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«Fußball. Das Allerletzte» versammelt bislang unbekannte wie legendäre Anekdoten, Storys und einschlägige Zitate, die den deutschen und internationalen Fußball von seiner unschönen Seite zeigen. Der Sport tritt in den Hintergrund, und Abgründe tun sich auf angesichts spektakulärer Skandale, schwerer verbaler Fouls und übler Machenschaften. Was abseits des Spielfeldes und vor laufenden Kameras passiert, ist haarsträubend und manchmal schier unglaublich – oft aber auch entlarvend komisch.
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Seitenzahl: 281
Veröffentlichungsjahr: 2011
Marcel Dreykopf
Intrigen und Dummheiten aus der Welt des Fußballs
«Fußball. Das Allerletzte» versammelt bislang unbekannte wie legendäre Anekdoten, Storys und einschlägige Zitate, die den deutschen und internationalen Fußball von seiner unschönen Seite zeigen. Der Sport tritt in den Hintergrund, und Abgründe tun sich auf angesichts spektakulärer Skandale, schwerer verbaler Fouls und übler Machenschaften. Was abseits des Spielfeldes und vor laufenden Kameras passiert, ist haarsträubend und manchmal schier unglaublich – oft aber auch entlarvend komisch.
Rowohlt Digitalbuch, veröffentlicht im Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg, April 2011
Copyright © 2011 by Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg
Das Buch erschien zuerst unter dem Titel «Fußball. Das Allerletzte» 2006 im Neuer Europa Verlag Leipzig GmbH
Umschlaggestaltung ZERO Werbeagentur, München
(Umschlagabbildung: John Rensten/Getty Images)
Abbildungen Seite 65: Abb. 1 © dpa, Abb. 2, 3, 5, 7, 8, 9 © dpa – Sportreport, Abb. 4, 11 © picture-alliance/Sven Simon, Abb. 6 © dpa – Report, Abb. 10 © picture-alliance/augenklick
ISBN Buchausgabe 978-3-499-62679-1 (1. Auflage 2011)
ISBN Digitalbuch 978-3-644-43811-8
www.rowohlt-digitalbuch.de
Schrift Droid Serif Copyright © 2007 by Google Corporation
Schrift Open Sans Copyright © by Steve Matteson, Ascender Corp
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GÖTTLICH
FUSSBALL-FLEGEL
BITTERE WAHRHEIT
DER FLUCH DER BÖSEN TAT
DAS SPRICHT BÄNDE
SCHWEINI IM SAITLING
WEITSICHTIG
DER FUSSBALLFRISEUR
DIE MAUER IM KOPF
BECKENBAUERS HEISSE NUMMER
DOPPELMORAL AUF ARGENTINISCH
DER TAG DER WAHRHEIT
EINMAL BETONKOPF, IMMER BETONKOPF
ZORNIGE FUSSBALLGÖTTER
PETERCHENS IRRFAHRT
BEST OF BERTI
SITTSAME SPIELE
DOPING-TRICK
AUFERSTANDEN AUS RUINEN
ELF FREUNDE MÜSST IHR SEIN
KONSEQUENT
EINER GEHT NOCH
ALLMACHT
HILFE FÜR DIE KREBSFORSCHUNG? «DOCH NICHT FÜR SO BESCHISSEN WENIG GELD»
WUNSCHDENKEN
ABRÜSTUNG AUF SÜDAMERIKANISCH
DER DREISTESTE SPIELER IRLANDS
VERLETZENDES VERSPRECHEN
VIVA LA FIFA
DEUTSCHE TUGENDEN
HARTER SCHUSS
TRAINING AUF RUSSISCH
NUR ZUM SCHEIN
FAN-VERSE
SCHUSTER KANN SICH NICHT JEDER LEISTEN
FRANZÖSISCHE HÄRTE
WELTMACHT NORWEGEN
PROMILLE-PROFIS – DIE FLOP-ELF DER HOCHPROZENTIGSTEN TRIKOTWERBUNG
EINE KAPITALE SCHNAPSIDEE
STARKE GEFÜHLE
AUS ÜBERZEUGUNG UNBELEHRBAR
HOLLÄNDISCHE SCHWARZSEHER
HARTE ZEITEN IM TRAININGSLAGER
STUTTGARTER STINKER
KONSERVE STATT KAPELLE
DIE FLOP-ELF DER TV-DÜNNBRETTBOHRER
EHRENRUNDE EINES WEICHSPÜLERS
DAS KREUZ MIT DEM GLAUBEN
TIEF INS GLAS SCHAUEN, STATT HOHES C TRINKEN
TEUFLISCHER TELEFONTARIF
FAHREN WIE DIE PROFIS
DIE ZEIT HEILT ALLE WUNDEN
HOYZER-SKANDAL: DAS OPFER JANSEN
STRAFE AUF GRIECHISCH: 72 PUNKTE ABZUG
KOREAS KLONE
VORAUSEILENDER GEHORSAM
ALLES GEHT VORÜBER
VAN DER VERRAT
DOPPELTES COMING-OUT
SCHÄNDLICHE STRAFEN
KOPFSCHMERZEN
FINGERZEIG
JAGD AUF DIE EICHHÖRNCHEN
NAGER UND NELKEN – DIE FLOP-ELF DER NATIONALMANNSCHAFTSNAMEN
EINE SAUBERE GEMEINDE
PLANSOLL NICHT ERFÜLLT
ROST MIT RÖCKCHEN
VUVUZELA-TERROR: OHREN ZU UND DURCH
FALSCHE ABKÜRZUNG
SCHLÜPFRIGER SPOTT
PAY-PER-TALK
HARTES LOS: TRAINER BEIM KFC
DOPPELMORAL
AUFSCHNEIDER
NOCH EIN FEIND …
FEHLENDE TIEFE
EIN VOLLPFOSTEN IM TOR
KARRIERECHANCE
VERFLUCHTE REGELN
MIT MASKOTTCHEN IN DEN KNAST
ECHTE BRÜLLER
FALSCHE RICHTUNG
RAMSCHVERKAUF BEI REAL
PÜNKTLICHER ABFLUG – DIE FLOP-ELF DER SCHNELLSTEN ROT-SÜNDER
AUF EINEN SCHLAG BEKANNT
ÜBERMÄCHTIG
«BLÖDE SAU» STATT WELTMEISTER
«KÖNIG OTTO»: KRONE OHNE ZACKEN
KAISER FRANZ IM WUNDERLAND
AUF DEN SCHEITERHAUFEN MIT DEN SPIELERFRAUEN
UNTERIRDISCH
EIN KAISER UND EIN PISSER
WAYNE ROONEY
FRANZ BECKENBAUER
DER METZGER UND DAS SCHNITZEL
DEUTSCHLANDS SCHÄNDLICHSTER SIEG
GELD UND GEIST
DER GESTRANDETE GOLDFISCH
FASCHISTEN UND RASSISTEN HOFFÄHIG GEMACHT
EIN SANFTER PITBULL
SPUCKEN IST ZUM SPEIEN
DER «PFÄLZER KNIFF»
AUS DER FUSSBALLGESCHICHTE GEMOBBT
DIE SCHLECHTESTEN SIEGER
NORMAN BITES YOUR LEG
FREUNDSCHAFT: FÜR MARADONA IST NUR BARES WAHRES
VERNUNFT WIRD UNSINN …
DAS CHAOS DES KLEINEN HERRN KREITLEIN
ABSEITS IST …
DER RIESENSTAATSMANN SILVIO
DIE SCHLACHT VON BERN
DAMENWAHL
PRICKELND WIE SELTERS
DIE HAUPTSTADT DES PROVINZFUSSBALLS
DIE KLEINKARIERTE RACHE DER FUNKTIONÄRE
WIE BAYERN SEINEN MEISTER FAND
EINE FRAGE DER ÄHRE
UND DER HAIFISCH, DER HAT ZÄHNE …
PEINLICHKEITEN AUS DER PROVINZ
SCHIEDSRICHTER MORENO: EINE ANRÜCHIGE EHRUNG
EINST EIN HELD
RIO FERDINAND SUPERSTAR
DIE UHR TICKT IMMER NOCH
LEGAT BETET DAS VATERUNSINN
NACKT AUF SCHIEDSRICHTERJAGD
DIE HÖLLE IM PARADIES
BRIAN CLOUGH: NICHTS WAR IHM HEILIG
WENN DER SUSI MIT DEM BARBIE SPIELT
MÜLLERS MISSMUT
EIN TÄTER MACHT SICH ZUM OPFER
EIN SCHIEDSRICHTER MIT SCHIRM ZAGT IM REGEN NIE
DER VATER ALLER KNOCHENBRECHER
ALLONS ENFANTS DE PSG
CRUYFFS ÄRGER MIT DEN NACHBARN
MANN-O-MANN
DIE ANGST DES LOTHARS VORM ELFMETER
BESCHEIDENHEIT ZIERT DEN MANN
GESCHÄFTE MIT DER KATASTROPHE
EINE PISTOLENSALVE FÜR DEN GLAUBEN
BUXTEHUDE: EIN KULTURMEKKA IN DER FUSSBALLPROVINZ
LIVERPOOLS FANS – NIX KULTURA
MIT EINEM FUSSTRITT IN DIE GESCHICHTE
FAST MEISTERLICHE TRICKS
FUSSBALL Á LA USA: WIE DAS SPIEL NEU ERFUNDEN WURDE
DER LETZTE AUS DEM OSTEN
1:0 FÜR DEN DIKTATOR
MEIER UND CO.: DIE SCHLIMMSTEN AUSRASTER DER TRAINER
DIE FLOP-ELF DER TRAINERAUSRASTER:
FEHLENDES FINGERSPITZENGEFÜHL
19 JAHRE HASS: SPÄTE RACHE EINES FANS
SCHWEIZER UNTUGENDEN: SEPP BLATTER UND DIE STINKBOMBEN
DAS FLAIR EINES EUNUCHEN
DAS UNAUSSPRECHLICHE PECH DES FRANCO F.
TÜRKISCHE RACHE: KEIN KEBAB FÜR SCHWEIZER FUSSBALLER
EIN HERZLICHES WILLKOMMEN
VERBANDSFUNKTIONÄRE: DUMM WIE EINE ECKFAHNE
«WIE FUSSBALLER, NICHT WIE MENSCHLICHE WESEN …»
DIE LANGE LEITUNG DES ALEKSANDAR RISTIĆ
… UND DIE PLATTE IST RUND
DIE FLOP-ELF DER GROBEN MUSIKALISCHEN FOULS:
EINE RASIERKLINGE MACHT NOCH KEINE WM-QUALIFIKATION
WER ZÄHLT DIE VÖLKER, NENNT DIE NAMEN …
BERTI VOGTS: ENGLISCH, WIE ES NICHT IM WÖRTERBUCH STEHT
MENSCHLICHKEIT IM PROFISPORT? – NICHT MIT TONI SCHUMACHER
WIE MIGHTY MOUSE ZUM RIESEN WURDE
GOLDEN GOAL, SILVER GOAL: VERRAT AM FUSSBALL
RENTNER SZYMANIAK: DIE LIEBE ZU DRITT
TRAINERSCHELTE: LUG UND TRUG
GEFEIERT UND GEFEUERT
AMERIKANISCHE SKEPSIS
WENN CHAMPAGNER DAS FASS ZUM ÜBERLAUFEN BRINGT
WIE EIN FEHLER VERSCHWINDET
EIN BLAUER MANN IN SCHWARZ
SCHNELLE ENTSCHEIDUNG DAUERTE 190 MINUTEN: REKORDE VOM PUNKT
DIE KARIBISCHEN VERSUCHSKANINCHEN DER FIFA
DIE KALTE SCHULTER
CIGARETTES AND WHISKY AND CHEERIO …
DIE GENTLEMEN BITTEN ZUR KASSE
DEUTLICHE WORTE
UND DAS ALLES MIT SCHWÄBISCHEM AKZENT
DER ABEND VON LENS UND DIE TAGE DANACH
GALANTERIEN Á LA GAZZA
DAS SPIEL, DAS NIE HÄTTE STATTFINDEN DÜRFEN
VERLÄNGERUNG AM GRAB
FAN-VERSE
ALLEN WOHL UND NIEMAND WEH – FASSENACHT BEIM SVW
EIN TÖDLICHER FEHLER
EIN KURZES GLÜCK
DER SCHWÄRZESTE TAG EINES GROSSEN SCHOTTEN
EIN SCHIEDSRICHTER SIEHT ROT
VON ALLEN GUTEN GEISTERN VERLASSEN
DER ERSTE WM-DOPINGSÜNDER: VERSPOTTET, VERSCHLEPPT, VERPRÜGELT
STAN THE MAN: DER GANG VOR DIE HUNDE
EIN AUSGEZEICHNETER FEHLER
FAN-VERSE
MORDDROHUNGEN: LETZTER PFIFF FÜR ANDERS FRISK
DER SUFF DER ERSTEN STUNDE
DIE HITLISTE DER FÄHIGSTEN FUSSBALL-FUNKTIONÄRE
ZEITSCHINDEN – EINE NORWEGISCHE DELIKATESSE
DER DOPPELTE STANLEY
DAS «VERGESSENE» LÄNDERSPIEL
TRANSFER-REKORD: GANZ LONDON FÜR EINEN MITTELSTÜRMER
NEBEL DES GRAUENS: LOSE NACH MITTERNACHT
ABSCHIED VON GEORGE BEST: MIT BESTEN GRÜSSEN VON DER BRAUEREI
THE GREATEST
EIN GESCHÄFT UNTER NACHBARN
ORAKEL UND DEBAKEL
EIN BIEDERMANN ALS BRANDSTIFTER
TRAINERGIPFEL AM ZUCKERHUT
PAUL BREITNER: SCHECKBUCH STATT MAO-BIBEL
TRUNKSUCHT UND GEIZ
HÖLZENBEINS SCHWALBE FLIEGT NOCH IMMER
MANIPULATION IN RUSSLAND: EIN HUNDERTPROZENTIGES JEIN
ALS MONTEZUMA DIE BANK VON ENGLAND KNACKTE
«WIE DIE TIERE»
STERNLOSER OSTEN
SCHARFER RECHNER DIXIE DEAN
PELÉ UND SEIN GESCHWÄTZ VON GESTERN
DER SCHÖNE HANS ALS DRACULA
ALLES LUG UND TRUG – GLADBACHS 7:1 GEGEN INTER MAILAND
FAN-VERSE
«KING BOBBY» – EIN FALSCHER FÜNFUNDDREISSIGER
WANDERER, KOMMST DU NACH ANFIELD …
FRIEDENSNOBELPREIS FÜR RONALDO?
HÄSSLICH WIE DIE NACHT
MUTTERS ÄRGER MIT DEN KLEINEN
SPORTJOURNALISTEN: DIE ELENDEN SCRIBENTEN
BÖSE JUNGS IN KURZEN HOSEN
EIN WELTKLASSETORWART WIRD VERSCHLEUDERT
DANK AN DEN ALTEN GERMANENGOTT
LEAVING ON A JETPLANE
AUFSTIEG VOM TORWART ZUM SOHN GOTTES
GARRINCHAS NACHRUHM: UNTER DER GÜRTELLINIE
ALLES GLÜCK DER ERDE
EIN BISSCHEN FEINDSCHAFT
«PASSIVES» ABSEITS? DASS ICH NICHT LACHE!
DIE KEHRSEITE DER MÜNZE
ARSENAL: ALLES WAS RECHT IST
PRÄSIDIALES PRICKELN
SCHWEINI SUPERSTAR
ZWEI LINKS, ZWEI RECHTS
DIE MUTTER ALLER SCHWARZEN FUSSBALLWITZE
DAS RECHTE WORT ZUR RECHTEN ZEIT
DAS PROTZIGE JA DES SONNENKÖNIGS HAVELANGE
DER WEITBLICK DES GROSSEN DI STEFANO
DAS ZWEIFELHAFTESTE KOMPLIMENT ALLER ZEITEN
PIRMASENSER SUPERLATIVE
ANDERE LÄNDER, ANDERE SITTEN
GOTTES ZORN UND LOUIS VAN GAAL
ALEX VILLAPLANE: VOM KAPITÄN DES NATIONALTEAMS ZUM NAZI-VERBRECHER
DREI SIND EINE ZU VIEL
STEUER-TIPPS
ALT WIE EIN BAUM
SÜSS-SAUER
ROONEY – EIN BILLIGER SPASS
KLEINER IRRTUM
ZEHN AUGEN ZUGEDRÜCKT
WERBUNG FÜR DEN FUSSBALL
DIE SÄUFER VON SOFIA
ABPFIFF VOR DEM ANSTOSS
WASSER PREDIGEN, WEIN SAUFEN
UNFEINER PINKEL
COME ON COLEEN
VOLL IN DIE HOSE
ÄRGER IM FREUDENHAUS
LEIDENSCHAFTLICHER FUSSBALLER
BLONDES GIFT
SCHLAG AUF SCHLAG
WAYNES WIEGENLIED
AUGEN ZU UND RAUS
FOREVER NUMBER 12
DIE FLOP-ELF DER BUNDESLIGATORHÜTER
KÄPT’N KAMERADENSCHWEIN
AHNUNGSLOSES IDOL
DER SCHEICH ENTSCHEIDET
PSYCHIATER OHNE BALLGEFÜHL
DER STÜRMER UND DIE MAUER
STILLER ABSTIEG
REIN UND RAUS
WENIGE SIND AUSERWÄHLT
SCHIZOPHREN
ANGEFRESSEN
HÄSSLICHE BRASILIANER
REGISTER
«Auch Jesus wurde nicht von allen geliebt.»
(Trainer José Mourinho auf die Frage, warum er bei vielen Menschen so unbeliebt sei)
Schummeln, Schimpfen, Spucken, Schlagen – Fußball ist der Flegelsport Nummer eins. Nach einer Untersuchung der Uni Augsburg ist es in keiner anderen Sportart derart schlecht um das Benehmen der Beteiligten bestellt. In der Kategorie unfairer Umgang mit Schiedsrichtern können die «Konkurrenten» Handball, Basketball und Volleyball noch einigermaßen mithalten. Beim (Fehl-)Verhalten der Trainer bleiben nur noch die Handballer als ernstzunehmende Verfolger übrig, und im Wettbewerb um die rüpelhaftesten Zuschauer wird der Fußball souverän seiner Stellung als Volkssport Nummer eins gerecht. Schlechter als die Manieren der Fans sind nur noch die der Spieler – im Vergleich des Verhaltens der Aktiven liegt der Fußball in der Negativwertung am deutlichsten vorn.
«Ich habe im Fußballgeschäft so zu lügen gelernt, dass mich sogar meine Frau für einen Drecksack hält.»
(Ex-Profi Peter Kunter als Vizepräsident von Eintracht Frankfurt)
«Eine Biographie? Von mir? Nein. Never ever! Wenn ich die Wahrheit über das, was ich alles erlebt habe, schreiben würde, müsste man etwa zehn Bände machen – und ich müsste nach der Veröffentlichung nach Australien auswandern.»
(Uli Hoeneß zum Ende seiner Amtszeit als Bayern-Manager)
Für Bastian Schweinsteiger, Idealbesetzung in der Rolle des Fußballers aus Oberbayern, ging es in seiner Laufbahn gleich zweimal um die Wurst. Zunächst war es ein Fleischgroßhändler, der seine durch den Wolf gedrehten Ferkel unter der Bezeichnung «Schweini» in den Saitling pressen und in die Supermarktregale bringen wollte. Für so eine Sauerei mochte der damalige Jung-Star seinen Spitznamen nicht hergeben und zog erfolgreich bis vors Landgericht. Womöglich wäre es aber gar nicht erst zu dem Rechtsstreit gekommen, hätte der Unternehmer Schweinsteiger die Marketingidee nur richtig schmackhaft gemacht. Denn später zeigte sich, dass es dem Nationalspieler unter dem Diktat der persönlichen Gewinnmaximierung ziemlich wurst ist, was er der Öffentlichkeit einst als Überzeugung verkauft hat.
Nachdem er sich einige Jahre fröhlich und unbeschwert durch den Weltfußball gedribbelt hatte, schlug der Bayern-Star eines Tages ernstere Töne an. Er wolle nicht mehr «Schweini» genannt werden, ließ er uns in der Blütephase seiner Karriere wissen. Er sei jetzt erwachsen und bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen, da passe dieser Kosename einfach nicht mehr. Seinen Worten ließ Herr Schweinsteiger durchaus Taten folgen, er entwickelte sich zum Führungsspieler. Der Lohn waren viele Erfolge auf dem Platz und noch mehr Millionen auf dem Konto. Doch satt war der Bayer noch lange nicht, sonst hätte er wohl kaum so eifrig nach dem Wurstzipfel gegriffen, den ihm ein Werbepartner unter die Nase hielt. In großem Stil warb er für eine Minisalami, deren reichhaltiger Verzehr in Kreisen professioneller Ernährungsberater als nicht unproblematisch eingestuft wird. Als Wurstwerber firmierte Schweinsteiger übrigens unter «Basti». Das klingt doch total erwachsen, nicht wahr?
«Männer sind Lebewesen, die Fußballkarten ein halbes Jahr im Voraus bestellen und mit den Weihnachtseinkäufen bis Heiligabend warten.»
(Volksmund)
Wer beim Stichwort Polen nur an Autodiebstahl und Zigarettenschmuggel denkt, sollte sich erstens schämen und zweitens seine Vorurteile schleunigst korrigieren. In unserem Nachbarland versteht man sich nämlich auch auf ganz andere Dinge, zum Beispiel das Manipulieren von Fußballspielen. Ein gelernter Friseur aus dem westpolnischen Wronki, im Zweitberuf Manager eines Erstligaklubs, soll mit einem Netzwerk aus Funktionären, Schiedsrichtern, Spielern und Trainern jahrelang die Fußballbilanzen frisiert haben. Ob Vereinen in sportlichen Nöten oder Wettsyndikaten mit geringem Hang zum Risiko – dem Vernehmen nach lieferte das Friseurteam jedem Kunden sein Wunschergebnis. Gegen ein entsprechendes Trinkgeld, versteht sich. Bekanntermaßen gehört aber auch das Plaudern zum Friseurhandwerk, und so hörte irgendwann die Polizei von dem florierenden Geschäft mit dem Spitzenfußball. Es gab Dutzende von Festnahmen, die komplette Führung des nationalen Fußballverbandes wurde abgesetzt. Durch den Skandal hat neben dem polnischen Fußball offenbar vor allem das Image der Friseurbranche Schaden genommen. Die Coiffeure des Landes werden immer häufiger gefragt, ob sie neben Locken auch krumme Dinger drehen. Haarsträubend.
«Wenn du einmal eine Mauer gesehen hast, kennst du sie alle.»
(West Bromwich Albions Spieler John Trewick auf die Frage, warum er bei der China-Tournee seines Klubs 1978 auf die Besichtigung der Großen Mauer verzichtete)
Franz Beckenbauer, vielfach umworbener Frauen- und Fußballversteher, ist auch in der Wirtschaft überaus begehrt. Um den Kaiser als Reklamepartner zu gewinnen, bot ihm ein großes Mobilfunkunternehmen nicht nur ein stattliches Honorar, sondern auch noch eine Wunschnummer fürs Handy an. Beckenbauer schlug ein und wählte die 666666 – sechsmal die Sechs, das kann man sich auch in fortgeschrittenem Alter leicht merken. Dummerweise musste Handybesitzer Franz bald feststellen, dass bei ihm zahlreiche Herren anriefen, die von einer heißen Nummer wie dieser etwas anderes als fußballerische Fachgespräche erwarteten. Nun verfügt Beckenbauer über zahlreiche Talente, als Callboy taugt er jedoch nicht. Sein Handy gab er entnervt zurück.
Mit nur einem Satz ein ganzes Volk zu verunglimpfen und dann auch noch das eigene – das soll dem Argentinier Mauricio Taricco erst einmal einer nachmachen. In einem Interview mit einer irischen Sonntagszeitung machte sich der Verteidiger von Tottenham Hotspur über gängige Moralbegriffe lustig, indem er sich und seinesgleichen brüstete: «Wir Argentinier lieben unsere Frauen und würden sie nie betrügen – aber auf dem Platz setzen wir uns über solche Regeln hinweg, weil für uns nur eines zählt: der Erfolg.» Deshalb bewundere ganz Argentinien Diego Maradona für seine «Hand Gottes» und verehre ihn als Volkshelden, weil das, was anderswo kleinkariert als Betrug gewertet werde, ein Ausdruck des unbedingten Siegeswillens der Argentinier sei. Wer erlebt hat, mit welcher Aggression Taricco im August 2001 seinen Gegenspieler Thomas Gravesen vom FC Everton – fernab des Balles – von den Beinen senste, begreift, dass dieser im Interview geäußerte Unfug ganz offensichtlich sein Credo ist. Gravesen, selbst kein Kind von Traurigkeit, sagte anschließend: «Es war das schlimmste Foul, das je an mir begangen wurde. Geblutet habe ich aber nicht, da war ein großes Loch in meinem Knochen.» Geht ja noch …
«Am Montag nehme ich mir vor, zur nächsten Partie zehn Spieler auszuwechseln. Am Dienstag sind es sieben oder acht, am Donnerstag noch vier Spieler. Wenn es dann Samstag wird, stelle ich fest, dass ich doch wieder dieselben elf Scheißkerle einsetzen muss wie in der Vorwoche.»
(Der walisische Trainer John Toshack)
Die einmalige Chance, sein in DDR-Zeiten rechtmäßig erworbenes Betonkopfimage weich zu zeichnen, verspielte Eduard Geyer während der Zeit als Trainer von Energie Cottbus. Sein Klub hatte gerade den Bundesligarekord aufgestellt, mit elf ausländischen Spielern anzutreten – was in einer Region wie der Lausitz, die von Ausländerfeindlichkeit verschmutzt wird, als ein Zeichen der Hoffnung hätte gedeutet werden können. Doch als ein wohlmeinender Reporter dem Energie-Trainer die goldene Brücke zu Begriffen wie «Integration» oder «Abbau von Vorurteilen» bauen wollte, unterbrach ihn Geyer: «Quatsch, der einzige Grund ist: Die Ausländer sind billiger, deutsche Spieler können wir uns finanziell nicht leisten.»
«Pelé soll zurückgehen ins Museum.»
(Diego Maradona zur Vermutung des Brasilianers Pelé, sein schärfster Konkurrent unter Südamerikas Fußball-Idolen sei nur Nationaltrainer Argentiniens geworden, weil er dringend Arbeit und Geld brauchte)
Erst hatte er kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu: Selten hat ein Fußballer den vielzitierten Spruch mit mehr Leben gefüllt als der Engländer Peter Beagrie. Nach einem Freundschaftsspiel seines FC Everton 1991 in Spanien gegen Real Sociedad fand er, stark angetrunken, nicht mehr den Weg zurück zum Hotel. Also stellte er sich in den frühen Morgenstunden einem Motorradfahrer in den Weg und ließ sich von dem höflichen Spanier zum Mannschaftshotel transportieren. Doch dort gelang es ihm nicht, den Nachtportier zu wecken. Also schnappte er sich das Motorrad, raste damit die Hoteltreppe hinauf und durchbrach mit Karacho die gläserne Eingangstür. Seine Schnittwunden mussten später mit 50 Stichen genäht werden. Beagries Pech: Es war das falsche Hotel, das er sich für seinen Husarenritt ausgesucht hatte.
Berti Vogts war nachweislich nicht der größte Bundestrainer. Verbal aber hat er Spuren hinterlassen wie kaum ein anderer, wie diese Flop-Elf belegt:
«Hass gehört nicht ins Stadion. Solche Gefühle soll man gemeinsam mit seiner Frau daheim im Wohnzimmer ausleben.»
«Ich glaube, dass der Tabellen-Erste jederzeit den Spitzenreiter schlagen kann.»
«Die Kroaten sollen ja auf alles treten, was sich bewegt – da hat unser Mittelfeld nichts zu befürchten.»
«Die Breite an der Spitze ist dichter geworden.»
«Dank an die Mediziner. Sie haben Unmenschliches geleistet.»
«Wir haben ein Abstimmungsproblem – das müssen wir automatisieren.»
«Wie der Afrikaner lebt, so spielt er auch Fußball.»
«Das Spielfeld war zu lang für Doppelpässe.»
«Wir wissen alle, dass Mario nicht gesagt hat, was er gesagt hat, was er gesagt haben soll, dass er es gesagt hat.»
«Die Realität ist anders als die Wirklichkeit.»
«Wenn ich übers Wasser laufe, dann sagen meine Kritiker, nicht mal schwimmen kann er.»
Im Umgang mit ihren Untertanen sind die Machthaber im Iran normalerweise nicht zimperlich, beim Fußball jedoch kennt die Fürsorge der Mullahs für das Volk kaum Grenzen. Um der muslimischen Bevölkerung unschöne Szenen zu ersparen, überträgt das iranische Fernsehen Spiele aus dem Ausland gerne einige Sekunden zeitversetzt. So haben die Sittenwächter in der TV-Regie die Möglichkeit, alle Bilder zu entfernen, die nicht mit der islamischen Moral vereinbar sind. Dazu zählten sie aber nicht etwa brutale Fouls, sondern vor allem leichtbekleidete Zuschauerrinnen.
«Der einzige Satz, der einen Fußballer von Anabolika fernhält, ist: Schluck es nur, das Zeug, dann werden deine Hoden so klein wie Erdnüsse.»
(Der britische Sportjournalist Martin Kelner über die Lösung des Dopingproblems)
Mehr als 20 Jahre nachdem sie im Mülleimer der Geschichte verschwunden war, feierte die DDR ein völlig unerwartetes Comeback: Die FIFA, der ja seit je her eine gewisse Affinität zu totalitären Systemen nachgesagt wird, ließ den Arbeiter- und Bauernstaat im Vorfeld der WM 2010 kurzerhand wiederauferstehen.
Auf den Internetseiten des Weltfußballverbandes hatten Journalisten, die sich für das Turnier akkreditieren wollten, bei der Angabe ihres Wohnorts überraschenderweise die freie Auswahl zwischen mehreren deutschen Staaten. Wer sich spontan nicht zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik entscheiden mochte, konnte ersatzweise auch ein neutrales «Germany» anklicken oder aber dem Saarland – eigentlich seit 1957 Teil der BRD – den Status einer eigenständigen Fußballnation verleihen. Die Auswahlteams aus der DDR und von der Saar befanden sich übrigens in illustrer historischer Gesellschaft, denn der Weltverband führte unter anderem auch die Tschechoslowakei, Rhodesien und die Sowjetunion auf seiner Staatenliste.
Bis zur WM war das alte kommunistische Weltreich dann aber selbst bei der FIFA wieder zerfallen, und in Südafrika lief nachweislich auch nur eine deutsche Mannschaft auf. Beim Verband in Zürich hatte man sich einsichtig gezeigt und den kleinen Irrtum korrigiert. Gerüchten zufolge zog FIFA-Chef Blatter sogar persönliche Konsequenzen aus dem Vorfall – er trennte sich von seinem liebgewonnenen Atlas aus Schülertagen.
«Mick, du bist ein Lügner …, ein verdammter Wichser. Für mich hast du nichts getaugt, als du noch gespielt hast, für mich taugst du nichts als Manager, und für mich taugst du auch nichts als Mensch. Du bist ein verdammter Wichser, und von mir aus kannst du dir deine Weltmeisterschaft in den Arsch schieben. Ich habe keine Achtung vor dir.»
(Der irische Mannschaftskapitän Roy Keane zu seinem Trainer Mick McCarthy unmittelbar vor der WM 2002 in Japan. Danach durfte Keane, noch vor dem ersten Spiel, wieder nach Hause fliegen.)
«Keane nach Hause zu schicken war okay. Aber ich hätte ihn zuerst erschossen.»
(Keanes früherer Manager Brian Clough, Nottingham Forest)
In der siebten spanischen Liga sind Weltklasseleistungen eher die Ausnahme, einen internationalen Rekord hat man dort dennoch aufgestellt: Die Begegnung zwischen Recreativo Linense und Saladillo Algesiras im Januar 2009 ist als größtes Kartenspiel aller Zeiten in die Fußballgeschichte eingegangen, 19-mal gab der Schiedsrichter Rot.
Eine ganze Weile hatten die beiden andalusischen Mannschaften einen unauffälligen Kick geboten – ein Tor und ein Platzverweis standen nach 53 Minuten zu Buche. Dann aber kam es zu einer folgenschweren Meinungsverschiedenheit: Die Spieler Francis und Aguilar gerieten aneinander, und ein Großteil ihrer Mannschaftskameraden ließ es sich nicht nehmen, sich am Geschehen zu beteiligen. Schließlich lockte der Auftrieb auch noch einige Zuschauer auf den Platz, und so war alsbald ein fröhliches Gerangel im Gange. Nur Schiedsrichter José Manuel Barro Escandón hatte anscheinend keine rechte Freude an der südspanischen Fiesta, er brach das Spiel einfach ab.
Dass ihm der Sinn für rustikale Unterhaltung fehlt, machte der Unparteiische auch in der Folge deutlich: Kaum in der Kabine angekommen, zückte er seinen Schreiber und machte sich daran, den Spielbericht zu füllen. Nach einer Weile waren darin fast alle Namen notiert, die das andalusische Telefonbuch zu bieten hat: Escandón verhängte nachträglich 18 Rote Karten, gerecht verteilt auf beide Teams. Mit dem schon während der Begegnung ausgesprochenen Platzverweis hatte es somit 19 von 22 Spielern erwischt.
Ob sich die verbliebenen drei tatsächlich nichts hatten zuschulden kommen lassen, Escandón die Tinte ausgegangen war oder er es im sicheren Gefühl, alles Notwendige für einen Eintrag ins Guinness-Buch bereits getan zu haben, einfach nicht übertreiben wollte, konnte nie geklärt werden. Für Linenses Trainer Naranjo gab es an diesem Nachmittag ohnehin nur einen wirklich Schuldigen: «Ich weiß nicht, was in den Schiedsrichter gefahren ist», grollte er. «Es hat einen Streit zwischen Francis und Aguilar gegeben, die anderen Spieler und die Zuschauer wollten doch nur schlichten.» Mag sein, doch mit einer solchen Sicht der Dinge stellt man in Spaniens siebter Liga eben keine Rekorde auf.
«Ich als Verein musste reagieren.»
(Fortuna Kölns Präsident Jean Löring, nachdem er am 15. Dezember 1999 in der Halbzeitpause des Spiels gegen Waldhof Mannheim seinen Trainer Toni Schumacher beim Stand von 0:2, Endstand 1:5, gefeuert hatte)
Wenn Sporthistoriker eines Tages nach dem Zeitpunkt forschen, an dem der englische Fußball endgültig von «The People’s Game» zu nackter Geldgier degenerierte, sei ihnen das Jahr 2006 empfohlen. Damals erschien unter dem Titel Match of my Life eine Sammlung von Aufsätzen, in denen sich englische Nationalspieler der Weltmeisterschaften ab 1950 erinnerten. Das Buch war dem Gedenken an Bobby Moore, dem an Krebs gestorbenen Kapitän der englischen Weltmeister-Elf von 1966, gewidmet; der Erlös sollte der von seiner Witwe gegründeten «Bobby-Moore-Stiftung für Krebsforschung» zufließen.
Von Sir Tom Finney über Sir Bobby Robson bis zu Peter Shilton und Tony Adams – jeder wollte seinen Beitrag zum guten Zweck leisten. Lediglich die Generation der damals aktuellen Nationalspieler, die England bei der WM 2002 in Ostasien hatte vertreten dürfen, verweigerte sich – und zwar ausnahmslos. Leo Moynihan, der Herausgeber des Buches, erinnerte sich später deprimiert, wie er vergeblich zwischen Pontius und Pilatus hin und her gerannt war:
«Es war eine wahre Schande. Fast alle Agenten der Spieler empfanden es als Zumutung, dass ihre Klienten 45 Minuten ihrer kostbaren Zeit für nur 1000 Pfund Honorar opfern sollten, und fertigten uns mit einem knappen ‹Nein› ab. Einer begründete seine Absage immerhin mit einem ‹Doch nicht für so beschissen wenig Geld›, ehe er den Hörer aufknallte. Keiner war bereit, sich mit wahren Legenden unseres Fußballs in eine Reihe zu stellen und gemeinsam mit ihnen Stephanie Moores Krebs-Stiftung zu unterstützen. Wie gesagt: eine wahre Schande.»
Und so blieb es an Moynihan selber hängen, Englands Viertelfinal-Niederlage gegen Brasilien bei der WM 2002 angemessen zu würdigen. Doch vermutlich war das ein Glücksfall für das Buch. Hätte man denn stattdessen einen Text von Rio Ferdinand oder Ashley Cole lesen wollen? Oder gar von David Beckham?
«Superman.»
(Der stets bescheidene Cristiano Ronaldo, damals in Diensten von Manchester United, Ende 2008 auf die Frage, welchen Beruf er gewählt hätte, wäre er nicht Fußball-Profi geworden. Immerhin ist sein Wunsch noch realistischer als der seines Mannschaftskollegen Wayne Rooney, der antwortete: «Arzt!»)
Am Tag des ersten Endspiels der WM-Geschichte herrschte in Montevideo Ausnahmezustand. 2000 Polizisten waren an diesem 30. Juli 1930 rund um das Stadion «Centenario» im Einsatz, wo sich Gastgeber Uruguay und Argentinien vor 90 000 Zuschauern gegenüberstanden. Wie sinnvoll die Sicherheitsvorkehrungen waren, zeigte das Ergebnis der Leibesvisitationen an den Stadiontoren: Die Polizisten sammelten mehr als 1500 Pistolen und Revolver ein. In ihren Möglichkeiten, den Gefühlen freien Lauf zu lassen, somit erheblich eingeschränkt, beließen es die Anhänger beider Mannschaften bei gegenseitigen Beschimpfungen, Morddrohungen und vereinzelten Schlägereien. Das Spiel gewann Uruguay mit 4:2.
Auf Weihnachtsgeschenke seiner Großmütter durfte der damals 21-jährige Stephen Ireland im Herbst 2007 nicht hoffen. Die Omas waren übellaunig, schließlich hatte er sie umgebracht. Er tat es mit Worten, und seither gilt der Mittelfeldspieler als der wohl dreisteste Lügner in der Geschichte des irischen Fußballs.
Anfang September 2007 bat Ireland seinen Nationaltrainer Steve Staunton, ihn aus dem Kader für das Spiel gegen Tschechien zu streichen. Er müsse dringend zurück in die Heimat. Seine Oma mütterlicherseits, die ihn seit seinem fünften Lebensjahr aufgezogen hatte, sei überraschend gestorben. Eine vermeintlich narrensichere Entschuldigung, denn wer verweigert es einem Trauernden schon, die geliebte Person zu Grabe zu tragen?
Die Iren, bekannt für ihren Familiensinn, jedenfalls nicht. Und so stellte der Verband dem Spieler von Manchester City einen Privatflieger für die Rückkehr zur Verfügung. Auch sein Vereinstrainer Sven-Göran Eriksson zeigte Verständnis. Ireland klagte, er könne unmöglich in der Premier League gegen Aston Villa spielen. Er trauere noch immer sehr und müsse zudem bei den Vorbereitungen für die Beerdigung helfen. Eriksson war gerührt.
Das änderte sich, als Journalisten herausfanden, dass besagte Oma namens Patricia Tallon zwar betagt, aber durchaus noch lebendig war. Nun wollte sich Ireland aus dem Sumpf ziehen und grub sich nur noch tiefer ein. Es handele sich um einen Irrtum und bei der Verstorbenen um die Großmutter väterlicherseits. Der stehe er nicht so nahe. Und hätte er gewusst, dass sie die Tote ist, hätte er bestimmt gespielt. Kein netter Enkel.
Das dachte wohl auch jene Oma Nummer zwei, Brenda Kitchener, als sie aus der Zeitung von ihrem Ableben erfuhr. Und was machte der verzweifelte Ireland? Er legte noch einmal nach: Diesmal schickte er die Lebensgefährtin seines geschiedenen Großvaters zu den Engeln. Das war Dreistigkeit Nummer drei, denn es ist unschwer zu erraten: Auch diese Dame erfreute sich bester Gesundheit!
Schließlich gab Ireland zu, er habe nur gelogen, um seine Freundin Jessica zu schützen. Die hatte eine Fehlgeburt erlitten und brauchte seine Unterstützung. Ireland: «Sie dachte, sie würden mich eher nach Hause lassen, wenn sie glaubten, meine Oma sei gestorben.» Und auch er selbst nahm wohl an, die Wahrheit hätte als Grund für eine Heimreise nicht gereicht.
Staunton verzieh dem Lügenbaron, Ireland durfte wenig später gegen Deutschland spielen. Und Manchester City verlängerte den Vertrag mit dem Jungstar gar bis 2012. In Irland aber fragten sich die Fußballfans: Wenn wir dem dreisten Burschen schon nicht bezüglich seiner Großmütter glauben können, wann können wir ihm dann noch glauben? Ist sein Name wirklich Stephen Ireland? Ireland playing for Ireland? Ein Zufall zu viel …
«Mein Name ist Finken, und du wirst gleich hinken.»
(Herbert Finken von Tasmania Berlin in der Saison 1965/66 zu seinem Gegenspieler. Er tat alles, um das Versprechen zu halten)
Die Verantwortlichen der FIFA stehen ohnehin nicht im Verdacht, besonders lustige Typen zu sein, beim Thema Geld hört bei ihnen aber auch das letzte bisschen Spaß auf. Entsprechend humorlos gingen sie vor, als sich die südafrikanische Fluggesellschaft Kulula im Weltmeisterschaftsjahr 2010 erdreistete, mit einer pfiffigen Werbekampagne wenigstens nach ein paar Krumen vom WM-Kuchen zu picken. In Anzeigen warb Kulula damit, die «Inoffizielle nationale Fluglinie der Sie wissen schon was» zu sein und garnierte seine Plakate mit Abbildungen von Fußbällen und Vuvuzelas. Die FIFA sah ihre Markenrechte verletzt und zog vor Gericht. Der afrikanische Billigflieger reagierte sofort; allerdings anders, als man in der Schweizer Weltfußballzentrale vermutet hatte – er setzte noch einen drauf.
