Freigeist-Inspirationen - Sven Henkler - E-Book

Freigeist-Inspirationen E-Book

Sven Henkler

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Beschreibung

Das Leben ist voller geworden – voller Dinge, Erwartungen, Verpflichtungen und Zwänge. Dabei bleibt oft etwas auf der Strecke, das essenziell ist: das eigene Leben. Wünsche und Träume geraten aus dem Blick, während wir versuchen, allem gerecht zu werden. Doch welchen Ballast können wir abwerfen, um zurückzufinden zu uns selbst – zu Klarheit, Sinnerfüllung und innerer Freiheit? Dieses Buch lädt dazu ein, innezuhalten, bewusst loszulassen und Raum zu schaffen für das, was wirklich zählt. Es bietet Impulse für ein Leben, das nicht vom Zuviel, sondern vom Wesentlichen getragen ist. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie gelingt es, die Balance, das rechte Maß zu finden in einer Welt, die vom Überfluss geprägt ist? Das Bild des Lebenskahns zieht sich als roter Faden durch das Buch: Er steht für mehr Leichtigkeit im Leben, für die bewusste Entscheidung, unnötigen Ballast – materiellen wie immateriellen – über Bord zu werfen. Die begleitenden Illustrationen inspirieren zum Reflektieren und Neuausrichten. Ein Buch, das nicht belehrt, sondern Anregungen liefert, um den Kurs neu zu setzen: mit leichtem Gepäck zu mehr Selbstbestimmung und persönlicher Freiheit.

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Seitenzahl: 100

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Inhalte

Vorwort

Unser Lebenskahn

Ganzheitliche Überschüttung

Materieller Besitz und das Wollen von mehr

Die Ausuferung in Zahlen

Überfluss in unseren Köpfen

Digitales Zuviel

Narzisstisches Übermaß

Vom Daumen nach oben zum erhobenen Zeigefinger

Zunehmende Opferkultur und wachsende Empörungsspirale

Das Übermaß an Unzufriedenheit

Überschüttungen abtragen

Von Freiheit und Frei-Sein

Bedürfniserzeugung

Der Blick auf das „Halt“ in „Nachhaltigkeit“

Zurücknehmen und Freiräume gewinnen

Geld oder Leben?

Fahrgäste im Gedankenkarussell

Tempolimit wagen!

Zukunft mit Maß

Alles ist mit allem verbunden – ein etwas anderer Blick

Willkommen in der Gegenwart

Zukunftsproduzent oder Zukunftskonsument?

Ein Spiel mit den Möglichkeiten

Zukunft I

Zukunft II

Zukunft III

Zukunft IV

Märchenhaft einfach: weniger ist mehr

Ein Freigeist kommt selten allein

Nachwort der Freigeist-Autoren Petra Pliester & Jürgen Bräscher

Quellennachweise

Literaturverzeichnis

Sven Henkler

Freigeist-Inspirationen

Sven Henkler: Freigeist-Inspirationen

Mit leichtem Gepäck durchs Leben

© Verlag Zeitenwende

Steigerstraße 64

01705 Freital OT Kleinnaundorf

www.verlag-zeitenwende.de

[email protected]

1. Auflage 2025

Alle Rechte, auch die des auszugsweisen Nachdrucks, der fotomechanischen und multimedialen Wiedergabe sowie der Übersetzung in andere Sprachen, vorbehalten.

Titelbild: Ida Minkmar

Umschlaggestaltung: Sven Henkler

Satz: Verlag Zeitenwende

Über den Autor

Sven Henkler (Jg. 1975) ist seit über 20 Jahren Verleger von Büchern rund um Bewusstsein, Lebensführung, Philosophie und Spiritualität. Seine Leidenschaft gilt Buchprojekten, die zum Nachdenken anregen, Perspektiven erweitern und die Essenz des Lebens erfahrbar machen.

In den letzten Jahren ist das Schreiben wieder zu seinem eigenen Ausdruck geworden. Seine Texte handeln von Selbstbestimmung, Naturverbundenheit und der Wirkkraft der Mythologien. Dabei geht es ihm nicht um fertige Antworten, sondern um das Öffnen von Räumen – für Entwicklung, für Tiefe, für ein bewussteres Leben.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Unser Lebenskahn

Ganzheitliche Überschüttung

Materieller Besitz und das Wollen von mehr

Die Ausuferung in Zahlen

Überfluss in unseren Köpfen

Digitales Zuviel

Narzisstisches Übermaß

Vom Daumen nach oben zum erhobenen Zeigefinger

Zunehmende Opferkultur und wachsende Empörungsspirale

Das Übermaß an Unzufriedenheit

Überschüttungen abtragen

Von Freiheit und Frei-Sein

Bedürfniserzeugung

Der Blick auf das „Halt“ in „Nachhaltigkeit“

Zurücknehmen und Freiräume gewinnen

Geld oder Leben?

Fahrgäste im Gedankenkarussell

Tempolimit wagen!

Zukunft mit Maß

Alles ist mit allem verbunden – ein etwas anderer Blick

Willkommen in der Gegenwart

Zukunftsproduzent oder Zukunftskonsument?

Ein Spiel mit den Möglichkeiten

Zukunft I

Zukunft II

Zukunft III

Zukunft IV

Märchenhaft einfach: weniger ist mehr

Ein Freigeist kommt selten allein

Nachwort der Freigeist-Autoren Petra Pliester & Jürgen Bräscher

Quellennachweise

Literaturverzeichnis

„Niemand ist frei, der über sich selbst nicht Herr ist.“

Epiktet (ca. 50 – 138 n. Chr.)

Vorwort

Wie schnell könnte sich vieles ändern, wenn all jene Menschen, die forden, dass zuerst andere ihr Verhalten überdenken sollen, selbst den ersten Schritt machen und neue Wege einschlagen? Wie zügig kämen Veränderungen in Gang, wenn immer mehr Menschen selbst aktiv würden, statt anderen den Vortritt zu lassen? Doch leider gibt es einen sehr mächtigen Klebstoff, den jeder von uns sein Eigen nennen kann und der vor allem eines bindet: Gewohnheiten – schnell angebracht und schwer wieder abzubekommen. Gewohnheiten geben uns Sicherheit, sie helfen uns, im Alltag zurechtzukommen, sie lotsen uns sozusagen durch den Tag, sie beeinflussen beziehungsweise übernehmen bis zu 50 Prozent unserer Entscheidungen, sie prägen unser Verhalten, unseren Charakter. Und da der Mensch ein „Gewohnheitskleber“ ist, lässt er die Dinge, die er hat und die ihn umgeben, das, was sein Leben ausmacht und bestimmt, nicht los, er hat sich eben daran gewöhnt.

Sich von Gewohnheiten zu lösen, ist für uns alles andere als einfach. In die Veränderungen zu gehen (seien diese auch noch so klein) oder einfach nur Überflüssiges und Unnötiges sein zu lassen, fällt uns deshalb auch so schwer. Nach und nach gewöhnen wir uns an immer mehr, am „Gewohnheitenklebstoff“ haftet bald sehr viel – ein Zeichen unserer Zeit, das Immer-Mehr. Wenn wir jedoch beginnen – jeder für sich –, „Klebepunkte“, die sich im Laufe der Jahre gebildet haben, nach und nach zu lösen, dann kann das Leben leichter und freier werden, auch die Sicht auf Dinge und Geschehnisse.

Gerade in der Gegenwart, in der so vieles im Wandel ist, in der Neues Altes ablösen will und beides um seine Daseinsberechtigung kämpft, sind ein klarer und neutraler Blick und die Fähigkeit, loslassen zu können, nicht unwichtig. Eine unbefangene Weltbetrachtung wird jedoch nur allzu oft durch Schubladendenken und permanentes Kategorisieren getrübt; heute sind wir Meister darin, alles Mögliche in hell und dunkel, gut und schlecht, links und rechts einzuordnen! Zerrissenheit und Spaltung werden größer, und das Rufen danach, Partei ergreifen zu müssen, ertönt aus allen Richtungen. Einen Standpunkt zu beziehen, ist selbstverständlich alles andere als verwerflich, doch einen solchen wider besseres Wissen zu verhärten und so einen anderen Blickwinkel zu verhindern, ist der jeweiligen Sache oft nicht dienlich.

Sein Denken und Handeln nicht von außen, von anderen bestimmen zu lassen und andere Sichtweisen auf Gegebenheiten und Geschehnisse zu haben, ist das, was einen Freigeist auszeichnet. Ein Freigeist hat einen festen Standpunkt, den er immer wieder beleuchtet. Somit ist er offen für Neues, hängt seine Fahne aber nicht in jeden Wind neuer Entwicklungen oder Strömungen. Ein Freigeist versucht, einen Ausgleich in und um sich finden und zu halten.

Das vorliegende Buch möchte den Freigeist in den Leserinnen und Lesern wecken, den kleinen Rebell in jedem. Dort, wo er sich bereits aus dem Meer der Gewohnheiten, Zwänge und anerzogenen Muster freigeschwommen hat, verfolgen die Ausführungen das Ziel, den Blick zu schärfen – für Ungleichgewichte, für Dinge und Gegebenheiten, die aus dem Ruder gelaufen sind. Und davon gibt es viele: Die Gegenwart ist übervoll mit Ungleichgewichten und Widersprüchen, sie erscheint geradezu paradox. Die Menschheit lebt in einer Welt krasser, zumeist selbsterzeugter Gegensätze: Sie kennt Überfluss und Mangel, erfährt Liebe und Hass, Menschlichkeit und Unmenschlichkeit, Bewahrung und Zerstörung …

Zudem will dieses Buch eines besonders hervorheben: das Wirken des Einzelnen, welches verbunden ist mit der Kraft der eigenen Mitte. Wie innen, so außen – wer in sich seine Mitte, seinen Ausgleich, seine wahrhaften Bedürfnisse gefunden hat, strahlt dies nach außen aus, wirkt in seinem Umfeld und auch darüber hinaus. Die Kraft des Einzelnen ist groß, wenn die Aufmerksamkeit auf das gelenkt wird, was wir beeinflussen und verändern können – uns selbst eingeschlossen! Die Möglichkeiten, Änderungen in Gang zu setzen, sind vielfältiger als wir es uns vielleicht vorstellen. Wir müssen nur konsequent sein und Vertrauen haben in das, was wir machen und wollen!

Sven Henkler

Unser Lebenskahn

Ein (Segel-)Boot auf dem weiten Meer – eines der symbolträchtigsten Bilder für das menschliche Freiheitsgefühl, für Freiheit an sich. Das Wasser selbst ist Lebensspender, Lebensträger, Beschützer des Lebens, zugleich ist es vernichtend, todbringend; nicht umsonst kennen wir das Wasser des Lebens und das Wasser des Todes. Weiter mythisch-mythologisch betrachtet durchdringt Wasser einerseits alle Welten, andererseits trennt es, indem es zwischen Leben und Tod fließt. Erinnert sei an den Fluss Styx, der das Totenreich Hades von der Welt der Lebenden abgrenzt und über den der Fährmann Charon mit seinem Boot die Seelen der Verstorbenen bringt.

Auf diesem Seins- und Weltenbereiche durchdringenden Element schippert nun jeder Mensch für sich auf seinem Lebenskahn, und das bleibt bis zu seiner eigenen letzten Fahrt so. Jeder befindet sich in seinem Kahn; niemals sitzen wir zusammen mit anderen in einem Boot, auch wenn das gern und schnell gesagt wird, wenn gemeinsame Ziele erreicht werden sollen oder wenn etwas „unterzugehen“ droht. Wir fahren wohl mit anderen Menschen in verschiedene Häfen, um dort gemeinsam Zeit zu verbringen, zu wirken, zu arbeiten, aber jeder hat seinen Kahn durch sein Leben zu steuern.

Die Fahrt über das Lebensmeer beginnen wir nach dem Verlassen des beschützenden elterlichen Hafens idealerweise unbelastet und mit wenig Gepäck; der Lebenskahn gleitet leicht steuerbar über das Wasser. Viele haben ein festes Ziel vor Augen, manche lassen sich erst einmal treiben. Doch jedem Menschen wird es passieren, dass er in fremde Fahrwässer gerät oder von anderen Booten touchiert wird, manchmal sogar heftig. Auch wird es vorkommen, dass andere ihren unnützen Ballast in unseren Lebenskahn werfen, dieser gesellt sich dann zu den von uns selbst über die Jahre zusammengetragenen Dingen an Bord. Unser Schiffchen wird schwerer, es liegt tiefer im Wasser, die Leichtigkeit des Manövrieren-Könnens gerade in stürmischen Zeiten nimmt ab. Wenn wir die Gewichte des Lebens jedoch maßvoll sammeln und gut auf unserem Boot verteilen, so können wir es normalerweise sicher steuern und in guter Geschwindigkeit über das Wasser führen.

Ganzheitliche Überschüttung

„Wir dürfen das, was wir haben, nicht entwerten durch das Verlangen nach dem, was wir nicht haben, sondern müssen bedenken, dass auch unsere jetzige Habe uns einmal als etwas Wünschenswertes erschienen ist.“ (Epikur)

Materieller Besitz und das Wollen von mehr

Heute genießen wir das Leben in vollen Zügen; Mäßigung war gestern, Verzicht sowieso. Wo kämen wir denn hin, nicht das tun und lassen zu können oder gar zu dürfen, was wir wollen! Doch würde es uns wirklich beschränken, uns Freiheit nehmen, wenn wir mehr von dem lassen, was wir heute so alles tun? Oder gäbe es mehr Raum, uns Dingen zu widmen, die wir bisher vernachlässigten oder ganz außer Acht ließen? Sind es nicht vor allem Zwänge, die uns am Gewohnten, am Mehr-Haben-Wollen, am In-Besitz-Nehmen festhalten lassen? Müssen wir uns der Schnelllebigkeit unserer Zeit hingeben, indem wir lieber gestern als heute alles erledigt haben oder bekommen wollen, weil morgen vielleicht schon wieder etwas Neues, Besseres auf uns wartet? Dass wir in einer Welt des Überflusses, der Grenzenlosigkeit und Maßlosigkeit leben, kann nun wirklich niemand verneinen. Und es wird auch nicht leichter, sich davon loszueisen, wenn einem beispielsweise die Möglichkeit vorgegaukelt wird, wie ein Milliardär zu shoppen, oder wenn mit der Werbebotschaft „Sparen Sie jetzt!“ zum Kauf aufgefordert wird. Wie paradox, zum Kauf aufzufordern, um zu sparen!

Der shoppende Möchtegern-Milliardär aus der Werbung eines äußerst zweifelhaften Onlinehandels schlägt gleich zwei Fliegen mit der Wunsch-Klappe: reich sein wollen und kaufen können ohne Ende. Und beides – viel Geld besitzen und ausgeben – soll natürlich glücklich machen. Doch dass Reichtum oder vielmehr das Streben danach nicht zwangsläufig glücklich machen, darüber ist bereits viel berichtet worden. Derek Bok, Jurist, Pädagoge, Hochschullehrer und ehemaliger Präsident der Harvard-Universität, schreibt bezogen auf seine Metastudie zur Glücksforschung: „Die Erkenntnisse der Psychologen übermitteln die Warnung, dass die Ausrichtung darauf, reich zu werden, ein substantielles Risiko mit sich bringt, unglücklich und enttäuscht zu enden.“1

Das „Problem“ des Reich-Werdens kennen die allermeisten wohl ohnehin nicht, aber dafür ein anderes: das allgegenwärtige Konsumieren. Kaufen, „Shoppen“, Schnäppchen jagen, das können wir heute rund um die Uhr. Super-Sonderangebote, die müssen wir nicht mehr suchen, dank der Personalisierungsalgorithmen finden sie uns. Dem analogen Hinweis „Bitte keine Werbung einwerfen“ kommen wohl die meisten Prospektverteiler nach, eine Aufforderung wie „Bitte keine Werbung einspielen“ ist jedoch in der digitalen Welt nirgendwo anpinnbar und wäre wahrscheinlich auch nicht von vollem Erfolg gekrönt.