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Geschmeidige Kost ist nicht nur ein Thema für Babys und Kleinkinder sowie ältere Menschen, es gibt auch zahlreiche Erkrankungen, die mit Schluckstörungen assoziiert sind. Ungeeignetes, lieblos zubereitetes Essen macht für Betroffene die Nahrungsaufnahme zu einem Stressfaktor. Es gibt eine Alternative – die im wahrsten Sinne des Wortes „geschmeidige Kost“. Das Prinzip ihrer richtigen Zubereitung besteht in der Verwendung der geeigneten Nahrungsbestandteile, Gewürze und Zutaten – von würzigen Gemüsesuppen bis hin zu fruchtigen Smoothies. Zwei Experten und eine Betroffene präsentieren in diesem Buch das neuartige Ernährungskonzept. Zudem bieten sie Tipps und Tricks im richtigen Umgang mit Schluckstörungen. Eine umfangreiche Rezeptsammlung komplettiert das Buch, das positive Emotionen zum Essen wecken und einen kompetenten Umgang mit der Einschränkung körperlicher Funktionen vermitteln möchte.
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Seitenzahl: 91
Veröffentlichungsjahr: 2018
Geschmeidige Kost
GESCHMEIDIGE KOST
Essen ohne Barriere
von
Boban M. Erovic Piero Lercher Claudia Braunstein
Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.
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Soweit im Folgenden personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf Frauen und Männer in gleicher Weise (generisches Maskulin).
ISBN Buch 978-3-214-01487-2
ISBN E-Book: 978-3-214-01489-6
© 2018 MANZ’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung GmbH, Wien
Telefon: (01) 531 61-0
E-Mail: [email protected]
www.manz.at
Layout und Satz: www.petryundschwamb.com
Druck: FINIDR, s.r.o., Český Těšín
GELEITWORT
Werte Leserschaft, mit diesem Buch geht für mich als Dysphagiebetroffene ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Im Sommer 2011 bin ich an einem Zungenkarzinom erkrankt, gelte als geheilt, lebe aber mit massiven Einschränkungen des Kau- und Schluckaktes. Seit 2012 veröffentliche ich auf meinem Food Blog Rezepte, die ich aus eigener Betroffenheit entwickle. Nun darf ich eine Auswahl aus meiner großen Sammlung in diesem Ratgeber veröffentlichen.
Die gute Nachricht: Ernährung mit Kau- und Schluckstörungen muss nicht langweilig und eintönig sein. In vielen Fällen ist es auch nicht vonnöten, ausschließlich auf Breikost oder eingedickte Flüssigkeiten zurückzugreifen. Und ich möchte zeigen, dass man diese Kostform auch attraktiv servieren kann. Meine Rezepte sollen Inspiration und Essvergnügen sein.
Herzlichst
Claudia Braunstein
Wien, Juni 2018
INHALT
Geleitwort
Vorwort
Die Autoren
HISTORISCHER ÜBERBLICK
PHYSIOLOGISCHE GRUNDLAGEN
Physiologie und zentrale Steuerung des Schluckens
Die orale Vorbereitungsphase
Orale Transportphase
Rachen-Transportphase
Speiseröhren-Transportphase
Riechen und Schmecken
Schmecken
Riechen
MEDIZINISCHE GRUNDLAGEN UND ERKRANKUNGEN, DIE MIT SCHLUCKSTÖRUNGEN ASSOZIIERT SIND
Definitionen: Dysphagie und Aspiration
Ursachen für Schluckstörungen
Mundhöhle und Rachen
Speiseröhre
Schilddrüse
Mechanisch/Neurologisch/Neurodegenerativ bedingte Dysphagien
Organveränderungen, die Dysphagie auslösen
Iatrogene Ursachen von Dysphagie nach Behandlung von Kopf- und Halstumoren
Fazialisparese (= Lähmung des Gesichtsnervs)
Karzinom der Lippen
Mund- und Rachen-Chirurgie
Zungengrund-, Kehlkopf- und Rachenkarzinome
Strahlentherapie
Luftröhrenschnitt (Tracheotomie)
Ernährungssonden: Die perkutane Gastrostomie und die Nasogastralsonde
Alter
Bewertung des Schluckens
Rehabilitation
Präventive Maßnahmen
Ausgleichsmanöver
Kausale Therapie
Adaptierende Therapieformen
PRAKTISCHE TIPPS UND TRICKS IM UMGANG MIT SCHLUCKSTÖRUNGEN
Kau- und Schluckstörungen im Alltag
Auswärts essen gehen
Auf Reisen mit Dysphagie
PRAKTISCHE TIPPS UND TRICKS IM UMGANG MIT VON SCHLUCKSTÖRUNGEN BETROFFENEN PATIENTEN
Das akute Verschlucken
Das ärztlich-therapeutische Gespräch mit Patienten
Stimme und Sprache
Die Konsistenzgrade
Andere Möglichkeiten der Nahrungszufuhr
DIE DOS AND DON’TS
Die Dos
Betroffene beim Essen in Gesellschaft
Angehörige und Beteiligte beim Essen in Gesellschaft
Schluckübungen
Die Don’ts
Schluckübungen
Bananen und Fruchteis
Rindfleisch
DIE RICHTIGEN KOCHUTENSILIEN
Wichtige Hilfsmittel
GESCHMEIDIGE REZEPTE
Vorspeisen, Suppen, Hauptspeisen, Nachspeisen, Naschereien, Snacks, Smoothies & Cocktails
Akutspeisen
Eier: entweder gekocht oder gebraten
Schmalzbrot
Schlagobers
Nudeln
Klassische Speisen
Qualität der Zutaten
Vorspeisen
Panna Cotta mit Spinat
Panna Cotta mit Spargel
Pochiertes Ei mit jungem Spinat
Fischaufstrich mit Räucherforelle
Ei im Glas mit Lachs
Bohnenhummus
Erbsenhummus
Pfirsich-Avocado-Tartar
Guacamole
Eingelegter Frischkäse mit Kräutern
Gehackte Kalbsleber
Kräuterfrischkäse-Kuchen
Rote-Rüben-Aufstrich
Suppen
Rote-Rüben-Suppe mit Orange
Kartoffelcremesuppe
Spargelcremesuppe
Kalte Gurkensuppe
Kürbiscremesuppe
Kohlrabicremesuppe
Erbsensuppe mit Minze
Karotten-Apfelsuppe
Tomatensuppe
Spinatsuppe
Süßkartoffelsuppe
Hauptspeisen
Hühnerknöderl mit Käsesauce
Hühnchen mit Pilzen
Lachstartar mit Avocado
Beef Tartar
Lachstaler mit Kresse-Frischkäse
Polentaknöderl mit Karottenstampf
Kartoffelkrapferl
Polentabrei mit Gemüsewürfel
Scampi-Nocken mit Gemüsesuppe
Kartoffelpüree
Rindfleischlaibchen mit Tomatensauce
Feines Kalbspüree mit Karottenmousse
Nachspeisen/Desserts
Wintertopfencreme mit Zimt und Orangen
Sommerliche Topfencreme
Beeren mit Haferflocken
Apfelmus
Cheesecake ohne Boden
Topfen-Schmarrn
Erdbeer-Panna-Cotta
Zwetschkenröster
Schokolademousse mit Avocado
Biskuit mit Pfirsichschaum
Apfeltiramisu
Snacks und Naschereien
Beeren-Punsch-Gelee
Getränke, Cocktails und Smoothies
Bananenshake
Mangolassi
Hot Chocolate mit Schlagobers
Vanille-Bananen-Litschi-Shake
Beeren-Cocktail
Feigen-Honig-Drink
Spinat-Gurken-Apfel-Smoothie
Ananas-Salat-Smoothie
Erdbeer-Buttermilch-Drink mit Haferflocken
Chai-Lassi mit Kardamom
Kipferlkaffee
Rote-Rüben-Smoothie
Melonen-Gurken-Drink
UNTERSTÜTZENDE LEBENSMITTEL
Pouches
LANGZEITPATIENTEN MIT DYSPHAGIE
TIPPS FÜR DEN ALLTAG
Vorsicht bei der Auswahl der Erstspeise
Geeignete und ungeeignete Speisen
Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme
Essen nach Strahlentherapie
GOURMET-TIPPS
FRAGEN UND ANTWORTEN
Rezeptindex
Wichtige Adressen und Links
Dank
Bildnachweis
VORWORT
Jeder Mensch ist im Laufe seines Lebens mit Schluckstörungen oder Schwierigkeiten beim Schlucken konfrontiert. Geschmeidige Kost ist daher nicht nur ein Thema für Babys, Kleinkinder und zahnlose alte Menschen, sondern es gibt auch zahlreiche Umstände und Erkrankungen, die mit Schluckstörungen verbunden sind. Man denke da beispielsweise an Halsschmerzen oder zahnheil-kundliche Eingriffe, die zumindest für kurze Zeit das Schlucken einschränken, aber auch an Demenz- oder Schlaganfallpatienten. Ein weiterer Punkt sind sogenannte iatrogen bedingte Schluckstörungen, die nach therapeutischen oder operativen Eingriffen auftreten. Die größte Herausforderung sind hier operative Eingriffe im Kopf-Hals-Bereich bei Tumorerkrankungen.
Das Ernährungsmanagement ist meistens durch Passieren und Pürieren herkömmlicher Gerichte charakterisiert. Das Ergebnis sind häufig optisch wenig ansprechende und lieblos zubereitete Speisen, die nicht unbedingt zum Verzehr animieren.
Die unappetitlichen Breizubereitungen schmecken nicht nur schlecht, sondern sind oftmals auch falsch gewürzt und enthalten Zutaten, die von den Betroffenen nicht vertragen werden. Diese ungeeignete Ernährungsweise wird als massive Einschränkung der Lebensqualität erlebt. Schluckstörungen und ungeeignetes Essen machen letztendlich die Nahrungsaufnahme zu einem unangenehmen Stressfaktor und schlimmstenfalls zu einer Tortur.
Menschen mit einer ernsthaften Schluckstörung werden von jeder Aktivität, bei der Speisen oder Getränke involviert sind, ausgeschlossen. Dies bedeutet oftmals auch das Ende ihres Soziallebens. Es gibt jedoch eine geeignete Lösung – die im wahrsten Sinne des Wortes „geschmeidige Kost“.
Die hohe Kunst der Zubereitung barrierefreier Kost besteht in der Verwendung der richtigen Zutaten und dem adäquaten Einsatz von Kräutern und Gewürzen. Geschmeidige Kost kann sehr gut schmecken, wenn man sie richtig und appetitlich zubereitet.
Der aktuelle Trend, naturgerechte Gemüsesuppen oder fruchtige Smoothies zu genießen, zeigt, dass geschmeidige Kost auch ein Thema für Personen ohne Schluckstörungen ist – auch in Gourmetkreisen. Die Lebensmittelindustrie antwortet auf diesen Trend mit neuen Produkten wie zum Beispiel den sogenannten Pouches, das sind Quetschpackungen mit püriertem Obst- und Gemüse, als gesunder Snack zwischendurch.
Dieses Buch bietet einen umfassenden Einblick in die Problematik der Schluckstörungen und präsentiert viele Tipps und Tricks im Umgang mit dieser Symptomatik sowohl für Betroffene als auch für Angehörige. Die vorgestellten Rezepte sollen zum Kochen geschmeidiger Kost animieren, die einerseits gut verträglich ist, aber vor allem auch sehr gut schmeckt!
Wir hoffen hiermit einen wertvollen Beitrag zur Gesundung betroffener Menschen leisten zu können und wünschen viel Spaß beim Lesen und Kochen.
Piero Lercher und Boban M. Erovic
Wien, Juni 2018
DIE AUTOREN
Dr. Boban M. Erovic
Abteilungsvorstand des Instituts für Kopf- und Halserkrankungen im Evangelischen Krankenhaus Wien. Seine Spezialgebiete sind die Kopf-Hals-Chirurgie und die Mikrovaskuläre Rekonstruktion nach Krebserkrankungen von Mundhöhle, Rachen, Kehlkopf.
Dr. Piero Lercher
Sportarzt, Präventiv- und Umweltmediziner, Lehrbeauftragter an der Medizinischen Universität Wien, Autor zahlreicher (Fach-)Publikationen und Bücher, Medizinjournalist und Karikaturist. Er gilt als ausgesprochener Feinschmecker und bekennender Verfechter von Qualitätsprodukten in der Nahrung. In seiner Tätigkeit als Arzt untermauert und bekräftigt er die Bedeutung einer adäquaten Ernährung als wichtigen und unverzichtbaren Bestandteil eines klassisch-naturwissenschaftlichen Behandlungsregimes.
Claudia Braunstein
Dysphagie-Betroffene durch ein überstandenes Zungenrandkarzinom. Bloggt seit 2012 Rezepte und Lokalempfehlungen für Menschen mit Kau- und/oder Schluckproblemen und schreibt Erzählungen rund um ihre Krebserkrankung. Leidenschaftliche Köchin mit Hang zu Regionalität und saisonabhängiger Küche. Zertifizierte Salutologin und Psychoonkologin. Jury-Preisträgerin Food Blog Award 2015.
HISTORISCHER ÜBERBLICK
Neben dem unmittelbar nach der Geburt einsetzenden Atemreflex ist der Schluckreflex eine weitere lebensnotwendige physiologische Reaktion. Sobald das Neugeborene an der weiblichen Brust angelegt wird, beginnt es zu saugen und die Muttermilch durch den Schluckvorgang aufzunehmen. Die Fähigkeit zu schlucken wird so zu einer Frage des Überlebens.
Die klassisch-naturwissenschaftliche Medizin befasst sich interessanterweise erst seit knapp über 100 Jahren mit Störungen der Schluckfunktion im Sinne einer Dysphagie. Dass dieser Thematik in letzter Zeit jedoch intensivere Aufmerksamkeit geschenkt wird, mag wohl mit der zunehmenden Häufigkeit von durch Schlaganfälle bedingten Schluckstörungen zusammenhängen. Zudem wird offener über diese Thematik gesprochen und sowohl direkt als auch indirekt Betroffene tauschen sich vermehrt öffentlich – beispielsweise in Internetforen – aus.
Dysphagie bedeutet im Griechischen (dysphagein) Schluckstörung. Diese entsteht durch eine Funktionsstörung aller Strukturen, die am Schluckakt beteiligt sind.
Eine der ältesten Aufzeichnungen über eine Schluckstörung stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. So soll Sophokles, einer der größten griechischen Tragödiendichter, dessen Werke nach wie vor auf den bedeutendsten Bühnen der Welt gespielt werden, beim Genuss von Weintrauben an einer Weinbeere erstickt sein.
Abb. 1: Sophokles soll beim Genuss von Weintrauben an einer Beere erstickt sein.
Unter Einbeziehung historischer Fakten aus der Rechtskunde kommt man zu dem Schluss, dass Schluckstörungen schon viel früher ein Thema gewesen sein müssen. So wurde bereits im alten Ägypten Delinquenten, die dem Feind Staatsgeheimnisse verrieten, als Strafmaßnahme die Zunge durchbohrt oder abgeschnitten. Konstantin III., im 7. Jahrhundert n. Chr. Kaiser von Byzanz, ließ seiner Stiefmutter die Zunge abschneiden und verbannte sie nach Rhodos, damit sie nicht das Volk aufwiegele. Im Mittelalter verhängte man Verstümmelungsstrafen in der Absicht, den Verurteilten entsprechend dem alttestamentarischen Grundsatz „Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß“ zu bestrafen und lebenslang als Verbrecher zu stigmatisieren. Verbrechen und Delikte wie Gotteslästerung, Meineid, Verleumdung, falsche Anklage, Verrat, Schmähung der Obrigkeit und nicht autorisierte Ausübung der Gerichtsbarkeit wurden mit dem Einschlitzen, Ausreißen oder Abschneiden der Zunge bestraft. Man kann davon ausgehen, dass die Betroffenen beträchtliche Schluckstörungen hatten, aber weil sie eben als Verbrecher galten und verbannt oder gar als vogelfrei erklärt wurden, kümmerte sich darum niemand.
Zur Zeit der Aufklärung beschrieb der italienische Anatom und Chirurg Antonio Maria Valsalva unzählige Beobachtungen und Kasuistiken, darunter auch die Valsalva-Dysphagie, eine Schluckstörung nach Luxation oder Fraktur des Zungenbeins. Valsalva hat auch den Musculus cricopharyngeus als anatomische Abgrenzung von der übrigen Rachen- und Speiseröhrenmuskulatur beschrieben.
Die erste chirurgische Entfernung eines verschluckten Fremdkörpers durch eine sogenannte Speiseröhrenschlitzung (Ösophagotomie) wurde 1738 vom Franzosen M. Goursaud durchgeführt. Zuvor praktizierte man das Hinabstoßen des Fremdkörpers in den Magen, wo dieser durch den Stuhlgang abgehen sollte. Das Steckenbleiben eines Fremdkörpers in der Speiseröhre (Ösophagus) gilt als das häufigste und schon in ältesten Zeiten behandelte Symptom einer Schluckstörung.
Eine weitere historische Dysphagiebeschreibung findet man im „Journal der practischen Heilkunde“ aus dem Jahr 1816 von Christoph Wilhelm Hufeland und Johann Christian Friedrich Harless, wo eine Dysphagie beschrieben wird, die – durch ein Aneurysma veranlasst – zu einer Übersäuerung des Magens (Dyspepsie) führt und durch die Gabe von Emser Wasser therapiert werden könne. Friedrich Busse beschreibt 1825 im „Journal der practischen Arzneykunde und Wundarzneykunst“, Band 60, die Kasuistik einer langwierigen rheumatisch-spastischen Dysphagie.
Mit der Entwicklung der Ösophagoskopie durch Stoerck (1866), Kussmaul (1868), Waldenburg (1870), von Hacker (1894) und Mikulicz (1901) und den Arbeiten von Killian und seinen Schülern Brünings und von Eicken (1908) wurde das Interesse für die Physiologie und Pathologie der oberen Speisewege endgültig geweckt.
Abb. 2: Die Anatomie der Speiseröhre. Als Ösophagoskopie wird eine Spiegelung der Speiseröhre bezeichnet. Diese erfolgt bei unterschiedlichen Krankheitsbildern mithilfe eines Endoskops.
Der k.u.k. Pilot und Arzt Constantin Alexander Economo Freiherr von San Serff beschrieb im Jahr 1917 die Encephalitis lethargica, ein damals neues Krankheitsbild mit abnormen Schlafstörungen, Kau- und Schluckstörungen, deren entzündlichen und infektiösen Charakter er nachweisen konnte.
Abb. 3: Constantin Alexander Economo Freiherr von San Serff im Jahr 1910.
