Gemüsegarten – einfach machen! - Natalie Faßmann - E-Book

Gemüsegarten – einfach machen! E-Book

Natalie Faßmann

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Beschreibung

Beim Gärtnern macht eigentlich alles Spaß. Von der sorgfältigen Planung über die handfeste Buddelei bis hin zur Krönung, der überreichen Ernte. Und noch schöner ist es natürlich, wenn man es richtig macht. In diesem Buch erfahren Sie, wie Sie auf Ihrem Weg zum Gemüsegarten vorgehen. Es enthält alles Wichtige rund ums Säen, Pflanzen, Pflegen, Schützen und Ernten und stellt Ihnen rund 50 Gemüsearten ausführlich vor, plus ein paar echten Raritäten. Nützliche Tipps helfen Ihnen bei Ernteüberschuss das selbst gezogene Gemüse haltbar zu machen, und mit der praktischen Planungshilfe zum Schluss behalten Sie immer den Überblick über die Aussaat- und Erntezeiten Ihrer Lieblingsgemüse.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 206

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Vor dem Ernten steht das Säen und Pflanzen, das Gießen und Düngen. Und zwischendurch? Innehalten, durchatmen … und hier und da schon mal vorab eine Zuckererbse oder eine reife Tomate vernaschen.

Meine Gemüsewelt

Der ideale Gemüsegarten

Quadratbeet, Hochbeet und Hügelbeet

Der Gemüsegarten im Topf

Planen & Säen

Warum Sie einen Plan haben sollten

Das ganze Jahr Gemüse ernten

Geschützter Anbau

Sortenwahl

Beete vorbereiten

Aussaat und Vorkultur

Pflegen & Schützen

Warum Düngen wichtig ist

Selbst gemachter Dünger

Gießen

Mulchen

Anhäufeln, Aufbinden, Ausschneiden

Unkraut gehört dazu

Pflanzenschutz im Gemüsegarten

Erntezeit

Augenschein und Kostprobe

Gemüse einlagern

Gemüse haltbar machen

Samen selbst ernten

Fruchtgemüse

Tomaten

Paprika & Chili

Auberginen

Zucchini

Kürbis

Gurken

Melonen

Blattgemüse

Pflücksalat

Kopfsalat

Endivien & Radicchio

Rucola

Feldsalat

Winterportulak

Mangold

Spinat

Kohlgemüse

Kohlrabi

Kopfkohl

Brokkoli

Blumenkohl

Grünkohl

Rosenkohl

Pak Choi

Chinakohl

Asia-Salate

Wurzeln & Knollen

Radieschen & Rettich

Rote Bete

Möhren

Kartoffeln

Topinambur

Speiserüben

Steckrüben

Pastinaken

Schwarzwurzeln

Knollensellerie & Staudensellerie

Gemüsefenchel

Hülsenfrüchte

Dicke Bohnen

Gartenbohnen

Feuerbohnen

Erbsen

Sojabohnen

Zwiebeln & Lauch

Lauchzwiebeln

Etagenzwiebeln

Zwiebeln

Schalotten

Knoblauch

Lauch

Noch mehr Gemüse

Artischocken

Zuckermais

Grünspargel

Kräuter im Gemüsegarten

Service

Planungshilfe: Das Gemüsejahr auf einen Blick

Bezugsquellen

Zum Weiterlesen

Sie haben wohl Tomaten auf den Augen! Und Salat und Mangold und Kürbis …

Beim Gartenanlegen macht eigentlich alles Freude. Von der sorgfältigen Planung dessen, was wachsen soll, über die handfeste Buddelei bis zur Krönung, der überreichen Ernte. Und noch schöner ist es natürlich, wenn man es richtig angeht. Denn so sehr man aus Fehlern lernt, ein paar davon kann man sich wirklich sparen.

Auf den nächsten Seiten erfahren Sie, wie Sie ganz einfach auf Ihrem Weg zum Traum-Gemüsegarten vorgehen. Und ein paar Fakten, Hintergründe, Anekdoten und Tipps, an denen Sie sicher auch Ihre Freude haben werden. Oder die vielleicht Inspiration für Neues sind!

MEINEGEMÜSEWELT

Ihren Garten haben Sie so gestaltet, dass Sie sich darin wohlfühlen? Warum sollte das nicht auch für den Gemüsegarten gelten? Der ist lange nicht mehr nur der nüchterne, von Spaß befreite Nutzgarten von einst. Heute darf er auch schick und vor allem bunt sein.

Den Spaßfaktor bringen dabei nicht nur quietschbunte Gemüsesorten wie Mangold und Kürbisse, die manchmal fast zu schade zum Ernten sind, sondern auch farbig lackierte oder lasierte Holzbretter, die die Beete einrahmen. Und hatten nicht selbst unsere Urgroßmütter Sommerblumen und Stauden im Gemüsegarten? Als Schnittblumen zwar, aber Traditionen können wir ja wieder aufleben lassen. Und mit den essbaren Blüten von Ringelblume, Dahlie und Schmuckkörbchen kann man wunderbar Salate dekorieren – eben eine andere Art Schnitt-Blume. Bei allem Spaß sollten die praktischen Aspekte nicht vernachlässigt werden: Wege, die breit genug für eine Schubkarre sind, und ein Wasseranschluss in der Nähe erleichtern die Gartenarbeit immens. Schilder aus Holz oder Metall zeigen auch dem unerfahrenen Familienmitglied, wo Möhren, Kohlrabi und Radieschen stehen. Die Beete können klassisch rechteckig oder trendig quadratisch sein oder in die Höhe gehen – ein Segen für alle Rückengeplagten. Kreisrunde oder ovale Beete sind auch möglich, nur kann man von den eckigen Beeten einfach mehr ernten.

Der ideale Gemüsegarten

Gemüse soll im Garten Hochleistungen vollbringen, egal ob wir es biologisch oder konventionell anbauen. Schließlich wollen wir viel Ertrag einfahren und nicht nur ein paar mickrige Kartoffeln und krumme Möhren. Wählen Sie darum den Ort, wo Sie Ihre Gemüsebeete anlegen werden, mit Bedacht. Boden und Sonneneinstrahlung sind wichtige Kriterien bei der Standortwahl. Wie groß Sie den Gemüsegarten planen, spielt erst einmal eine untergeordnete Rolle.

SONNIG UND LEHMIG

Reservieren Sie den sonnigsten Platz im Garten für den Gemüseanbau, denn vor allem das begehrte Fruchtgemüse wie Tomaten, Auberginen, Gurken und Zucchini braucht viel Sonne, um gut zu wachsen und um eine reiche und vor allem geschmackvolle Ernte zu liefern. Kartoffeln, Kohl, Mangold und Salate mögen’s zwar auch lieber sonnig, bringen aber selbst noch im Halbschatten, etwa von Gebäuden, Bäumen oder Hecken, eine gute Ernte. Gemüsepflanzen brauchen einen humus- und nährstoffreichen Boden, der gut Wasser und Nährstoffe speichern kann. Optimal ist daher lehmiger Boden. Tonige Böden sind schwer und wärmen sich im Frühjahr nur langsam auf. Sandige Böden sind dagegen sehr leicht und können kaum Wasser speichern. Es rauscht einfach nur so durch. Mit Kompost und Mulch können Sie die weniger geeigneten Ton- und Sandböden so verbessern auf Seite 29 und ab Seite 38, dass sie sich dem optimalen Gemüseboden annähern.

Planen Sie in rauen Regionen auf der Nordseite Windschutzhecken oder Steinmauern ein. Sie sind eine Art Sonnenfalle, in deren Schutz ein milderes Mikroklima entsteht.

BEETE UND MATHEMATIK

Ein wenig Rechnerei gehört bei der erstmaligen Gemüsegartenplanung dazu. Keine Angst, es ist nicht kompliziert. Es geht darum zu berechnen, wie viele Beete Sie anlegen sollten. Für die Fruchtfolgeplanungauf Seite 19 hat es sich bewährt, dass die Anzahl der Beete durch drei oder vier teilbar ist, je nachdem, ob sie eine drei- oder vierjährige Rotation durchführen wollen: also drei, sechs oder neun Beete oder vier, acht oder zwölf Beete. Das Vierer-Schema findet sich z. B. im traditionellen Bauerngarten mit den vier gleich großen Beetquadranten wieder, die rund um einen zentralen Punkt angelegt sind, an dem meist ein Brunnen steht. Klassisch ist auch eine rechteckige Anlage mit einem Hauptweg, von dem links und rechts Beete abgehen. Planen Sie zusätzlich ein oder zwei Beete für mehrjährige Kulturen wie Erdbeeren, Spargel oder andere Gemüsestauden ein.

Niedrige Hecken aus Buchs lassen den Gemüsegarten aufgeräumter aussehen. Man findet sie häufig in ländlichen Bauerngärten und in Schlossgärten.

Für Beete gibt es eine ideale Breite: 120 cm. Das ist die Breite, bei der die meisten Menschen auf dem Weg stehend oder kniend vom Rand her mit den Händen bis zur Mitte reichen und dort bequem arbeiten können. Beete dieser Breite sind auch platzsparend, da weniger Fläche für Wege draufgeht. Sind Sie kleiner, legen Sie die Beete etwas schmaler an.

Beete für Lazy Gardeners

Kastenbeete ersparen es, verunkrautete oder mit Rasen bewachsene Flächen mühselig umzugraben. Legen Sie einen Kasten aus 20–30 cm breiten, mit Winkeln verbundenen Holzbrettern mit Mulchfolie aus und mischen Sie vier Teile Gartenerde mit einem Teil Kompost. Die Beete passen sich gut in formale Gärten ein und wirken mit einem Anstrich auch farblich gut.

Planen Sie zwischen den Beetreihen Wege ein, auf denen Sie zum Pflegen und Ernten auf die Beete gelangen, ohne dabei mit Ihrem Körpergewicht den Boden zu verdichten. In diesem Garten wurden einfache Holzlatten ausgelegt. Sie können auch Streifen aus Weißklee einsäen oder Rasenschnitt aufbringen.

WEGE SIND WICHTIG

Etwa 10 % der gesamten Gemüsegartenfläche sind Wege. Die Wege zwischen den einzelnen Beeten sollten mindestens 40 cm breit sein, damit Sie gut mit einer Schubkarre an die Beete fahren können, um beispielsweise Kompost oder kompostierten Stallmist auszubringen oder die Ernte abzutransportieren. Bauen Sie diese Wege stabil, damit Sie bei regnerischem Wetter nicht im Matsch waten müssen: z. B. aus Rasen, mit Rindenmulch bedeckt oder mit weiten Fugen gepflastert. In den Beeten reichen schmale Trampelpfade oder Trittsteine aus, um näher ans Gemüse zu gelangen, ohne dabei den Boden mit dem eigenen Gewicht zu verdichten. Und für kurze Wege: Legen Sie den Kompostplatz und die Wasserstelle in der Nähe des Gemüsegartens an.

BEETE SCHÖN EINRAHMEN

Eine Bordüre rund ums Beet sieht nicht nur schön aus, sondern hilft auch, dass weder Rasen noch Wild- und Unkräuter in die Beete einwandern. Es gibt verschiedene Materialien für die Beeteinfassung. Am einfachsten ist es, Metall- oder Kunststoffrasenkanten ebenerdig einzulassen. Ein deutlicherer Rahmen rund ums Beet sind breite Holzbretter, die mit pflanzenverträglichem Holzschutzmittel behandelt sind, oder Steine. Auch Pflanzen können Beete einfassen, z. B. niedrige immergrüne Heckchen aus Buchs wie im Bauerngarten oder duftende Hecken aus Lavendel, Schnittlauch und anderen Kräuternauf Seite 148. In den letzten Jahren verderben von Pilzen verursachtes Buchssterben und Buchsbaumzünsler die Freude an Buchseinfassungen. Pflanzliche immergrüne Alternativen, die sich gut schneiden lassen, sind Japanische Stechhülse (Ilex crenata ‘Dark Green’) und Polster-Berberitze (Berberis buxifolia ‘Nana’). Sie sehen dem Buchs auch recht ähnlich.

Wenn Sie Geduld haben, Geld sparen möchten und keinen Zeitdruck haben, können Sie Einfassungspflanzen selbst über Stecklinge vermehren. So können Sie auch größere Gemüsegärten hübsch einfassen. Aber: Pflanzliche Bordüren knabbern an der Beetfläche, da sie ausladender sind als Steine und Holz und Schatten ins Beet werfen. Zudem erwarten die Pflanzen ein gewisses Maß an Pflege. Eine pflegeleichtere Alternative sind einjährige Sommerblumen, etwa niedrige Sorten von Ringelblumen und Zinnien. Kapuzinerkresse, selbst die kompakte, neigt im Sommer zum Wuchern und kann benachbarte Gemüsepflanzen schon mal bedrängen.

Die schmalen Kastenbeetreihen sind mit edelrostigem Cortenstahl eingefasst. Der rostbraune Ton passt sowohl in naturnahe als auch in moderne Gärten.

WIE GROSS DARF ES DENN SEIN?

Das hängt zum einen davon ab, wie viel Sie vom übrigen Garten fürs Gemüse reservieren und wie viel Zeit und Arbeit Sie in den Gemüsegarten stecken wollen. Denn je größer der Gemüsegarten, desto mehr Pflege und Aufmerksamkeit braucht er. Arbeitsintensive Zeiten sind im Frühling, wenn die Beete vorbereitet und bestellt werden, und im Herbst, wenn viel geerntet und verarbeitet wird.

Fangen Sie klein an und sammeln Sie erst einmal Erfahrungen im Umgang mit Gemüse. Und wenn es klappt und Sie merken, dass Sie gut mit der Pflege und den Erntemengen klarkommen, können Sie die Anbaufläche nach und nach vergrößern. Man unterschätzt oft den Zeitaufwand, den man für einen erfolgreichen Anbau benötigt, vor allem bei einer 40-Stunden-Arbeitswoche und einem Garten, der nicht direkt am Haus liegt.

SELBSTVERSORGER-GARTEN

Es gibt kaum aktuelle Zahlen, wie viel Fläche man braucht, wenn man sich teilweise oder zu großen Teilen selbst mit Gemüse versorgen will. Wenn Sie sich während der Saison mit frischem Gemüse selbst versorgen und noch ein wenig einlagern wollen, sollten Sie 10 m2reine Anbaufläche (ohne Wege) pro Person einplanen. Bei einem Zwei-PersonenHaushalt sind das 20 m2. Soll noch Obst hinzukommen, rechnen Sie mit weiteren 15 m2pro Person. Möchten Sie sich vollständig mit Gemüse selbst versorgen, benötigen Sie rund 60 m2Fläche pro Person für Frisch- und Lagergemüse.

Quadratbeet, Hochbeet und Hügelbeet

Flache Beete sind Ihnen zu langweilig? Dann gehen Sie doch in die Höhe mit verschieden hoch gebauten Kastenbeeten. Selbst hügelige Gemüsebeete haben im Hochsommer dicht bewachsen ihren Reiz. Oder gehen Sie das Gemüsegärtnern mal quadratisch an.

GÄRTNERN IM QUADRAT

Square Foot Gardening nennt man im Englischen das Quadratgärtnern. Es bringt dank eines Rasters Ordnung und gleichzeitig Vielfalt in kleine Gemüsegärten. Schmale Holzleisten oder witterungsbeständige Schnüre werden über flache Beete, Kastenbeete oder Hochbeete gelegt, so entsteht ein Raster etwa in den Maßen 30 × 30 cm oder 40 × 40 cm. Pro Quadrat setzt man ein oder mehrere Exemplare einer Art, je nachdem wie breit die Gemüsepflanzen wachsen. Da braucht es höchste Disziplin beim Bepflanzen! Großflächige Gemüse wie Zucchini oder Kürbis benötigen mehr als ein Quadrat für sich. Hohe Gemüse wie z. B. Mais, Stabtomaten oder Stangenbohnen werden an die Nordseite gepflanzt, damit sie keinen Schatten auf das andere Gemüse werfen.

HOCHBEETE

Hochbeete sind momentan im Trend. Wurden sie früher vor allem auf versiegeltem oder belastetem Boden gebaut, sind sie heute auch für das rückenschonende Gärtnern in den Fokus gerückt. In Hanglagen kann mit Hochbeeten eine Art Terrassierung geschaffen werden.

Ein klassisches Hochbeet ist Gemüsebeet und Langzeitkompost in einem. Denn in seinem Inneren befinden sich nicht nur zersägte Baumstämme und grober Strauchschnitt, sondern auch Rasensoden, Staudenschnitt und Küchenabfälle. Hochbeete eignen sich besonders gut, wenn man einen ungepflegten Garten übernommen hat, in dem viel langsam verrottendes Schnittmaterial von zu entfernenden Bäumen und Sträuchern anfällt, das so noch einem guten Zweck dient. Gibt es nicht genügend zu kompostierendes Ausgangsmaterial, können Sie das Hochbeet entweder niedriger bauen oder mit Gartenerde füllen und nur für die oberen 30–40 cm, in denen die Pflanzen wachsen, gutes Substrat einsetzen. Die Bewirtschaftung erfolgt wie in normalen Beeten. Eine Fruchtfolge kann in großen Hochbeeten innerhalb des Beetes oder über mehrere Hochbeete erfolgen.

Im Quadratbeet haben neun verschiedene Gemüsearten auf knapp eineinhalb Quadratmetern Platz! Auch wenn es enger aussieht, die Pflanzabstände entsprechen denen in einem normalen Beet.

Wird ein Hochbeet mit viel organischem Material gebaut, ändert sich die Nährstoffzusammensetzung im Lauf der Jahre. In den ersten beiden Jahren nach dem Aufbau können Sie mit einer großen Menge an Stickstoff rechnen. Durch den Verrottungsprozess kommt es, ähnlich wie in einem Komposthaufen, zu einer starken Wärmeentwicklung. Pflanzen Sie daher im ersten Jahr vorwiegend wärme- und nährstoffbedürftige Gemüsearten wie Kürbisgewächse. Auf nitratspeichernde Arten wie Spinat, Mangold und Salat sollten Sie in den ersten drei Jahren verzichten auf Seite 90. Ab dem dritten Jahr können auch Schwach- und Mittelzehrer auf das Beet.

HÜGELBEETE

Wie in einem Hochbeet kann auch im Hügelbeet viel organisches Ausgangsmaterial untergebracht werden. Durch die Hügelform sind die Anbaufläche und damit auch der Ertrag größer als auf einem Flachbeet. Auf den Hügelseiten kann das Sonnenlicht gut eingefangen werden, wenn man die Beete in Nord-Süd-Richtung aufschichtet. Wenn es genügend Ausgangsmaterial gibt, kann jedes Jahr ein Hügelbeet angelegt werden, um all den Strauchschnitt, der im Herbst anfällt, zu verwerten. Im Aufbau ähnelt es dem klassischen Hochbeet, nur kommt es ohne festen Rahmen aus: In der Mitte gibt es einen Kern aus grobem Material, über das hügelförmig die immer feiner werdenden Materialien geschichtet werden. Damit die Verrottung im Innern gut in Gang kommt, sollten Hügelbeete etwa 60 cm hoch und zwischen 120 und 150 cm breit sein. Die Bepflanzung beginnt im Frühjahr. Nach etwa sechs Jahren ist das organische Füllmaterial verrottet und Sie können den entstandenen Humus im Garten verteilen.

So wird ein Hochbeet gebaut

Bauen Sie den Hochbeetrahmen so stabil, dass er nicht vom Gewicht der eingefüllten Materialien nach außen gedrückt wird.

1 | Zweige und Äste (Durchmesser 5–7 cm) etwa 20 cm hoch einfüllen, darüber dünne Zweige. Beide Schichten jeweils mit Gartenerde bestreuen, gut mit Wasser einschlämmen und festtreten.

2 | Mix aus Rasensoden, Laub und Stroh, darüber Grün- und Küchenabfälle

3 | Grobkompost

4 | Gartenerde mit einem Drittel Feinkompost

Nach fünf bis sechs Jahren ist die Hochbeetfüllung zu Kompost abgebaut und kann im Garten verteilt werden.

Der Gemüsegarten im Topf

Auch ohne eigenen Garten können Sie zum Gemüsegärtner werden: Fast alle Gemüsearten gedeihen auch gut in Töpfen und Kästen auf Terrassen und Balkonen. Ausnahme sind tief wurzelnde Arten wie Rettich und Schwarzwurzel. Wichtig ist, dass die Töpfe ausreichend groß sind, um die Pflanzen gut mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen. Zucchini und Kürbis brauchen Gefäße mit einem Volumen von 30–60 l. Kartoffeln, Tomaten, Stangenbohnen, Gurken, Kopfkohl, Brokkoli und Grünkohl benötigen 10–20 l Wurzelraum. Mit kleinerem Erdvolumen kommen Salat, Radieschen und Kohlrabi aus. Für Balkone sind die leichteren Kunststofftöpfe eher geeignet als die schwereren Ton- oder Terrakottatöpfe. Auch in recycelten Gefäßen wie Reissäcken, Zinkwannen etc. ist Gemüseanbau im Urban Gardening Style möglich. Mit Hanging Baskets oder den neuen vertikalen Systemen mit mehreren Pflanztaschen erobern Sie die dritte Dimension. Letztere sind vor allem für Kräuter und Salate gemacht. Für größere Pflanzen reicht der Wurzelraum meist nicht aus. Ein integriertes oder nachträglich eingebautes Bewässerungssystem erleichtert es, die Pflanzen gleichmäßig mit Wasser zu versorgen. Egal, für welche Gefäße Sie sich entscheiden: Achten Sie darauf, dass sie ein oder mehrere Abzugslöcher im Boden haben, damit überschüssiges Regen- oder Gießwasser ablaufen kann.

FÜR EINEN GUTEN START

Gemüse im Topf braucht viel Aufmerksamkeit, denn bei dem beengten Wurzelraum gehen den Pflanzen schneller Nährstoffe und Wasser aus. Verwenden Sie darum nur hochwertige, strukturstabile Erde, die nicht zusammensackt und so den Wurzeln den Sauerstoff nimmt. Wenn möglich sollten Sie auf torfreduzierte oder torffreie Substrate zurückgreifen. Legen Sie eine 5–10 cm hohe Dränage aus Blähton oder Steinen auf dem Topfboden aus und füllen Sie dann das Substrat ein. Blähton ist leichter und damit für Balkone gut geeignet, Steine sind schwerer und stabilisieren die Töpfe auf Terrassen, damit sie bei Sturm nicht so schnell umfallen. Mischen Sie für die Starkzehrer schon einen Depotdünger unters Substrat. Das erspart Ihnen im Sommer das wöchentliche Düngen. Denn die Topfgemüse brauchen mehr Dünger als die Gemüse im Beet.

Kompaktes Balkongemüse

Es gibt eine topftauglicher Wurzelraum große Anzahl kompakter, Sorten, die mit dem beengten gut zurechtkommen.

GEMÜSESORTENAubergine ‘Bambino’, ‘Bianca a Uovo’, ‘Slim Jim’, Solanum aethiopicumErbse ‘Half Pint’, ‘Zufalo’, ‘Sugar Boy’, ‘Sugar Bon’, ‘Tom Thumb’ Gurke ‘Picolino’, ‘Printo’, ‘Salamanda’, ‘La Diva’, ‘Green Fingers’ Möhre ‘Pariser Markt’, ‘Duwicker’ Paprika ‘Yoshi’, ‘Zlata’, ‘Lombardo’, ‘Nazar’, ‘Flynn’ Tomate ‘Golden Nugget’, ‘Golda’, ‘Romello’, ‘Tumbling Tom’, ‘Tiny Tim’ Zucchini ‘Patio Star’, ‘Temprano de Argelia’, ‘Tondo Chiaro di Nizza’, ‘Gold Rush’

Erbsen und Bohnen können sich im Topf nicht selbst versorgen und brauchen Dünger.

GUT WÄSSERN

Abends noch Unmengen Gießkannen schleppen, um alle Gemüsetöpfe gut zu wässern, ist vor allem im Sommer ein tägliches Fitnessprogramm – nachdem man schon morgens seine Runde gedreht hatte … Vor allem an heißen Sommertagen verbrauchen Topfpflanzen schnell das in der Erde gespeicherte Nass. Wichtigste vorbeugende Maßnahme: Planen Sie die Töpfe nicht zu klein ein. Nehmen Sie Kunststofftöpfe anstelle von Tontöpfen, die auch etwas Wasser aus der Erde saugen. Verwenden Sie gute Erde mit Wasserspeicher oder legen Sie eine Wasserspeichermatte auf den Topfboden. Gefäße mit Wasserreservoir erleichtern die Arbeit um ein Vielfaches: Hier brauchen Sie nur noch nach dem Wasserstand zu schauen. Achten Sie auf Gefäße mit Überlauf, sodass überschüssiges (Regen-)Wasser ablaufen kann und die Pflanzen nicht ertrinken. Bewässerungssysteme, die die Pflanzen über Tropfer eigenständig versorgen, machen die tägliche Pflege noch entspannter. Auch verlängerte Wochenenden oder die Urlaubszeit vergehen so ohne Stress für Sie oder die Pflanzen. Lesen Sie dazu mehr auf Seite 41.

Endivien und Pflücksalate sind genügsam in ihren Raumansprüchen: Ihnen reichen Pflanztaschen, Balkonkästen oder Töpfe aus, die platzsparend an einer Wand montiert werden können.

In Pflanzsäcken oder ausgemusterten Reissäcken gedeihen Kartoffeln aufs Vorzüglichste. Nachhaltiger wird es, wenn die Pflanzsäcke so stabil sind, dass sie mehrmals genutzt werden können.

PLANEN &SÄEN

Einen Anbauplan in der Tasche zu haben ist gut, doch ist er selten so fix, dass man ihn nicht auch wieder umwerfen kann. Er gibt Sicherheit, denn im Gemüsegarten können sich die Umstände rascher ändern, als Sie denken …

Da laufen Ihnen in der Gärtnerei noch Fenchelsetzlinge über den Weg oder die besondere historische Tomatensorte. Oder die Nachbarn reichen Zucchinipflanzen über den Gartenzaun, die sie gut untergebracht wissen wollen. Oder Sie sind plötzlich auf den Endiviengeschmack gekommen und möchten diesen Sommersalat auch im Garten anbauen. Aber wohin? Mit einem Blick auf Ihren Anbauplan können Sie sofort sehen, wo Sie die Neuzugänge unterbringen können. Denn in ihm ist nicht nur verzeichnet, wo dieses Jahr welches Gemüse stehen soll, sondern auch was in den letzten Jahren war. Die Gesamtheit aller Anbaupläne und Notizen sind in einem Gartentagebuch gut aufgehoben, egal ob es ein kleines Hosentaschen-Notizbuch, ein großer Schreibblock oder eine Lose-Blatt-Sammlung wie bei mir ist. Zum Planen gehört jedoch nicht nur, dass Sie alle Gemüse irgendwie und irgendwo verteilen, sondern dass Sie wenn möglich das ganze Jahr über frisches Gemüse ernten können. Dabei helfen Ihnen nicht nur ausgeklügelte Aussaatpläne, sondern auch Frühbeete und Folientunnel.

Warum Sie einen Plan haben sollten

Einfach mal anfangen? Jungpflanzen setzen, Samen säen und am liebsten nächste Woche schon die erste Ernte einfahren? Das geht erst einmal auch ohne Plan, wenn Sie herausfinden wollen, ob Gemüse anzubauen überhaupt etwas für Sie ist. Aber beherzigen Sie meinen Tipp: Machen Sie sich Notizen. Wo stand welches Gemüse, wie ist es gewachsen und waren Sie damit zufrieden? Diese Aufzeichnungen werden Sie im nächsten Jahr zu schätzen wissen, wenn Sie sich doch an eine Anbauplanung machen. Denn langfristig gut im Gemüsegarten zu wirtschaften, mit gesundem Wachstum und üppiger Ernte, funktioniert besser, wenn Sie einen Plan haben, genauer gesagt einen Anbauplan. Und da es meist anders kommt als geplant, etwa wenn doch noch Kohlrabi-, Fenchel- oder Kopfkohlsetzlinge über den Zaun gereicht wurden und irgendwo untergebracht werden müssen, notieren Sie diese Abweichungen spätestens im Herbst, wenn Sie die Beete abernten.

Wenn Sie sich an die Anbauplanung machen, halten Sie sie so einfach wie möglich. Beginnen Sie mit der Fruchtfolgeplanung. Und wenn die erst einmal ein paar Jahre funktioniert, können Sie sich auch an die etwas komplexere Zusammenstellung von Mischkulturen machen.

DIE PFLICHT: FRUCHTFOLGEPLANUNG

Bei der Rotations- oder Fruchtfolgeplanung legen Sie fest, auf welchem Beet welche Gemüseart wächst und auf welches Beet sie im nächsten Jahr wechseln wird. Hintergrund ist, dass man bei fast allen Gemüsearten eine Anbaupause an demselben Ort von drei bis vier Jahren empfiehlt. Das verhindert, dass der Boden einseitig Nährstoffe verliert, vor allem bei den Mikronährstoffen und Spurenelementen, und dass sich auf bestimmte Gemüsearten spezialisierte Schädlinge anreichern, die den Gemüseanbau ganz schön erschweren können. Am einfachsten lässt sich die Fruchtfolge planen, wenn die Anzahl Ihrer Beete durch drei oder durch vier teilbar ist. Dann ist eine Gemüseart nach drei Jahren über drei Beete gewandert und dann wieder auf dem ersten Beet. Bei einer vierjährigen Rotation ist das vierte Beet mit Gründüngung bepflanzt ab Seite 39. Eine Gründüngung im vierten Jahr füllt die Nährstoffspeicher wieder auf und tut dem Boden überhaupt sehr gut. Vor allem die Hülsenfrüchte reichern den Boden mit viel Stickstoff an, der dann den Starkzehrern wieder zur Verfügung steht.

NÄHRSTOFFBEDARF UND PFLANZENFAMILIEN

Verteilen Sie die Gemüsearten nach ihrem Nährstoffbedarf auf den Beeten: Starkzehrer mit hohem Stickstoffbedarf, Mittelzehrer mit mittlerem Bedarf und Schwachzehrer mit niedrigem Bedarf. Die Mittelzehrer brauchen das auf, was die Starkzehrer übrig lassen, und die Schwachzehrer kommen mit dem aus, was die Mittelzehrer hinterlassen.

Wenn diese Verteilung dann noch mit der Zugehörigkeit zu den jeweiligen Pflanzenfamilien kombiniert wird, ist Ihre Fruchtfolgeplanung nahezu unschlagbar. Denn es gibt spezialisierte Krankheitserreger und Schädlinge, die nur Mitglieder einer Pflanzenfamilie oder einer Gattung befallen. Ein Beispiel: Werden jedes Jahr auf demselben Beet Kohl, Kohlrabi oder Radieschen angebaut, können sich auf die Kohlfamilie spezialisierte Schädlinge und Krankheiten wie Kohlfliege und Kohlhernie im Boden vermehren, die Pflanzen befallen und die Ernte wird von Jahr zu Jahr geringer. Darum wechselt man auf einem Beet auch die Pflanzenfamilien durch. Um die Schädlinge und Krankheiten auszuhungern, ihnen also keine Wirtspflanzen zu liefern, pausiert man mindestens vier Jahre lang mit dem Anbau auf ein und demselben Beet. Mit der vierjährigen Fruchtfolgeplanung lässt sich das gut kombinieren.

Vierjährige Fruchtfolgeplanung

Wird der Gemüsegarten nachhaltig gepflegt, legt man drei Beete für Gemüse und eines für Gründüngung fest, die dann in den folgenden Jahren nacheinander genutzt werden.

Beet 1 | für Starkzehrer mit Kompost oder kompostiertem Stallmist im Frühling vorbereiten

Beet 2 | für Mittelzehrer mit Kompost vorbereiten

Beet 3 | für Schwachzehrer: ohne Vorbereitung

Beet 4 | für Gründüngung

GEMÜSEVERWANDTSCHAFT

Am häufigsten sind wohl die Kreuzblütengewächse im Gemüsegarten vertreten: mit allen Kohlarten, Radieschen, Rettich und Rucola. Das kann die Planung manchmal ganz schön aufwendig machen, wenn man die ganze Vielfalt möchte. Zu den Korbblütengewächsen gehören Kopf- und Pflücksalat, Zichoriensalate, Radicchio und Schwarzwurzel. Doldenblütengewächse sind Möhre, Pastinake und Fenchel. Kürbis, Gurke, Melone und Zucchini sind Kürbisgewächse. Zu den Nachtschattengewächsen zählt man Tomate, Kartoffel, Paprika und Aubergine. Hülsenfrüchte oder Leguminosen sind Erbsen und Bohnen und ein paar Gründüngungspflanzenauf Seite 40. Wenn Sie die Gemüse nun nach ihrer Familienzugehörigkeit einteilen, kommen Sie dem Nährstoffbedarf schon sehr nah, da die meisten Kohlarten, Nachtschattengewächse und Kürbisgewächse Starkzehrer, die meisten Wurzelgemüse Doldenblütler und Mittelzehrer und die meisten Salate und Hülsenfrüchte Schwachzehrer sind.

All das zu beachten, hört sich zunächst sehr komplex an, doch wird es Ihnen die Planung in den kommenden Jahren erleichtern. Denn haben Sie erst einmal einen Fruchtfolgeplan aufgestellt, ist die meiste Kopfarbeit erledigt und Sie kommen im Frühling schneller in den Garten, um zu säen, zu pflanzen und zu ernten. Der Clou: Im nächsten Jahr wandern alle Gemüsearten einfach ein Beet weiter und neue Gemüse können einfach entsprechend ihrer Zugehörigkeit eingegliedert werden. Wer mit wem verwandt ist, werden Sie bald raushaben. Im Serviceab Seite 150 gibt es eine Tabelle mit allen zusammengefassten Informationen.

Fruchtfolge und Mischkultur lassen sich gut auf Hochbeete übertragen. Ein Plus: Die Erde erwärmt sich im Frühjahr schneller und Sie können eher in die Saison starten.

DIE KÜR: MISCHKULTUR

Haben Sie die Fruchtfolgeplanung als das Nacheinander auf dem Beet gut im Griff, können Sie noch einen Schritt weiter gehen und auch das Miteinander im Beet planen. Das ist jedoch etwas komplexer. Denn hier geht es um Gemüsearten, die sich miteinander vertragen oder nicht. Dafür gibt es ausgeklügelte Tabellen. Viele Kombinationen sind im Laufe der Jahrhunderte durch Beobachtung entstanden. Manche Gemüsearten beeinflussen sich positiv oder negativ. Die Beeinflussung passiert vor allem über Wurzelausscheidungen, aber auch über die Konkurrenz um Nährstoffe, Wasser und Licht.

Ein sehr guter Partner für fast alle Gemüse ist der Spinat, denn er scheidet Saponine aus, die den anderen Gemüsen guttun. Ein Klassiker-Pärchen sind Möhre und Lauch, sie wachsen gut zusammen und sollen sich gegenseitig, wenn sie nah genug beieinander stehen, Möhren- bzw. Zwiebelfliege vom Leib halten. Wissenschaftlich nachgewiesen wurde das bisher noch nicht. Wenn Sie Mischkulturen planen, achten Sie auch auf die Wuchsform. Hohe Gemüse können gut mit niedrigen unterpflanzt werden: Tomaten und Mais z. B. mit Salat. Ausladende Gemüsearten sollten nicht zu dicht stehen, sonst haben beide keinen Platz zum Wachsen. Orientieren Sie sich an den einschlägigen Tabellen, machen Sie aber auch eigene Erfahrungen, welche Gemüsekombinationen gut funktionieren.