Fußball: Das Allerletzte - Marcel Dreykopf - E-Book

Fußball: Das Allerletzte E-Book

Marcel Dreykopf

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Beschreibung

«Fußball. Das Allerletzte» versammelt bislang unbekannte wie legendäre Anekdoten, Storys und einschlägige Zitate, die den deutschen und internationalen Fußball von seiner unschönen Seite zeigen. Der Sport tritt in den Hintergrund, und Abgründe tun sich auf angesichts spektakulärer Skandale, schwerer verbaler Fouls und übler Machenschaften. Was abseits des Spielfeldes und vor laufenden Kameras passiert, ist haarsträubend und manchmal schier unglaublich – oft aber auch entlarvend komisch.

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Seitenzahl: 281

Veröffentlichungsjahr: 2011

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Marcel Dreykopf

Fußball. Das Allerletzte

Intrigen und Dummheiten aus der Welt des Fußballs

 

 

 

Über dieses Buch

«Fußball. Das Allerletzte» versammelt bislang unbekannte wie legendäre Anekdoten, Storys und einschlägige Zitate, die den deutschen und internationalen Fußball von seiner unschönen Seite zeigen. Der Sport tritt in den Hintergrund, und Abgründe tun sich auf angesichts spektakulärer Skandale, schwerer verbaler Fouls und übler Machenschaften. Was abseits des Spielfeldes und vor laufenden Kameras passiert, ist haarsträubend und manchmal schier unglaublich – oft aber auch entlarvend komisch.

Impressum

Rowohlt Digitalbuch, veröffentlicht im Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, April 2011

Copyright © 2011 by Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg

Das Buch erschien zuerst unter dem Titel «Fußball. Das Allerletzte» 2006 im Neuer Europa Verlag Leipzig GmbH

Umschlaggestaltung ZERO Werbeagentur, München

(Umschlagabbildung: John Rensten/Getty Images)

Abbildungen Seite 65: Abb. 1 © dpa, Abb. 2, 3, 5, 7, 8, 9 © dpa – Sportreport, Abb. 4, 11 © picture-alliance/Sven Simon, Abb. 6 © dpa – Report, Abb. 10 © picture-alliance/augenklick

ISBN Buchausgabe 978-3-499-62679-1 (1. Auflage 2011)

ISBN Digitalbuch 978-3-644-43811-8

www.rowohlt-digitalbuch.de

 

Schrift Droid Serif Copyright © 2007 by Google Corporation

Schrift Open Sans Copyright © by Steve Matteson, Ascender Corp

 

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Alle angegebenen Seitenzahlen beziehen sich auf die Printausgabe.

 

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www.rowohlt.de

Inhaltsübersicht

GÖTTLICH

FUSSBALL-FLEGEL

BITTERE WAHRHEIT

DER FLUCH DER BÖSEN TAT

DAS SPRICHT BÄNDE

SCHWEINI IM SAITLING

WEITSICHTIG

DER FUSSBALLFRISEUR

DIE MAUER IM KOPF

BECKENBAUERS HEISSE NUMMER

DOPPELMORAL AUF ARGENTINISCH

DER TAG DER WAHRHEIT

EINMAL BETONKOPF, IMMER BETONKOPF

ZORNIGE FUSSBALLGÖTTER

PETERCHENS IRRFAHRT

BEST OF BERTI

SITTSAME SPIELE

DOPING-TRICK

AUFERSTANDEN AUS RUINEN

ELF FREUNDE MÜSST IHR SEIN

KONSEQUENT

EINER GEHT NOCH

ALLMACHT

HILFE FÜR DIE KREBSFORSCHUNG? «DOCH NICHT FÜR SO BESCHISSEN WENIG GELD»

WUNSCHDENKEN

ABRÜSTUNG AUF SÜDAMERIKANISCH

DER DREISTESTE SPIELER IRLANDS

VERLETZENDES VERSPRECHEN

VIVA LA FIFA

DEUTSCHE TUGENDEN

HARTER SCHUSS

TRAINING AUF RUSSISCH

NUR ZUM SCHEIN

FAN-VERSE

SCHUSTER KANN SICH NICHT JEDER LEISTEN

FRANZÖSISCHE HÄRTE

WELTMACHT NORWEGEN

PROMILLE-PROFIS – DIE FLOP-ELF DER HOCHPROZENTIGSTEN TRIKOTWERBUNG

EINE KAPITALE SCHNAPSIDEE

STARKE GEFÜHLE

AUS ÜBERZEUGUNG UNBELEHRBAR

HOLLÄNDISCHE SCHWARZSEHER

HARTE ZEITEN IM TRAININGSLAGER

STUTTGARTER STINKER

KONSERVE STATT KAPELLE

DIE FLOP-ELF DER TV-DÜNNBRETTBOHRER

EHRENRUNDE EINES WEICHSPÜLERS

DAS KREUZ MIT DEM GLAUBEN

TIEF INS GLAS SCHAUEN, STATT HOHES C TRINKEN

TEUFLISCHER TELEFONTARIF

FAHREN WIE DIE PROFIS

DIE ZEIT HEILT ALLE WUNDEN

HOYZER-SKANDAL: DAS OPFER JANSEN

STRAFE AUF GRIECHISCH: 72 PUNKTE ABZUG

KOREAS KLONE

VORAUSEILENDER GEHORSAM

ALLES GEHT VORÜBER

VAN DER VERRAT

DOPPELTES COMING-OUT

SCHÄNDLICHE STRAFEN

KOPFSCHMERZEN

FINGERZEIG

JAGD AUF DIE EICHHÖRNCHEN

NAGER UND NELKEN – DIE FLOP-ELF DER NATIONALMANNSCHAFTSNAMEN

EINE SAUBERE GEMEINDE

PLANSOLL NICHT ERFÜLLT

ROST MIT RÖCKCHEN

VUVUZELA-TERROR: OHREN ZU UND DURCH

FALSCHE ABKÜRZUNG

SCHLÜPFRIGER SPOTT

PAY-PER-TALK

HARTES LOS: TRAINER BEIM KFC

DOPPELMORAL

AUFSCHNEIDER

NOCH EIN FEIND …

FEHLENDE TIEFE

EIN VOLLPFOSTEN IM TOR

KARRIERECHANCE

VERFLUCHTE REGELN

MIT MASKOTTCHEN IN DEN KNAST

ECHTE BRÜLLER

FALSCHE RICHTUNG

RAMSCHVERKAUF BEI REAL

PÜNKTLICHER ABFLUG – DIE FLOP-ELF DER SCHNELLSTEN ROT-SÜNDER

AUF EINEN SCHLAG BEKANNT

ÜBERMÄCHTIG

«BLÖDE SAU» STATT WELTMEISTER

«KÖNIG OTTO»: KRONE OHNE ZACKEN

KAISER FRANZ IM WUNDERLAND

AUF DEN SCHEITERHAUFEN MIT DEN SPIELERFRAUEN

UNTERIRDISCH

EIN KAISER UND EIN PISSER

WAYNE ROONEY

FRANZ BECKENBAUER

DER METZGER UND DAS SCHNITZEL

DEUTSCHLANDS SCHÄNDLICHSTER SIEG

GELD UND GEIST

DER GESTRANDETE GOLDFISCH

FASCHISTEN UND RASSISTEN HOFFÄHIG GEMACHT

EIN SANFTER PITBULL

SPUCKEN IST ZUM SPEIEN

DER «PFÄLZER KNIFF»

AUS DER FUSSBALLGESCHICHTE GEMOBBT

DIE SCHLECHTESTEN SIEGER

NORMAN BITES YOUR LEG

FREUNDSCHAFT: FÜR MARADONA IST NUR BARES WAHRES

VERNUNFT WIRD UNSINN …

DAS CHAOS DES KLEINEN HERRN KREITLEIN

ABSEITS IST …

DER RIESENSTAATSMANN SILVIO

DIE SCHLACHT VON BERN

DAMENWAHL

PRICKELND WIE SELTERS

DIE HAUPTSTADT DES PROVINZFUSSBALLS

DIE KLEINKARIERTE RACHE DER FUNKTIONÄRE

WIE BAYERN SEINEN MEISTER FAND

EINE FRAGE DER ÄHRE

UND DER HAIFISCH, DER HAT ZÄHNE …

PEINLICHKEITEN AUS DER PROVINZ

SCHIEDSRICHTER MORENO: EINE ANRÜCHIGE EHRUNG

EINST EIN HELD

RIO FERDINAND SUPERSTAR

DIE UHR TICKT IMMER NOCH

LEGAT BETET DAS VATERUNSINN

NACKT AUF SCHIEDSRICHTERJAGD

DIE HÖLLE IM PARADIES

BRIAN CLOUGH: NICHTS WAR IHM HEILIG

WENN DER SUSI MIT DEM BARBIE SPIELT

MÜLLERS MISSMUT

EIN TÄTER MACHT SICH ZUM OPFER

EIN SCHIEDSRICHTER MIT SCHIRM ZAGT IM REGEN NIE

DER VATER ALLER KNOCHENBRECHER

ALLONS ENFANTS DE PSG

CRUYFFS ÄRGER MIT DEN NACHBARN

MANN-O-MANN

DIE ANGST DES LOTHARS VORM ELFMETER

BESCHEIDENHEIT ZIERT DEN MANN

GESCHÄFTE MIT DER KATASTROPHE

EINE PISTOLENSALVE FÜR DEN GLAUBEN

BUXTEHUDE: EIN KULTURMEKKA IN DER FUSSBALLPROVINZ

LIVERPOOLS FANS – NIX KULTURA

MIT EINEM FUSSTRITT IN DIE GESCHICHTE

FAST MEISTERLICHE TRICKS

FUSSBALL Á LA USA: WIE DAS SPIEL NEU ERFUNDEN WURDE

DER LETZTE AUS DEM OSTEN

1:0 FÜR DEN DIKTATOR

MEIER UND CO.: DIE SCHLIMMSTEN AUSRASTER DER TRAINER

DIE FLOP-ELF DER TRAINERAUSRASTER:

FEHLENDES FINGERSPITZENGEFÜHL

19 JAHRE HASS: SPÄTE RACHE EINES FANS

SCHWEIZER UNTUGENDEN: SEPP BLATTER UND DIE STINKBOMBEN

DAS FLAIR EINES EUNUCHEN

DAS UNAUSSPRECHLICHE PECH DES FRANCO F.

TÜRKISCHE RACHE: KEIN KEBAB FÜR SCHWEIZER FUSSBALLER

EIN HERZLICHES WILLKOMMEN

VERBANDSFUNKTIONÄRE: DUMM WIE EINE ECKFAHNE

«WIE FUSSBALLER, NICHT WIE MENSCHLICHE WESEN …»

DIE LANGE LEITUNG DES ALEKSANDAR RISTIĆ

… UND DIE PLATTE IST RUND

DIE FLOP-ELF DER GROBEN MUSIKALISCHEN FOULS:

EINE RASIERKLINGE MACHT NOCH KEINE WM-QUALIFIKATION

WER ZÄHLT DIE VÖLKER, NENNT DIE NAMEN …

BERTI VOGTS: ENGLISCH, WIE ES NICHT IM WÖRTERBUCH STEHT

MENSCHLICHKEIT IM PROFISPORT? – NICHT MIT TONI SCHUMACHER

WIE MIGHTY MOUSE ZUM RIESEN WURDE

GOLDEN GOAL, SILVER GOAL: VERRAT AM FUSSBALL

RENTNER SZYMANIAK: DIE LIEBE ZU DRITT

TRAINERSCHELTE: LUG UND TRUG

GEFEIERT UND GEFEUERT

AMERIKANISCHE SKEPSIS

WENN CHAMPAGNER DAS FASS ZUM ÜBERLAUFEN BRINGT

WIE EIN FEHLER VERSCHWINDET

EIN BLAUER MANN IN SCHWARZ

SCHNELLE ENTSCHEIDUNG DAUERTE 190 MINUTEN: REKORDE VOM PUNKT

DIE KARIBISCHEN VERSUCHSKANINCHEN DER FIFA

DIE KALTE SCHULTER

CIGARETTES AND WHISKY AND CHEERIO …

DIE GENTLEMEN BITTEN ZUR KASSE

DEUTLICHE WORTE

UND DAS ALLES MIT SCHWÄBISCHEM AKZENT

DER ABEND VON LENS UND DIE TAGE DANACH

GALANTERIEN Á LA GAZZA

DAS SPIEL, DAS NIE HÄTTE STATTFINDEN DÜRFEN

VERLÄNGERUNG AM GRAB

FAN-VERSE

ALLEN WOHL UND NIEMAND WEH – FASSENACHT BEIM SVW

EIN TÖDLICHER FEHLER

EIN KURZES GLÜCK

DER SCHWÄRZESTE TAG EINES GROSSEN SCHOTTEN

EIN SCHIEDSRICHTER SIEHT ROT

VON ALLEN GUTEN GEISTERN VERLASSEN

DER ERSTE WM-DOPINGSÜNDER: VERSPOTTET, VERSCHLEPPT, VERPRÜGELT

STAN THE MAN: DER GANG VOR DIE HUNDE

EIN AUSGEZEICHNETER FEHLER

FAN-VERSE

MORDDROHUNGEN: LETZTER PFIFF FÜR ANDERS FRISK

DER SUFF DER ERSTEN STUNDE

DIE HITLISTE DER FÄHIGSTEN FUSSBALL-FUNKTIONÄRE

ZEITSCHINDEN – EINE NORWEGISCHE DELIKATESSE

DER DOPPELTE STANLEY

DAS «VERGESSENE» LÄNDERSPIEL

TRANSFER-REKORD: GANZ LONDON FÜR EINEN MITTELSTÜRMER

NEBEL DES GRAUENS: LOSE NACH MITTERNACHT

ABSCHIED VON GEORGE BEST: MIT BESTEN GRÜSSEN VON DER BRAUEREI

THE GREATEST

EIN GESCHÄFT UNTER NACHBARN

ORAKEL UND DEBAKEL

EIN BIEDERMANN ALS BRANDSTIFTER

TRAINERGIPFEL AM ZUCKERHUT

PAUL BREITNER: SCHECKBUCH STATT MAO-BIBEL

TRUNKSUCHT UND GEIZ

HÖLZENBEINS SCHWALBE FLIEGT NOCH IMMER

MANIPULATION IN RUSSLAND: EIN HUNDERTPROZENTIGES JEIN

ALS MONTEZUMA DIE BANK VON ENGLAND KNACKTE

«WIE DIE TIERE»

STERNLOSER OSTEN

SCHARFER RECHNER DIXIE DEAN

PELÉ UND SEIN GESCHWÄTZ VON GESTERN

DER SCHÖNE HANS ALS DRACULA

ALLES LUG UND TRUG – GLADBACHS 7:1 GEGEN INTER MAILAND

FAN-VERSE

«KING BOBBY» – EIN FALSCHER FÜNFUNDDREISSIGER

WANDERER, KOMMST DU NACH ANFIELD …

FRIEDENSNOBELPREIS FÜR RONALDO?

HÄSSLICH WIE DIE NACHT

MUTTERS ÄRGER MIT DEN KLEINEN

SPORTJOURNALISTEN: DIE ELENDEN SCRIBENTEN

BÖSE JUNGS IN KURZEN HOSEN

EIN WELTKLASSETORWART WIRD VERSCHLEUDERT

DANK AN DEN ALTEN GERMANENGOTT

LEAVING ON A JETPLANE

AUFSTIEG VOM TORWART ZUM SOHN GOTTES

GARRINCHAS NACHRUHM: UNTER DER GÜRTELLINIE

ALLES GLÜCK DER ERDE

EIN BISSCHEN FEINDSCHAFT

«PASSIVES» ABSEITS? DASS ICH NICHT LACHE!

DIE KEHRSEITE DER MÜNZE

ARSENAL: ALLES WAS RECHT IST

PRÄSIDIALES PRICKELN

SCHWEINI SUPERSTAR

ZWEI LINKS, ZWEI RECHTS

DIE MUTTER ALLER SCHWARZEN FUSSBALLWITZE

DAS RECHTE WORT ZUR RECHTEN ZEIT

DAS PROTZIGE JA DES SONNENKÖNIGS HAVELANGE

DER WEITBLICK DES GROSSEN DI STEFANO

DAS ZWEIFELHAFTESTE KOMPLIMENT ALLER ZEITEN

PIRMASENSER SUPERLATIVE

ANDERE LÄNDER, ANDERE SITTEN

GOTTES ZORN UND LOUIS VAN GAAL

ALEX VILLAPLANE: VOM KAPITÄN DES NATIONALTEAMS ZUM NAZI-VERBRECHER

DREI SIND EINE ZU VIEL

STEUER-TIPPS

ALT WIE EIN BAUM

SÜSS-SAUER

ROONEY – EIN BILLIGER SPASS

KLEINER IRRTUM

ZEHN AUGEN ZUGEDRÜCKT

WERBUNG FÜR DEN FUSSBALL

DIE SÄUFER VON SOFIA

ABPFIFF VOR DEM ANSTOSS

WASSER PREDIGEN, WEIN SAUFEN

UNFEINER PINKEL

COME ON COLEEN

VOLL IN DIE HOSE

ÄRGER IM FREUDENHAUS

LEIDENSCHAFTLICHER FUSSBALLER

BLONDES GIFT

SCHLAG AUF SCHLAG

WAYNES WIEGENLIED

AUGEN ZU UND RAUS

FOREVER NUMBER 12

DIE FLOP-ELF DER BUNDESLIGATORHÜTER

KÄPT’N KAMERADENSCHWEIN

AHNUNGSLOSES IDOL

DER SCHEICH ENTSCHEIDET

PSYCHIATER OHNE BALLGEFÜHL

DER STÜRMER UND DIE MAUER

STILLER ABSTIEG

REIN UND RAUS

WENIGE SIND AUSERWÄHLT

SCHIZOPHREN

ANGEFRESSEN

HÄSSLICHE BRASILIANER

REGISTER

GÖTTLICH

«Auch Jesus wurde nicht von allen geliebt.»

(Trainer José Mourinho auf die Frage, warum er bei vielen Menschen so unbeliebt sei)

FUSSBALL-FLEGEL

Schummeln, Schimpfen, Spucken, Schlagen – Fußball ist der Flegelsport Nummer eins. Nach einer Untersuchung der Uni Augsburg ist es in keiner anderen Sportart derart schlecht um das Benehmen der Beteiligten bestellt. In der Kategorie unfairer Umgang mit Schiedsrichtern können die «Konkurrenten» Handball, Basketball und Volleyball noch einigermaßen mithalten. Beim (Fehl-)Verhalten der Trainer bleiben nur noch die Handballer als ernstzunehmende Verfolger übrig, und im Wettbewerb um die rüpelhaftesten Zuschauer wird der Fußball souverän seiner Stellung als Volkssport Nummer eins gerecht. Schlechter als die Manieren der Fans sind nur noch die der Spieler – im Vergleich des Verhaltens der Aktiven liegt der Fußball in der Negativwertung am deutlichsten vorn.

BITTERE WAHRHEIT

«Ich habe im Fußballgeschäft so zu lügen gelernt, dass mich sogar meine Frau für einen Drecksack hält.»

(Ex-Profi Peter Kunter als Vizepräsident von Eintracht Frankfurt)

DAS SPRICHT BÄNDE

«Eine Biographie? Von mir? Nein. Never ever! Wenn ich die Wahrheit über das, was ich alles erlebt habe, schreiben würde, müsste man etwa zehn Bände machen – und ich müsste nach der Veröffentlichung nach Australien auswandern.»

(Uli Hoeneß zum Ende seiner Amtszeit als Bayern-Manager)

SCHWEINI IM SAITLING

Für Bastian Schweinsteiger, Idealbesetzung in der Rolle des Fußballers aus Oberbayern, ging es in seiner Laufbahn gleich zweimal um die Wurst. Zunächst war es ein Fleischgroßhändler, der seine durch den Wolf gedrehten Ferkel unter der Bezeichnung «Schweini» in den Saitling pressen und in die Supermarktregale bringen wollte. Für so eine Sauerei mochte der damalige Jung-Star seinen Spitznamen nicht hergeben und zog erfolgreich bis vors Landgericht. Womöglich wäre es aber gar nicht erst zu dem Rechtsstreit gekommen, hätte der Unternehmer Schweinsteiger die Marketingidee nur richtig schmackhaft gemacht. Denn später zeigte sich, dass es dem Nationalspieler unter dem Diktat der persönlichen Gewinnmaximierung ziemlich wurst ist, was er der Öffentlichkeit einst als Überzeugung verkauft hat.

Nachdem er sich einige Jahre fröhlich und unbeschwert durch den Weltfußball gedribbelt hatte, schlug der Bayern-Star eines Tages ernstere Töne an. Er wolle nicht mehr «Schweini» genannt werden, ließ er uns in der Blütephase seiner Karriere wissen. Er sei jetzt erwachsen und bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen, da passe dieser Kosename einfach nicht mehr. Seinen Worten ließ Herr Schweinsteiger durchaus Taten folgen, er entwickelte sich zum Führungsspieler. Der Lohn waren viele Erfolge auf dem Platz und noch mehr Millionen auf dem Konto. Doch satt war der Bayer noch lange nicht, sonst hätte er wohl kaum so eifrig nach dem Wurstzipfel gegriffen, den ihm ein Werbepartner unter die Nase hielt. In großem Stil warb er für eine Minisalami, deren reichhaltiger Verzehr in Kreisen professioneller Ernährungsberater als nicht unproblematisch eingestuft wird. Als Wurstwerber firmierte Schweinsteiger übrigens unter «Basti». Das klingt doch total erwachsen, nicht wahr?

WEITSICHTIG

«Männer sind Lebewesen, die Fußballkarten ein halbes Jahr im Voraus bestellen und mit den Weihnachtseinkäufen bis Heiligabend warten.»

(Volksmund)

DER FUSSBALLFRISEUR

Wer beim Stichwort Polen nur an Autodiebstahl und Zigarettenschmuggel denkt, sollte sich erstens schämen und zweitens seine Vorurteile schleunigst korrigieren. In unserem Nachbarland versteht man sich nämlich auch auf ganz andere Dinge, zum Beispiel das Manipulieren von Fußballspielen. Ein gelernter Friseur aus dem westpolnischen Wronki, im Zweitberuf Manager eines Erstligaklubs, soll mit einem Netzwerk aus Funktionären, Schiedsrichtern, Spielern und Trainern jahrelang die Fußballbilanzen frisiert haben. Ob Vereinen in sportlichen Nöten oder Wettsyndikaten mit geringem Hang zum Risiko – dem Vernehmen nach lieferte das Friseurteam jedem Kunden sein Wunschergebnis. Gegen ein entsprechendes Trinkgeld, versteht sich. Bekanntermaßen gehört aber auch das Plaudern zum Friseurhandwerk, und so hörte irgendwann die Polizei von dem florierenden Geschäft mit dem Spitzenfußball. Es gab Dutzende von Festnahmen, die komplette Führung des nationalen Fußballverbandes wurde abgesetzt. Durch den Skandal hat neben dem polnischen Fußball offenbar vor allem das Image der Friseurbranche Schaden genommen. Die Coiffeure des Landes werden immer häufiger gefragt, ob sie neben Locken auch krumme Dinger drehen. Haarsträubend.

DIE MAUER IM KOPF

«Wenn du einmal eine Mauer gesehen hast, kennst du sie alle.»

(West Bromwich Albions Spieler John Trewick auf die Frage, warum er bei der China-Tournee seines Klubs 1978 auf die Besichtigung der Großen Mauer verzichtete)

BECKENBAUERS HEISSE NUMMER

Franz Beckenbauer, vielfach umworbener Frauen- und Fußballversteher, ist auch in der Wirtschaft überaus begehrt. Um den Kaiser als Reklamepartner zu gewinnen, bot ihm ein großes Mobilfunkunternehmen nicht nur ein stattliches Honorar, sondern auch noch eine Wunschnummer fürs Handy an. Beckenbauer schlug ein und wählte die 666666 – sechsmal die Sechs, das kann man sich auch in fortgeschrittenem Alter leicht merken. Dummerweise musste Handybesitzer Franz bald feststellen, dass bei ihm zahlreiche Herren anriefen, die von einer heißen Nummer wie dieser etwas anderes als fußballerische Fachgespräche erwarteten. Nun verfügt Beckenbauer über zahlreiche Talente, als Callboy taugt er jedoch nicht. Sein Handy gab er entnervt zurück.

DOPPELMORAL AUF ARGENTINISCH

Mit nur einem Satz ein ganzes Volk zu verunglimpfen und dann auch noch das eigene – das soll dem Argentinier Mauricio Taricco erst einmal einer nachmachen. In einem Interview mit einer irischen Sonntagszeitung machte sich der Verteidiger von Tottenham Hotspur über gängige Moralbegriffe lustig, indem er sich und seinesgleichen brüstete: «Wir Argentinier lieben unsere Frauen und würden sie nie betrügen – aber auf dem Platz setzen wir uns über solche Regeln hinweg, weil für uns nur eines zählt: der Erfolg.» Deshalb bewundere ganz Argentinien Diego Maradona für seine «Hand Gottes» und verehre ihn als Volkshelden, weil das, was anderswo kleinkariert als Betrug gewertet werde, ein Ausdruck des unbedingten Siegeswillens der Argentinier sei. Wer erlebt hat, mit welcher Aggression Taricco im August 2001 seinen Gegenspieler Thomas Gravesen vom FC Everton – fernab des Balles – von den Beinen senste, begreift, dass dieser im Interview geäußerte Unfug ganz offensichtlich sein Credo ist. Gravesen, selbst kein Kind von Traurigkeit, sagte anschließend: «Es war das schlimmste Foul, das je an mir begangen wurde. Geblutet habe ich aber nicht, da war ein großes Loch in meinem Knochen.» Geht ja noch …

DER TAG DER WAHRHEIT

«Am Montag nehme ich mir vor, zur nächsten Partie zehn Spieler auszuwechseln. Am Dienstag sind es sieben oder acht, am Donnerstag noch vier Spieler. Wenn es dann Samstag wird, stelle ich fest, dass ich doch wieder dieselben elf Scheißkerle einsetzen muss wie in der Vorwoche.»

(Der walisische Trainer John Toshack)

EINMAL BETONKOPF, IMMER BETONKOPF

Die einmalige Chance, sein in DDR-Zeiten rechtmäßig erworbenes Betonkopfimage weich zu zeichnen, verspielte Eduard Geyer während der Zeit als Trainer von Energie Cottbus. Sein Klub hatte gerade den Bundesligarekord aufgestellt, mit elf ausländischen Spielern anzutreten – was in einer Region wie der Lausitz, die von Ausländerfeindlichkeit verschmutzt wird, als ein Zeichen der Hoffnung hätte gedeutet werden können. Doch als ein wohlmeinender Reporter dem Energie-Trainer die goldene Brücke zu Begriffen wie «Integration» oder «Abbau von Vorurteilen» bauen wollte, unterbrach ihn Geyer: «Quatsch, der einzige Grund ist: Die Ausländer sind billiger, deutsche Spieler können wir uns finanziell nicht leisten.»

ZORNIGE FUSSBALLGÖTTER

«Pelé soll zurückgehen ins Museum.»

(Diego Maradona zur Vermutung des Brasilianers Pelé, sein schärfster Konkurrent unter Südamerikas Fußball-Idolen sei nur Nationaltrainer Argentiniens geworden, weil er dringend Arbeit und Geld brauchte)

PETERCHENS IRRFAHRT

Erst hatte er kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu: Selten hat ein Fußballer den vielzitierten Spruch mit mehr Leben gefüllt als der Engländer Peter Beagrie. Nach einem Freundschaftsspiel seines FC Everton 1991 in Spanien gegen Real Sociedad fand er, stark angetrunken, nicht mehr den Weg zurück zum Hotel. Also stellte er sich in den frühen Morgenstunden einem Motorradfahrer in den Weg und ließ sich von dem höflichen Spanier zum Mannschaftshotel transportieren. Doch dort gelang es ihm nicht, den Nachtportier zu wecken. Also schnappte er sich das Motorrad, raste damit die Hoteltreppe hinauf und durchbrach mit Karacho die gläserne Eingangstür. Seine Schnittwunden mussten später mit 50 Stichen genäht werden. Beagries Pech: Es war das falsche Hotel, das er sich für seinen Husarenritt ausgesucht hatte.

BEST OF BERTI

Berti Vogts war nachweislich nicht der größte Bundestrainer. Verbal aber hat er Spuren hinterlassen wie kaum ein anderer, wie diese Flop-Elf belegt:

«Hass gehört nicht ins Stadion. Solche Gefühle soll man gemeinsam mit seiner Frau daheim im Wohnzimmer ausleben.»

«Ich glaube, dass der Tabellen-Erste jederzeit den Spitzenreiter schlagen kann.»

«Die Kroaten sollen ja auf alles treten, was sich bewegt – da hat unser Mittelfeld nichts zu befürchten.»

«Die Breite an der Spitze ist dichter geworden.»

«Dank an die Mediziner. Sie haben Unmenschliches geleistet.»

«Wir haben ein Abstimmungsproblem – das müssen wir automatisieren.»

«Wie der Afrikaner lebt, so spielt er auch Fußball.»

«Das Spielfeld war zu lang für Doppelpässe.»

«Wir wissen alle, dass Mario nicht gesagt hat, was er gesagt hat, was er gesagt haben soll, dass er es gesagt hat.»

«Die Realität ist anders als die Wirklichkeit.»

«Wenn ich übers Wasser laufe, dann sagen meine Kritiker, nicht mal schwimmen kann er.»

SITTSAME SPIELE

Im Umgang mit ihren Untertanen sind die Machthaber im Iran normalerweise nicht zimperlich, beim Fußball jedoch kennt die Fürsorge der Mullahs für das Volk kaum Grenzen. Um der muslimischen Bevölkerung unschöne Szenen zu ersparen, überträgt das iranische Fernsehen Spiele aus dem Ausland gerne einige Sekunden zeitversetzt. So haben die Sittenwächter in der TV-Regie die Möglichkeit, alle Bilder zu entfernen, die nicht mit der islamischen Moral vereinbar sind. Dazu zählten sie aber nicht etwa brutale Fouls, sondern vor allem leichtbekleidete Zuschauerrinnen.

DOPING-TRICK

«Der einzige Satz, der einen Fußballer von Anabolika fernhält, ist: Schluck es nur, das Zeug, dann werden deine Hoden so klein wie Erdnüsse.»

(Der britische Sportjournalist Martin Kelner über die Lösung des Dopingproblems)

AUFERSTANDEN AUS RUINEN

Mehr als 20 Jahre nachdem sie im Mülleimer der Geschichte verschwunden war, feierte die DDR ein völlig unerwartetes Comeback: Die FIFA, der ja seit je her eine gewisse Affinität zu totalitären Systemen nachgesagt wird, ließ den Arbeiter- und Bauernstaat im Vorfeld der WM 2010 kurzerhand wiederauferstehen.

Auf den Internetseiten des Weltfußballverbandes hatten Journalisten, die sich für das Turnier akkreditieren wollten, bei der Angabe ihres Wohnorts überraschenderweise die freie Auswahl zwischen mehreren deutschen Staaten. Wer sich spontan nicht zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik entscheiden mochte, konnte ersatzweise auch ein neutrales «Germany» anklicken oder aber dem Saarland – eigentlich seit 1957 Teil der BRD – den Status einer eigenständigen Fußballnation verleihen. Die Auswahlteams aus der DDR und von der Saar befanden sich übrigens in illustrer historischer Gesellschaft, denn der Weltverband führte unter anderem auch die Tschechoslowakei, Rhodesien und die Sowjetunion auf seiner Staatenliste.

Bis zur WM war das alte kommunistische Weltreich dann aber selbst bei der FIFA wieder zerfallen, und in Südafrika lief nachweislich auch nur eine deutsche Mannschaft auf. Beim Verband in Zürich hatte man sich einsichtig gezeigt und den kleinen Irrtum korrigiert. Gerüchten zufolge zog FIFA-Chef Blatter sogar persönliche Konsequenzen aus dem Vorfall – er trennte sich von seinem liebgewonnenen Atlas aus Schülertagen.

ELF FREUNDE MÜSST IHR SEIN

«Mick, du bist ein Lügner …, ein verdammter Wichser. Für mich hast du nichts getaugt, als du noch gespielt hast, für mich taugst du nichts als Manager, und für mich taugst du auch nichts als Mensch. Du bist ein verdammter Wichser, und von mir aus kannst du dir deine Weltmeisterschaft in den Arsch schieben. Ich habe keine Achtung vor dir.»

(Der irische Mannschaftskapitän Roy Keane zu seinem Trainer Mick McCarthy unmittelbar vor der WM 2002 in Japan. Danach durfte Keane, noch vor dem ersten Spiel, wieder nach Hause fliegen.)

KONSEQUENT

«Keane nach Hause zu schicken war okay. Aber ich hätte ihn zuerst erschossen.»

(Keanes früherer Manager Brian Clough, Nottingham Forest)

EINER GEHT NOCH

In der siebten spanischen Liga sind Weltklasseleistungen eher die Ausnahme, einen internationalen Rekord hat man dort dennoch aufgestellt: Die Begegnung zwischen Recreativo Linense und Saladillo Algesiras im Januar 2009 ist als größtes Kartenspiel aller Zeiten in die Fußballgeschichte eingegangen, 19-mal gab der Schiedsrichter Rot.

Eine ganze Weile hatten die beiden andalusischen Mannschaften einen unauffälligen Kick geboten – ein Tor und ein Platzverweis standen nach 53 Minuten zu Buche. Dann aber kam es zu einer folgenschweren Meinungsverschiedenheit: Die Spieler Francis und Aguilar gerieten aneinander, und ein Großteil ihrer Mannschaftskameraden ließ es sich nicht nehmen, sich am Geschehen zu beteiligen. Schließlich lockte der Auftrieb auch noch einige Zuschauer auf den Platz, und so war alsbald ein fröhliches Gerangel im Gange. Nur Schiedsrichter José Manuel Barro Escandón hatte anscheinend keine rechte Freude an der südspanischen Fiesta, er brach das Spiel einfach ab.

Dass ihm der Sinn für rustikale Unterhaltung fehlt, machte der Unparteiische auch in der Folge deutlich: Kaum in der Kabine angekommen, zückte er seinen Schreiber und machte sich daran, den Spielbericht zu füllen. Nach einer Weile waren darin fast alle Namen notiert, die das andalusische Telefonbuch zu bieten hat: Escandón verhängte nachträglich 18 Rote Karten, gerecht verteilt auf beide Teams. Mit dem schon während der Begegnung ausgesprochenen Platzverweis hatte es somit 19 von 22 Spielern erwischt.

Ob sich die verbliebenen drei tatsächlich nichts hatten zuschulden kommen lassen, Escandón die Tinte ausgegangen war oder er es im sicheren Gefühl, alles Notwendige für einen Eintrag ins Guinness-Buch bereits getan zu haben, einfach nicht übertreiben wollte, konnte nie geklärt werden. Für Linenses Trainer Naranjo gab es an diesem Nachmittag ohnehin nur einen wirklich Schuldigen: «Ich weiß nicht, was in den Schiedsrichter gefahren ist», grollte er. «Es hat einen Streit zwischen Francis und Aguilar gegeben, die anderen Spieler und die Zuschauer wollten doch nur schlichten.» Mag sein, doch mit einer solchen Sicht der Dinge stellt man in Spaniens siebter Liga eben keine Rekorde auf.

ALLMACHT

«Ich als Verein musste reagieren.»

(Fortuna Kölns Präsident Jean Löring, nachdem er am 15. Dezember 1999 in der Halbzeitpause des Spiels gegen Waldhof Mannheim seinen Trainer Toni Schumacher beim Stand von 0:2, Endstand 1:5, gefeuert hatte)

HILFE FÜR DIE KREBSFORSCHUNG? «DOCH NICHT FÜR SO BESCHISSEN WENIG GELD»

Wenn Sporthistoriker eines Tages nach dem Zeitpunkt forschen, an dem der englische Fußball endgültig von «The People’s Game» zu nackter Geldgier degenerierte, sei ihnen das Jahr 2006 empfohlen. Damals erschien unter dem Titel Match of my Life eine Sammlung von Aufsätzen, in denen sich englische Nationalspieler der Weltmeisterschaften ab 1950 erinnerten. Das Buch war dem Gedenken an Bobby Moore, dem an Krebs gestorbenen Kapitän der englischen Weltmeister-Elf von 1966, gewidmet; der Erlös sollte der von seiner Witwe gegründeten «Bobby-Moore-Stiftung für Krebsforschung» zufließen.

Von Sir Tom Finney über Sir Bobby Robson bis zu Peter Shilton und Tony Adams – jeder wollte seinen Beitrag zum guten Zweck leisten. Lediglich die Generation der damals aktuellen Nationalspieler, die England bei der WM 2002 in Ostasien hatte vertreten dürfen, verweigerte sich – und zwar ausnahmslos. Leo Moynihan, der Herausgeber des Buches, erinnerte sich später deprimiert, wie er vergeblich zwischen Pontius und Pilatus hin und her gerannt war:

«Es war eine wahre Schande. Fast alle Agenten der Spieler empfanden es als Zumutung, dass ihre Klienten 45 Minuten ihrer kostbaren Zeit für nur 1000 Pfund Honorar opfern sollten, und fertigten uns mit einem knappen ‹Nein› ab. Einer begründete seine Absage immerhin mit einem ‹Doch nicht für so beschissen wenig Geld›, ehe er den Hörer aufknallte. Keiner war bereit, sich mit wahren Legenden unseres Fußballs in eine Reihe zu stellen und gemeinsam mit ihnen Stephanie Moores Krebs-Stiftung zu unterstützen. Wie gesagt: eine wahre Schande.»

Und so blieb es an Moynihan selber hängen, Englands Viertelfinal-Niederlage gegen Brasilien bei der WM 2002 angemessen zu würdigen. Doch vermutlich war das ein Glücksfall für das Buch. Hätte man denn stattdessen einen Text von Rio Ferdinand oder Ashley Cole lesen wollen? Oder gar von David Beckham?

WUNSCHDENKEN

«Superman.»

(Der stets bescheidene Cristiano Ronaldo, damals in Diensten von Manchester United, Ende 2008 auf die Frage, welchen Beruf er gewählt hätte, wäre er nicht Fußball-Profi geworden. Immerhin ist sein Wunsch noch realistischer als der seines Mannschaftskollegen Wayne Rooney, der antwortete: «Arzt!»)

ABRÜSTUNG AUF SÜDAMERIKANISCH

Am Tag des ersten Endspiels der WM-Geschichte herrschte in Montevideo Ausnahmezustand. 2000 Polizisten waren an diesem 30. Juli 1930 rund um das Stadion «Centenario» im Einsatz, wo sich Gastgeber Uruguay und Argentinien vor 90 000 Zuschauern gegenüberstanden. Wie sinnvoll die Sicherheitsvorkehrungen waren, zeigte das Ergebnis der Leibesvisitationen an den Stadiontoren: Die Polizisten sammelten mehr als 1500 Pistolen und Revolver ein. In ihren Möglichkeiten, den Gefühlen freien Lauf zu lassen, somit erheblich eingeschränkt, beließen es die Anhänger beider Mannschaften bei gegenseitigen Beschimpfungen, Morddrohungen und vereinzelten Schlägereien. Das Spiel gewann Uruguay mit 4:2.

DER DREISTESTE SPIELER IRLANDS

Auf Weihnachtsgeschenke seiner Großmütter durfte der damals 21-jährige Stephen Ireland im Herbst 2007 nicht hoffen. Die Omas waren übellaunig, schließlich hatte er sie umgebracht. Er tat es mit Worten, und seither gilt der Mittelfeldspieler als der wohl dreisteste Lügner in der Geschichte des irischen Fußballs.

Anfang September 2007 bat Ireland seinen Nationaltrainer Steve Staunton, ihn aus dem Kader für das Spiel gegen Tschechien zu streichen. Er müsse dringend zurück in die Heimat. Seine Oma mütterlicherseits, die ihn seit seinem fünften Lebensjahr aufgezogen hatte, sei überraschend gestorben. Eine vermeintlich narrensichere Entschuldigung, denn wer verweigert es einem Trauernden schon, die geliebte Person zu Grabe zu tragen?

Die Iren, bekannt für ihren Familiensinn, jedenfalls nicht. Und so stellte der Verband dem Spieler von Manchester City einen Privatflieger für die Rückkehr zur Verfügung. Auch sein Vereinstrainer Sven-Göran Eriksson zeigte Verständnis. Ireland klagte, er könne unmöglich in der Premier League gegen Aston Villa spielen. Er trauere noch immer sehr und müsse zudem bei den Vorbereitungen für die Beerdigung helfen. Eriksson war gerührt.

Das änderte sich, als Journalisten herausfanden, dass besagte Oma namens Patricia Tallon zwar betagt, aber durchaus noch lebendig war. Nun wollte sich Ireland aus dem Sumpf ziehen und grub sich nur noch tiefer ein. Es handele sich um einen Irrtum und bei der Verstorbenen um die Großmutter väterlicherseits. Der stehe er nicht so nahe. Und hätte er gewusst, dass sie die Tote ist, hätte er bestimmt gespielt. Kein netter Enkel.

Das dachte wohl auch jene Oma Nummer zwei, Brenda Kitchener, als sie aus der Zeitung von ihrem Ableben erfuhr. Und was machte der verzweifelte Ireland? Er legte noch einmal nach: Diesmal schickte er die Lebensgefährtin seines geschiedenen Großvaters zu den Engeln. Das war Dreistigkeit Nummer drei, denn es ist unschwer zu erraten: Auch diese Dame erfreute sich bester Gesundheit!

Schließlich gab Ireland zu, er habe nur gelogen, um seine Freundin Jessica zu schützen. Die hatte eine Fehlgeburt erlitten und brauchte seine Unterstützung. Ireland: «Sie dachte, sie würden mich eher nach Hause lassen, wenn sie glaubten, meine Oma sei gestorben.» Und auch er selbst nahm wohl an, die Wahrheit hätte als Grund für eine Heimreise nicht gereicht.

Staunton verzieh dem Lügenbaron, Ireland durfte wenig später gegen Deutschland spielen. Und Manchester City verlängerte den Vertrag mit dem Jungstar gar bis 2012. In Irland aber fragten sich die Fußballfans: Wenn wir dem dreisten Burschen schon nicht bezüglich seiner Großmütter glauben können, wann können wir ihm dann noch glauben? Ist sein Name wirklich Stephen Ireland? Ireland playing for Ireland? Ein Zufall zu viel …

VERLETZENDES VERSPRECHEN

«Mein Name ist Finken, und du wirst gleich hinken.»

(Herbert Finken von Tasmania Berlin in der Saison 1965/66 zu seinem Gegenspieler. Er tat alles, um das Versprechen zu halten)

VIVA LA FIFA

Die Verantwortlichen der FIFA stehen ohnehin nicht im Verdacht, besonders lustige Typen zu sein, beim Thema Geld hört bei ihnen aber auch das letzte bisschen Spaß auf. Entsprechend humorlos gingen sie vor, als sich die südafrikanische Fluggesellschaft Kulula im Weltmeisterschaftsjahr 2010 erdreistete, mit einer pfiffigen Werbekampagne wenigstens nach ein paar Krumen vom WM-Kuchen zu picken. In Anzeigen warb Kulula damit, die «Inoffizielle nationale Fluglinie der Sie wissen schon was» zu sein und garnierte seine Plakate mit Abbildungen von Fußbällen und Vuvuzelas. Die FIFA sah ihre Markenrechte verletzt und zog vor Gericht. Der afrikanische Billigflieger reagierte sofort; allerdings anders, als man in der Schweizer Weltfußballzentrale vermutet hatte – er setzte noch einen drauf.