GANZ UND GAR MANN SEIN - Thomas Rüedi - E-Book

GANZ UND GAR MANN SEIN E-Book

Thomas Rüedi

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Beschreibung

Es ist Zeit, dass wir Männer uns e-Mann-zipieren. Wir Männer wollen durch einen ganzheitlichen, ur-eigenen Emanzipations-weg aktuell, stark, mutig, fürsorglich und authentisch - ganz und gar Mann sein. Wir beziehen dabei auch die neue Erkenntnis mit ein, dass ca. 20 % von uns Männern "hochsensibel" sind. Für diesen Prozess nutzen wir die Kraft der 5 klassischen Elemente - ERDE, FEUER, WASSER, LUFT und RAUM/QUINTESSENZ - für den Weg zur elementaren Freude als Mensch Mann zu sein …

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Seitenzahl: 276

Veröffentlichungsjahr: 2024

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GANZ UND GAR MANN SEIN !

Impressum

© 2023 Thomas Rüedi (Update)

Erste Veröffentlichung 2020

Website: www.ganzheitliches-institut-schweiz.ch

Coverdesign und Illustration von: Thomas Rüedi

ISBN Taschenbuch: 978-3-347-01005-5

ISBN Hardcover: 978-3-347-01006-2

ISBN e-Book: 978-3-347-01007-9

Verlagslabel: Swiss Holistic Institute

Druck und Distribution im Auftrag des Autors:

tredition GmbH, Heinz-Beusen-Stieg 5, 22926 Ahrensburg, Germany

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt.

Für die Inhalte ist der Autor verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne seine Zustimmung unzulässig.

Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag des Autors, zu erreichen unter: Ganzheitliches Institut Schweiz, Via Ardisla 13, 7013 Domat/Ems, Schweiz

Bildnachweise:

Colourbox: 4269624.jpg

iStock.com: 846212084 / 510617393 / 494398757

Publicdomainpictures.net / Karen Arnold / Four Elements

Mother Nature Network 2013 / kilauea_volcano.jpg

IAK GmbH, Forum International, 2012 / Integrative Neurokardiologie, Marco Rado

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Pinterest: 490048003186447713

Thomas Rüedi

GANZ UND GAR MANN SEIN

Eine elementare Reise in die e - Mann-zipation

auch für hochsensible Männer

Ich möchte dieses Buch der Schweizerischen und internationalen Männerbewegung widmen.

Auf dem Weg zu diesem Buch bin ich von vielen Männern und Frauen begleitet worden.

Mein inniger Dank geht an meinen Freund Patrick, an meinen „Alien of the ridge“-Bruder Bob, an meinen verstorbenen Mentor Emil (†), an Arno, an Björn, Dhwani, Marco und Robert, an meine Eltern Kurt + Bigna (†), meine Brüder Andrea und Felix, an meine Ex-Frau Erika, an viele Männer der Männerbewegung in der Schweiz,

die mich alle auf ihre Weise inspiriert haben, dieses Buch zu schreiben.

GANZ UND GAR MANN SEIN

Cover

Urheberrechte

Titelblatt

Widmung

Vorwort:

Literaturhinweise und Links:

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Vorwort:

„Bis heute haben nur die wenigsten von uns Männern wirklich gewählt … gewählt sich ganz bewusst aufzumachen auf den Weg zu einer neuen, aktuellen Identität als Mann!“

Ich möchte mit dem folgenden Sprichwort von meinem (in den letzten Jahren verstorbenen Freund und Lehrer Emil Neff1 dieses Buch einleiten:

„Wir wählen immer - auch wenn wir nicht wählen, wählen wir…!“

Am Anfang steht für mich das Erleben in der heutigen Zeit, dass ich selber und viele Männer bewusst oder unbewusst registriert haben, dass ihre Rolle und Identität als Mann in sich und in der heutigen Gesellschaft aufgebrochen ist. Gleichzeitig gibt es auch eine beachtliche Gruppe von Männern, die sich diesbezüglich auf das komplette Ignorieren dieser Aktualität verlegt haben und sich noch in einem tiefen und festen „Winterschlaf“ befinden – so nach dem Motto „Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss“ oder „Gibt es ein Problem?“…

Seit der Emanzipationsbewegung der Frauen hat sich die – seit Jahrhunderten oder gar seit Jahrtausenden – doch recht klar definierte Rolle und Identität von uns Männern verändert, sie scheint irgendwie unerklärlich abhanden gekommen sein, sie ist nicht mehr das, was sie mal war. Verunsicherung greift um sich bei uns Männern, aber auch bei den Frauen. Diese Veränderung und dieser Aktualisierungsprozess dauern bis heute an, sind wichtig, notwendig und sinnvoll und wir sind unseren Frauen-Kolleginnen als Gegenüber dankbar, dass sie diejenigen waren, die diesen Prozess mit grosser Kraft angestossen haben, gebrochen haben mit alten Mustern und uns vorangegangen sind.

Wir Männer leben also schon seit Längerem in einem uns meistens nicht bewussten Zustand des Nicht-Wählens, der Improvisation, des Suchens nach dem, was uns verloren gegangen ist, bzw. nach etwas Neuem. Selbst diejenigen Männer unter uns, die sich diesem Männer-Emanzipations-Prozess bewusst gestellt haben, finden sich oft in der Situation wieder, als Mann mit einem konstanten Suchlauf unterwegs zu sein und nur sehr wenige gelebte Vorbilder in seinem Umfeld vorzufinden. Diese Vorbilder sind Männer, die sich erfolgreich einerseits von der alten „Patriarchen-Macho-Kotzbrocken“-Rolle, aber auch andererseits von der als Reaktion darauf auch kulturell entstandenen, nicht weniger problematischen „Nice-Guy-Mollusken“- Nummer verabschiedet haben. Diese handverlesenen Männer-Vorbilder sind schon vor Jahren verdienstvollerweise aus dem Tiefschlaf erwacht und haben meist aus einer eigenen persönlichen Not heraus sich auf den Weg gemacht, eine neue, aktuelle, starke, fürsorgliche und authentische Identität und Rolle als Mann zu finden. Die Erfolgreichsten dürften dabei diejenigen gewesen sein, die gemäss dem Gedicht von Pablo Picasso 2 nicht danach gesucht, sondern gefunden haben bzw. vom Neuen gefunden wurden; also nicht im Alten einfach die schon bekannten Antworten wiedergekaut haben, sondern wirklich im komplett Neuen, in einem echten sog. Schwellenraum etwas ganz Neues gefunden haben. Es geht also um das Finden, Erspüren, Erarbeiten und Umsetzen einer typisch männlichen Emanzipation, um einen ureigenen Prozess, der nur dann kraftvoll und erfolgreich ist, wenn er völlig eigenständig und eigendynamisch ist und nicht als Abklatsch der Frauenemanzipation daherkommt.

Was mich heute ganz grundsätzlich beschäftigt als Mann, älterer Mann und Elder unserer Gesellschaft, Ex-Co-Präsident des Vereins maenner.gr und Gründer von „Ganz-und-Gar-Mann-sein“, ist, dass es einerseits nach dem notwendigen Platzen einer gesellschaftlich gereiften „Eiterbeule“ über die meetoo# - Welle im Jahre 2018 – die zu recht männliche Übergriffe anprangerte – und einem in den daran anschliessenden Jahren geführten, daraus resultierenden „Männer-Bashing“ mit recht einseitigen Berichterstattungen zu gewalttätigen und sexuell übergriffigen Männern – heute zeigen Untersuchungen, dass zwischen 20 - 25 % der Gewalt überhaupt von Frauen ausgeht (!) – dieser Prozess sich zwar ein bisschen beruhigt hat, jedoch „an Ort tritt“. Die in den Medien, Videos und TV-Filmen dargestellten Männer werden selten - jedoch mehr als auch schon - in sehr guten, positiven Rollen gezeigt; jedoch werden sie oft absichtlich als in ihrer Persönlichkeit unterentwickelte „Looser“ (Verlierer) und so auch sehr gerne an der Seite von dominanten, manchmal auch „zickigen“ Frauen (Frauen die Männerollen spielen) dargestellt und treten schliesslich auch im Extrem des pervertierten, oft kriminalisierten und gewaltbereiten Machos auf.

Die für mich heute wahrnehmbare, leichte Abnahme der radikalisierten, feministischen Polarisierung, lässt erfreulicherweise ein bereits differenzierteres Bild der Männer zu. Der Tenor scheint mir aber nach wie vor die pauschalisierte, kollektive und mitunter auch sexistische „Herabstufung“ des Geschlechtes Mann zu sein. Dem hat die gesellschaftliche und politische Öffentlichkeit in der Schweiz wenig entgegenzusetzen, von einer differenzierten Darstellung der Frauen - bei denen ebenfalls noch ein grösseres Entwicklungspotenzial auszumachen ist - ganz zu schweigen (wahrscheinlich aus Angst vor einer zweiten oder weiteren meetoo#-Welle ?). Wir lesen und hören nur ganz selten einmal über eine gleichgestellte Darstellung von Themen, wie z.B. „toxischer Weiblichkeit“, neben der medial beliebten „toxischen Männlichkeit“.

Andererseits scheint mir auch die schlichte Freude am Mann-sein bei vielen Institutionen und Autoren der Schweizer Männerbewegung – trotz oder gar wegen sicherlich gut gemeinten und zum Teil sinnvollen, schonungslosen Analysen und wissenschaftlich-soziologischen Untersuchungen zum Thema „Mann“ und „Gender“ – fast vollständig auf der Strecke geblieben zu sein. Abgesehen von der in der Anfangszeit sich entfaltenden Männerbewegung mit dem Verein männer.ch im Jahre 2005 in der Schweiz, die kaum mehr in unserer Gesellschaft wahrnehmbar ist, gibt es einen, in den letzten Jahren neu aufgegangener Stern am Schweizer Männer-Firmament mit dem Namen „Männer-Netzwerk Schweiz“3, bei der das Mann-sein auf eine differenzierte, kraftvolle und positive Art und Weise vorgestellt und mit vielen Angeboten auch gelebt und vertieft werden kann.

Aus der „männerbewegten Emanzipations-Saftpresse“ sollte meiner Meinung nach ganz am Anfang ein köstlicher, feiner und nährender Saft heraustropfen und uns erquicken, aufstellen, motivieren und in Gang setzen – wie der Saft aus dem Fläschchen der Comix-Figur Asterix …! Mit der Energie und Freude dieses Saftes in unserem Blut, mit diesem Benzin im Tank oder dieser Energie in unseren Batterien können wir dann tief und gründlich in unsere individuellen und kollektiven Untiefen blicken, Analysen und Recherchen machen, wie denn das Mann-sein heute aussehen soll und was nun zu tun ist – und nicht umgekehrt, sonst ist der Burn-out, die Depression, der „No future“-Frust, die Scham riesengross, nahe und ziemlich gewiss.

Ich hatte das Glück, mit Björn Thorsten Leimbach4 einen solchen Mann, ein Männer-Vorbild, zu finden und bei ihm zusammen mit 30 anderen Männern im Jahre 2010 das Herzenkrieger-Training zu absolvieren (siehe auch später). Bei diesem Training und auch später als Assistent bei ihm konnte ich mich mal so richtig satt trinken an diesem köstlichen Saft und dieser für mich zentralen Energie und Kraft, diese Freude am Mann-sein kosten, in mich aufnehmen und integrieren. Ich zehre heute noch davon und möchte sie hier auf meine Weise aufleben und weiterleben lassen, nachdem sie in meinem persönlichen, inneren Eichenfass jahrelang gereift ist – und diese Energie und Kraft möchte ich an möglichst viele andere Männer weitergeben …

Ein weiterer Mann, der für mich ein Männer-Vorbild darstellt, ist Robert Augustus Masters5, ein Amerikaner, der seit vielen Jahren Männerarbeit vom Feinsten leistet, leider nur in den USA. Ich kenne ihn von seinen Büchern, von seinen YouTube-Videos, seiner Homepage und seinem Newsletter, aber habe ihn bisher noch nicht physisch kennenlernen dürfen. Er hat das für mich fundamentale Buch „TO BE A MAN - A Guide to True Masculine Power“ geschrieben, welches ich mir vor ca. 3 Jahren zum erstem Mal sozusagen auf der Zunge zergehen liess. Wir werden von ihm im Verlauf des vorliegenden Buches mehr hören.

Gut dass wir heute auch in einer Zeit der fast täglich erlebbaren, politischen, männlichen Anti-Vorbilder leben – repräsentiert durch einen Teil der sog. „Leader unserer Welt“: Donald Trump, Recep Tayyip Erdoğan, Jair Bolsonaro, Wladimir Wladimirowitsch Putin, Benjamin Netanjahu, Baschar al-Assad, Mohammed bin Salman … es scheint momentan, in einer Welt im Umbruch, geradezu einen „unerschöpflichen Nachschub“ an solchen Männern zu geben …

Sie sind – selbst wenn wir sie nicht persönlich kennen und wir nur auf die Aussagen der Medien abstellen können – für die heutige Männerbewegung Männerfiguren der abschreckenden Sorte, Beispiele dafür, wie Männer in ihren Handlungen und Äusserungen daherkommen, wenn ihre persönliche Entwicklung in mehreren Anteilen unvollständig, ja vielleicht auch schon gescheitert ist. Sie strahlen für einen Teil der Menschen, die sie oft sogar demokratisch als Staatsoberhäupter gewählt haben, in ihren Ländern Macht, Charisma, Sicherheit und Stärke aus, sind jedoch in Tat und Wahrheit in meiner Wahrnehmung meist aggressive, korrupte, despotische, sexistische, unvollständige und machtbesessene Männer, die für mich als lebende Beispiele zeigen, was es heisst, nicht „ganz und gar Mann“ zu sein – für uns also Anschauungsunterricht vom Feinsten! Es bleibt jedoch die Frage, wieso so viele Menschen trotzdem auf sie hereinfallen.

Sie zeigen auf jeden Fall den dringenden Bedarf an, dass wir Männer, du und ich, uns aufmachen sollten, um uns zu e-Mann-zipieren und gerade auch in leitenden Positionen es besser zu machen, als sie. Oder?

Gerade in der Zeit, in der ich dieses Buch schreibe, trifft mich (nach leisen Hinweisen der letzten Jahre) fast aus heiterem Himmel die volle Erkenntnis – eine Erkenntnis, deren konkrete Erforschung erst vor 20 Jahren zum ersten Mal ernsthaft begonnen wurde – und Gewissheit, dass es neben sog. „normal-sensiblen“ Menschen, Männern und Frauen, auch sog. „hochsensible oder -sensitive“ Menschen gibt – und damit die Erkenntnis und Gewissheit, dass ich seit meiner Geburt auch einer von ihnen bin …

Die Erfahrungen und Forschung rund um diese Thematik zeigen, dass ca. 15–20 % von uns Männern sog. „hochsensitive Männer“ sind (man geht heute davon aus, dass es ca. gleich viele hoch-sensitive Frauen gibt). Hochsensitive haben genetisch und auch durch erlernte Verhaltensweisen ein sehr viel sensibleres „Nervenkostüm“ als die sog. Normalen; sie sind nicht krank, sondern haben einfach ein anderes Nervensystem und sie fühlen sich oft unmännlich und nicht „normal“; so haben sie beispielsweise eine sehr differenzierte und tiefgründige Wahrnehmung, verarbeiten Eindrücke langsamer, sind schnell von ihrer Umgebung überflutet und hören manchmal „das Gras wachsen“.

Was die Sache nun wirklich problematisch macht, ist, dass hochsensitive Männer (HSM) überproportional oft verächtlich als Softies oder sog. „Warmduscher“ bezeichnet und verspottet werden. Bei den Frauen oder auch in asiatischen Ländern wird Sensibilität sehr viel mehr als etwas Positives akzeptiert und auch wertgeschätzt. Diese Tatsache macht es aber diesen Männern das Mann-sein hierzulande äusserst schwierig – angefangen vom Kind bis zum Erwachsenen. Diese Buben, Jugendlichen und Männer fühlen sich oft als „E.T.s“, und werden wegen ihrer Eigenheit - die ja eigentlich bereits ca. 20 Jahre bekannt ist - oft von den Eltern, den Lehrern und dann im Berufsleben in Unkenntnis davon in einen sog. „normalen Lebensstil“ gedrängt und vergewaltigt, in ihrer Eigenart unterdrückt und gemobbt.

Diese Erkenntnis rückt die ganze Männerarbeit noch einmal in ein neues, anderes Licht: Es gilt nun nämlich diesen beiden „Grundtypen“ von Männern in der Männerarbeit Rechnung zu tragen. So sollen durch die Arbeit in diesem Buch einerseits die sog. Normal-Sensiblen oder „Normalos“ ihre weicheren, empfänglicheren Seiten entdecken und andererseits die hochsensiblen Männer z.B. lernen, Grenzen zu setzen, einen Standpunkt erfolgreich vertreten und ihre härteren Seiten zu kultivieren – und das notabene, ohne dass die Grundprägung des jeweiligen Typs verlassen, unterdrückt oder abgelehnt werden muss.

In diesem Zusammenhang ist es mir ein Anliegen, an dieser Stelle zu sagen, dass ich mich selber gerade auch auf Grund meiner Hochsensibilität in der Lage fühle, dieses Buch zu schreiben. Hier kann ich meine hochsensiblen Seiten in den Bereichen Körperwahrnehmung und -sensorik, tiefe Emotionalität und Empathie, mentale und kognitive Fähigkeiten und Spiritualität einbringen. Ich bin dafür heute sehr dankbar und kann ein Geschenk darin erkennen, hochsensibel zu sein.

Während des Verfassens dieses Buches bei der Beschäftigung mit einer vertieften Körperarbeit hat mich noch etwas in voller Härte getroffen. Es ist eines der grössten Schattenthemen bei uns Männern – die Scham. Mir wurde dabei bewusst, was für einen überragenden Stellenwert sie in der heutigen Männerarbeit haben muss – körperlich, vegetativ, emotional, mental – und ich möchte sie in diesen verschiedenen Zusammenhängen aus dem Dunkeln, aus dem Schatten, aus dem noch weitgehend Unbewussten hervorholen und beleuchten.

Dabei handelt es sich bei der Scham um einen individuellen und auch um einen kollektiven Schatten. Scham ist wahrscheinlich eines der am stärksten tabuisierten Themen unter Männern überhaupt, das jeden von uns in seinem Selbstbewusstsein trifft, aber eben auch in unseren sozialen Kontakten extrem belastend sein kann. Und sie hat natürlich auch mit dem vorherigen Thema zu tun, mit Hochsensibilität, wo das Thema Scham sozusagen „potenziert“ bei uns ankommt. Scham ist schwierig fassbar und höchstwahrscheinlich dasjenige Körpergefühl – sie steckt tief in unseren Knochen – und diejenige Emotion, die uns am stärksten daran hindert, uns zu entfalten und uns als Mann je voll und ganz wohl und stark zu fühlen.

Meine Motivation, dieses Buch zu schreiben, ist es, diejenigen Männer mit einer Wegzehrung zu stärken, die schon mit dem Thema unterwegs sind (wie beim Radrennen „Tour de Suisse“ am Wegrand zu stehen und eine Flasche hinzustrecken …), diejenigen Männer zu unterstützen und ihnen ein paar verlässliche Wegweiser auf einem stellenweise holprigen und nebligen Pfad zu geben, die gemerkt haben, dass da heute unumkehrbar etwas anders ist … und vielleicht auch den einen oder anderen Mann mit einem Tropfen dieses köstlichen Saftes auf seinen Lippen aus dem Winterschlaf, aus der Starre des Schlafs der mehr und mehr „Ungerechten“ zu erwecken und in der Gegenwart begrüssen zu dürfen.

Bei diesem Prozess geht es in erster Linie darum, einmal am Anfang voll und ganz im Hier und Jetzt und ganz als Mann in deinem Körper anzukommen und die grosse Kraft Mann-zu-sein zu spüren und anzunehmen.

ÜBUNG 1: „DEN WILDEN MANN IN MIR ERWECKEN!“

Diese männliche Kraft des wilden Mannes entsteht, wenn du dich aufrecht in deiner ganzen Grösse hinstellst, deinen Körper vollständig ausfüllst, tief atmest und diesen weckst, die angenehme Wärme darin spürst, mit den Füssen fest im Boden verwurzelt bist und deinen Blick gerade und ohne jede Angst hinaus richtest, offen, klar und weit und mit einem Lächeln im Gesicht. Dann hebst du deine Arme wie ein Sieger in die Höhe und verstärkst damit die Sache noch. Damit ist eine unerklärliche, innere Freude verbunden, als Mensch Mann zu sein, und der Drang, dies zum Ausdruck zu bringen – durch Jauchzen, Tanzen, Lachen oder aber es still und im ganzen Körper strahlend zu geniessen … und dazu z. B. den Song von Phil Collins „Hang In Long Enough“6 lautstark hören … (dieser Song hat für mich genau die Energie, die Kraft, das Lebensgefühl eingefangen; der Text allein mag unser Thema nicht abdecken).

Also Mann, mach einen Download, setz die Kopfhörer auf, stehe auf und tue ES …! Gut, oder?

So wollen wir nun also zusammen eine Reise tun, eine Reise ins Mann-sein, zur Freude am Mann-sein, zur Freiheit, ein Mann zu sein.

Die Stationen dieser Reise sind die in unserer Kultur schon seit Jahrtausenden bekannten Elemente FEUER – ERDE – LUFT – WASSER und RAUM/QUINTESSENZ. In ihnen werden wir alte, archaische und neue, neuzeitliche Anteile von Männlichkeit entdecken. Dabei habe ich mir erlaubt, die 5 Elemente für mich als Mann in meiner Lebenserfahrung und Intuition neu zu deuten, ohne mich wissentlich an die abendländischen bzw. morgenländischen 5-Elementelehren anzulehnen.

Als weiteres Hilfsmittel wollen wir uns auch mit einem Navi, einem GPS von heute, ausrüsten – mit einem integralen, ganzheitlichen Betriebsystem7, damit wir nicht verloren gehen oder wir etwas Wichtiges bei dieser Reise vergessen oder übersehen.

Aber auch der bereits erwähnte, konkrete Einbezug der Erkenntnis der zwei Männer-Typen „normal-sensibel“ und „hoch sensibel“ soll ein wichtiger Anteil dieses Buch sein.

Und schliesslich geht es in diesem Buch in den Kapitel 5 und 6 darum, einerseits durch hautnahe Erfahrungen von Initiationen in die Elemente-Kräfte unsere alten Wurzeln als Männer ganz tief in uns wieder zu entdecken und zu erwecken, die von unseren Ahnen kommen.

Dies zusammen mit der Erforschung und den Erfahrungen von unseren neuzeitlichen Wurzeln des Mann-seins andererseits – für uns als Individuen mit uns selber, als Mann mit unserer auserwählten Frau, als Vater und Vorbild für unsere Kinder, als väterlicher Vorgesetzter oder Chef im Betrieb, für das Kollektiv der Männer bzw. für uns Männer mit Frauen im Geschlechterdialog.

Dies ist primär ein Buch für Männer, aber auch für Frauen, die daran interessiert sind, etwas darüber zu erfahren, um was es bei einer typisch männlichen, mann-spezifischen Emanzipation gehen kann. Das im Buch gewählte „Du“ ist die Anrede an den Mann in der ganzheitlichen Männerarbeit und kann von Frauen, die das Buch lesen, sinngemäss als die Anrede an einen ihnen vertrauten Mann betrachtet werden.

Der Bezug den ich hier gewählt habe, sind heterosexuelle Männer und Beziehungen; ich möchte aber damit keine Bewertung von anderen sexuellen Orientierungen verbinden.

Da ich praktisch veranlagt bin, ist das Buch voll von Übungen, von Bildern, von Reflexionen, von Meditationen und Kontemplationen; es braucht meiner Meinung nach beides – die Theorie und die Praxis, um sich mit den tieferen Aspekten und Inhalten dieses Buches auseinanderzusetzen. Darum werde ich dich immer wieder auffordern und einladen, dich auch praktisch mit ihnen auseinanderzusetzen. Mein Ziel ist es, dein Wesen körperlich, vegetativ, emotional, geistig und spirituell zu motivieren, zu berühren, zu benetzen, anzuschieben,dich herauszufordern und dich auch immer wieder aus deiner Komfortzone zu holen.

Für die Arbeit mit diesem Buch empfehle ich dir, ein Tagebuch zuzulegen, das du von Anfang an parallel nutzen kannst, um deine Erkenntnisse, deine Erfahrungen, deine Inspirationen, die Arbeit mit dir selbst und den vielen Themen festzuhalten (siehe auch Kapitel 10.11.).

Schliesslich ist es mir als Ü60er-Mann und Mann im „Unruhestand“ ein Anliegen und sehe ich es heute als meine Aufgabe an, durch dieses Buch mit dir, lieber Leser, ein paar Erkenntnisse und Erfahrungen aus meinem Leben zu teilen.