Giftige Wildpflanzen - Rita Lüder - E-Book

Giftige Wildpflanzen E-Book

Rita Lüder

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Beschreibung

Welche Merkmale sind entscheidend? Darf ich die Pflanze anfassen? Wie wage ich mich an Doldenblütler? Wer tiefer ins Wildpflanzensammeln einsteigt, muss Giftpflanzen gut kennen. Die renommierte Autorin und Dozentin Rita Lüder fasst hilfreiches Wissen zum Umgang mit Giftpflanzen und Pflanzengiften zusammen. Sie stellt bedeutende Giftpflanzen vor, die leicht mit essbaren Wildkräutern verwechselt werden können, und erläutert in über 220 anschaulichen Fotos und Zeichnungen ihre Unterscheidungsmerkmale – ergänzt durch spannende Geschichten und Know-how für Wildpflanzenbegeisterte und Kräuterpädagoginnen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 114

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Rita Lüder

GIFTIGEWILDPFLANZEN

Zweifelsfrei bestimmen, Giftigkeit einordnen, Hintergründe kennen

Inhalt

Die Natur begeistert …

BASISWISSEN GIFTIGE WILDPFLANZEN

Was ist wie giftig?

Vergiftungsverdacht, was jetzt?

Mit Sicherheit Wildpflanzen sammeln

Giftpflanzen für andere erlebbar machen

GIFTIGE WILDPFLANZEN VON A BIS Z

Alraune

Ambrosie, Beifußblättrige

Aronstab, Gefleckter

Attich

Bärenklau, Riesen-

Bilsenkraut

Diptam

Efeu

Eibe

Eisenhut, Blauer

Fingerhut, Roter

Gauchheil, Acker-

Germer

Goldregen

Greiskraut, Jakobs-

Hahnenfuß, Scharfer

Herbstzeitlose

Hundspetersilie

Kälberkropf, Taumel-

Liguster

Lupine, Vielblättrige

Maiglöckchen

Nachtschatten, Bittersüßer

Nachtschatten, Schwarzer

Pfaffenhütchen

Rainfarn

Schachtelhalm, Sumpf-

Schattenblume, Zweiblättrige

Schierling, Gefleckter

Schneeball, Wolliger

Schöllkraut

Seidelbast

Stechapfel

Stechpalme

Tollkirsche

Trollblume

Wasserpfeffer

Wasserschierling

Wolfsmilch

Zaunrübe, Zweihäusige

SERVICE

Impressum

Die einleitenden Seiten dieses Buches stammen aus der Zusammenarbeit der Autorin mit der Toxikologin Dr. med. Katrin Romanek (Giftnotruf München). Von ihr stammen die Informationen zu Toxizität, Dosis und dem Vorgehen bei Vergiftungen – einschließlich der diesbezüglichen Angaben in den Umschlagklappen und ihrer fachlichen Durchsicht der Pflanzenporträts, bei denen sie ergänzend Hinweise aus der Praxis beigesteuert hat.

Die Natur begeistert …

… und sie schenkt uns eine Fülle an heilkräftigen, schmackhaften und faszinierenden Pflanzen. Immer mehr Menschen folgen der Sehnsucht nach einem ursprünglicheren Leben, nach mehr Verbindung mit der Erde, mit dem Wandel der Jahreszeiten und dem uralten Wissen um die Kräfte der Wildpflanzen. Wer einmal begonnen hat, Kräuter zu sammeln, mit allen Sinnen zu erleben und zu nutzen, wird oft schnell zum begeisterten Naturentdecker. Doch so schön das Sammeln auch ist – es will gelernt sein. Denn wer essbare Pflanzen erkennt, sollte auch ihre giftigen Doppelgänger kennen.

Dieses Buch richtet sich an alle, die mit offenen Augen und wachem Geist durch Wald und Wiese streifen: an Kräuterpädagog innen, Naturbegeisterte und neugierige Sammler innen. Es stellt 40 der häufigsten und gefährlichsten Giftpflanzen Mitteleuropas vor – mit klaren Erkennungsmerkmalen, anschaulichen Zeichnungen und hilfreichen Hinweisen zu möglichen Verwechslungen. So ist dieses Buch als Begleiter auf dem Weg zu einem achtsamen und sicheren Umgang mit der wilden Pflanzenwelt gedacht. Es zeigt, worauf es ankommt, wenn Sammeln nicht nur Freude, sondern auch Sicherheit bedeuten soll.

Ein besonderer Dank gilt den Giftinformationszentren (GIZ), allen voran Frau Dr. med. Katrin Romanek vom Giftnotruf München, die mit ihrer langjährigen Erfahrung und ihrer unermüdlichen Aufklärungsarbeit maßgeblich zum Entstehen dieses Buches beigetragen hat. Ihre fachlichen Einschätzungen und Hinweise aus der Praxis haben die Pflanzenporträts bereichert und geben diesem Buch eine solide, praxisnahe Grundlage. Die Arbeit der Giftinformationszentren ist von unschätzbarem Wert – sie schaffen Bewusstsein, geben Sicherheit und stehen im Notfall mit wertvollem Rat zur Seite.

Möge dieses Buch dazu beitragen, das uralte Pflanzenwissen wieder aufleben zu lassen – mit Neugier, Respekt und einem wachen Blick für die Schönheit und die Tücken der wilden Natur. Denn wer achtsam sammelt, sammelt nicht nur Kräuter – sondern auch Erfahrung, Vertrauen und tiefes Staunen.

BASISWISSEN GIFTIGE WILDPFLANZEN

Was ist wie giftig?

Was giftig ist, ist relativ. Bereits Paracelsus (1493–1541) hat sehr treffend formuliert: „Alles ist Gift, kein Ding ist ohne Gift, allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.“ Je nach Dosis haben viele Pflanzen Giftpotenzial und viele Giftpflanzen auch Heilpotenzial.

Eibentriebe: Berührung OK

DIE DOSIS MACHT DAS GIFT

Nur etwa 150 der 3000 heimischen Pflanzenarten haben ein relevantes Vergiftungspotenzial. Viele der in diesem Buch vorgestellten Giftpflanzen sind in geringer Dosis Heilpflanzen. Dabei ist ihre therapeutische Breite, d.h. die Spanne zwischen der Dosis, bei der eine Heilwirkung eintritt, bis zu der schädlichen Menge, sehr unterschiedlich. Fingerhut (S. 53) beispielsweise hat nur eine sehr geringe therapeutische Breite. Er ist in allen Teilen giftig und schon ein Verzehr von 2–5 Blättern kann tödlich sein. Solche Pflanzen sollten auf keinen Fall auf eigenes Ermessen hin verwendet werden. Die meisten Heilpflanzen haben zum Glück eine sehr große Breite. Sie sind auch schmackhafte Wildkräuter, die einfach durch die Bereicherung des Speiseplanes einen positiven Effekt auf den Körper ausüben. Hier ist es wichtiger, sie nicht mit Giftpflanzen zu verwechseln, als genau auf die richtige Dosis zu achten.

Holunder kann giftig sein

AUCH BELIEBTE ESSBARE KÖNNEN GIFTIG SEIN

Wildkräutersammelnden wird empfohlen, sich mit den Wildpflanzen, die sie zum Verzehr oder für eine Heilwirkung verwenden, zu beschäftigen.

Einige, wie beispielsweise der Schwarze Holunder, sind in Teilen giftig. Hier sind nur die Blüten unbedenklich genießbar – selbst die Früchte des Schwarzen Holunders müssen vor dem Verzehr gegart werden, da viele Personen auf deren Rohverzehr mit Magen-Darm-Problemen reagieren. Vorgestellt wird in diesem Buch lediglich der Attich (Zwerg-Holunder, S. 31), damit er nicht versehentlich als Schwarzer Holunder gesammelt wird. Bei ihm bleiben die Giftstoffe auch nach dem Erhitzen in den Beeren erhalten. Ein weiteres Beispiel ist Waldmeister, der ebenfalls nur in geringer Menge unbedenklich genießbar ist.

In diesem Giftpflanzenbuch werden diese weit verbreiteten, aber harmlosen Arten nicht vorgestellt, da deren Anwendung und mögliche Gefährdung zum überlieferten Allgemeinwissen gehören und es bereits eine Fülle an Literatur gibt, die sich ausführlich mit diesen Pflanzen und ihrem sicheren Gebrauch beschäftigen.

Zwischen den Welten

Riesen-Bärenklau: theoretisch essbar jedoch durch phototoxische Wirkung bedenklich

Gewöhnlicher Beifuß: in der Schwangerschaft meiden

Beinwell: Pyrrolizidinalkaloide – außer Blüten nur in kleinen Mengen verwenden

Eibe: roter Samenmantel essbar, alle anderen Teile stark giftig

Holunder: alles außer Blüten roh giftig

Huflattich: Pyrrolizidinalkaloide – außer Blüten nur in kleinen Mengen verwenden

Kalmus: in der Schwangerschaft meiden

Lungenkraut: Pyrrolizidinalkaloide – außer Blüten nur in kleinen Mengen verwenden

Scharfer Mauerpfeffer: Überdosierung vermeiden

Schwarzer Nachtschatten: Essbarkeit kulturell unterschiedlich bewertet

Robinie: nur Blüten essbar

Sauerampfer: Oxalsäure – nicht in großen Mengen oder bei Nierenproblemen

Sauerklee: Oxalsäure – nicht in großen Mengen oder bei Nierenproblemen

Scharbockskraut: nur vor der Blüte genießen

Steinklee: Cumarin – Überdosierung vermeiden

Vergissmeinnicht: Pyrrolizidinalkaloide – außer Blüten nur in kleinen Mengen verwenden

Wacholder: in der Schwangerschaft meiden und nicht überdosieren

Waldmeister: nur vor der Blüte genießen

Wasserpfeffer: Scharfstoffe – Überdosierung vermeiden

Wicken und Platterbsen: nicht roh verwenden

GIFTSTOFFE

Auch wenn es ein paar Wirkstoffgruppen gibt, die ähnliche Symptome verursachen, wirken die einzelnen Giftpflanzen auf ganz unterschiedliche Weise und können eine breite Palette an Symptomen auslösen. Einige Pflanzen verursachen Vergiftungen, die den Magen-Darm-Trakt beeinträchtigen, während andere das Herz oder das Nervensystem angreifen.

Info aus dem GIZ: Was ist wie giftig?

Die potenzielle Giftigkeit einer einzelnen Pflanze hängt von verschiedenen Faktoren ab:

der aufgenommenen Menge,

der individuellen Empfindlichkeit,

dem Pflanzenalter, dem Reifegrad der Pflanzenteile,

den Wachstumsbedingungen wie Standort und Witterungsbedingungen.

Neben dem Aufnahmeweg durch Verschlucken spielen andere Expositionsrouten wie über die Haut, durch Einatmen, über das Auge oder die Blutbahn eine deutlich untergeordnete Rolle. Selbst bei sehr giftigen Pflanzen, bei denen eine Aufnahme der Giftstoffe über die Haut beschrieben oder theoretisch möglich ist, reicht eine bloße Berührung keinesfalls für eine Vergiftung aus. Allergien oder oben beschriebene Hautreizungen ausgenommen. Auch hier macht wie immer die Dosis das Gift und Beschreibungen von Vergiftungen über die Haut beruhen meist auf Fällen in denen die Pflanze beispielsweise als Wickel oder Umschlag längere Zeit Kontakt mit einer großen Körperoberfläche hatte.

Grenzwerte, ab welcher Pflanzenmenge mit Symptomen zu rechnen ist, sind somit schwer festzulegen. Als Faustregel lässt sich jedoch sagen, dass die versehentliche Einnahme von bis zu 5 einheimischen roten Beeren selbst bei Kleinkindern im schlimmsten Fall nur zu leichten Magen-Darm-Beschwerden führt. Ausnahmen sind die wie bereits erwähnt stark reizende Zaunrübe und der Aronstab. Bei schwarzen Beeren gilt die gleiche Regel, hier sollte jedoch die Tollkirsche dringend ausgeschlossen werden.

Lebensbedrohliche Vergiftungen treten am häufigsten nach absichtlicher Einnahme, z. B. als Suizidversuch oder zu Rauschzwecken, großer Pflanzenmengen auf und sind fast immer auf die 10 giftigsten heimischen Pflanzen zurückzuführen: Eisenhut, Tollkirsche, Wasserschierling, Herbstzeitlose, Gefleckter Schierling, Stechapfel, Schwarzes Bilsenkraut, Germer, Fingerhut und Europäische Eibe.

Als nicht heimische aber in Gärten anzutreffende stark giftige Pflanzen die gelegentlich zu Vergiftungen führen, muss noch die Engelstrompete und der Wunderbaum genannt werden.

Bittersüßer Nachtschatten

So hat jede Pflanze einen oder mehrere Giftstoffe, die unterschiedliche Körpersysteme beeinflussen und je nach aufgenommenem Teil der Pflanze oder Menge unterschiedliche Symptome hervorrufen können. Bei zahlreichen Wirkstoffen können selbst kleine Mengen schwerwiegende Auswirkungen haben.

Tollkirsche

PFLANZEN UND MENSCHEN SIND INDIVIDUELL

Zu beachten ist ebenfalls, dass der Körper eines jeden Menschen ein wenig anders reagiert. Dies hängt zum einen mit dem unterschiedlichen Gewicht, Stoffwechsel und verschiedenen weiteren Faktoren zusammen. Und auch der Gehalt der Wirkstoffe in den Pflanzen schwankt je nach äußeren Wachstumsbedingungen stark. Dabei spielen Faktoren wie Sonneneinstrahlung, Bodenverhältnisse, Temperatur, Feuchtigkeit, Höhenlage und Jahreszeit eine wichtige Rolle. So sind die in diesem Buch angegebenen Mengen, ab wann eine Giftpflanze toxisch wirkt, nur als Richtwert zu verstehen. Generell reagieren Kinder und zarte Personen empfindlicher auf Giftstoffe als der Durchschnitt der Erwachsenen.

Info aus dem GIZ: Pflanzengifte und Symptome

Wenn Symptome nach Pflanzeneinnahme auftreten, dann sind dies am häufigsten Beschwerden des Magen-Darm-Traktes wie Bauchkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Gefährlichere Vergiftungszeichen können auftreten durch

atropin- oder scopolaminhaltige Nachtschattengewächse wie Tollkirsche, Stechapfel, Alraune und Bilsenkraut (trockene, heiße Haut, Herzrasen, Pupillenerweiterung),

durch herzaktive Steroidglykoside in z. B. Fingerhut, Maiglöckchen und Pfaffenhütchen (Herzrhythmusstörungen) oder

durch nikotinähnliche Inhaltsstoffe wie sie u. a. in der Tabakpflanze oder dem Goldregen vorkommen (Unruhe, Kaltschweißigkeit, neurologische Störungen).

Im Übrigen können auch stark haut- und schleimhautreizende Pflanzen wie der Aronstab oder die Zaunrübe sowie phototoxische Substanzen, wie sie im Riesen-Bärenklau enthalten sind, sehr unangenehme, verbrennungsähnliche Entzündungen der Haut hervorrufen, die ärztliche Hilfe erforderlich machen können.

Vergiftungsverdacht, was jetzt?

1. Ruhe bewahren und Hilfe einholen! Bleib in jedem Fall ruhig. Zeigt die betroffene Person keine oder nur leichte Beschwerden, bleibt genug Zeit bei einem der sieben Giftnotrufe in Deutschland anzurufen, die rund um die Uhr besetzt sind (s. Tabelle auf der Innenklappe hinten). Ist die Person bewusstlos oder zeigt starke Symptome, verständige umgehend den Rettungsdienst unter 112. Geh zum Arzt, wenn mehr als nur leichte Magen-Darm-Beschwerden auftreten oder du verunsichert bist. Meist können die Giftnotrufe rasch einschätzen, welche Hilfe erforderlich ist.

2. Gift identifizieren und Indizien sichern: Experten im Bekanntenkreis können bei der Identifizierung der Pflanze helfen, Pflanzenbestimmungs-Apps sind mittlerweile erstaunlich zuverlässig, das Ergebnis sollte in kritischen Situationen aber immer hinterfragt und verifiziert werden. Bring Reste von Pflanzen (möglichst Blüten, Blätter und Früchte) mit in die Klinik oder zum Arzt. Ein Foto der Umgebung kann bei Vergiftungen mit Pflanzen (und Pilzen) ebenfalls hilfreich sein.

INFO aus dem GIZ

Von den ca. 45 000 Anrufen, die den Giftnotruf München jährlich erreichen, beziehen sich rund 5500 (12 %) auf Pflanzen und Pilze. Meistens handelt es sich hierbei um Blätter oder Blüten von Zimmerpflanzen, Blumen aus dem Garten oder Beeren auf dem Spazierweg, die von Kleinkindern versehentlich verschluckt werden.

In der folgenden Tabelle sind die 10 häufigsten Anfragen zu Pflanzen der letzten 3 Jahre des Giftnotrufes München mit Schweregrad der Vergiftung zum Zeitpunkt des Anrufs aufgelistet. In dieser Auswertung waren nur < 0,1 % der Pflanzenexpositionen mit schweren Symptomen assoziiert. Es muss allerdings beachtet werden, dass es sich hierbei um Anfragen also Verdachtsfälle handelt, nicht um gesicherte Expositionen. Dennoch lässt sich sagen, dass die überwiegende Mehrheit der Vergiftungen durch Pflanzen nicht schwer verlaufen.

Zum Glück treten bei der überwiegenden Mehrheit dieser Expositionen keine oder nur leichte Vergiftungszeichen auf, sodass eine häusliche Beobachtung oft ausreichend ist.

Bei Erwachsenen hingegen kommt es meist zu Verwechslungen von essbaren Pflanzen und Kräutern mit giftigen Doppelgängern. Hier können in seltenen Fällen auch schwere oder gar lebensbedrohliche Vergiftungen auftreten. Als wiederkehrendes Ereignis ist hier die Verwechselung von Bärlauch mit der Herbstzeitlosen zu nennen, die jeden Frühling zu vielen besorgten Anrufenden führt. Und natürlich gibt es auch die vorsätzliche Einnahme von hochgiftigen Pflanzen wie dem Eisenhut oder der Eibe in selbstschädigender Absicht oder die Fremdbeibringung in mörderischer Intention, dies sind zum Glück sehr seltene Ereignisse.

Trivialname

Botanische Bezeichnung

Symptome keine

leicht

Vergiftung mittel

schwer

Gesamtzahl Anfragen

Eibe

Taxus baccata

918

124

7

2

1051

Lorbeer-kirsche

Laurocerasus sp.

739

38

777

Efeu

Hedera sp.

386

50

436

Liguster

Ligustrum vulgare

337

21

358

Herbst-zeitlose

Colchicum autumnale

57

282

16

1

356

Maiglöck-chen

Convallaria majalis

292

27

3

1

323

Efeutute

Epipremnum aureum

287

13

300

Einblatt

Spathiphyllum sp.

241

16

1

258

Wolfsmilch

Euphorbia sp.

46

136

4

186

Stechpalme

Ilex aquifolium

166

10

176

Gesamt

 

3469

717

31

4

4221

3. Kein Erbrechen auslösen: Das Auslösen von Erbrechen als Erste-Hilfe-Maßnahme wird nicht empfohlen, weil in der Regel die geschluckte Substanz nicht in relevantem Maß entfernt wird. Außerdem besteht die Gefahr der Aspiration, also des Einatmens von Erbrochenem in die Atemwege, einer Schädigung der Speiseröhre oder der Atemwege.

4. Wasser zu trinken geben: Grundsätzlich ist es in Ordnung, einer wachen Person schluckweise stilles Wasser anzubieten, um mögliche Giftstoffe zu verdünnen. Gib keine Milch, da dies noch zu einer verstärkten Aufnahme von fettlöslichen Giftstoffen führen kann. Auch Salzwasser sollte auf keinen Fall gegeben werden, dies kann eine Salzvergiftung auslösen.

Die giftigen Wolfsmilchgewächse sind formenreich, aber mit keinen heimischen essbaren Wildpflanzen zu verwechseln.

5. Aktivkohle: Die Gabe von Aktivkohle (Medizinalkohle) kann, wenn sie innerhalb von ca. einer Stunde nach Giftaufnahme erfolgt, sinnvoll sein, um eine Vielzahl von Pflanzengiften im Magen-Darm-Trakt zu binden und so die

Aufnahme in die Blutbahn zu verhindern. Aktivkohle in der Hausapotheke zu bevorraten, ist also auch in dieser Hinsicht sinnvoll. Die Gabe sollte nach Rücksprache mit einem Giftnotruf und mit reichlich Wasser erfolgen. Die Dosis beträgt in der Regel 0,5–1 g pro kg Körpergewicht, maximal aber 50 g. Nicht bei Bewusstseinstrübung geben!

Mit Sicherheit Wildpflanzen sammeln

Der Einstieg in die Welt der Wildpflanzen ist eine wunderbare Reise – aber auch eine, die Geduld, Aufmerksamkeit und Respekt verlangt. Gerade zu Beginn ist es wichtig, sich langsam heranzutasten und sich Schritt für Schritt Wissen und Erfahrung anzueignen.

1. Beginne mit einfachen, gut erkennbaren Arten