Gefährte Pferd - Sabine Bengtsson - E-Book

Gefährte Pferd E-Book

Sabine Bengtsson

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Beschreibung

Viele träumen davon einmal eine Weltreise zu machen. Sabine Bengtsson hat es getan. Fernweh, Neugier auf fremde Kulturen und die Liebe zur Natur waren der Auslöser alles aufzugeben und für ein Jahr eine Weltreise mit dem Rucksack zu machen. Sie führte sie ungeplant tief in die Welt der Pferde und veränderte ihr komplettes Leben. Doch auch Begegnungen mit Ureinwohnern gaben ihr einen Einblick in ein anderes Naturverständnis. In Alaska begegnete sie wilden Wölfen, Walen und Bären, in den USA Coyoten und Mustangs, in Australien den Brumbies, Haien und Dingos und vielen anderen Wildtieren und interessanten Menschen. Seit tausenden von Jahren gibt es ein altes Bündnis zwischen den Menschen und den Pferden, wie auch mit den Hunden. Sie gehören zu unseren längsten Begleitern und ohne sie hätten wir Menschen niemals diese kulturgeschichtliche Entwicklung machen können. Und doch wird den wilden Pferden und Eseln auch heute noch nachgestellt. Gerade wie mit ihnen umgegangen wird, ist auch ein Spiegelbild unserer Haltung und dem Respekt im allgemeinen der Natur, den Tieren und unserer Erde gegenüber. Zwei Begegnungen mit einem Wildpferd in Australien und Wölfen in Alaska, waren der Auslöser einen beruflichen Neustart zu wagen. Sabine Bengtsson folgte diesem faszinierendem Weg, der auf der Reise begann und bis heute anhält! Dieses Buch ist den Pferden gewidmet, ob wild oder domestiziert. All das Beschriebene in diesem Buch, sind ihre persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse. Sie erheben weder den Anspruch auf eine alleinige Wahrheit, noch allgemeingültig zu sein. Vielmehr möchte die Autorin anregen, den Blick zu weiten und zu öffnen, für eigene Erfahrungen und Erkenntnisse, im Sinne der Pferde. Heute betreibt sie die Naturreiseagentur Perlenfänger, die respektvolle Naturtouren anbietet und Artenschutzprojekte unterstützt, natürlich spielen auch hier Wildpferde und Wölfe eine Rolle...

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Seitenzahl: 188

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Sabine Bengtsson

Gefährte Pferd

Ein Reisebericht in die Welt der Pferde… Sie zählen mit zu den ältesten Begleitern der Menschen, ohne Pferde wäre unsere kulturgeschichtliche Entwicklung völlig anders verlaufen.

© 2020 Sabine Bengtsson

Verlag und Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

ISBN

 

Paperback:

978-3-7469-7061-5

Hardcover:

978-3-7469-7062-2

e-Book:

978-3-7469-7063-9

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Vorwort

Gefährte bedeutet laut Duden: Jemand, der durch Freundschaft oder gleiche Lebensumstände mit jemandem verbunden ist.

Genau das trifft auf unsere Verbindung mit den Pferden und Eseln zu. Daher ist ihnen dieses Buch gewidmet, ob wild oder domestiziert.

Sie gehören mit den Hunden zu unseren längsten Gefährten und ohne sie hätten wir Menschen niemals diese kulturgeschichtliche Entwicklung machen können.

Und doch werden die wilden Pferde und Esel auch heute noch verfolgt und sogar getötet und die domestizierten Pferde nicht immer fair behandelt. Das gleiche gilt für die Urahnen unserer Hunde! Wie mit ihnen umgegangen wird, ist auch ein Spiegelbild unserer Haltung im allgemeinen der Natur und unserer Erde gegenüber.

Eine einjährige Weltreise mit dem Rucksack führte mich ungeplant tief in die facettenreiche Welt der Pferde.

Sie in der Freiheit erleben zu dürfen, hat mich tief berührt und vor allem eine damalige Begegnung mit einem Wildpferd in Australien, veränderte mein Leben. Menschen wie Tom Dorrance, den Urvater des Western Horsemanship, persönlich getroffen zu haben sowie viele Andere und vor allem die Pferde selbst, haben mich auch zu dem Menschen werden lassen, der ich heute bin.

Das Beschriebene in diesem Buch, sind meine persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse und erheben weder den Anspruch auf eine alleinige Wahrheit, noch allgemeingültig zu sein. Wenn ich mich kritisch zu einigen Pferdetrainern äußere, ist dies meine ganz persönliche Ansicht. Jeder sollte sich selbst ein Bild machen und daher möchte ich mit diesem Buch anregen den Blick zu weiten und zu öffnen, um eigene Erfahrungen und Erkenntnisse zu erlangen - im Sinne der Pferde.

Sabine Bengtsson

Inhalt

Einführung: Frei und Wild — Menschengefährten!

Teil 1 Die (wilde) Pferdewelt außerhalb Europas

Wie alles anfing

Wildpferde oder wilde Pferde? Diese Unterscheidung kann über Leben oder Tod entscheiden! Erste Station: Neuseeland

Kann ein Sattel mehr Wert haben, als ein Pferd? Zweite Station: Australien

Von einem Studentenlehrer aus Kalifornien und seinem großartigen Pferdewissen! Dritte Station: USA

Wilde Pferde aus Amerika - ihre Geschichte und ihre Herkunft

Die Geschichte der Mustangs und die Suche nach den Wurzeln

Pryor-Mountain Horses und das Leben vieler Mustangs nach der Freiheit

Die traurige Wahrheit eines Pferdetrainers aus Montana

Handgearbeitete Lederchaps, Zeugen der Vergangenheit und ein Freund fürs Leben aus Wyoming

Der Kurs mit dem Urvater des Western Horsemanship - Tom Dorrance

Ein Sattler aus Colorado über die Geschichte des Westernsattels und seine Tipps echte Pferdeleute zu treffen

Das andere Horsemanship

Treffen mit einem echten Californio und seine ganz eigene Art mit den Pferden

Teil 2: Die (wilde) Pferdewelt Europas.

Meine Reise in die Welt der (wilden) Pferde, der europäischen Reitkulturen, der berittenen Hirten und damit auch zu den Ursprüngen des Westernreitens

Die wilden Pferde im Wolfsterritorium in Portugal

Von Portugal in den Süden Spaniens, zu den wilden Pferden in den Sümpfen und einer Stadt wie aus einem Western

Camarguepferde, wilde Stiere und eine uralte Reittradition

Die Transhumanz, eine uralte Tradition, auch bei den italienischen Butteris! Weiterreise in die Maremma-Italien

Wieder zu Hause - der berufliche Neuanfang und wieder geht es dabei auch um wilde Pferde

Eine wichtige Perlenfängertour ins Wildpferdegebiet

Der starke Wildpferd-Hengst und eine magische Woche

Lobito – das Wildpferdefohlen aus den Bergen Nordportugals

Lobito bei den Menschen

Geschichtliche Hintergrundinformationen über die Garranos, die portugiesischen Wildpferde

Wilde Pferde auch in Deutschland

Nachwort und Adressen Seite 216:

Über die Autorin

EinführungFrei und Wild – Menschengefährten!

Ganz still und unbemerkt werden es weltweit immer weniger Wildpferde und Wildesel!

Doch das wirklich Traurige daran ist die Tatsache, dass wir als moderne Menschen eher das Sehen, was wir sehen wollen. Dabei haben gerade die Pferde und Esel den größten Anteil an unserer kulturellen Entwicklung – bis heute!

Bevor ich Sie mitnehme auf meine eigenen Reisen in viele Länder dieser Erde und in die verschiedenen Welten der Pferde mit Ihnen eintauche, möchte ich mit Ihnen einen kurzen Exkurs in die Historie machen. Dabei ist es unerlässlich auch trockene Zahlen zu nennen…

Erst seit 1886 bewegen sich die Menschen durch Automobile fort. Davor waren Pferde und Esel unverzichtbar und gehörten zum normalen Leben dazu. Noch nicht einmal zwei Menschenleben ist das her und dennoch haben wir uns heute extrem von der ursprünglichen Verbundenheit entfernt, einem jahrtausendalten Bündnis zwischen Menschen und Pferden…

In Anbetracht der Tatsache, dass wir auf der Erde mehrere Brennpunkte haben, die wir dringend angehen sollten, erscheint mein Anliegen sicher für manchen zu gering. Doch wenn man es näher betrachtet, relativiert es sich. Glauben Sie mir, ich kann es ausführlich belegen.

Gerade die Tierarten wie, Wölfe, Wildhunde, Wildpferde und Wildesel, die maßgeblich durch ihre domestizierten Verwandten, die Hunde, die Hausesel-, und Pferde, unsere Geschichte mitgeschrieben und beeinflusst haben, sind unsere engsten Begleiter seit einer sehr, sehr langen Zeitspanne!

In diesem Buch geht es jedoch diesmal nur um die Huftiere…

Sie dienten dem Menschen zunächst als Nahrung. Er erkannte recht schnell wie wertvoll sie für uns waren und so schleppen sie seit tausenden von Jahren für uns schwere Lasten, lassen sich für uns vor den Karren spannen als Vorläufer der motorisierten Straßenbahn zum Beispiel, trugen uns über die ganze Erde um Kontinente zu erobern und selbst in Schlachten standen sie Seite an Seite mit den Menschen und starben für unsere Kriege zu Millionen.

Sie schipperten unfreiwillig über sämtliche Meere mit uns, um erfolgreich neue Welten zu erobern. Und ihre Nachfahren, die Mustangs, Brumbys, Kaimanawas, Garranos oder Sorraias, um nur einige zu nennen, werden dafür heute zum Dank teilweise mit Helikoptern zusammengetrieben und zu Tausenden in Schlachthäuser gebracht für Tiernahrung, oder erschossen, weil sie das Futter von Nutztieren fressen.

Sie waren auch da, als die Goldsucher am White Pass in Alaska ihre Ausrüstung über die unwegsamen Berge transportieren mussten. Noch heute wird dieser Weg Dead Horse Trail genannt, weil über 3000 von ihnen ihr Leben dabei ließen. Wobei das nicht ganz korrekt ist, denn auch viele Esel, Mulis und Schlittenhunde verloren dort ihr Leben für die Goldsucher. Einigen wir uns also auf Dead Animal Trail?!

In Europa starben etwa 865 Pferde PRO TAG im zweiten Weltkrieg! Das Bundesarchiv schreibt hierzu wortwörtlich: „Insgesamt wurden allein auf deutscher Seite 2.800.000 Pferde eingesetzt und es gab tatsächlich nach Kriegsende Pferde, die den gesamten Krieg über als Truppenpferd gedient haben!

Die Verluste indes waren hoch. Einer Aufstellung des Generalstabes des Heeres zu den Pferdeverlusten im Feldheer (einschließlich der Luftwaffen-Feldeinheiten) für den Zeitraum vom 22.Juni 1941 bis zum 31.Dezember 1944 zufolge, lag der Monatsdurchschnitt bei Pferden in der Regel bei etwa 30.000, davon über 90% beim Ostheer.

Insgesamt beliefen sich die Totalverluste an Pferden seit dem 22.Juni 1941 auf unfassbare 1.558.508 Pferde! Sie starben nicht nur durch Feindeinwirkung sondern auch an Erschöpfung!“

Da sind Hunde, Esel und Mulis noch nicht einmal mit einkalkuliert!

Das muss, wie ich finde, erst einmal verdaut werden. Denn dies war ja nicht der einzige Krieg bei dem wir Menschen sie unfreiwillig mit hineingezogen haben. Die Gesamtzahl an im Krieg getöteten Pferden, Eseln, Mulis, Hunden, die für uns Menschen im Krieg dienen mussten, ist eine Zahl, die wir gar nicht erfassen können.

Und in den Teilen der Welt, in denen sie heutzutage nicht mehr gebraucht werden für all die verschiedenen Arbeiten, verschwinden sie deshalb noch lange nicht aus unserem Leben. Im Gegenteil, dort leben sehr viele von Ihnen nur so aus Spaß bei uns. Sie teilen ihr Leben als Freizeitpartner oder weiteres Familienmitglied. Da sage noch mal einer, die modernen Menschen sind nicht dankbar! Doch wie gehen wir mit ihren wilden Verwandten um?!

Oder wie war das noch einmal mit der Geschichte der Ureinwohner Amerikas?

Zur Zeit der europäischen Eroberer hatten sie nur Hunde, die ihre Lasten zogen. Dadurch konnten sie weitaus geringere Strecken zurücklegen, von der Jagd einmal ganz abgesehen.

Sie mussten die Tiere in Schluchten treiben, da sie ihnen zu Fuß nicht schnell genug folgen konnten. Außerdem wurde so viel zu viel Beute getötet, mehr als sie essen konnten. Auch keine gute Option, wenn man bedenkt, dass sie keine schnelle Fortbewegungsmöglichkeit hatten, um zu neuen Jagdgründen aufbrechen zu können.

Erst als die Pferde über die Eroberer zurück kamen auf diesen Kontinent, erlebten die Ureinwohner gemeinsam mit ihnen eine nie da gewesene Blütezeit. Und wenn wir Weißen uns anders verhalten hätten, lebten sie wohl noch heute glücklich und in Eintracht auf diesem Kontinent zusammen. Von einst 2 Millionen Mustangs, ziehen jetzt nur noch circa 35.000 frei umher, Tendenz abnehmend!

Vor über 10.000 Jahren gab es dort schon einmal Pferde, doch diese verschwanden aus unerklärlichen Gründen und so wurde der Mensch gezwungen auf seinen eigenen zwei Beinen dieses Land zu durchwandern.

Heute wollen viele Amerikaner davon nicht mehr so gerne etwas hören, denn das würde bedeuten, man müsste die Mustangs als heimische Tierart anerkennen und sie hätten damit automatisch einen Schutzstatus. Da sie jedoch bedauerlicherweise das gleiche Fressen wie die Rinder mit denen die Farmer jedoch Geld verdienen, wird die Vergangenheit gerne mal unter den Teppich gekehrt und vergessen.

Nur damit kein falscher Eindruck entsteht: Das ist kein typisch amerikanisches Phänomen, es findet sich weltweit, auch bei uns. Denn immer dann, wenn wir durch eine Tierart einen Vorteil haben, sind sie uns willkommen. Wehe jedoch, wir brauchen sie nicht mehr, aus welchen Gründen auch immer, dann müssen sie entweder „weg“ oder einige haben das Glück einfach frei gelassen zu werden.

Meistens klappt das ganz gut mit der neuen Freiheit und sie kehren zurück zu ihrem eigenen Leben, bei dem es in ganz frühen Zeiten noch keinen Menschen gab, der über sie bestimmt hat.

Denn schließlich sind sie schon vor uns da gewesen und daher perfekt angepasst an die Umwelt. Und was bedeuten schon circa 6.000 Jahre Domestizierung bei 60 Millionen Jahren im Zeitgeschehen der Erde?! Es ist gerade mal ein Wimpernschlag, mehr nicht!!!

Nur nützen tut es ihnen nicht viel, wenn der Mensch beschließt das sie lediglich „verwilderte“ aber nicht wirklich wilde Tiere sind, dann ist ihre freie Zeit schnell in Gefahr.

Und auch den echten, wirklich genetisch wilden Verwandten nutzt ihre Herkunft wenig. Wenn sie uns in die Quere kommen, mit unseren wirtschaftlichen Interessen, haben sie kaum eine Chance in Freiheit zu überleben. Und das ist gar nicht so leicht… Es ist eng geworden auf unserer guten, alten Erde!

Da sind wir Menschen ganz ungerührt, ganz egal wie viel sich Pferd, Esel und auch Hund für uns abgebuckelt haben oder für uns immer noch lebenswichtige Aufgaben übernehmen. Es gibt keine Dankbarkeit, oder gar Anerkennung für all die Vorteile die wir durch Schlachtrosse, Lastesel, Arbeitspferde, Jagdhunde, Hütehunde, Schlittenhunde, Packmulis, Rettungshunde und, und, und über tausende von Jahren hatten.

Selbst in den Ländern, in denen sie immer noch durch ihre Arbeitskraft und ihren unermüdlichen Einsatz, unser Leben stark vereinfachen, wird ihren wilden Verwandten nicht der Respekt oder die Dankbarkeit zuteil, die sie verdienen.

Ein Cowboy, der auch heute noch seine Rinder zu Pferd oder mit dem Hund treibt, hat dennoch kein Verständnis dafür, wenn auch auf seinem Land die wilden Vorfahren seiner Pferde und Hunde leben. Dann sind Wölfe, Wildpferde, Coyoten oder in einigen Teilen auch Wildhunde und Wildesel erbitterte Feinde, die es auszumerzen gilt!

Verstehe einer uns Menschen, ich habe auf meinen Reisen viele diese Ambivalenzen zwischen uns Menschen und den Vorfahren unserer engsten und längsten Begleiter gesehen und erlebt. Verstanden habe ich diesen Hass auf sie bis heute nicht!

Da streichelt der Jäger seinem Jagdhund liebevoll über den Kopf um im nächsten Moment dem wilden Verwandten den Gar aus zu machen. Oder es reitet ein Farmer stolz täglich auf „seinem Pferd“, um an Wildpferden sein Gewehr einzuschießen oder sein Land wildpferdefrei zu halten.

Die Gebiete in denen heute noch wilde Pferde, Wildesel, Wildhunde, Tarpane oder auch die anderen Verwandten unserer Hunde, wie Wölfe, Schakale, Coyoten, Füchse,…überleben konnten, sind kein sicheres Rückzugsgebiet, in denen sie geschützt durch unseren Respekt und die Dankbarkeit für ihre Leistungen uns Menschen gegenüber, in Frieden leben können. Im Gegenteil es werden mehr denn je all die wilden Verwandten unser Hauspferde, Hunde und Hausesel verfolgt und nicht nur aus ihrem Lebensraum verdrängt, sondern in Schlachthäusern zu Tierfutter verarbeitet. Symbol für Freiheit – hin oder her – wenn es um knallharte wirtschaftliche Interessen geht, wird kein Spaß verstanden!

Dabei und davon bin ich felsenfest seit all den Jahren überzeugt, seitdem ich mich mit dieser Thematik auseinandersetze, machen viele Menschen dies noch nicht einmal aus böser Absicht.

Viele haben es einfach vergessen, was und wie viel wir ihnen alles zu verdanken haben. Sie sind sichtlich beschämt, wenn sie darauf aufmerksam gemacht werden. Das ist meine Hoffnung, dass es doch noch nicht zu spät ist, ihre seit tausenden von Jahren geleisteten Dienste uns Menschen gegenüber, anzuerkennen und die letzten „Freien“ von Ihnen die endlich fällige Anerkennung und Dankbarkeit zukommen zu lassen, die sie verdienen, indem man ihre Lebensräume anerkennt, in denen sie leben können und dürfen!

Die lächerlich wenigen Jahre in denen wir in Blechkisten sitzen statt auf dem Pferderücken oder in einer Kutsche, beziehungsweise bei denen uns der Hund unser Haus und Gut beschützt hat, statt wie heute die moderne Alarmanlage; haben ausgereicht, um sie aus unserem modernen Leben größtenteils zu verbannen. Was wäre ohne sie entwicklungsgeschichtlich aus uns geworden?

Man stelle sich nur einmal vor, wir hätten wir all die langen Wanderungen und Kriegszüge nur zu Fuß gemacht. Den Pflug und einen Wagen selber gezogen, oder müssten die Schafe ohne Hüte-, und Herdenschutzhunde bewachen.

Zollbeamte wären auf ihre eigene Nase angewiesen um Drogen zu erschnüffeln, …

Schwere Lasten wurden von unseren Rücken auf die der Pferde und Esel geladen. Auf den zu Fuß gehenden Menschen ließ sich prima herabschauen. Krieger zu Fuß waren im wahrsten Sinne „nur“ Fußvolk, wer jedoch auf einem Pferd in die Schlacht zog erhob sich zum Reitersoldaten oder sogar zum Ritter.

Es konnten ganz andere Strecken zurück gelegt und Kriegstechniken angewandt werden.

Und wer es sich leisten konnte, ließ die Äcker mit Pferden bearbeiten, statt sich selber das Joch aufzuerlegen.

Ist es nicht auch genau das was uns an ihnen so fasziniert??? Ihre Fähigkeiten, die wir nicht haben und die sie uns so bereitwillig anbieten.

Die ersten Menschen haben den Wolf für seine schlaue Jagdtechnik und seinen ausgeprägten Familiensinn bewundert. Er ist uns ähnlicher, als vielen lieb ist und doch war es genau das, was ihn dafür prädestiniert hat eng mit uns zu leben.

Es ist ziemlich sicher, dass die erste Domestizierung damit einherging besonders zahme Wolfswelpen aufzunehmen und auch zu säugen. Denn Hunde-Welpennahrung gab es damals noch nicht.

So war der Grundstein gelegt für eine erfolgreiche Partnerschaft, bei der allerdings der wilde Vorfahre der Hunde nicht davon profi- tiert(e). Unser gemeinsamer Weg entwickelte sich nur für den Hund mehr oder weniger anerkennend durch uns Menschen.

Ähnlich erging es den wilden Pferden und Eseln. Als der Mensch erkannte, das mehr in ihnen steckt, als ein saftiges Stück Fleisch, hatten wir auf einmal Möglichkeiten, von denen wir vorher nicht zu träumen gewagt hätten.

Zur Situation der Wildesel in den USA:

Nicht nur Wildpferde sind durch uns Menschen bedroht, ebenso sind es auch die Wölfe und die Wildesel. Ohne sie sähe heute unsere moderne Welt ganz anders aus. Daher möchte ich Ihnen etwas über die wilden Esel der USA erzählen. Ich habe selber Wildesel sowohl in Australien, als auch in den USA erlebt und war fasziniert von ihnen. Durch meine Erlebnisse mit wilden Wölfen, Wildpferden und Wildeseln, gründete ich Perlenfänger Naturreisen & Artenschutz mit dem Fokus auf Wölfe, Wildpferde und ihre Verwandten! Das sind Naturreisen mit Respekt, die bezogene Artenschutzprojekte unterstützen.

Wildesel werden ebenso verfolgt wie Wildpferde, nur dass sie noch weniger Beachtung in der Öffentlichkeit finden. Doch auch sie haben unseren Schutz verdient.

Burros sind ein Mitglied der Familie der Pferde, der Equiden. Ursprünglich aus Afrika, wurden sie aus den Wüsten in den Südwesten der USA von den Spaniern um 1.500 eingeführt. (Das Wort "Burro" wird aus dem spanischen Wort Esel abgeleitet "Borrico".) Heute leben die meisten wilden Burros Amerikas in Arizona, wo sie bereits 1679 vom Jesuitenpater Padre Eusebion in die spanische Mission Mission San Xavier del Bac in der Nähe vom heutigen Tucson gebracht wurden.

Burros begleiteten Entdecker und Pioniere auf ihren Wanderungen im gesamten Westen der USA. Sie überleben auch die harten Bedingungen durch ihre menschlichen "Besitzer". Durch die Goldrausch-Jahre des 19. Jahrhunderts, wurden Esel vor allem im Südwesten als Lasttiere für Prospektoren verwendet . Sie arbeiteten unermüdlich, um Lieferungen, Erz, Wasser und Maschinen zur Minencamps zu bringen und wurden unentbehrlich für die Arbeiter. Am Ende des Bergbau-Booms, konnten viele von ihnen fliehen oder wurden einfach laufen gelassen. Mit ihrer angeborenen Fähigkeit, unter härtesten Bedingungen zu überleben, bildeten sich wilde Herden und sie blühten auf.

Wilde Burros werden ebenso wie die Mustangs seit 1971 als "lebende Symbole des historischen Pioniergeist des Westens" in den USA betrachtet und sind geschützte Tiere, um das Leben des amerikanischen Volkes zu bereichern

Auf nationaler Ebene sind es dennoch weniger als 6.000 Burros, die nur noch auf dem US Bureau of Land Management (BLM) und dem Forest Service Land in fünf westlichen Staaten verblieben. Diese Organisationen haben in der Vergangenheit durch sogenannte Round-Up's (brutaler Zusammentrieb) mit Hubschraubern eine große Zahl entfernt, das heißt meistens geschlachtet. Die Lobby der Farmer ist riesig und sie beanspruchen das Land für ihre Rinder.

Die meisten der verbliebenen Esel-Populationen sind zu klein, um genetisch lebensfähig zu bleiben. Im Juni 2013 führte die Nationale Akademie der Wissenschaften eine Überprüfung des BLM Wild Horse und Burro-Programms durch und stellte fest: "Die Burros sind sogar noch stärker bedroht, als die wilden Mustangs und warnte davor, dass das dauerhafte Entfernen der Wildesel die genetische Gesundheit der Gesamtpopulation stark gefährdet. Es entsteht eine Inzucht, die nicht lebensfähig ist.

Um es auch anhand der Zahlen zu den Mustangs noch einmal zu deutlichen: Von zwei Millionen Mustangs, leben nur noch ca.35.000 fei in den USA.

Eine Organisation, die sich für den Schutz der Burros und Mustangs einsetzen: http://www.wildhorsepreservation.org/

Beispiele dieser Art ließen sich noch seitenweise aufzählen. Doch darum geht es mir nicht.

Ich habe seit Mitte der neunziger Jahre viel zu diesem Thema erlebt und gesehen. Das ist auch Grund dafür, warum ich dann letztendlich die Naturreise-, und Artenschutzagentur Perlenfänger gründete, die bei vielen Touren den Fokus auf eben diese wilden Verwandten unserer Hunde, Pferde und Esel richtet.

Denn es gibt sie noch, die echten wilden Urahnen unserer engen Weggefährten. Und es gilt sie und ihren Lebensraum zu bewahren, nicht nur für uns, damit wir ein gutes Gefühl ihnen gegenüber haben. Sondern vielmehr weil sie es verdient haben und weil sie ein wichtiger Teil dieser Erde im Ökosystem und unserer menschlichen Entwicklungsgeschichte sind und letztlich auch deswegen, weil sie unglaublich faszinierend sind. Und sie sind noch da, es gibt sie noch wirklich und wahrhaftig. Wenn auch nicht viele von ihnen…

Es liegt in unserer Hand jetzt zu handeln und dafür zu sorgen, dass sie auch in Zukunft frei durch die Landschaft ziehen, gemeinsam mit ihren natürlichen Gegenspielern den Wölfen, Schakalen, Coyoten oder Wildhunden.

Wie alles anfing

Jeder Mensch hat (hoffentlich) eine Vision, die ihn antreibt, oder ein Erlebnis, das ihn geprägt hat und woraus großartige Dinge entstehen können.

Bei mir ist sind es Begegnungen mit Ureinwohnern, engagierten Menschen, Wildpferden, Wildeseln, Wölfen, Wildhunden, Coyoten, Tigern, Bären und vielen anderen Wildtieren gewesen, die ich nie vergessen werde und durch die ich meine Sicht auf das Leben im Allgemeinen und in meinem Leben eine ganz andere Richtung gaben.

Auf einer einjährigen Rucksacktour um die Welt, wurde ich noch demütiger unserer faszinierenden Erde gegenüber und habe das einfache Leben draußen in der Natur noch mehr schätzen und lieben gelernt.

Angefangen hat alles, als ich noch ein Kind war und wie meine Mutter immer scherzhaft sagt, mit meinem "Nomaden-Gen"…

Als ich etwa 8 Jahre alt war, wollte ich wie viele kleine Mädchen ein Pferd haben und reiten. Ich träumte davon in einer Zeit zu leben, wo es noch Postreiter gab, das wäre mein Beruf gewesen. Den ganzen Tag auf dem Pferd unterwegs zu sein und damit sein Leben zu verbringen.

Zum Glück konnten meine Eltern uns kein Pferd kaufen und hätten es auch nicht getan, selbst wenn sie es möglich gewesen wäre. Denn sie waren der Ansicht, dass spätestens mit Einsetzen der Pubertät das Interesse an Pferden nachlässt, weil die Jungs wichtiger werden und ein Tier zu verkaufen käme nicht in Frage.

Doch sie wollten es auch nicht unterbinden und so durften wir Reitunterricht nehmen. Es war eine weise Entscheidung und so dauerte es noch viele Jahre bis ich zu meinem eigenen Pferd kam.

All die Jahre bis dahin blieb irgendwo in meinem Herzen der Kindheitstraum „Postreiterin“ zu werden, erhalten und auch die Welt zu entdecken…

Zu meiner Kinderreitzeit gab es nur einen einzigen Reitstil, nicht wie heute, wo man sich aussuchen kann, western-, spanisch-, englisch-, oder was auch immer, reiten zu wollen.

Meine Schwester und ich hatten meine Eltern endlich überredet, einmal die Woche zum Reitunterricht gehen zu dürfen. Ich war gerade neun Jahre alt, meine Schwester 1,5 Jahre jünger. Natürlich war es für die damalige Zeit dieser typische Unterricht und die typische Haltungsform für Pferde, der noch aus der Militärzeit stammte. Schulpferde waren weniger geachtet und so verbrachten sie die Zeit außerhalb der Reitstunden angebunden in einem Ständer. Es war normal gleich zu Beginn der Reitstunde die Pferde eng auszubinden. Wir ritten als Kinder zudem auf riesengroßen Pferden, der Größte an den ich mich erinnere, hieß Sam und war knapp 1,80 m.

Als Kind hat man ein ziemlich gutes Gespür dafür was fair ist und was nicht. Doch als Kind hat man leider auch nicht die Position, in der viele Erwachsene auf dieses sensible Gespür achten, geschweige denn das sie aufgrund dessen, etwas verändern würden.

So sind mir noch viele Erlebnisse und Reitstunden im Gedächtnis, in denen ich mich nicht gut fühlte dem Pferd gegenüber. Ob es die Tatsache war, dass die Privatpferde und auch ich an die frische Luft und in die Sonne gehen durften, während die Schulpferde in dem dunklen und muffigen Ständern zurück bleiben mussten, oder wenn ich widerwillig Anordnungen der Reitlehrer ausführte, die sich unfair dem Pferd gegenüber anfühlten.

Als ich älter wurde, stellte ich mehr und mehr all das in Frage und auch wieso wir nur von links aufsteigen müssen oder wozu der Pullerriemen (Riemen, um das Maul zu zubinden) dient und wieso er so eng geschnallt werden muss, blieben unbefriedigt beantwortet.