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Wie kann ich gelassener mit Konflikten und Stress in der Familie umgehen? Wie kann ich mein Kind zu mehr Gelassenheit und Selbstständigkeit erziehen? Das Buch "Gelassen Wachsen" vom Psychologen und Jugendcoach Matthias Niggehoff liefert viele praktische Tipps aus der Familienpsychologie. Neben den praxisorientierten Inhalten, runden viele Beispiele und Übungen das Buch ab. "Ich habe dir schon tausendmal gesagt..." - Es scheint ja klasse zu funktionieren, wenn etwas so oft gesagt wird, es aber trotzdem nicht umgesetzt wird. Der Ratgeber liefert Tipps & Tricks aus dem Bereich der Kommunikationspsychologie. Wie setze ich richtig Grenzen? Wie kommen meine Anweisungen wirklich bei Kinder und Jugendlichen an? Was für Botschaften gebe ich meinem Kind mit? Das Buch bietet, neben umfangreichen Erziehungstipps aus der Psychologie, die Möglichkeit das eigenes Verhalten zu reflektieren, damit auch Sie gelassener durch den Alltag gehen. In welchen Rollen lebe ich? Bekomme und gebe ich die Zuwendung, die ich benötige? Wie löse ich konstruktiv meine Probleme in der Familie? Es erwartet Sie in diesem Buch ein Buffet voller praktischen Tipps und Erkenntnisse aus dem Bereich der Psychologie. Die Speisen sind garniert mit vielen Beispielen und Übungen. Nehmen Sie alles auf Ihren Teller mit und kosten Sie die Techniken und Tipps. Was schmeckt Ihnen mehr? Was nehmen Sie mit? Für ein gelassenes und wertschätzendes Miteinander in der Familie.
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Seitenzahl: 112
Veröffentlichungsjahr: 2014
www.tredition.de
Der Autor
Matthias Niggehoff ist Psychologe, Jugendcoach und Stresscoach miteigener Praxis in Köln.Für ihn ist „gelassener Leben“ ein wichtiger Leitgedanke bei seiner Arbeit als Coach für Jugendliche und Erwachsene. Der Kölner Psychologe möchte Sie und Ihre Familie dabeiunterstützen gelassener durch den Alltag zugehen.
Neben seiner Tätigkeit als Coach für Jugendliche bietet er Stress- und Konfliktmanagement Seminare in Köln an. Bekannt ist er unter anderem aus dem WDR (Aktuelle Stunde) und NRW.TV als Experte für Jugendcoaching und Stress.
www.praxis-niggehoff.de
„Kinder sind keine Fässer, die gefüllt, sondern Feuer, die entzündet werden wollen.“
Matthias Niggehoff
Gelassen Wachsen
Ein psychologischer Ratgeber
www.tredition.de
© 2014 Matthias Niggehoff
Umschlag, Illustration: depositphotos.com/Julian Stark
Lektorat, Korrektorat: Erika Steinhagel
Verlag: tredition GmbH, Hamburg
ISBN
Paperback
978-3-8495-8453-5
Hardcover
978-3-8495-8454-2
e-Book
978-3-8495-8455-9
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Inhalt
Eine Einführung
Die perfekten Eltern?
Grundbedürfnisse
Positive Zuwendung als Fundament der Erziehung
Zeit in der Familie
Lebenshaltungen
Probleme in der Familie - Konstruktive und weniger konstruktive Lösungen
Die Symbiose - Entwicklung von Vertrauen und Selbstwirksamkeit
Grenzen setzen - Positive Anweisungen
Vereinbarungen in der Familie
Erziehung zur Verantwortung
Die Über-Mutti und die Unter-Mutti
Rollen im Leben und ihre Prioritäten
Verbotene Gefühle
Lebensplan - Botschaften für das Drehbuch des Lebens
Kommunikation - Klare Worte
Konflikte in der Familie
Strategien gegen Spiele und Konflikte
Abschluss - Tipps zum Umsetzen
Eine Einführung
Wenn eine kleine Pflanze wachsen soll, benötigt sie neben regelmäßigem Wasser auch Licht und Zuneigung. Sie wird dann regelmäßig gegossen und gepflegt, damit sie später schön blüht und lange lebt. Was bei Pflanzen die Erde ist, ist bei Kindern eine sichere Umgebung zum Wachsen. Sie benötigen einen sicheren Rahmen zum Erkunden der Welt, zum Experimentieren und zur Entwicklung von Selbstständigkeit. Kleine Kinder sind auf die Nahrung und den Schutz der Eltern angewiesen. Eltern gestalten insbesondere am Anfang die Welt ihrer Kinder aktiv mit. Sie zeigen auf, welche Reize bedeutsam sind und welche nicht. Bedeutsame Reize können zunächst die schöne Melodie einer Spieluhr sein, das weiche Kinderbett oder einfach nur das schöne Lächeln der Eltern.
Eltern ziehen ein zunächst hilfloses Geschöpf groß und erziehen es zu Selbstbestimmung und Autonomie. Sie legen die Grundlage für ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben des Kindes. Der Lohn ist unter anderem eine eigene großartige Erfahrung und die Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit. Dazu gehört auch die Reflektion der eigenen Probleme und Ziele im Leben: Welche neuen Herausforderungen kommen auf mich zu? Was ist mit meiner Karriere? Schaffe ich das alles? Werde ich es besser machen als meine eigenen Eltern?
Mit diesem Buch lade ich Sie in eine Welt voller praktischer Ideen und sinnvollen Tipps aus der Psychologie der Familie ein. Wir schauen uns an, wie man Kinder zu mehr Selbstbestimmung und Gelassenheit erziehen kann. Wie Kinder und Jugendliche ticken, und wie Sie mit Konflikten und Machtkämpfen besser umgehen können. Für ein gelassenes und wertschätzendes Miteinander in der Familie. Es erwartet Sie in diesem Buch ein Buffet voller Tipps und Erkenntnisse aus dem Bereich der Psychologie. Die Speisen sind garniert mit vielen Beispielen und Übungen. Nehmen Sie alles auf Ihren Teller mit und kosten Sie die Techniken und Tipps. Was schmeckt Ihnen mehr? Was nehmen Sie mit? Viel Erfolg beim Probieren und anwenden im Familienalltag.
Die perfekten Eltern?
Je öfter man einen Weg geht, desto leichter wird es ihn zu gehen. Man kennt seine eigenen typischen Handlungen und kennt die Reaktionen der Mitmenschen auf diese Handlungen. Veränderte Verhaltensweisen fallen erstmal auf und sind in der Ausführung zunächst nicht ganz so einfach. Der neue Weg ist noch steinig bzw. noch nicht vorhanden und man muss sich den neuen Weg erst bauen. Der neue Weg wird irgendwann angenehm und die Familie merkt plötzlich: „Oh, die Mama regt sich nicht mehr total auf, wenn ich wieder meine Schuhe in der Küche stehen habe.“ Nur wenn man die eigenen Verhaltensweisen ändert, kann sich auch das Verhalten der Mitmenschen nachhaltig ändern. Mit einer perfektionistischen Erziehung erreichen Eltern nur Stress bei sich selbst. Es gibt keine perfekten Eltern. Schwierigkeiten bei der Erziehung als Scheitern zu betrachten, nützt der Familie wenig. Schwierigkeiten sind Rückmeldungen über die Familie. Die Eltern haben die Möglichkeit neue Türen zum Durchgehen zu entdecken.
Wissen und Fähigkeiten über Erziehung entstehen aus verschiedene Quellen: Wissen von den eigenen Eltern. Wie haben meine Eltern die Erziehung aufgefasst? Erinnerungen aus unserer Kindheit. Was haben meine Eltern gemacht, als ich rebellisch war? Botschaften von unseren Eltern oder anderen Personen an uns, wie zum Beispiel „Kinder schlägt man nicht!“ und eigene Entscheidungen „Anders als bei mir müssen meine Kinder nicht den Teller aufessen!“
Mit einer perfektionistischen
Erziehung erreichen Eltern nur
Stress bei sich selbst!
Wenn man das Leben als ein Theaterstück auffasst, haben Menschen verschiedene Rollen zu spielen und sind auf verschiedenen Bühnen unterwegs. Mal vielleicht als Angestellte auf der Bühne der Arbeit. Ausgestattet ist die Rolle mit Rechten und Pflichten, mit bestimmten Überzeugungen und Aufgaben. Pflichten wie pünktlich auf der Arbeit zu sein und Aufgaben korrekt zu erledigen. Bestimmte Überzeugungen, also das Drehbuch des Theaterstücks, bestimmen unser Erleben und Handeln. „Du musst hart arbeiten!“ oder „Ich arbeite nur für meine Freizeit!“ sind zum Beispiel Überzeugungen, die bei manchen Menschen im Drehbuch stehen. Wenn die Arbeitszeit vorbei ist, verlassen sie die Bühne der Arbeit und fahren nach Hause zur Bühne „Familie“. Dort schlüpfen sie in die Rolle der Mutter bzw. des Vaters. Auch diese Rolle bringt Verpflichtungen und Rechte mit sich. Zum Beispiel den Kindern das Überleben zu sichern, sich um sie zu kümmern, sie zu erziehen. Den Kindern werden Werte und Botschaften mitgegeben und in ihr Drehbuch geschrieben. Zum Beispiel wie das Leben funktioniert und wie nicht. Natürlich bringt die Elternrolle auch Rechte mit sich, zum Beispiel das Recht auch mal eine Auszeit zu nehmen, mit dem Partner zusammen etwas alleine zu unternehmen, eigenen Hobbies nachzugehen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Die Elternrolle auf der Theaterbühne „Familie“ besitzt auch ein volles Drehbuch mit konkreten Anweisungen: „Du musst eine gute Mutter sein! Du musst gefällig sein! Ohne dich, geht hier nichts in der Familie“. Wir kommen später umfangreich auf die Drehbücher von Eltern und Kindern zu sprechen.
Sie können in jeder Rolle des
Lebens Ihr Bestes geben, aber
passen Sie auf, dass Sie nicht
vor Arbeit und Stress
irgendwann selbst von der
Bühne fallen.
Grundbedürfnisse und ihre Sicherstellung
Jeder Mensch hat Grundbedürfnisse, die zum Überleben notwendig sind. Im erwachsenen Alter kann man sich die Bedürfnisse selbst erfüllen und zum Beispiel für genug Nahrung und Schutz sorgen. Kleine Kinder können das noch nicht und sind auf die Hilfe ihrer Eltern angewiesen. Es gibt verschiedene Konzepte zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Ein Konzept möchte ich vorstellen und daraus ein paar praktische Tipps ableiten. Insbesondere die Grundpfeiler der „Anerkennung“ und die „Selbstbestimmung“ werden im gesamten Buch aufgegriffen und sind eine wesentliche Grundlage einer gelungenen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.
Die Grundlage bildet die Nahrungsaufnahme. Ohne Essen und Trinken können auch kein Schutz und keine Anerkennung erfolgen. Eltern müssen eine regelmäßige und gesunde Ernährung des Kindes sicherstellen. Auf der zweiten Ebene ist der Schutz des Körpers gegenüber einer feindlichen Umwelt. Schutz meint Gefahr abzuwenden, aber nicht zu überbehüten! Das Kind sollte die Möglichkeit haben, in einem geschützten Rahmen selbst seine eigene Umwelt zu erkunden und zu experimentieren. Dies ist ein notwendiger Schritt in der Entwicklung des Kindes. Ein weiteres Grundbedürfnis ist das Bedürfnis nach Anerkennung. Menschen wollen gesehen und bemerkt werden. Anerkennung meint auch Zuwendung. Dies kann über ein leichtes Lächeln erfolgen, ein einfaches „Guten Tag“ oder auch über negative Zuwendung. Zum Beispiel mit einem bösen Blick. Anders als bei Nahrung und Schutz kann die Anerkennung also auch negativ erfolgen. Wenn Menschen nicht in der Lage sind positive Anerkennung zu bekommen, dann sorgen sie wenigstens dafür negative Anerkennung zu erhalten, denn negative Zuwendung ist besser als keine. Das Grundbedürfnis ist erfüllt. Nach welcher Art von Anerkennung bzw. Zuwendung die Menschen streben, hängt stark von unserer Erziehung in der Kindheit und Jugend ab. Aufgrund dessen werden wir die praktischen Schlüsse und das Konzept auf den nächsten Seiten genauer betrachten. Auf der Spitze der Pyramide steht die Selbstbestimmung. Was bedeutet das? Selbst bestimmen. Eigene Entscheidungen treffen, eigene Ziele wählen und eigene Wege gehen. Nicht ein Ziel zu wählen, weil es alle machen oder weil eine Person es so möchte, sondern weil man es selbst wählt. Stellen Sie sich einen Bus des Lebens vor. Am Steuer des Busses sitzen Sie und lenken selbst, geben Gas und bremsen wenn es passt. Auf dem Weg durch das Leben wird es mal bergab und mal bergauf gehen, mal werden Steine auf dem Weg liegen, mal regnet es, mal scheint die Sonne… wichtig ist, dass Sie am Steuer des Busses bleiben. Hinten im Bus sitzen Verwandte und Freunde, die Tipps geben: „Fahre bei der Gabelung links! Fahr nicht zu schnell! Dahin kannst du nicht fahren, das schaffst du nicht!“. Nehmen Sie die Tipps zu Kenntnis, entscheiden Sie aber selbst, wie Sie handeln. Das ist gelebte Selbstbestimmung und dies gilt es auch an Ihre Kinder weiterzugeben.
Positive Zuwendung als Fundament der Erziehung
Zum Einstieg in das wichtige Thema möchte ich Ihnen zwei recht ähnliche Geschichten präsentieren. Sie unterscheiden sich allein durch die Reaktion des Vaters auf das Verhalten des Kindes.
Maike hat wieder ihr Zimmer nicht aufgeräumt. Im Zimmer türmt sich der Müll und die ganzen Schulsachen sind verstreut. Sie findet ihr Mathebuch nicht mehr und ein scheußlicher Geruch zieht aus ihrem Kinderzimmer. Ihr Vater stürmt ins Zimmer und brüllt los: „Du blödes Chaos-Kind! Schau dir mal die Sauerei hier an. Du kannst echt nichts!“ Maike reagiert darauf wütend, tritt gegen den Müll auf den Boden und läuft schreiend aus ihrem Zimmer.
Der Anfang bleibt in der zweiten Version der Geschichte gleich.
Ihr Vater kommt ins Kinderzimmer und sagt im ernsten Ton: „Dein Zimmer ist immer noch nicht aufgeräumt! Wenn du dein Zimmer bis 17 Uhr aufgeräumt hast, darfst du heute noch eine Stunde an den PC. Ist das ein Deal meine liebe Tochter?“
Das Grundbedürfnis der Zuwendung bekommt die Tochter bei beiden Reaktionen erfüllt, doch inwieweit unterscheiden sich die Reaktionen konkret? Es steht außer Frage, dass der Vater in der ersten Version seine Tochter beleidigt mit „blödes Chaos-Kind“ und er spricht ihr das Können ab: „Du kannst echt nichts!“. Das ist eine sogenannte bedingungslose negative Zuwendung. Die Zuwendung ist direkt negativ und nicht an Bedingungen geknüpft. Diese Art ist die schlimmste Form der Zuwendung, weil sie direkt verletzt und den Menschen abwertet. Trotzdem sehen viele Menschen in dieser Zuwendung den einzigen Ausweg überhaupt Zuwendung zu bekommen. Sie passen ihr Handeln so an, dass die Konsequenz meist negative Zuwendung ist.
Verwenden Sie niemals
bedingungslose negative
Zuwendung gegenüber Ihrem
Kind!
In der zweiten Version übt der Vater bedingte positive Zuwendung und unbedingte positive Zuwendung aus. Das erkennt man an den zwei Wörtern Wenn und dann. Die positive Zuwendung, in dem Fall die PC-Nutzung, ist an eine Bedingung gekoppelt. Erst wenn Maike ihr Zimmer aufgeräumt hat, wird sie dafür mit einem positiven Anreiz belohnt. Wenn die Wörter „liebe Tochter“ nicht mit einem ironischen Unterton versehen werden, dann ist es eine bedingungslos positive Zuwendung. Ohne weitere Bedingungen, hält der Vater seine Tochter grundsätzlich für einen lieben Menschen, unabhängig von ihrem Verhalten. Eine stärkere Zuwendung gibt es nicht. In der nachfolgenden Tabelle sind die verschiedenen Arten der Zuwendung nochmal aufgelistet und mit Beispielen versehen. Sie leiten sich aus dem Persönlichkeitsmodell der Transaktionsanalyse ab.
Positiv
Negativ
Bedingt
„Wenn du dein Zimmer aufräumst, hat die Mama dich lieb!“
„Wenn du dein Zimmer nicht aufräumst, mag ich dich nicht mehr!“
Bedingungslos
„Du bist gut so wie du bist“
„Ich kann dich nicht leiden“
Halten wir zusammenfassend nochmal fest: Zuwendung ist überlebensnotwendig für Menschen. Negative Zuwendung ist besser als keine Zuwendung. Wenn ich nicht positiv auffallen kann, dann falle ich negativ auf. Mama und Papa beachten mich nicht, dann schmeiße ich die Vase vom Tisch. Sie reagieren dann definitiv. Kinder lernen das Prinzip schnell und dies ist auch der Grund, warum es wichtig ist, dass Kinder auch viele bedingungslose positive Zuwendung im Alltag bekommen sollten. „Es ist schön, dass du da bist“, „Du kannst immer zu uns kommen, wenn was ist“. Kindern wird vermittelt, dass sie gute und willkommene Menschen sind. Wenn Kinder viel negative Zuwendung bekommen, lernen sie auf positive Zuwendung nicht mehr richtig zu reagieren, werten sie ab und nehmen sie nicht mehr an. Sie verteilen später auch keine positive Zuwendung mehr und versuchen primär negative Zuwendung zu bekommen. Mit positiv bedingter Zuwendung können Eltern neues Verhalten anerziehen: Setzten Sie positive Anreize mit Belohnungen statt zu Strafen. So wie der Vater von Maike es gemacht hat. Positiv bedingte und unbedingte Zuwendung sollte die tägliche Kommunikation in der Familie dominieren. Wenn ein Kind oft um negative Zuwendung bittet, also zum Beispiel Dinge zerstört, die Eltern provoziert und ärgert, sollten Eltern sich auch selbst die Frage stellen, wieviel Zuwendung sie in den letzten Tagen und Wochen ihrem Kind gegeben haben. Wie oft wurde nach dem Empfinden gefragt? Wie oft wurde dem Kind positive Anerkennung verweigert?
Maike bringt voller Stolz eine Zwei in der Deutscharbeit mit nach Hause und fragt ihren Vater: „Super, oder?“ „Naja, eine Eins wäre besser gewesen!“, antwortet der Vater.
Machen Sie sich einmal Gedanken zu der Reaktion des Vaters.
Zuwendung oder auch Anerkennung kann man ablehnen: „Nein, das habe ich nicht toll gemacht, das war nur Zufall.“ Man kann sie annehmen: „Danke für das Kompliment!“ oder auch auf ein freundliches „Guten Tag!“
