Geheimnis Körpersprache - Mischa Voélin - E-Book

Geheimnis Körpersprache E-Book

Mischa Voélin

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Beschreibung

Wir alle wollen unsere Mitmenschen besser verstehen. Haben auch Sie das Problem, dass Sie die Handlungen und Verhaltensweisen Ihrer Mitmenschen nicht immer verstehen? Dass das gesprochene Wort des Gegenübers nicht mit den Handlungen übereinstimmt? Dann könnte das vielleicht daran liegen, dass Sie sich bisher lediglich auf die verbale und nicht auf die nonverbale Sprache Ihres Gegenübers fokussiert haben. Ich beschäftige mich seit 10 Jahren mit Körpersprachlichen Signalen und schule seit einem Jahr Menschen aller Altersklassen in diesem Bereich. In diesem Buch werden Sie mit mir aus diesem Grunde lernen: - Körpersprache zu lesen und daraus mehr Selbstvertrauen zu ziehen - die Handlungen ihrer Mitmenschen besser einschätzen und Ihre Handlungen vorhersehen können - Sympathien auf Ihre Seite zu ziehen - insgesamt eine bessere Menschenkenntnis herausbilden

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Seitenzahl: 174

Veröffentlichungsjahr: 2020

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„Deiner Körpersprache nach zu urteilen ist

heute nicht so dein Tag,

kann das sein?“

„Was hat mich verraten?“

„Die Axt“

Veränderungen im Verhalten

sind aussagekräftiger als Worte

- Mischa Voélin

Inhalt

Über „Geheimnis Körpersprache“

Vorwort

Was ist nonverbale Kommunikation?

Verbindung Körpersprache und Hirn

Der Angriff

Der Fluchtreflex

Das Erstarren

Der Zusammenhang zwischen Körpersprache und Wohlbefinden

Wahrnehmung- und Empathie-Training

Körpersprache im Allgemeinen

Dein Gesicht sagt mehr als tausend Worte, oder?

Finger und Hände

Dein Oberkörper zeigt, für was du stehst

Schultern, Indikatoren fürs Lügen

Arme und Hände, verknüpft und doch uneins

Zeig mir deine Beine, und ich weiß, was du willst

Wie lassen sich Täuschung und Lüge nun erkennen?

Wir kratzen nur an der Oberfläche

Schlusswort

Bibliografie

Über „Geheimnis Körpersprache“

Die Idee für dieses Buch kam mir schon im Jahr 2015, denn ich wollte dieses Thema meinen Bekannten, Freuden und Familienkreis näherbringen. Doch wusste ich nicht, wie oder wo ich anfangen soll. Doch änderte sich das alles, als ich verschiedene Seminare und Weiterbildungen absolvierte für meine eigene Selbständigkeit. Diese Seminare gaben mir den Mut, die Projekte anzureißen, die ich vorantreiben wollte, wie auch dieses Buch und viele weitere, die in den Startlöchern stehen.

Für weitere Informationen zu meinen anderen Projekten oder, um mich zu kontaktieren, besuche mich auf folgenden Seiten:

www.mischavoelin.com

www.facebook.com/mischa.voelin

www.instagram.com/mischa.voelin.coaching

Vorwort

Das Warum!

Das vorliegende Buch behandelt das Thema Körpersprache. Dieses Thema begleitet mich seit dem Mord an meinem geliebten Bruder. Leider vertraute er den falschen Leuten und fiel auf ihre Täuschungen herein. Mit der Zeit habe ich gelernt, dass das tragische Schicksal vermieden hätte werden können, wenn mein Bruder umfassende Kenntnisse über die Körpersprache erfahren hätte. Auch wenn er vorher nicht Bescheid wusste, hätten ihn spätestens in der Tatnacht entsprechende Kenntnisse vor dem Mord geschützt und die Mörderin aufgehalten werden können.

Da ich meinen geliebten Bruder leider nicht zurückholen kann, habe ich mir seit diesem schrecklichen Tag geschworen, dass ich alles über die Körpersprache lerne, um insbesondere schwere Handgreiflichkeiten vorhersehen zu können. Ich habe mir recht schnell das Ziel gesetzt, zu lernen, Körpersignale, die auf späteres Handeln schließen lassen, zu erlernen und somit eine eventuelle Eskalation zu vermeiden. Nur so lässt sich gegen solche Situationen effektiv vorgehen. So habe ich mit der Zeit gelernt, durch das Lesen der Körpersprache der anderen Person, aufkommende Eskalationen bereits im Keim zu ersticken und die streitende Person zu beruhigen. Nur so lässt sich ein entsprechender Vorfall verhindern.

Der Grund, warum ich mehr über Körpersprache lernen wollte, war die Möglichkeit, aggressive Situationen zu entschärfen und gewaltsame und tödliche Eskalationen zu vermeiden. Seit 10 Jahren beschäftige ich mich nunmehr mit Körpersprache und lerne auch heute immer noch stetig dazu. Ich beschäftige mich mit allen Grundlagen der Körpersprache, was somit nicht nur das theoretische Wissen, sondern auch die praktische Anwendung umfasst.

So arbeite ich seit Jahren daran, die Gestik und die Mimik eines Menschen zu beobachten und zu deuten, wahrzunehmen und zu verstehen. Durch das Analysieren der Körpersprache gelingt es mir schließlich auch, diese Körpersprache unbewusst zu manipulieren, also ohne dass die betreffende Person dies merkt. Um meine eigene Analyse und Beobachtung zu verifizieren, muss ich anschließend die Person befragen. Da die menschliche Psyche überaus komplex ist, ist es nicht immer möglich, eine zweifelsfreie und hundertprozentig richtige Analyse zu liefern. Nur durch das stetige Abgleichen der Analyse mit den Aussagen der Person kann es gelingen, diesen Konflikt zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung aufzulösen. Zunächst habe ich mich bei diesem „Training“ auf meine Freunde konzentriert. Nachdem ich mir sicher war, ein gewisses Gespür für die Körpersprache anderer Menschen entwickelt zu haben, begann ich damit, mein Hobby zu meinem Beruf zu machen. Im Jahr 2018 entschied ich mich dann, mit meinem Wissen an die Öffentlichkeit zu gehen. Meine erste berufliche Anlaufstelle war eine große örtliche Zeitung, bei der ich die Möglichkeit erhielt, in einem großen Artikel meine Erkenntnisse mit der Außenwelt zu teilen. Gleich danach folgte auch schon relativ rasch eine Sequenz bei einem Radiosender, bei dem ich in 2 Blöcken ausgiebig über das Thema, seine Tücken und die Wichtigkeit für das eigene Leben sprechen durfte. Dann im Oktober letzten Jahres erfolgte mein persönliches Highlight: Statt nur im privaten Rahmen oder anonym in der Zeitung, durfte ich 20 Minuten im Rahmen einer Rede das Publikum am Rhein mit meinem Wissen begeistern und erreichen.

Nach all den langen Etappen des Findungsprozesses darf ich heute mein Wissen im direkten Gespräch mit meinen Seminar- und Coachingteilnehmern teilen. Ich halte dabei Vorträge und gebe Seminare, in denen ich mit den Menschen vor Ort darüber philosophiere, wieso es ihnen schwerfällt, die Signale des Körpers zu lesen und wie viel Macht in der Fähigkeit gleichzeitig liegen kann. In einem achtwöchigen Coachingprogramm für Privatpersonen sowie Geschäftsleute bringe ich meinen Teilnehmern bei, die Umwelt um sie herum besser wahrnehmen zu können, Stichwort Achtsamkeit. In Ergänzung biete ich zudem Bücher für die verschiedensten Themenbereiche an. Denn nur, wem es gelingt, die Körpersprache erfolgreich zu entziffern, wird die Möglichkeit erhalten, die Menschen im eigenen Umfeld besser einzuschätzen und damit die Macht über das eigene Leben zu erhalten. Dazu ist ein breites theoretisches Wissen unabdinglich. Genau dieses theoretische Wissen zu vermitteln, das ist das Ziel meiner Bücher.

Dabei geht es mir jedoch nicht darum, dir beizubringen, wie du Gefahren erkennen kannst, sondern vielmehr darum, deine Achtsamkeit zu schulen. Dann wird es dir mit der Zeit gelingen, die Signale deiner Mitmenschen besser analysieren und einordnen zu können.

Was ist nonverbale Kommunikation?

Die menschliche Kommunikation kann unterteilt werden in verbale und nonverbale Kommunikation. Die verbale Kommunikation umfasst alles, was die Sprache hörbar macht bzw. gesprochen wird („verbal“).

Abbildung 1:

Wir vertrauen öfter auf das gesprochene Wort als auf die Körpersprache der anderen Person. Und das obwohl die Körpersprache älter als das Wort ist und durch unsere Instinkte herbeigeführt wird.

Wenn du dich mit deinem besten Freund/deiner besten Freundin über dein Lieblingsthema unterhältst, dann wendest du im ersten Moment verbale Kommunikation an: Du erzählst, was deinen Lieblingsfußballverein so besonders macht oder tauschst Schminktipps aus. Durch die verbale Kommunikation gelingt es dir, sowohl persönliches als auch theoretisches Wissen zu übermitteln. Dadurch, dass dein Gegenüber die gleiche Sprache spricht wie du, könnt ihr in einfacher Form Informationen jeglicher Art austauschen.

Diese Fähigkeit stellt eine große Errungenschaft des Menschen dar. Durch die eigene Grammatik der Sprache, den Wortreichtum, aber auch die Fähigkeit zu lästern, ist es dem Menschen im Laufe der Evolution gelungen, zu anderen Menschen auf besondere Weise Verbundenheit herzustellen. Während Tiere ebenfalls über eine Sprache verfügen, wird es ihnen selten gelingen, große fremde Gemeinschaften mittels Sprache zu vereinen. Wir als Menschen sind in der Lage, zu völlig fremden Angehörigen unserer Spezies bereits mit den ersten Worten eine Beziehung aufzubauen. Indem wir uns über unser Leben, unsere Vorlieben und unsere Wünsche austauschen, erhalten wir die Möglichkeit, unser Gegenüber in relativ kurzer Zeit kennenzulernen, ohne auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen zu können. Natürlich besteht hier grundsätzlich immer die Möglichkeit, dass die betreffende Person dich anlügt, doch hier kommt dann die nonverbale Kommunikation ins Spiel.

Abbildung 2:

Der Pinocchio Effekt: wir reiben uns gerne die Nase, wenn wir nervös oder unsicher werden, dies kann ein Anzeichen sein, dass jemand lügt oder etwas verbergen will, aber genauso gut einfach Unsicherheit. Kontextbezogen deuten ist der Schlüssel.

Bei der nonverbalen Kommunikation, die meist unbewusst abläuft, können Unterschiede zwischen dem gesprochenen Wort und den Körperreaktionen ausgemacht werden. Durch die Körpersprache lässt sich herausfinden, ob die verbale und nonverbale Kommunikation im Einklang oder im Konflikt sind. Befinden sich beide im Konflikt, kann dies bedeuten, dass die Person lügt. Wichtig ist hierbei das Wort KANN, denn nicht immer spricht ein Konflikt auch dafür, dass die Person lügt. Oft steckt hinter einer unpassend wirkenden Geste oder Mimik schlicht Unsicherheit oder Aufregung. Die nonverbale Kommunikation ist somit aufgrund ihrer unbewusst ablaufenden Prozesse weit schwieriger zu entschlüsseln als die verbale Kommunikation und führt daher auch oft zu Missverständnissen.

Neben der Körperhaltung spielen aber auch Kleidung und Accessoires wie Schmuck, Uhren, Gürtel und Schuhe eine wichtige Rolle dabei, wie ein Mensch von der Umwelt wahrgenommen wird und ist somit Teil der nonverbalen Kommunikation.

Abbildung 3:

Accessoires können mehr aussagen, als man vermutet. Ist die Person Rechts – oder Linkshänder? Von wo kommt sie? Was für einen Status besitzt sie? Ist er/sie verheiratet? Das richtig zu deuten, erfordert ein hohes Maß an Wahrnehmung und Kombinationsgabe.

Die nonverbale Kommunikation umfasst dabei sowohl zusammengenommen Mimik, Gestik, Körperbewegungen (die sogenannte Kinesik), aber auch Distanz- und Raumverhalten (Proxemik). Damit zeigt der Mensch stets, wie er sich geben, aber auch wie er wahrgenommen werden möchte.

Abbildung 4:

Frauen tragen im Gegensatz zu Männern öfters Halsketten, Armbänder und andere Schmuckstücke, diese verraten viel über eine Person. Interessen verschiedenster Art, Modeansichten bis zum Sternzeichen. Eine einfache Möglichkeit, um mehr über eine Person zu erfahren.

Die Körpersprache umfasst lediglich den Körper einer Person, um eine Analyse starten zu können, müssen aber auch andere Faktoren berücksichtigt werden. So spielen bei der nonverbalen Kommunikation auch weitere Faktoren wie Tonfall, Klangfarbe und Lautstärke des gesprochenen Wortes eine Rolle bei der unbewussten Informationsübertragung. Denn auch diese Faktoren kann der Mensch nicht immer bewusst beeinflussen, sondern sie sind oft Ausdruck eines inneren Gemütszustandes.

Abbildung 5:

Eine Situation, die häufig vorkommt. Ein Lachen mit einem Smartphone verbunden ist eine ehrliche Situation, wir fühlen uns allein und unbeobachtet, wenn wir ins Handy schauen oder Musik hören. Der kleine Standpunkt mit den Füßen, sagt außerdem aus, dass wir uns wohlfühlen und keine Gefahr wahrnehmen.

Doch mit was kommunizierst du wirklich? Deine alltägliche Kommunikation unterteilt sich z. B. zu 35 % in verbale und zu 65 % in nonverbale Kommunikation. Heutzutage geht die alltägliche Wichtigkeit der Körpersprache immer weiter verloren. Um ein Geschäft abzuschließen, müssen wir uns nicht mehr treffen, vieles funktioniert über die Kommunikation übers Internet und das Smartphone. Der Vorteil dieser Methode liegt daran, dass wir internationale Geschäftsbeziehungen aufbauen und mit vielen unterschiedlichen Menschen rund um den Globus kommunizieren können. Die Zahl der Möglichkeiten ist dabei unbegrenzt. Durch das mangelnde Training verlieren wir immer mehr die Fähigkeit, unser Gegenüber einschätzen zu können. Die Fähigkeit, die Körpersprache lesen zu können, kommt uns schrittweise abhanden.

Ein Beispiel ist hierbei das Schließen der Augen in für uns als angenehm aber auch als unangenehm empfundenen Situationen. Durch das Schließen der Augen können wir unterschiedlichste Empfindungen ausdrücken. Beim Küssen des Partners beispielsweise dient das Schließen der Augen dazu, sich ganz auf den Moment einlassen zu können. Wir drücken damit unsere tiefe Verbundenheit aus und unser Wollen, sich ganz fallen zu lassen. In Situationen, die uns unangenehm sind, neigen wir auch dazu, die Augen zu schließen, um dem aktuell stattfindenden Streit innerlich entfliehen zu können. In einer solchen Situation zeigst du beispielsweise deinem Partner, deinem besten Freund oder deinem Familienangehörigen, dass du der aktuellen Situation am liebsten entfließen würdest oder gar überfordert bist. Aber auch Lügner können auf diese Weise enttarnt werden. Indem man sie beispielsweise mit einem Wort, einer Situation oder einer Reaktion direkt konfrontiert, kann anhand ihrer Reaktion erfasst werden, ob sie lügen oder nicht.

Abbildung 6:

Wer die Hand vor den Augen hält verdeutlicht damit: «Das, was ich gerade gehört oder gesehen habe, gefällt mir überhaupt nicht, ich decke es ab.»

Menschen, die in der Lage sind, körpersprachliche Signale zu deuten, haben gegenüber Menschen, die dies nicht können, immense Vorteile. Dadurch, dass der Großteil der menschlichen Kommunikation nonverbal abläuft, würdest du dir eine Menge Informationen über dein Gegenüber entgehen lassen, wenn dir die nonverbalen Signale nicht auffallen würden.

Abbildung 7:

Ein ruhiges Gesicht ohne spezielle emotionale Merkmale kann auch als ein Gesicht im Normalzustand betrachtet werden. Von diesem neutralen Punkt kann ausgegangen werden, ob die Person auf eine emotionale Veränderung Behagen oder Unbehagen vorweist.

Mit diesem Buch möchte ich dir helfen, diese Fähigkeit zu verbessern und auszubauen. Der Vorteil der nonverbalen Kommunikation liegt darin, dass sie nahezu universal funktioniert. Wenn du beispielsweise in ein anderes Land reist, wirst du möglicherweise Schwierigkeiten haben, die dort gesprochene Sprache zu verstehen, doch die nonverbale Kommunikation wird dir dennoch helfen, mit den Menschen vor Ort in Kontakt zu treten. Du wirst wissen, wem du vertrauen kannst und wem nicht. Ganz ohne die verbal gesprochene Sprache dieser Person sprechen zu können.

Leider kommt uns diese Fähigkeit, nonverbale Zeichen zu deuten, durch die Digitalisierung immer weiter abhanden. Wir kommunizieren oft über E-Mail oder SMS, statt uns leibhaftig zu treffen. Zwar haben wir dadurch den Vorteil, möglichst viele Informationen rund um den Globus auszutauschen, dennoch verlieren wir dadurch gleichzeitig auch die Fähigkeit, unser Gegenüber deuten zu können. Menschen, die wenig Kontakt zu anderen Menschen haben und sich stattdessen viel mit digitalen Medien beschäftigen, weisen mit zunehmender Nutzung eine verminderte Fähigkeit auf, Gesichtsausdrücke, Mimik oder Gestik zu deuten. Folge davon ist, dass diese Menschen von ihrer Umwelt abgelehnt werden, da sie nicht in der Lage sind, auf nonverbale Kommunikation adäquat zu antworten. Dadurch ziehen sie sich oft noch mehr in ihre digitale Welt zurück, wodurch diese Fähigkeit bis zur vollständigen Isolation komplett verkümmert.

Abbildung 8:

Bei einem ehrlichen Lächeln gehen die Mundwinkel nach oben, in die Richtung der Augen. Bei einem falschen bewegen sie sich in die Breite, in die Richtung der Ohren.

Wie oft hast du bereits erlebt, dass du ganz normal mit einer anderen Person über WhatsApp kommuniziert hast und ihr schnell an einem Punkt angelangt, an dem ihr euch missverstanden habt. Emoticons können nur unzureichend unsere innere Gemütslage widerspiegeln. Ganz abgesehen davon, dass viele Menschen nicht einmal wissen, was die einzelnen „Emotionsausdrücker“ bedeuten, können nicht alle Gemütszustände zuverlässig erfasst werden. Während Männer weniger Emoticons beim täglichen Chatten verwenden, neigen Frauen zum häufigeren Gebrauch. Durch den teils sehr unterschiedlichen Gebrauch dieser kleinen Hilfsmittel, können sich schnell Konflikte entwickeln. So wirkt z.B. eine Nachricht auf das Gegenüber aggressiv (beispielsweise da keine Emoticons verwendet wurden), obwohl sie durchaus freundlich und zuvorkommend gemeint war. Aber auch Nachrichten, die ganz und gar nicht freundlich gemeint sind, können je nach Chatpartner unterschiedlich aufgefasst werden. Bestimmt kennst auch du den Vorschlag: „Lass uns das offline besprechen.“ Denn nur so lassen sich Missverständnisse schnell wieder beseitigen. Du siehst: Die nonverbale Kommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Kommunikation, ein Verzicht auf diesen Bestandteil kann dazu führen, dass Gesprächspartner sich grundsätzlich missverstehen und nicht zueinander finden.

Hand in Hand mit dieser Überlegung geht diese Fähigkeit mit der partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Doch um diese Fähigkeit ausbauen zu können, brauchst du eine gehörige Portion Übung. Dazu solltest du darauf achten, die folgenden Regeln einzuhalten:

1. Behalte stets den Kontext im Blick

Abbildung 9:

Ein plötzliches Verschränken der Arme in einem Gespräch kann ein Indiz für Unwohl sein. Doch sollte das nicht im Einzelnen betrachtet werden, solange keine andere emotionale, körperliche Veränderung stattfindet, die das unterstützt.

Die wichtigste Regel, die du dir merken solltest, ist die, dass Körpersprache niemals ohne Kontext betrachtet werden sollte. Während zittrige Hände im Bewerbungsgespräch völlig normal und Zeichen einer Stressreaktion sind, sollten zittrige Hände in einem ruhigen Moment mehr Bedenken auslösen. Überlege dir aus diesem Grunde immer, wie die aktuelle Situation zu bewerten ist. Handelt es sich um eine gewöhnliche Alltagssituation, der diese Person dauerhaft ausgesetzt ist? Ist diese Person den Ort gewohnt, an dem sie sich befindet, fühlt sie sich möglicherweise unsicher? Wenn ich an einen neuen Ort komme, dann verhalte ich mich anders als normal. Oft kenne ich die betreffenden Personen nicht, die mit dem Ort verbunden sind oder ich kenne die Gepflogenheiten nicht. Immer wenn ich an einen neuen Arbeitsplatz komme, in ein unbekanntes Land fahre oder mit neuen Menschen zu tun habe – nie verhalte ich mich so, wie ich mich sonst verhalte. Ich wähle meine Worte bedachter, meine ganze Körperhaltung strahlt Vorsicht und Bedachtsamkeit aus. Vielleicht habe ich zittrige Hände oder mein Tonfall wird nervöser. Alles ganz normale Verhaltensweisen auf eine neue Situation. Doch, wenn ich diese Verhaltensweisen in einer anderen Situation aufweise, dann kann anhand des Kontextes Unsicherheit bereits ausgeschlossen werden.

Abbildung 10:

Eine gebeugte Haltung zeigt Unsicherheit und mangelndes Selbstvertrauen verbunden mit einer Beruhigungsgeste, die Nervosität aufzeigt. Oft anzutreffen bei Personen, die eine unbekannte Veranstaltung oder eine neue Location aufsuchen.

Der Vorteil an der Körpersprache liegt auch darin, dass Emotionen, die in dieser zum Ausdruck kommen, über das limbische System gesteuert werden. Dieses Gehirnareal ist Teil des Säugetiergehirns, welches wiederum älter als der Neokortex ist. Dieses Gehirnareal lässt sich nicht bewusst steuern, sondern die Vorgänge verlaufen oft unterbewusst. Zwar kannst du versuchen, deine Stimmung durch ein Glas Wein am Abend oder eine heiße Schokolade im Café zu erhöhen, die meisten Vorgänge werden jedoch spontan und ohne dein Zutun ablaufen. Kommt nun aus der Ecke eine Person gesprungen und beginnt dir mitten ins Gesicht zu schlagen, wird nicht dein logisch denkender und abwägender Neokortex übernehmen, sondern dein impulsgesteuertes Säugetiergehirn. Alles was mit Emotionen zusammenhängt, dich in deinen Gefühlen berührt oder angreift, wird über dieses Gehirn verarbeitet und gelöst. Auch deine Körperreaktionen lassen sich aus diesem Grund darüber besonders gut analysieren. Denn hier reagiert allein dein limbisches System.

2. Trotz einiger gravierender Unterschiede gibt es kulturell übereinstimmende und universell geltende körpersprachliche Signale

Allzu gerne werden die Unterschiede zwischen den Kulturen betont. Jede Kultur möchte sich durch ihre Einzigartigkeit von anderen Kulturen abgrenzen, Jede Kultur verfolgt ihre eigenen Riten, Regeln und Traditionen. Und jeder geht davon aus, dass seine Interpretation der Welt, die einzig richtige ist. Doch so unterschiedlich die verschiedenen Kulturen sein mögen, so sind ihre darin lebenden Individuen so gleich wie unterschiedlich. Gleich, weil sie alle Menschen sind und unterschiedlich, weil sie dennoch unterschiedliche Erfahrungen im Leben machen. Viel zu oft fokussieren wir uns gerade auf diese Unterschiede und vergessen, dass wir Menschen im Grunde unseres Herzens doch immer gleich funktionieren. Wir teilen die gleiche Körperchemie, die gleichen Gene und den gleichen gehirnstrukturellen Aufbau. Die Erfahrungen formen unser Gehirn, doch unsere möglichen Reaktionen und Verhaltensweisen ähneln sich dennoch sehr. Aus diesem Grunde ist es nicht verwunderlich, dass es trotz der kulturellen Unterschiede dennoch körpersprachliche Elemente gibt, die uns alle einen. Besonders gut erkennbar ist dies bei kleinen Babys. Obwohl ihr Gehirn lange nicht so weit entwickelt ist, dass sie bewusst ihre Körperreaktionen steuern können oder verstehen, wie Verhaltensweisen wirken, beginnen sie schon mit wenigen Lebensmonaten ihr Gegenüber anzugrinsen. Da Babys noch kaum in der Lage sind, das Verhalten anderer zu spiegeln, bleibt nur eine Erklärung für ihr Verhalten: Die Fähigkeit zu lächeln ist angeboren. Diese angeborene (im Gegensatz zur erworbenen) Fähigkeit lässt darauf schließen, dass es sich beim Lächeln um eine kulturell übergreifende Fähigkeit handelt und somit in jeder Kultur vorkommt, was zweifellos der Fall ist. Zudem lässt sich das Lächeln kaum unterdrücken. Auch du kennst sicher den Effekt: Nehmen wir an, dir kommt eine Person entgegen, die dich freudestrahlend anlächelt. Vielleicht fängt sie sogar lauthals an zu lachen. Niemanden würde diese Situation kaltlassen, außer Psychopathen. Lediglich Psychopathen sind in der Lage, etwaige Gefühlsregungen der Mitmenschen komplett zu ignorieren und sich emotional abzuschotten. Gesunde Menschen hingehen würden entweder peinlich berührt die Straßenseite wechseln, den Blick neugierig der Person zuwenden oder einfach mitlachen. Die gezeigte Reaktion unterscheidet sich von der Person, dass reagiert wird, liegt in der Natur des Menschen.

3. Beobachte deine Umgebung genau

Wenn du deine Umgebung genau beobachtest, dann fallen dir nach einiger Zeit Signale auf, die du vorher gekonnt ignoriert hast. Doch bei genauerer Betrachtung ist diese Verhaltensweise nicht besonders klug. Da der Großteil unserer täglichen Kommunikation nonverbal abläuft, gehen dir damit eine Menge Informationen zu deinem Gegenüber verloren. Würdest du mit verbundenen Augen über eine vielbefahrene Kreuzung laufen? Wohl eher nicht. Wieso lässt du dir dann einen Großteil der täglichen Kommunikation entgegen, ohne die du dein Gegenüber nicht ausreichend einschätzen kannst? Verschwende deine Zeit nicht mehr mit Menschen, die dir nicht guttun, weil sie dir nichts Gutes wollen. Indem du die nonverbale Kommunikation deiner Mitmenschen entschlüsselst, wird es dir immer besser