Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Das Christentum feiert zu Weihnachten in der Geburt von Jesus Christus die Ankunft des Lichtes schlechthin. Die Gedichte und Geschichten führen uns durch die Frohe Zeit und zeigen das Eigentliche von Weihnachten: Fröhlichkeit, Freude und Frieden, aber auch Gnade und Segen sowie Trost bei Problemen wie Schuld und Alleinsein.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 77
Veröffentlichungsjahr: 2016
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Vorwort
Weihnachtslicht
Ja, ich will
Ein erfüllter Weihnachtswunsch
Weihnachtsgaben
Hilferuf
Antrag
Vorfreude auf Weihnachten
Himmelsgnade
Das Weihnachtstaxi
Lass es zu
Seelenstern
Heimkehr zur Weihnacht
Zur Rettung unsres Lebens
Weihnachtsfrieden
Ein Weihnachtslied
Zweifel und Einsicht
O Advent
Eine utopische (?) Weihnachtsgeschichte
Rettendes Licht
Letzte Weihnacht
O segensreiche, heilige Nacht!
Ein merkwürdiger Weihnachtsabend
Wunsch ans Christkind
Mach für das Fest mich still bereit
Ende gut, alles gut
Weihnachtsfreude
Sag ja
Das Danaer- Geschenk
Weihnacht in der Fremde
Tröstliches Licht
Gnadenreiche Zeit
Wahre Weihenacht
Zäher Wunsch
Ergreif die Gnade
Frohe Zeit
Nachwort
Wir werden es wohl niemals erfassen, das Wunder der Weihnacht. Von alters her ist die Zeit um die Wintersonnenwende heilig und voller Geheimnisse. Die Dunkelheit muss dem Licht weichen, die Tage werden wieder länger und die Hoffnung steigt, dass das Leben den Tod überwinden würde. In allen Kulturen war und ist es immer der Sieg des Lichts über die Dunkelheit, welcher die Menschen mit Freude zu erfüllen imstande war. Dieses Ereignis, das auch am Himmel abzulesen war, wurde enthusiastisch gefeiert.
Was wunder, dass das Christentum an die Stelle der diversen heidnischen Götter, auch wenn sie als Lichtbringer galten, die Geburt des Lichtes schlechthin setzten, wie es durch die Ankunft von Jesus, dem Christus, verkörpert wurde, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Und hier begann das Wunder. Das Wort als Ausdruck des göttlichen Willens, war Mensch geworden und brachte das Licht auf die Erde.
Ein Wunder. Wer ist wirklich imstande, dieses Ereignis zu begreifen? Das Ende einer finsteren Epoche wurde eingeleitet. Die Herrschaft der Finsternis, verursacht durch den Abfall von Gott, würde gebrochen werden. Der Anfang war die Geburt. Der Abschluss und der endgültige Sieg über das Dunkel wurden begründet im Tod Christi, dessen wir zu Ostern gedenken. Da wurde uns endgültig das Tor zum Licht geöffnet. Er hat den Tod überwunden, so wie es alle werden, die ihm folgen und sein Geschenk, das Geschenk des Lichtes, annehmen.
Die Geburt des Lichtes. Christus der Retter ist da, singen wir. Der Triumph des Lichtes nicht nur kurzfristig betrachtet, wie es in der Wintersonnenwende zum Ausdruck kommt, sondern bezogen auf die Ewigkeit. Wer will, kann zum Licht gehen, denn die Dunkelheit des Geistes ist überwunden.
Das alles liegt im Weihnachtsfest begründet. Darum ist es ein Fest der Freude, der Dankbarkeit und des Friedens. Denn wer das Licht hat, braucht nichts mehr zu fürchten.
Aus dieser Freude heraus wollen wir auch anderen Menschen Freude bereiten. Deshalb beschenken wir unsere Lieben. Doch niemals sollten die Geschenke wichtiger werden als das eigentliche Ereignis selbst.
Begehen wir in Dankbarkeit und Freude das Weihnachtsfest. Danken wir Gott für alles, was er uns gibt. Und nehmen wir den Weihnachtsfrieden mit ins neue Jahr. Das Licht wird uns nie verlassen, wenn wir es nur festhalten wollen.
Das Wunder der Weihnacht. In der Geburt Christi wurde alles Hoffen der Menschheit erfüllt. Mögen die Menschheit dieses Wunder in ihre Herzen lassen, auf dass endlich Frieden auf Erden werde.
Man kann Weihnachten auf unterschiedliche Weise begehen. Das Spektrum reicht von ernst und besinnlich bis heiter und ausgelassen. Alles kann Ausdruck der Freude sein, wenn es nur vor dem Hintergrund des eigentlichen Sinns des Festes stattfindet.
Und so führen uns auch die in diesem Buch enthaltenen Gedichte und Geschichten durch alle möglichen Stimmungsbereiche. Sie schildern aus dem Blickpunkt unterschiedlicher Ereignisse das Eigentliche von Weihnachten: Gnade, Freude und Frieden. Dass aber gerade zu Weihnachten persönliche Probleme wie Schuld und Alleinsein an Intensität gewinnen, ist eine Tatsache. Jeder sehnt sich nach Geborgenheit und Frieden. Auch diese Stimmungsbilder bleiben nicht unberührt. Es wird zum Teil auch Bezug genommen auf mögliche politische Entwicklungen und ihre Auswirkungen auf das Weihnachtsfest im christlichen Sinn, die sich in der Gegenwart bereits abzuzeichnen beginnen und die nichts Gutes verheißen.
Mögen wir nie vergessen, das Glück zu schätzen, das uns ein freies und frohes Feiern des Weihnachtsfestes gestattet.
Alfred L. Rosteck
Neulengbach, im November 2016
Ein Wort zur „Neuen Rechtschreibung“: Ich folge ihr mit großem Widerwillen, mache aber nicht jede Änderung mit, die sich sogenannte Experten einfallen haben lassen. Es ist also nicht alles ein Rechtschreibfehler, was danach aussieht ...
Wenn dein Herz voll Hektik steckt
und nicht weiß, wo ein, wo aus,
dann halte ein, bleib mal zu Haus
und denke nach, was wohl bezweckt.
Bedenk in Ruhe all die Lasten,
die du selbst dir aufgeladen,
die deiner Seele doch nur schaden,
und versuche mal zu rasten.
Wie schön es doch als Kind noch war!
Voll Ungeduld, wie Kinder sind,
ersehntest du das Christuskind.
Und die Geschenke, das ist klar.
Wenn dann leis der Schnee noch fiel,
freutest du dich umso mehr.
Den Schnee, den liebtest du gar sehr.
Es war ein wunderbares Spiel.
Am Abend dann, in trauter Runde,
schon das erste Kerzlein schien
auf dem Kranze, duftig grün.
Es gab von frommer Hoffnung Kunde.
Such erneut, was dich beglückt.
Auch ein Erwachsner kann sich freun
auf des Weihnachtslichtes Schein.
Und wirf ab, was dich bedrückt!
Wunderlächeln lind.
Unerwartet hier
zwischen Mensch und Tier
ein neugebornes Kind.
Kinderlächeln rührt.
Doch dieses tief ergreift.
Im Herzen Liebe reift.
Dem Kind nur Ehr gebührt.
Zartes Ahnen still.
Vertrau dem Himmelslicht.
Im Innern leis man spricht:
Ja, mein Herr, ich will!
Jetzt fing es auch noch zu schneien an! Das fehlte ihm gerade noch. Erst eine Rutschpartie auf den frisch verschneiten, dann eisigen Straßen, und später der Matsch, der das Fahren auch nicht angenehmer machte.
Dabei musste er heute noch nach Christkindl. Er hatte den Kindern in der Volksschule versprochen, ihre Briefe persönlich auf das Postamt Christkindl zu bringen, denn die Zeit für den Postweg war bereits zu knapp. Übermorgen war Weihnachten. Und alle Kinder wollten noch ihre Wünsche an das Christkind schicken.
Was haben sie sich auch so lange Zeit gelassen! Gut, da war der Brand in der Schule gewesen, der den Schulbetrieb zwei Wochen lahmgelegt hatte. Aber man konnte ja auch seine Eltern bitten, die Briefe zur Post zu bringen. Aber die jungen Leute sind halt vergesslich und manchmal ein wenig schlampig.
Die Kinder waren zwar oft schlimm gewesen und hatten ihm allerlei Streiche gespielt. Ein Schulwart stand halt nicht in sehr hohem Ansehen bei den Kindern, aber er mochte sie trotzdem. Er langte nach dem Plastiksack mit den Briefen und machte sich auf den Weg. Die Sicht war nicht besonders gut, er musste sich ziemlich konzentrieren. Das würde eine lange Fahrt werden. Wenn er es in drei Stunden schaffte, hatte er Glück. Er schaltete das Radio ein. Vorweihnachtliche Musik erklang. Hatten die keine anderen Platten, dass sie immer dasselbe spielten? Langsam ging ihm das ständige „Last Christmas“ auf die Nerven.
Plötzlich durchzuckte ihn ein Gedanke. Wozu fuhr er eigentlich nach Christkindl? Es glaubten ja nur die Kinder, dass das Christkind dann ihre Wünsche erfüllen würde. Er könnte die Briefe ebenso wegwerfen. Oder ihren Eltern weiterreichen. Aber 25 Eltern aufzusuchen, dauerte sicher ebenso lange wie die Fahrt nach Christkindl.
Die Versuchung war groß, den bequemeren Weg zu gehen. Dann fuhr er einfach weiter. Wie sollte er den Kindern in die Augen schauen können, wenn er sie belog? Sie vertrauten ihm schließlich.
Der Schneefall war stärker geworden. Nur mit Mühe unterdrückte er einen Fluch, als vor ihm ein Auto ins Schleudern geriet, und er beinahe mit ihm zusammengestoßen wäre. Er konnte gerade noch ausweichen. Auch der andere Fahrer konnte seinen Wagen abfangen und weiterfahren, wie er im Rückspiegel erleichtert sehen konnte.
Er fuhr bei einer Ausweiche zur Seite, um sich von dem Schrecken zu erholen. Da bemerkte er, dass der Plastiksack mit den Briefen vom Sitz gerutscht war. Alle Briefe lagen verstreut auf dem Boden. Er bückte sich, um sie wieder einzusammeln. Da bemerkte er einen Brief, der keinen Absender aufwies. Wer hatte den bloß geschrieben? Er könnte jetzt alle Briefe durchsehen und im Geiste alle Kinder abhaken, die einen Absender vermerkt hatten. Der Brief, der übrig blieb, müsste dann dem Schreiber zuzuordnen sein. Oder ... Oder er sah einfach hinein. Dann wusste er schneller, wer der Absender war. Er konnte den Brief ja wieder zukleben. Schließlich war es ein Notfall. Das Kind würde ja sehr enttäuscht sein, keine Antwort vom Christkind zu bekommen.
Vorsichtig öffnete er den Brief, um den Umschlag nicht zu sehr zu beschädigen. Er überflog den Text. Das Kind wünschte sich nichts als ein Zuhause. Es hatte seine Eltern vor einem halben Jahr bei einem Autounfall verloren, und da keine Verwandten da waren, war es ins Waisenhaus gekommen, wo es sehr unglücklich war. Er erinnerte sich an den Buben. Ein lieber kleiner Kerl von etwa sieben Jahren, mit großen braunen Augen und dunkelblondem Haar. Er seufzte. Wie sehr hatten sich seine Frau und er ein Kind gewünscht! Aber es blieb ihnen versagt. Was würde mit dem Brief geschehen? Würde die Antwort des Postamts an das Waisenhaus gehen, wenn er die Adresse darauf vermerkte? Was hatte das Kind davon? Die Enttäuschung würde groß sein, wenn der Knabe erfuhr, dass das Christkind ihm kein neues Zuhause schenken konnte.
