Gesunde Ernährung für glückliche Kinder - Valter Longo - E-Book
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Gesunde Ernährung für glückliche Kinder E-Book

Valter Longo

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Beschreibung

In welchem Alter legen wir den Grundstein für ein gesundes langes Leben? Die Antwort lautet: im Kindesalter, sogar noch vor der Geburt. Prof. Dr. Valter Longo, einer der weltweit angesehensten Experten zum Thema Ernährung und Gesundheit, zeigt, wie wichtig es ist, bereits in der Schwangerschaft und in den ersten 1000 Tagen im Leben des Kindes auf die richtige Ernährung zu achten. Anhand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse räumt Longo mit Ernährungsmythen auf und erklärt, worauf Eltern achten sollten. Sein Ernährungsprogramm für Kinder und Jugendliche beugt Übergewicht und Krankheiten vor und ermöglicht den besten Start in ein gesundes langes Leben.

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EPUB

Seitenzahl: 515

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Buch

In seinem Bestseller Iss dich jung zeigte uns Prof. Dr. Valter Longo, einer der weltweit führenden Experten zu den Themen Ernährung, Langlebigkeit und Gesundheit, was Volkskrankheiten mit dem Alterungsprozess zu tun haben und wie man mit der richtigen Ernährung und ausreichend Bewegung die eigene Lebensqualität deutlich verbessern kann. In Gesunde Ernährung für glückliche Kinder erklärt er nun in Zusammenarbeit mit Kinderärzten und Ernährungswissenschaftlern, wie wichtig es ist, bereits in der Schwangerschaft und der frühen Kindheit die Voraussetzungen für ein langes und gesundes Leben unserer Kinder zu schaffen. Dr. Longo erläutert neueste Forschungserkenntnisse, räumt mit Ernährungsmythen auf und empfiehlt eine Ernährungsweise, die gesundheitlich neue Wege geht: So kann Übergewicht vermieden und der Anstieg von Krankheiten verhindert werden. Damit legen Sie den Grundstein für ein gesundes langes Leben Ihrer Kinder!

Autor

Prof. Dr. Valter Longo, geboren 1967 in Genua, ist ein weltweit anerkannter Experte und führender Wissenschaftler auf dem Gebiet des Alterns sowie altersbedingter Krankheiten. Er ist Professor für Gerontologie und Biowissenschaften sowie Direktor des Institute of Longevity of the School of Gerontology an der University of Southern California in Los Angeles, einem der renommiertesten Zentren zur Erforschung des Alterungsprozesses. Außerdem ist er Direktor des Forschungslabors für Onkologie am IFOM in Mailand. Für seine Arbeit erhielt Prof. Longo zahlreiche namhafte Auszeichnungen.

Außerdem von Prof. Dr. Valter Longo im Programm

Iss dich jung

Prof. Dr. Valter Longo

Gesunde Ernährung für glückliche Kinder

Richtig essen für lebenslange Gesundheit – in den ersten 1000 Tagen und darüber hinaus

In Zusammenarbeit mit

Anna Claudia Romeo,

Romina Inès Cervigni,

Alessandro Laviano,

Domenico Meleleo

Aus dem Italienischen von Angelica Bahlke

Die italienische Originalausgabe erschien 2019 unter dem Titel La longevità inizia da bambini bei Antonio Vallardi Editore, Mailand.

Die Einnahmen des Autors aus den Verkäufen dieses Buchs gehen an die Forschung.

Alle Ratschläge in diesem Buch wurden vom Autor und vom Verlag sorgfältig erwogen und geprüft. Eine Garantie kann dennoch nicht übernommen werden. Eine Haftung des Autors beziehungsweise des Verlags und seiner Beauftragten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist daher ausgeschlossen.

Wir haben uns bemüht, alle Rechteinhaber ausfindig zu machen, verlagsüblich zu nennen und zu honorieren. Sollte uns dies im Einzelfall aufgrund der schlechten Quellenlage bedauerlicherweise einmal nicht möglich gewesen sein, werden wir begründete Ansprüche selbstverständlich erfüllen.

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Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.

Deutsche Erstausgabe April 2022

Copyright © 2019 der Originalausgabe: Antonio Vallardi Editore, Milano

Copyright © 2022 der deutschsprachigen Ausgabe: Wilhelm Goldmann Verlag, München, in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, Neumarkter Str. 28, 81673 München

Umschlag: Uno Werbeagentur, München

Umschlagmotiv: Stocksy / Martí Sans

Redaktion: Dagmar Rosenberger

Satz und E-Book Produktion: Satzwerk Huber, Germering

KW ∙ IH

ISBN 978-3-641-28741-2V001

Besuchen Sie den Goldmann Verlag im Netz

Dieses Buch ist allen Kindern gewidmet, die um ihre Gesundheit kämpfen, sowie jenen, denen ein langes Leben versagt geblieben ist.

Alle Informationen in diesem Buch wurden sorgfältig auf ihre Richtigkeit und ihre Aktualität zum Zeitpunkt der Veröffentlichung geprüft. Eine Haftung des Autors beziehungsweise des Verlages für mögliche Fehler, Auslassungen, die unsachgemäße Verwendung oder falsche Interpretation der in diesem Buch enthaltenen Informationen ist ausgeschlossen. Das Gleiche gilt für gesundheitliche, finanzielle oder sonstige Schäden, die eine Person oder eine Personengruppe aufgrund von in diesem Buch erhaltenen Ratschlägen behauptet erlitten zu haben. Keine der in diesem Buch enthaltenen Empfehlungen oder Standpunkte sollen ärztlichen Rat ersetzen. Sollte der Leser sich Sorgen um den Gesundheitszustand seines Kindes machen, wird empfohlen, einen Arzt zu konsultieren.

Therapeutische Entscheidungen sollten nur gemeinsam mit dem behandelnden Arzt getroffen werden, da dieser nicht nur über die nötigen Fertigkeiten und das Fachwissen verfügt, sondern auch über die medizinischen Informationen des jeweiligen Patienten. Dieses Buch dient der Information und Aufklärung und sollte in keinem Fall dazu benutzt werden, in Eigeninitiative in die vom Arzt verschriebene Behandlung einzugreifen.

Informationen zu Medikamenten und/oder ihren einzelnen Bestandteilen, ihrer Anwendung und ihrer Sicherheit ändern sich ständig. Gleichzeitig unterliegen sie der Auslegung und müssen mit Blick auf die Einmaligkeit jedes Patienten und jeder klinischen Situation beurteilt werden.

Inhalt

Vorwort

Einleitung

1. Übergewicht – der Feind unserer Kinder

Warum ist es so wichtig, Übergewicht bei Kindern zu vermeiden?

BMI, Übergewicht und Diabetes

Welche Rolle Eltern, Ärzte und Ernährungsberater spielen

Wie Eltern den Ernährungszustand ihrer Kinder wahrnehmen

Das Wichtigste im Überblick

2. Adipositas bei Kindern und Jugendlichen

Was ist Adipositas und welche Risiken birgt sie?

Die Ursachen von Adipositas

Frühe Risikofaktoren für Adipositas im Kindesalter

Das Wichtigste im Überblick

3. Langlebigkeit beginnt im frühen Kindesalter

Die Theorie der ersten 1000 Tage

Die Ernährung der Mutter und die Risiken für das Ungeborene

Mangelernährung und Übergewicht der Mutter

Die Ernährung des Kindes

Die Bedeutung des Frühstücks

Das Wichtigste im Überblick

4. Wie ernähren sich unsere Kinder?

Probleme und Lösungsansätze

Was essen unsere Kinder?

Was essen unsere Kinder gerne?

Das Essen in Schulkantinen

Aus der Sicht der Kinder

Das Wichtigste im Überblick

5. Einschränkende Ernährungsformen für Kinder

Vegane und vegetarische Ernährung

Das Wichtigste im Überblick

6. Bio-Lebensmittel und Antibiotika

Wie wertvoll biologische Lebensmittel sind

Ernährung und Antibiotikaresistenz

Antibiotika und ihre gesundheitlichen Auswirkungen

Das Wichtigste im Überblick

7. Die Ernährung in der Schwangerschaft

Warum spielt die Ernährung in der Schwangerschaft eine so große Rolle?

Muss man als Schwangere wirklich »für zwei essen«?

Wie viel kann und sollte man während der Schwangerschaft zunehmen?

Welche Funktion haben die »Schwangerschaftsgelüste«?

Gibt es Nahrungsmittel, auf die Schwangere verzichten sollten?

Sind Nahrungsergänzungsmittel während der Schwangerschaft notwendig?

Ab wann sollte man Folsäure einnehmen?

Kann man mit der richtigen Ernährung Schwangerschaftsbeschwerden vorbeugen?

Ist eine vegetarische oder vegane Ernährung in der Schwangerschaft unbedenklich?

Tipps für die Ernährung in der Schwangerschaft

Was Sie nur in Maßen konsumieren sollten

Was Sie ganz meiden sollten

Das Wichtigste im Überblick

8. Die Ernährung der Mutter in der Stillzeit

Das Wichtigste im Überblick

9. Die Ernährung des Neugeborenen und des Kleinkindes

Die Stillzeit

Die Muttermilch

Wenn es an Muttermilch fehlt: Alles über Ersatzmilch

Die Beikostphase

Die häufigsten Fragen zur Beikost

Andere Faktoren der Beikost

Praktische Tipps und Fehler, die Sie vermeiden sollten

Das Wichtigste im Überblick

10. Das Longevità-Programm für Kinder

Die Grundlagen des Programms

Warum man das Gewicht von Kindern und Jugendlichen regelmäßig kontrollieren sollte

Das Wichtigste im Überblick

11. Die Formel für ein langes und gesundes Leben

Wichtige Ausgangsdefinitionen

Die Vorteile körperlicher Aktivität

Wie Kinder sich mehr bewegen

Bewegung und Ernährung

Sport und Ernährung

Körperwärmeregulation und Flüssigkeitsbedarf

Mahlzeiten vor und nach dem Sport

Essstörungen bei sportlichen Jugendlichen

Das Wichtigste im Überblick

12. PRÄVENTION UND BEHANDLUNG VON ADIPOSITAS UND DIABETES

Gene, Zucker, Adipositas und die Jahreszeiten

Die richtige Ernährung gegen Adipositas und Diabetes

Wie man Übergewicht bei Vorschulkindern effektiv vorbeugt

Eine Scheinfasten-Diät für Kinder?

Übergewicht, Adipositas und Typ-2-Diabetes

Warum man das Gewicht der Kinder regelmäßig kontrollieren sollte

Das Wichtigste im Überblick

13. DARMFLORA, DARMERKRANKUNGEN UND AUTOIMMUNKRANKHEITEN

Ernährung und intestinales Mikrobiom

Antibiotika und die Schädigung des Magen-Darm-Trakts

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED)

Ernährung und Darmkrankheiten

Entzündungsfördernde Lebensmittel bei Magen-Darm-Erkrankungen

Was können wir für eine gesunde Darmflora tun?

Das Wichtigste im Überblick

Nachwort

Dank

ANHANG A: DIE BEWERTUNG DES ERNÄHRUNGSZUSTANDS

Anthropometrische Messung und Ernährungsbewertung

Ernährungsparameter

ANHANG B: ERNÄHRUNGSEMPFEHLUNGEN FÜR KINDER UND JUGENDLICHE

Eine gesunde Ernährung in Mahlzeiten

Wie oft Kinder bestimmte Nahrungsmittel essen sollten

Eine Beispielwoche

Sommermenü

Wintermenü

Ernährungstagebuch zum Ausfüllen

Glykämischer Index und glykämische Last

ANHANG C: ERNÄHRUNG IN DER SCHWANGERSCHAFT

ANHANG D: BEIKOSTPLÄNE

ANHANG E: WIE JUGENDLICHE IHRE ERNÄHRUNG EINSCHÄTZEN

Beispiele

Erfolgreiche Maßnahmen gegen Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen

A. Ernährungstagebuch

B. Empfehlungen

C. Klinische Fälle

ANHANG F: QUELLEN FÜR VITAMINE, MINERALSTOFFE UND ANDERE MIKRONÄHRSTOFFE

Quellenverzeichnis

Rezeptregister

Sachregister

Vorwort

von Salvatore Cucchiara

Professor der Pädiatrie an der Universität La Sapienza in Rom und ärztlicher Direktor der Abteilung für Gastroenterologie und Pädiatrische Hepatologie an der Poliklinik Umberto I in Rom

Es ist mir eine große Freude, das Buch Gesunde Ernährung für glückliche Kinder von Prof. Valter Longo vorstellen zu dürfen, das sich der Ernährung von Kindern widmet und aufzeigt, welche Folgen eine falsche Ernährung sowohl für den Stoffwechsel als auch für den gesamten Organismus haben kann. Das Buch zeichnet sich durch eine wissenschaftliche und gleichzeitig allgemein verständliche Sprache aus, was es sowohl für Experten auf diesem Gebiet als auch für Familien, Patienten und medizinisches Personal wertvoll macht.

Es ist in der Tat erstaunlich, dass Italien, ein Land der vollwertigen kulinarischen Tradition und Heimat der Mittelmeerkost, einen traurigen Rekord hinsichtlich übergewichtiger und adipöser Kinder hält. Es ist inakzeptabel, dass die gesunden Essgewohnheiten von einem gesundheitsschädlichen Ernährungsstil abgelöst wurden, der von dem übermäßigen Verzehr von gesättigten Fettsäuren, rotem Fleisch, einfachem und komplexem Zucker sowie von dem dramatisch geringen Verzehr von Ballaststoffen, Gemüse, Getreideprodukten, Obst, Hülsenfrüchten und Fisch gekennzeichnet ist. Der leichtfertige Genuss von industriell hergestellten Produkten (die alarmierend hohe Mengen an Verdickungsmitteln, Emulgatoren und gehärteten Fetten enthalten), der von irreführender und verlockender Werbung gefördert wird, ist ein Phänomen, das uns ganz klar vor Augen hält, wie wichtig es ist, das Thema Ernährungserziehung auf verschiedenen Ebenen anzugehen und Familien, Schulgemeinschaften aller Altersstufen sowie Kinder- und Hausärzte (Letztere behandeln immer häufiger auch Kinder im vorpubertären Alter) miteinzubeziehen.

Das vorliegende Buch beschäftigt sich umfassend und nach streng wissenschaftlichen Kriterien mit dem Thema Kinderernährung. Außerdem vermittelt es klar und verständlich, welch systemischen Schaden Adipositas auslösen kann und mit welcher rationalen Herangehensweise sich eine falsche oder mangelhafte Ernährung beim Kind korrigieren lässt. Die Adipositas und das metabolische Syndrom (ihre direkte Folge) sind im Grunde entzündliche Organstörungen, die die Leber schädigen (von einer einfachen Leberverfettung bis hin zur nichtalkoholischen Steatohepatitis, die heutzutage als Hauptursache für chronische Lebererkrankungen in der westlichen Welt gilt) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Insulinresistenz sowie hohe Triglyzerid- und Cholesterinwerte im Blut verursachen können. Neueste epidemiologische Studien lassen außerdem auf einen Zusammenhang zwischen Adipositas und Krebserkrankungen schließen. Genauso wenig sollte man die Verbindung zwischen Adipositas und der veränderten Zusammensetzung und Funktionsfähigkeit der Darmflora unterschätzen. Hier kommt es zu einer abnormalen Präsenz von Pathobionten bzw. schädlichen Bakterien, die entzündungsfördernde Eigenschaften besitzen und das Darmepithel, also die Zellschicht an der Innenseite des Darms angreifen können. Außerdem beschäftigen sich Forscher aktuell mit dem Zusammenhang zwischen falscher Ernährung in der Schwangerschaft sowie in den ersten Lebenswochen des Säuglings und Entwicklungsstörungen des Gehirns.

Valter Longos Buch hat mich begeistert, da es wissenschaftliche Erkenntnisse allgemein verständlich vermittelt und ein wichtiger Denkanstoß für all jene sein kann, die die Ernährung von Kindern jeden Alters beeinflussen – sowohl auf präventiver als auch auf therapeutischer Ebene. Kinderärzte und Hausärzte tragen zwar die große Verantwortung, Familien auf dieses Thema aufmerksam zu machen, doch letztlich sind es die Eltern, die die wichtigste Rolle in Sachen Kinderernährung spielen. Ich wünsche mir, dass viele Menschen, deren Aufgabe es ist, die Gesundheit von Kindern zu fördern, dieses Buch lesen und sich darüber Gedanken machen. Und auch diejenigen, die für unsere Bildung zuständig sind – also Lehrer sowie Schulleiter –, und die, die für die Verbreitung von journalistischen Inhalten, aber auch von Werbung die Verantwortung tragen.

Einleitung

Ich bin in Genua aufgewachsen, genauer gesagt im Stadtteil Certosa, direkt neben der Morandi-Brücke. Sie war für mich wie die Manhattan Bridge, die durch Sergio Leones Film Es war einmal in Amerika weltbekannt wurde. Die Morandi-Brücke erlangte ihre Berühmtheit jedoch leider erst durch ihren Einsturz im Jahr 2018. Lediglich ein paar Hundert Meter von der Brücke entfernt befanden sich meine Schule und die Geschäfte, in denen ich mir täglich eine Focaccia und hin und wieder frittierten Fisch kaufte. Das war allerdings nicht schlimm, denn zu Hause aß ich im Grunde nach dem Longevità-Programm, einer Ernährungsweise, die uns ein langes Leben ermöglicht. Denn meine Mutter stammte aus Molochio, einem kleinen Dorf in Kalabrien, dessen Einwohner einen Rekord in Sachen Langlebigkeit aufgestellt haben. Ich denke häufig an meine Kindheit in Genua zurück und habe mich auch schon oft gefragt, was wir damals in den Siebzigerjahren gegessen haben und wie sich die Gewohnheiten von Kindern in Bezug auf Ernährung und Bewegung in Italien und auf der ganzen Welt seitdem verändert haben.

Nach der Veröffentlichung meines ersten Buches, Iss dich jung, fragten mich Journalisten und Leser, warum darin denn kein Kapitel zu gesunder Kinderernährung zu finden sei. Ich antwortete, dass ich noch nicht genug über die Ernährung von Kindern wisse, um darüber zu schreiben. Gleichzeitig nahm ich mir vor, mich mit Kinderärzten und Ernährungsberatern zusammenzusetzen, um es Ärzten, Ernährungsberatern, Eltern, aber auch den Kindern und Jugendlichen selbst zu ermöglichen, eine Katastrophe abzuwenden, die in den USA bereits geschehen war: Dort sind heute mehr als 70 Prozent der Erwachsenen übergewichtig oder adipös.

Als ich 1984 mit 16 Jahren nach Chicago auswanderte, gab man mir so viele Proteine, gesättigte Fettsäuren, Stärke und Zucker zu essen, dass auch ich ein paar Jahre später übergewichtig wurde und einen hohen Blutdruck sowie hohe Cholesterinwerte hatte. Auch viele meiner ursprünglich aus Italien stammenden Verwandten waren übergewichtig oder adipös, und einige litten an Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Seitdem ich jedes Jahr für sechs Monate wieder in Italien lebe, sehe ich auch hier diese Art von Wandel, die ich schon in den Achtzigerjahren in Chicago beobachten konnte. Das hat mich in meinem Vorsatz bestärkt, ein Buch über die Ernährung von Kindern zu schreiben. Mir war schon länger klar, dass die Faktoren, die die Langlebigkeit des Menschen beeinflussen und vielleicht sogar bestimmen, bereits vor dessen Geburt relevant sein müssen. Nach jahrzehntelanger Arbeit an klinischen und epidemiologischen Studien, an Grundlagenstudien zur Ernährung von Erwachsenen sowie Untersuchungen zu Kalorieneinschränkungen und zur Scheinfasten-Diät kenne ich den großen Einfluss bestimmter Nahrungsmittel auf Körpergewicht und Gesundheit inzwischen sehr genau.

Für dieses Buch suchte ich mir Unterstützung bei der Forscherin und Kinderärztin Anna Claudia Romeo, der ärztlichen Leiterin der Abteilung für Neugeborenenpathologie des Krankenhauses Pugliese-Ciaccio im kalabrischen Catanzaro. Sie promovierte zu Pathophysiologie und Behandlung von Hormon- und Stoffwechselerkrankungen an der Universität von Genua, genauer am Institut für Innere Medizin, mit dem ich seit einigen Jahren zusammenarbeite. Ebenso unterstützte mich Dr. Romina Inès Cervigni. Sie ist eine Mitarbeiterin meiner Stiftung, machte ihren Doktor in Onkologie und forschte am Mailänder Institut San Raffaele. Außerdem arbeitete ich mit Alessandro Laviano zusammen, Assistenzprofessor am Institut für Translationale Medizin und Präzisionsmedizin der römischen Universität La Sapienza und ärztlicher Leiter der operativen Abteilung für Innere Medizin und Klinische Ernährung an der universitären Poliklinik Umberto I in Rom. Zu meinem Team gehörte auch Domenico Meleleo, Kinderarzt, Ernährungsexperte und Leiter der Forschungsgruppe »Bewegung und Sport« der italienischen Gesellschaft für Präventive und Soziale Pädiatrie (SIPPS) sowie Mitglied der Forschungsgruppe »Ernährung« des Bundes Italienischer Kinderärzte (FIMP). Außerdem ließ ich den Hauptteil des Buches und insbesondere die Kapitel, die Neugeborene und Kleinkinder betreffen, von führenden italienischen Experten in Sachen Kinderernährung auf inhaltliche Korrektheit prüfen.

Meine Empfehlungen basieren auf mehreren Grundpfeilern: auf klinischen und epidemiologischen Studien, auf der Grundlagenforschung und auf Untersuchungen zu Volksgruppen, deren Nachkommen besonders gesund zu sein scheinen und sehr lange leben. Von großer Bedeutung war auch, dass wir unsere Erkenntnisse zur gesunden Langlebigkeit mit der Erfahrung von Kinderernährungsexperten verbinden konnten. Denn nun wissen wir, dass nicht nur das, was ein Kind isst, sondern auch sein genereller Lebensstil und sein Gewicht seine Lebenserwartung und sein Krankheitsrisiko im Erwachsenenalter beeinflussen. Zum Beispiel erhöht langjähriges Übergewicht bei Kindern die Wahrscheinlichkeit einer Diabetesdiagnose im Erwachsenenalter um das Vierfache. Ebenso wissen wir heute, dass das, was die Mutter während der Schwangerschaft isst, Einfluss auf den zukünftigen Gesundheitszustand ihres Kindes hat.

Es ist nicht mein Ziel, auch für die Kleinsten unserer Gesellschaft das Longevità-Programm, das ich für Erwachsene entwickelt habe, zu empfehlen. Doch genauso wenig wäre es richtig, Kinder ausschließlich mit Blick auf ihr Körperwachstum und ihre kurzfristige Gesundheit zu ernähren und die langfristige Perspektive zu vernachlässigen. Übergewicht, falsche Ernährung und der Konsum von den Alterungsprozess fördernden Nahrungsmitteln im Kindesalter können die Gesundheit des Erwachsenen beeinträchtigen und seine Lebenserwartung verkürzen. Ich habe den Themen Fettansammlung, Übergewicht und Adipositas viel Platz eingeräumt, da diese nicht nur die größten Risikofaktoren für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und neurodegenerative Erkrankungen sind, sondern sie auch psychische Störungen auslösen können.

Allerdings bringt es nichts, wieder und wieder die gleichen allgemeinen Ernährungsempfehlungen herunterzuleiern, denn weder in den USA noch in Italien hat es viel genutzt, Kindern und Jugendlichen von zu vielen Snacks und Süßigkeiten abzuraten. Ganz im Gegenteil: Seitdem wurde sogar ein neuer Rekord bei kindlicher Adipositas und Diabetes verzeichnet.

Vielleicht überrascht es Sie zu erfahren, dass die meisten Kinder in Europa relativ wenig Snacks oder kohlensäurehaltige, gesüßte Getränke zu sich nehmen (nämlich nur eine kleine Flasche pro Woche). Allerdings essen sie im Schnitt jeden Tag ein halbes Kilo an Nahrungsmitteln, die im Körper schnell in Zucker umgewandelt werden. Daher ist es kaum verwunderlich, dass sie bei Adipositas auf eine ähnliche Prozentzahl kommen wie amerikanische Kinder.

Es galt also, einen guten, auf den fünf Säulen der Langlebigkeit basierenden Kompromiss zu finden, der das Wachstum, die Lebensfreude und die Gesundheit von Kindern verbessert und gleichzeitig die Basis für ein gesundes Gewicht und gesunde Gewohnheiten schafft, mit denen die Kinder nicht nur gesunde 18 Jahre, sondern gesunde 110 Jahre alt werden. Hierfür waren die langen und manchmal hitzigen Diskussionen zwischen mir, meinem Team und den Kinderernährungsexperten besonders wertvoll.

Die Methode, die daraus hervorging und die ich in diesem Buch vorschlage, um Übergewicht und Adipositas zu bekämpfen und den Grundstein für ein langes und gesundes Leben zu legen, soll die Ernährung übergewichtiger Kinder nicht auf den Kopf stellen. Kinder sollten nur etwas weniger – dafür allerdings konsequent und dauerhaft – von den stärke- und zuckerhaltigen Lebensmitteln essen, bei denen ihnen der Verzicht leichter fällt. So müssen sie nicht auf all ihre Lieblingsspeisen verzichten. Anders als viele meiner Kollegen empfehle ich den Kindern nicht weniger zu essen, sondern mehr. Dieses Mehr bezieht sich vorrangig auf Hülsenfrüchte und Gemüse. Das bedeutet nicht, dass ihre Ernährung komplett umgekrempelt werden muss, sondern dass zum Beispiel hier und da die Kartoffeln und der Fruchtsaft durch Karotten, Bohnen, Brokkoli oder durch Obst mit geringem Zuckergehalt wie Äpfel oder Erdbeeren ersetzt werden.

Die ideale Ernährung, die Kindern ein langes und gesundes Leben ermöglicht, erlaubt es außerdem, dass sie jede Woche etwas Fleisch, Geflügel, Eier, Milch und andere tierische Produkte essen. Diese gesunde Ernährung sollte durch gesunde Gewohnheiten ergänzt werden, vor allem durch ausreichend Bewegung.

Während meiner gesamten Kindheit und darüber hinaus, bis ich mit 16 Jahren in die USA auswanderte, spielten meine Freunde und ich nach dem Mittagessen drei bis vier Stunden lang Fußball. Im Sommer spielten wir sogar auch nach dem Abendessen. Wer verlor, musste den Siegern eine große Flasche Cola kaufen. Mit diesem Beispiel will ich deutlich machen, dass ein paar kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke pro Woche keine negativen Auswirkungen haben, wenn man sich gleichzeitig gut ernährt und viel bewegt. Es besteht kein Zweifel, dass diese Gewohnheiten, in deren Mittelpunkt sportliche Aktivität steht, in Italien und in vielen anderen Ländern Europas gerade verschwinden. Daher ist es essenziell, sie wieder aufzunehmen oder durch ähnliche Aktivitäten zu ersetzen. Das Wichtige dabei ist, dass das Kind dies nicht als Zumutung, sondern als Vergnügen erlebt. Für uns vergingen diese vier Stunden des Tages wie im Flug, und wir konnten es kaum erwarten, endlich wieder zum Spielen nach draußen gehen zu dürfen. Betrachten wir die Epidemie von übergewichtigen und adipösen Kindern in Italien, so wird deutlich, dass unsere vorwiegend sitzende Lebensweise ein entscheidender Faktor ist, den es zusammen mit ungesunden Ernährungsgewohnheiten zu bekämpfen gilt.

Zu Beginn des Buches werde ich auf eine Reihe von Faktoren eingehen, die die Ernährungsprobleme von Kindern verdeutlichen – sowohl in Bezug auf ihr Gewicht und ihre falsche Ernährungsweise als auch im Hinblick auf sozial vermittelte Ernährungsgewohnheiten, die sie für den Rest ihres Lebens begleiten werden. Im Anschluss werden Themen wie die Ernährung der Mutter während Schwangerschaft und Stillzeit, einschränkende Ernährungsweisen (wie die vegane Ernährung) und die Lebensmittelsicherheit behandelt, wobei es hier vorrangig um biologische Lebensmittel und Antibiotikaresistenzen gehen wird. Wir werden sehen, wie wichtig die in Gemüse und Hülsenfrüchten enthaltenen Präbiotika für eine schützende Darmflora sind, aber auch, wie manche Gemüsesorten eine gegensätzliche Wirkung entfalten und Entzündungsprozesse im Darm auslösen können, die in manchen Fällen zu schweren Autoimmunerkrankungen führen.

Ein Kapitel widmet sich den Eltern und dem, was sie für die Gesundheit ihrer Kinder tun können: Wir haben mehrere Hundert Familien gefragt, wie sie es schaffen, dass ihre Kinder die richtigen Dinge essen. Mit dieser Umfrage wollten wir vermeiden, Eltern bloß abstrakte Empfehlungen an die Hand zu geben, die sie als schwer umsetzbar empfinden. Stattdessen wollten wir uns auf einfache und machbare Lösungen konzentrieren. Dafür haben wir auch Kinder und Jugendliche gefragt, was sie essen und was sie ihrer Meinung nach essen sollten.

Ich habe mich dazu entschlossen, die Scheinfasten-Diät in diesem Buch nur am Rand zu erwähnen. Nicht weil ich glaube, dass sie keine große Wirkung bei Adipositas und bestimmten Kinderkrankheiten hätte, sondern weil wir diesbezüglich nicht genug wissen und erst noch verschiedene klinische Studien abschließen müssen.

Zu guter Letzt gebe ich Ihnen im Anhang Instrumente an die Hand, mit denen Sie das umsetzen können, was im Buch beschrieben wird: Zunächst zeige ich Ihnen, wie Sie das Gewicht Ihres Kindes mittels einfacher Messungen richtig bewerten, darauf folgen ausgewogene Ernährungspläne für Kinder und Jugendliche, für Mütter in der Schwangerschaft und für die Entwöhnung des Säuglings. Abschließend finden Sie eine Reihe von Nährwerttabellen für bestimmte Lebensmittel.

Ich hoffe, dass dieses Buch vielen Kindern dabei hilft, nicht nur eine gesündere Kindheit zu verbringen, sondern auch die biologische Grundlage für eine körperliche und geistige Gesundheit zu schaffen, die sie fit und munter ein Alter von bis zu 110 Jahren erreichen lassen wird.

2. Adipositas bei Kindern und Jugendlichen

Im vorigen Kapitel haben wir gesehen, wie häufig Eltern und das soziale Umfeld eines Kindes oder Jugendlichen sein Körpergewicht falsch wahrnehmen und daher Übergewicht und Adipositas nicht erkennen. Zu dieser Fehleinschätzung kommt hinzu, dass viele Eltern dazu neigen, die Situation nicht ernst zu nehmen. Spricht man Eltern oder Großeltern auf das Übergewicht oder die Adipositas des Kindes oder Jugendlichen an, spielen sie die Situation meist herunter. Sie bezeichnen das Übergewicht als »ein paar Kilo zu viel« oder behaupten, dass »das Kind (oder der Jugendliche) doch noch wachsen muss« oder dass »Diäten für Kinder und Jugendliche nicht geeignet sind«.

Wer sich aufgrund dieser Argumente dazu entscheidet, keine Maßnahmen bezüglich des zu hohen Gewichts und der falschen Ernährungsgewohnheiten der Kinder und Jugendlichen zu unternehmen, sollte sich die Folgen von kindlicher Adipositas vor Augen halten. Es gibt einen Unterschied zwischen Übergewicht und Adipositas. Übergewicht kann bedeuten, dass man ein paar Kilo zu viel wiegt, Adipositas jedoch ist gravierender, denn sie kann bereits im Kindes- oder Jugendalter zu Früherkrankungen führen, die sich unbehandelt später möglicherweise zu schweren und irreversiblen Krankheiten entwickeln. Diese Krankheiten möchte ich hier einmal auflisten, um die schwerwiegenden Folgen kindlicher Adipositas zu unterstreichen:1

arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (ein hoher Blutdruck führt zu einem höheren Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle)Prädiabetes und Typ-2-DiabetesHyperlipidämie (Anstieg der Cholesterin- und Triglyzerid-Werte im Blut)Steatosis hepatis (die sogenannte Fettleber)Magen-Darm-Beschwerden (Bauchschmerzen, Verstopfungen, gastroösophageale Refluxkrankheit, Gallensteine)Atemwegserkrankungen (Bronchialasthma und schlafbezogene Atmungsstörungen, Apnoe, Schnarchen)orthopädische Beschwerden (Knie- oder Fußprobleme, Frakturanfälligkeit)hormonelle Störungenakute und chronische Kopfschmerzenpsychische Probleme (Essstörungen, psychosoziale Befindlichkeitsstörungen)

2.1. Schematische Darstellung der Korrelation zwischen Fettüberschuss (Adipositas) und dem Auftreten von Typ-2-Diabetes, Fettleber, Leberzirrhose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nieren- oder Atemwegserkrankungen, Knochenkrankheiten, gastroösophagealem Reflux oder Speiseröhrenkrebs.

Um all diesen Krankheiten vorzubeugen und das Problem Übergewicht und Adipositas in den Griff zu bekommen, ist die richtige Einschätzung des Körpergewichts und des Ernährungszustands von Kindern und Jugendlichen seitens der Eltern, Großeltern, Erzieher etc. entscheidend. Ich empfehle den Lesern daher, sich mit den Erklärungen und Grafiken zu den verschiedenen Messungen (Gewicht, Körpergröße, BMI, Taillenumfang) in Anhang A dieses Buches auseinanderzusetzen.

Genauso wichtig ist es, dass alle Personen im Umfeld der Kinder – angefangen mit den Familienmitgliedern – gut über die Ursachen und Folgen von Adipositas informiert sind. Aus diesem Grund habe ich dieses Kapitel der Adipositas gewidmet. Zunächst werde ich die Krankheit im Allgemeinen und dann speziell bei Kindern beleuchten.

Was ist Adipositas und welche Risiken birgt sie?

Adipositas (auch Fettleibigkeit genannt) ist eine Krankheit, die sich durch einen Überschuss an Körperfett auszeichnet. Die Einlagerung des überschüssigen Fettes in Zellen und Organen kann, wie die Grafik hier zeigt, verschiedene negative Auswirkungen auf den Körper haben:

Eine mechanisch-anatomische Wirkung: Indem sich das Fett in den Zwischenräumen der Organe ablagert, beeinträchtigt es deren Funktionsfähigkeit. Zum Beispiel kann es die Nierenarterien komprimieren (dort befinden sich »Sensoren«, die auf Druck- oder Volumenschwankungen der Niere reagieren und so den Blutdruck regulieren), was wiederum zu Bluthochdruck führen kann. Im Thoraxbereich kann es zu Atembewegungsstörungen kommen und im Bereich der Knochen und Gelenke zu einer Bewegungseinschränkung, da das Fett die Gelenke belastet.Eine Stoffwechselwirkung: Überschüssiges Fett verhält sich wie ein endokrines Organ. Es ist also in der Lage, Hormone zu produzieren (Leptin, Adiponektin), die Hunger, Sättigung und den Glukose- und Fettstoffwechsel regulieren. Außerdem produziert es sogenannte Adipozytokine – Moleküle, die Entzündungsprozesse im gesamten Körper beeinflussen. Bei Adipositas beeinträchtigen die Fettzellen (auch Adipokine genannt) zudem das Immunsystem, indem sie entzündungsfördernde Moleküle herstellen (zum Beispiel TNF-alpha und Interleukin-6) und bestimmte Immunzellen aktivieren, die sogenannten Makrophagen. Auf diese Weise werden Entzündungsprozesse nicht nur im Fettgewebe ausgelöst, sondern auch »ferngesteuert« im gesamten Körper, was zu einer Hyperentzündung führen kann. Außerdem verursacht dieses Phänomen, das man Lipotoxizität (Vergiftung durch Fette) nennt, einen Anstieg des Fettgehalts im Blut und die Entwicklung einer Insulinresistenz.

Doch was ist eigentlich eine Insulinresistenz und was bedeutet sie für unseren Körper? Normalerweise sorgt Insulin dafür, dass die Glukose (Zucker), die wir über unsere Nahrung aufnehmen, in die Zellen der verschiedenen Organe (Leber, Muskeln etc.) gelangt und diese mit Energie versorgt. Überschüssige Glukose wird in Fett umgewandelt. Kommt es zu dauerhaft hohen Insulinwerten im Blut, verringern die Zellen der unterschiedlichen Organe ihre Sensibilität gegenüber der Insulintätigkeit. So verliert das Insulin immer mehr an Wirkung und es bedarf immer höherer Mengen, damit Glukose in die Zellen gelangen kann.

Bis die Glukose in diesem Zustand, der Hyperinsulinämie genannt wird, abgebaut ist, kommt es zu einer Ausgleichsreaktion, doch früher oder später schafft es die Bauchspeicheldrüse nicht mehr, genug Insulin zu produzieren. Die Folge: Immer mehr Glukose verbleibt im Blutkreislauf, was eine Hyperglykämie und später Diabetes hervorruft.

2.2. Insulinresistenz. Bei gesunden Menschen gelangt Glukose mithilfe von Insulin (hier durch einen Schlüssel dargestellt) in die Zellen. Nimmt man über die Nahrung übermäßig Zucker auf, führt das langfristig dazu, dass zu viel Insulin produziert wird und die Zellen dem Insulin gegenüber resistent werden. Dem »Schlüssel« gelingt es also nicht mehr, der Glukose Zugang zur Zelle zu verschaffen, daher bleibt sie im Blutkreislauf. Das kann, wenn auch die Bauchspeicheldrüsenzellen in ihrer Funktion beeinträchtigt sind und nicht genügend Insulin produzieren, zu Hyperglykämie und Diabetes führen.

Eine Besonderheit bei kindlicher Adipositas, die es hervorzuheben gilt, betrifft das Verhältnis zwischen Wachstumshormonen (GH, vom englischen growth hormone) und insulinähnlichen Wachstumsfaktoren wie IGF-1 (vom englischen Insulin-like growth factor 1). Beim Vorliegen einer Adipositas kann Insulin die Wirkung des IGF-1 auf die peripheren Gewebe verstärken und gleichzeitig die Produktion von Proteinen verringern, die eine gegenteilige Wirkung haben, nämlich dem Wachstum Einhalt zu gebieten. Einfacher gesagt: Es kann zu einem verstärkten Wachstum aller Organe und Körpergewebe kommen – und tatsächlich sind adipöse Kinder auch häufig größer als Gleichaltrige. Bezüglich der Wachstumshormone mag es zwar kaum Unterschiede zu ihren Altersgenossen geben, doch das IGF-1 ist bei ihnen sehr viel aktiver.2 Es ist auch möglich, dass das Insulin selbst zum Wachstum beiträgt.

Meine Forschergruppe führte eine Reihe von Untersuchungen durch, die zeigen, dass Menschen mit einem niedrigen Spiegel von Wachstumshormonrezeptoren und IGF-1 keine Insulinresistenz oder Diabetes entwickeln, obwohl sie zu viel essen und adipös werden.3 Wie wir später noch sehen werden, sind es die Proteine in unserer Nahrung, die den IGF-1- und den Wachstumshormonspiegel regulieren, woraus wir schließen, dass eine hohe Kalorienzufuhr in Kombination mit einer hohen Proteinzufuhr ideale Bedingungen für Prädiabetes und Diabetes schafft.

Betrachten wir das Krankheitsbild von Adipositas etwas genauer, so fällt auf, dass es alle Charakteristika des sogenannten metabolischen Syndroms aufweist, an dem, so Schätzungen, bereits 28 Prozent aller adipösen Kinder meist unbemerkt leiden.4

Und was ist dieses metabolische Syndrom genau? Es ist keine spezifische Krankheit, sondern vielmehr eine Reihe von Manifestationen, die das Risiko für beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall oder Diabetes im Erwachsenenalter erhöhen. Bei diesen Erscheinungen handelt es sich um:

eine Erhöhung des arteriellen Blutdruckseine Veränderung der Cholesterin- und Triglyzerid-Werte im Blut (weniger »gutes« HDL-Cholesterin, mehr »schlechtes« LDL-Cholesterin und Triglyzeride)eine Zunahme des Bauchumfangseinen gestörten Glukosestoffwechsel

Für Erwachsene gibt es zu jeder dieser Störungen genau definierte Referenzwerte, die Ärzten die Stellung einer Diagnose erleichtern.

Bei Kindern jedoch variieren die Referenzwerte für Triglyzeride, Cholesterin, Blutdruck und Bauchumfang je nach Alter. Um eine Diagnose stellen zu können, müssen wir also mit den Perzentilkurven arbeiten, die man auch für Körpergewicht, Körpergröße und BMI verwendet. Ist ein Kind übergewichtig oder adipös, sollte man also unbedingt von einem Kinderarzt abklären lassen, ob es die für das metabolische Syndrom charakteristischen Merkmale entwickelt, da dies im Vergleich zu Übergewicht ohne metabolisches Syndrom ein sehr viel höheres Krankheitsrisiko mit sich bringen würde.

Wir müssen uns Adipositas also wie den sichtbaren Teil eines Eisbergs vorstellen, unter dem sich eine Reihe weiterer körperlicher Störungen befindet, die sehr gesundheitsgefährdend sind.

2.3. Hinter Adipositas, insbesondere der viszeralen oder zentralen Art, verstecken sich häufig verschiedene gesundheitsgefährdende Zustände: veränderte Triglyzerid- und Cholesterinwerte im Blut (Fettstoffwechselstörung), veränderte Insulin- und Blutdruckwerte, eine geringere oder gestörte Glukosetoleranz sowie das Auftreten einer Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes. All dies begünstigt jeweils für sich das Auftreten anderer Pathologien wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Arteriosklerose, also des Erstarrens arterieller Gefäßwände.

Bei vielen adipösen Kindern, die einen oder mehrere Risikofaktoren für ein metabolisches Syndrom aufweisen, lässt sich auch ein Anstieg des von der Bauchspeicheldrüse produzierten Insulins feststellen, quasi als Ausgleich einer Insulinresistenz: Wie bereits erklärt, kann bei ihnen die Glukose nicht in die Zellen gelangen, die sie jedoch zur Energieerzeugung brauchen. Durch eine Gewichtsabnahme könnte man also auch die Insulinresistenz verringern, die durch dieses überschüssige Fett und die Lipotoxizität, also die von Fetten ausgelöste Vergiftung, hervorgerufen wurde.

Nachdem wir uns nun genauer mit der Adipositas und ihren Risiken beschäftigt haben, darunter das metabolische Syndrom und Diabetes, sehen wir uns nun an, wie sie bei Kindern und Jugendlichen entsteht.

Die Ursachen von Adipositas

Die meisten Fälle kindlicher Adipositas werden durch ein Missverhältnis zwischen Kalorienzufuhr und Energieverbrauch verursacht, was wiederum zu einer Ansammlung von überschüssigem Fett führt. Das heißt, diese Kinder essen zu viel und/oder verbrennen zu wenig. Das ist die Folge des Zusammenspiels zweier Umweltfaktoren: dem Verzehr von hochkalorischem Essen (mehr dazu in Kapitel 12) und einer Lebensweise, die sich durch körperliche Inaktivität, das heißt Bewegungsmangel, auszeichnet. In diesem Fall spricht man von essenzieller Adipositas, deren Behandlung vorrangig auf die Veränderung des Lebensstils abzielt.

Hin und wieder gibt es jedoch kleine individuelle Unterschiede in der Regulierung und Funktion mancher Gene (verursacht von sogenannten genetischen Polimorphismen, die Gene mehr oder weniger aktiv machen), die beeinflussen, wie unser Stoffwechsel auf Nahrung reagiert. Und diese Unterschiede können dafür sorgen, dass manche Personen mehr Energie aus Nahrungsmitteln ziehen als andere und daher schneller zunehmen.

In etwa 2 bis 5 Prozent der Fälle ist Adipositas sekundär, das heißt, sie entstand durch andere Erkrankungen. Dazu gehören:

endokrine oder hormonelle Störungen wie das Cushing-Syndrom, eine Hypothyreose oder ein Wachstumshormondefizit, bei dem hormonelle Veränderungen zu starkem Übergewicht führen können.Krankheiten, die den Hypothalamus betreffen, eine für die Steuerung von Hunger- und Sättigungsgefühl wichtige Hirnregion. Eine Schädigung des Hypothalamus oder der Hirnanhangsdrüse kann durch Tumore, Ischämien (Minderdurchblutung eines Organs), Infektionen, Medikamente oder das sogenannte ROHHAD-Syndrom hervorgerufen werden.genetisch bedingte Erkrankungen (zu den verschiedenen Syndromen, auf die ich nicht im Detail eingehen kann, gehören unter anderem das Prader-Willi-Syndrom, das Bardet-Biedl-Syndrom, das Down-Syndrom, das Klinefelter-Syndrom, das Alström-Syndrom und das Turner-Syndrom), bei denen verschiedene genetische und hormonelle Störungen schließlich zu Adipositas führen können. Es gibt auch Formen der Adipositas, die man als »monogenetisch« bezeichnet, da eine bestimmte Genmutation für die Entstehung der Krankheit ursächlich ist. Diese Form ist jedoch sehr selten. Zu ihr zählen Mutationen des Leptin-Gens (oder seiner Rezeptoren), des Proopiomelanocortins, des Proprotein-Convertase 1 und andere Genmutationen, die sich meist auf besondere Weise bemerkbar machen, wie zum Beispiel durch das Auftreten einer ausgeprägten Adipositas in den ersten Lebensjahren.medikamentös verursachte Krankheiten (ausgelöst durch die Einnahme von Hormonpräparaten wie Glukokortikoiden, von Antidepressiva, trizyklischen Antidepressiva, Antiepileptika, Antipsychotika und anderen Medikamenten, die bei neuropsychiatrischen Störungen des Kindes verschrieben werden), bei denen ein Medikament auf den Energiestoffwechsel einwirkt.

Bei den 2 bis 5 Prozent der Fälle, bei denen es sich nicht um eine essenzielle Adipositas handelt, spielen Lebensstil und Ernährung zwar auch eine wichtige Rolle, allerdings sind die Therapiemöglichkeiten in diesem Bereich begrenzt, da die wahre Ursache für die Adipositas in der Haupterkrankung liegt. Aus diesem Grund sollte, falls möglich, die der Adipositas zugrunde liegende Krankheit behandelt werden. Jedoch kann eine gesunde Ernährung in jedem Fall das allgemeine Wohlbefinden des Patienten steigern.

Was hingegen die essenzielle Adipositas angeht, ist die Ernährung von großer Bedeutung. Daher sollte man die Faktoren, die sie auslösen, unbedingt untersuchen.

Sehen wir also nun an, worauf zu achten ist, um das Leben von Kindern und Jugendlichen gesünder zu gestalten.

Gene, Epigenetik und Adipositas

Ein Großteil der adipösen Kinder und Jugendlichen isst zu viel und verbrennt zu wenig. Je früher sich diese beiden schlechten Gewohnheiten festsetzen und je länger sie andauern, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass sie die Expression einiger Gene verändern, die über sogenannte epigenetische Modifikationen an der Stoffwechselregulation beteiligt sind. Was das genau heißt?

Die in der DNA enthaltenen Informationen können von epigenetischen Vorgängen verändert werden, die wiederum von äußeren, auf den Körper einwirkenden Faktoren ausgelöst wurden. Dazu gehören Umweltfaktoren (Luftverschmutzung, UV-Strahlen), Medikamente und natürlich die Ernährung.

Umweltfaktoren und Adipositas

In den letzten 100 Jahren hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen um 30 Jahre erhöht, was wir auch dem deutlichen Rückgang von Infektionskrankheiten zu verdanken haben. Heutzutage zählen Adipositas und chronische Krankheiten zu den häufigsten Todesursachen. Das Auftreten von Adipositas wird begünstigt durch:

ein größeres Angebot an Lebensmittelnden Verzehr kalorienreicher Speisen, die meist in großen Portionen serviert werdendie steigende Zahl an Mahlzeiten, Snacks und Süßigkeiten, die täglich verzehrt werden (oft wird bis zu sechsmal täglich gegessen)die Zeitspanne, in der man am Tag isst: Bei erwachsenen US-Amerikanern beläuft sie sich auf 15 Stunden!5die gesunkene körperliche Betätigungdie zunehmend sitzende Lebensweise und die stärkere Nutzung von Fernseher, Smartphone und Tabletdie Einnahme bestimmter Medikamente, zum Beispiel Antidepressivaweniger Schlaf und schlechtere Schlafqualität

Ein Blick auf diese Umweltfaktoren macht deutlich, dass der wichtigste und wirkungsvollste Therapieansatz bei Adipositas aus einer gesunden Ernährung und ausreichend Bewegung besteht, um das Gewicht des Kindes zu halten oder schrittweise zu verringern. Zusätzlich zu einer Ernährungsumstellung können auch Medikamente eingesetzt werden. Eine gesunde Ernährung ersetzen sie nicht, aber sie sind nur für besonders schwere Fälle vorgesehen, bei denen bereits Folgeerscheinungen wie Bluthochdruck oder Hyperinsulinämie (erhöhter Insulinspiegel) auftreten.

Das Wichtigste ist jedoch, stets dem Ratschlag »Iss gesund!« und nicht dem Ratschlag »Iss weniger!« zu folgen. Eine Reduktion der Nahrungsmenge kann zwar zwischenzeitlich zum Erfolg führen, die verlorenen Kilos kommen allerdings meistens innerhalb weniger Jahre wieder zurück. Eltern sollten unbedingt verstehen, dass die Strategie »Iss gesund« bereits in der frühen Kindheit angewandt werden sollte, bevor das Kind vom Idealgewicht abweicht.

Wie wir sehen werden, liegt das Problem adipöser Kinder meist weniger bei Snacks oder Eis, sondern vielmehr bei dem halben Kilo Brot, Nudeln, Kartoffeln, Pizza, Reis und den Fruchtsäften, die sie täglich konsumieren.

Das soll nicht heißen, dass Snacks und Eis nicht ungesund seien oder dass ihr Verzehr nicht eingeschränkt werden sollte, doch ihre Verteufelung und die gleichzeitige Verherrlichung von Nudeln, Brot, Kartoffeln, Reis, Säften und Obst, aus denen die Mittelmeerkost zu einem großen Teil besteht, trug sehr viel zu den aktuellen Rekordzahlen bei Adipositas und anderen Krankheiten weltweit bei.

Die Mittelmeerkost kann tatsächlich gesund sein, doch dies gilt nicht, wenn man in ihrem Namen exzessiv Brot, Nudeln, Reis usw. konsumiert. Stattdessen sollte man bei Kindern den Anteil an stärkehaltigen Lebensmitteln und Obst um mehr als ein halbes Kilo reduzieren. Dafür ist es meist schon ausreichend, ein paar dieser Nahrungsmittel durch Gemüse und Hülsenfrüchte zu ersetzen. So ließen sich in den meisten Fällen – ohne die Ernährung von Kindern und Jugendlichen radikal zu verändern – Übergewicht und Adipositas vermeiden.

Ernährung und Bewegung sind also die wichtigsten Faktoren zur Senkung des Adipositasrisikos bei Kindern. Allerdings können Eltern bereits vor der Geburt ihres Kindes und in den ersten Lebensmonaten Einfluss auf seine Gesundheit nehmen.

Gehen wir also einen Schritt zurück und betrachten wir die pränatalen und postnatalen Faktoren, die das Risiko für Adipositas mitbestimmen.

Frühe Risikofaktoren für Adipositas im Kindesalter

In den Achtzigerjahren machte der britische Epidemiologe David Barker die Beobachtung, dass unter jungen Erwachsenen, die an Bluthochdruck litten, relativ viele zu früh oder untergewichtig auf die Welt gekommen waren. Von da an beschäftigten sich immer mehr epidemiologische Studien mit den Umweltfaktoren während und nach einer Schwangerschaft. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass bestimmte Bedingungen, sowohl vor als auch nach der Geburt, zu einer Veranlagung für Adipositas oder Übergewicht führen können.

Es ist also von größtem Nutzen, in diesem Zeitraum eine präventive Strategie zu verfolgen, um das Risiko für Adipositas sowohl bei der Mutter als auch beim Kind zu reduzieren. Man sollte sich auf jeden Fall der Tatsache bewusst sein, dass mütterliche Adipositas, Übergewicht in der Schwangerschaft oder eine verkürzte Stillzeit die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass das Kind in der Folge übergewichtig oder sogar adipös wird.6,7

Im Folgenden werde ich besagte Faktoren genauer beleuchten, um deutlich zu machen, wie wichtig es ist, den möglicherweise schweren gesundheitlichen Problemen von Kindern mithilfe einer gesunden Ernährung und eines aktiven Lebens vorzubeugen.

Mütterliche Adipositas

Außer der genetischen Veranlagung und der ungesunden Ernährungs- und Lebensweise von Mutter und Familie gibt es noch einen weiteren Faktor, der bei einem Kind Übergewicht begünstigt: eine bestehende Adipositas bei der Mutter.8,9 Zahlreiche Studien belegen, dass das Risiko für Adipositas bei einem Kind mit einer adipösen Mutter viermal höher ist als bei Kindern mit normalgewichtigen Müttern – ein besorgniserregender Unterschied.10,11,12