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Kieferschmerzen verstehen und endlich in den Griff bekommen
Sie plagen sich mit Zähneknirschen, Kopfschmerzen oder Nackenschmerzen herum? Dann kann Ihr Kiefer die Ursache Ihrer Schmerzen sein – und gleichzeitig die Lösung. Denn wenn sie Ihren Kiefer ganzheitlich in den Blick nehmen, können Sie vielen Erkrankungen auf die Spur kommen und sie dauerhaft lösen: von Kieferknacken und Zahnschmerzen bis hin zu Tinnitus und Schmerzen in der Halswirbelsäule.
Kiefer gut, alles gut!
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 148
Veröffentlichungsjahr: 2022
Stefanie Kapp
1. Auflage 2022
100 Abbildungen
während meiner jahrelangen Arbeit mit Betroffenen durfte ich wertvolle Erfahrungen und wertvolles Wissen sammeln. Als Physiotherapeutin bin ich zum einen dafür zuständig, Schmerzen im Bewegungsapparat zu lindern, zum anderen aber auch dafür, über die Entstehung aufzuklären und somit langfristige Erfolge zu sichern.
Die Ziele meiner Patienten sind im Fokus jeder Therapie und geben mir täglich die Möglichkeit zu wachsen und dazuzulernen. Bei chronischen Schmerzen wie beispielsweise der „Craniomandibulären Dysfunktion“, kurz CMD, ist dies immer essenziell wichtig, denn ein komplexes Beschwerdebild bedarf verschiedener Therapieansätze und eines umfangreichen Wissens. Nach einiger Zeit stellte ich fest, dass die reine Arbeit eines Physiotherapeuten am Körper nicht genügt, um CMD zu behandeln. Da die Entwicklung dieser Beschwerde nicht nur körperliche Ursachen hat, sollte die Lösung auch nicht nur auf mechanische Therapie beschränkt sein. Ein ganzheitliches, umfangreiches Programm ist notwendig, um auf allen Ebenen gerecht zu werden.
Daher führt dieses Buch durch die Ebenen Körper, Geist und Seele hindurch.
Das gibt die Möglichkeit, eine nachhaltige Linderung zu erzielen und den Betroffenen die Angst und Sorgen vor dem Verlauf zu nehmen.
Zu Beginn des Buchs finden Sie einen Leitfaden, der ihnen die Möglichkeiten gibt, die eigenen Beschwerden aufzusuchen und die Symptome zu erkennen. Auf einen Blick können Sie die Ursachen sehen und bekommen gezeigt, wo genaueres Wissen im Buch zu finden ist. Außerdem sind Übungen aufgelistet, die für die separaten Beschwerden empfehlenswert sind und im Übungsteil veranschaulicht werden.
Die darauffolgenden Kapitel beschäftigen sich mit der Funktion und dem Zusammenspiel im Kiefer-Kopf-Bereich und den zahlreichen Ursachen für die Entwicklung einer CMD. Vorgestellt werden die umgebenden Gewebe wie Muskulatur, Nerven und Gelenke und deren Beteiligungen.
Da eine CMD den gesamten Körper beeinflussen kann, beschäftigen wir uns mit dem Effekt einer Kettenreaktion auf die Position der Wirbelsäule, des Beckens und der Füße sowie der Verdauungsorgane. Sie werden erstaunt sein, wie viel andere Symptome an fernen Körperbereichen auf CMD zurückzuführen sind.
Infolgedessen folgt die Erklärung, wie ein chronischer Schmerz sich aufbaut, welchen Einfluss unser Gehirn nimmt und welche Strategien zur Beseitigung gewählt werden müssen.
Den Einfluss von seelischen Aspekten beleuchten wir, wenn wir uns anschauen, wie sehr Stress Schmerz und dessen Wahrnehmung beeinflussen kann. Außerdem schauen wir genauer auf die möglichen Botschaften der Seele, die sich im Körper manifestieren.
Der letzte Teil des Buchs ist ein ausführlicher Übungsteil. In diesem sind allgemeine wie spezielle Übungen demonstriert. So hat jeder die Möglichkeit, je nach eigener Beschwerde die passenden Übungen durchzuführen.
Sie sollen die Möglichkeit erhalten, das Beschwerdebild CMD ganzheitlich zu betrachten. Die Angst und Sorgen vor dem Verlauf oder den möglichen Folgeschäden zu verlieren und erkennen, dass Sie selbst Ihre Genesung wesentlich beeinflussen können und dabei nicht abhängig sind von Therapeuten oder Ärzten.
Gesundheit ist für jeden möglich!
Ihre Physiotherapeutin Stefanie Kapp
Widmung
Dies Buch widme ich meinen Patienten, die mir immerzu ihr Vertrauen schenken!
Titelei
Liebe Leserin und lieber Leser,
Einleitung
Was ist eigentlich CMD?
Das Wichtigste in Kürze
Schwierige Diagnosestellung
Wenn die Last zu viel wird
Welche Spezialisten können helfen?
Anatomie der betroffenen Bereiche
Das Kiefergelenk
Die Bandscheibe des Kiefergelenks
Die Muskulatur im Kaubereich
Kaumuskulatur
Mundbodenmuskulatur
Gesichtsmuskulatur
Das Nervensystem
Die Symptome einer CMD
Symptome in den Kiefergelenken
Kiefergeräusche und Kiefersperre
Knacken im Kiefergelenk
Verlagerung des Diskus
Ursache Kaumuskulatur
Symptome an den Zähnen
Bissveränderungen
Empfindliches Zahnfleisch, Parodontose, Zahnabrieb
Symptome im Gesichtsbereich
Ständige Veränderungen des Schädels
Symptome im Kopfbereich
Symptome im Augen- und Ohrenbereich
Symptome in der Halswirbelsäule und am Nacken
Blockierungen der HWS
Symptome im Schluckapparat und in der Halsregion
Symptome im Schultergelenk
Symptome im Verdauungstrakt
Die Ursachen von CMD
Bisslage der Zähne
Psyche
Verletzungen
Disposition
Beitragende Faktoren
Somatisierungsstörungen
Angst und Depressionen
Schlafstörungen
Seelischer und körperlicher Missbrauch
Geburtstraumen und KiSS-Syndrom
Knirschen und Pressen
Wie viel Einfluss hat Stress auf CMD?
Verschiedene Auslöser – gleiche Reaktion
Wann beginnt Stress?
Chronischer Stress verändert das Gehirn
Der Einfluss von Gedanken und Gefühlen
Achtsamkeit
Atemübungen
Automatisierungen im Gehirn
Auswirkungen auf den gesamten Organismus
Die Vernetzung von Kiefer und Körper
Funktionen der Faszien
Der Kiefer als Beginn der Wirbelsäule
Was hat die Statik mit dem Kieferbereich zu tun?
Der gerade Mensch
Das Kiefer-schmerzfrei-Programm
Wichtiges vorab
Übungen in den Alltag integrieren
Gewohnheiten ändern
Übungen richtig anwenden
Wirkungen
Qualität vor Quantität
Geduld
Entspannung für den Kiefer
Sensibilität anregen
Lymphdrainage im Gesicht
Aufrechte Haltung mit korrekter Zungenposition
Wackeltechnik
Lippen flattern
Atemtechnik (4–7–8)
Wärme- und Kälteanwendung
Massagen für den Kiefer
Großer Kaumuskel von außen
Großer Kaumuskel von innen
Schläfenmuskel
Innerer Flügelmuskel
Mundboden
Blackroll oder Igelball
Dehnungen für den Kiefer
V-Technik
Schläfenmuskel
Mundboden
Mobilisationen für den Kiefer
Seitliches Schieben
Vorschieben
Rückschieben
Vierecksübung
Kieferkreis
8er Bewegung
Stabilisation für den Kiefer
Grundübung
Kleine Kraftübung
Vorschieben gegen Kraft
Seitliches Schieben mit Spatel
Zungenpendel
Spezielle Übungen – Kopfschmerzen
Kopfschmerzen StirnbereichMassage der Stirnfaszie
Kopfschmerzen StirnbereichTriggerpunkte Augenbaue
Kopfschmerzen StirnbereichZug am Schädeldach
Kopfschmerzen HinterkopfBall am Hinterkopf
Kopfschmerzen Hinterkopf Nickbewegung
Kopfschmerzen Hinterkopf Dehnung Nackenmuskulatur
Kopfschmerzen SchläfenbereichMassage des Schläfenmuskels
Kopfschmerzen SchläfenbereichTriggerpunkte Musculus trapezius
Kopfschmerzen SchläfenbereichOhrenmassage
Spezielle Übungen – Kieferknacken
Kieferrollen
Gerade Mundöffnung
Seitliches Schieben einseitig
Kieferstabilisation mit Mundöffnung
Traktion
Spezielle Übungen – Schmerzen der Halswirbelsäule
Dehnung des Nervus accessorius
Triggerpunkte Kopfwender
Mobilisation mit Drehung
Mobilisation mit Seitneige
Aufrechte 8er Bewegung
Stabilisation mit flacher Hand
Blickstabilisierung der Augen
Autorenvorstellung
Sachverzeichnis
Impressum
Die Diagnose „CMD“ steht für (schmerzhafte) Funktionsstörungen. Leider fehlt diesem Befund ein klares Leitbild. Die Patienten schildern verschiedene Beschwerdebilder.
Der Begriff „CMD – Craniomandibuläre Dysfunktion“ bezeichnet eine Kieferproblematik bzw. Funktionsstörung des Kausystems.
Der amerikanische Hals-Nasen-Ohren-Arzt James Costen beschrieb 1934 zum ersten Mal ein Beschwerdebild, das Ohrengeräusche und Kaumuskelschmerzen mit Biss- und Kiefergelenkveränderungen in Zusammenhang brachte. Die damalige Bezeichnung, Costen-Syndrom, ist mittlerweile veraltet, heute sprechen wir bei Kaufunktionsstörungen von der Craniomandibulären Dysfunktion, kurz CMD.
Die Wortzusammensetzung fasst Funktionsstörungen zwischen Cranium (Schädel) und Mandibula (Unterkiefer) zusammen. Die craniomandibuläre Verbindung sind die Kiefergelenke. Das Krankheitsbild CMD lässt sich auf Fehlregulationen der Muskulatur im Kiefer-Kopf-Bereich sowie auf Fehlstellungen der Kiefergelenke zurückführen. Infolgedessen breiten sich Symptome bis in andere Körperbereiche aus.
Die durch eine CMD ausgelösten Fehlfunktionen und Schmerzen finden sich in Deutschland bei einem Drittel der Erwachsenen. Zu den Symptomen werden Kiefergeräusche, Blockierungen bei der Mundöffnung, Schmerzen und alle Beschwerden (z.B. Schwindel, Tinnitus) gezählt, die als Ursache CMD vorweisen können. Viele dieser Beschwerden, beispielsweise Migräne, atypische Zahnschmerzen oder Ohrenschmerzen, lassen sich aber nicht immer leicht zuordnen.
Auch wenn immer mehr Menschen von CMD betroffen sind, so ist die Craniomandibuläre Dysfunktion in der Öffentlichkeit noch immer weitgehend unbekannt. Leider sind auch viele Ärzte mit der breiten Symptomatik nicht vertraut und können Zusammenhänge zwischen Beschwerde und Ursache nicht herstellen. Ein echtes Problem für die Betroffenen, die oft jahrelang von Facharzt zu Facharzt laufen, bevor sie einen Therapeuten finden, der die Symptome richtig deuten und tatsächlich helfen kann.
Geschlechterspezifisch sind Frauen weitaus häufiger von CMD betroffen als Männer.(1) Insgesamt sind ⅔ der CMD-Patienten weiblich.(2) Außerdem treten die Symptome vermehrt zwischen dem 25. und 40. Lebensjahr auf und nehmen mit zunehmendem Alter ab. Durch starke Einschränkungen der Lebensqualität kann die CMD erheblichen Einfluss auf das Alltagsleben eines Erwachsenen nehmen.
Alle Erkrankungen im Kiefer-, Gesichts- und Kopfbereich werden unter dem Begriff „Craniomandibuläre Dysfunktion“ zusammengefasst. Diese Funktionsstörung umfasst alle schmerzhaften wie nichtschmerzhaften Zustände, die auf die strukturelle, biologische und psychische Fehlregulation der Muskulatur, der Hirnnerven, Schädelknochen und Kiefergelenke zurückzuführen sind.(3) CMD kann sich hinter Symptomen wie Gesichts-, Zahn-, Kopf- oder Rückenschmerzen oder Kiefergeräuschen, aber auch Beschwerden in entfernten Gebieten wie Ohrenschmerzen, Tinnitus, Schwindel, Sehstörungen, Verspannungen der Schulter-Nacken-Region
