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Machen Sie Ihre Füße glücklich
Von unseren Füßen erwarten wir, dass sie uns stabilen Halt geben und uns sicher durch den Alltag tragen. Aber was tun Sie, wenn ein Fuß immer wieder schmerzt oder gar verletzt ist? Wie bleiben Ihre Füße stark und gesund, um die tägliche Belastung gut zu meistern?
So werden Sie Ihr eigener Fußspezialist
Dr. Mellany Galla ist eine der bekanntesten Fuß-Spezialistinnen Deutschlands und teilt ihr Expertenwissen aus der Praxis.
Arndt Fengler ist Physiotherapeut und Osteopath – ein Dreamteam, das Ihre Füße in Bestform bringt.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 181
Veröffentlichungsjahr: 2020
Mellany Galla, Arndt Fengler
1. Auflage 2021
80 Abbildungen
Testungen
Name des Tests
Effekt
Zu beachten
Test 1: ▶ Beweglichkeit der Sprunggelenke
Beugung und Streckung des oberen Sprunggelenkes (Plantarflexion und Dorsalextension)
Erreichen beide Füße den gleichen Ausschlag?
Finden Ausweichbewegungen statt, zum Beispiel Überstrecken oder Beugen der Knie, um eine der Bewegungen zu unterstützen?
Test 2: ▶ Fußkippung
»Kippbewegungen« des Fußes, Pronation und Supination
Bleiben die Beine »unbewegt«? Oder wird versucht, über ein Kippen nach außen oder nach innen zu unterstützen?
Test 3: ▶ Beweglichkeit der Zehen
Streck- und Einrollbewegungen der Zehen
Test 4: ▶ Zehenstand
Fußachsenstabilität unter Belastung wird getestet
Kommt es zu Ausweichbewegungen, wie X- oder O-Stellung der Füße?
Test 5: ▶ Beweglichkeit der hinteren Muskelkette
Flexibilität der gesamten hinteren Beinmuskelkette
Ändert sich die Spannung durch einwärts oder auswärts gerichtete Füße?
Können die Knie auf beiden Seiten gleichermaßen durchgestreckt werden?
Test 6: ▶ Fersenbeweglichkeit
Kippbewegungen der Fersenbeine nach innen und außen. Wichtig, um Unebenheiten des Bodens auszugleichen.
Kommt es zu Spannungen?
Haben beide Fersen das gleiche Bewegungsausmaß (ROM)?
Test 7: ▶ Knie-zur-Wand-Test
Beweglichkeit des Sprunggelenks, der kurzen Wadenmuskeln und der langen Zehenbeuger unter Belastung
Kommt es zu Spannungen, Schmerzen?
Sind die Zehen eingekrallt?
Ist das Bewegungsausmaß auf beiden Seiten gleich?
Test 8: ▶ Streckung der Großzehe
Beweglichkeit der Großzehe
Ist das Bewegungsausmaß auf beiden Seiten gleich?
Test 9: ▶ Gleichgewicht Einbeinstand
Mit Idealkontakten auf einem Fuß das Gleichgewicht halten. Wichtig für alle, weil bei jedem Schritt während der Schwungbeinphase ein Einbeinstand entsteht.
Geht es auf beiden Seiten gleich gut?
Test 10: ▶ Füße begreifen
Können Sie Spannungspunkte spüren?
Alltagsprogramm
Name der Übung
Effekt
Bei diesen Fußproblemen hilfreich
▶ Fußerwachen
Gesteigerte Wahrnehmung und Durchblutung
Arthrose, Spreizfuß, Hallux valgus, Fersensporn, Plantarfasziitis
▶ Zehenroller
Verbesserte Beweglichkeit aller Zehen in die Beuge- und Streckbewegung
Spreizfuß, Hallux valgus, Kleinzehenfehlstellungen, Plantarfasziitis
▶ Fußdirigent
Verbesserte Beweglichkeit der SprunggelenkeAufwärmtraining nach längerem Sitzen
Arthrose, Achillessehnenschmerz, Spreizfuß, Kleinzehenfehlstellungen
▶ Achtsames Abrollen
Verbesserte Beweglichkeit der ZehenVerbesserte Wahrnehmung der FüßeTraining des Gleichgewichts durch verlängerte Schwungbeinphase
Spreizfuß, Kleinzehenfehlstellungen, Knick-Senkfuß, Plantarfasziitis, Sprunggelenkinstabilität
▶ Tipping toes – ungeduldige Zehen
Verbesserte ZehenbeweglichkeitBessere Koordination der Zehenbewegungen.
Spreizfuß, Hallux valgus, Kleinzehenfehlstellungen
▶ Wadenstretch
Entspannte Waden
Dynamischeres Gangbild durch größere Beweglichkeit des oberen Sprunggelenks
Achillessehnenschmerz
▶ Fußwippe
Kräftige Schienbein- und WadenmuskelnVerbessertes Gleichgewicht und größere Beweglichkeit des oberen Sprunggelenks
Achillessehnenschmerz, Sprunggelenkinstabilität
▶ Hinkelkasten – Ninja
Verbesserte Sprunggelenksstabilität
Beinachsenstabilität in Bewegung
Sprunggelenkinstabilität
▶ Seiltanz im Dunkeln
Besseres Gleichgewicht
Stabileres oberes Sprunggelenk und stärkere Fußmuskeln
Arthrose, Sprunggelenkinstabilität, Spreizfuß, Knicksenkfuß
▶ Captured Crab – gefangene Krabbe
Stärkere Hüft- und Fußmuskulatur
Hallux valgus, Knick-Senkfuß, Sprunggelenkinstabilität
Spezielle Starkmacher
Name der Übung
Effekt
Bei diesen Fußproblemen hilfreich
▶ Entspannte Fußsohle
Bessere Durchblutung und entspannte Plantarfaszie
Arthrose, Knick-Senkfuß, Spreizfuß, Plantarfasziitis, Fersensporn
▶ Zehenstand am Treppenrand
Verbesserte Beweglichkeit der oberen Sprunggelenke
stärkere Waden
Schmerzlinderung in der Achillessehne
Achillessehnenschmerz, oberer Fersenschmerz, Sprunggelenkinstabilität
▶ Kontaktpflege
Besseres Gespür für eine ausgewogene Belastung des Fußes
Aufbau gesunder Beinachsen unter Gewichtsverlagerung
Knick-Senkfuß, Spreizfuß, Hallux valgus, Kleinzehenfehlstellungen, Plantarfasziitis, Fersensporn
▶ Küssende Onkel
Kräftigung der Muskeln, die die Großzehe in die richtige Position bringen
Aufrichtung des Längsgewölbes
Knick-Senkfuß, Hallux valgus
▶ Feinschliff – Freiheit für das Fersenbein
Mobilisation der Ferse in ihren Kippbewegungen (O- und X-Fersenstellung)
Achillessehnenschmerz, Fersensporn, Plantarfasziitis
▶ Gespannter Bogen
Wiederaufrichtung des Vorfußgewölbes
Spreizfuß, Hallux valgus
▶ Zehenglück
Sanfte Mobilisation der Kleinzehen
Kleinzehenfehlstellungen
▶ Aufwärts in Balance
Kräftigung der Beinmuskulatur
Gespür für guten Fußkontakt unter Belastung
Arthrose, Knick-Senkfuß, Sprunggelenkinstabilität
▶ Türsteher
Mobilisation der Sprunggelenke
Kurze Wadenmuskeln dehnen
Achillessehnenschmerz, Plantarfasziitis und Fersensporn, Sprunggelenkinstabilität
▶ Twister
Besseres Gespür für das Zusammenspiel der Füße, Beine und der Körpermitte
Bessere Beweglichkeit der Fuß- und Zehengelenke. Besseres Gleichgewicht
Arthrose, Kleinzehenfehlstellungen, Plantarfasziitis
▶ Fußverschrauber
Hüftmuskelkräftigung
Besseres Gespür für eine ausgewogene Belastung des Fußes
Knick-Senkfuß, Hallux valgus
Die passende Übung für jede Beschwerde
Beschwerde
Trainingsziel
Übungsname
Arthrose
Stoffwechsel anregen
Muskeln kräftigen
Gutes Fußgespür entwickeln, um Überlastung und Fehlbelastung zu vermeiden
Beweglichkeit erhalten
Schmerzen lindern
Beinachsenkontrolle
Alltag: ▶ Fußerwachen, ▶ Fußdirigent, ▶ Seiltanz im Dunkeln
Spezial: ▶ Entspannte Fußsohle, ▶ Kontaktpflege, ▶ Zehenglück, ▶ Aufwärts in Balance, ▶ Twister
Test als Übung: ▶ Test 1, ▶ 3, ▶ 6, ▶ 8, ▶ 10
Sprunggelenk instabil, Bänderriss, Dehnung des Gewebes
Bessere Stabilität und Koordination
Muskelkräftigung
Gewölbeaufrichtung auch unter Belastung
Beinachsenkontrolle
Alltag: ▶ Achtsames Abrollen, ▶ Fußwippe, ▶ Hinkelkasten-Ninja, ▶ Seiltanz im Dunkeln, ▶ Captured Crab
Spezial: ▶ Zehenstand am Treppenrand, ▶ Aufwärts in Balance
Test als Übung: ▶ Test 1, ▶ 2, ▶ 4, ▶ 9
Achillessehnenschmerz
Stoffwechsel anregen
Schmerzen lindern
Beinachsenkontrolle
Alltag: ▶ Fußdirigent, ▶ Wadenstretch, ▶ Fußwippe
Spezial: ▶ Zehenstand am Treppenrand, ▶ Feinschliff, ▶ Türsteher
Test als Übung: ▶ Test 1, ▶ 4, ▶ 5, ▶ 6, ▶ 7
Oberer Fersenschmerz (Plantarfasziitis, Fersensporn)
Stoffwechsel anregen
Schmerzen lindern
Beinachsenkontrolle
Alltag: ▶ Fußdirigent, ▶ Wadenstretch, ▶ Fußwippe
Spezial: ▶ Zehenstand am Treppenrand, ▶ Feinschliff, ▶ Türsteher
Test als Übung: ▶ Test 1, ▶ 4, ▶ 5, ▶ 6, ▶ 7
Unterer Fersenschmerz
Stoffwechsel anregen
Schmerzen lindern
Gewölbeaufrichtung auch unter Belastung
Alltag: ▶ Fußerwachen, ▶ Fußdirigent, ▶ Zehenroller, ▶ Achtsames Abrollen
Spezial: ▶ Zehenstand am Treppenrand, ▶ Entspannte Fußsohle, ▶ Kontaktpflege, ▶ Feinschliff, ▶ Türsteher, ▶ Twister
Test als Übung: ▶ Test 3, ▶ 4, ▶ 6, ▶ 7, ▶ 10
Knick-Senkfuß
Muskeln kräftigen
Gutes Fußgespür, um Überlastung und Fehlbelastung zu vermeiden
Gewölbeaufrichtung auch unter Belastung
Beinachsenkontrolle
Alltag: ▶ Achtsames Abrollen, ▶ Seiltanz im Dunkeln, ▶ Captured Crab
Spezial: ▶ Entspannte Fußsohle, ▶ Kontaktpflege, ▶ Küssende Onkel, ▶ Aufwärts in Balance, ▶ Fußverschrauber
Test als Übung: ▶ Test 2, ▶ 6, ▶ 7, ▶ 9, ▶ 10
Spreizfuß / Vorfußschmerz
Muskeln kräftigen
Gutes Fußgespür, um Überlastung und Fehlbelastung zu vermeiden
Gewölbeaufrichtung auch unter Belastung
Alltag: ▶ Fußerwachen, ▶ Zehenroller, ▶ Fußdirigent, ▶ Achtsames Abrollen, ▶ Seiltanz im Dunkeln
Spezial: ▶ Entspannte Fußsohle, ▶ Kontaktpflege, ▶ Gespannter Bogen, ▶ Aufwärts in Balance
Test als Übung: ▶ Test 3, ▶ 4, ▶ 10
Hallux valgus
Muskeln kräftigen
Gutes Fußgespür, um Überlastung und Fehlbelastung zu vermeiden
Beweglichkeit erhalten
Gewölbeaufrichtung auch unter Belastung
Beinachsenkontrolle.
Alltag: ▶ Fußerwachen, ▶ Zehenroller, ▶ Tipping toes, ▶ Captured Crab
Spezial: ▶ Kontaktpflege, ▶ Küssende Onkel, ▶ Fußverschrauber
Test als Übung: ▶ Test 3, ▶ 4, ▶ 8, ▶ 10
Kleinzehenfehlstellungen
Muskeln kräftigen
Gutes Fußgespür, um Überlastung und Fehlbelastung zu vermeiden
Beweglichkeit erhalten
Gewölbeaufrichtung auch unter Belastung
Beinachsenkontrolle
Alltag: ▶ Fußerwachen, ▶ Zehenroller, ▶ Fußdirigent, ▶ Achtsames Abrollen, ▶ Tipping toes
Spezial: ▶ Kontaktpflege, ▶ Zehenglück, ▶ Twister
Test als Übung: ▶ Test 3, ▶ 4, ▶ 7, ▶ 10
unsere Füße sind ein wahres Wunderwerk der Natur. Mit ihren 26 Knochen und über 30 Gelenken pro Fuß tragen sie uns reibungslos durch das Leben. Die Füße sind ein scheinbar unermüdliches und zuverlässiges Fortbewegungsmittel – bis sie durch Schmerzen oder Fehlhaltungen signalisieren, dass es ihnen nicht gut geht.
Viel zu wenig schenken wir unseren verlässlichen Partnern im Alltag Beachtung. Meist stecken die Füße in Schuhen – eine Errungenschaft der menschlichen Zivilisation. Unnatürliche Belastungen und Bewegungsmangel tun ihr Übriges, um den Fuß seiner natürlichen Bewegung zu berauben. Kein Wunder also, dass Funktionsstörungen und Verformungen auftreten. Erst wenn die Füße schmerzen, sehen wir genauer hin.
Kommen Sie mit diesem Buch Ihren Problemen am Fuß und am Sprunggelenk auf die Spur. Erfahren Sie mehr über die Ursachen von Fußproblemen und was Sie dagegen tun können. Sie werden systematisch mit speziellen Übungen angeleitet, gezielt Fehlstellungen, Überlastung und Schmerzen entgegenzuwirken. Erlernen Sie Schritt für Schritt ein Fitnessprogramm für den Alltag, das Ihre Füße stark macht. Schenken Sie Ihren Füßen Kraft, Ausdauer und Flexibilität.
Viel Spaß und Erfolg beim Training wünschen
Dr. Mellany Galla und Arndt Fengler
Titelei
Die Übungsübersichten
Liebe Leserin, lieber Leser,
Was Ihre Füße leisten
Die ausgeklügelte Biomechanik unserer Füße
Filigran und extrem belastbar
Greifen statt Laufen
Wie Fuß und Körper sich verständigen
Fußform – die nackte Wahrheit
Die fünf Fußtypen
Welcher Schuh ist der richtige?
Platz da!
Schuhe kaufen – darauf kommt es an!
Das Fußskelett – ein unglaubliches Wunderwerk
Die drei Bereiche des Fußes
33 Gelenke und über 100 Bänder
Fußmuskeln – die Kraftprotze
Fußstatik – alles unter Spannung
Fußbeweglichkeit – ein komplexes Getriebe
Wie beweglich sollen die Fußgelenke sein?
Gehen – die raffinierte Biomechanik
Die Belastung des Fußes messen
Ihre Füße auf dem Prüfstand
Wie gut kennen Sie Ihre Füße?
Anwendung der Tests
Worauf Sie während der Tests achten
Test 1: Beweglichkeit der Sprunggelenke
Test 2: Fußkippung
Test 3: Beweglichkeit der Zehen
Test 4: Zehenstand
Test 5: Beweglichkeit der hinteren Muskelkette
Test 6: Fersenbeweglichkeit
Test 7: »Knie zur Wand« – Beweglichkeit der Fußsohle und des Sprunggelenks
Test 8: Streckung der Großzehe
Test 9: Gleichgewicht Einbeinstand
Test 10: Füße begreifen
So geht es meinen Füßen – Verlaufsdokumentation
Wenn Füße schmerzen
Wenn nichts mehr geht
Typische Symptome
Was kann Schmerzen verursachen?
Arthrose
Arthrose – was ist das genau?
Ursachen – wie entsteht Arthrose?
Symptome – wie fühlt sich das an?
Therapie – was wird getan?
Operationen
Sprunggelenkinstabilität: umgeknickt – ein Bänderriss?
Anatomie – was schmerzt genau und warum?
Symptome – wie fühlt sich das an?
Therapie – was wird getan?
Machen! Was können Sie selbst tun?
Achillessehnenschmerz – der verwundbare Punkt
Anatomie – was schmerzt genau und warum?
Symptome – wie fühlt sich das an?
Therapie – was wird getan?
Machen! Was können Sie selbst tun?
Oberer Fersenschmerz – au Hacke!
Anatomie – was schmerzt genau und warum?
Symptome – wie fühlt sich das an?
Therapie – was wird getan?
Machen! Was können Sie selbst tun?
Unterer Fersenschmerz – Sporn oder Plantarfasziitis?
Anatomie – was schmerzt genau und warum?
Symptome – wie fühlt sich das an?
Therapie – was wird getan?
Machen! Was können Sie selbst tun?
Knick-Senkfuß – wenn der Fuß im X steht
Anatomie – was schmerzt genau und warum?
Symptome – wie fühlt sich das an?
Therapie – was wird getan?
Machen! Was können Sie selbst tun?
Spreizfuß/Vorfußschmerz – Hilfe, mein Fuß wird breiter!
Anatomie – was schmerzt genau und warum?
Symptome – wie fühlt sich das an?
Therapie – was wird getan?
Machen! Was können Sie selbst tun?
Hallux valgus – der »große Onkel« auf Abwegen
Anatomie – was schmerzt genau und warum?
Symptome – wie fühlt sich das an?
Therapie – was wird getan?
Machen! Was können Sie selbst tun?
Kleinzehenfehlstellungen – wenn der Schuh drückt
Anatomie – was schmerzt genau und warum?
Symptome – wie fühlt sich das an?
Therapie – was wird getan?
Machen! Was können Sie selbst tun?
Footbooster: Was Füße stark macht
Fußgesund gehen und laufen
Barfußlaufen – wie gut ist »unten ohne«?
Barfußgehen als Erlebnismassage
Mit oder ohne Schuhe joggen?
Propriozeptives Training – Wahrnehmung aus der Tiefe
Gleichgewicht und Gelenkstabilität sind trainierbar
Aufbau eines propriozeptiven Trainings
Der Alltag ist Ihr Freund
Ihr Alltagsprogramm
Mehr Fußgesundheit in Ihren Alltag lassen!
Übung 1: Fußerwachen
Übung 2: Zehenroller
Übung 3: Fußdirigent
Übung 4: Achtsames Abrollen
Übung 5: Tipping Toes – ungeduldige Zehen
Übung 6: Wadenstretch
Übung 7: Fußwippe
Übung 8: Hinkelkasten – Ninja
Übung 9: Seiltanz im Dunkeln
Übung 10: Captured crab – gefangene Krabbe
Spezielle Starkmacher
Auf dem Weg zu gesunden Füßen
Rücksichtnahme auf geschwächte Freunde
Planen Sie gezielt Ihr Training
Aufmerksamkeit sichert den Erfolg
Übung 1: Entspannte Fußsohle
Übung 2: Zehenstand am Treppenrand
Übung 3: Kontaktpflege
Übung 4: Küssende Onkel
Übung 5: Feinschliff
Übung 6: Gespannter Bogen
Übung 7: Zehenglück
Übung 8: Aufwärts in Balance
Übung 9: Türsteher
Übung 10: Twister
Übung 11: Fußverschrauber
Service
Adressen
Literatur
Danksagung
Autorenvorstellung
Sachverzeichnis
Impressum
Den ganzen Tag bewegen sie uns – unsere Füße. Und doch wissen wir wenig über sie. Lernen Sie Ihr zuverlässigstes Fortbewegungsmittel kennen und schätzen.
Feingliedrig und dennoch extrem stabil, ist unser Fuß, fähig, Belastungen bis zu 1000 Kilogramm abzufedern – ein wahres Meisterwerk der Natur. Um besser zu verstehen, wie unsere Füße funktionieren oder eben nicht, führt kein Weg an der Anatomie vorbei.
Hand aufs Herz – haben Sie je darüber nachgedacht, welche Höchstleistungen Ihre Füße jeden Tag vollbringen? Im Leben eines Menschen bewältigt der Fuß durchschnittlich etwa 200 Millionen Schritte. Damit haben Sie zweimal den Erdball umrundet. Die Füße halten dabei ein Vielfaches unseres Körpergewichts aus. Erinnern Sie sich nur an Ihren Sportunterricht in der Schule. Wenn Sie beim Weitsprung landen, kommt Ihre Ferse mit bis zu 1000 Kilo Belastung auf dem Boden auf. Das ist wahre Schwerstarbeit für einen Körperteil, der selbst nur durchschnittlich 1,5 Prozent unseres Gesamtkörpergewichts ausmacht. Nehmen wir an, Sie wiegen 80 Kilogramm, dann hat Ihr Fuß ein Gewicht von 1,2 Kilogramm. Diese 1,2 Kilogramm fangen beim Weitsprung rund 1000 Kilogramm auf. Das wäre in etwa so, als müssten Sie einen Ball auffangen, der aus großer Höhe mit einem Gewicht von über 66 Tonnen auf Sie fällt.
Umso faszinierender ist diese Leistung, wenn Sie sich vor Augen führen, dass der Fuß ursprünglich gar nicht für diese Funktion gemacht war. Im Laufe der Evolution haben wir uns von Vierbeinern zu Zweibeinern entwickelt. Schaut man sich die Fußanatomie unserer frühen Vorfahren an, so stellt man fest, dass der Fuß im Grunde ein Greiforgan war. Die Großzehe war quasi ein weiterer Daumen und die Zehen entsprachen den Fingern. Dies können wir sehr gut an unseren nahen Artverwandten, den Schimpansen, erkennen: Der Fuß war eine Konstruktion, mit deren Hilfe sich die Menschenaffen wunderbar in den Baumästen festhalten konnten. Vermutlich aufgrund ökologischer Gegebenheiten entwickelte sich der Vierbeiner zum Zweibeiner. Der aufrechte Gang zeichnet uns Menschen aus und unterscheidet uns von anderen Lebewesen, ist aber bei genauer Betrachtung anatomisch unsinnig. Der vierbeinige Gang ist deutlich stabiler als die labile Zweibeinigkeit, bei der unser Oberkörper balanciert werden muss. Dies konnte nur erreicht werden, indem der Fuß sich anpasste. Er hat dafür die Greiffunktion eingebüßt und eine Form angenommen, die stärker belastbar ist und vor allem Stabilität gewährleistet. Für uns Menschen war die Aufrichtung von großem Vorteil: Sie ermöglichte uns eine größere Perspektive und wir konnten große Strecken zurücklegen.
Vergleich der Fußanatomie von Schimpanse und Mensch
Entwicklung des Menschen und des aufrechten Gangs
Und doch sind die Füße nicht nur robust, sondern auch äußerst filigran und sensibel. In unseren Füßen befinden sich mehr Sinneszellen als in unserem Gesicht. Unsere Füße sorgen mit ihren zigtausenden Nerven und Sensoren dafür, dass wir den Boden wahrnehmen und das Gleichgewicht halten. Die Nervenendigungen im Fuß nehmen jede Unebenheit und die Beschaffenheit des Bodens wahr und leiten diese Informationen über Nervenbahnen zum Großhirn. Das Großhirn verarbeitet diese Informationen und sendet sie zurück an den Fuß. Hier werden diese Informationen von der Fußmuskulatur umgesetzt in Form von aktiver Bewegung. Durch die Muskelarbeit werden Gelenke bewegt und Bänder angespannt. Diese Reaktionen des Körpers laufen blitzschnell und unbewusst ab. Das ausgeklügelte Zusammenspiel der Knochen, Gelenke, Bänder und Muskeln am Fuß und Sprunggelenk ermöglicht uns, das Gleichgewicht zu halten – nicht nur wenn wir stolpern, sondern z. B. auch, wenn wir über unebenen Untergrund wie Kopfsteinpflaster oder Rasen gehen. Der Fuß gleicht die Unebenheit automatisch aus, ohne dass wir dies bewusst steuern oder darüber nachdenken müssen. Dieses Phänomen nennt man Propriozeption. Wahrnehmung der Stellung und Bewegung des Körpers im Raum. Propriozeptive Reflexe sind trainierbar ( ▶ Kapitel Propriozeptives Training).
Es besteht somit eine komplexe Wechselwirkung zwischen den Füßen und unserem gesamten Körper. Der Fuß bildet unsere Basis und beeinflusst unsere Körperhaltung. Veränderungen am Fuß in Form von Verletzungen, Erkrankungen oder Schwäche können sich folglich auf die gesamte Statik unseres Körpers auswirken und beeinflussen die Ausrichtung unserer Körperachsen. Funktioniert das komplexe Zusammenwirken unserer Fußanatomie nicht mehr einwandfrei, gilt es, jeden einzelnen Baustein am Fuß – Knochen, Gelenke, Muskeln, Bänder – sorgfältig zu betrachten.
Sicherlich ist Ihnen schon mal im Schwimmbad oder in der Sauna aufgefallen, dass es viele Unterschiede bei der Form der Füße gibt. Bei manchen Menschen ist die Großzehe länger als die übrigen Zehen. Bei einem anderen ist die Großzehe kürzer als die zweite Zehe. Beim Nächsten sind alle Zehen gleich lang. Und trotz dieser großen Verschiedenartigkeit scheinen alle Varianten zu funktionieren. Wie kann das sein? Lassen Sie uns einen ersten Blick auf Ihre Füße werfen. Also, raus aus den Socken!
Die menschliche Anatomie ist sehr variabel. Das spiegelt sich auch an den Füßen wider. Und trotz des sehr unterschiedlichen Aussehens erfüllen die Füße ihre Aufgabe perfekt. Grundsätzlich lässt sich der Fuß in fünf Typen unterteilen. Die Einteilung erfolgt anhand der Länge der Zehen sowie anhand der Länge der Großzehe im Vergleich zu den Kleinzehen (zweite bis fünfte Zehe).
In Europa trifft man am häufigsten auf den sogenannten ägyptischen Fuß. Bei dieser Form ist die Großzehe am längsten und die anderen Zehen werden von innen nach außen zur fünften Zehe absteigend immer kürzer. Über 50 Prozent aller Europäer haben einen ägyptischen Fußtyp. Die zweithäufigste Form ist der griechische Fuß, bei dem die zweite Zehe länger als die erste ist. Man findet diese Form bei 30 Prozent der Menschen in Europa. Bei etwa jedem zehnten Europäer sind die ersten drei Zehen nahezu gleich lang. Dies wird als römischer Fußtyp bezeichnet. Sehr selten hingegen ist der germanische Fuß mit einer langen Großzehe und vier gleich langen Kleinzehen. Die keltische Fußform ist vorwiegend im Norden Europas anzutreffen. Hier ist die zweite Zehe am längsten, die Großzehe und die dritte Zehe sind gleich lang und die vierte und fünfte Zehe sind ebenfalls gleich lang, aber insgesamt kürzer als die anderen Zehen.
Die Vielfalt der Grundformen zeigt, dass es nicht »den einen richtigen« Fußtypus gibt. So wie bei Menschen Nasen und Ohren unterschiedlich aussehen, gibt es eben auch Unterschiede im Aussehen der Füße. Darüber hinaus kann sich ein Fuß natürlich im Laufe des Lebens verändern. Selbst im Erwachsenenalter passt sich der Fuß den Belastungen an. Er kann je nach Trainingszustand breiter oder schmächtiger sein. Wichtig ist zu erkennen, wenn Veränderungen durch Fehlbelastungen oder Überlastungen auftreten. Dann lässt sich häufig eine Fehlstellung der Fußachsen erkennen, z. B. an einer schiefstehenden Großzehe oder an zunehmend gekrümmten Zehen. Ändern die Zehen oder der gesamte Fuß ihre Form, kann dies auch durch äußere Einflüsse wie das Schuhwerk verursacht sein.
Übersicht über die typischen Fußformen des Menschen
Die häufigsten Fragen in der Sprechstunde sind: »Welches ist der richtige Schuh?«, und: »Verursachen falsche Schuhe Fußprobleme und Zehenfehlstellungen?« Natürlich erwarten Sie am liebsten ein »einfaches Kochrezept«, an dem Sie sich orientieren können. Aber so einfach ist die Antwort leider nicht! So wie es nicht »die richtige« Fußform gibt, gibt es auch nicht »den richtigen« Schuh. Dennoch gibt es einige Kriterien, die Sie beachten sollten.
Zunächst einmal gilt, dass ein Schuh sinnvollerweise ausreichend Platz für den Fuß und insbesondere die Zehen bieten sollte. Zwängen Sie Ihren Fuß dauerhaft in einen zu engen oder zu kleinen Schuh, ist dies nicht nur schmerzhaft, sondern führt dies auch zu unangenehmen Druckstellen und Hühneraugen an den Zehen. »Wer alle Sorgen dieser Welt vergessen will, braucht nur Schuhe zu tragen, die eine Nummer zu klein sind«, sagte Mark Twain und beschrieb damit sehr zutreffend, wie quälend falsche Schuhe sein können. Das wichtigste Gebot, das Sie beim Schuhkauf beherzigen sollten, ist: Der Schuh sollte zum Fuß passen, nicht umgekehrt! Ein neuer Schuh sollte in der Breite, Höhe und Länge gut und bequem sitzen. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass sich das Material noch dehnt und weitet. Vor allem die Zehen brauchen ausreichend Platz. Bedenken Sie, dass die Zehen während der Abrollbewegung etwa 0,5 bis 0,7 cm Platz benötigen. Runde Schuhformen bieten den Zehen mehr Bewegungsfreiheit als spitz zulaufende Modelle. Die Ferse hingegen sollte nicht zu locker sitzen. Der Fersenhalt ist ein wichtiges Kriterium für einen gutsitzenden Schuh. Achten Sie auch darauf, dass Nähte, Kanten und Wulste nicht drücken.
Die Füße verändern sich im Laufe des Tages. Waren Sie lange auf den Beinen, sind sie meist etwas angeschwollen. Dies gilt insbesondere an heißen Sommertagen. Am besten kauft man Schuhe daher am Abend oder läuft vorher ein Stück, damit die Füße vor der Anprobe »auf Betriebstemperatur gebracht« wurden, d. h. gut durchblutet und etwas angeschwollen sind.
Die meisten Menschen haben selten Füße, die gleich lang und gleich weit sind. Deshalb sollten Sie Schuhe beim Kauf immer als Paar und nicht nur einen einzelnen Schuh anprobieren. Um die Passform richtig einzuschätzen, probieren Sie die Schuhe bitte immer im Stehen und Gehen, niemals im Sitzen!
Die Materialien
