Gamechanger Abnehmspritze - Gerald Jahl - E-Book

Gamechanger Abnehmspritze E-Book

Gerald Jahl

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Beschreibung

Die Abnehmspritze ist der medizinische Durchbruch im Kampf gegen Übergewicht. Doch wie wirkt sie wirklich? Für wen ist sie geeignet und wie bleibt der Erfolg nachhaltig? Der Experte DDr. Gerald Jahl zeigt verständlich und lebensnah, wie die Spritzentherapie wirkt, welche Rolle Hormone, Gene und Nährsto e spielen und warum bewusste Entscheidungen im Alltag den Unterschied machen. Mit klaren Orientierungshilfen und praktischen Checklisten begleitet dieses Buch auf dem Weg zu langfristiger Veränderung. Ein Buch, das Orientierung gibt und zeigt: Nachhaltiges Abnehmen ist möglich. Mit persönlichem Erfahrungsbericht: Offen, witzig, schonungslos ehrlich! Erfolgsautor Herbert Hirschler berichtet von seinem ganz persönlichen Weg mit der Abnehmspritze und wie er 30 Kilo abgenommen hat. Dieses Buch verbindet medizinisches Wissen mit praktischer Erfahrung. Es ist ein wertvoller Beitrag zu einer ganz neuen Sichtweise auf die Gewichtsmedizin – einer, die modern, verantwortungsvoll und patientenzentriert ist. DDr. Jahl verbindet in seinem Ansatz moderne pharmakologische Therapie mit fundierter medizinischer Erfahrung und empathischer Begleitung. Damit steht das Wohl und die Sicherheit der Patientinnen und Patienten stets im Mittelpunkt. Univ.-Prof. Prim. Dr. Harald Kritz - Facharzt für Innere Medizin und Zusatzfacharzt für Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen. ehemaliger Leiter der Kuranstalt Baden Für mich ist dieses Buch nicht nur ein fachlicher Leitfaden, sondern auch ein wertvoller Beitrag für alle, die Gewichtsmanagement auf verantwortungsvolle, wissenschaftlich fundierte und gleichzeitig menschliche Weise umsetzen wollen. Es zeigt, wie Wissen über Hormone, Stoffwechsel und Ernährung praxisnah verbunden werden kann, und eröffnet neue Perspektiven für die Behandlung von Übergewicht, die Patient:innen wirklich unterstützt und motiviert. Dr. Katharina M. Burkhardt- Vorsitzende des Hormonnetzwerks Österreichs

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Seitenzahl: 265

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Über das Buch

Die Abnehmspritze ist der medizinische Durchbruch im Kampf gegen Übergewicht. Doch wie wirkt sie wirklich? Für wen ist sie geeignet und wie bleibt der Erfolg nachhaltig?

Der Experte DDr. Gerald Jahl zeigt verständlich und lebensnah, wie die Spritzentherapie wirkt, welche Rolle Hormone, Gene und Nährsto e spielen und warum bewusste Entscheidungen im Alltag den Unterschied machen. Mit klaren Orientierungshilfen und praktischen Checklisten begleitet dieses Buch auf dem Weg zu langfristiger Veränderung. Ein Buch, das Orientierung gibt und zeigt: Nachhaltiges Abnehmen ist möglich.

Inhalt

Vorwort

Vorwort von Univ.-Prof. Prim. Dr. Harald Kritz

Vorwort von Dr. Katharina M. Burkhardt

Einleitung

Teil 1 – Wo das Übergewicht herkommt und wie man es wieder los wird

Warum Abnehmen so schwierig ist

Volkskrankheit Übergewicht

Das Abnehmen und der Stoffwechsel an sich

Teil 2 – Abnehmspritzen und die moderne Gewichtsmedizin

Die neue Medizin: individualisiert, funktionell und lebendig

Abnehmreise | Tanzkurs

Gewichtsmedizin 2.0

Die Abnehmspritze – wie alles begann

Abnehmreise | Die Spritze

Wie wirkt die Abnehmspritze?

Abnehmreise | Auf der Suche

Abnehmreise | Es wird ernst

Kurz und bündig: die häufigsten Fragen zu Abnehmspritzen

Abnehmreise | Die ersten Spritze

Teil 3 – Die medizinische Basis

Die wichtige Basisdiagnostik am Beginn

Abnehmreise | Monat Nummer Eins: Schlank, aber bankrott

Hormone – die heimlichen Regisseure des Abnehmens

Abnehmreise | Monat Nummer Eins: Wenn die Schokolade meinen Namen ruft

Mikronährstoffe – die stillen Helfer im Hintergrund

Abnehmreise | Monat Nummer Eins: Zwei Wochen vorbei – kein Problem. Bis auf die Spaghetti …

Ärztliche Begleitung: Sicherheit, Motivation und Erfolg

Abnehmreise | Resümee Monat Eins

Abnehmreise | Monat Nummer Zwei: Speckfalten sind spitze

Teil 4 – Ihre persönliche Abnehmreise

Wie kann man sich mental vorbereiten?

Abnehmreise | Monat Nummer Zwei: Hilfe, mein Bier schmeckt furchtbar

Die ersten Schritte

Abnehmreise | Monat Nummer Zwei: Mädlsabend

Die ersten Wochen: Was Patienten erwartet

Abnehmreise | Resümee Monat Zwei

Ernährung während des Abnehmens

Abnehmreise | Monat Nummer Drei: Nachschub

Abnehmreise | Monat Nummer Drei: Mein Krimi hebt ab …

Abnehmreise | Monat Nummer Drei: Hochleistungssport

Abnehmreise | Monat Nummer Drei: So viel los …

Abnehmreise | Monat Nummer Drei: Kreuzfahrt in den Norden

Abnehmreise | Monat Nummer Drei: Super! Aber …

Abnehmreise | Resümee Monat Drei

Abnehmreise | Monat Nummer Vier: Mehr Stoff

Abnehmreise | Monat Nummer Vier: Auszeit mit der Family

Abnehmreise | Monat Nummer Vier: Weg mit dem Rüssel!

Abnehmreise | Monat Nummer Vier: Sommer, Grillen, Hochzeitsfeier …

Das Vier-Monate-Phänomen

Abnehmreise | Resümee Monat Vier

Die weitere Behandlung

Abnehmreise | Monat Nummer Fünf: Gewichts-Audienz beim Doppeldoktor

Abnehmreise | Monat Nummer Fünf: Hilfe, ich brenne …

Bewegung als Schlüssel zum Erfolg

Abnehmreise | Monat Nummer Fünf: Börthday-Party

Abnehmreise | Resümee Monat Fünf

Stress und Schlaf – die unterschätzten Hindernisse beim Abnehmen

Abnehmreise | Monat Nummer Sechs: Jungbrunnen

Abnehmreise | Monat Nummer Sechs: Auffi muass i …

Abnehmreise | Monat Nummer Sechs: Apothekengespräche

Das Ende der Behandlung

Abnehmreise | Resümee Monat Sechs

Abnehmreise | Monat Nummer Sieben: Einmal geht’s noch …

Abnehmreise | Monat Nummer Sieben: Na endlich …

Das Leben danach

Abnehmreise | Resümee Monat Sieben

Abnehmreise | Ausschleichen

Abnehmreise | Resümee: Die fetten Jahre sind vorbei

Teil 5 – Und jetzt?

Die Zukunft der Gewichtsmedizin

Empowerment Coaching

als Teil des nachhaltigen Erfolgs

Wie schafft man die anhaltende Stabilität des Gewichts?

Zehn Koch-Tipps für den Alltag

25

Hacks

zum Essen oder: Wie tricksen wir den Stoffwechsel aus

Abschließende Worte

Checklisten

Eignung für die Abnehmspritze

20 wichtige Fragen bei der Erstberatung

Zusammenfassung des ärztlichen Erstgesprächs

Vorwort

Vorwort von Univ.-Prof. Prim. Dr. Harald Kritz

Facharzt für Innere Medizin und Zusatzfacharzt für Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen | Ehemaliger Leiter der Kuranstalt Baden

Das Thema Gewichtsreduktion hat in den letzten Jahren eine neue Dimension erreicht. Mit der Einführung der GLP-1-Analoga stehen uns erstmals Wirkstoffe zur Verfügung, die tief in die Regulationsmechanismen von Appetit, Sättigung und Stoffwechsel eingreifen – ein echter Gamechanger in der Adipositastherapie. Denn das bisherige Denken, dass eine dicke Person das Gleiche ist wie eine dünne Person, die einfach nur zu viel gegessen hat, stimmt einfach nicht. Übergewicht ist eine chronische Stoffwechselerkrankung und keine Frage der Moral.

Entscheidend bleibt jedoch, dass diese medikamentöse Unterstützung eingebettet ist in ein umfassendes, individuelles Betreuungskonzept, das den Rahmen der neuen funktionellen Gewichtsmedizin bildet. Nachhaltiger Erfolg entsteht nicht allein durch ein Präparat, nicht nur durch die Abnehmspritze, sondern durch das Zusammenspiel von Bewegung, Ernährung, psychischer Stabilität und hormoneller Balance. Auch die gezielte Behandlung hormoneller Defizite kann dabei wesentlich zur Verbesserung von Stoffwechsel, Lebensqualität und Motivation beitragen. Besonders hervorzuheben ist im SAFE-Programm (SemaglutideAssisted Fat and Weight Elimination) von DDr. Gerald Jahl die sorgfältige Erfassung möglicher Risikofaktoren vor Beginn der Therapie. Die umfassende Diagnostik – von Stoffwechsel-, Körperzusammensetzungs- und Hormonanalysen über Stress- und Schlafparameter bis hin zu individueller Lebensstilberatung – schafft die Grundlage für eine sichere, wirksame und verantwortungsvolle Behandlung, die über die reine Injektion einer Spritze deutlich hinausgeht.

DDr. Jahl verbindet in seinem Ansatz moderne pharmakologische Therapie mit fundierter medizinischer Erfahrung und empathischer Begleitung. Damit stehen das Wohl und die Sicherheit der Patientinnen und Patienten stets im Mittelpunkt. Dieses Buch verbindet medizinisches Wissen mit praktischer Erfahrung. Es ist ein wertvoller Beitrag zu einer ganz neuen Sichtweise auf die Gewichtsmedizin – einer, die modern, verantwortungsvoll und patientenzentriert ist.

Vorwort von Dr. Katharina M. Burkhardt

Vorsitzende des Hormonnetzwerks Österreichs

Als Hormonwissenschaftlerin faszinieren mich die Komplexität und das filigrane Zusammenspiel unseres endokrinen Systems seit vielen Jahren. In meiner täglichen Arbeit erlebe ich immer wieder, wie eng Hormone, Stoffwechsel, Ernährung, Stress und Schlaf miteinander verwoben sind – und wie entscheidend dieses Zusammenspiel für unsere Gesundheit, unser Wohlbefinden und insbesondere für den Erfolg bei Gewichtsreduktion ist. Umso erfreulicher ist es, dass Gerald Jahl mit seinem Buch einen völlig neuen Ansatz vorstellt, der diesen integrativen Blick konsequent in die Praxis umsetzt.

Das SAFE-Programm geht weit über eine reine „Abnehmspritze“ hinaus. Es betrachtet den Menschen als Ganzes: von der hormonellen und metabolischen Ausgangslage über detaillierte Diagnostik, Schlaf- und Stressanalyse bis hin zu individuell zugeschnittenen Ernährungs- und Bewegungsstrategien.

Besonders beeindruckend finde ich, wie die Therapie hormonelle Zusammenhänge ernst nimmt und bei Bedarf behutsam unterstützt, ohne den Menschen auf ein einzelnes Medikament zu reduzieren. Schilddrüse, Nebenniere, Sexualhormone und andere Parameter werden sorgfältig betrachtet, Defizite ausgeglichen und die psychologische Begleitung integriert. So entsteht ein holistisches Konzept, das Sicherheit, Effektivität und Nachhaltigkeit vereint – Aspekte, die in der heutigen modernen Gewichtsmedizin oft zu kurz kommen.

Für mich ist dieses Buch nicht nur ein fachlicher Leitfaden, sondern auch ein wertvoller Beitrag für alle, die Gewichtsmanagement auf verantwortungsvolle, wissenschaftlich fundierte und gleichzeitig menschliche Weise umsetzen wollen. Es zeigt, wie Wissen über Hormone, Stoffwechsel und Ernährung praxisnah verbunden werden kann, und eröffnet neue Perspektiven für die Behandlung von Übergewicht, die Patient:innen wirklich unterstützt und motiviert.

Ich freue mich sehr, dass dieser Ansatz nun auch einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wird, und bin überzeugt, dass das Buch vielen Menschen – Ärzt:innen wie Patient:innen – wertvolle Impulse geben wird. Denn Übergewicht ist oft ein Zeichen für fehlende hormonelle Balance, nicht für fehlenden Willen.

Einleitung

„Übergewicht ist kein Zeichen von fehlender Disziplin, sondern ein gestörter Stoffwechsel in einer Umgebung voller Kalorien.“ Jason Fung | Arzt, Diabetesspezialist und Autor

Die moderne Gewichtsmedizin steht an der Schwelle zu einer neuen Ära: Präzise Therapien wie die Abnehmspritze verbinden Wissenschaft, Stoffwechselwissen und personalisierte Strategien. Übergewicht ist ja nicht nur ein Schönheitsproblem oder eine Frage der Eitelkeit, sondern ein klar definierbarer Risikofaktor für zahlreiche Erkrankungen und damit aber auch behandelbar wie jede andere chronische Krankheit. Der größte Fortschritt besteht aktuell darin, dass wir Übergewicht nun nicht mehr länger als Auswirkung bloßer Willensschwäche betrachten müssen, sondern als eine mit einem umfassenden Konzept behandelbare Stoffwechselstörung. Dieses Buch zeigt, wie neue Therapien und begleitende Maßnahmen gezielt, sicher und nachhaltig wirken können. Gerade die begleitenden Maßnahmen, über die sehr wenig gesprochen wird, können den Unterschied ausmachen, ob die Behandlung keine, mäßige oder eben herausragende Ergebnisse liefern wird.

Deswegen wurde dieses Buch geschrieben: einfach, um Ihnen aus erster Hand tatsächlich objektive und auch ungefilterte Information zu geben, und auch, um Ihnen meine Erfahrung zur Verfügung zu stellen und so die bestmögliche Abnehmreise zu gewährleisten. Und diese Reise soll Sie ein wenig über den Tellerrand der normalen Behandlung mit der Abnehmspritze hinausblicken lassen. Dazu wird erklärt, was die Spritze kann und was sie eben auch nicht kann, für wen sie geeignet ist und für wen nicht, und was man alles zusätzlich arrangieren und beachten muss, um ihr volles Potenzial zur echten Optimierung abzurufen. Diese Informationen und dieses Wissen sind wichtig für Menschen, die übergewichtig sind, deren Gesundheit dadurch bereits beeinträchtigt ist und die auch unbedingt etwas dagegen tun wollen. Genau diese Menschen sollen durch Lesen dieses Buches in die Lage versetzt werden, sich umfangreich und objektiv informieren zu können, um sich selbst ein Bild davon zu machen, ob eine Behandlung mit der Abnehmspritze für sie geeignet ist oder auch nicht.

Ich muss vorausschicken, und das sollen Sie unbedingt gleich am Anfang des Buches erfahren, dass die Abnehmspritze auf zwei Arten verwendet werden kann – allein oder mit medizinischer Betreuung. Wer sie allein anwenden will, muss sich dafür ein Rezept besorgen und dann irgendwie damit starten. Dazu gibt es viele Informationen im Internet, allerdings ist diese ungefilterte Information nicht zwingend vernünftig oder sinnvoll, manchmal sogar gefährlich. Außerdem zeigt die Anwendung ohne professionelle Begleitung, wie sie in den Anfängen der Entwicklung der Spritze oft üblich war, nur mäßigen Erfolg. Aus diesen Gründen ist ein solcher „Alleingang“ auf keinen Fall empfehlenswert und eigentlich sogar als gefährlich zu bezeichnen und deshalb ist davon absolut abzuraten.

Denn in den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass es deutlich gesünder, vernünftiger und zielführender ist, wenn Ihr Abnehmen kompetent und vertrauensvoll betreut und begleitet wird, weil nur dann das volle Potenzial des Medikaments für Sie und Ihren Erfolg genutzt werden kann. Die Spritze stellt nur ein kleines Rädchen im Getriebe des Abnehmens dar, allerdings ein sehr mächtiges! Weil nur im Rahmen einer Betreuung gewährleistet ist, dass die Rahmenbedingungen passen beziehungsweise passend gemacht werden und dass sich Ihre Einstellung zum Essen und Ihr Verhalten nachhaltig zum Positiven verändern.

Dieses Buch soll erklären, wie das geht – wie also die optimale Therapie mit der Abnehmspritze heutzutage gestaltet werden kann und sollte. Es gibt nämlich zahlreiche Rahmenbedingen, die man beachten und gegebenenfalls schaffen muss, um alle Möglichkeiten dieser medikamentösen Therapie ausschöpfen zu können. Denn es geht dabei nicht nur um das Abnehmen, sondern vor allem um eine Wiedererlangung von Gesundheit, und das muss das primäre Ziel der Behandlung sein.

Veränderung beginnt im Kopf und nicht auf der Waage

„Essen ist oft eine Antwort auf Stress, nicht auf Hunger.“ Gabor Maté, Mediziner und Autor

Sie haben die Kraft, Ihr Leben zu gestalten – jeden Tag, jeden Moment! Wichtig: Die Abnehmspritze sorgt gar nicht dafür, dass Sie abnehmen und schlanker werden, sondern dafür, dass Sie auf die angenehmste Art und Weise Ihr Verhalten ändern können. Durch diese nachhaltige Verhaltensänderung bezüglich Essen und Nahrungsaufnahme im Tagesablauf werden Sie dann abnehmen, und zwar ohne das Gefühl des Verzichtens. Das ist der springende Punkt beim erfolgreichen Abnehmen mit der Spritze. Daher ist auch der Begriff „Abnehmspritze“ problematisch und eigentlich absolut irreführend: Man nimmt nicht direkt durch die Spritze ab, sondern aufgrund des durch sie geänderten Verhaltens. Bessere Namen wären deshalb eigentlich Regulationsspritze, Balancespritze, Stoffwechselspritze, Appetitkontrollspritze oder eben auch Gesundheitsspritze, denn sie optimiert die Stoffwechselgesundheit.

Grundsätzlich empfehle ich unbedingt ein paralleles und unterstützendes psychotherapeutisches Coaching. Das muss man probieren und testen, und erst dann kann man feststellen, ob diese Art der Unterstützung einem hilft, ob man das mag und schätzt – oder auch nicht. Das Feedback dazu von vielen Patienten ist allerdings extrem positiv.

Denn Abnehmen ist nicht nur eine körperliche Reise – es ist auch eine mentale. Frustration, Rückschläge und emotionale Essmuster gehören zu den größten Hürden. Die Spritze kann hier unterstützen, indem sie das Verlangen nach Essen reduziert und so die Möglichkeit schafft, neue, gesunde Verhaltensweisen zu erlernen und dauerhaft zu etablieren. In Kombination mit einem fundierten Ernährungs- und Bewegungsprogramm sowie mentalen Strategien zur Verhaltensänderung wird der Weg zur nachhaltigen Gewichtsreduktion geebnet.

Wie ich zur Spritze gekommen bin

Ich begann vor einigen Jahren, mich als Arzt mit der Abnehmspritze zu beschäftigen. Mein Interesse und meine Beschäftigung mit Patienten in der klassischen Medizin galten zu diesem Zeitpunkt bereits seit Jahren der funktionellen Medizin, der bio-identen Hormontherapie und davor auch noch der Akupunktur mit unzähligen Aus- und Fortbildungen.

Es war Anfang 2022, als fast gleichzeitig zwei Patientinnen wegen einer hormonellen Erstberatung zu mir kamen. Ja, hormonell stimmte einiges nicht, doch was die Patientinnen am meisten belastete, war ihr Übergewicht, das besonders seit Covid stark zugenommen hatte. Und im Laufe der Beratung konzentrierten wir uns immer mehr auf das Übergewicht, weil auch der hormonelle Status zeigte, dass der Stoffwechsel nicht mehr richtig funktionierte. Und da kam mir als einzig vernünftige Lösung die Abnehmspritze Ozempic mit dem Inhaltstoff Semaglutid in den Sinn, von der die beiden Damen dann auch sofort begeistert waren.

Von dieser sagenhaften Spritze mit der Wunderwirkung sprach man damals aber nur hinter vorgehaltener Hand, weil man vom Abnehmerfolg damit zwar gehört und gelesen hatte, aber es gab so gut wie keine weiteren offiziellen Informationen geschweige denn Richtlinien dazu, weil es als Diabetesmedikament und überhaupt nicht zum Abnehmen freigegeben war. Viele Prominente hatten die Spritze jedoch bereits erfolgreich in Verwendung, und die Fotos in den Illustrierten und auf Instagram zeigten unglaubliche Gewichtsabnahmen. Also entschied ich mich dafür, die Behandlung anzugehen, als Off-Label-Use. Und so gelang tatsächlich ein perfekter Einstieg in das ganze Thema. Die Kilos purzelten bei beiden Damen, und bald waren erste sichtbare Erfolge zu bemerken. Ich lernte sehr rasch sehr viel über Nebenwirkungen und die notwendige und wichtige psychologische Führung der Patientinnen und stellte außerdem fest, dass eine ärztliche Kontrolle in gewissen Abständen unbedingt stattfinden musste. Da die Dosierung damals noch in den Kinderschuhen steckte, konnte ich dank der beiden dankbaren und kooperativen Damen eigentlich alles zu diesem Thema relativ rasch lernen, ausprobieren und mir Wissen aneignen. Dazu diente mir vor allem medizinische Literatur aus den USA, weil das ganze Thema in Europa einfach noch nicht wirklich präsent war. In meiner Umgebung war ich weit und breit der einzige Arzt, der damit behandelte, und in der Ärzteschaft beschäftigte man sich zum damaligen Zeitpunkt noch nicht damit. Die ärztlichen Meinungen dazu reichten damals von Gleichgültigkeit über Ignoranz bis zu Unverständnis.

So wurden es bei mir langsam, aber laufend immer mehr Patienten und Patientinnen, die unbedingt diese Art der Hilfe in Anspruch nehmen wollten. Ein Konzept nahm Form an, auch weil ich die hormonelle Betrachtung, die Mikronährstoffe und die Nahrungszusammensetzung zusätzlich einfließen ließ. Mit der Zeit wurde ich selbst neugierig, wie diese Spritze so auf den Körper wirkt, was sie im Gehirn auslöst und wie sich das anfühlt. Ich war zwar nicht wirklich dick, hielt es aber auch für keinen Fehler, ein paar wenige Kilos zu verlieren. Und dann begann ich selbst damit und war erstaunt über die Wirkung: Ich schlief besser, fühlte mich sehr wohl, war gelassener und hatte keinen Hunger mehr, und zwar auf eine angenehme, stressfreie Art. Ich vermisste nichts und ich musste auf nichts verzichten, einfach, weil die appetithemmende Wirkung so stark war. Die beiden Damen nahmen währenddessen über ein Jahr bei und mit mir ab, deren Erfolge waren sensationell. Und mit mir selbst konnte ich ja gut experimentieren. Ich machte nach einer gewissen Zeit der Vorsicht alles, was man tunlichst vermeiden sollte, und beobachtete die Auswirkungen. Ich aß absichtlich zu fett, zu viel, zu häufig, das Falsche – alles im Dienst der Wissenschaft. Ich trank zusätzlich probeweise hochprozentigen Alkohol, Bier oder Wein, und all diese Versuche machten mich wirklich schlauer. Ich lernte die Spritze in ihrer gesamten Wirkung einzuschätzen; ich lernte, wie man damit umgehen muss und was man nicht tun sollte.

Die Spritze gewinnt immer – so lautet das zusammengefasste Ergebnis meiner damaligen Tests. Ich stellte fest, dass Ozempic der bis dato fehlende Gamechanger und eine echte Waffe gegen Übergewicht ist, dass man aber, wie bei jeder Waffe, einige Dinge unbedingt beachten muss und andere besser sein lässt. Nur die Spritze einfach so zu geben oder nur ein Rezept dafür zu schreiben, erwies sich nicht als zielführend – und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Insulin war das nächste Thema, das ich in mein Konzept einbaute. Genauer gesagt die Insulinresistenz und die Wirkung von Insulin auf den Kohlehydrat- und Fettstoffwechsel.

Good to know | Insulinresistenz

Insulinresistenz bedeutet, dass Muskel-, Leber- und Fettzellen schlechter auf Insulin reagieren. Der Körper produziert dann mehr Insulin, um Glukose aus dem Blut in die Zellen zu bringen. Dadurch bleibt das Insulin irgendwann dauerhaft erhöht. Doch Insulin entscheidet, ob man dünn oder dick ist.

Im Zuckerstoffwechsel

Muskelzellen nehmen weniger Zucker auf. Mehr Glukose bleibt im Blut. Nach kohlehydratreichen Mahlzeiten steigt der Blutzucker stärker an, fällt aber oft schnell wieder ab. Dieser Abfall löst Heißhunger und Müdigkeit aus. Der Körper verlangt rasch nach neuer Energie.

Im Fettstoffwechsel

Insulin stoppt die Freisetzung von Fett aus den Fettzellen. Bei dauerhaft hohem Insulin bleibt die Fettverbrennung blockiert. Der Körper speichert Nahrungsfett leichter ein und kann eigene Fettreserven kaum nutzen. Das Ergebnis: Essen macht schneller satt, aber der Körper greift nicht auf gespeicherte Energie zurück. Das Gewicht zu halten wird schwierig, und Abnehmen geht sehr langsam, solange das Insulin hoch bleibt.

Ich führte als Basis des Abnehmens die Messung der Insulinresistenz ein und bemerkte, dass viele Patienten bereits einen Prädiabetes hatten, während die „klassischen“ Blutwerte fast normal waren. Bei einer normalen Blutabnahme oder Gesundenuntersuchung wäre den Patienten mit diesen immer noch in der Norm liegenden Werten, Nüchternblutzucker und HbA1C, wahrscheinlich mitgeteilt worden, dass mit dem Zucker eigentlich fast alles okay sei und sie sich keine Sorgen machen müssten. Ich erkannte aber, dass der Kohlehydratstoffwechsel schon früher zu leiden beginnt, das aber niemals gemessen wird. Die Insulinresistenz kann der Diagnose eines Diabetes nämlich um sieben bis elf Jahre zuvorkommen. Das wenige und seltene Messen dieses Wertes hat wahrscheinlich damit zu tun, dass es keine Kassenleistung darstellt.

Dann stellte ich bei zusätzlichen Blutabnahmen fest, dass sich die Insulinresistenz unter einer Diät mit Kohlehydratreduktion und bei absolut motivierten Patienten oft bereits nach vier Monaten deutlich zu bessern begann. Dazu kamen ein paar übergewichtige, aber neugierige Diabetiker, die natürlich schon länger Probleme mit dem Gewicht und mit dem Blutzucker hatten. Sie erhielten neben der bestehenden Tablettenmedikation nun Ozempic, und dazu eine Anleitung von mir bezüglich der neuen Essenszeiten, der Essenspausen und der etwas veränderten Nahrungszusammensetzung. Und wie erwartet, veränderten sich auch hier die Blutwerte zum Positiven und die Patienten waren darüber erleichtert, dass die Zuckerwerte sich deutlich verringerten und weiter besserten.

Jetzt war ich vollständig fasziniert von den gesundheitlichen Möglichkeiten der gesamten Behandlung. Die Patienten wurden mehr und mehr, das Feedback war mehr als positiv, und ich entwickelte meine Routinen für Kontrollen und die Abstände dazwischen, Dosierung und Anpassung, das Ausschleichen, Micro-Dosing, Blutkontrollen, begleitende Therapien, Hormonanpassungen, Ernährungsverhalten und vor allem Ernährungsempfehlungen. Ich begann dann auch, gute Freunde und gute Bekannte zu behandeln, mit dem Vorteil des ehrlichen und schonungslosen Feedbacks. Da konnte ich immer noch einiges dazulernen, und irgendwann schrieb ich das erste E-Book als Therapiebegleitung für meine Patienten, damit sie sich zu Hause einlesen konnten.

Und dann startete ich irgendwann voll durch. Gemeinsam mit Univ.-Prof. Prim. Dr. Harald Kritz, Facharzt für Innere Medizin und Endokrinologie, einem absoluten Stoffwechselspezialisten, entwickelte ich das SAFE-Programm. SAFE steht für SemaglutideAssisted Fat and Weight Elimination, also Semaglutid-assistierte Fett- und Gewichtsreduktion, weil Semaglutid der Wirkstoff in Ozempic ist. SAFE bedeutet übersetzt aber auch sicher, und das bezieht sich auf zwei zentrale Aspekte: medizinisch sicher und sicher im Sinn von garantiertem Abnehmen. Das Ganze stellt also die Gewichtsmedizin 2.0 dar.

Das Programm fasste alles an bisherigem praktischen Wissen von mir und meinem Team und wissenschaftliche Daten zusammen und konnte nun endlich standardisiert angeboten werden. Dr. Kritz’ Expertise erlaubte es uns, gewisse Kleinigkeiten bezüglich des Kohlehydratstoffwechsels noch zu verfeinern; wir definierten das Ziel von Low-Insulin als Basis der Behandlung; wir standardisierten die Basishormone zur Blutbestimmung am Anfang der Behandlung; und er bestätigte mir die Wichtigkeit der begleitenden Therapie als Empowerment-Coaching für manche Patienten mit emotionalem Essverhalten. Erweitert wurde das Programm auch um die Stoffwechseluntersuchungen, Stressbestimmung, Körperzusammensetzungsanalysen und den genauen Inhalt der notwendigen Blutuntersuchungen. Zusammen waren wir daraufhin im Dienste der Patienten tätig – und sind es bis heute, sehr erfolgreich und mittlerweile natürlich mit viel Erfahrung.

Und jetzt schreibe ich dieses Buch, um möglichst viele Personen zu erreichen, die diese Art der Therapie und Hilfe benötigen könnten. Denn Übergewicht ist jetzt dank der Abnehmspritze heilbar geworden. Aber ihr volles Potenzial entfaltet sie nur dann, wenn man sie als Hilfe, oder besser als Unterstützung, sieht, als mächtige Unterstützung. Dazu braucht es Hintergrundwissen – und das will dieses Buch vermitteln. Es geht um die Weiterentwicklung des bisherigen Abnehmens mit der Spritze, und der Ansatz muss modern und ganzheitlich sein. Die Abnehmspritze stellt die mächtige medizinische Unterstützung dar, aber immer kombiniert mit allen Hebeln, wie der am Anfang stehenden Diagnostik, dem insulinsenkenden Essverhalten, ärztlicher Begleitung und einem oft sinnvollen psychotherapeutischen Coaching.

Mögen das Programm und dieses Buch vielen Patienten helfen und hoffentlich auch Ärzte ermutigen, sich mehr mit dem ganzen Thema zu beschäftigen. Denn die Abnehmspritze hat die Medizin insgesamt bereits revolutioniert und wird sie weiter verändern. Sie ist gekommen, um mit Sicherheit zu bleiben – und das muss Ärzten und Patienten gleichermaßen klar sein. Und die Entwicklung der Gewichtsmedizin wird weitergehen, auch das ist sicher.

Teil1 – Wo das Übergewicht herkommt und wie man es wieder los wird

Warum Abnehmen so schwierig ist

Beim Abnehmen geht es um die Beeinflussung des Stoffwechsels, um den sogenannten Metabolismus. Durch weniger Aufnahme von Nahrungsmitteln entsteht ein Kaloriendefizit, welches zu einem Gewichtsverlust führt. Ein Zuviel an Nahrung führt im Gegensatz über kurz oder lang zu Übergewicht.

Good to know | Der Stoffwechsel

Der Stoffwechsel umfasst alle chemischen Prozesse, die im Körper Energie und Bausteine zu ihrer Gewinnung bereitstellen. Er reguliert also, wie effizient Nahrung in Energie umgewandelt wird. Ein schneller Stoffwechsel verbraucht in Ruhe mehr Energie. Ein verlangsamter Stoffwechsel führt leichter zu Gewichtszunahme. Hormone, Muskelmasse, Schlaf, Stress und natürlich die Zusammensetzung und Menge der Ernährung bestimmen die Gewichtsabnahme. Rezeptoren, also Andockstellen für die Inhaltstoffe der Abnehmspritze, sitzen direkt im Gehirn und verändern dort das Hungersignal und den Energieverbrauch. In der Leber senkt die Abnehmspritze die Zuckerproduktion und verbessert die metabolische Steuerung. In den Muskel- und Fettzellen steigt die Insulinsensitivität, also das verbesserte Ansprechen auf Insulin, was die Zuckeraufnahme verbessert und den Stoffwechsel damit entlastet.

Es gibt einige sehr österreichische Eigenheiten zum Thema Übergewicht: In Österreich wird Essen meist nicht als reine Nährstoffaufnahme gesehen, sondern auch immer als Ausdruck von Geselligkeit, Zugehörigkeit und Verankerung in der eigenen Tradition – wir leben eine „Genusskultur“. Großzügige Portionen gelten als Zeichen von Wertschätzung und Fürsorge, weshalb „gut essen“ oft mit „viel essen“ gleichgesetzt wird. Alkohol, vor allem Bier und Wein, ist in vielen Alltagssituationen selbstverständlich eingebunden und wird selten als Kalorien- oder Gesundheitsfaktor berücksichtigt. „G’scheit essen“ bedeutet in vielen Haushalten vor allem warm, deftig und reichhaltig essen, was historisch in körperlich anstrengender Arbeit begründet ist, aber bis heute weitergetragen wird, auch wenn sich unser Lebensstil stark verändert hat. Veränderungen im Essverhalten werden daher häufig nicht als sinnvolle und notwendige Anpassungen an moderne Lebensumstände verstanden, sondern als Verlust von Genuss, Familientradition oder Identität empfunden. Dass manche Menschen Diäten machen – oder machen müssen –, wird leider oft nicht verstanden und auch nicht positiv unterstützt.

„Nix übrig lassen“ ist hierzulande genauso wichtig wie der Faschingskrapfen, der Reindling zu Ostern und die Weihnachtskekse. „G’schmackig“ muss alles sein, und Mehlspeisen werden bei uns nicht als Dessert gegessen, sondern als ganz eigenes Ritual am Nachmittag mit Kaffee samt Schlagobers. Wir neigen auch dazu, gewisse Lebensmittel im Alltag namentlich zu verniedlichen, damit auch zu verharmlosen und auf jeden Fall deutlich kleiner zu machen, auf dass es nicht so ins Gewicht falle. Man denke an das Krügerl, das Seiterl, das Achterl, das Semmerl, das Kipferl, das Mohnweckerl, das Käsestangerl, das Kekserl, das Hendl, das Gansl, das Schnitzerl und das Stamperl. Und das Ergebnis ist dann oft das kleine Baucherl. Diese lieben Endungen bestätigen die in Österreich vorhandene Ess-, Trink-, Jausen-, Bäckerei-, Kaffeehaus- und Wirtshauskultur, die es in dieser speziellen Mischung ja auch wirklich nur in unserem Land genau so gibt. Und deshalb haben wir in Österreich einfach viele Menschen mit Übergewicht, das sich ab einem Gewissen Grad auch in punkto Gesundheit negativ bemerkbar macht.

„Dann essen Sie halt einfach weniger und machen ein bissl Sport“ wird übergewichtigen Personen immer noch meist geraten. Der Ratschlag, in dem eigentlich auch ein Vorwurf steckt, klingt simpel – und stimmt rein theoretisch ja auch. Denn wer mehr Energie verbraucht, als er aufnimmt, nimmt ab.

Doch in der Realität ist unser Körper einfach kein Taschenrechner, sondern ein über Jahrmillionen erschaffenes hochkomplexes biologisches und vor allem hormonelles System, das mit erstaunlicher Intelligenz auf etwaige Veränderungen reagiert. Wenn wir die Kalorienzufuhr drastisch reduzieren, schaltet der Körper vor lauter Angst in den Sparmodus. Der Grundumsatz – also die Energie, die wir in Ruhe verbrennen – sinkt dadurch. Wir fühlen uns müde, frieren leichter und haben weniger Antrieb. Gleichzeitig steigt das Hungergefühl, weil Hormone wie Ghrelin, das Hungerhormon, ausgeschüttet werden. Der Körper verteidigt sein Gewicht also aktiv, aus evolutionärer Sicht will er uns so vor der jetzt kommenden Hungersnot oder dem Hungertod schützen.

Auch Sport ist ein zweischneidiges Schwert: Bewegung verbrennt zwar Kalorien, aber der Körper kompensiert dies oft unbewusst. Nach dem Training steigt der Appetit, oder wir bewegen uns dann im Alltag automatisch weniger, weil wir einfach müde davon sind. Außerdem ist die tatsächliche Kalorienverbrennung oft geringer, als viele Fitness-Apps versprechen – man muss nämlich ganz schön viel Sport machen, um nennenswerte Kalorien zu verbrennen: Auch wenn man insgesamt über mehrere Tage insgesamt zehn Stunden joggen geht, wird man es nicht schaffen, ein Kilogramm Fett zu verbrennen. Und zehn Stunden joggen schaffen zwar viele sportlich aktive und gesundheitsbewusste Menschen, aber genau die sind ja üblicherweise nicht übergewichtig. Wirklich übergewichtige Patienten können in vielen Fällen gar nicht daran denken, Sport zu machen, ganz abgesehen vom richtigen Tun.

Hinzu kommt die individuelle Biologie:

Menschen unterscheiden sich in ihrer Insulinempfindlichkeit, im Mikrobiom und im Hormonhaushalt.

Manche lagern Energie besonders leicht als Fett ein, andere verbrennen sie schneller.

Genetik, Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen spielen eine große Rolle.

Darum ist Abnehmen mehr als nur „Kalorien rein, Kalorien raus“. Es erfordert ein feines Zusammenspiel aus Ernährung, Bewegung, Hormonbalance, Schlaf, Stressmanagement und manchmal auch medizinischer Unterstützung.

Moderne Ansätze wie die Abnehmspritze, funktionelle Medizin oder personalisierte Ernährungsstrategien setzen genau hier an – sie berücksichtigen die biologische Realität, die einfache Diäten ignorieren. Abnehmen bedeutet also nicht, dem Körper etwas wegzunehmen, sondern besser und intelligenter mit ihm zusammenzuarbeiten. Und es bewirkt einen massiven Gesundheitsgewinn. Da kann die Abnehmspritze das richtige Instrument sein.

Die größten Selbstlügen beim Abnehmen

1. „Ich esse eh fast nichts.“

Meist werden Snacks, Getränke und Kleinigkeiten nicht „mitgezählt“, summieren sich aber deutlich.

2. „Das Bissl macht keinen Unterschied.“

Jeder zusätzliche Bissen kann bei Regelmäßigkeit die Energiebilanz ins Kippen bringen.

3. „Nächste Woche starte ich dann aber richtig.“

Aufschieben ist ein häufiges Zeichen dafür, dass man den Plan noch nicht innerlich verankert hat.

4. „Mein Stoffwechsel ist schuld, nicht ich. Das ist vererbt.“

In den meisten Fällen bestimmen Gewohnheiten und Bewegung den Energieverbrauch stärker als der Grundstoffwechsel der Genetik.

5. „Ich habe heute fast nichts gegessen, also darf ich jetzt extra.“

Kompensationsdenken führt fast immer zu Überessen.

6. „Ohne Süßes geht es bei mir nicht.“

Zuckerabhängigkeit ist ein erlerntes Belohnungsmuster und kein körperliches Grundbedürfnis.

7. „Der Sport verbrennt das schon wieder.“

Training verbrennt weniger Kalorien, als die meisten Leute glauben.

8. „Gesund kann man essen, so viel man will.“

Auch gesunde Nüsse, wertvolle Öle und Obst liefern schnell viele Kalorien.

9. „Der Schlaf ist nicht wichtig, es zählen nur die Kalorien.“

Schlafmangel erhöht die Hungerhormone und verschlechtert die Kontrolle über unser Essverhalten.

10. „Wenn die Spritze wirkt, muss ich nichts an meinem Verhalten ändern.“

Ohne Verhaltensanpassung kehrt das Gewicht nach dem Absetzen meist zurück.

11. „Abends trinke ich manchmal, um vom Stress runterzukommen.“

Alkohol hilft vielleicht kurz bei der Entspannung, hemmt aber die Fettverbrennung und erhöht den Hunger am nächsten Tag.

Volkskrankheit Übergewicht

Natürlich wird in Österreich zu viel gegessen, so wie in allen industrialisierten Ländern der Welt. Es herrscht eine weltweite Adipositas-Epidemie. Das Übergewicht wird zusätzlich von einem Diabetes-Tsunami weltweit begleitet. Potenziert wird das zu viele und ungesunde Essen von einer Bewegungsarmut, wie sie im Laufe der menschlichen Evolution noch nie passiert ist. Einerseits hat sich das tägliche Leben verändert, und wir müssen uns im Alltag fast nicht mehr bewegen. Andererseits führt Übergewicht dazu, dass Bewegung, und wir reden gar nicht von echtem Sport, kaum noch schmerzfrei möglich ist. Knapp 66 Prozent der Österreicher über 15 Jahre leiden zudem an einer chronischen Erkrankung oder Gesundheitsproblemen. Das hat zu 59 Prozent orthopädische Ursachen, betrifft also den Bewegungsapparat, der funktionsreduziert ist. Die zweithäufigste Ursache für Krankenstände und auch vorzeitige Pensionsantritte waren im Jahr 2022 in Österreich ebenfalls orthopädische Probleme. Das bedeutet, es gibt immer mehr Menschen, die sich nicht schmerzfrei bewegen können, denen also der Rat, gegen Übergewicht „ein bissl Sport“ zu treiben, gar nicht helfen kann. Bewegung, so sinnvoll sie als Unterstützung beim Gewichtsverlust ist, ist also für viele einfach nicht durchführbar. Genau hier kann die Abnehmspritze wieder ihren wichtigen Beitrag leisten, weil sie die fehlende Bewegung bei Übergewichtigen zumindest teilweise kompensieren kann. Übergewicht ist außerdem generell kein Zeichen von Schwäche oder mangelnder Disziplin – es ist das Ergebnis zahlreicher biologischer, gesellschaftlicher und psychologischer Faktoren, die in Kombination den Körper oft in die anhaltende und chronische „Speicherstellung“ bringen. Was aber sind die weiteren Gründe dafür?

1. Die leider intelligente Biologie des Menschen

Unser Körper ist evolutionär darauf programmiert, Energie zu speichern, um Hungerperioden zu überstehen, denn davon gab es früher sehr viele. Damals halfen Hormone der Menschheit zu überleben. Doch die Zeiten haben sich geändert: Heute ist genug Nahrung verfügbar, oft ist sie aber sehr kalorienreich und leider auch nährstoffarm. Hormone wie Insulin, Leptin, Ghrelin und Cortisol steuern Hunger, Sättigung und Fetteinlagerung. Bei Dysbalancen – etwa durch Stress, Schlafmangel oder hormonelle Veränderungen – wird die Fettverbrennung gehemmt und das Hungergefühl steigt. Genetik spielt ebenfalls eine Rolle: Manche Menschen speichern leichter Fett oder fühlen sich weniger satt. Hormonelle Störungen begünstigen das Übergewicht zusätzlich. Und natürlich nehmen der Grundumsatz und die Muskulatur ab einem gewissen Alter laufend und kontinuierlich ab, wodurch sich eine kleine laufende Gewichtszunahme auch bei gleicher Nahrungsmenge zu Übergewicht entwickeln kann.

2. Unsere moderne Ernährung und unsere Essgewohnheiten

Moderne Ernährung ist hochverarbeitet, zucker- und fettreich und täuscht den Körper über Energiebedarf und Sättigung hinweg. Viele Menschen essen definitiv zu schnell, zu unregelmäßig, zu häufig und oft unter Stress oder auch unter emotionalem Druck. Die Folge: Insulinspitzen, Heißhungerattacken und ständige Gewichtszunahme, selbst bei scheinbar moderatem Essen. Auch flüssige Kalorien, Snacks zwischendurch und versteckter Zucker tragen massiv zur Gewichtszunahme bei. Ein durchschnittlicher Erwachsener steckt sich 19 bis 24 Mal täglich etwas in den Mund, häufig tatsächlich unbewusst. Es ist die dauernde Verfügbarkeit, die uns zu diesem Verhalten verleitet.

3. Sitzen ist das neue Rauchen