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Mit diesem Buch möchte die Autorin den Leser auf die spannendste und abenteuerlichste Reise mitnehmen, die er jemals in seinem Leben angetreten ist: Die zu seinem Selbst und dem Ich. Es wird kein Zwischenziel auf dieser Reise geben. Hier wird aufgezeigt, wie wir an das endgültige Ziel unseres Lebens ankommen. Wer seinen eigenen Seelenweg zu gehen wagt, wird mit dem Freiwerden von Angst und dem Aufbau einer wahren Ich-Stärke belohnt. Hindernisse, die sich in den Weg stellen - indoktriniertes destruktives Gedankengut - können über die Bewusstwerdung und der Erkenntnis, wie mächtig der einzelne Mensch wirklich ist, überwunden werden. Die bewusste Heilung der Wahrnehmung unserer Gefühle und das göttliche Bewusstsein, das in uns schon immer angelegt war, ist die Garantie dafür.
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Seitenzahl: 206
Veröffentlichungsjahr: 2023
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GUDRUN KROPP: Die Autorin und Mutter von 5 Kindern, ist mit vier Geschwistern in einem kleinen Ort in Heidenau im Kreis Winsen-Luhe/Niedersachsen, in Norddeutschland aufgewachsen. Seit ihrer Familiengründung lebt sie in Schongau/Oberbayern. Dort ist sie bis heute künstlerisch-schriftstellerisch tätig.
„Finde dich selbst, sei dir selber treu, lerne dich verstehen, folge deiner Stimme. Nur so kannst du das Höchste erreichen.“
Bettina von Arnim
Vorwort von Esther Kremer
Einleitung – Das größte Abenteuer meines Lebens
Kapitel 1 Die Bedeutung der Gefühle für die Bewusstseinsbildung
Kapitel 2 Ziele meines Lebens
Kapitel 3 Inmitten des Zeitenwandels und der Transformation
Kapitel 4 Das SELBST des Menschen – eine Illusion?
Kapitel 5 ICH-sagen, Selbstfindung – ein Tabu
Kapitel 6 Der Beginn der Bewusstwerdung
Kapitel 7 Die Entwicklung der intuitiven Wahrnehmung in der Kindheit
Kapitel 8 Die tagtäglichen Verletzungen der Grenzen von Kindern
Kapitel 9 Die Angst vor der Lebendigkeit – vor dem Gefühl – produziert die Norm
Kapitel 10 Das menschliche Ringen nach Reinheit, Richtig- und in Ordnungsein
Kapitel 11 Das Böse in Gestalt eines Engels des Lichts
Kapitel 12 Verlorene Menschlichkeit
Kapitel 13 Verdeckte Narzissten und das subtile Ignorieren und Schweigen
Kapitel 14 Das Böse, das gar nicht so böse scheint
Kapitel 15 Lügen, Täuschen, Verwirren, Zerstören, Vernichten – ihr Spezialgebiet
Kapitel 16 Selbsterlebtes in Verbindung mit angeeignetem Wissen
Kapitel 17 Zwänge – Folgen indoktrinierten Gedankengutes und narzisstisch-emotionalen Missbrauchs
Kapitel 18 Über den Mechanismusspezifischer Zwänge
Kapitel 19 Mein ICH, mein SELBST, das noch nicht geboren war
Kapitel 20 Woran erkenne ich, dass sich Gravierendes in meinem Inneren geändert hat?
Kapitel 21 Das zwangsläufige Vorhandensein von zwei Schaltstellen im Bewusstsein des Menschen
Kapitel 22 Mich selbst lieben – aber wie?
Kapitel 23 ICH WERDE SEIN, DER ICH SEIN WERDE!
Kapitel 24 Rätsel Mensch – ein Wunderwerk
Kapitel 25 Mein Gefühl verlässt mich nie!
Liebe Leserinnen, lieber Leser, dass sie dieses aufschlussreiche, ganz besondere Buch in Ihren Händen halten, ist sicher kein Zufall. Ich kann Sie dazu nur beglückwünschen. Die kritische und an den Menschen interessierte Autorin, Gudrun Kropp, bekannt durch weitere Bücher mit Gedichten, Aphorismen und Geschichten, ist nicht nur Autorin, Journalistin, Mutter von fünf Kindern, sondern auch Psychologische Beraterin. Frau Kropp wuchs in einem christlichen Elternhaus und entsprechendem Umfeld auf und begann sehr früh, alles in ihrem Leben zu hinterfragen und zu analysieren. Insbesondere die toxischen und destruktiven Denk- und Verhaltensmuster, die das Leben, die Selbstannahme und Selbstliebe, in einer christlichen Gemeinde, mit den Mitmenschen und engeren Bezugspersonen schwer machten.
Sie hat sich immer wieder durchgekämpft und letztendlich einen guten Weg für sich gefunden, sich von allem einengenden Denken zu befreien, um zur Selbstliebe und einem eigenen starken ICH zu gelangen.
Schon früh hat Frau Kropp es als ihre Berufung angesehen, ihre Erfahrung und ihr Fachwissen über den Weg – raus aus Ängsten, Zwängen, Unfreiheit, Hörigkeit in der Glaubensgemeinschaft, narzisstischen Beziehungen, in einem Buch niederzuschreiben. Hier ist ein Buch entstanden für Menschen, die nicht mehr gefangen sein wollen in ihrem Leid. Die Autorin hinterfragt und zeigt einen Weg auf, der selbst für die Menschen möglich ist, zu gehen, die ganz tief unten sind und keine Hoffnung mehr haben.
„Aufgeben ist keine Option!“ Ein Satz, der auch Frau Kropp in ihrer schweren Zeit oft in den Sinn gekommen ist. Auch der Glaube an das Göttliche hat ihr immer wieder viel Kraft gegeben, den Weg aus dem Leid und hin zum eigenen ICH und zur Selbstliebe zu gehen.
So sehe ich es also als keinen Zufall an – denn die gibt es nicht – dass Sie dieses Buch in Ihren Händen halten. Ich verspreche Ihnen, es wird keine leichte, aber eine hilfreiche Kost sein.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg auf Ihrem Weg in die eigene, persönliche Freiheit.
Herzlich grüßt Sie
Ihre Esther Kremer – Heilpraktikerin für Psychotherapie
Das größte Abenteuer meines Lebens
Das größte Abenteuer meines Lebens, war die Erkenntnis und die Entdeckung meines Selbst (ICH). Der Beginn einer umwälzenden Bewusstseinsveränderung, die mit einer bewussten Annahme und dem Ernstnehmen der eigenen Gefühls- und Gedankenwelt einherging. Daraus entwickelte sich zunehmend eine eigene, zu mir gehörende Denkweise.
Das stetige, unweigerliche Ablegen, das Hinter-sich-lassen von übernommenen Denk- und Verhaltensstrukturen und die daraufhin eintretenden, in der Tiefe der Seele stattfindenden Lebensveränderungen, faszinierten mich derart, dass es mir oftmals die Sprache verschlug. Anstelle der unbrauchbar gewordenen Denk- und Verhaltensstrukturen, mussten zwangsläufig neue eingeübt und vor allem praktiziert werden. Diese Erkenntnis war – so wurde mir im Nachhinein bewusst – noch nicht einmal mit dem Erlebnis und den Erfahrungswerten einer Weltreise zu vergleichen.
Es eröffneten sich für mich innere Welten, die ich in ihren unerschöpflichen Weiten und Tiefen nie für existent und zu erleben möglich gehalten hätte. Die existenziellen Bewusstseinserneuerungen, die in mir vorgingen waren so unglaublich, so unfassbar, dass mir das kennenlernen und entdecken meines Selbst, manchmal wie ein Traum vorkam.
Das Besondere an dieser, innerlich vollzogenen und gedanklichen Kehrtwendung, zeigte sich darin, dass mir diese, dem Menschen übergeordnete Autorität – die wir in unserem christlichen Abendland Gott den Schöpfer allen Lebens nennen – mir in meiner Ich-Werdung in keinster Weise entgegenstand. Im Gegenteil, dieses göttliche Gegenüber, das ich als mein höheres Selbst erkannte, begleitete geradezu meinen außergewöhnlichen, für mich existenziell wichtigen Lebensweg mit voller Aufmerksamkeit und in liebevoller Hinwendung zu mir. Ja, bestätigte meinen eingeschlagenen Weg sogar. Mein anfangs noch vorsichtiges Herantasten an ungewohnte Denk- und Verhaltensweisen wurden mit Worten meiner inneren Stimme begleitet: „Gehe mutig weiter, du bist auf dem richtigen Weg! Hab keine Angst, vertraue dir!“
Das unglaubliche Wagnis begann
Mir war durchaus bewusst, dass dieser gefasste Entschluss, mein von außen übernommenes Denken komplett abzulegen, einem grundlegenden Neuaufbau einer Persönlichkeitsbasis gleichkam. Und das unglaubliche Wagnis begann, mein bisheriges Gedankengut, das mir in der Vergangenheit einsuggeriert wurde, regelrecht auf den Kopf zu stellen und mein Ich, das keines war, loszulassen.
Es kommt mir im Nachhinein in etwa so vor, als hätte ich mein bisheriges Gedankengebäude in meinen Händen gehalten und drehte es einfach von oben nach unten. Nichts war mehr an dem Platz, wo es einmal war. Dieses Erlebnis war der größte Umbruch meines Lebens.
Mein Gottesbild, das für mich Zeit meines Lebens einem Autoritätsbild einer mir zwanghaft übergeordneten Instanz gleichkam, veränderte sich in dem Maße dramatisch, als ich mutig meine neue und damit eigene Denkweise praktizierte. Somit veränderte sich gleichzeitig auch das Bild, das ich bisher von meinen Mitmenschen hatte und konnte ihnen – anders, als zuvor – selbstbewusster entgegentreten.
Diese neu erworbene Denk- und Sichtweise, verhalf mir von Grund auf, eine neue göttliche Autorität in meinem Leben zu integrieren. Eine, die meine Persönlichkeit nicht mehr infragestellte, sondern mir persönlichkeitsaufbauend entgegenkam.
Das war DIE Revolution: Mein höheres Gegenüber und Bewusstsein nahm meinen eigenen Willen, mein eigenes Ich mit seinen Wünschen, Träumen und Bedürfnissen, ernst. Alles von außen übergestülpte, einsuggerierte Gedankengut, durfte in Frage gestellt und im Zweifelsfalle total aus dem Leben verbannt und für nichtig erklärt werden. Diese gedankliche, im wahrsten Sinne des Wortes notwendige Umstrukturierung des Unterbewusstseins, festigte sich allmählich in meinem Gedankengut und verlief parallel zu meinem bewusst eingeschlagenen Weg in die längst fällige Mündigkeit.
Die Bedeutung der Gefühle für die Bewusstseinsbildung
Seit dieser Zeit der Neuausrichtung meines gesamten Denk- und Gefühlskomplexes, sind schon wieder einige Jahre ins Feld gezogen und ich habe viele neue Erkenntnisse für mein Leben dazu gewonnen. Diese liefen im Wesentlichen immer wieder auf das gleiche Ziel hinaus: zu erkennen, dass „Die Bedeutung der Gefühle für die Bewusstseinsbildung“ von äußerster Wichtigkeit sind und im engen Zusammenhang mit der Entwicklung der Wahrnehmungsfähigkeit stehen. So bekam dann meine daraufhin ausgearbeitete Studie auch diesen genannten Titel.
Unsere Gefühle und Empfindungen sind die Grundlage, die wichtigsten Tragpfeiler unseres Selbstbewusstseins, aus denen sich die Wahrnehmungsfähigkeit entwickelt. Sie sind es, auf die wir vertrauen können und durch die wir uns einzig und allein in einer komplexen Welt zurechtfinden.
Das Selbstwertgefühl, dem ein gesundes Selbst als Grundlage dient, ist der Kompass, der uns auch in unwegsamen Gelände und im Dickicht leitet und uns den Weg weist – auf ihn ist Verlass. Nur aus einem intakten und geheilten Gefühl entsteht unser Selbstwert-Gefühl, das sich in einer geheilten Wahrnehmungsfähigkeit zeigt, denn:
„Das Vertrauen in die
eigene Wahrnehmung
ist das einzig Verlässliche
auf dieser Welt.“
Der Kompass in unserer Hand
Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir uns auf unsere Wahrnehmung, auf unsere Intuition, die gleichzeitig unser Bauchgefühl ausmacht, verlassen können, weil sie von unserem gesamten Gefühlsleben nicht zu trennen ist. Ist dieses innere „gefühlsmäßige Verlassen-können“ gestört und nicht mehr gegeben, sind wir dafür umso stärker von unserer Angst gesteuert. In dem Fall ist uns dieser wichtige Kompass aus der Hand genommen worden, an dem wir uns als Menschen orientieren hätten können. Darum ist die Entwicklung der Wahrnehmung, beginnend in der Kindheit, von entscheidender Bedeutung.
Wurden die Gefühle eines Menschen in der Kindheit zu stark verletzt, sodass es gar zur Abspaltung der Gefühle kam, ist der Mensch nicht mehr fähig, weder für sich selbst Gefühle, noch Mitgefühl für den Mitmenschen zu entwickeln. Dieser Mensch ist als gefühlskrank oder persönlichkeitsgestört zu bezeichnen, weil er diese Störung im Laufe seines Lebens entwickelt hat, beziehungsweise musste. Auf diesen Menschentypus komme ich noch näher zu sprechen.
Ein Schwerpunkt dieses Buches ist der Heilung unserer Gefühle gewidmet, die wiederum mit der Heilung eines übersensibilisierten Gewissens einhergeht.
Darüber hinaus geht es in dieser Ausarbeitung auch darum, aufzuzeigen, welche Mächte und Kräfte in dieser unserer Welt herrschen und es darauf anlegen, dass gerade dieser Aufbau unserer Gefühlswelt und somit unseres Selbstbewusstseins, unsere ICH-Stärke, verhindert werden soll. Und da sind wir bei einem christlichen Gedankengut, das unser Selbst und unser Ich als menschlich hoch Verdächtiges betrachtet und es klein und unten hält und somit die Selbstwerdung verhindert.
Der liebe Gott ist ein Herz!
Als ich meinen Sohn im Alter von 4 Jahren einmal fragte, wie denn der liebe Gott aussieht, antwortete er prompt und wie aus der Pistole geschossen: „Der liebe Gott ist ein Herz!“ Als gebe es da gar nicht viel zu überlegen. So sind Kinder. Sie fühlen mit ihrem ganzen Sein und aus dem Bauch heraus, was die Wahrheit ist und sagen es sehr direkt. Wir Erwachsene wissen nur zu gut, dass wir von Kindern Wesentliches lernen können. Nämlich, was es heißt zu leben und Mensch zu sein. Kinder leben den Moment und im vollen Bewusstsein ihrer fühlenden Lebendigkeit.
Kinder sind von ihrer kindlichen Struktur her nicht angepasst und sagen immer klar heraus, das, was sie denken. Und dass ist immer die Wahrheit. Kinder tragen im wahrsten Sinne des Wortes, ihr Herz auf der Zunge.
Wir Erwachsenen dürfen schon gar nicht mehr die Wahrheit sagen in einer Gesellschaft, die die Wahrheit nicht mehr hören will. Das wäre für so manche Menschen, die mit der Lüge einen Kompromiss oder einen Deal geschlossen haben, äußerst unangenehm. Dies würde ja bedeuten, sich selbst ändern zu müssen und zwar radikal, wie die Wahrheit nun einmal ist.
Ein Umdenken erfordert vor allem Mut. Mut den eigenen Ängsten ins Gesicht zu sehen, Mut unsere Verletzungen der Vergangenheit wieder ans Licht zu holen, um sie heilen zu lassen. Mut zur Schwäche, Mut zu erkennen, dass in uns viel mehr steckt, als wir je geahnt haben. Aber im Grunde wäre das nicht so anstrengend, als sich ein Leben lang verstellen und seine Ängste und Unsicherheiten verdrängen zu müssen. Kinder können sagen, dass sie Angst haben. Sie äußern ehrlich ihre Empfindungen. Erwachsene schämen sich dafür.
„Jedes Kind liebt sich
zu Beginn seines Lebens
auf natürliche, kindliche
Weise selbst, bis wir
Erwachsene dahinterkommen.“
Die Sehnsucht nach dem Göttlichen
Es gibt in unserer Zeit eine noch nie in dieser Intensität dagewesene Sehnsucht nach dem wahrhaft Göttlichen. Nach Etwas, das nichts mit der Kirche zu tun hat und woran man sich neu ausrichten könnte. Schon seit Langem stelle ich in meinem engen und auch weiteren Umfeld fest, dass es an wahren selbstbewussten, ichstarken und damit an kritikfähigen Menschen fehlt. Es sind nicht nur Frauen, die in christlichen Kreisen aufgewachsen sind und Probleme mit ihrem Selbstwertgefühl haben, nein, man trifft sie, Männer wie Frauen, auf allen Ebenen der Gesellschaft an. Sie haben irgendwann im Leben aufgegeben gegen Windmühlen anzukämpfen und geben sich mit dem, was sie vorfinden, zufrieden. Doch glücklich sind sie nicht, eher genügsam und brav. Ihr menschliches Potenzial liegt brach, weil sie sich und ihre wahre Selbststärke unterschätzen.
Doch nicht nur Erwachsene, auch Kinder leiden unter einer grundlegenden Selbstunterschätzung. Sie fühlen sich als nichts Besonderes, Einmaliges, Geniales. Und doch sind sie gerade DAS, was sie glauben, nicht zu sein: EIN WUNDER!
Der Grund für diese Minderwertigkeitsgefühle sind häufig ein schlechtes Gewissen, das ihnen in der Vergangenheit schon sehr früh antrainiert und anerzogen wurde. Daraus wurde ein tief verletztes Gewissen, um das sie einen Schutzwall gebaut haben, der jedoch alles Lebendige in einem Menschen im Keim erstickt.
Frauen wie Männer sind nicht frei von Selbstzweifeln
Das männliche Geschlecht kann seine Gefühlsdefizite vielleicht leichter hinter der von ihnen erwarteten Rolle des allzeit Überlegenen, des Starken verstecken. Dabei fühlen sich Männer in diesen überholten Rollenklischees auch nicht gerade wohl, weil sie eine Diskrepanz zwischen dem, was sie nach außen hin darstellen sollen, müssen, und ihrem wahren Empfinden, spüren. Sie wissen im Grunde, dass dieses Verhalten, sich keine Schwäche und Gefühle erlauben zu dürfen, ihnen ebenso von der Gesellschaft und von der Religion aufoktroyiert wurde.
Mit wirklichem Selbstbewusstsein oder Ichstärke – nach der sich nicht nur Frauen sehnen – hat männliches Dominanzverhalten und eine gespielte Überlegenheit dem anderen Geschlecht gegenüber, nichts zu tun. Jeder Einzelne, ob Mann oder Frau, möchte insgeheim und mit voller Überzeugung, stark sein und nicht schwach.
Sein oder Nichtsein – das ist hier die Frage
Ein Selbstbewusstsein ist im Wesentlichen das wahre Sein, das sich im Inneren jedes Individuums befindet. Dieses SEIN unterscheidet sich vom Nicht-SEIN. Ein selbstbewusster Mensch lebt SEIN Leben und nicht mehr das eines anderen oder wie sein Umfeld ihn haben will. Sich seiner Selbst bewusst sein, ist das Höchste, wozu der Mensch in der Lage ist, in seinem Leben zu erreichen. Ja, wozu er bestimmt ist. Hier sind wir auch schon angekommen bei dem Thema der Bewusstwerdung und der Bewusstmachung was IST. Sagen wir, diese Ausarbeitung ist eine Art Bestandsaufnahme dessen, was bisher war, welches Gedankengut, welche Denkmuster uns bisher geprägt haben. Sich dessen bewusst werden – in sich gehen – ist der erste Schritt in die richtige Richtung.
Menschsein – statt Christsein
Das Thema: Menschsein, Menschlichkeit, zieht sich wie ein roter Faden durch meine, in der Vergangenheit entstandenen Texte, in Form von Aphorismen, Gedichten, Gebeten, Meditationen, Geschichten und Sachthemen. Für mich war eins klar:
„Das menschlichste Verhalten
ist es immer noch,
Mensch für einen anderen
Menschen zu sein.“
Dem Phänomen „Mensch-Sein“, statt Christsein, auf die Spur zu kommen, hatte schon immer eine zentrale Bedeutung für mein Leben. Mich beschäftigten nach einer langjährigen Zugehörigkeit zu einer christlichen Gemeinde zunehmend die Bewusstseinsfragen: „Wer bin ich? Wie werde ich selbstständig und mündig in meinem Denken? Wie kann ein starker Persönlichkeitskern mit einem dazugehörenden gesunden Willen aufgebaut werden? Schließen sich das eigene Denken und der Glaube an eine höhere Macht aus? Warum lehrt der Glaube, der uns vermittelt wurde, nicht die notwendige Selbstliebe, ohne die keine echte Nächstenliebe möglich ist?
Fragen über Fragen überschlugen sich in dieser Zeit der bewussten Selbstfindungsphase. Auch das Thema Gewalt, insbesondere an Kindern, die zunehmend auch im eigenen Umfeld festzustellen war und von der in den vergangenen Jahren auch vermehrt in den Medien berichtet wurde, bewegte mich sehr stark. Nicht nur als Mutter, sondern als mitfühlender Mensch war mir klar, dass Kinder die beschützenswertesten Geschöpfe überhaupt auf dieser Welt sind und unseren Schutz brauchen. Und ich fragte mich des Öfteren wie wir als Menschheitsfamilie zulassen können, dass Kinder Opfer von Unmenschen werden, die vor Kindern keinerlei Respekt empfinden?
Und weiter fragte ich mich, warum wir als Menschen – mit einem vom Göttlichen ausgestatteten Gefühl – nach solchen Gewalt-Nachrichten nicht protestierend auf die Straße gehen und sagen: „Es ist endgültig Schluss mit der Gewalt an Kindern! Wir lassen dies nicht mehr zu!“
Doch immer mehr bestätigte sich meine Empfindung, dass wir uns an all dieses Leid schon gewöhnt hatten und wir es darum nicht mehr bewusst wahrnehmen konnten. Alle Fernsehkanäle strahlten ja schließlich schon seit vielen Jahren täglich Gewalt als Unterhaltung aus und darum wunderten und entsetzten wir uns nicht mehr!? Es traf ja nicht uns!
Irgendwann begann ich in Form von Gedichten und Gebeten das zu formulieren, was ich zeitweise gefühlsmäßig nicht mehr aushalten konnte. Ein Beispiel ist dieses Gedicht:
„Gewalt – Nachricht
Aus einer anderen Stadt
Nein ...
zum Tagesgeschehen
überzugehen
fehlt mir die Kraft
Das Radio andrehen
Musik hören …
Stimmen über Belangloses
reden und singen hören
ist mir zu billig
ist mir zu unmenschlich
weil ich weiß
es ist Schreckliches
geschehen
in einer anderen Stadt
in der viele Betroffene
trauern
über das Unfassbare“
Die eigene Gefühlsbetroffenheit
In der Zeit, als in den Medien gehäuft Nachrichten über misshandelte und getötete Kinder zu vernehmen waren, traf mich jede Nachricht, wie ein Messerstich direkt in mein Herz. Doch das Schlimmste war, dass es in meinem Umfeld kaum jemand zu interessieren schien. Man ging schnell zur Tagesordnung über.
Solche schlimmen Ereignisse müssten uns doch alle im Grunde unseres Herzens betroffen machen? Sind wir denn schon völlig abgestumpft?
Man nahm diese äußerst markerschütternden Nachrichten hin, als wäre so eben der Wetterbericht gesendet worden. Es ist halt wieder mal eine schlechte Wetterfront aufgezogen. Dagegen könne man doch sowieso nichts machen, das war schon immer so, hörte ich in meinem Umfeld des Öfteren.
Aus seiner Lethargie aufgerüttelt wurde kaum jemand, außer die Menschen, die sich mit dem Thema Gewalt an Kindern beschäftigten, weil sie vielleicht selbst von Gewalt in der eigenen Familie betroffen waren. Der Rest der Menschheit schlief seelenruhig. Von Empörung, Wut oder dass jemand über ein ermordetes Kind geweint hätte, nichts!
Wir haben das Weinen einfach verlernt, kam es mir in den Sinn. Aus diesen Worten entstand ein weiteres Gedicht und noch viele andere, die ich hier nicht alle hineinstellen kann. Doch allein bei dem Aufschreiben meiner Gedanken sollte es nicht bleiben. Ich trat an die Öffentlichkeit, las eigene Texte auf Veranstaltungen vor, äußerte und engagierte mich als Autorin in Vereinen, die sich dem Thema Gewalt, insbesondere an Kindern, widmeten.
Weiterhin beschäftigen mich die Fragen: Was ist nur los mit einer Menschheit, die keine oder kaum Gefühle mehr zeigen kann? Haben wir sie in die äußerste Ecke unseres Herzens verbannt? Waren sie überhaupt jemals in uns entwickelt? Sind es nicht gerade unsere Gefühle, die uns erst zum Menschen machen?
Die Betroffenheit, die ich spürte, löste zunehmend die Frage nach der Bedeutung der Gefühle für die Bewusstseinsbildung aus. Dieser Ursache, dass viele Menschen anscheinend nicht mehr mit anderen Menschen und ihrem zugestoßenen Schicksal mitfühlen können, außer, wenn es sie selbst und Ihr eigenes Umfeld betraf, wollte ich näher auf die Spur kommen.
Ziele meines Lebens
Das unfassbare Leid, das man insbesondere unschuldigen Kindern antat, war das Thema, das für mich stets oberste Priorität hatte. Diese zarten Seelen, die man auf brutalste Weise seelisch oder physisch ermordete – nein, das konnte und wollte ich nicht einfach stillschweigend akzeptieren und hinnehmen. Diese wunderbaren kleinen Geschöpfe gehören von uns Erwachsenen besser geschützt und dafür wollte ich mich unbedingt einsetzen.
Es entwickelte sich vor vielen Jahren ein Buch mit mehreren Autoren, die sich zum Thema äußerten. Wir wollten damit in Kindergärten, Schulen, in Vereine und viele andere Einrichtungen gehen, um zum Thema Gewalt, Eltern, Lehrer und Mitarbeiter im Bildungswesen zu sensibilisieren. Dieses Buch erblickte jedoch nie das Licht der Welt. Der Grund? Mir fehlte vor vielen Jahren die ICHstärke, dieses fertiggestellte Buch trotz Hindernissen und Gegenwind durchzusetzen. Doch es ließ mich nie los.
Um es auf den Punkt zu bringen: Wenn der Schutz unserer aller Kinder, in dieser Welt nicht mehr gewährleistet ist, ist es an der Zeit zu begreifen, dass diese Welt krank und gefühllos geworden ist und diese Welt nicht mehr das Recht hat, menschlich genannt zu werden.
Parallel zu diesem wichtigen Thema – dem Schutz der Kinder – war es auch diese Sehnsucht nach Befreiung meiner eigenen, inneren Blockaden, die seit meiner Kindheit und Jugend, sich wie Fesseln um mich gelegt hatten und von denen ich mich befreien musste. Freisein, Ichstark sein- und werden, der Aufbau von Selbstbewusstsein, waren Themen, die mich stark beschäftigten.
Einer meiner ersten Buchtitel lautete dementsprechend auch: „Wie ein Traum ist die Freiheit“, mit Gebeten, Meditationen, Betrachtungen und der Auseinandersetzung mit meinem bisherigen Gottesbild.
Frei zu sein wie ein Vogel, der sich um nichts, als nur um sein glückliches Dasein zu kümmern brauchte, diese Freiheit musste doch irgendwo da draußen, oder wo auch immer, zu finden sein? Wenn nicht jetzt in diesem, mir geschenkten Leben danach suchen, wann denn dann? Im Jenseits, so dachte ich, bräuchte ich sie jedenfalls nicht mehr.
Den eigenen Seelenweg gehen
Doch es brauchte noch weitere wichtige Erfahrungen im Umgang mit meinen Mitmenschen, die mich die Zusammenhänge zwischen der Sehnsucht nach Erreichen des Zieles frei zu sein und des Aufbauens von wahrem Selbstbewusstsein, lehrten.
Der eigene Seelenweg führte mich im Verlauf der harten Schule des Lebens nicht nur in ein christlich enges Denken, das nicht auf Selbstfindung ausgerichtet war, sondern parallel dazu, auch in die Erfahrung eines stark narzisstisch-emotionalen Einflusses auf mein Leben. Beide zielten in die gleiche Richtung, nämlich klein und unten gehalten zu werden. Oder anders gesagt: Der angestrebten Bewusstseinsentwicklung wurde zunächst ein Riegel vorgeschoben und der in mir wohnenden Kraft eine Absage erteilt.
Dass diese Erfahrungen in meinen Seelenweg mündeten, erkannte ich erst, nachdem ich mich aus diesen gedanklichen und gefühlsmäßigen Irrwegen befreit hatte.
Im Grunde verhalf mir gerade das Er- und Durchleben von Durststrecken und die Erkenntnisse, die ich daraus ableiten konnte, in meinem Bestreben, meine Lebensziele zu erreichen. Ich lernte zu erkennen, womit was zusammenhängt und wo es noch unentdecktes eigenes Seelenpotenzial zu entdecken galt.
Um auf diesem meinen Weg Schritt für Schritt weiterzukommen, willigte ich in die Bereitschaft ein, meiner inneren Führung zu vertrauen, die mich wahrlich in die Abgründe des Lebens hinabsteigen ließ. Es ging einzig und allein darum, weitere Erkenntnisse in den Bereichen zu sammeln, die mich meinem Ziel, frei zu werden, näher bringen sollte. Meine Seele wollte, mehr oder weniger bewusst, ständig dazulernen und strebte immerzu nach dem Licht. So war alles, was ich in sehr schwierigen Zeiten erleben sollte, entwicklungsfördernd.
„Den eigenen Weg zu gehen,
erfordert den größten Mut.“
– Konfuzius
Diese spezifischen Erfahrungen trugen immens dazu bei, persönlich zu wachsen und stärker zu werden, als je zuvor. Ja, gerade dieses tiefe Erleben und mich danach selbst wieder daraus befreien zu müssen, erweiterten mein Bewusstsein enorm.
Dafür bin ich der göttlichen Führung, die mich nie aus den Augen gelassen hat, unendlich dankbar. Denn in Situationen, in denen ich an meine menschlichen Grenzen stieß und die ich schier nicht ohne den göttlichem Schutz ausgehalten hätte, erfuhr ich wahre Wunder.
Denn jede Begebenheit, so erkannte ich, jede auch noch so schmerzhafte Lebensstrecke, die ich im Vertrauen auf eine höhere Macht zu gehen bereit war, hat mir letztlich zu meinem Besten gedient.
Warum? Weil ich diese Erkenntnisse, die ich gerade in solchen Abgründen gemacht habe, niemals auf einem anderen Weg hätte erlernen können.
In diesen schwierigen Lebensphasen haben mich unsichtbare Hände gehalten. Menschen, die eine ebenso harte Schule des Lebens überstanden haben, werden dies bestätigen können. Im Nachhinein erkannte ich, dass der Schöpfer allen Lebens erst unsere Kraft und vor allem unseren Mut bemisst, bevor wir diese, an unsere menschlichen Grenzen kommenden Erfahrungen machen. Und darum bekommen wir nur so viel zugemutet, wie wir ertragen können.
Der richtige Zeitpunkt für ein Buch
Ich habe mich im Verlauf meines Lebens schon oft gefragt, wann man reif genug ist, über gewisse Themen ein Buch schreiben zu können und ob es überhaupt einen geeigneten Zeitpunkt gibt? Doch wenn es diesen einen Zeitpunkt gibt, dann ist es genau JETZT der richtige. Wissen oder Weisheit erwirbt man nicht über ein Studium, an einer Universität. Sie wird aus der Lebenserfahrung heraus geboren. Zu keiner anderen Zeit, wäre dies möglich gewesen, denn es gehört auch eine Portion Reife, die Konfrontation mit dem Leben dazu, um dieses umfangreiche Thema, dem Aufbau von SELBST-BEWUSSTSEIN“ mitsamt dem Wahrnehmungs- und Gefühlsbereich zu beleuchten. Diesen Zeitpunkt wiederum zu verpassen, hieße für mich irgendwann überreif zu sein und somit als Fallobst zu enden.
Der französische Schriftsteller Victor Hugo (1802-1885) formulierte es sehr treffend:
„Nichts auf der Welt ist so mächtig
wie eine Idee, deren Zeit
gekommen ist.“
Inmitten des Zeitenwandels und der Transformation
„Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als eure Schulweisheit sich träumen lässt.“ sagte Shakespeare schon zu seiner Zeit im Hamlet.