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Die Zeit des Burnout und der Depression ist ohne Zweifel eine schwere, sowohl für die Person, die daran erkrankt ist, als auch für Angehörige und Menschen aus dem sozialen Umfeld. Für die im Zustand des Burnout/der Depression befindliche Person bedeutet diese düstere Lebenslage zumeist unsägliches Leid. Leid, welches sie Nahestehenden nicht in der Weise mitteilen kann, sodass diese es mit- oder nachzuempfinden imstande sind. Ein Leid, das sie sich selbst nicht erklären können woher es überhaupt kommt und warum es gerade sie trifft. Ein Leid, das manchmal von so einer Heftigkeit ist, dass sie sich in all ihrem Tun ohnmächtig fühlen. Ein Leid, das manchmal so heftig ist, dass die betroffene Person unfähig ist am alltäglichen Leben teilzunehmen. Genau diese schwierige, leidvolle Lebenslage verursacht auch bei Menschen aus dem Umfeld des erkrankten Menschen vermeintliche Ohnmacht und infolge oftmals Unverständnis für das Verhalten der ausgebrannten/depressiven Person. Angehörige, Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen und -kolleginnen wissen oftmals nicht, wie sie sich ihr gegenüber verhalten sollen. Sie fühlen sich trotz ihres Bemühens um Verständnis zusehends von dieser ausgegrenzt und abgestoßen. Häufig fühlen sie sich hilflos, weil sie keinen Zugang zur Seelenwelt des schwermütigen Menschen finden. Gut gemeinte Ratschläge von Nahestehenden lassen dabei meist die Kluft zwischen ihnen und der ausgebrannten/depressiven Person noch größer werden. Mit diesem gesteigerten Distanzgefühl erhöht sich infolge auch der Leidensdruck für alle Beteiligten. Mit diesen Momentaufnahmen möchte ich sowohl Personen, die sich in dieser schwierigen Lebenslage befinden, als auch Außenstehenden Einblicke in meine damaligen Gefühlswelten geben. Ich möchte Depressive dazu bestärken trotz aller Angst, trotz aller Schmerzen und Pein, trotz so mancher Schmach und etwaiger Unverständnisse aus ihrem Umfeld weiterhin an sich zu glauben und mit neuem Mut diese Krankheit zu überwinden, denn diese Krankheit ist heilbar! Ferner sollen diese Gedichte Angehörigen und Freunden von depressiven Personen Blicke hinter das Gesicht einer Depression geben, die vielleicht für ein wenig mehr Verständnis für das Wesen dieser Krankheit sorgen können. Schließlich soll dieser Gedichtband auch an die Allgemeinheit gerichtet sein und dazu beitragen, dass Burnout und Depression von denen heutzutage so viele Menschen betroffen sind, enttabuisiert und ein wenig besser verstanden werden.
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Seitenzahl: 45
Veröffentlichungsjahr: 2014
für Hermine,
für meine Freunde,
für meine Eltern
Christoph Stadler
Gefühlswelten
Licht und Schatten
www.tredition.de
© 2014 Christoph Stadler
Gesamtgestaltung: Christoph Stadler
Texte: Christoph Stadler
Titelfoto: Christoph Stadler
Verlag: tredition GmbH, Hamburg
ISBN: 978-3-8495-7776-6
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Inhalt
Einblick (Vorwort)
Danke!
Licht und Schatten
zwei Kerzen (Intro)
purpurfarb’ner Augenblick
das Spiel
wahre Liebe, Fügung – Spiel?
Trennung
Sehnsucht
Einsamkeit
mein Winter
überlastet
unendlich müde
Welle der Angst
in den Fängen der Dunkelheit
Depression – kurz umrissen
Wann kommt sie endlich, die Erfüllung?
der erste Schritt
aus der Spirale
Geduld
vom MUSS zum WILL
auf der Suche nach der Grenze
ein herber Rückschlag
die Sache mit der Verwirrung
Oh Schreck!
vorm Fenster
wie viele Tropfen
Zeit des Erwachens
an Deiner Tür
Liebste!
Ausblick (Nachwort)
Einblick (Vorwort)
Können Sie sich an den Anblick eines Sonnenfensters erinnern? Können Sie sich vergegenwärtigen, welche Freude Sie dabei verspürt haben, als der erste Sonnenstrahl sich nach längerer Zeit der Trübe allmählich durch die dichte, graue Wolkendecke gebohrt hat? Stellen Sie sich vor, wie augenblicklich heller Schein in Form einzelner darauf folgender Strahlen den Raum um Sie herum erleuchtet. Wie sich immer mehr und mehr Strahlen ihren Weg durch die grauen Wolkenschwaden rings um Sie herum bahnen. Spüren Sie, wie magisch jeder einzelne dieser Strahlen auf Sie wirkt? Welche Energie durch solch ein Lichtbündel plötzlich freigesetzt wird? Wie Sie von dieser Energie umströmt werden und wie Sie vollends darin aufgehen? Führen Sie sich vor Augen, wie sie genau diese Energie eines solchen Ereignisses in sich aufnehmen und speichern. Jeder Strahl – und sei es anfänglich nur ein einzelner, der durch den trüben Dauerschatten der Wolken hindurchtritt – bringt Ihnen neue Kraft. Er nährt Sie und gibt Ihnen Hoffnung. Er schenkt Ihnen Freude. Vor allem in schweren Zeiten sind genau solche Lichtblicke wichtig, um neuen Mut fassen zu können.
Die Zeit des Burnout und der Depression ist ohne Zweifel eine schwere, sowohl für die Person, die daran erkrankt ist, als auch für die Angehörigen und Menschen aus dem sozialen Umfeld. Für die im Zustand des Burnout/der Depression befindliche Person bedeutet diese düstere Lebenslage zumeist unsägliches Leid. Leid, welches sie Nahestehenden nicht in der Weise mitteilen kann, sodass diese es mit- oder nachzuempfinden imstande sind. Ein Leid, das sie sich selbst nicht erklären können woher es überhaupt kommt und warum es gerade sie trifft. Ein Leid, das manchmal von so einer Heftigkeit ist, dass sie sich in all ihrem Tun ohnmächtig fühlen. Ein Leid, das manchmal so heftig ist, dass die betroffene Person unfähig ist am alltäglichen Leben teilzunehmen. Genau diese schwierige, leidvolle Lebenslage verursacht auch bei Menschen aus dem Umfeld des erkrankten Menschen vermeintliche Ohnmacht und infolge oftmals Unverständnis für das Verhalten der ausgebrannten/depressiven Person. Angehörige, Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen und -kolleginnen wissen oftmals nicht, wie sie sich ihr gegenüber verhalten sollen. Sie fühlen sich trotz ihres Bemühens um Verständnis zusehends von dieser ausgegrenzt und abgestoßen. Häufig fühlen sie sich hilflos, weil sie keinen Zugang zur Seelenwelt des schwermütigen Menschen finden. Gut gemeinte Ratschläge von Nahestehenden lassen dabei meist die Kluft zwischen ihnen und der ausgebrannten/depressiven Person noch größer werden. Mit diesem gesteigerten Distanzgefühl erhöht sich infolge auch der Leidensdruck für alle Beteiligten.
Ich habe mich selbst vor nicht allzu langer Zeit in den Zustand des Burnouts manövriert und bin an einer schweren Depression erkrankt. Ich habe mehrere Jahre gebraucht, um dieses weite, tiefe Tal der Tränen zu durchschreiten und an der gegenüber liegenden, steilen Bergflanke wieder empor zu klettern. Dabei habe ich viele Schwierigkeiten und Hindernisse meistern müssen. Viele Hürden auf meinem Weg der Wiedergenesung wären jedoch gar nicht erst entstanden, wäre diese Krankheit Depression nicht noch immer so tabuisiert und mit diesen Stigmata der Abscheu, der (Kontakt)Vermeidung und der mangelnden Wertschätzung des erkrankten Menschen behaftet. Ich weiß nun, wie es sich anfühlt, wenn man im Schatten dieses Tabus der Depression kauert. Ich musste am eigenen Leib verspüren, wie medizinische Fehlbehandlungen mein Leiden verstärkten und verlängerten, weil Ärzte sich im Zuge der Behandlung zu wenig Zeit für mich nahmen. Ich habe am eigenen Leib verspürt, wie schlimm es sein kann, wenn seitens (sozialer) Institutionen kein Verständnis dafür aufgebracht wird, dass eine Krankheit wie eine Depression eine entsprechende Dauer zur Ausheilung benötigt und dass die volle Arbeits- und Erwerbsfähigkeit eben nicht wie nach einem grippalen Infekt schon nach zwei Wochen wieder gegeben ist. Und ich habe feststellen müssen, wie sich mit Fortdauer meiner Krankheit mir vormals nahestehende Personen sich immer weiter von mir entfernt haben, bis sie den Kontakt zu mir schließlich komplett abgebrochen haben.
