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Dieser 'Facts-and-Fiction'-Reiseführer beschreibt die Schweiz im Jahr 2021, jedoch so, wie sie um 1900 aussah, vor der grossen Zerstörung: Als sich Städte und Dörfer noch harmonisch in die Landschaft einfügten, als es noch mächtige Gletscher zu bewundern gab. Welch ungeheure Verluste in nur 100 Jahren! Wäre der Mensch auf diesem Planeten doch nur etwas umsichtiger mit seinen Ressourcen umgegangen! Was, wenn er nur wenige Landstriche der Erde unterworfen, doch dafür seinen Frieden mit der Natur geschlossen hätte? Was, wenn die Schweiz nur eine halbe Million Einwohner zählte - beschränkt auf wenige Landesteile, aber im Besitz der Errungenschaften des 21. Jahrhunderts?! Von einer solchen Utopie handelt dieser Reiseführer. Seine Kernaussagen sind real, doch manches dürfte den Leser verwundern: die sonderbare Anreise in die Schweiz, das menschenleere Mittelland mit seinen einsamen Seen, die vielen urweltlichen Alpenregionen mit ihren gewaltigen Eisströmen und nicht zuletzt die intakten Städte- und Landschaftsbilder. In dieser fiktiven Schweiz fehlen zwar viele uns vertraute Gebiete, aber dafür leben ihre Bürger in Harmonie mit ihrer Umwelt und erfreuen sich eines paradiesischen Landes.
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Seitenzahl: 422
Veröffentlichungsjahr: 2021
Der in Bern lebende Autor ist emeritierter Professor der Universität Freiburg/Schweiz. Er forschte viele Jahre über den Geruchssinn und wurde dafür 2007 von der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften mit dem renommierten Théodore-Ott-Preis ausgezeichnet. Zu seinen Interessen gehören auch Evolution, Geographie, Landkarten, Reiseliteratur, Urlandschaften, Weltgeschichte und Weltkultur.
Neben seinen beruflichen Aktivitäten beschäftigten den Autor zeitlebens die fortschreitende Zerstörung unserer Biosphäre und die Sorge um die Lebensverhältnisse der nächsten Generationen auf dieser Erde. In diesem Kontext publizierte er 2020 eine fiktive Weltchronik, eine Geschichte mit Happy End, in welcher die Menschheit nach all ihren Verstrickungen und Tragödien ein harmonisches Gleichgewicht unter sich und mit der Natur findet ("Katastrophen, Krisen und kluge Köpfe – eine andere Weltgeschichte"; Verlag tredition, 2020, ISBN 978-3-347- 07070-7). Der vorliegende Reiseführer porträtiert die Schweiz in dieser imaginären Welt.
"Das lustige Alphorn, die weißen Wölkchen über dem See, die Klarheit und Schärfe der Zacken, das Licht – nichts hat gefehlt!"
Felix Mendelssohn-Bartholdy am 1. Sept. 1831 auf der Haggenegg, im Anblick des Vierwaldstättersees und der Mythen
Reinhard Stocker
Gipfel,Gletscherund glitzernde Seen
Ein fiktiver Schweiz-Reiseführer
2021
© 2021 Reinhard Stocker
Umschlagentwurf: Reinhard Stocker
Umschlagbild: Gletsch und Rhonegletscher um 1900; Fotograf unbekannt; Wikimedia Commons; Photochrom by Photoglob AG; gemeinfrei; bearb. Jan Arkesteijn
Verlag & Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg
ISBN:
Paperback
978-3-347-27613-0
Hardcover
978-3-347-27614-7
e-Book
978-3-347-27615-4
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Quellen:
1. Baedekers Reiseführer Die Schweiz (1885, 1927, 1937)
2. Swisstopo-Website (map.geo.admin.ch): besonders die Funktion Zeitreise für Landschafts- und Gletscherveränderungen seit 1880
3. Wanderwelt Tessin (2. Aufl. 2005); Hallwag Kümmerly+Frey AG, Schönbühl
4. Amtliches Kursbuch der Schweiz (1978)
Inhalt
1. Die Schweiz: eine Einleitung
1.1. Geographie und Geschichte
1.2. Politik und Gesellschaft
1.3. Wirtschaft, Industrie und Infrastruktur
1.4. Bildung und Gesundheitswesen
1.5. Die Schweiz als Touristenland
1.6. Reisehinweise von A-Z
2. Anreise
2.1. Aus Österreich, Tschechien und Deutschland
2.2. Aus Italien
3. Rheinfall
3.1. Von Bregenz über den Bodensee zum Rheinfall
3.2. Flug Luzern–Rheinfall. Anfahrt via Reuss und Rhein
4. Luzern und Umgebung
5. Vierwaldstättersee
5.1. Von Luzern nach Vitznau, Brunnen und Flüelen
5.2. Von Luzern nach Kehrsiten/Bürgenstock und Alpnachstad
6. Pilatus
6.1. Luftseilbahn
6.2. Aufstiege zum Pilatus
7. Rigi
7.1. Zahnradbahn Vitznau–Rigi-Kulm
7.2. Luftseilbahn Arth-Goldau–Rigi-Kulm
7.3. Aufstiege zum Rigi-Kulm
7.4. Luftseilbahn Arth-Goldau–Rigi-Scheidegg
7.5. Fusswege zur Rigi-Scheidegg
8. Von Luzern zum Gotthardpass I. Kanton Schwyz
8.1. Eisenbahn Luzern–Flüelen
8.2. Kantonsstrasse Luzern–Flüelen
8.3. Autostrasse A12 Luzern–Flüelen
8.4. Stoos und Muotatal
9. Von Luzern zum Gotthardpass II. Kanton Uri
9.1. Eisenbahn und Kantonsstrasse Flüelen–Göschenen
9.2. Autostrasse A12 Flüelen–Göschenen
9.3. Von Göschenen über den Gotthardpass nach Airolo
9.4. Von Hospental über den Furkapass nach Gletsch
9.5. Schächental
9.6. Maderanertal
9.7. Göscheneralp
10. Von Luzern nach Engelberg. Kanton Nidwalden
10.1. Von Luzern über Stans nach Engelberg
10.2. Touren ab Engelberg
11. Von Luzern nach Interlaken. Kanton Obwalden
11.1. Von Luzern über Sarnen nach Interlaken
11.2. Melchtal und Melchsee-Frutt
11.3. Brünigpass und Hasliberg
12. Haslital und Seitentäler. Grimselpass
12.1. Meiringen, Haslital und Grimselpass
12.2. Gadmertal, Alp Stein und Sustenpass
12.3. Engstlenalp und Jochpass
12.4. Rosenlaui und Gr. Scheidegg
13. Region Interlaken-Brienzersee
13.1. Interlaken und Umgebung
13.2. Beatenberg
13.3. Habkern
13.4. Brienzersee
13.5. Schynige Platte und Höhenweg zum Faulhorn
14. Grindelwaldner Tal
14.1. Von Interlaken nach Grindelwald
14.2. Touren ab Grindelwald
15. Mürren, Wengen, Kl. Scheidegg und Jungfraujoch
15.1. Von Interlaken nach Lauterbrunnen und Stechelberg
15.2. Oberes Lauterbrunnental
15.3. Gimmelwald und Mürren
15.4. Wengen, Kl. Scheidegg und Jungfraujoch
16. Von Interlaken nach Bern
16.1. Von Interlaken über Spiez und Thun nach Bern
16.2. Bern und Umgebung
16.3. Rundflug über die Wildnis der Westschweiz
17. Von Interlaken oder Bern nach Brig
17.1. Von Spiez über Kandersteg nach Leukerbad
17.2. Touren ab Kandersteg
17.3. Kiental und Griesalp
17.4. Von Leukerbad über Visp nach Brig
17.5. Lötschental
17.6. Turtmanntal, Augstbordpass und Schwarzhorn
18. Goms
18.1. Von Gletsch nach Brig
18.2. Aletsch
19. Mattertal und Zermatt
19.1. Von Visp über St. Niklaus nach Zermatt
19.2. Touren ab Zermatt
20. Saastal und Saas-Fee
20.1. Von Visp nach Saas-Fee
20.2. Touren ab Saas-Fee
20.3. Über den Monte-Moro-Pass nach Macugnaga
21. Von Brig nach Domodossola
21.1. Kantonsstrasse durch den Monte-Leone-Tunnel
21.2. Simplonpass und Gondoschlucht
22. Kanton Valtoce
22.1. Domodossola, Valle Antigorio, Val Formazza und Tosafall
22.2. Von Domodossola nach Pallanza
22.3. Valle Anzasca und Macugnaga
23. Von Airolo nach Bellinzona. Ticino- und Bleniotal
23.1. Von Airolo über Biasca nach Bellinzona. Leventina, Riviera
23.2. Höhenweg Strada Alta von Airolo nach Biasca
23.3. Bergwanderweg von Piora nach Olivone
23.4. Val Blenio
24. Von Bellinzona zum Lago Maggiore
24.1. Bellinzona und Umgebung
24.2. Höhenweg Via Azzurra von Arbino nach Brè
24.3. Von Bellinzona nach Locarno und Ascona
25. Die Täler des Locarnese
25.1. Val Verzasca
25.2. Valle Maggia, Val Lavizzara, Val Sambuco
25.3. Val Bavona
25.4. Durch das Centovalli nach Domodossola
25.5. Val Onsernone
26. Lago Maggiore
26.1. Mit dem Schiff über den Lago Maggiore
26.2. Eisenbahn und Strasse von Locarno nach Pallanza
26.3. Borromeische Inseln. Baveno und Stresa
26.4. Kantonsstrasse von Bellinzona nach Luino
27. Von Bellinzona über Lugano nach Como
27.1. Eisenbahn und Kantonsstrasse
27.2. Autostrasse A12
28. Region Lugano-Lago di Lugano
28.1. Lugano
28.2. Umgebung von Lugano
28.3. Lago di Lugano
29. Nördlicher Kanton Ceresio
29.1. Von Lugano über Ponte Tresa nach Luino
29.2. Malcantone
29.3. Höhenweg Monte Lema–Monte Tamaro
29.4. Capriasca, Cassarate-Tal, Val Colla
30. Östlicher Kanton Ceresio
30.1. Von Lugano über Porlezza nach Menaggio
30.2. Val Cavargna
30.3. Von Porlezza über Lanzo d’Intelvi nach Maroggia
31. Südlicher Kanton Ceresio
31.1. Monte Generoso
31.2. Mendrisiotto
31.3. Valle di Muggio
31.4. Höhenweg Sagno–Monte Bisbino–Sasso Gordona
32. Como und Lago di Como
32.1. Como
32.2. Lago di Como
33. Bernina-Massiv
34. Hauptwanderwege der Schweiz
Anhang: Amtliches Kursbuch der Schweiz
1. Die Schweiz: eine Einleitung
1.1. Geographie und Geschichte
Die Schweiz ist ein Binnenland in Mitteleuropa. Ihr Kerngebiet sind die nördlichen und südlichen Täler der Zentralalpen. Nördlich der Alpen umfasst das bewohnte Areal der Schweiz das Einzugsgebiet der Reuss bis unterhalb von Luzern, das Flussgebiet der Aare bis zur Stadt Bern und das Oberwallis, südlich des Alpenkamms die Talschaften des Ticino und des Toce. Das politische Territorium der Schweiz ist allerdings viel grösser. Zu den bewohnten Regionen kommen viel grössere unbesiedelte Gebiete dazu: Im Norden das Mittelland und der Jurabogen und darüber hinaus das ganze Einzugsgebiet des Rheins von Rätien über den Arlberg, den Bodensee und den Südschwarzwald bis zum Vogesenrand. Im Westen gehören auch die Landschaften Burgund und Savoyen bis zum Zentralmassiv politisch zur Schweiz, im Südosten das Engadin und das Veltlin.
Das Relief der Schweiz ist durch zwei elementare geologische Prozesse in ferner Vergangenheit geprägt: Die Alpenfaltung, die vor etwa 100 Millionen Jahren durch den Zusammenstoss der afrikanischen mit der europäischen Kontinentalplatte begann und auch heute nicht abgeschlossen ist, und die Vergletscherung während der Eiszeiten, die zur Aushobelung der Alpentäler und zur Schaffung der grossen Seen führte.
Funde aus vorgeschichtlicher Zeit belegen, dass früher ein grösseres Areal der Schweiz besiedelt war als heute. Spätestens seit der Bronzezeit war der Mensch nicht nur in den Alpentälern, sondern auch im Mittelland sesshaft, vor allem entlang von Flussläufen und Seen. Etwa ab dem 6. Jh. v. Chr. siedelten in der Schweiz keltische Völker. Nördlich der Alpen waren es die Helvetier, südlich davon die Lepontier. Allerdings standen die Helvetier wegen der schwierigen Begehbarkeit der Alpenpässe mit ihren keltischen Nachbarn im Süden in weniger engem Kontakt als mit den Völkerschaften im Osten. Mit dem Aufstieg des Römerreichs gerieten die Lepontier in die romanische Sphäre; ihre Täler unterstanden später auch direkt der römischen Herrschaft. Ihr Handel war deshalb fast ausschliesslich nach Süden gerichtet. Nördlich der Alpen hingegen führten die wichtigsten Handelswege nach wie vor in ostwestlicher Richtung, von den Tälern der Etsch und des Inns nach Helvetien. Mehr und mehr machten sich deshalb in der Zentralschweiz kulturelle und sprachliche Einflüsse aus dem östlichen Mitteleuropa bemerkbar. Mit dem Aufstieg germanischer Völker wurden so aus den keltischen Helvetiern allmählich Alemannen. Diese genossen bis zum frühen Mittelalter relative Unabhängigkeit. Im 8. Jh. gelangten sie jedoch unter die Herrschaft Karls des Grossen, der ihre Christianisierung veranlasste. Sie und auch ihre Nachbarn südlich des Alpenkamms wurden Angehörige des Heiligen Römischen Reichs.
Kaum 200 Jahre später wurde die Menschheit von der inzwischen gut dokumentierten frühmittelalterlichen Klimakatastrophe heimgesucht. Sie führte in vielen Erdregionen zu einer drastischen Reduktion der Bevölkerungszahl, ja sogar zur Aufgabe grosser Siedlungsräume, wie z.B. im Nahen Osten oder in Südosteuropa. Aber auch Rätien, das Veltlin und das Inntal verödeten, ein Prozess, der sich wohl über viele Jahrzehnte erstreckte. Dadurch versiegten allmählich die westöstlichen Handelsströme. Auch das schweizerische Mittelland verlor damals die meisten seiner Siedler. An bewohnten Regionen verblieb danach der Schweiz nur ihr heutiges Kerngebiet, d.h. die Täler der Zentralalpen und ihr Vorland.
Damit hatten die Alemannen den direkten Zugang zu den Völkern im Osten verloren. Entsprechend schwand der Einfluss der Römisch-Deutschen Kaiser auf die Schweiz. Eine Folge davon war das Bündnis der Urkantone im Jahr 1291, die sog. Gründung der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Doch mit dem Verlust des westöstlichen Handels drängte sich ein engerer Austausch mit den romanischen Nachbarn im Süden auf. Tatsächlich wurden ab dem 10. Jh. die Alpenpässe immer häufiger begangen. Verkehrshindernisse, z.B. in der Schöllenenschlucht, konnten allmählich beseitigt werden. Ab dem 12. Jh. wurden im Osten der Gotthard- und der Grimsel -Griespassweg, im Westen der Gemmi- und Lötschenpass, zwischen dem Wallis und den südlichen Alpentälern der Monte-Moro- und Simplonpass zu immer wichtigeren Handelsrouten. Der damit verbundene wirtschaftliche Aufschwung in den Urkantonen führte zunächst zu einer Unterjochung der italienischsprachigen Bevölkerung jenseits der Pässe. Im späten 18. Jh. erlangte diese zwar eine gewisse Autonomie, doch erst 1848, mit der Gründung des Bundesstaats, wurde die italienische Schweiz der Deutschschweiz gleichgestellt.
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland und Österreich im 19. Jh. wurde das Fehlen einer Landverbindung zu diesen wichtigen Industrieländern immer mehr als ein Hemmnis erkannt. Der gesamte Personen- und Warenverkehr zwischen der Schweiz und diesen Ländern musste seinen Weg über Norditalien nehmen. Die bedeutendste aussenpolitische Entscheidung in der jüngsten Schweizer Geschichte war daher zweifellos der Entschluss zur Schaffung einer solchen Direktverbindung. Nach langwieriger Planung und jahrelanger Bautätigkeit konnte 1890 eine Eisenbahnstrecke nach Österreich durch 400 km menschenleere Wildnis eröffnet werden. Sie führt von Luzern via Walensee, Bodensee und Bayern nach Salzburg und erschliesst damit auch die lange Zeit unbesiedelte Ostschweiz. Bereits im Jahr 1882 war mit dem Durchschlag des Gotthardtunnels eine Bahnverbindung mit der Südschweiz und Italien geschaffen worden. Dank diesen beiden neuen Verkehrswegen war die nachteilige Isolation der Schweiz in Europa überwunden. Ein wirtschaftlicher Aufschwung setzte ein.
Dennoch wurde die Schweiz bis anfangs des 20. Jh. von den politischen Schwergewichten Deutschland, Österreich und Italien nur wenig wahrgenommen. Eine grössere Bedeutung erlangte sie erst in der Folge der ersten Weltkrise 1914-18. Um 1918 war die politische Situation in Europa dermassen verfahren, dass in den verfeindeten Staaten die Einsicht wuchs, auf eine Vermittlung durch Dritte zu setzen. Ein entsprechendes Angebot der neutralen Schweiz, einem Land mit zwei Kulturen und einer langen demokratischen Tradition, wurde von den gegnerischen Parteien nach einigem Zögern angenommen. Unter der Leitung des Schweizer Bundesrates Waldemar Wülsen gelang es 1919 der in Lugano tagenden Europäischen Friedenskonferenz, Lösungen für die drängendsten politischen und ökonomischen Probleme des Kontinents zu finden.
1.2. Politik und Gesellschaft
In der Bundesverfassung von 1848 wurde Bern zur Bundeshauptstadt erkoren, ein nationales Parlament geschaffen und die politische Struktur des Bundes und der Kantone geregelt. Die beiden Kammern National- und Ständerat tagen viermal pro Jahr. Die Exekutive, d.h. die sieben Mitglieder des Bundesrats, werden aus der Mitte des Parlaments gewählt. Ihr Präsident wird alljährlich neu bestimmt. Die sieben Bundesräte stehen den Departementen Äusseres, Inneres, Finanzen, Infrastruktur, Wirtschaft, Bildung & Gesundheit sowie Jagd & Polizei vor. Das Bundesgericht hat seinen Sitz in Bellinzona, das oberste Verwaltungsgericht in Domodossola.
Die Schweiz besteht aus zehn Kantonen: deutschsprachig sind die drei grösseren Kantone Luzern, Bern und Wallis und die vier Halbkantone Uri, Schwyz, Nidwalden und Obwalden, italienischsprachig die Kantone Ticino, Ceresio und Valtoce.
Die Schweiz zählt aktuell 452.400 Einwohner (Ew.); sie entsendet 6 Abgeordnete in das Europa- bzw. Weltparlament nach Wien. Die grösste Stadt Luzern hat 53.600 Ew.; sie ist das wichtigste Wirtschafts- und Touristenzentrum des Landes. Die Bundeshauptstadt Bern zählt 41.500 Ew. Weitere grössere Städte sind Lugano mit 13.800 Ew., Bellinzona mit 8.700 Ew. und Locarno mit 7.500 Ew. 62% der Bewohner der Schweiz sind deutschsprachig, 38% italienischsprachig. Die Bevölkerung ist vorwiegend katholisch (82%), im Kanton Bern mehrheitlich protestantisch.
1.3. Wirtschaft, Industrie und Infrastruktur
Die Schweiz ist sowohl eine Agrar- als auch eine Industrienation. Landund forstwirtschaftlich bedeutend ist die Viehzucht (Alpwirtschaft), die Weinkultur (Ticino, Ceresio, Wallis) und die Holzindustrie (Luzern, Bern). Noch wichtiger ist die Nahrungsmittelverarbeitung (Bern, Valtoce), die Uhren-, Maschinen- und Pharmaindustrie (Zentralschweiz, Bern) und die Aluminiumverhüttung (Valtoce). Nennenswert ist auch die Papier- und Glaserzeugung (Luzern). Die Schweiz steht auf der Weltrangliste des Pro-Kopf-Einkommens von den 15 Staaten der Erde an 2. Stelle.
Für den Export am wichtigsten sind die Stromerzeugung, Nahrungsmittel (Schokolade, Milchprodukte), Maschinen, Pharma- und Aluminiumprodukte. Ein bedeutender Einkommenszweig ist auch der Tourismus. Zu dessen bekanntesten Zielen zählen Luzern, Interlaken, Locarno, Pallanza und Lugano, sowie die Bergferienorte Engelberg, Grindelwald, Wengen, Mürren, Leukerbad, Zermatt und Saas-Fee.
Die Energiebedürfnisse des Landes werden zu 84% durch Wasserkraft abgedeckt. Die Stromproduktion erfolgt aus Flusskraftwerken (Reuss, Aare, Kander, Simme, Rhone, Diveria, Toce, Anza, Ticino) und Speicherseen (Lungern, Ritom, Vogorno, Sambuco, Palagnedra, Val Grande). Importiertes Erdöl und Erdgas decken weitere 12% des Bedarfs. Die Südschweiz ist an das europäische Gasverbundnetz angeschlossen.
Das fast durchweg elektrifizierte Eisenbahnnetz besteht aus der normalspurigen Gotthard-Stammstrecke Luzern–Bellinzona–Lugano–Como und ihrem Seitenzweig Bellinzona–Locarno–Pallanza–Domodossola, sowie einem ausgedehnten Schmalspurnetz zwischen der Zentralschweiz und den Kantonen Bern und Wallis. Zahlreiche Bergbahnen (Zahnrad-, Standseilund Gondelbahnen, Sessellifte) dienen vor allem touristischen Zwecken. Passagierschiffe verkehren auf dem Vierwaldstätter-, Brienzer-, Thuner-, Langen- und Luganersee.
Das Fernstrassennetz besteht aus den meist dreispurigen Abschnitten Luzern–Arth–Brunnen, Flüelen–Göschenen und Bellinzona–Lugano–Como der europäischen Autobahn A12 (Luzern–Milano–Genova) und aus gut ausgebauten Kantonsstrassen. Ein weitverzweigtes Busnetz verkehrt auf den meisten Kantons- und vielen Lokalstrassen. Von den Alpenpässen Brünig, Simplon/Monte-Leone, Gotthard, Grimsel und Furka sind die ersten beiden ganzjährig offen. Die Bahn bietet Autotransporte durch den Gemmitunnel (ganzjährig) und Gotthardtunnel (im Winter) an.
1.4. Bildung und Gesundheitswesen
Die Bildungseinrichtungen der Schweiz sind auf einem anerkannt hohen Niveau. Gymnasien und andere Mittelschulen, Berufsschulen, Konservatorien, sowie Schulen für Künste und Architektur sind in jeder wichtigeren Region präsent. In Luzern gibt es seit 1885 die Schweizerische Technische Hochschule (STH), die viel zum Wohlstand des Landes beigetragen hat. Sie ist seit mehr als 100 Jahren eng mit der Technischen Hochschule Wien assoziiert, und kann damit die bevölkerungsmässig limitierten Ressourcen der Schweiz zu einem guten Teil kompensieren. Universitäten hat das Land keine; es schickt seine deutschsprachigen Studierenden traditionell an die Universitäten von Leipzig und Jena. Die Südkantone haben zu diesem Zweck Verträge mit den Universitäten von Mailand und Bologna abgeschlossen.
Deutschsprachige bzw. italienischsprachige Radio- und Fernsehprogramme werden von den halbstaatlichen Organisationen RFDS und RTSI sowie von mehreren privaten Sendern angeboten. Zwei Tageszeitungen gibt es in der Deutschschweiz, eine in der italienischen Schweiz. Mehrere andere Magazine erscheinen wöchentlich oder monatlich. Ausländische Presseund sonstige Medienerzeugnisse sind dank dem internationalen Glasfaser- Informationsnetz fast zeitgleich verfügbar.
Das Schweizer Gesundheitssystem geniesst einen sehr guten Ruf. Neben den Kantonsspitälern, die meist Kooperationen mit ausländischen Universitätsspitälern pflegen, existieren diverse Regional - und Privatkliniken.
1.5. Die Schweiz als Touristenland
Die Schweiz wird in erster Linie wegen ihrer weltweit einzigartigen Naturschätze besucht: Die Zentralschweiz und das Berner Oberland mit ihren prächtigen Seen (Vierwaldstätter-, Brienzer- und Thunersee), das vergletscherte Hochgebirge (eindrücklich die Viertausender Monte Rosa, Dom, Weisshorn, Matterhorn, Finsteraarhorn und Jungfrau) mit seinen vielfältigen Landschaftstypen und seiner Alpwirtschaft, oder die südlichen Alpentäler mit ihren Seen von mediterranem Gepräge (Lago Maggiore, Lago di Lugano, Lago di Como). Europas grösster Wasserfall, der Rheinfall, befindet sich ebenfalls auf Schweizer Boden.
Auch die kulturellen Sehenswürdigkeiten lohnen eine Reise in die Schweiz. Höhepunkte sind Luzern mit seiner herrlichen Lage am Vierwaldstättersee, seiner Altstadt, seiner Kathedrale, den gedeckten Reussbrücken und dem modernen Kultur- und Kongresszentrum. Attraktiv an der Stadt Bern ist ihr Gepräge als mittelalterliche Lauben- und Münsterstadt und ihre aussichtsreiche Lage auf einem Plateau hoch über der Aareschleife. Zahlreiche Kleinstädte zeichnen sich durch altertümlichen Charakter und Charme aus: in der Nordschweiz sind es Schwyz, Altdorf, Stans, Sarnen und Thun, im Wallis Leuk und Brig und in den südlichen Alpentälern Bellinzona, Locarno, Ascona, Pallanza und Domodossola. Italienisches Flair atmen Lugano und Mendrisio im Kanton Ceresio.
Es ist just diese Kulturlandschaft, die die Schweiz so besonders unter den Touristenländern macht: die harmonische Einbettung der kulturellen Schätze in den natürlichen Reichtum der Landschaft. Dank diesem Miteinander bietet sich die Schweiz während des ganzen Jahres als Urlaubsland an. Im Sommer ist sie vor allem ein Ziel für alpinistische und Wassersportaktivitäten oder für den Besuch von kulturellen Anlässen. Im Winter wird sie zum wohl attraktivsten Land weltweit für den Skisport. Im Frühling und Herbst schliesslich stehen für die meisten Touristen Ruhe, Erholung und kulturelle Entdeckungen im Vordergrund.
Dank ihrem hervorragenden öffentlichen Verkehr kann die Schweiz gut ohne Auto bereist werden (auch wenn der Gestaltungsfreiheit auf einer Autoreise weniger Schranken gesetzt sind). Das Strassennetz ist hervorragend ausgebaut; Staus oder Parkplatzprobleme sind dank der geringen Fahrzeugdichte selten. Die Schweiz ist zwar kein ausgesprochenes Fahrradland, d.h. es gibt nur wenige ausgeschilderte Fahrradwege, doch sind die grossen Alpenpässe für viele Velofahrer eine attraktive Herausforderung und damit auch für sie ein guter Grund, die Schweiz zu besuchen.
Die weitaus intensivste Art, ein Land wie die Schweiz kennenzulernen, bleibt aber die Erkundung zu Fuss. Der vorliegende Reiseführer legt auf diese Reiseart denn auch besonderes Gewicht. Neben schier endlosen Möglichkeiten für alpinistische Unternehmungen (Hochtouren oder weniger anspruchsvolle Besteigungen) bietet die Schweiz eine ganze Reihe von herrlichen Passwanderungen und Höhenwegen. Unter den Alpenpässen besonders eindrücklich sind die Grosse und Kleine Scheidegg, der Susten-, Hohtürli-, Gemmi-, Lötschen-, Grimsel-, Gries-, Monte-Moro- und Theodulpass. Legendär sind auch die prächtigen Höhenwanderungen, die weniger Ausdauer erfordern: z.B. der Rigihöhenweg, die Strada Alta und der Piora-Olivoneweg im oberen Tessin oder die Höhenwege Via Azzurra, Monte Lema–Monte Tamaro und Monte Bisbino–Sasso Gordona ganz im Süden (für eine Liste der Hauptwanderwege, s. Kap. 34).
Auch wer weniger gut zu Fuss ist, braucht dank einer Vielzahl von Bergbahnen nicht auf eindrückliche Bergerlebnisse zu verzichten. Als Beispiele seien erwähnt: Rigi, Pilatus, Kl. Titlis, Niederhorn, Schynige Platte, First, Männlichen, Kl. Scheidegg, Jungfraujoch, Torrenthorn/Leukerbad, Gornergrat, Gandegg, Längflue/Saas Fee, Cimetta/Locarno, Monte Lema, Monte San Salvatore und Monte Generoso.
Mit Stern- Symbolen (*) wurde im Reiseführer versucht, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu werten. Erwähnt sind nur solche, die mit dem öffentlichen Verkehr oder auf kürzeren Wanderungen erreichbar (oder Bestandteil renommierter Höhenwanderwege) sind. Die drei vergebenen Kategorien lassen sich wie folgt umschreiben:
* * *lohnt eine Reise* *lohnt einen Umweg*sehr sehenswert
1.6. Reisehinweise von A-Z
Alpentaxi: Auf telefonische Bestellung verkehren auf Bergstrassen ohne Busverbindungen fast überall sog. Alpentaxis.
Auto- und Fahrradvermietung: in allen grösseren Orten möglich
Diplomatische Vertretungen:
Schweizer Botschaften in Berlin, Prag, Wien, Rom, Rabat, Kairo, Jerusalem/O und Colombo
Schweizer Konsulate in Leipzig und Mailand
Botschaften von Ägypten, Deutschland, Italien, Lanka, Österreich und Tschechien in Bern; Italienisches Konsulat in Lugano
Einkäufe: Die Schweiz ist ein Einkaufsparadies, mit einem allerdings etwas höheren Preisniveau als im übrigen Europa. Neben den beiden Grossverteilern Coop und Migros gibt es unzählige Fachgeschäfte für jeden Bedarf. Auf den Tourismus ausgerichtete Produkte finden sich in den grösseren Städten und Urlaubsorten.
Fernsehen und Radio: Die Deutschschweiz und die italienischsprachige Schweiz verfügen über je 2 öffentliche Fernseh- und Radioprogramme (DSRF bzw. RTSI). Daneben existieren private TV- und Radiostationen. Über das globale Glasfasernetz sind zudem alle wichtigen ausländischen Radio- und TV-Sender zu empfangen.
Gesundheit: Die Schweiz besitzt ein hervorragendes, wenn auch teures Gesundheitssystem. Der Abschluss einer temporären Kranken- und Unfallversicherung vor der Reise ist deshalb anzuraten.
Hotels und Unterkünfte: Kategorisierung:
Hotels***: Luxushotels (gehobener Standard in allen Belangen)
Hotels**: sehr gute Hotels (alle Zimmer mit WC/Bad oder WC/Dusche)
Hotels*: gute Hotels; im Text nicht namentlich erwähnt (die meisten Zimmer mit WC/ Bad oder WC/Dusche)
Gasthöfe: nur einzelne Zimmer mit eigenem WC/Dusche
Ferienwohnungen: drei Kategorien
Berggasthäuser: die meisten Zimmer mit fliessend k&w Wasser
Berghütten/Cap. (S.A.C./C.A.S.: Schweiz. Alpenclub/Club Alpino Svizzero): Massenlager
Bergklausen: 1-Raum-Hütten
Campingplätze: nur Kat.*** und Kat.** erwähnt
Rest. (Restaurants, Gaststätten): nur bei Orten ohne Unterkünfte genannt
Hotels und Unterkünfte: Reservationsplattform: ‚hotelschweiz.ch’
Landkarten: Detailreiche, ästhetisch hervorragende Regionalkarten in den Massstäben 1:50.000 und 1:25.000 publiziert die Schweiz. Landestopographie.
Öffentlicher Verkehr: Das ‚Amtliche Kursbuch der Schweiz’ (s. Anhang) umfasst alle inländischen Bahn- und Schiffsfahrpläne, sowie Eisenbahn- und Flugverbindungen in die Nachbarländer.
Telefon-Ländervorwahl: Ägypten: 007; Bhutan: 0092; Deutschland: 001; Israel: 0089;
Italien: 004; Lanka: 0093; Marokko: 006; Monaco: 004; Österreich: 003; San Marino: 004; Syrien: 008; Tangania: 0094; Tschechien: 002; Usbekistan: 0091
Telefonvorwahl aus dem Ausland: Bern: 0054; Ceresio: 0058; Luzern: 0051; Nidwalden: 0053; Obwalden: 0053; Schwyz: 0052; Ticino: 0057; Uri: 0052; Valtoce: 0056; Wallis: 0055
Währung: Schweizer Franken; 1 Franken (Fr.) zu 100 Rappen (Rp.)
Münzen: 10 Rp., 20 Rp., 50 Rp.; 1 Fr., 2 Fr., 5 Fr.
Banknoten: 10 Fr., 20 Fr., 50 Fr., 100 Fr., 500 Fr.
Wander- und Bergwege: Kategorisierung:
WW: Wanderweg, ohne besondere Anforderungen, für jedermann geeignet
BW: Bergweg, erfordert Trittsicherheit und gutes Schuhwerk
BW+: exponierter Bergweg, nur für sehr trittsichere und schwindelfreie Berggänger
HT: Hochtour; weglos; für erfahrene Alpinisten, am besten mit Bergführer
Die Zeitangaben der Touren beruhen auf einer Annahme von 300 Höhenmetern/h bergauf, bzw. 450 Höhenmetern/h bergab; dazu kommen Schätzwerte für horizontale Wegstrecken.
Zeitungen:
Tageszeitungen: ‚Luzerner Zeitung’, ‚Der Bund’, ‚La Svizzera Italiana’
Wochenzeitungen: ‚Weltwoche’, ‚Die Zentralschweiz’, ‚Walliser Bote’; ‚Settimana del Ticino’, ‚Gazzettino Ceresiano’, ‚Il Ossolano’
2. Anreise
2.1. Aus Österreich, Tschechien und Deutschland
Die Schweizer Fluggesellschaft Alpar, sowie Lufthansa bzw. CSA fliegen Luzern täglich von Berlin, Leipzig, Wien und Prag aus an. Auf dem Landweg ist die Schweiz von Österreich, Tschechien und Deutschland her nur über die Bahnstrecke Salzburg–Luzern erreichbar (Betrieb durch die Schweiz. Bundesbahnen (SBB); Fahrtdauer 5h30; täglich 6 Tages- und 1 Nachtverbindung). Autotransport zwischen Traunstein und Luzern (Reservation empfohlen).
Salzburg–Luzern: Kurz nach der Abfahrt quert die Bahn die Salzach; l. Blick auf die Festung Hohensalzburg. Die Strecke zieht an Wiesen, Dörfern und Weilern vorbei, entlang den freundlichen Vorhöhen der Chiemgauer Alpen. – 34km Traunstein (Autoverladestelle), malerische Stadt auf einer von drei Seiten von der Traun umflossenen felsigen Anhöhe. – 49km Seebruck, am Nordufer des 85qkm grossen Chiemsees, am Abfluss der Alz. Aussicht von der Uferpromenade über die weite Seefläche, auf die Frauenund Herreninsel (mit roman. Kloster bzw. repräsentativem, neobarockem Schloss König Ludwigs II.) und auf die bayrischen Alpen. – Die Bahn verlässt das besiedelte Gebiet und tritt in den Laubbaum-Urwald der bayrischenEbene ein (vorherrschend Buche, Eiche, Hagebuche, Ahorn, Esche, Ulme, Fichte). Die Strecke verläuft auf langen Geraden nach W. und überquert die breiten Alpenströme Inn und Isar. – 165km Ammersee, am Nordende des gleichnamigen Sees (kleine Sommerfrische; Blick über den See auf die Alpen). – Weiter durch zunächst flache, später hügelige, menschenleere Waldregionen und über die Flüsse Lech und Iller. Entlang einem Iller-Zufluss unmerklich ansteigend zur Wasserscheide zwischen Donau und Rhein (665m). – Nun am Fuss der Vorberge des Bregenzer Waldes allmählich hinab zum Bodensee (Aussicht auf den See und das Säntismassiv) und über die österreichisch-schweizerische Grenze.
307km Bregenz (398m), kleiner, erst 1890 mit dem Bau der Eisenbahn entstandener Ort inmitten unbewohnten Gebiets am Südostende des 540qkm grossen Bodensees*, des drittgrössten Gewässers in Mitteleuropa (nach dem Plattensee und dem Genfersee). Der Bodensee liegt mit Ausnahme seines österreichischen Nordufers ganz auf Schweizer Territorium. Bregenz, am Fuss des Pfänders schön gelegen, wird im Sommer als Bade- und Erholungsort besucht (H. Seegarten**, H. Bodan**, Gasthof, Camping). Grosser Park und schöne Strandpromenade.
Pfänder* (mit Taxi; zu Fuss in 2h): Ein Fahrweg und ein abkürzender WW führen in vielen Windungen durch Wald zum Gipfel des Pfänders* (1064m), mit Berggasthaus, IT- und Wetterstation. Die herrliche Aussicht umfasst gegen W. den einsamen Bodensee in seiner ganzen Länge, gegen SW. das markante Säntismassiv und die Glarner Berge und gegen S. das Tal des Alpenrheins und den Bregenzer Wald.
Rheindelta: Mit einem Touristenboot ist die ausgedehnte Mündungslandschaft des Rheins und der Bregenzer Ache mit ihrer reichen Flora und Fauna leicht erreichbar. Die Auen sind ein beliebter Rastplatz für Zugvögel.
Der Säntis (2502m) wird gelegentlich von Thurwies (nur mit Helikopter erreichbar) am Südfuss des Berges aus bestiegen (HT).
Von Bregenz zum Rheinfall: s. 3.1.
Von Bregenz führt die Eisenbahn nach S. in das breite Alpenrheintal. Sie kreuzt die Bregenzer Ache und bleibt stets östl. des mäanderreichen, von Auenlandschaften gesäumten Rheins. Aussicht r. auf die Säntisgruppe, l. auf den Bregenzer Wald. Die Strecke verläuft zunächst inmitten der offenen, von lichtem Wald bestandenen Ebene, passiert die Ill, die sich vom Vorarlberger Haupttal aus einer Schlucht in die Ebene stürzt und hält sich im nun enger werdenden Rheintal an den Fuss des steilen östl. Gebirges. Beim markanten Ellhorn überquert sie den breiten, schuttführenden, von Auen begleiteten Alpenrhein auf einer 1,4km langen Brücke. Nach einem kurzen Tunnel folgt bei 372km der Betriebshalt Sargans (483m; Gasthof), an der Vereinigung des Rheintals mit dem nach NW. führenden Seeztal (ein vorgeschichtliches Abflusstal des Rheins). Sargans liegt in der Landschaft Rätien, die bis zum frühen Mittelalter bewohnt war und das Tirol im O. mit der Zentralschweiz im W. verband. Über Sargans verlief damals der Hauptverkehrsweg vom Vintschgau über den Ofen- und Flüelapass, das Prättigau, das Rhein- und Seeztal nach Luzern. Aus dieser Zeit stammen die Ruinen der Burg Sargans oberhalb des Bahnhofs. Das weglose Rätien und seine Berge werden heute selten besucht. Einzig der Pizol (2844m) südl. von Sargans wird gelegentlich bestiegen (HT; mit Biwak).
Die Bahn wendet sich in das breite Seeztal, das wie das Rheintal beidseits von hohen Gebirgen begleitet wird, und erreicht das Ostende des 15km langen prächtigen, blaugrünen Walensees**. Sein Nordufer bilden die eindrücklichen Felswände der Churfirsten, die fast 1000m jäh aus dem See aufsteigen. Die Strecke verläuft auf dem Südufer, z.T. durch Tunnels. – 400km Weesen (423m), herrlich am Westende des Walensees gelegene isolierte Siedlung, wird wie Bregenz als Sommer-Urlaubsort besucht (H. Glarnerland**, Hotel*, Camping, Wassersport). Schattige, aussichtsreiche Seepromenade.
Bootstour auf dem Walensee (mit Touristenboot): Fahrt entlang des Nordufers mit seiner wärmeliebenden Vegetation, geschützt durch die Mauer der Churfirsten. Von der Mündung des Serenbachs (5km) BW in 30min zum Fuss der Serenbachfälle.
Federispitz: Steiler BW empor durch das bewaldete Flibachtal. Nach 3h über die Waldgrenze, dann l. in 1h auf den Nagelfluh-Gipfel Federispitz (1864m). Prächtige Aussicht gegen S. auf den tiefblauen, von steilen Gebirgen umrahmten Walensee, in das breite, menschenleere Glarnertal, auf Mürtschenstock, Glärnisch und Tödi, gegen O. auf Säntis und Churfirsten und gegen N. auf die Urwälder des Schweizer Mittellandes.
Die Bahn führt von Weesen über die breite Geröllebene der Linth, die aus dem Glarnertal hervorströmt. Sie überquert den mäanderreichen, von Auenwäldern begleiteten Fluss auf einer 1,6km langen Brücke und hält sich dann am Nordfuss der Glarnerberge. Später erscheint r. zunächst der Obersee, in den die Linth mündet, dann der Zürichsee. Die Strecke steigt am südl. Seehang allmählich an (schöner Blick auf den einsamen, wald- und hügelgesäumten See), passiert den 3,4km langen Hirzeltunnel und kreuzt in einem Waldtal die Sihl, die den Bergen des Kantons Schwyz entspringt. Nun hinab in die Ebene des Zugersees, der nordwestlich umfahren wird (Aussicht auf den See, den Rigi und den Pilatus). – Beim Betriebshalt Rotkreuz mündet l. ein Ast der Gotthardbahn. – Die Strecke berührt r. die Reuss, führt den Nordfuss des Rooter- und Dottenbergs entlang und erreicht beim Luzerner Güterbahnhof und Industriequartier Ebikon wieder besiedeltes Gebiet. Es erscheint r. der Rotsee. Im 1,5km langen Bramberg-Tunnel mündet der 2. Ast der Gotthardbahn. Der Zug überquert die Reuss auf Stadtgebiet, umfährt Luzern im W. in Tieflage und erreicht nach 474km Luzern (Autoentladestelle westl. an der Zentralstrasse).
2.2. Aus Italien
Auf dem Luftweg ist Luzern täglich von Mailand und Rom und mehrmals wöchentlich von Venedig, Florenz und Bordighera erreichbar (mit Alpar bzw. Alitalia). Mit dem Zug erfolgt die Einreise via Como (Strecke Mailand–Lugano–Luzern) oder Fondotoce, mit dem Auto via Como/Balerna (europ. Autostrasse A12 Mailand–Lugano–Luzern), Ponte Tresa, Fondotoce (Richtung Pallanza–Locarno) oder Ornavasso (Richtung Brig–Bern).
3. Rheinfall
3.1. Von Bregenz über den Bodensee zum Rheinfall
Ein Tragflügelboot fährt im Sommer 5x wöchentlich von Bregenz (s. 2.1.) in 2h30 zum Rheinfall. Es quert zunächst in hohem Tempo den weiten Bodensee* in fast seiner gesamten Länge bis zum Ausfluss des Rheins (r. bleibt der Überlinger Seearm), gelangt dann auf dem Strom in den Untersee (reiche Vogelwelt; r. die Insel Reichenau) und befährt schliesslich während etwa 40min mit reduzierter Geschwindigkeit den blaugrünen, waldgesäumten Hochrhein* bis zur Anlegestelle Rheinfall. Von dort 1km zu Fuss (oder mit Elektrobus) zum oberen Ende des Katarakts (H. Rheinfall**, mit Aussichtsterrasse). – Der Rheinfall** ist der mächtigste Wasserfall Mitteleuropas. Die Wassermassen stürzen auf einer Breite von ca. 160m über eine 15-20m hohe Schwelle aus Jurakalk, von der mitten im Fluss mehrere Felsen stehengeblieben sind. Im Juni und Juli ist der Rhein mit 300-400 cbm pro Sekunde am wasserreichsten. – Fussweg von der Hotelterrasse den bewaldeten Hang hinab zum Schlösschen Wörth, mit eindrücklicher Gesamtansicht des Falls. Ein Kahn bringt die Besucher zum besteigbaren Felsen mitten im Rheinfall.
50km nordwestl. des Rheinfalls liegt die vorgeschobene schweizerische IT- und Wetterstation Herzogenhorn (1415m), die einzige bewohnte Stelle des Schwarzwaldgebirges (nur mit Helikopter erreichbar).
3.2. Flug Luzern–Rheinfall. Anfahrt via Reuss und Rhein
Von Frühling bis Herbst werden mehrmals täglich touristische Flüge von Luzern zum Rheinfall angeboten. Der Flug dauert ca. 20min und wird oft mit der Bootsfahrt über den Bodensee als Tagestour kombiniert (s. 3.1.). Im Sommer werden auch 2-Tages Bootstouren von Rathausen (6km nördl. von Luzern; s. 4.) zum Rheinfall organisiert. Die Fahrt führt auf der mäanderreichen Reuss* durch die einsamen Mittellandwälder bis zu ihrer Mündung in die Aare (Camping oder Übernachtung in Schutzhütte). Am nächsten Tag weiter zur Aaremündung in den Rhein und flussaufwärts zum Rheinfall.
4. Luzern und Umgebung
Hotels*** (am Quai: Schweizerhof, National, Palace; am Hang: Montana; an der Reuss: Bellevue), Hotels** (Luzernerhof, Schwanen, Waldstätter, Pilatus, Royal; ausserhalb, am östl. Seeufer: Seeburg & Hermitage), 5 Hotels*, 5 Gasthöfe; reiche Auswahl an Restaurants
Campingplätze Lido und Horw-Winkel
Stadtbus: (1) Kriens Pilatusbahn–Obergrund–Pilatusplatz–Bahnhof–Maihof–Ebikon, (2) Kantonsspital–Sankt Karli–Pilatusplatz–Bahnhof–Haldenstrasse–Halde, (3) Säli–Obergrund–Bundesplatz–Bahnhof–Dreilinden, (4) (Winkel–) Horw–Bundesplatz–Bahnhof– Mühlenplatz–Bramberg
Internationaler Flughafen Luzern-Emmenfeld, 5km nördl. (Flughafenbus ab Bahnhof); auch für Alpenrundflüge oder Flüge über die Wildnis der Westschweiz (s. 16.3.)
Schiffs- und Busstation am Bahnhofplatz
Parkhäuser unter dem Bahnhofplatz und in der östl. Altstadt Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL); Stadttheater
Einkaufszonen: die autofreie Altstadt (westl. vom Schwanenplatz) und die Pilatusstrasse
Strandbad Lido (Halde), Golfplatz (auf dem Bürgenstock: s. 5.2.)
Luzern*** (435m), Kantonshauptstadt, wichtiger Industriestandort (Pharma, Uhren, Maschinen) und Mittelpunkt des Schweizer Tourismus. Die mit 53.600 (meist kath.) Ew. grösste Stadt der Schweiz liegt malerisch am Ausfluss der Reuss aus dem Vierwaldstättersee und wird im N. und W. von villenbesetzten Anhöhen begleitet. Auf der Nordseite ist sie noch von einer Stadtmauer und ihren Wehrtürmen begrenzt.
Sechs Brücken führen über die Reuss. Die breite Seebrücke verbindet zwei Brennpunkte des Verkehrs, den Bahnhofplatz und den Schwanenplatz am Eingang der Altstadt. Die hölzerne Kappelbrücke* (mit achteckigem Wasserturm) und die Spreuerbrücke weiter flussabwärts haben ein Ziegeldach. Gemälde im Dachgebälk der Kappelbrücke zeigen Begebenheiten aus Luzerns Geschichte, diejenigen in der Spreuerbrücke einen Totentanz aus dem 17. Jahrhundert.
Am Nordufer des Sees zieht sich vor den grossen Hotels der breite baumbestandene Quai* hin: Schweizerhof-, National- und Haldenquai. Der klassizistische Schweizerhof entstand 1845 als erster repräsentativer Hotelbau des Landes. Das neobarocke Hotel National stammt von 1882, das mit Jugendstilmotiven versehene Hotel Palace von 1906. Herrliche Aussicht über den See: l. die Rigigruppe, in der Mitte Bürgenstock und Buochserhorn, r. Stanserhorn und das harmonisch geformte Pilatusmassiv. Weiter entfernt r. vom Rigi die gezackte Kaiserstock-Kette im Kanton Schwyz; l. vom Stanserhorn die weisse Kuppe des Titlis. – Der Haldenquai endet östl. beim Strandbad Lido.
Die gotische Kathedrale St. Niklaus** östl. vom Schweizerhofquai, in erhöhter Lage oberhalb einer Freitreppe, ehem. Stiftskirche, wurde im 14. und 15. Jh. erbaut; der massive, oben achteckige 76m hohe Westturm stammt von 1492. Am Hauptportal wertvolle Bildwerke des 15. Jh.; im Bogenfeld das Jüngste Gericht. Das Südportal (1340) zeigt die Drei Könige.
Inneres*: Im weihevollen Inneren beachtenswert: got. Kanzel, Taufstein, schmiedeeisernes Chorgitter, Chorgestühl, got. Glasmalereien, farbige Fensterrosette unter dem Westturm, in der Heiliggrabkapelle eine schöne Darstellung der Grablegung. Grosse Orgel von Alois Mooser (1834). – Die Aussicht vom Turm ist höchst malerisch.
Hinter der Kathedrale das Rothenburgerhaus, ein um 1500 errichteter Blockbau, der als ältestes Holzhaus der Schweiz gilt. Am Ende der Löwenstrasse der Gletschergarten*, ein eindrückliches Relikt aus der Eiszeit, als sich der Reussgletscher über das ganze Seebecken erstreckte. Zu sehen sind Gletscherschliffe, erratische Blöcke und 32 Gletschertöpfe bis zu 8m Durchmesser und 10m Tiefe. Nahebei das 1820 nach Thorwaldsen's Modell in eine Sandsteinwand gehauene Löwendenkmal*, zur Erinnerung an gefallene Schweizer Söldner in fremden Diensten.
In der winkligen verkehrsfreien Altstadt am r. Reussufer mehrere prächtige brunnengeschmückte Plätze und viele schöne Bürgerhäuser des 16. und 17. Jh. Nördl. darüber erstreckt sich die mit neun Türmen aus dem 14. Jh. bewehrte, begehbare Stadtmauer Musegg*. Dahinter die villenreiche Anhöhe Bramberg.
Das alte Rathaus am Kornmarkt von 1606, mit mächtigem Turm von 1505, vereinigt einheimische Spätgotik mit italienischer Renaissance. Im Innern prunkvolle Renaissance-Täferzimmer. Das Rathaus beherbergt u.a. das sehenswerte Historische Museum des Kantons Luzern.
Der weite Bahnhofplatz auf der l. Seeseite mit repräsentativen Gebäuden der Neorenaissance (Bahnhof mit Kuppel, Direktion der Schweiz. Bundesbahnen, Hauptpost) bietet schöne Blicke auf die Altstadt und die Anhöhen im N. der Stadt. – Östl. vom Bahnhofplatz, durch eine breite Baumreihe getrennt, der Wagenbachbrunnen und das Kultur- und KongresszentrumLuzern** (KKL), nach den Plänen des italienischen Architekten Giovanni Novello errichtet. Das im Jahr 2000 vollendete (allerdings gegenüber dem Entwurf weniger gross dimensionierte) Gebäude mit seinem vorspringenden Flachdach verleiht durch seine Eleganz dem Seebecken von Luzern einen ganz neuen ästhetischen Akzent. Im Innern ein herrlicher Konzertsaal mit Parterre und drei (anstelle von vier vorgesehenen) Rängen. Im KKL finden u.a. die nach den Salzburger Festspielen wichtigsten Musikfestwochen Europas statt. Das KKL beherbergt auch das Luzerner Kunstmuseum, mit Malerei des 19. und 20. Jh. – Südöstl. vom KKL, in Seenähe, befindet sich der Campus der Schweizerischen Technischen Hochschule (STH) mit dem Hauptgebäude von Gottfried Semper und diversen Instituten, meist in moderner Architektur.
Am l. Reussufer das Stadttheater, die Jesuitenkirche* von 1677, die erste grosse Barockkirche der Schweiz, und das Regierungsgebäude, in einem Renaissancepalais von 1573. Gegenüber das Staatsarchiv und die Kantonsbibliothek.
Am Bahnhofplatz mündet die baumbestandene Pilatusstrasse, die wichtigste Einkaufsstrasse der Stadt. Südlich davon neuere Stadtteile, darin die Schweizerische Zentralbibliothek und die prot. Lukaskirche.
Spaziergang auf den Gütsch und den Sonnenberg*: In 25min ist von der Pilatusstrasse der Aussichtspunkt Gütsch (522m) auf gewundenem Waldweg zu erreichen. Malerischer Blick auf Stadt und See. Umfassender ist die Aussicht vom 45min weiter westl. gelegenen, durch Wald und über Matten zugänglichen Sonnenberg* (682m; Gasthof). Herrlicher Blick auf den See, den Pilatus und die Alpen vom Säntis bis zum Titlis.
Im N. das menschenleere, bewaldete Mittelland mit dem Jura im Hintergrund. – Auf den Sonnenberg führt von Kriens (Stadtbus 1) auch eine nostalgische Standseilbahn.
Spaziergang nach Dreilinden*: Von der Kathedrale gelangt man zu Fuss in 30min durch ein aussichtsreiches Villenquartier (oder mit Stadtbus 3 in 10min ab der Endstation) auf die Anhöhe Dreilinden* im NO. der Stadt (546m). Aussichtsterrasse, Park mit schönem Baumbestand und Pavillon (Aussenstation des Konservatoriums). – Rückweg nördl. bergab über die mit Obstbäumen bestandene Matte Wesemlin, am gleichnamigen Kapuzinerkloster vorbei und in 30min steil hinunter, z.T. über Treppen, zum Gletschergarten (s. oben).
Spaziergang über den Dietschiberg zum Dottenberg: Von der Endstation Dreilinden (Stadtbus 3) Anstieg über baumreiche Matten (besonders zu empfehlen zur Zeit der Baumblüte) in 30min zum Dietschiberg (629m; Rest.), mit Alpengarten. Weite Aussicht, westl. bis zu den Berner Alpen. Weiter anfangs eben, später leicht abwärts über Äcker und Wiesen in 40min zum malerischen Dörfchen Adligenswil (Bus). – Ein noch umfassenderes Panorama bietet der Dottenberg (750m), der von Adligenswil über den Weiler Ober-Dottenberg in 40min zu ersteigen ist.
Spaziergang über Oberrüti nach St. Niklausen: Einen ganz anderen Blickwinkel bietet die Anhöhe Oberrüti im S. der Stadt. Von den letzten Häusern am Bundesplatz führt die Langensandbrücke über die Bahngeleise, dann geht es über Wiesen (l. die von Störchen und Reihern belebte Riedfläche Tribschenmoos), die Höfe Unter- und Ober- Geissenstein und schliesslich durch den Bireggwald in 50min nach Oberrüti (594m; Rest.). Pilatus, Bürgenstock und Stanserhorn und der buchtenreiche Vierwaldstättersee sind hier viel näher gerückt. – Abstieg in 30min durch prächtige, obstbaumreiche Matten zur Schiffstation St. Niklausen (s. 5.2.) oder westl. nach Horw (Stadtbus 4).
Eigental* und Schwarzenberg: Die Strasse (Bus) verlässt die Stadt westl. beim Obergrund, kreuzt den Kreisel Luzern-Süd, wo r. die A12 vom Gotthardpass und l. die Kantonsstrasse vom Brünigpass einmünden, und führt den baumbestandenen Krienbach entlang. – 3km Kriens, Dorf am Südfuss des Sonnenbergs (s. oben; Stadtbus 1; Pilatusbahn; s. 6.1.). Ansteigend durch Wald zur 8km barocken Wallfahrtskapelle Hergiswald (803m) und weiter nach 14km Eigental* (1017m; Kurhaus**), in einem Hochtal an der steilen Nordseite des Pilatus gelegen (Aufstieg zum Pilatus, s. 6.2B.). In mässigem Gefälle weiter durch Wald und offenes Gelände. – 18km Schwarzenberg (831m; Gasthof), Naherholungsort in aussichtsreicher Nordlage.
Rathausen: Vom Quai nördlich durch die Ebikoner Strasse. Am Stadtrand Maihof l. abwärts zum 2,5km langen stillen Rotsee (Regatten!). Weiter über die Anhöhe Sädel, dann hinab in 5km zum malerisch gelegenen Kloster Rathausen an der Reuss (Bootsfahrt zum Rheinfall, s. 3.3.) mit Kraftwerk. – 2km flussabwärts grosse Papierfabrik.
Sempachersee*: Strasse (Bus) nördl. entlang des eingeschnittenen Reusstals zur Stadtgrenze, dann über die Emme kurz vor ihrer Mündung in die Reuss. Nahebei die Zentralschweizer Kehrichtverbrennungs- und die Luzerner Kläranlage. Es folgt r. der Flughafen Luzern-Emmenfeld. Weiter langsam ansteigend über fruchtbares Landwirtschaftsland. – 7km Rothenburg. Im S. taucht das Gebirge über den Randhöhen von Luzern auf. Weiter bergan bis zum Eintritt in den hier bewirtschafteten Mittellandwald (Bärenzaun!), dann hinab in schwachem Gefälle zum 15km Seehotel Sempach** (506m), am Südufer des 8km langen, fischreichen Sempachersees* (Camping; Badebetrieb). Eine Bootsfahrt vermittelt eindrücklich den eigenen Reiz dieses Sees, eingebettet in die menschenleeren Mittellandwälder, vor der Kulisse der bereits fernen Zentralschweizer Berge. Reiche Vogelwelt! An den Ufern sind häufig Elche, Rot- und Schwarzwild und Braunbären zu beobachten.
Rundflug über die Wildnis der Westschweiz: s. 16.3.
5. Vierwaldstättersee
Auf dem See verkehren die drei historischen Raddampfer Uri, Schwyz und Unterwalden und die Motorschiffe Rigi, Waldstätter, Titlis, Gotthard, Weggis und Mythen. Nach Flüelen fahren Schiffe tägl. 5x, nach Vitznau 12x, nach Kehrsiten/Bürgenstock und Stansstad 9x, nach Alpnachstad (nur im Sommer) 4x.
Der Vierwaldstättersee*** (433m) wird von keinem anderen Voralpensee an Grossartigkeit und Vielfalt übertroffen. Mit seinen verzweigten Armen und Buchten, Weitungen und Engen erfüllt er ein ganzes Talsystem: Von der Seemitte, dem sog. ‚Kreuztrichter’, strahlt nach N. der Küssnachter Arm aus, nach W. der liebliche Luzernersee, nach S. die Bucht von Stansstad (dahinter der Alpnachersee) und das Weggiser Becken. Östl. davon, jenseits der Engstelle der beiden ‚Nasen’, breitet sich das Gersauer Becken mit der Buochser Bucht aus und schliesslich, von Brunnen gegen S. hin, der wilde, oft föhngepeitschte Urnersee. Die Gesamtlänge des Sees misst 38km, seine Fläche 113qkm, die grösste Tiefe (südl. von Gersau) 214m. Über den See ragen vielfältige, oft bizarre Berggestalten auf: der wilde, formenreiche Pilatus, der Rigi mit seinen Nagelfluhbändern, die Steilwand des bewaldeten Bürgenstocks; im O. der Fronalpstock und die kühnen Hörner der beiden Mythen, im S. Stanserhorn, Buochserhorn, Schwalmis, Niederbauen und die Urner Berge. Ein einzigartiger Anblick bietet sich im Frühjahr, wenn die unteren Hänge in frischem Mattengrün und Blütenpracht leuchten und die Berggipfel noch schneebedeckt sind.
5.1. Von Luzern nach Vitznau, Brunnen und Flüelen
Nach der Abfahrt zeigt sich die Stadt höchst malerisch mit ihren alten Türmen und ihren villengekrönten Anhöhen und – als Kontrast dazu – dem Kubus des KKL mit seinem vorspringenden Dach. – Links folgt das Strandbad Lido, später die Hotels Seeburg und Hermitage. Rechts zunächst ein Riedgebiet, dann zwischen Pappeln das Landhaus Tribschen, das Richard Wagner 1866-72 bewohnte. Das Panorama umfasst l. das Rigimassiv, geradeaus Bürgenstock und Stanserhorn, dahinter den Titlis; l. vom Pilatus erscheint das Wetterhorn und die Jungfrau im Berner Oberland. Jenseits des Vorgebirges Meggenhorn (mit neugot. Schlösschen und Kapelle) und des Inselchens Altstad (mit Burgruine), öffnet sich l. der Küssnachtersee. Rechts Blick auf Hergiswil und Stansstad. Das Schiff überquert die Seemitte und steuert die nördl. Landzunge an. – 8km Hertenstein (H. Hertenstein**; Strandbad). 10min nördl., am Eingang des Küssnachtersees, die Villa Senar, ehemals im Besitz des Komponisten Sergej Rachmaninow (Besuch auf Anfrage). Weiter an hügeligen Matten mit Villen und Bauernhöfen vorbei; oben wechseln Wald- und Weideland. Unter dem Windschutz des Gebirges gedeiht üppiger Pflanzenwuchs: Obstgärten, Edelkastanien, mediterrane Bäume und Sträucher. – 10km Weggis* (H. Bellevue***, H. Alpenblick**, H. Rigi**, 2 Hotels*; Strandbad), Urlaubsort in Südlage, terrassenartig am Rigihang ansteigend. Schöne alleeartige Promenade am Quai.
Spaziergang nach Küssnacht: In 30min aufwärts nach Eggi (547m), weiter über baumreiche Matten zum Dörfchen Greppen (Rest.) mit malerischen alten Holzhäusern, und in 1h15 nach Küssnacht (s. 8.1.).
Spaziergang auf der Uferstrasse: Westl. nach Hertenstein (40min, s. oben) oder östl.
über Lützelau nach Vitznau (1h15), s. unten.
Aufstieg nach Rigi-Kaltbad: s. 7.3B.
Links oben erscheint auf dem Kamm der Berggasthof Rigi-First. – 15km Vitznau* (Park-Hotel***, Hotel Vitznauerhof**, 2 Hotels*; Strandbad) am Fuss des Vitznauerstocks, wie Weggis als Ferienort mit mildem Klima besucht. Ausgangspunkt der Zahnradbahn auf den Rigi (s. 7.1.). Schöner Uferquai mit alten Kastanienbäumen.
Spaziergang nach Gersau: Aufwärts nach Linden (589m), dann in halber Höhe, zuletzt auf der Uferstrasse in 1h30 nach Gersau.
Luftseilbahn nach Hinterbergen (996m). Von dort WW durch Wald unterhalb des Vitznauerstocks in 40min auf die aussichtsreiche Wissiflue (946m).
Aufstieg nach Rigi-Kaltbad: s. 7.3C.
Zwei weit in den See ragende Vorgebirge, die ‚Nasen’, bilden eine Engstelle. Das Schiff umfährt die untere Nase und biegt in die Buochser Bucht ein. – 22km Buochs, am Südufer (Hotel*, Camping; Strandbad). – 26km Beckenried (H. Nidwaldnerhof**, H. Rigiblick**, Hotel*, Gasthof, Strandbad), ruhige Sommerfrische. Autofähre nach Gersau. Am westl. Ortsende etwas erhöht die barocke Kapelle Ridli.
Luftseilbahn zur Klewenalp* (1593m; Berggasthaus): Aussichtsreiches Ski- und Wandergebiet; Startpunkt von BW auf die Nidwaldner Berge Schwalmis (2246m) und Brisen (2403m), je ca. 2h30 von der 35min Brisenhütte S.A.C. aus (1753m; s. 10.1.).
Emmetten und Niederbauen*: Strasse (Bus) nach 4km Emmetten (Rest.), Dorf am Nordhang in geschützter Lage. Weiter mit Gondelbahn auf die Alp Niederbauen (1570m; Rest.) und auf BW in 1h auf den Niederbauen-Kulm* (1923m). Wunderbares Panorama, das den ganzen Vierwaldstättersee, die Ebene von Schwyz, die zackigen Mythen und die Urner Berge Urirotstock, Bristenstock, Tödi und Windgällen umfasst.
Das Schiff kehrt zum Nordufer zurück. – 31km Gersau, zwischen Obst- und Nussbäumen geschützt unter dem Vitznauerstock und der Hohflue gelegen (H. Seehof**, H. Bellevue**, Hotel*; Strandbad; Aufstieg nach Rigi-Scheidegg, s. 7.5C.). Gersau war bis 1798 politisch selbständig und damit die kleinste Republik der Welt. Im Dorfzentrum die klassizistische Pfarrkirche und einige schöne Holzhäuser aus dem 16. Jh. – Zurück zum Südufer; die beiden Mythen und der Fronalpstock werden sichtbar. – 36km Treib, gegenüber von Brunnen, mit prächtigem Holzgebäude von 1658. Von hier Bus hinauf nach 6km Seelisberg* (837m; H. Bellevue**, H. Waldegg**, 2 Gasthöfe), langgestreckter Sommerferienort auf einer Terrasse hoch über dem Urnersee, mit Blick in das Reusstal und auf den Bergkranz von den Mythen bis zum Urirotstock. Wallfahrtskapelle Maria-Sonnenberg (1667).
Spaziergang zum Seelisberger See: 20min.
Spaziergang nach Bauen (auch Bus): WW über das got. Schlösschen Beroldingen in 1h15 hinab zum See in das malerische Dörfchen Bauen mit mehreren repräsentativen Holzhäusern aus dem 17. Jh. (s. unten).
Fussweg zum Rütli: BW im Zickzack durch schönen Buchenwald in 35min steil hinunter zum Rütli (s. unten).
Bei der Weiterfahrt von Treib öffnet sich r. der Urnersee. Voraus blickt man in das breite Tal der Muota mit den zackigen Mythen im Hintergrund. – 37km Brunnen* (Bahnstation, s. 8.1.; Grand-Hotel*** in erhöhter Lage, H. Waldstätterhof**, Park-Hotel**, 2 Hotels*, Gasthof, Camping; Strandbad), Ferienort in prächtiger Lage am Nordende des Urnersees; gegenüber hoch oben die Häuser von Seelisberg. Die Föhnstürme auf dem See sind legendär. Schöner Quai mit Parkanlage. 10min östl. die umfangreiche Klosteranlage Ingenbohl mit Klinik.
Luftseilbahn und Fussweg nach Rigi-Scheidegg: s. 7.5D.
Aufstieg zum Axenstein: Der aussichtsreiche Axenstein (700m; Rest.), hoch über Brunnen, ist auf einem WW durch den Ingenbohler Wald in 1h zu ersteigen.
Morschach*: Strasse (Bus) von der Axenstrasse (s. unten) abbiegend, durch Wald steil zum Dörfchen Morschach* hoch (646m; H. Axenfels**, H. Edelweiss**, Hotel*), auf einer Panorama-Terrasse unter dem Fronalpstock gelegen. Das Strässchen führt weiter über Matten zum Axenstein (s. oben).
Von Morschach auf den Stoos: WW zuerst über Matten, dann durch Bergwald am Nordabhang des Fronalpstocks in 1h30 empor zur Sommerfrische Stoos (s. 8.4.).
Von Morschach nach Sisikon: WW über aussichtsreiche Wiesen mit schöner Flora hinab in 1h30 nach Sisikon am Urnersee (s. 8.1.).
Der Urnersee**, 12km lang und 1-2,5km breit, 200m tief, fjordartig in das Kalkgebirge eingebettet, ist mit seinen Felswänden l. und r. der imposanteste Teil des Vierwaldstättersees. Durch Schluchten blicken hohe, schneebedeckte Gipfel herab, südwestl. der mächtige Urirotstock mit seinem Vorgipfel, dem Gitschen. – Bei der Weiterfahrt ragt r. an der vorspringenden Ecke der sog. ‚Schillerstein’ aus dem Wasser, dem Dichter der Schweizer Tellsage gewidmet. – 40km Rütli. 5min oberhalb die idyllische Rütliwiese*, der Ort des sagenumwobenen ‚Rütlischwurs’ von 1291, das ‚mentale’ Zentrum der Eidgenossenschaft. – Am Ostufer des Sees zieht sich, grösstenteils in den Fels gesprengt, die Axenstrasse von Brunnen nach Flüelen. – Links Sisikon (keine Schiffstation). – 44km Bauen (Gasthof), Dörfchen am Westufer (s. oben). – Das Schiff überquert den See und landet bei der 46km Tellsplatte (Gasthof 10min oberhalb, an der Axenstrasse), einem Schauplatz der Tellsage. – Links die Axenfluh, mit gefalteten Gesteinsschichten, r. das eingeschnittene Isental, voraus der steil aufragende Gitschen; im Talhintergrund die Pyramide des Bristenstocks. – 48km Flüelen-Altdorf (Bahnstation), am Südende des Sees (s. 9.1.).
5.2. Von Luzern nach Kehrsiten/Bürgenstock und Alpnachstad
Das Schiff zieht nach der Abfahrt das westl. Ufer entlang und am Landhaus Tribschen vorbei (s. 5.1.). – 5km St. Niklausen. – Nach 6,5km Kastanienbaum (H. Kastanienbaum**) quert es den See nach 9km Kehrsiten, am steilen, mattenreichen Nordhang des Bürgenstocks. Eine Standseilbahn führt von der Schiffstation zum westl. Kamm des Bürgenstocks* (893m), eines isolierten, oben mit Wald und Matten bedeckten Kalkfelsens von 10km Länge, der nach N. zum See abstürzt, nach S. einen sanft geneigten Hang bildet. Der Bürgenstock steht im Ruf eines mondänen Urlaubsortes (Palace Hotel***, Park-Hotel**; Schwimmbad; Golfplatz). Mit dem Auto ist er von Stansstad oder Buochs (Bus) aus zu erreichen. Promenadenwege erschliessen zahlreiche Aussichtspunkte.
Spaziergang zur Hammetschwand*: Ein lohnender Rundgang von ca. 2h bietet der Felsenweg (WW), der sich durch Wald langsam ansteigend 500-600m über dem See, entlang der Felsen der Hammetschwand, hinzieht. Nach 30 min erreicht man bei 968m den Hammetschwand-Lift, der in einem teilweise offenen Gerüst an der senkrechten Felswand zum Hammetschwand-Gipfel* (1127m) emporführt. Umfassende Rundsicht.
– Von der unteren Station des Lifts führt ein eindrücklicher BW durch mehrere Tunnels und über Balkons zum Honegg-Känzeli auf der Gratscheide, dann nach SW. in 40min zum Kurhaus Honegg**. Zurück in 20min zu den Hotels.
Fussweg nach Stansstad: WW über die Weiler Obbürgen und Fürigen (Hotel Fürigen**) in 1h15 hinab nach Stansstad (s. unten).
Fussweg nach Buochs: WW in 1h50 über Honegg und die aussichtsreichen Matten des Bürgenbergs nach Ennetbürgen (Bus) in geschützter Südlage am See; weiter über die Ebene der Engelberger Aa nach Buochs (s. 5.1.).
Die Fahrt geht weiter nach W. über die Bucht von Stansstad. – 14km Hergiswil (Bahnstation, s. 10.1.; H. Bellevue**, Hotel*). Freundlicher Ort am Fuss des waldbedeckten, felsigen Loppers, eines Ausläufers des Pilatus. Die Glashütte kann besichtigt werden.
Aussichtsreicher Wanderweg in 2h über die Anhöhen Sonnenberg und Schattenberg.
Aufstieg zum Pilatus: s. 6.2A.
Nun entlang der Felswand des Lopper nach 16km Stansstad (Bahnstation, s. 10.1.; 2 Gasthöfe), in der Ebene zwischen Lopper und Bürgenstock gelegen. Am Hafen ein mächtiger quadratischer Turm, Rest einer mittelalterlichen Befestigung. – Das Schiff unterfährt zwei Brücken, die die Enge zwischen dem Vierwaldstättersee und seinem westl. Alpnacher Arm überspannen. Links die Schlucht Rotzloch, mit Zementfabrik. – 23km Alpnachstad (Bahnstation, s. 11.1.), am Westende des Sees.
Aufstieg zum Pilatus,: s. 6.2C.
6. Pilatus
Der Pilatus**, ein wildzerklüfteter Gebirgsstock aus Kreidekalk, wird der Aussicht wegen seit dem 19. Jh. viel besucht. Der zentrale Gipfel ist der Esel (2118m). Von dort fällt der Ostgrat steil über die Windegg (1673m) zum Lopper ab. Der Hauptkamm führt nach W. über das Oberhaupt zum höchsten Punkt Tomlishorn (2128m); weiter über das Widderfeld (2075m) zum westlichsten Gipfel Mittaggüpfi (1917m). Im S., vom Hauptmassiv isoliert, ragt das Matthorn auf (2040m). Bis ins 18. Jh. wurde der Berg Frakmunt (fractus mons) genannt. Erst später wurde der Name Pilatus üblich; nach einer Sage soll in einem kleinen, heute verlandeten See unterhalb des Mittaggüpfi die Leiche des Pontius Pilatus versenkt worden sein. – Die unteren Abhänge des Pilatus-Massivs sind mit Wald und blumenreichen Matten bedeckt; oben finden sich steile Felswände und Schutthalden, über die im Winter die Lawinen zu Tal donnern.
6.1. Luftseilbahn
Von Kriens (s. 4.; Stadtbuslinie 1) führt eine Gondelbahn auf den bewaldeten Vorberg Krienseregg (1024m) und weiter durch Wald auf die Fräkmüntegg (1412m; Rest.), auf der Krete zwischen Hergiswil und Eigental gelegen. Nun mit Grosskabinenbahn steil empor, am nördlichen Bergsporn Klimsenhorn vorbei, zur Bergstation Pilatus zwischen dem Esel und dem Oberhaupt. Nahebei ein Berggasthaus mit einer grossen, gegen S. gerichtete Terrasse, eine Wetterwarte und eine IT-Station. Ein Treppenweg führt in 5min zum Gipfel des Esel
