tätigkeit brauchst.

Arbeitsplatz

Hardware

Software

Büroausstattung

Auch zu diesen Punkten gibt es ein paar Dinge zu sagen.

Arbeitsplatz

Grundsätzlich hast du als Freelancer die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten: Entweder, du arbeitest im Home-Office oder im Coworking Space.

Du könntest dir natürlich auch ein eigenes Büro für dich allein oder zusammen mit anderen Freelancern mieten, doch ich gehe davon aus, dass du diese vergleichsweise hohen Kosten vorerst vermeiden möchtest. Beide Varianten – Home-Office und Coworking Space – haben ihre Vor- und Nachteile.

Durch ein Home-Office sparst du Zeit und Geld, verlierst aber die räumliche Trennung zwischen Arbeit und Privatem. Wie sehr diese Trennung aufweicht, entscheidet letztlich auch die Größe deiner Wohnung. Je mehr Platz du hast, desto besser kannst du logischerweise Arbeits- und Privatbereich voneinander trennen. Bei einer Einraumwohnung oder einem WG-Zimmer ist das schon schwieriger.

Beim Coworking Space zahlst du zwar Miete, bekommst dafür jedoch die saubere Trennung und oftmals repräsentative Empfangsräume für Kunden zur Verfügung gestellt. Mittlerweile gibt es im Netz gute Suchplattformen für Coworking Spaces:

Finde deinen Coworking Space (Coworking Guide): https://coworkingguide.de/

Coworking Space finden: Die besten aus jedem Bundesland (fuer-gruender.de): https://www.fuer-gruender.de/beratung/links-und-adressen/coworking-spaces/

Top Coworking Spaces (eventsofa): https://www.eventsofa.de/coworking-space

Tipp: Teste Home Office und Coworking Space aus, sobald die Corona-Krise vorbei ist. Die meisten Coworking Spaces kannst du auch für ein paar Tage buchen. So musst du dich nicht gleich für einen ganzen Monat finanziell festlegen und kannst in Ruhe herausfinden, was dir besser gefällt.

Hardware

In welcher Branche du auch tätig bist – ein PC bzw. Laptop ist für die meisten Freelancer unverzichtbar. Kein Wunder, schließlich hat sich die Arbeit im Zuge der Digitalisierung immer mehr ins Internet verlagert. So können die meisten Freelancer ortsunabhängig arbeiten, was den Hype um digitale Nomaden erklärt. Das sind Freelancer, die am Strand von Bali, im Hotel in Bangkok oder auf der Fähre nach Liberty Island ihren Laptop hervorholen und flexibel arbeiten. Sofern sie sich nicht im Lockdown befinden, versteht sich.

Viele von ihnen machen daraus wieder ein eigenes Business mit Kursen, in denen du lernst, wie auch du ein digitaler Nomade werden kannst.

Aber zurück zur Anschaffung eines Computers oder Laptops: Hier lohnt es sich, langfristig zu denken. Durch eine hochwertige Hardware ersparst du dir viele Ärgernisse wie massive Verzögerungen beim Öffnen von Programmen oder lästige Systemabstürze. Es muss nicht gleich der Marktführer bei deiner Ausstattung sein, doch mit einer lahmen Krücke möchtest du auch nicht arbeiten – glaub mir.

Kurzum: Mindestens 500 Euro solltest du als Investition in einen soliden Laptop einplanen. Bei der Anschaffung eines PC mit Monitor, Tastatur, Maus usw. ist es insgesamt etwas mehr, doch genügt für den Anfang der Laptop völlig.

Software

Deine Hardware ist nutzlos, wenn du nicht über entsprechende Software verfügst. Auch hier gilt wieder: Sei sparsam, aber nicht geizig. Fokussiere dich auf Tools und Apps, die du für deinen Freelancer-Alltag brauchst.

Vielleicht solltest du dir überlegen, deinen Netflix-Account für eine Weile auf Eis zu legen und stattdessen in Software zum Arbeiten zu investieren. Das solltest du dir ehrlich gesagt nicht nur überlegen, sondern so schnell wie möglich umsetzen.

Zu Beginn deiner Tätigkeit kannst du natürlich auch Freeware wie Open Office verwenden. Allerdings macht es mehr Spaß, ein paar Euro für hochwertige Programme auszugeben. Diese Investitionen zahlen sich langfristig gesehen immer aus, da du dich bei kostenpflichtigen Programmen auch auf einen professionellen Support verlassen kannst. Außerdem sind viele Bezahl-Tools sehr anschaulich und intuitiv entwickelt, was den Spaßfaktor und damit deine Produktivität zusätzlich erhöht.

Tipp: Nutze eine moderne Buchhaltungssoftware wie Lexware oder Goodlance. Damit kannst du nicht nur deine Finanzen abwickeln, sondern auch alle anderen wichtigen organisatorischen Aufgaben wie das Kundenmanagement erledigen.

Büroausstattung

Stifte, Ordner, Schreibblöcke, Tacker, Klebeband, Büroklammern, Schränke, Kalender etc. – du bist dein eigenes Unternehmen und so benötigst du alles an Bürokrimskrams, was eine Firma mit Mitarbeitern ebenfalls braucht.

---ENDE DER LESEPROBE---