Gesichter zeichnen - Desiree Delage - E-Book

Gesichter zeichnen E-Book

Desirée Delâge

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Beschreibung

  • Gesichter anatomisch und systematisch frei zeichnen lernen – ohne Vorkenntnisse
  • Detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu den einzelnen Gesichtselementen
  • Ausdrucksstarke Porträts zeichnen mit Graphit, Kohle und Rötel

Mit diesem Buch lernst du Schritt für Schritt das Zeichnen von Gesichtern und Porträts. Dafür brauchst du kein Talent und keine Vorkenntnisse, sondern nur Stift, Papier, ein bisschen Übung und dieses Buch.

Die Autorin erläutert anschaulich, wie der Kopf und das Gesicht anatomisch aufgebaut sind, um dich so systematisch mit den Proportionen vertraut zu machen, die du grundlegend beachten musst, um Gesichter frontal und im Profil realitätsgetreu zeichnen zu können. Hierbei lernst du, sowohl den klassischen als auch den modernen Gesichtsaufbau aus verschiedenen Perspektiven zu zeichnen.

Daraufhin zeigt dir die Autorin detailliert das Zeichnen einzelner Gesichts-elemente wie Augen, Nase, Mund und Ohren.

Außerdem bekommst du noch eine Reihe von Hilfstechniken an die Hand, mit denen du deine Zeichenkünste weiterentwickeln und festigen kannst.

Abschließend lernst du, wie du dein Wissen über das Zeichnen von Gesichtern nutzen kannst, um charakteristische Porträts zu zeichnen. Dafür zeigt dir die Autorin die Stärken der Materialien Graphit, Kohle und Rötel und wie du diese nutzen kannst, um ausdrucksstarke Porträts zu zeichnen.

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Seitenzahl: 146

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Desirée Delâge
Gesichter zeichnen
Porträts und Stile
methodisch und frei zeichnen lernen
Impressum
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbib-
liografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
ISBN 978-3-7475-0558-8
1. Auflage 2023
www.mitp.de
Telefon: +49 7953 / 7189 - 079
Telefax: +49 7953 / 7189 - 082
© 2023 mitp Verlags GmbH & Co. KG, Frechen
Dieses Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung
außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages
unzulässig und strafbar. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen,
Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem
Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche
Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten
wären und daher von jedermann benutzt werden dürften.
Lektorat: Sabine Schulz
Sprachkorrektorat: Christine Hoffmeister
Coverbild: Adobe Stock, ©Rawpixel
electronic publication: CPI books GmbH, Leck
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nhalt
Vorwort
8
1 Grundlagen
10
1.1 Die innere Einstellung
11
1.2 Materialkunde
12
1.3 Lockerungsübungen
14
1.4 Schraffur
16
1.5 Druckstärke
20
1.6 Grundformen zeichnen
24
2 Wahrnehmungsschulung
30
2.1 Schädelanatomie
32
2.2 Gesichtsbereiche einzeichnen
34
2.3 Gesichtsaufbau klassisch
38
Frontal – Schema
40
Frontal – in Fotos einzeichnen
42
Profil – Schema
44
Profil – in Fotos einzeichnen
46
2.4 Gesichtsaufbau modern
48
Frontal
50
Profil
54
Modern 3/4
58
2.5 Gesichtsaufbau moderne Varianten
62
3 Gesichtselemente
66
3.1 Auge
68
Frontal
68
Seitlich
70
Profil
72
3.2 Nase
74
Frontal
74
Seitlich
76
Profil
78
3.3 Mund
80
Frontal
80
Seitlich
82
Profil
84
6
Inhalt
4 Hilfstechniken
88
4.1 Die Rastertechnik
90
4.2 Auf dem Kopf zeichnen
92
4.3 Durchpausen
94
4.4 Exkurs: Modellieren
96
5 Porträts zeichnen
98
5.1 Graphit
100
5.2 Porträt zeichnen mit Graphit
102
Klassische und matte Bleistifte
102
5.3 Porträt zeichnen mit Graphit
106
Minenhalter und Graphitpulver
106
5.4 Porträt zeichnen mit Graphit
110
Trocken und nass
110
5.5 Kohle
114
5.6 Porträt zeichnen mit Kohle
116
Kohlestift und natürliche Zeichenkohle
116
Vertikale Schraffur
120
Trocken und nass
124
5.7 Rötel
128
5.8 Porträt zeichnen mit Rötel
130
Rötelzeichnung graduieren
130
Rötel und Sepia
134
Trocken und nass
138
Danksagung
142
Über die Autorin
143
Index
144
Vorwort
9
Vorwort
Mit diesem Buch habe ich versucht, dem gi-
gantischen Thema des Gesichter-Zeichnens
ein weiteres wertvolles Nachschlagewerk mit
konkreten und detaillierten Anleitungen zu
bieten. Es geht mir vorallem darum, zu ver-
mitteln, dass es im Genre »Zeichnen« die Dis-
ziplin gibt, das Zeichnen von Gesichtern ana-
tomisch und systematisch aufzubauen, ohne
dabei stumpfabzuzeichnen. Es geht um das
Verständnis von Anatomie, räumlichem Vor-
stellungsvermögen, der Zeichenmethoden
und der Stile dahinter.
Dabei erfinde ich das Rad nicht neu. All die
Techniken sind eine Sammlung dessen, was
ich im Laufe der Jahre über das Zeichnen ge-
lernt habe. Die Methoden sind alt, die Sys-
tematik dahinterentwickelte sich zusammen
mit meinen Schülern.
Die Idee dazu kam nämlich, als ich nach Ma-
lereikursen zu Porträts auf Leinwand gefragt
wurde. Meine Überlegung dazu war, dass
man Schülern schlecht das Malen von Por-
träts beibringen kann, wenn diese zuvornie
richtig gelernt haben, Gesichter zu zeichnen.
Deswegen: erst Zeichnen lernen, dann Ma-
len. So entstanden damals meine Online-Kur-
se zum Zeichnen lernen von Gesichtern und
dazu nun begleitend dieses Buch.
Es bietet Anfängern die Basis für das freie
Zeichnen und Aufbauen von Gesichtern und
den Gesichtselementen. Dieses Wissen hilft
natürlich auch enorm beim Zeichnen nach
Fotovorlage. Denn sobald wir verstehen, was
wir abbilden und uns nicht von Kästchen zu
Kästchen hangeln müssen, haben wir die
zeichnerische Freiheit erlangt, einen eigenen
Stil zu entwickeln und ab dann eigene Kunst-
werke zu erschaffen. Nicht kopieren, son-
dern konstruieren!
Fortgeschrittene und alle, die fleißig üben,
erhalten im Verlaufdes Buches vertiefendes
Wissen über das Zeichnen sowie Einblicke in
dem Umgangmit den ältestenZeichenmit-
teln der Menschheit: Graphit ist und kann so
viel mehrsein als nurein Bleistift, mit Koh-
le
zeichnetman auch flüssig und die Rötel-
zeichnung ist der älteste und in diesem Buch
komplexeste Zeichenstil.
Das Buch ist während der Corona-Krise, kurz
nach dem Ausbruch des Ukraine-Krieges und
währendderPapier-Kriseentstanden.Viele
Bücher,die in dieserZeithättenveröffent-
lichtwerdensollen, wurdendeswegenzu-
rückgehalten.Umdieses Buchdennoch zu
ermöglichen,haben wiruns dazu entschie-
den, einigeTeile in Schwarz-Weißzu dru-
cken.DiesePassagensind ohnehin zum
größten Teil Zeichnungenin Kohleund Gra-
phit — deswegenzügeltbitteeurenbunten
inneren Kritiker.
IchwünschedirvonHerzenviel Spaßbeim
Entdeckenund Zeichnenmit diesem konse-
quentschmucklosen, aberkomplexenBuch.
Ichhoffe,diesem Themaein weniggerecht
geworden zu sein, denn ich weiß, dass es vie-
le genialeZeichnerda draußengibt,deren
Leistungenim Zeichnenwirklich großartig
sind.
Denn es ist kein Talent und Zeichnen ist nicht
trivial.
Deine Desirée
Hinweis
ZurVereinfachung derLesbarkeit wird in
diesem Buch nach Empfehlung des Rats
für deutsche Rechtschreibung ausschließ-
lich die männliche Form verwendet. Den-
noch möchten wir betonen, dass damit
selbstverständlich alle Menschen gemeint
sind, egal welchen Geschlechts.
10
1 Grundlagen
nen zu lernen. Ich empfehle dir daher, zwi-
schendurch immer wieder zu den Grundlagen
zurückzukehren. Alle Übungen und Vorlagen
sind in einem bewusst lockeren Stil gehalten,
um Raum für deinen eigenen Umgang mit
dem Zeichnen zu lassen. Ob es für dich akku-
rater oder noch lockerer sein soll, wirst du für
dich selbst entdecken. Perfektionismus soll
dem Lernen nicht im Wege stehen.
In diesem Kapitel lernst du die Grundlagen für
alle kommenden Übungen, allem vo ran deine
innere Einstellung zum Zeichnen. Außer dem
geht es um Lockerungsübungen, eine Über-
sicht über Schraffuren, was Druckstärke beim
Zeichnen ausmacht und wie man die geo-
metrischen Grundformen räumlich darstellt.
All diese Grundlagen zu beherrschen und zu
üben ist wichtig, um später Gesichterzeich-
11
Grundlagen
1.1 Die innere Einstellung
Das Zeichnen ist nicht trivial. Neben den
Werkzeugen und dem Wissen überdas Zeich-
nen braucht es die richtige innere Einstellung,
um Zeichnen zu lernen. Diese richtige inne-
re Haltung gegenüberdem Zeichnen gehört,
wie der Stift, zu den wichtigsten Grundlagen.
Aber was bedeutet das? Es ist so wunder-
bar, einfach zum Stift zu greifen und zu zeich-
nen. Viele Menschen beginnen zu zeichnen
und zählen es zu ihren liebsten Hobbies. Der
Tenor aus der Allgemeinheit ist nun, da viele
zeichnen und die Ergebnisse schön sind, dass
es sich um etwas handeln müsse, das entwe-
der simpel ist, oder zu dem es echtes Talent
braucht, damit es gut wird. Beides ist falsch.
Außerdem gibt es einen riesigen Unterschied
zwischen dem zeichnerischen Verständnis für
Anatomie und Proportionen und dem flachen
Abzeichnen, also dem zeichnerischen Kopie-
ren eines Fotos. Das sind zwei unterschiedli-
che Disziplinen innerhalb des Zeichnens.
Die meisten Hobbyzeichner kommen nicht
über die Bleistiftzeichnungen hinaus, weil
diese zwar in der Schule gelehrt werden,
mehr aber auch nicht. Die »großen Talente«
sind in Wahrheit diejenigen, die sehr, sehr
viel Zeit in das Üben ihres Zeichenhandwerks
stecken.
Gute Zeichnerhaben Jahre geübt, sich bele-
sen und im Zeichnen weitergebildet. Dahin-
ter steckt eine echte Leistung. Das Zeichnen
ist nicht trivial, nurweil es viele beginnen und
es bei manchen leicht aussieht. Es gibt so viel
mehr als nur den Bleistift.
Zeichnen muss man wie das Spielen eines
Musikinstruments lernen. Wir müssen es un-
serem Gehirn richtig beibringen.
Es gibt viele Mechanismen, die in die Anfän-
ge des Zeichnenlernens von Gesichtern rein-
grätschen. Um Zeichnen zu lernen, braucht es
Wissen, Geduld mit sich selbst und vor allem
Spaß. Die »Talente«hatten in ihren Anfängen
Spaß, weil sie gelobt — also belohnt — wurden.
Diese Form der Anerkennung ist die größte
Motivation. Ob eine Zeichnung von einem
echten Talent stammt, das weiter übt, oder
ob die Person richtig belohnt wurde, um wei-
terzumachen, ist am Ende egal: Beide Zeich-
nungen sehen virtuos aus.
Dernächste logische Schritt unserer inneren
Haltung zum Zeichnen ist: Es ist ein Hand-
werk, das man richtig studieren und üben
muss. Das bedeutet, dass man sehr lange
»schlecht« sein darf.
Ich beobachte in meinen Kursen, dass einige
Schüler eine enorme Strenge gegenüber sich
selbst haben. Sie reißen missglückte Zeich-
nungen aus ihren Skizzenbüchern, sind trau-
rig und frustriert.
Sie denken, ihnen fehle ein Talent oder Gen.
Dabei glauben sie insgeheim, Zeichnen sei
trivial. Auch ihr Umfeld glaubt das! Von dort
kommen Kommentare, die das eigene Selbst-
vertrauen und die Motivation angreifen.
12
Kapitel 1
1.2 Materialkunde
Im Großen und Ganzen ist jedem klar, was es zum Zeichnen braucht: Stift und Papier. Es gibt
aber auch einige Materialien, die das Zeichnen raffinierter machen. In diesem Teil der Material-
kunde geht es überwiegend um die Bleistiftzeichnungen. Diese sind die einfachste Art und Wei-
se, um Zeichnungen aufPapierzu bringen. Im farbigen Teil des Buchs (Kapitel 5) geht es dann um
die Materialkunde zu Rötel-, Kohle- und kreativen Graphitzeichnungen.
Bleistifte gibt es u.a. in den Härtegraden von
H9 bis B9. »H« steht fürhard und »B« für
black. Je dunkler, also schwärzerder Strich,
desto weicher der Härtegrad. Wobei »black«
irreführend ist, denn kein Bleistift kann
Schwarz zeichnen, nur dunkle Grautöne. Rich-
tiges Schwarz bekommst du nur mit Kohlestif-
ten. Eine weitere Eigenschaft des Bleistifts
Radierer gibt es in vielen Formen. (1)
Das Skalpell kann feine Linien für Haa-
re ziehen. (2/3) Die Gummiminen fürden
elektrischen Radierersind für Feinheiten.
(4) Du kannst mit dem Knetradiergummi
auch tupfen, er ist formbar und hinter-
lässt keine Krümel. (5) Die Radierstifte
gibt es in verschiedenen Stärken. (6) Der
klassische Radiergummi ist am besten
weiß, um nicht abzufärben. (7) FürFein-
heiten lässt er sich auch zuschneiden.
ist sein Glänzen. Es gibt »matte« Bleistifte,
jedoch sind sie nur semi-matt. Abb. zeigt
dies im Vergleich: links Bleistift, mittig se-
mi-matter Stift, rechts derwirklich matte Koh-
lestift. Glänzende Zeichnungen reflektieren
beim Fotografieren, wodurch eine realistische
Darstellung der Zeichnung unmöglich wird, da
Tiefen nicht dargestellt werden können.
13
Grundlagen
Spitzergibt es in derklassischen Form, abernatürlich auch in verschiedenen Größen für breite
Bleistifte. Du kannst Bleistifte auch mit Messern, z.B. einem Cutteroder einem Skalpell, anspit-
zen. Das ergibt eine interessantere Spitze für kreative Zeichnungen. Die Kurbelanspitzer sind
die nächste Stufe: IhrGewinde formt eine schmale oder kurze Bleistiftspitze. Und dann gibt
es noch die elektrischen Spitzerfür verschiedene Größen, die per Batterie und Gewinde ebenso
schön anspitzen. Übrigens: Wenn dein Stift beim Spitzen splittert, ist dein Spitzer stumpf!
Zubehörzum Zeichnen sind auf jeden Fall die Papierwischer, auch Estompe oder Tortillon
genannt. Du steckst sie zum Anspitzen nicht in den Spitzer, sondern spitzt und reinigst sie mit
Sandpapier. Es gibt sie in verschiedenen Größen. Alternativ kannst du zum Verwischen auch
Pinsel oder Wattestäbchen nutzen. Außerdem brauchst du beim Zeichnen Fixierspray– kein
Haarspray! Das vergilbt mit der Zeit.
Es gibt Stifthalter, um kurze Bleistifte und Minen noch verwenden zu können. Einen Pultfeger für
Krümel, Geodreieck, Zirkel und auch ein Durchleuchtpult sind nützlich.
Papierist so wichtig wie derStift. Je nach
Strukturentsteht eine andere Linie und Wir-
kung. Den Umgang mit farbigem Papier fin-
dest du im hinteren Teil des Buches.
Ganz wichtig sind Skizzenbücher. Nicht nur
zum Üben, sondern auch, um deinen Fort-
schritt zu beobachten und zu realisieren - am
besten ein Skizzenbuch pro Zeichenthema.
Ein Tipp: Abgerissener Karton ist eine krea-
tive und günstige Alternative zum Zeichnen!
14
Kapitel 1
1.3 Lockerungsübungen
Lockerungsübungen dienen nicht nur dazu, deine Hände aufzuwärmen und deine Strichführun-
gen zu lockern. Sie sollen auch die Angst vor dem weißen Blattpapier nehmen. Nach dem Stress
des Alltags muss man sich erst mental auf das Zeichnen einstimmen. Du kannst den Kopffrei-
kritzeln, um in den Flow zu kommen. Dies gelingt mit einfachen Übungen. Einfach kritzeln! Aus
diesen kleinen Übungen sind schon großartige Ideen entstanden.
Die einfachste Übung ist, dir ein Schmierpa-
pier zu schnappen und draufloszukritzeln. Aus
diesen Kringeln und Kurven, vielleicht auch
Zacken, lässt du dann simple Figuren entste-
hen. Mach dir dazu Musik an. Je nach Song
entstehen vielleicht andere Muster. Beim Te-
lefonieren kritzelt man auch oft vorsich hin.
Nimm gleichzeitig einen zweiten Stift dazu
oder eine andere Stiftsorte und sieh zu, was
passiert. Es geht darum, die Hand zu lockern
und sich mit Spaß auf das Zeichnen einzustel-
len. Das Papier ist die Bühne. So entstehen
vielleicht lockere Blumenmuster, die du spä-
ter weitergestalten kannst, zum Beispiel mit
Schraffuren aus dem nächsten Kapitel. Unten
siehst du ein solches Scribble.
15
Grundlagen
Wenn dir das Blatt Papierzu weiß und leer
ist, um einen Anfang zu finden, zeichne dir
einfache Kreise bzw. Ovale darauf und ge-
stalte sie. Manchmal braucht es erst einen
Rahmen, um dann ein Bild zeichnen zu kön-
nen. Damit ist derAnfang gemacht: Du
kannst ausbrechen und dich auf dem ganzen
Für ein wenig Abwechslung und um die Ge-
hirnwindungen aufzuwärmen, nimm auch
mal die Hand, die normalerweise nicht
schreibt. Es wird sich positiv auf deine geüb-
te Hand auswirken, den Unterschied in der
Strichführung nachzuspüren. Dernächste
Schritt ist dann, blind zu kritzeln! Entweder
schließt du die Augen und zeichnest aus der
Papierlocker austoben. Lockerungsübungen
sind nicht nur für die Hand da, sondern auch,
um sich selbst locker zu machen. Zeichnun-
gen werden sowohl bei Anfängern als auch
bei Fortgeschrittenen besser, wenn sie aus
einem lockeren Handgelenk entstehen, das
ein entspannter Geist führt.
Fantasie oder du schaust starr auf die Foto-
referenz, ohne auf das Zeichenpapierzu bli-
cken. Aus solchen abstrakten Gesichtern
können kreative Gestaltungsideen für echte
Porträts werden. Das Bild unten zeigt meine
blinde Zeichnung zweier Gesichter. Ich be-
vorzuge wirklich Rötel auf sandfarbenem Pa-
pier, um sehen zu können, was ich tue...
16
Kapitel 1
1.4 Schraffur
Eine Zeichnung besteht aus K